BMW: Die Richtung stimmt – auch ohne Lenkrad

bmw-1845793_960_720Eine Studie rettet heute die Nachrichten-Wetterlage rund um BMW: Während ein Tiefdruckgebiet namens “Produktionsstopp” den Münchner Himmel verdunkelt, sorgt eine Meldung, wonach BMW der profitabelste Autobauer weltweit ist, für gelegentliche Aufheiterungen. Die Frage ist nur: Welche Neuigkeit wird das Stimmungsbarometer der Aktionäre beeinflussen?

BMW auf der Pole-Position

Good news first: Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young erkämpfte sich BMW im ersten Quartal mit 11,3 Prozent Marge die Führungsposition in Sachen Profitabilität. Auf Rang drei und vier verkehren Daimler mit 10,3 Prozent und VW mit 7,8 Prozent. Die Silbermedaille sicherte sich diesmal allerdings kein deutscher Autohersteller, sondern ein japanischer Außenseiter: Suzuki. Nebenbuhler Toyota ist zwar immer noch die weltweite Nummer eins in Absatz und Umsatz, doch Suzuki produziert ertragreicher.

Auch in Sachen Gewinnentwicklung schalteten die deutschen Top 3 einen Gang rauf. Die Unternehmensberatung attestierte Daimler, VW und BMW einen deutlichen Gewinnsprung von in Summe acht auf elf Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die japanischen Autobauer legten nur um drei Prozent zu, die US-Konzerne verzeichneten sogar einen Gewinnrückgang von sieben Prozent.

Schwingt in Trumps Aussage, wonach deutsche Autohersteller zu viele Fahrzeuge in den USA verkaufen und Amerikanern die Arbeitsplätze “stehlen” also doch ein Funken Wahrheit mit? Nein, ganz im Gegenteil. Laut Zahlen des Branchenverbands VDA wurden 2016 in den Vereinigten Staaten rund 17,5 Millionen PKWs und leichte Nutzfahrzeuge verkauft wobei BMW, Daimler, VW & Co. nur 1,33 Millionen absetzten. Ein Marktanteil von nur sieben Prozent. Deutsche Hersteller produzieren zwar viele Neuwagen in den USA, verkaufen sie jedoch von dort aus in andere Länder und schaffen auf diese Weise weit mehr Arbeitsplätze in Amerika, als sie “vernichten”.

Däumchen drehen in München

BMWs profitable Produktion könnte allerdings einen leichten Dämpfer bekommen. Schon seit vergangener Woche kämpft der Autohersteller mit Lieferengpässen für ein unentbehrliches Teil seiner Lenkgetriebe. Bis auf weiteres läuft die Produktion in Südafrika, China, Leipzig und München deshalb nur auf halben Touren. Das kostet Nerven, Zeit und damit auch Geld. Während BMW-Mitarbeiter die Zwangspause nutzen, um an der Isar zu liegen, Überstunden abzugrillen oder Wartungsarbeiten durchzuführen, versucht ein internes Sondereinsatzkommando die Bänder schnellstmöglich wieder zum Laufen zu bringen. Eine schwierige Mission, zumal der zuständige Lieferant Bosch einer nicht genannten, italienischen Firma, die die fragile Logistikkette unterbrochen haben soll, die Schuld in die Schuhe schiebt.

Ein Produktionsstopp von ein paar Tagen ist nicht so dramatisch und kann schnell wieder aufgeholt werden. Sollte der Ausfall jedoch länger dauern, so würde der Rückstand zusätzliche Kosten verursachen, die die gefeierte Marge des Autoherstellers schmälern könnte. Momentan steuert BMW allerdings noch auf einem zuversichtlichen Kurs: Die Produktionsengpässe dürften bald behoben sein, Kundenlieferungen werden nicht beeinträchtigt und auch die Aktionäre bekunden der BMW-Aktie mit kaum merklichen Kursbewegungen ihr Vertrauen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

 

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BMW: Die Richtung stimmt – auch ohne Lenkrad

VW: China schiebt den Absatz an

MomentWährend die Aktionäre des krisengebeutelten Energieriesen E.ON zur Stunde bei der Hauptversammlung über dessen Kernspaltung in zwei Unternehmen (E.ON und Uniper) abstimmen, wagen wir einen Blick nach China. Zu nachtschlafender Zeit schwappten Konjunkturdaten über den Teich, die den deutschen Auto-Aktien kräftig Vorschub verleihen könnten.

China ist schon seit Langem eines unsere größten Sorgenkinder, weil die Wirtschaft nicht so wachsen will wie erhofft und vielen deutschen Export- Unternehmen schlaflose Nächte beschert. Heute Nacht konnten die Finanzwelt und leidgeplagte Manager erstmal kollektiv aufatmen: Die Volksrepublik importierte im Mai zwar 0,4 Prozent weniger, doch Analysten hatten mit einem Einbruch von gut 6 Prozent gerechnet. Der Patient ist krank, aber nicht halbtot, könnte man sagen. Als Rettungsanker entpuppten sich die PKW-Verkäufe, die im letzten Monat um 11,4 Prozent auf 1,76 Millionen Stück zugelegt hatten. Seit Januar konnten die Autobauer insgesamt ein Plus von 7,7 Prozent verbuchen. Logisch, dass sich VW, Mercedes und BMW ins Fäustchen lachen, wenn ihr wichtigster Absatzmarkt mit überraschend guten Zahlen glänzt.

Doch woher kommt der chinesische Auto-Boom? Nach einem schlappen Neuwagen-Geschäft im Sommer 2015 beschloss die chinesische Regierung eine Senkung der Mehrwertsteuer für Kleinwägen mit höchstens 1,6 Liter Hubraum und auch die Hersteller lockten ihre Kundschaft mit extra Preisnachlässen in die Autohäuser. Mit Erfolg: Vor allem die Hersteller kleinerer Fahrzeuge profitierten von der Schnäppchen-Kampagne und konnten ihre Verkaufszahlen kräftig steigern. Kleine Fahrzeuge? Das ist nicht gerade die Spezialität der Premium-Marken BMW und Daimler, die die chinesischen Millionen-Metropolen vor allem mit dicken SUV’s erfreuen. VW könnte dagegen mit Kleinwägen wie dem Polo punkten, die eine echte Made in Germany-Alternative zu den China-Krachern von Toyota bieten.

Was meint ihr BUXers? Kann VW vom Auto-Appetit der Chinesen profitieren und boxt sich die Aktie heute weiter in den grünen Bereich?

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/vw-china-schiebt-den-absatz-an/

VW: China schiebt den Absatz an

Wird VW morgen ausgebremst?

Amerikanisches-VW-Autohaus-in-New-York_image_width_884Die Chancen, dass ihr alle Zeit der Welt habt, um ein bisschen in der BUX-App zu blättern und euch schon mal ein paar Trades zu sicher, stehen gut. Denn heute ist Streik-Tag. Hattet ihr einen Flug in die Sonne gebucht? Fehlanzeige. Die meisten Kraniche bleiben heute am Boden. Wolltet ihr euren Nachwuchs in der Kita droppen? Fehlanzeige. Heute ist Homeoffice angesagt.

Wie gut, dass wir heute einen prallgefüllten Börsenkalender haben. Also: Akkus auf Anschlag, noch schnell einen kleinen schwarzen ToGo und dann ran an die Buletten! Den Quartalszahlen-Freaks unter euch ist es sicher nicht entgangen: Morgen schlägt das Stündchen für unsere Daily-Soap-Stars von Volkswagen. Der Konzern präsentiert seine Zahlen der letzten 12 Monate. Ein Jahr, das VW Managern, Händlern, Aktionären und Kunden sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Volkswagen sorgte in den letzten Monaten fast täglich für neue Schlagzeilen rund um die manipulierte Software ihrer Diesel-Stinker und auch in unserer BUX-App ist VW ein echter Dauerbrenner.

Aber fangen wir zur Abwechslung doch mal bei den good news an, denn gestern hatten die Wolfsburger endlich mal wieder einen Grund, “We are the champions” zu flöten. Und das nicht nur im Stadion, denn VW kann sich wieder “größter Fahrzeughersteller der Welt nennen”. Gestern wurde bekannt, dass VW in den ersten drei Monaten diesen Jahres mehr Autos verkauft hat, als Rivale Toyota. Häh? Und das trotz der total beschissenen Lage in den USA und dem weltweiten Imageschaden? Ja. Vor allem die Chinesen zeigten sich von ein bisschen mehr Stickoxid in der Luft gänzlich unbeeindruckt und kauften fleißig VW statt Lokalmatador Toyota. Bei den Japanern ging der Absatz in den ersten drei Monaten um 2,3 Prozent auf 2,46 Millionen Stück zurück, VW verkaufte dagegen mit 2,51 Millionen Fahrzeugen 0,8 Prozent mehr.

Alle VW-Fans, die unbeirrt auf ein Kurs-Plus spekulieren wollen, können jetzt getrost aus meinem Artikel aussteigen. Den Skeptikern verrate ich noch, wie die grausame Bilanz-Realität morgen aussehen könnte. Die traurige Wahrheit ist, dass der Abgasskandal für VW richtig teuer wird und dem Konzern mit 1,6 Milliarden Miese den größten Verlust seiner Geschichte einbrockt. Wenn man bedenkt, dass Volkswagen 2014 noch einen Gewinn von 11 Milliarden Euro in den Büchern stehen hatte, ist das schon ein deftiger Schlag in die Magengrube. Schuld daran sind sogenannte Rückstellungen, also eine eiserne Notreserve von 16,2 Milliarden Euro, die VW für Gerichtskosten, Strafzahlungen und Nachbesserungen auf die hohe Kante legen muss.

Ich bin ja gespannt, wie der Aufsichtsrat die ganze Story morgen an seine Aktionäre verkauft. Wird VW als weltgrößter Autohersteller gefeiert, oder kassiert der Konzern ordentlich Hiebe für seine Betrügereien und das sture Management, das trotz Krise auf Bonuszahlungen in Millionenhöhe pocht?

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/wird-vw-morgen-ausgebremst/

Wird VW morgen ausgebremst?