ThyssenKrupp schmilzt das Stahlgeschäft ein

luck-castle-555819_960_720ThyssenKrupp ohne Stahl – das ist wie Beiersdorf ohne Nivea, wie Heinz ohne Ketchup. Ein gigantischer Traditionsbruch und die Abwende vom einstigen Kernprodukt. Doch der Strategieschwenk scheint unausweichlich. Medienberichten zufolge arbeitet ThyssenKrupp an der Abspaltung seines stählernen Kerns und bereitet die Fusion der Sparte mit dem indischen Rivalen Tata Steel vor. Börsianer wittern bereits Morgenluft im Ruhrpott: Gestern sprang die ThyssenKrupp-Aktie mit Plus 4,92 Prozent an die Dax-Spitze.

Schluss mit Stahl

Seit über einem Jahrhundert dreht sich bei den Essenern alles um das harte Eisen. Doch Geld verdient ThyssenKrupp mit seinem ehemaligen Brot-und-Butter-Geschäft schon seit Jahren nicht mehr. Chinesischer Billigstahl sabotiert die Marktpreise, sorgt für Überkapazitäten der deutschen Werke und eine unsichere Unternehmensperspektive. Lang genug hat Thyssen-Chef Heinrich Hiesinger Nerven aus Stahl bewiesen und an der defizitären Sparte festgehalten, doch das immerwährende Risiko von Marktschwankungen fordern ihren Tribut.

Hiesinger will sich nicht mit immer neuen Sparprogrammen knapp über Wasser halten, sondern seinen Konzern dauerhaft auf Erfolgskurs trimmen. Zum Beispiel durch den Ausbau zukunftsweisender Unternehmensbereiche wie Aufzüge, Komponenten für Autobauer und Industrieanlagen. Die Stahl-Altlasten sollen gänzlich aus der Bilanz von ThyssenKrupp verbannt werden, um mit “weißer Weste” von Vorne zu beginnen.

Indian Summer

Marktbeobachter rechnen damit, dass die Fusion zwischen Tata Steel und der Stahlsparte von ThyssenKrupp schon im Sommer in trockenen Tüchern ist. “Schon”? “Endlich” wäre vermutlich die passendere Wortwahl, denn die Verhandlungen mit den Indern sind seit fast einem Jahr im Gange. Ein Tauziehen, das den rund 27.000 Beschäftigten in Thyssens Stahl-Sparte schwer auf dem Magen schlägt, denn eine “Verschmelzung” mit Tata Steel würde den Verlust tausender Arbeitsplätze bedeuten. Über das Schicksal der Kumpels wird derzeit an Tata-Standorten in Mumbai, London und den Niederlanden verhandelt und Hiesinger plant noch im Juli ein Treffen mit Tata-Chef Natarajan Chandrasekaran um auszuloten, ob und wann der Deal über die Bühne geht.

Für die Stahlkocher besteht jedoch auch im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen mit Tata wenig Grund zur Hoffnung: Hiesinger kündigte bereits harte Sparmaßnahmen an und wird – sollte die Fusion mit Tata nicht zustande kommen – Ausschau nach einem neuen Kaufinteressenten halten.

10-Jahres-Chart der Thyssenkrupp-Aktie

Liebe Leserinnen und Leser, ein kurzfristiger Kursgewinn der ThyssenKrupp-Aktie sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Papier, das heute rund 25 Euro wert ist, vor zehn Jahren noch zum Preis von 44 Euro gehandelt wurde. Zwischenzeitlich mussten Anleger eine anstrengende Berg-und-Talfahrt “ihrer” Aktie ertragen, die ihnen Nerven aus Stahl abverlangte. Wenn Sie ruhiges Fahrwasser bevorzugen, dann sehen Sie sich doch mal den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) an. Unser Geburtstagskind feiert diese Woche sein Dreijähriges und überzeugt mit einer Performance von über 46 Prozent Plus seit dem Handelsstart am 1. Juli 2014. Happy Birthday!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Dax-Gewinner Thyssenkrupp: Vom Sorgenkind zur Stimmungskanone?

lifts-1590608_960_720In der Stahlbranche braut sich was zusammen. Schon seit vergangenem Jahr köcheln die Übernahmespekulationen der Stahlsparte von Thyssenkrupp durch den indischen Konkurrenten Tata Steel. Doch angesichts der Größe und wirtschaftspolitischer Bedeutung der beiden Konzerne ist das Schmieden eines gemeinsamen, europäischen Stahlriesen keine leichte Aufgabe. Gestern wurde bekannt, dass die Verhandlungspartner in ihrem Verschmelzungsprozess eine weitere, wichtige Hürde nehmen konnten:

Tata präsentierte eine Lösung zur Abspaltung der milliardenschweren Pensionslasten in Großbritannien, wobei sich die Inder durch die Einzahlung von umgerechnet 640 Millionen Euro in den Pensionsfonds “freikaufen” könnten. Die Treuhänder des Fonds erhalten im Gegenzug 33 Prozent an der britischen Tata Steel-Tochter. Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte wiederholt betont, dass vor einer Fusion die Pensionsverpflichtungen von Tata geklärt sein müssten. Die Zustimmung der Regulierer für diesen Masterplan steht allerdings noch aus.

Die stählerne Hochzeit

Doch warum drängt Hiesinger so auf den Hafen der Ehe? Nicht aus romantischen Gründen, sondern aus knallhartem Kalkül. Die gesamte Stahlbranche leidet schon seit Jahren unter Billigimporten aus China, daraus entstandene Überkapazitäten und sinkende Marktpreise. Im Verbund mit Tata Steel könnten die Essener – nach ArcelorMittal – zu Europas zweitgrößtem Stahlkocher aufsteigen und von Synergieeffekten profitieren. Hiesinger will sich mit der Tata-Ehe auch ein Stück weit vom chronisch schwachen Stahlgeschäft distanzieren und Thyssenkrupp als Industrieunternehmen positionieren. Dazu meinte der Firmenchef kürzlich: »Die Rohstoffmärkte und damit die Werkstoffgeschäfte unterliegen starken Schwankungen, die wir nicht beeinflussen können. Deshalb konzentrieren wir uns strategisch auf den Ausbau der Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte.«

Altlasten wiegen schwer

Tatsächlich hinterließ das Stahlgeschäft tiefe Kratzer in der vergangene Woche vorgelegten Bilanz: Unterm Strich stand im zweiten Geschäftsquartal ein Minus von 879 Millionen Euro in den Büchern, operativ sank das Ergebnis von 97 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 55 Millionen Euro. Vor allem der Verkauf des “Stahl-Sorgenkindes” Steel Americas in Brasilien bescherte Thyssenkrupp derbe Verluste. Die mehr als ein Jahrzehnt dauernde, exotische Abenteuerreise hat den Konzern insgesamt rund zwölf Milliarden Euro gekostet und fuhr so hohe Verluste ein, dass selbst nach Abzug der Verkaufserlöse für die Werke noch ein Minus von rund acht Milliarden Euro auf der Reisekostenabrechnung steht.

Licht am Ende des Tunnels?

Die gute Nachricht ist: Operative laufen die Geschäfte wieder besser. Die Auftragslage der Industriegütersparte, dem Hoffnungsträger des Stahlkochers, entwickelt sich zweistellig und die Nachfrage nach Aufzügen, Autoteilen, U-Booten und Anlagen nimmt weiter zu. Kritiker bleiben dennoch skeptisch: Können die Einnahmen aus Industrieprodukten die Verluste aus dem schwächelnden Stahlbereich tatsächlich dauerhaft kompensieren? Was geschieht, wenn der zuletzt leicht gestiegene Metallpreis wieder Schwächen zeigt? Die Börsianer scheinen solche Zweifel heute nicht zu quälen – sie schicken Thyssenkrupp schon den zweiten Tag in Folge an die Dax-Spitze. Gestern über vier Prozent, heute über drei Prozent Plus – das nenne ich Vorschusslorbeeren!

Liebe Leserinnen und Leser, das “Prinzip Hoffnung” ist nicht immer der beste Berater beim Aktienkauf und wenn ich mir den Kursverlauf des Stahlriesen ansehe, so hat die Schwerkraft in den vergangenen Jahren doch ihre Spuren hinterlassen. Hätten Sie vor zehn Jahren in Thyssenkrupp investiert, so stünde jetzt ein Kursverlust von -46 Prozent in Ihrem Depot. Da gibt es bessere Alternativen. Welche? Zum Beispiel den boerse.de-Champions-Defensief-Index (BCDI), der seit dem Börsenstart im Juli 2015 mittlerweile mehr als 52% gewonnen hat. Eine Investition, für die Sie keine Nerven aus Stahl benötigen…

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Thyssenkrupp: Kommt der Stahlriese aus der Krise?

rioMorgenfrüh um 7:00 Uhr haben wir ein Date a la Jurassic Park. Dann präsentiert Thyssenkrupp, der Dino unter den DAX-Unternehmen, seine Jahreszahlen. Thyssen (Krupp kam erst später hinzu) kocht seit über 120 Jahren Stahl im Pott, baut gigantische Industrieanlagen, Aufzüge und U-Boote und produziert Stahl, das in Autos, Stabmixern, oder Flugzeugen verbaut wird.

Vom Aussterben bedroht?

Wer dachte, dass die Ära der Scharfzähne und Langhälse abgelaufen ist, der hat sich getäuscht. Vor rund einem Jahr glaubten viele, dass in den Stollen bald das Licht ausgeht. Die weltweit sinkende Stahl-Nachfrage und Billigimporte aus China vermiesten unseren Kumpels das Business, die Rohstoffpreise fielen und viele Stahlgräber sorgten sich um ihren Job unter Tage.

Totgesagte leben länger

Doch dann, Ende März, kam die Wende: Amerika und die EU beschlossen, Importzölle auf Stahl Made in China zu erheben und erreichten damit, dass weniger Billigstahl über den Teich schwappten. Der Stahlpreis stieg wieder und Thyssenkrupp gab Volldampf. Und da haben wir sie mal wieder: Die verpasste Chance.

Ich habs verbummelt, aber es gibt sicher einige smarte BUXianer unter euch, die das Stahl-Papier im März für 13 Euro gekauft und jetzt für knapp 22 Euro verticken können. Die Spätzünder, mich eingeschlossen, wollen natürlich wissen, ob sich ein Thyssen-Trade jetzt auch noch lohnt?

Die Zukunft ist stahl-grau

Obwohl der Dino scheinbar die Kurve gekratzt hat und der Stahlpreis gemächlich steigt, sehen Experten doch einige düstere Wolken am Horizont. Rohstoffpreise schwanken traditionell wie ein Kuhschwanz und erschweren den Industriekonzernen eine verlässliche Prognose. Um in Zukunft stabiler dazustehen, denkt Thyssen über eine Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata nach und plant gleichzeitig, verlustreiche Werke zu schließen.

Die Investoren interessieren morgen vor allem Thyssens Zukunftspläne. Dass der Stahlpreis momentan leicht steigt ist ja schön und gut, aber wie macht sich der Dino stark fürs nächste Jahrhundert? Experten rechnen damit, dass das Management morgen einen Gewinnrückgang von rund 10 Prozent verkünden wird. Nicht schön, so ein dickes Minus, aber auch keine besondere Überraschung, weil Thyssen die Bilanz-Lücke schon vorausgesagt hatte.

Der Riese hat ne Krise. Keine existenzielle, aber spannend wird schon, ob und wie der Stahl-Dino die nächste Eiszeit überleben wird. Happy Trading!

Thyssenkrupp: Ist das U-Boot-Business in Gefahr?

143030489766611_5ea642d4cafd3a794345b54bfe9ccb93Während die Börsianer auf die Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen zum Thema Zinserhöhung heute Abend warten, vertreiben wir uns lieber die Zeit mit einem deutschen DAX-Klassiker: thyssenkrupp. Noch eine Randnotiz aus der Kategorie “Unnützes Wissen”: Wer thyssenkrupp googelt, der stößt auf eine unglaubliche Vielfalt an Schreibweisen. ThyssenKrupp, Thyssen-Krupp, Thyssenkrupp.. Alles falsch! Der Stahlbauer macht einen auf jung und hipp und schreibt sich klein und zusammen. Der Imagewandel sollte Ende 2015 die Stärke und Einigkeit des Konzerns widerspiegeln. Ein frommer Wunsch, der heute ins Wanken gerät. Die Jungs aus dem Ruhrpott bezeichnen sich selbst als “diversifizierten Industriekonzern” was soviel bedeutet wie: die mischen überall mit. Aufzugbau, Chemie, Bergbau, Luftfahrt, Automobil, Öl, Gas und Schiffsbau.

Doch gerade die letzte Sparte bereitet uns heute Morgen ziemlichen Kummer. Thyssenkrupp sorgt sich um sein Werften-Geschäft und spielt dabei mit gezinkten Karten. Nach außen hin macht der Konzern einen auf Schönwetter, doch die betroffenen Mitarbeiter erfuhren in einem internen Schreiben die unangenehme Wahrheit: “Die veränderte Auftragslage und der damit verbundene Wegfall an Beschäftigung werden weitreichende Auswirkungen auf unser Unternehmen haben und uns in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen stellen”.  Am “Auslastungstief” ist der geplatzte 34 Milliarden Euro U-Boot Deal mit Australien schuld, den thyssen an den französischen Schiffbaukonzern DCNS verloren hatte.

Nachdem das Schreiben der Geschäftsleitung den Redakteuren der “Welt am Sonntag” in die Hände gefallen war, bemüht sich das Management auch schon um erste Beschwichtigungsversuche. Die Marine-Tochter TKMS werde eine Prüfung unterzogen, aber nichts genaues weiß man nicht. Hey, Jungs! Schon mal was von “Schweigen ist Gold” gehört? Seine Mitarbeiter und Aktionäre prophylaktisch zu beunruhigen ist doch eher kontraproduktiv, oder? Hoffentlich verzeiht der Kurs der thyssen-Aktien den kleinen Ausrutscher…

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/thyssenkrupp-ist-das-u-boot-business-in-gefahr/

Die Bringer der Woche: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

german-human-soccer-ball-craziest-fans-at-2014-fifa-world-cupLetzte Woche jagte ein Pflicht-Termin den nächsten. Wir braven Töchter und Söhne feierten unsere Erzeuger, die Champions League sorgte für manisch-depressive Stimmung, unser FC Bayern holte sich den Titel und die Bilanzsaison deutscher DAX-Allstars wie BMW, Siemens oder Adidas hielt die Kurse in Atem. Bei den deutschen Unternehmen läufts finanziell momentan eigentlich ziemlich rund. Was unserem Leitindex Kurs-Kummer bereitet, sind der schwankende Ölpreis, Konjunktursorgen und mögliche Zinserhöhungen der US-Notenbank. Ein oder mehrere dieser potentiellen Partycrasher könnten uns bald die Kurse verhageln, so munkelt man. Deshalb verchecken übervorsichtige Trader schon jetzt vorsorglich ihre Aktien-Schätze. Ganz nach dem Motto: lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Unser DAX verabschiedete sich letzte Woche weit unter der magischen 10000 Punkte-Grenze aus dem Handel und so manch ein Börsianer ängstigt sich, ob uns die Bären auch in den kommenden Tagen das Fürchten lehren. Dabei könnte alles so schön sein! Die Quartalszahlen-Saison gibt diese Woche nochmal Vollgas, das baldige Champions League-Finale und der EM-Auftakt sorgen für verfrühte Vorfreude und einen Run auf Schwarz-Rot-Goldene Hasenohren, Schals, Autofahnen und Hawaiiketten und Temperaturen auf T-Shirt Niveau beamen uns nach Feierabend an den nächstgelegenen (Stadt-)Strand.

Also wagen wir doch mal einen Blick in die Glaskugel und schauen uns die potentiellen Top- und Flop Unternehmen dieser Woche an, die mit ihren Bilanzen unser Stimmungs- und Kursbarometer maßgeblich beeinflussen könnten.

Flop-Potential:

* K+S: Der Salz- und Düngemittelproduzent ackert auf mehreren Baustellen. Neben rückläufigen Umsätzen aus dem Kali-Business steht dem Konzern kostspieliger Ärger wegen der illegalen Entsorgung von Salz-Abwässern ins Haus.

* ThyssenKrupp: Noch mehr Kumpels. Diesmal allerdings aus dem Stahlbau. ThyssenKrupp leidet unter den niedrigen Preisen auf dem Rohstoffmarkt und der Konkurrenz durch chinesische Billigstahl-Importe.

* RWE: Der Neandertaler unter den Energieversorgern leidet unter den Kosten für den Atomausstieg und der Konkurrenz durch Ökostrom-Anbietern. Ob Gesund sparen da noch hilft?

Top-Potential:

* Deutsche Post: Das gelbe Horn surft voll auf der Online-Shoppingwelle mit und könnte vom E-Commerce Wahn der Deutschen profitieren.

* Zalando: Der Berliner Mode-Versandhändler ist wahrscheinlich der Best Buddy und Goldesel der Post. Zalandos Wachstum ist ungebrochen- fraglich ist nur, ob sich die Investitionen für immer neue Gadgets auch im Rahmen halten.

* TUI: Unser zweitgrößtes Hobby neben Shopping ist Reisen. Trotz Terror und Reisewarnungen verbuchte der Reiseveranstalter nach Erwartung ein sonniges Umsatz-Plus.

So ihr BUXers, ich entlasse euch jetzt in eine sonnige und hoffentlich erfolgreiche Börsenwoche und werfe mich in meinen brandneuen Deutschland-Fan-Bikini. Sunny side up und Happy Trading!

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Thyssenkrupp und Tata: Das schmeckt nach mehr!

curryIch sage nur: nach dem Spiel ist vor dem Spiel, liebe BUXers. Nach der gestrigen Niederlage von Wolfsburg, über die ich jetzt besser nicht allzu viele Worte schreibe, steht heute Abend Bayern München auf dem Programm. Für mich als Wahl-Bayer sowieso DAS Primetime-Event! Also, ein paar Flaschen Augustiner in den Kühlschrank, Chips Vorrat checken und dann die Stunden bis zum Anpfiff zählen!

Ein ganz heißer Kandidat im Kampf um den Dax-Champions-Titel ist mit einem momentanen Plus von 3,45 Prozent auch thyssenkrupp (klein geschrieben weil hipp und innovativ). Schon seit Anfang des Monats machen Gerüchte über eine “deutsch-indische Stahlfusion” die Runde. Damit ist die mögliche Verschmelzung von thyssenkrupp mit dem indischen Stahlriesen Tata Steel gemeint, die seit heute Morgen konkrete Formen annimmt. Das Management der beiden Konzerne aus dem Ruhrpott und Mumbai diskutierte anscheinend, ob das Curry irgendwie mit der Wurst zu matchen ist und kamen zum überraschenden Ergebnis: Currywurst! Für diese Multikulti-Fusion, die der größte Deal der deutschen Stahlindustrie in den letzten 17 Jahren wäre, werden jetzt verschiedene Szenarien diskutiert.

Die Konzerne hüllen sich zwar noch in Schweigen, doch es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Tata im Falle einer Fusion das angeschlagene Brasilien-Business von thyssen übernehmen würde. Auch könnten sich die Kumpels für die Gründung eines gemeinsamen Mega-Konzerns unter dem Namen TataKrupp (oder so) entscheiden und so mit vereinten Kräften gegen die Billigstahl-Konkurrenz aus China antreten. Der Preisdruck aus Fernost macht den Jungs aus dem Ruhrpott schwer zu schaffen und so scheint eine “Konsolidierung”, also ein Zusammenschluss verschiedener Stahlbauer zur Kostensenkung, fast unumgänglich.

Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, bedeuten Einsparungen mit dem hübschen Wort “Synergieeffekte” auch meistens den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze. Da in Deutschland Jobs der gesamten Stahlindustrie und deren Kundschaft betroffen sein könnten, klinken sich auch die Gewerkschaft IG Metall und hohe Herren aus der Politik in die Verhandlungen mit ein, um den Schaden für die deutsche Wirtschaft zu begrenzen.

Für thyssenkrupp geht es um fressen oder gefressen werden. Frei nach dem Motto: Alles hat ein Ende nur die Currywurst hat zwei.

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Thyssenkrupp: Stahlbauer kommt groß raus

10Heute Mittag könnte ich euch Fast Food statt eines 3-Gänge-Menüs anbieten: alle Aktien unserer Deutschland 30 liegen im grünen Bereich. Punkt. Happy Trading!

Aber während ihr an eurer Stulle nagt, liest sich so ein ganzer Artikel doch auch ganz lecker, oder? Also schauen wir uns den Hitlisten-Gewinner thyssenkrupp mit + 6,3 Prozent mal näher an. Seit geraumer Zeit hängen zwei dunkle Wolken über den Schloten der deutschen Stahlindustrie. Die eine heißt “chinesisches Billigstahl”, die andere “Emissionsrechtehandel”. Damit ihr nicht gleich denkt: “Ohneeey, ich stop dann mal mit lesen!” Erklär ich euch gaaanz kurz, was es mit den beiden Übeltätern auf sich hat.

  • Chinesisches Billigstahl

Stahl Made in China ist billiger als Stahl Made in Europa. Kann aber das gleiche, denn das Metall ist und bleibt: Stahl. Wie kann man nun verhindern, dass Industriezweige wie beispielsweise die deutschen Autobauer, im Land des Lächelns auf Einkaufstour gehen? Beispielsweise durch Strafzölle, die beim Import von chinesischem Billigstahl fällig werden.

  • Emissionsrechtehandel

Schönes Wort. Es handelt sich hierbei um eine EU-Regelung zum Klimaschutz die festlegt, wie viel Tonnen Kohlendioxid ein Unternehmen in die Atmosphäre blasen darf. Das läuft ähnlich wie mit der Mülltonne vor der Haustür (zumindest hier in Bayern): je leichter die Tonne, desto weniger Gebühren sind fällig. Unternehmen können Rechte auf Umweltverschmutzung kaufen und auch wieder verkaufen. Blöd nur, dass die EU-Kommission die Anzahl der verfügbaren Zertifikate jedes Jahr verringert und Unternehmen somit dazu zwingt, ökologischer zu werden. Und das kostet Geld. Stahlbauer wie thyssenkrupp können sich das Spielchen irgendwann nicht mehr leisten und sehen ihre Existenz bedroht.

Wenn wir die beiden Bedrohungen der deutschen Stahlindustrie mal zusammen mixen ergibt sich ein noch scheußlicheres Bild. Während thyssenkrupp dazu gezwungen wird, noch sauberer (und damit teurer) zu produzieren, darf die chinesische Stahlindustrie auch weiterhin ihr Schmutz-Metall zu Dumpingpreisen verjubeln. Experten zufolge liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Tonne Stahl in der Volksrepublik um 500 Kilogramm höher als in Europa.

Minister Sigmar Gabriel hat ein Einsehen mit den Kumpels aus NRW und sicherte ihnen heute seine Unterstützung im Kampf gegen den China-Drachen zu. Wie, wann und was genau er geplant hat, ist noch nicht bekannt. Die Börse vertraut seinen Worten jedenfalls und feiert thyssenkrupp als heutigen DAX-Sieger. Glückauf!

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Grippewelle: Deutsche Bank und thyssenkrupp hat’s erwischt

fludogErstmal bitte einer Runde Mitleid für den Autor…ich hänge mit schniefender Nase über der Tastatur und mein Paracetamol / heiße Zitrone Doping hat mir ordentlich den Magen verdorben. Hats von euch da draußen auch jemanden erwischt? Ich tröste mich damit, dass es vielen Menschen heute sehr viel schlechter geht als mir- zum Beispiel dem Chef der Deutschen Bank, John Cryan.

Sein Name klingt schon nach Katzenjammer und genauso weinerlich stand er heute Morgen bei der Pressekonferenz auf dem Podium und musste der Weltpresse einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2015 erklären. Gestern gab’s hier bei BUX schon einen ausführlichen Artikel zum DB-Drama also füttere ich euch heute nur mit den wichtigsten Infos.

Die Deutsche Bank ist momentan ein einziger Schrotthaufen von Altlasten. Die Entlassung von rund 9000 Mitarbeitern, unzählige Rechtsstreitigkeiten wegen Geldwäsche, manipuliertem Devisenhandel und Falschaussagen vor Gericht, kosten die Bank Milliarden. Würde zumindest das Kerngeschäft der Großbank Gewinne abwerfen, wären die Finanzlöcher noch irgendwie zu stopfen, aber auch die Sparten Investmentbanking und das Filialgeschäft gaben wenig Anlass zur Freude. Der Aktienkurs rutschte nach diesen Schreckensmeldungen gut 1,5 Prozent in die Miesen. Mit rund 17 Euro pro Stück sind die Anteile der Deutschen Bank jetzt meilenweit von ihrem einstigen 100 Euro-Hoch entfernt.

Schnief! Ich gönne mir einen neuen Meter WC-Papier und stürze mich auf den nächsten Jammer-Kandidaten: thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger. Der Vorstand des Stahlbau-Unternehmens hat nicht nur die Großbuchstaben im Logo gekürzt, sondern dem ganzen Konzern eine Schlankheitskur verordnet. Doch fallende Stahlpreise, eine geringe Nachfrage und gestiegene Importe von Billigstahl Made in China, sorgen für Sorgenfalten auf Hiesinger´s Stirn. Im Vorfeld der thyssenkrupp-Hauptversammlung diesen Freitag heulte sich der Manager beim Handelsblatt mal so richtig aus und jammerte: “Alles, was wir an Sparanstrengungen unternehmen, holt uns binnen kurzer Zeit wieder ein.” Auf gut Deutsch: ist doch alles für die Katz.

Großinvestor Cevian will nun Hiesinger dazu drängen, die Sahnestücke des Konzerns wie beispielsweise den Aufzugbau oder den Automobilzulieferbereich zu versilbern. Das würde kurzfristig Geld in die Taschen spülen, aber das Stahl-Problem des Konzerns ist damit natürlich nicht gelöst. Die Aktie kränkelt mit derzeit Minus 1 Prozent in der Verliererecke der Deutschland 30 knapp über dem Papier der Deutschen Bank.

So liebe BUXers, ich habe jetzt ein Date mit meiner Wärmflasche und wünsche an dieser Stelle auch Cryan und Hiesinger gute Besserung!

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/grippewelle-deutsche-bank-und-thyssenkrupp-hats-erwischt/

ThyssenKrupp: Stahlbauer spart eisern

starwarsIch könnte euch heute Morgen vom anstehenden Gerichtsurteil “Edeka vs. Bundes Kartellamt zum Thema Hochzeitsrabatte” berichten. Ein echter Kassenschlager! Nein, Spaß beiseite. Wir konzentrieren uns lieber auf echte Börsen-Leckerbissen wie beispielsweise unsere Stahlbauer von ThyssenKrupp, die gestern zusammen mit DAX-Veteranen Bayer, Deutsche Telekom und Henkel die Deutschland 30 um rund 2,4 Prozent nach oben pushten.

ThyssenKrupp wird morgen seine Jahreszahlen präsentieren und ich kann euch sagen, im Ruhrpott brodelt’s! Konzernchef Heinrich Hiesinger hat den Konzern erst auf Diät gesetzt und verpasst ihm morgen laut Insider Berichten auch noch ein komplett neues Styling. Schlank, schick und smart will der Konzern auftreten und trennt sich angeblich endlich von seinem durch Fusion erworbenen Stapel-Logo “Thyssen + Krupp”. Der Bogen mit darunter liegendem Dreirad erinnert mich irgendwie an Starwars Darth Vader und soll nun durch eine elegantere Version ersetzt werden, die mehr Bescheidenheit und ein neues Miteinander repräsentiert.

Der Stahlriese aus Essen stand im letzten Jahr wie viele seiner Branchen-Kumpels in den Negativ-Schlagzeilen. Der deutschen Stahlindustrie machen Preisdruck, Überkapazität und eine schwächelnde Nachfrage aus EU-Ländern und China zu schaffen. Die Asiaten produzieren selbst soviel Billig-Stahl, dass sie kein Metall Made in Germany mehr importieren müssen.

134 Millionen Tonnen Stahl wird die Volksrepublik Schätzungen zufolge in diesem Jahr weltweit exportieren. Damit haben sich die Ausfuhren der chinesischen Hersteller binnen zwei Jahren mehr als verdoppelt. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2014 überhaupt nur 43 Millionen Tonnen Rohstahl produziert. Und das reicht schon für den Spitzenplatz in Europa.

Harte Zeiten für ThyssenKrupp, doch die Jungs haben einen Plan-B. Dazu zählt die Top-Strategie “wir machen uns den Feind zum Freund”. Und so eröffnete das Unternehmen vor Kurzem ein Werk in Shanghai, das für die dortige Automobilindustrie ganze Montage- und Testlinien bauen wird. Ein weiterer Bestandteil des Masterplans ist, andere Geschäftsbereiche wie den Aufzugbau oder Marinesysteme zu stärken und im altehrwürdigen Stahlbau eisern zu sparen.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

Die Börse im Zeichen Frankreichs

peaceNormalerweise versuche ich, euch an dieser Stelle mit einem witzigen Montag Morgen Artikel den Start in die Woche zu versüßen. Doch der spaßige “Tone of Voice”, den wir normalerweise anschlagen, scheint heute, nach einem Wochenende im Zeichen des Terrors, mehr als unangebracht. Ich hoffe, dass ihr und eure Familien und Freunde nicht von der Tragödie in Paris betroffen seid und spreche im Namen des gesamten BUX-Teams unser Mitgefühl für die Betroffenen der Anschläge aus.

Angesichts solcher Dramen verlieren Themen aus der Finanzwelt völlig an Bedeutung. Das Materielle tritt in den Hintergrund und schafft Platz für die essentiellen Probleme, die Europa und die Welt derzeit in Atem halten. Dennoch werde ich versuchen, euch einen kurzen Überblick über die Entwicklungen auf den Finanzmärkten zu geben. Die Pariser Börse Euronext öffnet heute wie gewohnt ihre Türen und bekräftigt in einer Stellungnahme, dem Terror trotzen zu wollen. Wir zeigen uns solidarisch.

Die letzte Börsenwoche stand im Zeichen des Streiks. Bei der Lufthansa blieben Flieger und Bemannung am Boden und zogen den Aktienkurs gleich mit runter. Wie es mit den Anteilen der LH weitergeht, ist derzeit ebenso unklar wie der schwelende Konflikt zwischen dem Konzern und der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo. Momentan freuen sich Passagiere wieder über planmäßige Abflugzeiten doch es ist nicht ausgeschlossen, dass kommende Woche wieder ein unbekanntes Flugobjekt für Stress am Himmel und auf Erden sorgt. Bei der Lufthansa gilt derzeit: Nach dem Streik ist vor dem Streik.

Auch unsere Deutschland 30 (DAX Werte) traten nach 4 Wochen Steigflug kräftig auf die Bremse und sackten  in der abgelaufenen Woche um 2,5 Prozent ein.

Geht uns jetzt die erhoffte Herbstrally flöten, oder handelt es sich nur im Gewinnmitnahmen von Anlegern, die in den letzten Wochen ordentlich Kasse gemacht haben und vor der möglichen Zinswende im Advent noch ihre Schäfchen in den trockenen Stall bringen wollen?

Die Börse hierzulande könnte sich diese Woche- auch aufgrund der Anschläge in Paris- ruhig zeigen. Die Berichtsaison der großen, deutschen Unternehmen ist weitgehend abgelaufen. Nur Nachzügler ThyssenKrupp präsentiert am Donnerstag noch seine Quartalszahlen.

Das Stahlunternehmen gehört 2015 zu den vier schlechtesten DAX-Performern. Der Schuldige ist wie so oft mal wieder China. Billigstahl aus Fernost überschwemmt derzeit den europäischen Markt und sorgt für Dumpingpreise, bei denen Made in Germany Stahlbauer wie ThyssenKrupp nicht mithalten können. Während sich die Politik um eine Lösung bemüht, bleibt den Stahlbauern nur der Gesund-Schrumpf-Kurs. Stellenabbau ist keine tragkräftige Zukunftsstrategie, könnte ThyssenKrupp am Donnerstag aber zumindest vor einem Bilanz-Desaster bewahren.

Und dann erwartet Frankfurt noch hoher Besuch auch Bella Italia: unser alter Bekannter und Notenbanker Mario Draghi trifft sich mit der Finanzelite zur “Euro-Finance-Week”. Dort diskutiert man dann in illustrer Runde über die Frage: Wie sollen Banken im Zeitalter der Nullzinsen überhaupt noch Geld verdienen?

Vermutlich tritt diese Frage angesichts der Anschläge von Paris in den Hintergrund. Experten rechnen mit Verlusten an den europäischen Börsen, da weltpolitische Fragen die Stimmung negativ beeinflussen könnten.

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