Deutsche Telekom: Hello Sprint, goodbye Scout24

bridal-636018_960_720Während ich auf den freundlichen Telekommitarbeiter warte, der endlich meinen Anschluss freischaltet (“Umzugsservice”!) berichte Ihnen von: Der Deutschen Telekom. Das Unternehmen sorgt heute für Doppel-Schlagzeilen: “US-Tochter T-Mobile steigt bei Sprint ein” und “Die Deutsche Telekom verkauft Scout24-Anteile”. Ob diese Neuigkeiten den T-Kurs auf LTE-Geschwindigkeit beschleunigen können?

Ein bisschen mehr “Speed” würde der Telekom bestimmt nicht schaden sowohl im Kundenservice, als auch bei der Wertentwicklung ihrer Unternehmensanteile. Seit Jahresbeginn erzielte die Deutsche Telekom-Aktie mit nur drei Prozent Plus weit weniger Rendite als der Dax (+11,62 Prozent) oder gar unser Erfolgs-Zertifikat, der boerse.de-Champions-Defensiv-Index BCDI (+12,16 Prozent).

Erleben, was verbindet

Was für ein schöner, fast schon poetischer Slogan für einen Telekommunikationsanbieter. “Verbunden” fühle ich mich heute in keinster Weise, aber immerhin scheint Telekom-Tochter T-Mobile-US nach jahrelangem Flirten endlich die Braut namens Sprint über die Schwelle zu tragen. Schon 2014 buhlte Sprint um T-Mobile, kam aber aufgrund kartellrechtlicher Bedenken nicht zum Zuge. Dann wollte sich die Telekom schmollend aus dem wettbewerbsintensiven US-Markt zurückziehen und T-Mobile-US verkaufen. Die Kronjuwelen! Kein anderes T-Unternehmen erzielt so hohe Gewinne, wie die boomende US-Tochter, die unter CEO John Legere vom Aschenputtel zur Prinzessin mutierte. Allein im vergangenen Jahr wuchs die Kundenzahl um rund 13 Prozent auf mehr als 71 Millionen. Ein Strategiewechsel von “Rückzug” auf “Angriff” scheint deshalb durchaus sinnvoll.

Statt sich aus dem Konkurrenzkampf mit AT&T, Verizon und Sprint zu verabschieden, macht die Telekom ihr US-Business jetzt “great again”. Mit der geplanten Übernahme des Konkurrenten Sprint, der mit 60 Millionen Kunden auf Platz vier der US-Telko-Rangliste steht, kämen die beiden Anbieter auf insgesamt 131 Millionen Kunden und würden damit Platzhirsch AT&T mit 208 Millionen Kunden in Bedrängnis bringen.

Doch noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern, denn Telekom-Chef Tim Höttges muss erst bei Donald Trump um Sprints Hand anhalten. Nur nach dessen Zustimmung und einem O.K. der Kartellbehörden können die Unternehmen fusionieren. Die Chancen stehen diesmal aber besser als anno 2014, da die Telekom in den USA rund 45.000 Mitarbeiter beschäftigt – ein strategischer Pluspunkt, mit dem das T-Unternehmen sogar bei Trump punkten könnte.

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Ein Neuanfang, ein Abschied: Gestern Abend wurde bekannt, dass sich die Deutsche Telekom von ihren restlichen Scout24-Anteilen trennt. Der Verkauf soll den Bonnern über 300 Millionen Euro in die Taschen spülen und das Ende einer über zehn Jahre langen Partnerschaft besiegeln. Traurig allein für die Scouts, deren Aktienkurs nach Bekanntgabe der Trennung über drei Prozent an Wert verlor während das Magenta-Papier lediglich rund 0,5 Prozent eingebüßte.

Keine Champions-Aktie, wie wir von boerse.de sie lieben. Die Deutsche Telekom blickt auf eine über 20-jährige Börsenkarriere zurück. Sie wurde als “Volksaktie” mit einem Rekordkurs von 86,90 Euro pro Stück zum gefeierten Star der 2000er, dümpelt aber seither in einer Spanne zwischen 8 und 18 Euro dahin.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Deutsche Telekom: Hello Sprint, goodbye Scout24

Deutsche Telekom vor den Zahlen: Hoffnung auf dem Heimatmarkt?

telephone-1541396_960_720Morgen wird es Zeit, den magentafarbenen Teppich auf dem Parkett auszurollen, denn die Börsenlegende Deutsche Telekom präsentiert ihr Zahlenwerk zum ersten Quartal. Die Nachrichtenlage rund um das mit Spannung erwartete Event ist relativ dünn und Marktexperten

hüllen sich in vage Formulierungen. Vielleicht, eventuelle, möglicherweise könnte das Telekommunikationsunternehmen mit einem etwas besseren Ergebnis aufwarten, als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern selbst hat sich für das Gesamtjahr ambitionierte Wachstumsziele gesteckt: Bei einem weiteren Umsatzanstieg solle das Vorsteuerergebnis im laufenden Geschäftsjahr um knapp 4 Prozent auf rund 22,2 Mrd. Euro zulegen. Gleichzeitig erwarte der Konzern einen Free Cashflow von rund 5,5 Mrd. Euro, was einer Steigerung von etwa 12 Prozent im Vergleich zu 2016 entsprechen würde. Gleichzeitig wollen die Bonner mit einer erhöhten Dividende von 0,60 Euro pro Anteilsschein um die Gunst neuer Anleger buhlen. Das Prozedere ist mehr Pflicht als Kür, denn mit einem Kursgewinn von nur drei Prozent seit Jahresanfang bleibt die T-Aktie weit hinter dem Dax-Mittelfeld zurück.

Kein Anschluss

Der rosa Riese muss sich ganz schön abstrampeln, wenn er den Anschluss zur Konkurrenz halten will. Da kommen mir doch die kultverdächtigen Worte des Radprofis Udo Bölts in den Sinn, der seinen Kapitän und Telekom-Teamkollegen Jan Ullrich mit “Quäl dich, du …!” 1997 zum Tour-de-France-Sieg schrie. Ähnliches könnte auch der amtierende Telekom-Chef Tim Höttges durch die Gänge rufen, denn die Geschäfte auf dem Heimatmarkt liefen in letzter Zeit eher schleppend. Die britische Beteiligung BT Group litt unter den Folgen des Brexit und eines Bilanzskandals in Italien, die sich deutlich wertmindernd auswirkten.

Doch getreu dem Motto “alles neu macht der Mai” geht Höttges 2017 optimistisch an den Start: Staatliche Subventionen für den Netzausbau, bessere Erlöse aus dem Breitbandgeschäft und geringere Kosten sollen dafür sorgen, dass die Telekom auch hierzulande wieder Rückenwind spürt. In den vergangenen Jahren musste nämlich stets das amerikanische Zugpferd T-Mobile US den Karren aus dem Dreck ziehen.

Hold the line, please

Der Mann, der immer wieder für die Bilanz-Rettung der Deutschen Telekom verantwortlich war, heißt John Legere, Chef der Tochter T-Mobile US. Ihm gelang das Kunststück, immer mehr Kunden für die Magenta-Marke zu begeistern und aus dem einstigen Sorgenkind die Nummer drei auf dem US-Mobilfunkmarkt zu machen. Mit Erfolg: Im vergangenen Quartal steigerte T-Mobile US den Gewinn um fast die Hälfte auf 698 Millionen Dollar und erwirtschaftet mittlerweile einen Großteil der Umsätze und des Gewinns der Konzernmutter.

Diese grundlegende Rollenverteilung wird uns vermutlich erstmal erhalten bleiben und auch der Aktienkurs der Bonner bewegt sich seit Monaten im gemächlichen Seitwärtsgang. Obwohl die T-Aktie eine wahrhaft lange und spektakuläre Börsenhistorie aufweist, so fehlen ihr doch die Merkmale eines boerse.de-Champions: Eine hohe Gewinn-Konstanz, unterdurchschnittliche Rückgänge in Korrekturen und überdurchschnittliche Kursgewinne. Diese Attribute finden Sie nicht in Bonn, sondern im boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der mit einer Rendite von sage und schreibe 51,48 Prozent seit Börseneinführung am 1. Juli 2014 das gelbe Trikot mehr als verdient hat.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre Miss boerse.de

Deutsche Telekom vor den Zahlen: Hoffnung auf dem Heimatmarkt?

Deutsche Telekom: T-Saster oder T-Trumpf?

f2dkkc5Donald J. Trump twittert ja gerne und oft. Das wissen wir bereits aus seiner Wahl-Schlammschlacht. Gestern Abend übte er mal wieder “ich klopf mir selbst auf die Schulter” und verkündete unter seinem Twitter- Alias @realDonaldTrump einen 50 Milliarden-Dollar-Deal, der nur, aber auch nur zustande kommt, weil er Mr. President wird.

Manhattan-Maki

Hübsch sahen die beiden gestern in der Lobby des Trump-Towers in Manhattan aus: Der große Donald neben dem kleinen Japaner und Softbank-Chef Masayoshi Son im Partnerlook mit schwarzem Anzug und rotem Schlips. Der einflussreiche Investor kam extra angereist, um Trump zu seinem Sieg zu gratulieren und brachte ihm ein nettes Gastgeschenk: Keine Flasche Sake, sondern 50 Milliarden-Dollar.

Big in Japan?

Gerüchten zufolge (und Börsianer lieben Gerüchte!) soll der Mega-Anteil des Geldes in die Telekom-Tochter T-Mobile US fließen. Softbank liegt schon seit Jahren auf der Lauer, um seine Mobilfunk-Sparte Sprint mit T-Mobile US zu fusionieren und so den Marktführern AT&T und Verizon auf die Pelle zu rücken. Ging aber nicht, weil Obama etwas gegen “Kartellbildung”, also der Marktmacht einzelner Firmen, hatte.

Jetzt ist die Katze aus dem Haus und die Japaner wittern ihre Chance auf einen fetten Happen vom Mobilfunk-Kuchen. Trump sieht das mit den Kartellregeln alles nicht so eng und könnte dafür sorgen, dass die Karten auf dem US-Mobilfunkmarkt durch Fusionen neu gemischt werden.

Doping für die T-Aktie?

Da die Telekom den Mega-Anteil ihrer Umsätze momentan mit T-Mobile US macht, freuen sich auch die T-Aktien-Besitzer über japanischen Frischfisch und die englische Investmentbank Barclays krönte das Telekom-Papier sogar mit der Auszeichnung “Top Pick” für 2017.

Hm. Also ich finde das leicht übertrieben. Die T-Aktie ist momentan ungefähr so viel Wert wie zu ihrem turbulenten Börsen-Start vor 20 Jahren und bewegt sich auch heute nur um träge 0,8 Prozent nach oben.

Was meint ihr BUXies? Steht das nächste T-saster vor der Tür oder kommt 2017 der lang erwartete T-Trumpf?

Deutsche Telekom: T-Saster oder T-Trumpf?