Wie Phönix aus der Asche: VW macht sich fit für die Zukunft

Zeitgleich zu meinem Debüt als Finanz-Autorin im September 2015 erblickte der VW-Dieselgate-Skandal das Licht der Weltpresse. Seitdem habe ich fast wöchentlich News und Updates zu den Software-Schummeleien verfasst, die Volkswagen vor allem in den USA viel Geld, Nerven und Reputation gekostet haben. Die Suche nach Opfern, Beschuldigten und Zeugen zieht sich wie ein roter Faden durch die Skandal-Story des Autobauers und erreichte gestern mit der Vorladung von Angela Merkel im VW-Untersuchungsausschuss ihren Höhepunkt. Unsere Kanzlerin wird zum Verhör in einer Unternehmensangelegenheit geladen? Das kommt nicht oft vor und beweist, wie eng die Beziehungen zwischen dem Aushängeschild der deutschen Industrie und der Politik sind.

Zentrales Thema war gestern, wann die Regierung vom Abgasskandal Wind bekommen und welche Maßnahmen sie anschließend ergriffen hat. Frau Merkels Antwort war ebenso nachvollziehbar wie lapidar: Sie hatte von Dieselgate erstmalig am 19. September 2015 erfahren, und zwar aus den Medien, genau wie wir auch. Eine Kanzlerin ist eben auch keine allwissende Kreatur. Soweit so gut, das Verhör der 70 Zeugen und Sachverständigen ist mit der Befragung von Frau Merkel jetzt offenbar abgeschlossen, die Milliarden-Entschädigungen für US-Autohändler und Kunden sind bezahlt und VW kann sich langsam wieder auf seine Zukunft konzentrieren.

Und die beginnt im Genfer Auto-Salon, der ab heute seine Türen geöffnet hat. Für Volkswagen der ideale “Showroom”, um sich als innovativer Autobauer zu beweisen und sein “Schummel”-Image aufzupolieren. Mit dem VW-Roboter-Taxi “Sedric”, dem Vertreter-Traum “Arteon” und der Neuauflage des legendären VW Bulli ist es den Wolfsburgern tatsächlich gelungen, ein paar echte Sahneschnitten zu zaubern. Am Genfer See, dort wo jahrelang Langeweile die VW-Bühne dominierte, regiert diesmal ein echtes “Will-haben”-Gefühl. Die neuen Modelle sind “hot” statt biedern und verkörpern die Laufrichtung des Autobauers: Ab in die Zukunft.

Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung sind die Wachstumsbereiche der Wolfsburger, die sich auch finanziell langsam aus der Krise chauffieren. Während 2015 noch ein dickes Minus von 4,1 Milliarden Euro in der Bilanz stand, fuhr das Unternehmen 2016 einen Betriebsgewinn von 7,1 Milliarden Euro ein. Und das, obwohl VW wegen Dieselgate im vergangenen Jahr 6,4 Milliarden Euro auf die hohe Kante legen musste– sonst wäre das Plus entsprechend größer ausgefallen. Alles in allem ein erstklassiger “U-Turn”, würde ich sagen.

Auch das harte Sparprogramm, das die VW-Chefetage dem Konzern verordnet hat, beginnt Früchte zu tragen. Vorstandsgehälter wurden gekürzt, Boni gestrichen, Mitarbeiter entlassen. Das sogenannte “Zukunftspaket”, mit dem Markenvorstand Diess bis 2020 rund drei Milliarden Euro einsparen will, ist zwar intern umstritten, gilt aber als essentiell, um den Konzern auf mehr Profit und Effizienz zu trimmen.

Die VW-Aktie spiegelt diesen Aufwärtstrend wider und gewann in den vergangenen zwölf Monaten 23,4 Prozent an Wert. Warum zählt Volkswagen dann nicht zu den boerse.de-Champions-Aktien? Zum Beispiel, weil sich ein „Champion“ über den Zeitraum von zehn Jahren als stabil und “krisenfest” erweisen muss. Eine Eigenschaft, die VW und der gesamten, äußerst konjunkturabhängigen Automobilbranche nicht unbedingt zuzuschreiben ist…

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Wie-Phoenix-aus-der-Asche-VW-macht-sich-fit-fuer-die-Zukunft-von-Miss-boersede/7748049

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Wie Phönix aus der Asche: VW macht sich fit für die Zukunft

VW: The show must go on!

akte-x-vw-files-truth-is-still-out-there-fbi-agent-aufklaerung-volkswagen-abgas-affaerePut your hands up 4 Detroit! Ohhhhh… übler Dance Track, remember? Den Elektro-Kracher habe ich jetzt als Ohrwurm- mit Dank an die Automesse in Detroit, die heute startet und die internationalen Schlagzeilen füllt.

Noch. Denn die “North American International Auto Show” verliert immer mehr Fans an das Tech-Event CES in Las Vegas, wo sich die internationalen Autobauer lieber mit Bill Gates über Robo-Cars und E-Autos unterhalten, als auf der anderen Seite des Kontinents der Konkurrenz Applaus zu klatschen.

Aber obwohl das Interesse an der Automesse Detroit schmilzt wie meine Schneebar auf der Terrasse, blickt die gesamte Finanzwelt neugierig nach Michigan. Branchenevents bedeuten häufig Movements der Aktienkurse, weil die Hersteller bei solchen Anlässen aus dem Nähkästchen plaudern und kursbewegende Insider-News preisgeben.

So geschehen heute bei Mercedes und VW. Daimler-Chef Zetsche ist mit über 2 Millionen verkaufter Autos und einem Plus von 11 Prozent im Sternenhimmel und verkündete “Jetzt ist Mercedes-Benz die absatzstärkste Premiummarke”. Der Sieg über die Erzrivalen BMW und Audi kommt dabei auch noch unerwartet früh- eigentlich wollten die Stuttgarter erst 2020 die Pole-Position erobern.

Daimler läuft. Und Volkswagen? Glänzt durch Abwesenheit. Konzernchef Müller hätte eigentlich auch Top-News zu melden, weil VW trotz des Abgas-Skandals 2016 ein Verkaufsplus von 2,8 Prozent einfahren konnte. Aber Müller schickt lieber Markenchef Herbert Diess vors Mikro und drückt sich um seinen USA-Trip.

Man munkelt, dass Müller aus reinem Selbstschutz auf einen Talk mit den Journalisten verzichtet, weil er sich vor rund einem Jahr fast um Kopf und Kragen geredet hätte. Der Master of Desaster hatte den Dieselgate-Skandal damals als “technisches Problem” heruntergespielt, statt reumütig seine Fehler zuzugeben.

Das haben ihm die Amis bis heute nicht verziehen und Müller könnte mit einem erneuten Presse-Supergau den Neustart der Marke VW in den USA gefährden. Oder sogar verhaftet werden wie einer seiner Konzern-Kollegen, der am Wochenende wegen Betrugsvorwürfen in Sachen Dieselgate vom FBI festgenommen wurde. Uupsi.

Dem VW-Kurs ist das Schnuppe. Die Volkswagen-Aktie fährt heute mit über 3 Prozent Plus souverän an die Poleposition im DAX und lässt sogar die Premium-Konkurrenz am Auspuff schnuppern. Hands up & Happy Trading!

VW: The show must go on!

Die Bringer der Woche: Alles aus und vorbei?

vift-valentines-day-breakup-kit“Brexit”. Ekliges Wort. Klingt irgendwie nach Ex, Breakup, aus und vorbei. Und genau das bedeutet es auch: Das mögliche Goodbye Großbritanniens aus der Europäischen Gemeinschaft, über das die Engländer diese Woche, am 23.6., abstimmen. Momentan gehen die meisten Meinungsforscher aufgrund der letzten Umfrage-Ergebnisse davon aus, dass das Votum ein verdammt knappes Kopf-an-Kopfrennen zwischen Brexit-Fans- und Gegnern wird.

Obwohl die Brexit-Chancen 50:50 oder vielleicht sogar nur 40:60 stehen, so verbreitet die Presse dennoch am liebsten Worst-Case- Szenarien vom EU-Ausstieg der Engländer. Und das, obwohl kein Mensch vorhersehen kann, wie letztendlich gestimmt wird und ob ein Brexit wirklich einem Weltuntergang nahe käme. Nach wochenlangem “Zinsen, Zinsen, Zinsen” Gejammer kann ich jetzt echt kein ewiges “Brexit, Brexit, Brexit” Geheule mehr vertragen..Also lasst uns mal ein bisschen entspannt an die Sache rangehen und beide Szenarien unter die Lupe nehmen:

1. Gehen

Viele Wirtschaftsweise fürchten die möglicherweise gravierenden ökonomischen Folgen eines Austritts der Engländer aus dem Kaffeekränzchen der EU-Mitgliedsländer. Es steht mehr auf dem Spiel als der Ausschluss aus dem Eurovision Songcontest, oder die Besteuerung deutscher Bratwurst-Importe. Es geht um Handelsabkommen, juristische Probleme, England als Standort und Dreh- und Angelpunkt für viele internationale Unternehmen und Banken und nicht zuletzt um ein Negativ-Beispiel für andere EU-Länder, die Großbritanniens Vorbild folgen könnten.

Uns BUXers interessieren natürlich vor allem die Folgen, die ein Brexit für Aktien, Währungen und Rohstoffe mit sich bringen könnte. Da “Brexit” als gleichbedeutend mit “Krise” gesehen wird, könnte Gold als “sicherer Hafen” wiedermal ein Revival erleben. Etwas düsterer siehts dagegen für das britische Pfund aus. Die Landeswährung könnte gegenüber dem Euro kräftig verlieren, oder sogar 1:1 gehandelt werden.

Angst ist kein guter Berater der Aktienmärkte. Deshalb rechnen Beobachter damit, dass es im Falle eines Brexit tage- ja vielleicht sogar wochenlang zu kräftigen Kursschwankungen, wenn nicht sogar zu einem “Black Friday”, einem weltweiten Aktien-Kollaps, kommen könnte. Im Falle eines Austritts Englands werden alle Geschäfte mit dem Königreich komplizierter, worunter vor allem europäische Export- und Import- Unternehmen leiden würden. Allen voran Aktien der Autoindustrie und der Banken, die zu den größten Kurs-Verlieren zählen dürften.

2. Bleiben

Obwohl wir gedanklich schon auf “time to say goodbye” eingestimmt sind, besteht die realistische Möglichkeit, dass England Teil der EU bleibt. Hübsches Szenario, das vor allem den jungen Briten, die für den Erhalt von Arbeitsplätzen, Bildungsmöglichkeiten und der internationalen Position ihres Landes kämpfen, ein big smile ins Gesicht zaubert. Auch aktientechnisch gesehen wäre im Falle eines “Remain” (Bleiben) Party auf dem Parkett angesagt. Den Börsianern würde wahrscheinlich eine pfundschwere Last von den Schultern fallen und selbst die zögerlichsten Trader würden wieder auf den Handelsteppich zurückkehren. So könnte “Remain” zur Mega-Einstiegschance für alle risikofreudigen BUXianer werden.

Apropos Risiko: Turbulenzen ahead! Diese Woche solltet ihr besser nicht den großen Trade-Master raushängen lassen. Sogar die Profis raten davon ab, vor dem Votum in die Vollen zu gehen. Diversifikation heißt das Zauberwort! Ein paar Rohstoffe, internationale Aktien, englische Aktien, Währungen.. Der Mix macht die Musik und streut euer Risiko. Just in case…

Bleibt die Frage, mit welchen Aktien wir uns bis Donnerstag die Zeit vertreiben? Der Spielkamerad der Woche heißt: VW. Am Mittwoch laden die Wolfsburger zur Hauptversammlung, bei der vermutlich hitzig über umstrittene Boni-Zahlungen für hochrangige VW-Manager und die Einsetzung eines Sonderermittlers zur Aufarbeitung des Dieselgate-Skandals diskutiert wird. Das ist der Stoff, aus dem die Trade-Träume sind!

So ihr Lieben, ich bin raus, Exit, aus. Nächste Woche sind wir auf jeden Fall klüger und hoffentlich auch reicher. Happy Brexing!

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Die Bringer der Woche: Alles aus und vorbei?

Gehen die Börsianer heute in die Vollen?

Thomson-5133Es gibt nicht viele Ereignisse, die von der Finanzwelt mit Spannung erwartet werden, obwohl schon vorab feststeht, dass das Ganze eine Nullnummer wird. Janet Yellen, die Granny der US-Notenbank Fed, machte gestern mit ihrer Rede zum Zinsentscheid dem Champions League Halbfinale Konkurrenz und brachte so manchen Börsianer in Zugzwang. Fußball gucken, oder an Janets Lippen hängen? Die meisten dürften sich dafür entschieden haben, asozialerweise ihr Smartphone mit zum Viewing zu nehmen, um ab und zu heimlich unterm Tisch die Lage zu checken.

Verpasst hätten sie auch ohne Handy wenig, denn die US-Notenbank zelebriert das süße Nichts. Bis auf Weiteres bleibt der Leitzins bei 0,25-0,50 Prozent eingefroren und wird vermutlich erst Richtung Winter aufgetaut. Diese – nicht sehr überraschende- Message könnte heute dafür sorgen, dass sich die Profi-Trader wieder etwas mutiger auf die Aktien stürzen, da niedrige Zinsen generell als gutes Kursdoping gelten. Ganz einfach, weil Spargeld auf der Bank keine Rendite bringt und Aktien somit das attraktivere Investment sind.

Für zusätzliche Bespaßung sorgen heute Unternehmensdaten. Wir befinden uns mitten in der Berichtsaison, der Zeit des Jahres, in der Dax-Firmen auf den Beichtstuhl müssen und der Öffentlichkeit ihre Umsatz- und Gewinnzahlen präsentieren.

Während Volkswagen vermutlich trotz guten Geschäften in China noch an der Dieselgate-Affäre zu knabbern hat und vor einem großen Bilanzloch steht, sorgte die Deutsche Bank heute Morgen für eine Mega-Überraschung. Die Skandalbank, die seit Monaten nicht aus den Negativ-Schlagzeilen kommt, erwirtschaftete im ersten Quartal überraschend einen Gewinn von 236 Millionen Euro. Da hatten sich die Analysten, die im Schnitt einen Verlust von 300 Millionen Euro erwartet hatten, ordentlich verspekuliert. Die Geschäfte in Bankfurt laufen zwar immernoch schlecht, aber Dank des knallharten Sparkurses und geringeren Kosten für Rechtstreitigkeiten, blieb unterm Strich doch ein hübsches, grünes Plus aufm Konto hängen.

Entpuppt sich die Deutsche Bank als Überraschungsei des Tages und erobert sich den DAX-Spitzenplatz?

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Gehen die Börsianer heute in die Vollen?

Wird VW morgen ausgebremst?

Amerikanisches-VW-Autohaus-in-New-York_image_width_884Die Chancen, dass ihr alle Zeit der Welt habt, um ein bisschen in der BUX-App zu blättern und euch schon mal ein paar Trades zu sicher, stehen gut. Denn heute ist Streik-Tag. Hattet ihr einen Flug in die Sonne gebucht? Fehlanzeige. Die meisten Kraniche bleiben heute am Boden. Wolltet ihr euren Nachwuchs in der Kita droppen? Fehlanzeige. Heute ist Homeoffice angesagt.

Wie gut, dass wir heute einen prallgefüllten Börsenkalender haben. Also: Akkus auf Anschlag, noch schnell einen kleinen schwarzen ToGo und dann ran an die Buletten! Den Quartalszahlen-Freaks unter euch ist es sicher nicht entgangen: Morgen schlägt das Stündchen für unsere Daily-Soap-Stars von Volkswagen. Der Konzern präsentiert seine Zahlen der letzten 12 Monate. Ein Jahr, das VW Managern, Händlern, Aktionären und Kunden sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Volkswagen sorgte in den letzten Monaten fast täglich für neue Schlagzeilen rund um die manipulierte Software ihrer Diesel-Stinker und auch in unserer BUX-App ist VW ein echter Dauerbrenner.

Aber fangen wir zur Abwechslung doch mal bei den good news an, denn gestern hatten die Wolfsburger endlich mal wieder einen Grund, “We are the champions” zu flöten. Und das nicht nur im Stadion, denn VW kann sich wieder “größter Fahrzeughersteller der Welt nennen”. Gestern wurde bekannt, dass VW in den ersten drei Monaten diesen Jahres mehr Autos verkauft hat, als Rivale Toyota. Häh? Und das trotz der total beschissenen Lage in den USA und dem weltweiten Imageschaden? Ja. Vor allem die Chinesen zeigten sich von ein bisschen mehr Stickoxid in der Luft gänzlich unbeeindruckt und kauften fleißig VW statt Lokalmatador Toyota. Bei den Japanern ging der Absatz in den ersten drei Monaten um 2,3 Prozent auf 2,46 Millionen Stück zurück, VW verkaufte dagegen mit 2,51 Millionen Fahrzeugen 0,8 Prozent mehr.

Alle VW-Fans, die unbeirrt auf ein Kurs-Plus spekulieren wollen, können jetzt getrost aus meinem Artikel aussteigen. Den Skeptikern verrate ich noch, wie die grausame Bilanz-Realität morgen aussehen könnte. Die traurige Wahrheit ist, dass der Abgasskandal für VW richtig teuer wird und dem Konzern mit 1,6 Milliarden Miese den größten Verlust seiner Geschichte einbrockt. Wenn man bedenkt, dass Volkswagen 2014 noch einen Gewinn von 11 Milliarden Euro in den Büchern stehen hatte, ist das schon ein deftiger Schlag in die Magengrube. Schuld daran sind sogenannte Rückstellungen, also eine eiserne Notreserve von 16,2 Milliarden Euro, die VW für Gerichtskosten, Strafzahlungen und Nachbesserungen auf die hohe Kante legen muss.

Ich bin ja gespannt, wie der Aufsichtsrat die ganze Story morgen an seine Aktionäre verkauft. Wird VW als weltgrößter Autohersteller gefeiert, oder kassiert der Konzern ordentlich Hiebe für seine Betrügereien und das sture Management, das trotz Krise auf Bonuszahlungen in Millionenhöhe pocht?

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Wird VW morgen ausgebremst?

Die Bringer der Woche: Da geht was!

Funny-Finger-Love-Couple-Kissing-e1337178122727Vor circa 4 Jahren lief das noch ungefähr so: Single, willig und / oder angetrunken befindet sich in Bar und / oder Club. Blickkontakt mit hottest Boy / Girl. Mehr Drinks, mehr Kippen, mehr Lachen. Vor Sonnenaufgang: zu dir oder zu mir?

Seit circa 4 Jahren gibt es Tinder. Das endlos-Daumenkino von Selfies alleinstehender, bedürftiger und / oder neugieriger Zeitgenossen, die auf der Suche sind nach irgendwem und irgendwas. Ein Wisch nach links und der Kandidat ist raus, ein Wisch nach rechts, vielleicht wird was draus! Total oberflächlich, total platt und total erfolgreich.

Bei eurer Lieblings-Trading-App BUX funktioniert die Selektion dagegen noch ganz altmodisch und der Reihe nach: informieren, auswählen und dann entscheiden: rauf oder runter mit dem Pfeil? So sichert ihr euch euer Traum-Trade-Date. Nicht fürs Leben, aber immerhin bis zum brutalen Ende einer hoffentlich ertragreichen Affäre durch den blauen Button. Damit euch die Auswahl eines potentiellen Trade-Partners etwas leichter fällt, haben wir für euch wieder die begehrtesten Kandidaten dieser Woche versammelt! Dazu gibts natürlich noch ein Kurzprofil- damit ihr auch wisst, mit wem ihr euch so einlasst…

Die Mehrheit der potentiellen Trading-Traumdates stammt übrigens immer noch aus den USA, da dort die Berichtsaison in vollem Gange ist. Aber auch die Auswahl an europäischen Hotties lässt keine Wünsche offen. Lets go!

Montag

* TNT Express. Q1 Zahlen.  I’m T.N.T., I’m dynamite (T.N.T.) and I’ll win the fight (T.N.T.) I’m a power load (T.N.T.) watch me explode! Kann der harmlose, niederländische Kurierdienst mit hitverdächtigen Quartalszahlen das Parkett rocken?

* Xerox. Q1 Zahlen. Zuletzt lief das Geschäft mit Druckern, Scannern und Kopierern eher flau. Aber wer wird denn gleich schwarz/weiß sehen?

Dienstag

* Bayer. Q1 Zahlen. Das perfekte Date hat gleich ne Aspirin mit dabei. Könnte die Aktie auch brauchen. Kopfweh-Alarm!

* DuPont. Q1 Zahlen. Stimmt hier die Chemie? Oder war die Blitzhochzeit mit DowChemical doch ein Schnellschuss?

* Procter & Gamble. Q1 Zahlen. Ein ganz hübsches Ding. Mit blend-a-med weißen Zähnen und Oil of Olaz auf der Haut: einfach unwiderstehlich.

* AT&T. Q1 Zahlen. Mit diesem Babe seid ihr einfach immer und auf allen Kanälen verbunden. Über WiFi, Festnetz, oder Handy.

* Ebay. Q1 Zahlen. Wohin mit den Altlasten? Verticken! Leider geht ebay momentan wohl auch der Umsatz flöten..

* Apple. Q2 Zahlen. Sehr spannendes Date. Und wir fragen uns: zieht die Nummer mit dem iPhone noch?

* Twitter. Q1 Zahlen. Einmal Vögelchen, bitte! Twitter verliert Kunden, steigert aber seinen Umsatz. Das zwitschert man zumindest von den Dächern San Franciscos.

Mittwoch

* Deutsche Börse. Q1 Zahlen. Das Mekka aller Börsianer muss selber auch ran. Wie laufen die Geschäfte mit unseren Trades?

* Barclays. Q1 Zahlen. Ein Leckerbissen für alle Golddigger. Die Rating-Bank steht heute selber auf dem Präsentierteller!

* GlaxoSmithKline. Q1 Zahlen. Der Name zergeht auf der Zunge. Not! Dennoch macht der Pharmakonzern gute Geschäfte. Behaupten die, die sich da auskennen.

* Boeing. Q1 Zahlen. Komm Baby, ich zeig dir die Welt! Wer von euch bekommt Flugzeuge im Bauch bei diesem Trading-Hit?

* Facebook. Q1 Zahlen. Ähm. Da hab ich mein Glück gefunden. Ganz platte story.. Aber überaus gewinnbringend!

* Paypal. Q1 Zahlen. Noch recht frisch dabei und schon super-hot! Das Paypal Papier gilt als sicherere Nummer.

Bonustrack: FED (US-Notenbank) Zinsentscheid zur Tagesschau-Zeit!

Donnerstag

* Volkswagen. Jahreszahlen. Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit: wie groß ist der Schaden durch die Dieselgate-Schummeleien?

* Deutsche Bank. Q1 Zahlen. Liebeskummer garantiert. Wer auf Loser steht, ist hier goldrichtig.

* Airbus. Q1 Zahlen. Kann der fliegende Holländer Boeing hinter sich lassen?

* Lloyds Banking. Q1 Zahlen. Wie tief stecken die Engländer im Niedrigzins-Schlamassel?

* Dow Chemical. Q1 Zahlen. DuPont’s Neue. Wenns zwischen den Chemieriesen funkt, dann könnte das für eine explosive Kursmischung sorgen.

* Ford Motor. Q1 Zahlen. Der zweitgrößte US-Autobauer könnte von der VW-Schwäche profitieren. Oder doch nicht?

* Amazon. Q1 Zahlen. Mein Liebling. Mein E-Commerce Darling. Mir egal, was die Analysten sagen. Ich kaufe!

* Expedia. Q1. Mit der flieg ich in Urlaub! Immer die besten Deals. Aber auch die besten Gewinne?

* LinkedIn. Q1. Gibts schon sowas wie das erste LinkedIn-Baby? Die erste LinkedIn-Scheidung? Die, die sich hier linken, machen Business. Vor allem.

Freitag

* BASF. Q1 Zahlen. Der weltweit größte Chemiekonzern produziert schon lange keine Lovesong-Mixtapes mehr. Dafür Saatgut. Unter anderem..

* Linde. Q1 Zahlen. Von Luft und Liebe leben geht dann doch nicht. Von Gas schon. Linde produziert ne Menge davon und erzählt uns heute, ob sich die Gewinne Dank Konjunkturkrise in Luft aufgelöst haben.

* AstraZeneca. Q1 Zahlen. Der englische Pharma-Konzern bietet erste Hilfe bei Herzschmerz.

* Royal Bank of Scotland. Q1 Zahlen. Das Kreditinstitut kommt nicht aus den roten Zahlen. Das finden wir gar nicht sexy!

* Telefonica. Q1 Zahlen. Sie ist online, doch sie schreibt nicht.. “Allzeit erreichbar” kann so grausam sein. Profitiert der Telekommunikations-Riese vom connected-Boom?

* Exxon. Q1 Zahlen. Ölkonzerne haben in den letzten Monaten viel von ihrem Traumpartner-Status eingebüßt. Sorgt der neue Hype ums Schwarze Gold für Schwarze Zahlen?

* Chevron. Q1 Zahlen. Total out, die fossilen Brennstoffe. Wir stehen mehr auf Öko-Jungs! Genauso wie die Familie Rockefeller übrigens, die ihr Geld nicht länger in Ölfelder pumpt.

Und jetzt habt ihr die Qual der Wahl. Zum Glück müsst ihr euch bei BUX nicht für einen Favoriten entscheiden, sondern könnt täglich mit neuen Aktien flirten. Die sind nicht billig, aber willig. Happy Trading!

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Die Bringer der Woche: Da geht was!

VW: Winterkorn gehts an den Kragen

4.19-training-2Bei VW geht es jetzt nicht nur den Diesel-Stinkern an den Kat(alysator), sondern Managern Winterkorn und Müller an den Kragen. An einem US-Gericht in San Francisco reichten geschädigte Autobesitzer, Autohäuser, geprellte Aktienkäufer und opportunistische Schlitzohren eine Sammelklage gegen das Top-Management des Autobauers ein.

Ihnen wird vorgeworfen, das “dreisteste Firmen-Verbrechen der Geschichte” begangen zu haben. Von 2009 bis 2015 hat VW eine Schummel-Software in rund 580 000 Diesel-Autos in Amerika installiert, um die Abgastests zu manipulieren und der Öffentlichkeit vorzugaukeln, dass sie “saubere” Diesel-Autos produzieren.

Die Vorwürfe gegen die Wolfsburger sind heftig: “Volkswagens illegaler Komplott entstand aus Gier und der Ambition, den weltweiten Automarkt um jeden Preis zu dominieren”, heißt es in den Klageschriften.

22 US-Anwälte werden das Who-is-Who der Autobranche in den kommenden Monaten ordentlich ins Schwitzen bringen. Die Anklageliste richtet sich nämlich nicht nur an Martin Winterkorn und seinen Nachfolger Matthias Müller, sondern auch an Audi-Boss Rupert Stadler, Michael Horn (VW USA), Frank Tuch (VW-Qualitätssicherung), Bosch-CEO Volkmar Denner, Detlev von Platen (Porsche Amerika), Scott Keough (Audi Amerika) sowie die damaligen VW-Ingenieure Ulrich Hackenberg und Wolfgang Hatz.

All diese Herren können theoretisch mit einer fetten Strafe rechnen und müssen im schlimmsten Fall sogar mit ihrem Privatvermögen haften. Die meisten Manager-Haftpflichtversicherungen decken nur bis zu 500 Millionen Euro. Die genaue Schadenssumme steht noch nicht fest, könnte sich aber im Milliardenbereich bewegen, meinte ein US-Anwalt. Ob die Villa, die Klunker der Gattin und der private Fuhrpark von Winterkorn & Co. reichen würden, um sich aus der Angelegenheit freizukaufen?

Naja, wir wollen ja nicht ganz so schwarz sehen. Bis zum Urteil vergehen sicher noch ein paar Monate, denn die Horde von US-Anwälten durchschnüffelt wahrscheinlich alle verfügbaren Unterlagen bis zum letzten Schnipsel. Die VW-Soap wird uns also noch einige Zeit entertainen und wir fragen uns: was tun mit der Aktie? Die Börsianer, die auf “short” (Kursverlust) gesetzt haben, dürften bis jetzt zu den wenigen Gewinnern des Skandals zählen.

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VW: Winterkorn gehts an den Kragen