Der Wochenausblick: Ernüchterung nach der Trump-Party

Ich traue mich ja kaum noch es zu schreiben, das “T-Wort”. Aber aus aktuellem Anlass komme ich einfach nicht darum herum, auch zu Beginn dieser Woche einen Blick nach Washington zu werfen: Zu Donald Trump, dem Immobilien-Milliardär dessen phänomenale Kommandopolitik auf der Baustelle mehr Schlagkraft hatte, als im Parlament. Mr. President himself scheiterte am Freitag mit seiner Gesundheitsreform, für die er im Repräsentantenhaus keine Mehrheit bekam.

Damit bestätigt sich, was viele Trump-Kritiker schon lange vermuten: Die Wahlkampfversprechen der Republikaner könnten sich als leere Worthülsen entpuppen, die nur dem populistischen Stimmenfang dienten. Während in den ersten Monaten nach der Präsidentschaftswahl eine wahre Aktien-Euphorie an der Wall Street grassierte, die auch Bankfurt in ihren Bann zog, kehrt langsam aber sicher Ernüchterung ein. Die Börsianer zweifeln an der Durchsetzbarkeit von Trumps Steuer- und Infrastrukturvorhaben und könnten ihm das Vertrauen entziehen.

Desillusionierung

In banger Erwartung der Gesundheitsreform-Entscheidung rettete sich der Dax mit gerade mal 12.064 Punkten in den Feierabend, was einem Verlust von 0,3 Prozent auf Wochensicht entsprach. Ein moderates Minus im Vergleich zum amerikanischen Leitindex. Die Entzauberung des Herrn Trump traf die Wall Street unerwartet hart und der Dow Jones verlor aufgrund der unsicheren US-Politik rund 1,5 Prozent innerhalb der vergangenen Börsenwoche. Vielleicht sollte der amerikanische Präsident mal seine Krawattenfarbe überdenken und von aggressivem Rot zu hoffnungsvollem Grün wechseln? Rot dominiert auch heute die Kurstafeln: Der Dax notiert mit rund einem Prozent im Minus- ein positiver Wochenstart sieht anders aus.

Wo sind sie denn, die Impulse?


Börsianer sind bekanntermaßen immer auf der Suche nach dem nächsten “Kick”, denn nichts ist kurstechnisch gesehen fataler, als ein handfester Kater nach einer Kurs-Party. Trump entpuppt sich langsam aber sicher als Stimmungskiller und die Finanzwelt sehnt sich nach dem folgenden Aphrodisiakum. Gern gesehene “Impulse” kommen häufig von Seiten der Unternehmen, die mit ihren Quartals- oder Jahreszahlen die Erwartungen der Analysten erfüllen, übertreffen oder enttäuschen. So kletterte Infineon vergangenen Freitag aufgrund hervorragender Geschäftsaussichten und einer nach oben korrigierten Prognose für 2017 mit rund neun Prozent Plus an die Dax-Spitze- das ist der Stoff, aus dem Börsianerträume gestrickt sind.

Während sich in den vergangenen Wochen die Bilanzpräsentationen börsennotierter Unternehmen die Klinke in die Hand gaben, können wir dieser Tage nur wenige anregende Zahlenwerke erwarten. Ob das reicht, um unseren Leitindex wieder über die magische 12.000-Punkte-Grenze zu hieven? Die kurze Finanzagenda umfasst u.a. folgende Termine:

Dienstag: Evotec, Bertelsmann, EnBW, Tom Tailor (alle Jahreszahlen)

Mittwoch: Scout24, Stada (beide Jahreszahlen, Daimler (Hauptversammlung)

Donnerstag: SMA Solar, ElringKlinger (beide Jahreszahlen), Hennes & Mauritz (Q1 Zahlen)

Freitag: RIB Software (Jahreszahlen), Blackberry (Q4 Zahlen)

Diese Börsenwoche wird aus fundamentaler Sicht recht unspektakulär und ich vermute, dass vor allem die Nachrichten bzw. Tweets aus dem Weißen Haus über ein “Top” oder “Flop” der Indizes entscheiden könnten. Immerhin haben wir so genug Zeit und Muße, uns mit den wetterfesten, politikverdrossenen boerse.de-Champions zu befassen. Im boerse.de Aktienbrief lesen Sie alles über die 100 erfolgreichsten und risikoärmsten Aktien der Welt, denen selbst die Politik des Mr. Phänomenal langfristig nichts anhaben kann.

Ich wünsche Ihnen eine entspannte Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

 

Werbeanzeigen
Der Wochenausblick: Ernüchterung nach der Trump-Party

Unsere Börsenwoche: Die fünfte Jahreszeit

hat-2016797_960_720Die Stimmung an der deutschen Börse passte vergangene Woche nicht so recht zur “närrischen” Jahreszeit. Während in den Karnevalshochburgen die Jecken durch die Straßen zogen, wollte in Frankfurt einfach keine Stimmung aufkommen. Unser heimischer Leitindex Dax blieb in der Horizontalen und beendete eine ereignislose Börsenwoche mit 11.757 Punkten – lediglich 90 Punkte mehr als am Freitag zuvor.

Angesichts der Kurslethargie der vergangenen Handelstage wären ein paar “frische Impulse” aus den USA, wo noch stets die Trump-Euphorie die Kurse zwitschern lässt, mehr als willkommen. Doch Pustekuchen: An der Wall Street bleiben die Bürgersteige heute, an Georg Washingtons Geburtstag, hochgeklappt. Ein Fest, das seit der Präsidentschaft von “Mr. T” zwiespältige Gefühle bei der amerikanischen Gesellschaft auslösen dürfte. Der erste Präsident der USA war ein Mann, der “alle Herzen vereinte”. Eine Umschreibung, die auf Donald Tramp wohl kaum zutrifft.

Aus den Vereinigten Staaten weht also zumindest heute kein frischer Wind nach Europa. Fehlende US-Impulse bedeuten aber nicht automatisch, dass sich an “unseren Börsen” nichts tut, ganz im Gegenteil. Die “fünfte Jahreszeit” hat in der Finanzwelt nämlich noch eine andere Bedeutung: Sie steht Synonym für die “verrückte” Berichtssaison, die alle drei Monate die Kurse zum Schwanken bringt. Wenn börsennotierte Unternehmen ihre Bilanzen öffnen, droht Anlegern häufig eine Überraschung. Mal positiv, mal negativ – je nachdem, in welchem Maße ein Unternehmen die Erwartungen des Marktes erfüllt, übertrifft, oder enttäuscht. Dabei ist der erste Bilanz-Termin eines Jahres immer besonders bedeutungsvoll. Zum einen, weil dann die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres publiziert werden, zum anderen, weil börsennotierte, deutsche Unternehmen ihre Dividenden bekannt geben.

Während sich die Quartalssaison in Amerika langsam dem Ende zuneigt, stehen in Europa noch zahlreiche Börsen-Schwergewichte auf der Agenda. Darunter auch zwei Mitglieder des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI): Sowohl Fresenius (Dienstag) als auch British American Tabacco (Donnerstag) lassen uns einen Blick in ihre Bilanzbücher werfen.
Ein deutsches Gesundheitsunternehmen und ein englischer Tabakkonzern in einem Index? Passt das denn zusammen? Ganz bestimmt sogar, denn beide Branchen erwiesen sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre als besonders wachstumsstark und risikoarm. Aufgrund dieser Qualitätsmerkmale und einer herausragenden Kursperformance von +309 Prozent (Fresenius) und  +213 Prozent (B.A.T) qualifizierten sich die Werte für den BCDI-Index, mit dem auch Sie an der Wertentwicklung von Unternehmen aus der Nahrungs-, Genussmittel-, und Gesundheitsindustrie teilhaben können.

In starkem Kontrast zu den “soliden” Werten des BDCI stehen zwei Bilanz-Kandidaten aus den USA: Der “Activity Tracker”- Produzent Fitbit und die Elektroauto-Schmiede Tesla. Natürlich bin ich als Autor zur Objektivität verpflichtet, aber in diesem Fall muss ich bekennen, dass ich kein Freund von “Hype”-Aktien bin. Mit einer Investition in den E-Auto-Pionier Tesla ließen sich zugegebenermaßen schon viele Dollars verdienen, aber bei Oberklasse-Preisen, einem “visionären” Geschäftsführer und andauernder Sicherheits-Zweifel ist Tesla keine Aktie, die mich ruhig schlafen ließe.

Hätte ich mein Geld in die “trendy” Fitbit-Aktie investiert, so wäre ich chronisch übermüdet und fast pleite. Die Aktie des Fitnessarmband-Herstellers, der unter der starken Konkurrenz von Apple, Samsung oder Xiaomi leidet, verlor im vergangenen Jahr satte 57 Prozent an Wert. Ein Verlust, der selbst den Herzschlagmesser an den Rand seiner Kapazitäten gebracht hat.

Sie finden mehr Gefallen an risikoarmen Investments, als an der turbulenten Tesla-Aktie oder dem kraftlosen Fitbit-Papier? Dann werfen Sie doch mal einen Blick auf den BCDI, dem Index der zehn Top-Defensiv-Champions, der Sie auch in der “fünften Jahreszeit” ruhig schlafen lässt.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Unsere-Boersenwoche-Die-fuenfte-Jahreszeit-von-Miss-boersede/7742697

Unsere Börsenwoche: Die fünfte Jahreszeit

Frostige Aussichten

Guy-Stuck-In-SnowAuf die Gefahr hin, dass ich mir gleich mal Feinde mache: ich hasse Winter! Ich bin dieses Jahr von Amsterdam ins bayerische Voralpenland gezogen. Schöne Natur, Skifahrer, Idylle und so, dachte ich mir. Nix davon! Seit die langersehnten Flocken rieseln, nähert sich meine Laune dem Gefrierpunkt. Das Drama fängt schon morgens an, wenn der Hausmeister Punkt 04.15 Uhr vor meinem Schlafzimmerfenster schneepflügt (Gesetzte, muss sein, aha). Bäng, wach! Dann noch 15min Auto-kratzen, da mein Senioren-Mobil von Opel mit hohem Einstieg nicht in den teuren Duplex-Garagenplatz passt, und draußen überwintern muss. In Amsterdam stressten mich die illegalen Rauchwaren, die Touristen in unserem Garten entsorgten, hier sinds die (Natur-) Gesetze.

Ich kann dem Aktienmarkt nur raten, heute ganz freundlich und möglichst besser gelaunt in den Tag zu starten, als letzte Woche! Mehr als 11 Prozent hat der DAX (Deutschland 30) seit Jahresbeginn schon verloren und auch die amerikanische und asiatische Börsenwelt stecken in einer schweren Winterdepri. Zumindest aus den USA droht heute keine Gefahr: wegen des Martin Luther King Day bleibt die Wall Street dicht.

Doch schon morgen gehts wieder rund in Amerika. Die Berichtsaison ist in vollem Gange und viele der Big Boys lassen uns diese Woche einen Blick in ihre Kasse werfen. Den Anfang machen morgen Netflix, Ebay, Delta, Morgan Stanley und Unilever. Im Lauf der Woche öffnen dann noch große Namen wie Goldman Sachs, Schlumberger, Starbucks und unsere badischen Softwareentwickler von SAP ihre Bücher. Könnte also spannend werden und vielleicht endlich für ein paar positive Vibes auf dem Börsenparkett sorgen!

Am Donnerstag ist dann Super Mario angesagt! Ne, ich meine keine Game-Session mit kleinen, hüpfenden Männchen, sondern die Rede des Chefs der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi. Er wird sich zur Geldpolitik der EZB in Europa äußern. Experten erwarten keine großen Überraschungen, wie etwa eine Anhebung der Zinsen. Solche Maßnahmen verkneift sich Draghi wahrscheinlich bis zur nächsten Sitzung im März, wenn sich die Aktienkurse und der Ölpreis (hoffentlich) wieder etwas entspannt haben.

Für Hochspannung sorgte dagegen Freitagnachmittag noch eine Meldung über die Deutsche Bank. Schummel-Software ist scheinbar derzeit nicht nur bei Automobilherstellern mächtig angesagt, sondern auch bei Bankhäusern. Kaum zu glauben, aber die DB soll doch tatsächlich beim Ausführen von Devisen-Geschäften Kunden mit einer Zeitverzögerungs-Software betrogen haben. So wurden Währungs-Käufe wie beispielsweise Dollar, Euro oder Yen von der Deutschen Bank möglicherweise zu schlechteren Kursen oder verspätet ausgeführt, um sich selbst auf Kosten der Kunden zu bereichern. Die Sammelklage gegen die Großbank wurde angeblich bereits im Dezember an einem New Yorker Gericht eingereicht, kam aber erst jetzt durch einen Bericht des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” ans Licht. Die DB weist natürlich jegliche Vorwürfe zurück.

Wir warten gespannt auf die erste Schummel – Waschmaschine, das erste Schummel-Smartphone und: das Ende dieses frostigen *****-Winters!

http://getbux.com/de/unkategorisiert/frostige-aussichten/

Frostige Aussichten

Frisch auf den Tisch

truthahnMein Biorhythmus scheint sich langsam dem der Börse anzugleichen, denn auch ich habe mich gestern im Lauf des Tages wieder von meinem Grappa-Schock des Vorabends erholt. Ganz genau wie der DAX, der seinen weltpolitischen Kater vom Dienstag gestern wieder überwunden hatte.

Die Schwarzmaler unter den Analysten hatten schon vor “dynamischer Abwärtsbewegung”, “Wassertreten” oder “Fehlausbruch” gewarnt. Hässliche Begriffe für die Stimmungslage unserer geliebten Deutschland 30. Gestern zeigte der DAX der Finanzwelt auf jeden Fall nochmal, dass er immer für eine Überraschung gut ist und flog mit Plus 2.15 Prozent in den Feierabend.

Schuld daran waren unter anderem gute Konjunktur- und Arbeitsmarktzahlen aus den USA, die der erhofften Zinswende im Dezember zugute kommen. Denn wenn die amerikanische Wirtschaft läuft wie Peanutbutter, dann wird sich die US-Notenbank wahrscheinlich auch dazu durchringen, die Zinsen von 0 Prozent auf ca. 0,25 Prozent anzuheben. Good news für die sicherheitsliebenden Börsianer, die sich schnell noch mit Aktien eindecken wollen, ehe auch festverzinsliche Wertpapiere wieder attraktiv werden.

Und es wehen noch mehr gute Nachrichten aus den USA über den Teich zu uns: die “Truthahn-Rally” anlässlich des Thanksgiving-Feiertags (Achtung! US-Börse geschlossen!) könnte auch die Deutsche Börse heute beflügeln. Darunter versteht man die häufig gutgelaunte Wall Street rund um den amerikanischen Familien-Feiertag Thanksgiving und den verkürzten Handelstag am Freitag.

Die oft überdurchschnittlichen Renditen an diesen Tagen sind vermutlich der allgemeinen Festtagsstimmung der Amis und ihrer “Big-Spender-Laune” zu verdanken. Eventuell versuchen Anleger auch, ihre Anteile noch vor dem kurzen Handels-Freitag zu verticken. Es könnte ja sein, dass man sonst Dank Thanksgiving-Kater das ein oder andere Aktien-Geschäft verpennt.

Wie dem auch sei, wir wünschen ein frohes Fest und sind dankbar für alle Kurs-Geschenke die wir dem Ami-Feiertag womöglich zu verdanken haben! Cheers!

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

Frisch auf den Tisch