Airbus über den Anden: Milliardendeal mit Viva Air Perú

9ba05a9a9174ef0160628914f696a9e2Diese Woche rollen ausnahmsweise mal so richtig dicke Brummer über den Pariser Runway. Dior, Chanel, Valentino und Size Zero war gestern – ab heute stehen die Schwergewichte von Airbus und Boeing im Rampenlicht! Und zwar auf der…

Paris Air Show

Alle zwei Jahre trifft sich das Who-is-Who der Szene zur weltweit größten Luft- und Raumfahrtmesse in Paris um sich selbst und die Highlights der internationalen Flugzeugindustrie zu feiern. Das Motto der Party: Größer, schneller, teurer. Riesige Boeings, Kampfjets, Militärtransporter, japanische Seeraumüberwachungsflugzeuge und andere Gadgets gibt’s zu bestaunen. Ein echtes Highlight für Jet(set)-Voyeuristen, Geheimagenten und natürlich die Einkäufer von Airlines, die mit dicken Portemonnaies auf Shoppingtour gehen.

Kleine Kolumbianer, große Deals

Die Headline “Milliarden-Order: Billig-Peruaner kaufen bei Airbus” gab der Airbus-Aktie heute gleich mal über 2 Prozent Rückenwind. Laut Flug-Fachpresse will die Newcomer-Airline Viva Air Perú insgesamt rund 45 Kurz- und Mittelstrecken Flugzeuge bestellen. Kostenpunkt: Geschätzte fünf Milliarden US-Dollar. Ein hübsches Sümmchen und ich frage mich: Woher hat Viva Air mit einer momentanen Flottenstärke von zwei (!) Flugzeugen, die erst seit Februar ihre Zulassung hat, umgerechnet rund 16,362,500,000.00 PEN (Peruanische Sol)?

Kautabak? Kaffee? Coca? Nein. Die Wikinger von Irelandia Aviation rieben sich ein paarmal das Näschen und hatten eine geniale Idee: Peru braucht eine Billigairline. Geld ist dabei nicht so ein Issue, denn Irelandia Aviation steckt hinter Lowcost-Legende Ryanair- der Cashcow über den Wolken.

Große Maschine, große Probleme

So, jetzt könnte die Airbus-Crew eigentlich ne dicke Zigarre rauchen und wieder nach Hause fliegen. Fetten Deal in der Tasche und au revoir! Doch leider gibts momentan ziemlich Stress mit dem Dickschiff der Lüfte, dem A380. Das 433 Millionen Dollar teure Prestigeobjekt aus dem Hause Airbus entwickelt sich zum Ladenhüter, den sich nur noch gut betuchte Araber leisten können und wollen. Zu groß, zu teuer, zu unflexibel. Die Luftschiffe sind wie ein Jumpsuit: eigentlich stehen sie niemandem so richtig. Doch statt das Ding aus dem Regal zu nehmen, versucht Airbus dem A380 die Flügel zu stutzen. Der neue Look spart Kerosin und soll das Luftschiff auf Erfolgskurs trimmen.

Die Airbus-Aktie läuft schonmal ganz gut: seit Jahresbeginn gings über 18 Prozent nach oben. Also BUXies: Jetzt einchecken und Happy Trading!

Werbeanzeigen
Airbus über den Anden: Milliardendeal mit Viva Air Perú

Lufthansa: billiger ist nicht immer besser

pam-ann-first-crass1Psst…für die flotten Finger unter euch gibt’s heute Mittag um 13.00 Uhr ein ganz heißes Date mit eurer Lieblingsapp! Lufthansa veröffentlicht um diese Zeit Verkehrszahlen des vergangenen Monats. News, die die Aktie auf Wolke 7 katapultieren könnten. Konjunktiv! Bevor ihr jetzt vorschnell den Trade-Button drückt, schauen wir uns mal lieber die “ins and outs” des Überflieger-Papiers an.

Billig macht willig

Ticketkäufer ticken anders als Kunden anderer Branchen. In der Luftfahrt zählt momentan einzig und allein der Preis pro Flugstrecke. Den meisten Passagieren ist es völlig egal, ob die Stewardess irgendwie freundlich rüberkommt und einen im Ernstfall über die Notrutsche lotsen könnte, obs Gratis-Brötchen, oder wenigstens einen Plastikbecher Wasser gibt. Nein, wir wollen billig nach Malle. Und das notfalls auch mit Hamptidamti-Airways.

Die LH ist vielleicht nicht unbedingt ein Preisbrecher, hat aber zwei Mega-Trümpfe in der Hand, die der Kranich-Aktie in den vergangenen zwölf Monate ein Kursplus von über 60 Prozent bescherten: Ihre Monopolstellung auf vielen Strecken und das “langweilig” und herrlich beruhigende “Made in Germany”-Qualitätsimage. Doch ob die Lufthansa damit auch langfristig auf Steigflug bleiben wird?

Bruchpilot à la Airberlin…

Airberlin zeigt, wie’s nicht geht: die Billigairline steckt schon seit 2008 so tief in den Roten, dass ihr jetzt vielleicht sogar Vater Staat unter die Flügel greifen muss. Deutschlands zweitgrößter Airline fehlt ein “tragfähiges” Zukunftskonzept. Sie steht so schlecht da, dass jetzt sogar Großaktionär Etihad den Schleudersitz auslösen will: Die Araber planen den Verkauf ihrer 29,2 Prozent Airberlin-Anteile und was denkt ihr, welcher Aasgeier bereits über der sterbenden Beute kreist? Richtig: die Lufthansa.

…oder Ryanair-Highfly?

Der irische Preisbrecher ist in der Luftfahrtindustrie sowas wie Primark in der Modebranche: Ryanair ist billiger als billig und bietet Flüge zum Preis einer Jumbo-Pizza. Klar, dass die Maschinen bummvoll sind und sich CEO Michael O’Leary täglich seinen Jubo krault. Eine Bedrohung für die LH? Schon möglich, vielleicht aber auch nicht. Denn wer sagt, dass am Himmel kein Platz für zwei Hirsche ist? Primark hat es schließlich auch nicht geschafft, Zara und Co. aus dem Markt zu drängen, ganz im Gegenteil.

So ihr BUXies, jetzt sitzt ihr am Lufthansa-Knüppel: Rauf oder runter, welche Flugrichtung ist heute angesagt? Happy Trading!

Lufthansa: billiger ist nicht immer besser

Der Wochenausblick: Wettrennen oder Wassertreten?

adidas-1838597_960_720Als “Black Friday” können wir vergangenen Freitag nicht bezeichnen, aber grau war die Stimmung in Frankfurt auf jeden Fall. Der Dax zeigte sich von Christi Himmelfahrt gänzlich unbeeindruckt, rutschte am Feier- und darauf folgenden Brückentag zeitweise auf 12.530 Punkte und pendelte sich zu Börsenschluss bei 12.602 Punkten ein. Ein Wochenverlust von 0,3 Prozent. Die große Frage ist jetzt, ob wir es mit einem temporären Vatertags-Kater zu tun haben, oder ob sich die Kursverluste vergangener Woche noch ausweiten? In bester Verfassung befindet sich dagegen unser BCDI. Der boerse.de-Champions-Defensiv-Index erreichte vergangene Woche einen neuen Höchststand und übertraf mit einer Rendite von +11,9 Prozent seit Jahresbeginn Dax (+9,8 Prozent) und Dow (+6,7 Prozent) mit Leichtigkeit.

Amazon oder Alphabet: Wer knackt die 1000 Dollar-Marke?

Während der Dax eher orientierungslos scheint, gibt sich die Wall Street siegessicher. Zwar dürfen die US-Börsianer heute aufgrund des Memorial Days die Beine hochlegen, doch so eine kleine Verschnaufpause kann nach der Rekordjagd vergangener Woche nicht schaden. Sowohl S&P 500 als auch der Technologieindex NASDAQ erreichten neue Bestmarken wobei zwei Akteure den restlichen Marktteilnehmern die Show stahlen: die boerse.de-Champions-Aktien Amazon und Google-Mutter Alphabet. Die Internetriesen liefern sich seit Wochen ein spannendes Duell um die magische Bewertung von “1000 Dollar pro Aktie”. Amazon lag am Freitag mit 995 Dollar um Haaresbreite vorn, dicht gefolgt von Alphabet mit 993 Dollar pro Anteilsschein. Das bedeutet für mich und mein Depot: Daumendrücken für den E-Commerce-Pionier!

Ryanair und Rocket Internet: Bitte zum Bilanzcheck

Bilanzzahlen sind in dieser Woche Mangelware. Lediglich ein paar Nachzügler gewähren uns einen Blick in ihre Bücher, darunter Ryanair (Dienstag) und Rocket Internet (Mittwoch). Dabei könnten sowohl der “Überflieger”, als auch die Comeback-Aktie von Rocket Internet eine Überraschung parat haben. Während die Billigairline weiter auf die Kostenbremse drückt und dank dieser Strategie vermutlich bessere Resultate als im Vorjahr einfliegt, könnte der schon fast totgesagte Inkubator Rocket Internet endlich die Rakete zünden. Könnte. Denn seit dem Rocket-Börsengang mussten Anleger sehr viel Leidensfähigkeit beweisen, um Schwankungen von 15 Euro, über 58 Euro bis auf momentan rund 21 Euro zu überdauern. Die Startup-Schmiede, die Firmen wie Delivery Hero, Hello Fresh und den einzig wirklich erfolgreichen Sprössling Zalando hervorgebracht hat, schreibt noch immer Verluste. Eine spekulative Geduldsprobe…

Trump-Ticker

10.000 Sicherheitsleute bei gerade mal 11.000 Einwohnern: warum ausgerechnet die sizilianische Kleinstadt Taormina als Tagungsort für den G7-Gipfel auserwählt wurde, ist vielen ein Rätsel. Das Städtchen mutierte vom Touristenmagnet zum Sperrbezirk und das nur, weil sich Freitag und Samstag dort Vertreter der wichtigsten Industrienationen versammelten – darunter erstmals Donald Trump. Wie zu erwarten gestaltete sich das Treffen als schwierig. Schon im Vorfeld beschimpfte der US-Präsident die Deutschen als “sehr, sehr böse (bad)” und beschuldigte sie, zu viele BMW’s, VW’s, Porsche und Mercedes für Amerika zu produzieren: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“

Als Reaktion auf Trumps Drohung legten die deutschen Automobilwerte am Freitag den Rückwärtsgang ein und verabschiedeten sich mit Verlusten von teils über einem Prozent (BMW) ins Wochenende. Diese Schockwelle könnte zu Wochenbeginn noch weitere Kreise ziehen, denn neben möglichen Handelsdifferenzen mit Amerika hat BMW noch mit Problemen auf dem Heimatmarkt zu kämpfen: Wegen eines fehlenden Bauteils musste die Produktion in einigen Standorten am Wochenende teilweise gestoppt werden. Während sich einige Angestellte über Hitzefrei freuen, könnte das Logistikproblem BMW heute ins Schwitzen bringen. Produktionsausfälle kosten schließlich Zeit und damit auch Geld…

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Start in diese Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

Der Wochenausblick: Wettrennen oder Wassertreten?

Lufthansa, wohin geht die Reise?

Die Lufthansa-Aktie brachte es gestern höchstens auf das Niveau eines Papierfliegers: Sie trudelte mit einem Minus von 2,8 Prozent in Richtung Süden. Ein trauriges Bild, das einer pessimistischen Branchenstudie von Merrill Lynch zu danken war, die sowohl Lufthansa, als auch AirFrance-KLM wegen anhaltend niedriger Ticketpreise eine düstere Zukunft prophezeite.

Total überbewertet, die Kranich-Aktie, meinten die Investmentbank und stufte das Kranich-Papier auf ein Kursziel von 9 Euro herunter. Angesichts des momentanen Kursniveaus von rund 15 Euro pro Anteilsschein wäre das ein ziemlicher Rückschlag für die LH-Aktionäre, die sich seit Jahresbeginn über sportliche 22 Prozent Rendite freuen durften.

Rückenwind

2016 war turbulent, keine Frage. Pilotenstreiks, Terrorangst, der Konkurrenzkampf gegen Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair…die Traditionsairline hatte an vielen Fronten zu kämpfen. Trotz allem Gegenwind gelang es der Lufthansa dennoch, einen Rekordgewinn zu landen: Wie die Airline Mitte März bekannt gab, blieb unterm Strich mit 1,8 Milliarden Euro fast fünf Prozent mehr Gewinn übrig als im Vorjahr. Der Hauptgrund für das gute Ergebnis waren aber nicht etwa gestiegene Ticket-Verkaufszahlen, sondern eine Entlastung bei den Betriebsrenten. Weil Flugbegleiter in Zukunft statt einer garantierten Rentenhöhe nur noch Festbeiträge erhalten, sparte die Fluggesellschaft 652 Millionen Euro.

In Sachen Wachstum hat dagegen Ryanair die Schnauze vorne: Die Iren schnappten sich im vergangenen Jahr den Titel “größte europäische Airline” und stießen die LH vom Thron. Insgesamt beförderte Lufthansa 109,7 Millionen Passagiere, was einem Wachstum von 1,8 Prozent entsprach, Ryanair brachte es auf 117 Millionen Fluggäste- ein sattes Plus von 15 Prozent.

Gegenwind

Grund genug für die LH, um 2017 einen Gang raufzuschalten. Die Einigung im Tarifkonflikt mit den Piloten könnte sich zwar ähnlich positiv in der Bilanz bemerkbar machen wie die Entlastung bei den Betriebsrenten, doch auf der anderen Waagschale liegen höhere Treibstoffkosten. Der Konzern rechnet mit einer Tankrechnung von 5,2 Milliarden Euro in diesem Jahr- rund 350 Millionen Euro mehr als 2016. Bei allen Fluglinien ist der Preis fürs Kerosin der größte Kostenpunkt und könnte die Bilanz der Airline in diesem Jahr schwer belasten. Auch wird Lufthansa den Atem der Konkurrenz weiterhin im Nacken spüren, die mit Dumping-Preisen immer mehr Fluggäste an Bord holen. Heute fällt auch die letzte Bastion der LH: Frankfurt. Um 6:50 Uhr startete das erste Ryanair-Flugzeug mit Ziel Palma de Mallorca.

Sanfte Landung?

Die Luft im EU-Raum wird dünn und die Kranich-Airline muss sich langsam nach neuen Fanggründen umsehen. Zum Beispiel Asien. Gestern gab die Fluggesellschaft eine Kooperation mit Cathay Pacific bekannt, die die Frankfurter auf einen Schlag zum Marktführer auf Strecken zwischen Europa, Australien, Neuseeland und Fernost macht. Durch das Code-Sharing Abkommen können LH-Kunden künftig via Hongkong vier neue Ziele am anderen Ende der Welt ansteuern, die bis dato fest in Hand der Golf-Airlines sind.

Die Eroberung des fünften Kontinents ist nur ein Schritt in Richtung Zukunft. Laut “BamS” führt die LH bereits Gespräche mit HTT, kurz für “Hyperloop Transport Technologies”- einem weiteren Baby des visionären Tesla-Gründers Elon Musk. Dabei handelt es sich um einen Hochgeschwindigkeitszug, der mit bis zu 1.220 km/h durch Vakuum-Tunnel “schießen” soll und Flugzeuge auf manchen Strecken überflüssig machen würde. Momentan laufen erste Testversuche mit Kapseln, doch es ist völlig unklar, ob der Hyperloop jemals realisiert wird, oder einen Platz in Utopia bekommt.

“Unsicherheit” ist bei Anlegern generell ein äußerst kritischer Zustand. Auch wir von boerse.de investieren unser Kapital lieber in risikoarme Branchen, wie beispielsweise die der Nahrungsmittel- oder Pharmaindustrie, die weniger Turbulenzen ausgesetzt sind als die Luftfahrt. Deshalb haben wir eine Alternative für den stressfreien Vermögensaufbau entwickelt: Den boerse.de-Champions-Defensiv-Index BCDI. Dieser Index besteht aus zehn risikoarmen Einzelaktien, die sich seit vielen Jahren durch eine besonders hohe Gewinn-Konstanz auszeichnen. Mit Erfolg: Der BCDI gewann seit seinem Börsenstart am 1.Juli 2014 ganze 42,4 Prozent, die Lufthansa-Aktie verlor im selben Zeitraum  Prozent an Wert.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Lufthansa, wohin geht die Reise?

Lufthansa greift Air Berlin unter die Flügel

maxresdefault-1Das große Streichen hat begonnen. Erst setzte die Pleitegeier-Airline Air Berlin bei ihren Mitarbeitern den Rotstift an, dann griff Konkurrent Lufthansa zum Pinsel und übermalte die Heckflossen dreier Air Berlin-Jets mit Eurowings-Farben. Was geht?

Die Luft über den Wolken wird immer dünner. Zu viele Billig-Airlines drängen in den Luftraum etablierter (sprich: teurer) Gesellschaften wie unserer Lufthansa und machen mit Dumping-Ticketpreisen Jagd auf deren Passagiere. Der Kampf der Giganten gegen die Newbies führt dazu, dass Airlines mit Stellenstreichungen, Lohnkürzungen und Fusionen versuchen, ihren Platz am Gate zu verteidigen.

Lufthansa geht jetzt sogar noch einen Schritt weiter und greift seinem Erzrivalen Air Berlin unter die Flügel. Die Kranich-Airline lässt das letzte Fünkchen Selbstachtung auf der Strecke und rettet den angeschlagenen Konkurrenten vor der Insolvenz, indem sie Flugzeuge von Air Berlin mietet oder kauft. Das bedeutet: Frische Kohle auf dem Konto der Berliner und zusätzlich noch nette “Einsparungseffekte” in den Bereichen Personal, Wartung und Bordverpflegung. Strange, oder? Sollte sich die LH nicht darüber freuen, dass ein Rivale die Flügel hängen lässt?

Nope. Denn die Fressfeinde Ryanair und Easyjet liegen schon auf der Lauer. Sobald Air Berlin vom Himmel trudelt, wittern die Billigflieger ihre Chance auf neue Strecken und mehr Marktanteile und könnten in die Lücke springen. Das will Lufthansa, die mit Eurowings selbst auf den Markt der Lowcost-Airlines drängt, mit allen Mitteln verhindern.

Eine Übernahme von Air Berlin war wettbewerbstechnisch irgendwie schwierig und so rief die LH den Plan-B aus: Flugzeuge und Besatzung leasen bzw. kaufen, umlackieren und unter dem Namen Eurowings für sich fliegen lassen. Bisschen kompliziert, aber total legal.

Die kostspielige Vorbereitung auf den FallX will den Anlegern heute nicht so recht schmecken. Sie schicken das LH-Papier mit Minus 0,45 Prozent in die roten Zahlen. Ach komm, seid doch mal optimistisch! Vielleicht gibts auf der Strecke München- Hamburg statt nem Butterbrot schon bald ein leckeres Falafel-Sandwich des Air Berlin-Eigentümers Etihad Airways?

Lufthansa greift Air Berlin unter die Flügel

Ist die Lufthansa noch auf der Sieger-Seite?

490453364-lufthansa-weltmeister-lGrALYaQ7efErst letzte Woche sind Lufthansa-Passagiere schmerzlich auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Dienstag und Mittwoch wurden aufgrund des ver.di-Streiks mal wieder Zehntausende Flüge storniert und das nur, weil die Crew und andere Bedienstete des Kranichs mehr Geld wollen. Praktisch, so Gewerkschaften! Ich würde von meinem Chef keinen Cent mehr sehen, wenn ich einfach einen auf Arbeitsverweigerung machen würde. Ganz im Gegenteil!

Bereits im November 2015 organisierte die Flugbegleiter-Crew einen siebentägigen Aufstand, der Lufthansa geschätzte 140 Millionen Euro kostete. Doch das ist nur eine der Baustellen, auf denen der Kranich momentan zu kämpfen hat. Die Tatsache, dass unsere Lufthansa die deutsche Airline schlechthin ist, hat im Vergleich zu Wettbewerbern wie Ryanair oder Easyjet ein paar Vorteile und eine ganze Flotte von Nachteilen. Zwar genießt die LH noch stets den guten Ruf einer sicheren, verläßlichen und serviceorientierten Fluggesellschaft, doch vor allem die Freizeit-Passagiere achten bei der Wahl ihres Touri-Bombers stets mehr auf den Preis. Ryanair und andere Billigflieger können es sich leisten, Tickets zum Preis eines Big Mac Menüs zu verschleudern, weil ihnen keine ver.di’s im Nacken sitzen, die für angemessene Gehälter und soziale Arbeitsbedingungen kämpfen.

Piloten kurz vorm Burnout, horrende Preise für extra Gepäck oder Board-Snacks und Flughäfen im Niemandsland zwischen großen Städten, sorgen allesamt für geringere Kosten bei Ryanair. Ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil, den die mächtige aber träge Kranichlinie nicht so schnell aufholen kann. In den letzten drei Monaten beförderten die Iren mit 23,38 Millionen Fluggästen in Europa erstmals mehr Passagiere als die LH (22,32 Millionen) und zwingen die Konkurrenz zu einem noch härteren Sparkurs. Und genau damit haperts bei der Hansa. Hätte der niedrige Ölpreis im letzten Jahr nicht für geringere Spritkosten gesorgt, wären die Kosten pro Passagier sogar noch gestiegen.

Doch anstatt sich ein paar Spartricks von der Konkurrenz abzugucken und die Streik-Axt mit Piloten & Co. zu begraben, beschloss die LH letzte Woche eine deftige Erhöhung der Vorstandsgehälter. Ein Management, das sich selbst die Taschen vollstopft und beim Personal sparen will, sorgt natürlich nicht gerade für gute Vibes bei der Kaffeemaschine. Die Kranichtruppe lässt die Flügel hängen und der Krankenstand hat zweistellige Quoten erreicht.

Wenn das Management morgen vor Börsenstart die Zahlen der ersten drei Monate auf den Tisch legt, kommt die knallharte Realität ans Tageslicht. Befindet sich die Lufthansa noch auf Steigkurs, oder zwingt die Konkurrenz sie auf den Boden?

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/ist-die-lufthansa-noch-auf-der-sieger-seite/

Ist die Lufthansa noch auf der Sieger-Seite?

Easyjet hat sich in Air Berlin verguckt

airplane loveGestern flirtete unser DAX den ganzen Tag mit der magischen 10.000 Punkte-Grenze. Und ich mit meiner neuen Flamme! Aber lassen wir den Privatkram eurer Autorin mal bei Seite, ist auch noch zu früh heute für Dating-Details.. Während ich mich über mangelnde Spannung nicht beklagen kann, geht auch an der Börse heute so einiges. Zalando feiert seinen “Capital Markets Day”, so eine Art Info-Party für Investoren, Nike präsentiert heute Abend seine Q3 Zahlen und es gibt frischgedruckte News aus der Flugbranche.

Gestern Nachmittag machten Gerüchte die Runde, dass Easyjet seine Flügel nach Air Berlin ausstrecken könnte. Erst spekulierte unsere geliebte “BILD” über einen Einstieg der Engländer bei der angeschlagenen, deutschen Billig-Airline und wenig später tuschelte die gesamte deutsche Presse über eine mögliche Fusion, die die Konzerne allerdings nicht bestätigen wollten.

Sinn machen würde die neue Easy-Berlin oder Jet-Air oder wie auch immer Airline allerdings schon. Bei Air Berlin stehen schon seit Langem die Zeichen auf Sinkflug. Die Fluggesellschaft, die sich schon zu knapp 30 Prozent in den Händen der arabischen Etihad befindet, kriegt einfach die Kurve nicht. Während Ryanair und Co. stets neue Passagier-Rekorde einfliegen, rotieren die Deutschen immer noch in den roten Zahlen. Wie hoch das Minus in der Kasse von Air Berlin 2015 ausfiel, wird erst am 28. April mit der Vorlage der Jahreszahlen bekanntgegeben. Bereits nach neun Monaten 2015 betrug der Nettoverlust 191 Millionen Euro- wer da noch an das Glück über den Wolken glaubt, ist echt schwer manisch unterwegs.

Kann Easyjet die deutsche Airline retten und damit der Billigbomber-Konkurrenz von Ryanair eine Nase lang voraus fliegen? Ich bin gespannt, ob aus dem Getuschel heute handfeste Börsen-News werden. Ab 09.02Uhr sitzt ihr am Knüppel! Happy Trading!

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/easyjet-hat-sich-in-air-berlin-verguckt/

Easyjet hat sich in Air Berlin verguckt