Aufgeflogen! Die geheimen Dates der Autobauer

minivan-datenight2Fragt man einen Inder, Australier, Russen oder Eskimo, was ihm zum Thema “Deutschland” so in den Sinn kommt, dann lautet die Antwort wahrscheinlich: “Oktoberfest”, “Bier” oder “Autos”. Anno 2017 könnte das Aushängeschild der deutschen Industrie jedoch gegen einen anderen Begriff ersetzt werden. Wie wärs denn zum Beispiel mit “Betrug”, “Kartell” oder “Skandal”?

La Famiglia

“Gruppenarbeit” ist ja eigentlich was Schönes. Schon in der Schule wird man dazu gezwungen, in Vierer-Grüppchen abstrakte Text-Collagen zu schnippeln oder so. Auch die fünf aus der letzten Bank der Autobauer (Daimler, VW, BMW, Porsche und Audi) sollen sich an einem Gesamtkunstwerk versucht haben. Wie der “Spiegel” am Freitag berichtete, könnte die gesamte deutsche Autoindustrie seit Jahrzehnten geheime Meetings veranstaltet haben, um so Sachen wie Technik, Zulieferer und Kosten miteinander abzustimmen.

Im Unterricht fördert das die Sozialkompetenz, in der Wirtschaft sind Absprachen dagegen total asozial. Und verboten! Vor allem, weil sie einen fairen Wettbewerb verhindern, die Marktpreise manipulieren und Autokäufer letzten Endes dafür blechen dürfen.

“Qualität” Made in Germany?

Das war einmal… Alles sieht danach aus, als ob wir unserem Saubermann-Image langsam Lebewohl winken müssen. Die deutsche Vorzeige-Industrie hat schon unter Dieselgate gelitten, aber bis vor ein paar Tagen ahnte niemand, dass hinter den Schummeleien, die bei VW, Daimler, Audi oder BMW aufgedeckt wurden, kollektives, knallhartes Kalkül steckt.

Wichtige Vertreter der Autohersteller trafen sich anscheinend regelmäßig und das nicht, um die heißesten Lack-Farben dieses Sommers zu diskutieren oder sich selbst zu feiern, sondern um Manipulationen à la Dieselgate auszuhecken. So könnte es sein, dass sich die Big Boys auf kleine, dafür aber billige “AdBlue”-Tanks einigten, deren Volumen nicht ausreicht, um Stickoxide dauerhaft von giftigen Stoffen zu befreien. Wenn das wahr ist, haben die Autohersteller über Jahre hinweg vorsätzlich Umweltbehörden und Verbraucher getäuscht.

Insider rechnen damit, dass geprellte Autokäufer und Jungs, die das schnelle Geld wittern auf einer gigantischen Klagewelle mitsurfen werden, die die Hersteller Milliarden kosten könnte. Vom unbezahlbaren Imageschaden mal ganz zu schweigen. *Überraschung*! Auto-Aktien sind heute ganz klar die Looser des Tages. How low can you go? Happy Trading!

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Aufgeflogen! Die geheimen Dates der Autobauer

Daimler: Die Schockmeldung des Tages!

mercedes-engine-2100359_960_720.jpgWer hätte das gedacht: Medienberichten zufolge hat Daimler möglicherweise mehr als eine Million Fahrzeuge mit manipulierten Abgaswerten verkauft. Auf dem Prüfstand machen die Motoren einen blitzsauberen Eindruck, doch sobald die Wägen wieder auf die Straße rollen, schaltet sich die Schadstoffreinigung weitgehend aus. Die getürkten Autos stoßen in Folge weit mehr schädliche Abgase aus, als gesetzlich zugelassen ist.

Daimlergate?
“Gate” ist seit der berühmten Watergate-Affäre das wohl meist verwendete Skandal-Suffix. Ich finde, Daimler hat sich sein eigenes “-gate” redlich verdient! Die Saubermänner aus Stuttgart beharrten monatelang auf ihre weiße Weste und wenn WDR, NDR und “Süddeutsche Zeitung” nicht am Ball geblieben wären, würde sich Daimler-Chef Dieter Zetsche noch immer in seinen Walrossbart lachen. Die Journalisten erhielten Einsicht in den Durchsuchungsbeschluss des Landgerichts Stuttgart, der Grundlage für die Razzia bei Daimler im Mai 2017 war.

Aus dem Dokument geht hervor, dass der Autobauer von 2008 bis 2016 in Europa und den USA Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft haben soll. Möglicherweise sind über eine Million Autos und Kleintransporter mit den Motoren OM 642 und OM 651 betroffen, die Daimler auch in Fahrzeugserien von Mercedes-Benz eingebaut hat.

Doch nicht bei uns!

Herbst 2015
Volkswagen steckt mitten im Dieselgate-Sumpf. Nach Bekanntwerden des Skandals rund um VW distanziert sich Daimler schon mal prophylaktisch von Tricksereien aller Art. Wörtlich sagte Daimler-Chef Zetsche zu diesem Zeitpunkt:  „Bei uns wird nicht betrogen, bei uns wurden keine Abgaswerte manipuliert.“

Januar 2016
Die DUH (Deutsche Umwelthilfe) testet zwei Fahrzeuge der aktuellen C- und B-Klasse und kritisiert, die “mangelhafte” Abgasreinigung und eine starke Abweichung der Stickoxidwerte. Die DUH verklagt Daimler daraufhin wegen irreführender Werbung, doch das Gericht weist die Anschuldigungen im Juni 2017 zurück.

Dezember 2016
Auch in den USA werden Vorwürfe gegen Daimler laut: Mercedes-Käufer reichen bei Gericht eine Sammelklage gegen Daimler wegen unzulässiger Werbeaussagen für Blue-Tec-Dieselmotoren ein. Der Autohersteller soll Kunden mit geringeren Schadstoffwerten gelockt haben, als tatsächlich gemessen. Die Klage wurde abgewiesen.

Mai 2017
Ein 200-Mann-Aufgebot der Polizei und Staatsanwaltschaft durchsucht mehrere Daimler-Standorte. Die Razzia scheint erfolgreich gewesen zu sein, denn das dabei sichergestellte Beweismaterial bildet die Grundlage für die aktuellen Anklagepunkte gegen zwei (unbekannte) Daimler-Bauernopfer, ähm, Mitarbeiter: Betrugsverdacht und irreführende Werbung.

Alles halb so wild!
Der Aktienkurs des Autoherstellers verlor nach Bekanntwerden der Anschuldigungen am Vormittag “nur” rund ein Prozent an Wert. Vielleicht sind die meisten Investoren mittlerweile Dieselgate-resistent und Daimler profitiert davon, nur einer von vielen Konzernen zu sein, denen Abgasmanipulationen vorgeworfen werden? VW war 2015 der erste Autobauer auf der Anklagebank. Damals reagierten die Anleger noch schockiert: die Volkswagen-Aktie verlor zeitweise über 20 Prozent an Wert.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Daimler-Die-Schockmeldung-des-Tages-von-Miss-boersede/7787754

Daimler: Die Schockmeldung des Tages!

BMW: Die Richtung stimmt – auch ohne Lenkrad

bmw-1845793_960_720Eine Studie rettet heute die Nachrichten-Wetterlage rund um BMW: Während ein Tiefdruckgebiet namens “Produktionsstopp” den Münchner Himmel verdunkelt, sorgt eine Meldung, wonach BMW der profitabelste Autobauer weltweit ist, für gelegentliche Aufheiterungen. Die Frage ist nur: Welche Neuigkeit wird das Stimmungsbarometer der Aktionäre beeinflussen?

BMW auf der Pole-Position

Good news first: Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young erkämpfte sich BMW im ersten Quartal mit 11,3 Prozent Marge die Führungsposition in Sachen Profitabilität. Auf Rang drei und vier verkehren Daimler mit 10,3 Prozent und VW mit 7,8 Prozent. Die Silbermedaille sicherte sich diesmal allerdings kein deutscher Autohersteller, sondern ein japanischer Außenseiter: Suzuki. Nebenbuhler Toyota ist zwar immer noch die weltweite Nummer eins in Absatz und Umsatz, doch Suzuki produziert ertragreicher.

Auch in Sachen Gewinnentwicklung schalteten die deutschen Top 3 einen Gang rauf. Die Unternehmensberatung attestierte Daimler, VW und BMW einen deutlichen Gewinnsprung von in Summe acht auf elf Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die japanischen Autobauer legten nur um drei Prozent zu, die US-Konzerne verzeichneten sogar einen Gewinnrückgang von sieben Prozent.

Schwingt in Trumps Aussage, wonach deutsche Autohersteller zu viele Fahrzeuge in den USA verkaufen und Amerikanern die Arbeitsplätze “stehlen” also doch ein Funken Wahrheit mit? Nein, ganz im Gegenteil. Laut Zahlen des Branchenverbands VDA wurden 2016 in den Vereinigten Staaten rund 17,5 Millionen PKWs und leichte Nutzfahrzeuge verkauft wobei BMW, Daimler, VW & Co. nur 1,33 Millionen absetzten. Ein Marktanteil von nur sieben Prozent. Deutsche Hersteller produzieren zwar viele Neuwagen in den USA, verkaufen sie jedoch von dort aus in andere Länder und schaffen auf diese Weise weit mehr Arbeitsplätze in Amerika, als sie “vernichten”.

Däumchen drehen in München

BMWs profitable Produktion könnte allerdings einen leichten Dämpfer bekommen. Schon seit vergangener Woche kämpft der Autohersteller mit Lieferengpässen für ein unentbehrliches Teil seiner Lenkgetriebe. Bis auf weiteres läuft die Produktion in Südafrika, China, Leipzig und München deshalb nur auf halben Touren. Das kostet Nerven, Zeit und damit auch Geld. Während BMW-Mitarbeiter die Zwangspause nutzen, um an der Isar zu liegen, Überstunden abzugrillen oder Wartungsarbeiten durchzuführen, versucht ein internes Sondereinsatzkommando die Bänder schnellstmöglich wieder zum Laufen zu bringen. Eine schwierige Mission, zumal der zuständige Lieferant Bosch einer nicht genannten, italienischen Firma, die die fragile Logistikkette unterbrochen haben soll, die Schuld in die Schuhe schiebt.

Ein Produktionsstopp von ein paar Tagen ist nicht so dramatisch und kann schnell wieder aufgeholt werden. Sollte der Ausfall jedoch länger dauern, so würde der Rückstand zusätzliche Kosten verursachen, die die gefeierte Marge des Autoherstellers schmälern könnte. Momentan steuert BMW allerdings noch auf einem zuversichtlichen Kurs: Die Produktionsengpässe dürften bald behoben sein, Kundenlieferungen werden nicht beeinträchtigt und auch die Aktionäre bekunden der BMW-Aktie mit kaum merklichen Kursbewegungen ihr Vertrauen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

 

BMW: Die Richtung stimmt – auch ohne Lenkrad

Die Highlights der Woche: Rekordverdächtig

Die Börse lässt sich zur Zeit nicht lumpen. Nach anfänglichen Verlusten zu Beginn vergangener Woche fegten die Trader alle Zweifel an Trumps möglicherweise zu “phänomenalen”, wirtschaftspolitischen Plänen beiseite und gingen auf Einkaufstour. Mit reicher Beute: Sowohl an der Wall Street als auch in Frankfurt blieb es nicht beim Windowshopping und unser heimischer Leitindex erklomm nach drei siegreichen Tagen am Donnerstag mit 12.258 Punkten einen neuen Jahresrekord.

Damit war das Allzeithoch, das seit 2015 bei 12.390 Punkten liegt, nur noch einen Katzensprung entfernt, aber für die letzten Meter reichte der Elan dann doch nicht. Auf Wochensicht gewann der DAX dennoch stolze zwei Prozent. Tja, da wurden viele Skeptiker und “Absturz-Propheten” mal wieder eines besseren belehrt und wir von boerse.de sehen unsere These bestätigt, wonach DAX und Dow entgegen aller Widerstände im Mittel jährlich 9 Prozent zulegen. Für diese Zielgröße stehen momentan alle Ampeln auf grün!

Trump(f)

Nachdem bei den Börsianern eine Art trumpsche Immunisierung gegen Tweets und Dekrete aller Art eingesetzt hat, kann Mr. President den Kursen scheinbar nichts mehr anhaben. Im Gegenteil. Zudem sorgten durchwegs positive Konjunktursignale in den USA und Deutschland für Frühlingsgefühle. Während wir ans Angrillen denken, gehts bei den Finanzgenies in den kommenden Tagen um die Wurst. Gelingt unserem heimischen Index ein befreiender Luftsprung ins zweite Quartal, gepaart mit einem neuen Allzeithoch? Vermutlich werden in dieser Woche die Weichen für die kommenden drei Monate gestellt und eine lange Liste an Konjunkturdaten aus aller Welt könnte darüber entscheiden, ob die Weltbörsen ihren Höhenflug fortsetzen.

Hier die wichtigsten Termine für Ihren Finanzkalender:

Montag:

Ein historischer Moment für Volkswagen-Fans: In der Gläsernen VW-Manufaktur in Dresdenrollt der erste E-Golf vom Band. Die Börse in Schanghai bleibt feiertagsbedingt geschlossen.

Dienstag:

Während in Hongkong und Schanghai die Kurstafeln aufgrund eines Feiertages nur Schwarzbild zeigen,stehen in den USA Daten zur Handelsbilanz und dem Auftragseingang der Industrie auf dem Programm.

Mittwoch:

US-Saatguthersteller und Bayer-Übernahmekandidat Monsanto präsentiert Q2 Zahlen.

Donnerstag:

Wirecard (Jahreszahlen), VTG (Jahreszahlen, Hella (Q3 Zahlen), Gerresheimer (Q1 Zahlen), Henkel und Nestlé (Hauptversammlung).

Liebe Leserinnen und Leser, vergangenen Freitag fehlten nur noch 100 Punkte bis zu einem neuen Allzeithoch des DAX. Der krönende Abschluss eines gelungenen Monats und eines renditestarken Quartals, denn unterm Strich hat unser Leitindex seit Jahresbeginn über sieben Prozent an Wert gewonnen. Eine Performance, die selbst den Dow Jones mit knapp fünf Prozent Plus abhängt. Sie wollen am Börsen-Hype 2017 mitprofitieren? Dann investieren auch Sie in den BCDI-Index, der aufgrund seiner Anlagestrategie in zehn besonders defensive, renditestarke Champions-Aktien langfristig sogar den DAX in den Schatten stellt. Zum Vergleich: Der boerse.de-Champions-Defensiv-Index erzielte seit seinem Börsendebüt am 01.07.2014 eine Rendite von 45 Prozent, der deutsche Leitindex brachte es dagegen “nur” auf rund 25 Prozent.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

 

Die Highlights der Woche: Rekordverdächtig

Wie Phönix aus der Asche: VW macht sich fit für die Zukunft

Zeitgleich zu meinem Debüt als Finanz-Autorin im September 2015 erblickte der VW-Dieselgate-Skandal das Licht der Weltpresse. Seitdem habe ich fast wöchentlich News und Updates zu den Software-Schummeleien verfasst, die Volkswagen vor allem in den USA viel Geld, Nerven und Reputation gekostet haben. Die Suche nach Opfern, Beschuldigten und Zeugen zieht sich wie ein roter Faden durch die Skandal-Story des Autobauers und erreichte gestern mit der Vorladung von Angela Merkel im VW-Untersuchungsausschuss ihren Höhepunkt. Unsere Kanzlerin wird zum Verhör in einer Unternehmensangelegenheit geladen? Das kommt nicht oft vor und beweist, wie eng die Beziehungen zwischen dem Aushängeschild der deutschen Industrie und der Politik sind.

Zentrales Thema war gestern, wann die Regierung vom Abgasskandal Wind bekommen und welche Maßnahmen sie anschließend ergriffen hat. Frau Merkels Antwort war ebenso nachvollziehbar wie lapidar: Sie hatte von Dieselgate erstmalig am 19. September 2015 erfahren, und zwar aus den Medien, genau wie wir auch. Eine Kanzlerin ist eben auch keine allwissende Kreatur. Soweit so gut, das Verhör der 70 Zeugen und Sachverständigen ist mit der Befragung von Frau Merkel jetzt offenbar abgeschlossen, die Milliarden-Entschädigungen für US-Autohändler und Kunden sind bezahlt und VW kann sich langsam wieder auf seine Zukunft konzentrieren.

Und die beginnt im Genfer Auto-Salon, der ab heute seine Türen geöffnet hat. Für Volkswagen der ideale “Showroom”, um sich als innovativer Autobauer zu beweisen und sein “Schummel”-Image aufzupolieren. Mit dem VW-Roboter-Taxi “Sedric”, dem Vertreter-Traum “Arteon” und der Neuauflage des legendären VW Bulli ist es den Wolfsburgern tatsächlich gelungen, ein paar echte Sahneschnitten zu zaubern. Am Genfer See, dort wo jahrelang Langeweile die VW-Bühne dominierte, regiert diesmal ein echtes “Will-haben”-Gefühl. Die neuen Modelle sind “hot” statt biedern und verkörpern die Laufrichtung des Autobauers: Ab in die Zukunft.

Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung sind die Wachstumsbereiche der Wolfsburger, die sich auch finanziell langsam aus der Krise chauffieren. Während 2015 noch ein dickes Minus von 4,1 Milliarden Euro in der Bilanz stand, fuhr das Unternehmen 2016 einen Betriebsgewinn von 7,1 Milliarden Euro ein. Und das, obwohl VW wegen Dieselgate im vergangenen Jahr 6,4 Milliarden Euro auf die hohe Kante legen musste– sonst wäre das Plus entsprechend größer ausgefallen. Alles in allem ein erstklassiger “U-Turn”, würde ich sagen.

Auch das harte Sparprogramm, das die VW-Chefetage dem Konzern verordnet hat, beginnt Früchte zu tragen. Vorstandsgehälter wurden gekürzt, Boni gestrichen, Mitarbeiter entlassen. Das sogenannte “Zukunftspaket”, mit dem Markenvorstand Diess bis 2020 rund drei Milliarden Euro einsparen will, ist zwar intern umstritten, gilt aber als essentiell, um den Konzern auf mehr Profit und Effizienz zu trimmen.

Die VW-Aktie spiegelt diesen Aufwärtstrend wider und gewann in den vergangenen zwölf Monaten 23,4 Prozent an Wert. Warum zählt Volkswagen dann nicht zu den boerse.de-Champions-Aktien? Zum Beispiel, weil sich ein „Champion“ über den Zeitraum von zehn Jahren als stabil und “krisenfest” erweisen muss. Eine Eigenschaft, die VW und der gesamten, äußerst konjunkturabhängigen Automobilbranche nicht unbedingt zuzuschreiben ist…

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Wie Phönix aus der Asche: VW macht sich fit für die Zukunft

BMW, Daimler, VW: Adios, amigos!

wrc-rally-mexico-volkswagen-01Und täglich grüßt… Mr. President! Während Donald Trump aufgrund des heutigen US-Feiertags vermutlich noch in seinen Kissen murmelt und sich die Wall Street eine schöpferische Pause gönnt, sprengt sein BILD-Interview die Schlagzeilen. Und vermiest den deutschen Auto-Aktien die Performance. BMW: -1,32 Prozent, Daimler: -1,63 Prozent, VW: -1,94 Prozent… Wie kommts?
Stellt euch vor, Frau Merkel würde sich in einem Interview mit der TIMES tierisch darüber aufregen, dass Opel nicht nur “dahoam” in Rüsselsheim produziert, sondern auch in US-Werken von Chevrolet. Oder, dass McDonalds Schlabberbrötchen nicht aus deutschem Bio-Weizen gebacken werden. Tut sie nicht, ganz im Gegensatz zu ihrem US-Kollegen Trump, der sich momentan die Autoindustrie zum Staatsfeind macht.
Er droht den Herstellern mit Importzöllen von 35 Prozent, sollten sie Autos für den US-Markt im benachbarten Mexiko bauen, statt Fabriken in den USA zu eröffnen. Dass Autobauer wie Nissan, VW, Ford und viele mehr in Tequila Sunshine-Land produzieren, hat einen guten Grund: Ein Fabrikarbeiter dort verdient 4 Dollar pro Stunde, ein ähnlich qualifizierter Kollege in den USA 50 Dollar.
Über die Moral der Billiglöhne kann man sicher streiten, aber Mexiko würde unter einer Landflucht der Autoindustrie in die USA sicher mehr leiden, als unter der knausrigen Bezahlung seiner Landsleute. Ford reagierte panisch und beschloss kurzerhand 700 Millionen Dollar, die eigentlich für Mexiko gedacht waren, in ein US-Werk zu pumpen.
Und was machen Daimler, VW und BMW? Sie lassen sich von Donalds Gezwitscher erst mal nicht aus der Ruhe bringen und beschließen, die Trump-Show auszusitzen. Donalds wütenden Worten müssen schließlich erstmal Taten folgen.
Ein Ziel hat D.Trump auf jeden Fall schon mal erreicht: Er hat uns erfolgreich von News Made in Germany abgelenkt! Nivea-Legende Beiersdorf präsentiert morgen seine Umsatzzahlen 2016 und eigentlich sollte hier ein Artikel stehen so von wegen: Solide Ergebnisse erwartet. Schwaches Wachstum. Gemischte Gefühle, oder so. Und ein Umsatzplus in den USA von 3-4 Prozent.
Womit wir schon wieder beim amerikanischen Traum wären..Argghh!
Happy Trading, the show must go on!

BMW, Daimler, VW: Adios, amigos!

VW will hoch hinaus

bus-1Vor rund einem Jahr dachte ich: Ohoh, das wird nix mehr mit Volkswagen. Der Dieselgate-Skandal, bei dem VW den Umweltbehörden falsche Abgaswerte vorgegaukelt hat, hätte dem Konzern gut und gern das Genick brechen können.

Ein Software-Trick sorgte dafür, dass die Abgasreinigung nach 22 Minuten abgeschaltet wurde. Warum nach 22 Minuten? Weil die Sitzheizung sonst meinen Allerwertesten verglüht hätte? Nee, die Abgas-Tests der US- Umweltbehörden dauern im Schnitt knapp 20 Minuten. In dieser Zeit war alles sauber im Auspuff, danach wurde es toxisch.

Imagekiller: Diesel

VW erzählte in den USA erst “it wasn’t me!”, versuchte es dann mit arroganten Ausreden und bekannte sich erst zu seinem Vergehen, als die Tricksereien echt nicht mehr zu leugnen waren. Die Amis waren von dieser Taktik not amused und die VW-Verkaufszahlen brachen ein.

Die Diesel stehen schon seit Herbst 2015 nicht mehr beim Dealer im Hof und sollen, wie heute bekannt wurde, ganz aus dem US-Modellprogramm verschwinden. Stattdessen gibts den amerikanischen Traum in Form von besonders umweltschonenden (*zwinker*) SUVs und großen Limousinen- mit Benzinmotor, versteht sich.

Highway from hell: Der Weg aus der Krise

Bei einem Skandal, der VW weit über 15 Milliarden Euro kosten wird, muss der Konzern einmal kräftig auf den “Reset”-Knopf drücken. Aufräumen ist angesagt! Insidern zufolge plant Volkswagen über 23.000 Stellenstreichungen, setzt voll auf den E-Auto-Trend und sucht sich ein neues Image: Man wolle nicht mehr arrogant sein, aber trotzdem der Größte, sagt VW-Markenchef Herbert Diess. Aha. Klingt in meinen Ohren immer noch ziemlich überheblich.

Warum ist die Aktie trotzdem ein Hottie?

Zum einen, weil die Aktionäre und VW-Fans ein bisschen blauäugig hinterm Steuer sitzen und auf das Gute im Konzern vertrauen, zum anderen, weil die “Goldmännchen” heute nachgeholfen haben.

Die Investment-Experten von Goldman Sachs analysierten Auto-Aktien von VW, Daimler und BMW und gaben Volkswagen überraschend die Bestnote. Während sich Daimler und BMW wegen schlapper Gewinnaussichten mit einem “Neutral” begnügen mussten, bekam VW einen fetten “Buy”-Stempel aufgedrückt. Goldman denkt, dass Volkswagen die Dielselgate-Kosten jetzt im Griff hat und fit für die Zukunft ist.

Mich juckt schon der Daumen: Ist die VW-Aktie mit einem Preis von 122 Euro vielleicht ein echtes Schnäppchen? In jeder Krise steckt eine Chance..jaja, also dann ran an die Knöpfe und Happy Trading!

VW will hoch hinaus