90% Plus seit Januar: diese Aktie hat mehr Power, als ihr denkt!

atv-accidentIch kann mich noch gut daran erinnern, dass ich 2015 zwei Dinge echt nicht mehr hören konnte: “Hello” von Adele und “RWE”. Der deutsche Energieversorger sorgte damals mit derben Verlusten fast täglich für knallrote Schlagzeilen und als ob das nicht deprimierend genug war, säuselte Adele gefühlte 100 mal 24/7 auf allen Radiofrequenzen.


Jetzt, zwei Jahre später ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen und siehe da: RWE hat sich mit einem gigawatt-großen Plus von 90,44 Prozent seit Jahresanfang mehr als erholt und die Sängerin findet ihre Erfüllung jetzt in der Gartenarbeit und pfeift auf Millionengagen.

So kanns weitergehen! Oder doch nicht? RWE zeigt uns morgen Zahlen zum dritten Quartal und wir wollen natürlich wissen, ob die Aktie auch 2018 im positiven Flow bleibt!

At least I can say that I’ve tried

Jahrelang sinkende Strompreise. Enorme Kosten für den Atomausstieg und Umstieg auf grüne Energiequellen. Die wachsende Konkurrenz von Ökostrom-Anbietern. All das brachte RWE 2015 / 2016 an der Rand des Ruins. Was die Ruhrpottler auch versuchten, nichts half gegen die substanzielle Energiekrise.

Erst mit der Abspaltung der RWE-Ökostromtochter Innogy, die an der Börse frisches Geld für den Mutterkonzern einsammelte, bekamen die Essener wieder etwas Grip unter die Räder.

They say that time’s supposed to heal ya

Innogys grüner Strom verkauft sich ähnlich gut wie Vega-Würste und RWE verdient am Erfolg seiner schönen Tochter ordentlich mit. Auch der Faktor Zeit spielt bei RWEs Erholung eine Rolle: nach jahrelangem Warten auf eine Entscheidung darüber, wer jetzt welche Kosten für den Atomausstieg schultern muss, bekam der Energieriese im Juni ein enormes Steuergeschenk.

Das Bundesverfassungsgericht urteilte, dass RWE 1,7 Milliarden Euro zu viel an den Fiskus bezahlt hat und wieder erstattet bekommt. Eine hübsche Rückzahlung, die die Konzernbilanz und die Gesichter der Aktionäre wieder zum Strahlen brachte.

Ob die Happy Preppy-Aktie morgen nach den Zahlen weiterhin auf Kurs liegt? Die meisten Analysten sagen: Ja! – und erwarten ein Ergebnis-Plus gegenüber dem Vorjahr von 9 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Läuft!

 

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90% Plus seit Januar: diese Aktie hat mehr Power, als ihr denkt!

RWE, E.ON und EnBW: Bei den Energieversorgern brennen die Sicherungen durch

power-poles-503935_960_720Die drei deutschen Versorger standen heute Morgen unter Hochspannung, denn um 09:30 Uhr schlug das Stündchen der Wahrheit: Das Bundesverfassungsgericht entschied über eine Steuerrückzahlung für die Energiekonzerne in Höhe von rund sechs Milliarden Euro. Und siehe da: das Gesetz wurde für nichtig erklärt! Da knallten die Korken in Stuttgart, Essen und Düsseldorf und der Aktienkurs der Energieriesen schoss innerhalb von Minuten aus der roten Verlust-Zone auf Rekordhochs. Doch wie kam es zu dieser historischen Entscheidung?

Da brennts!

Die sogenannte “Brennelementesteuer” stand heute in Karlsruhe am Pranger. Das sind Abgaben, die die drei Versorger seit 2011 zahlen mussten, wenn in Reaktoren ein neues Brennelement mit Plutonium oder Uran eingesetzt wurde. Ermöglicht wurden die Steuereinnahmen in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro pro Jahr durch das vom Bund beschlossene “Kernbrennstoffsteuergesetz”. Ein tolles Wort für Scrabble-Fans, ein Damoklesschwert für die Energiebranche, die ohnehin schon mit zahlreichen Baustellen zu kämpfen hat.

Die in den vergangenen Jahren stark gefallenen Strompreise, die wachsende Konkurrenz durch Ökostromanbieter, die in die Netze drängen und die hohen Kosten für die Energiewende – all das sind Stressfaktoren, die RWE und Co. tief in die roten Zahlen stürzten. Nach eigenen Angaben zahlte EnBW bis Ende 2016 rund 1,4 Milliarden Euro, E.ON 2,8 Milliarden Euro und RWE 1,7 Milliarden Euro ins Steuertöpfchen. Geld, das sie nun voraussichtlich zurückerhalten.

Alles rechtens?

Nein. Bereits 2012 reichte E.ON beim Finanzgericht Hamburg Klage gegen das 26 Buchstaben lange Gesetz ein, das die drei Energiekonzerne gegenüber der Konkurrenz, die keine Atomsteuer zahlen muss, finanziell benachteiligt. Angeblich hatte der Bund außerdem gar nicht die Kompetenz, eine solche Steuer einzuführen. Hamburg wandte sich an Karlsruhe und was folgte, war eine lange Stille. Die Konzerne mussten in den Folgejahren weiter bluten und der Staat kassierte bis heute für jedes Gramm Brennstoff 145 Euro. Doch damit ist es nun vorbei. Das Bundesverfassungsgericht kippte die Steuer als verfassungswidrig und die betroffenen Konzerne dürfen nun auf eine milliardenschwere Rückzahlung hoffen.

RWE-Aktie: Mal Top, mal Flop

RWE-Anleger mussten in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Leidensfähigkeit beweisen. Wie sonst lässt sich ein Wechselbad von teilweise über 40 Prozent Verlust pro Jahr (2014) und Renditen von Plus 54 Prozent (Year-to-Date) verkraften? Ein Tagesgewinn von momentan rund vier Prozent ist eine hübsche Rendite für kurzfristig orientierte Spekulanten, doch langfristig gesehen hat RWE nicht das Potential, das wir von einem boerse.de-Aktienbrief-Champion erwarten. Hätten Sie vor zehn Jahren in RWE investiert, so müssten Sie jetzt einen Verlust von 78 Prozent beklagen. Aktien der gesamten, im Wandel befindlichen Branche sind konjunkturabhängig, starken Schwankungen ausgesetzt und eignen sich deshalb höchstens zum “Zocken”, nicht aber für den langfristigen Vermögensaufbau. Schonen Sie Ihre Nerven und Ihr Depot und investieren Sie in den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI). Ein risikoarmes und dennoch renditestarkes Investment, mit dem Sie innerhalb von 35 Monaten 52,4 Prozent Rendite erzielt hätten. Soviel ist sicher!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

RWE, E.ON und EnBW: Bei den Energieversorgern brennen die Sicherungen durch

RWE: Energieriese back on stage

Rosa Hase
Merle WasmuthErinnert ihr euch noch an den trommelnden, rosa Duracell-Hasen? Der Bunny mit der alkaline Batterie im Bein hält entscheidend länger durch als seine Kumpels, die schon nach ein paar Takten schlapp machen. So ähnlich gehts momentan auch RWE, dem Energieriesen, der seit Freitag die Börse rockt. Während seine Mitstreiter Eon und EnBW eher in der Horizontalen dümpeln, gibt RWE so richtig Stoff.

Energyboost

Zum Wochenausklang standen 5,4 Prozent Plus aufm Ticker, heute legt RWE nochmal 1,6 Prozent drauf. Was geht im Ruhrpott? Der Energieversorger profitiert von gleich zwei guten Nachrichten: Am Freitag gabs Getuschel über eine mögliche Allianz zwischen RWE und dem französischen Konkurrenten Engie und heute strich ein gewisser Adam Dickens, Aktien-Analyst bei HSBC, RWE von seiner Verkaufsliste. Besser noch: Er erhöhte das Kursziel des Energieriesen von 13,40 auf 17,20 Euro. Fast schon ein Ritterschlag und ein deutliches Signal für Investoren: Kaufen, das Ding!

Tête-à-Tête

Die – pssst! – vertraulichen Gespräche zwischen RWE und Engie sind so vertraulich, dass sie nicht mal stattfinden. Insidern zufolge erwägen die beiden Stromversorger zwar eine deutsch-französische Melange, tauschen sich darüber allerdings bislang nur mit ihren Beratern und Banken aus. Ein Rendezvous fand – angeblich – noch nicht statt. Die Anleger geraten aber schon mal ins Schwärmen und befördern RWE in die Pluszone. Der Energieversorger könnte einen Teil seiner Ökostromtochter Innogy an die Franzosen abgeben und würde im Gegenzug Engie-Anteile erhalten. Ob RWE mit diesem Tauschgeschäft unterm Strich mehr Rendite macht, ist allerdings fraglich.

Fakt ist aber, dass RWE sowas wie der Robbie Williams unter den Stromanbietern ist. Die Aktie des Energieversorgers gewann nach jahrelangem Entzug seit Januar rund 43 Prozent an Wert und ist damit schon jetzt eine der Comeback-Aktien 2017. Eigentlich total irrational, denn trotz leicht steigender Strompreise handelt RWE mit dem Auslaufprodukt “Schmutz-Strom” aus Kohle- und Atomkraftwerken, das der Energiewende zum Opfer fallen wird. Die Einnahmen sind rückläufig, der Aktienkurs steigt trotzdem… Happy Trading aber: vorsicht beim VoRWEg gehen!

 

RWE: Energieriese back on stage

E.ON sieht rot

E.ON veröffentlicht Mittwochmorgen Jahreszahlen 2016. Ein Ereignis, das – zumindest zahlentechnisch – nicht übermäßig spannend ausfallen dürfte, denn dass der Energieversorger tief in den roten Zahlen steckt, ist bereits jetzt traurige Gewissheit. Schon in den ersten neun Monaten klaffte im Zahlenwerk der Essener ein 9,3 Milliarden tiefes Bilanzloch, zum Jahresende dürfte sich der Fehlbetrag Schätzungen zufolge auf 12,4 bis 14 Milliarden Euro belaufen.

Immerhin ein schwacher Trost: E.ON steht mit seiner Leidensgeschichte nicht alleine da. Ruhrpott-Kumpel RWE präsentierte heute Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr und verzeichnete einen neuen Negativ-Rekord. Unterm Strich stand 2016 ein Minus von 5,7 Milliarden Euro – der größte Verlust in der Firmengeschichte.

Atomausstieg
Das alte Sprichwort “geteiltes Leid ist halbes Leid” trifft auf die Versorger nur hinsichtlich der Kosten für die Energiewende zu. Für 23,55 Milliarden Euro “dürfen” sich die vier Energieriesen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall von den Risiken und Nebenwirkungen des Atomausstiegs “freikaufen”. Das Geld wandert in einen staatlichen Fonds, der die Zwischen- und Endlagerung der verstrahlten Altlasten managed. Davon entfallen rund zehn Milliarden Euro auf E.ON, die schon diesen Sommer fällig werden. Mit der Endlagerung allein ist es natürlich nicht getan. Auch die Stilllegung und der Abriss der Atommeiler hat seinen Preis und könnte die vier Versorger weitere 60 Milliarden Euro kosten.

Preisverfall
Ja, und wo bleiben die Einnahmen, um das ganze Debakel zu finanzieren? Unglücklicherweise scheint auch hier nur ein schwaches Licht am Ende des Tunnels. Hippe Ökostrom-Anbieter drängten konventionelle Stromerzeuger aus den Netzen und verursachten in den vergangenen Jahren einen gigantischen Preisrutsch für konventionell erzeugte Energie. Den wird die leichte Strompreiserhöhung 2017 nicht annähernd kompensieren können.

Neue Energiequelle?
Eine zukunftsträchtige Lösung für beide “Baustellen” zu finden, würde vermutlich viele Firmenchefs überfordern. E.ON-Boss Johannes Teyssen hat dann auch entweder ein besonders sonniges Gemüt oder einen extrem guten Motivations-Guru. Wie sonst lassen sich vier Milliardenverluste in einer Amtszeit verdauen? Bislang blieben Teyssens Wiederbelebungsversuche des akut kranken Konzerns weitgehend erfolglos. Gewagte Vorstöße in Regionen wie die Türkei oder Brasilien haben sich nicht ausgezahlt und die “Kernspaltung” des Unternehmens in alte (Uniper) und neue (E.ON) Energie ist umstritten. Zwar spielte Konkurrent RWE einen ähnlichen Schachzug, doch mit umgekehrter Rollenverteilung. RWE behielt das konventionelle Stromgeschäft und brachte die neue, schöne Ökostrom-Tochter Innogy an die Börse.

Welche Strategie sich letzten Endes beweisen wird, bleibt abzuwarten. Momentan deutet allerdings vieles auf einen Punktesieg für RWE: Der E.ON-Rivale sorgt heute mit seiner Gewinnperspektive fürs Geschäftsjahr 2017 für Jubel unter den Aktionären und einen Kursgewinn von zeitweise über acht Prozent.

Ob die E.ON-Anleger auf Tyssons Bilanzpräsentation morgen ähnlich enthusiastisch reagieren? Experten rechnen damit, dass der Energieriese Investoren mit einer Dividende von 20 Cent pro Aktie bei Laune zu halten probiert. Ein fraglicher Anreiz, zumal die Gewinnausschüttung im Vorjahr noch bei 50 Cent pro Anteilsschein lag… Bleibt noch die Hoffnung auf Besserung. Experten erwarten eine Stabilisierung der Strom-Großhandelspreise und robustere Geschäfte des Tochterunternehmens Uniper, von dem sich E.ON nach Ende 2017 trennen will.

Die gesamte Energiebranche steht schon lange unter Strom und Versorgeraktien frustrierten Investoren in den vergangenen zehn Jahren mit gigantischen Verlusten: E.ON mit -78,5 Prozent, RWE mit -82 Prozent. Da ist das kleine Kursgewinn-Trostpflaster heute nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie wäre es statt unrentabler Spekulationen mit einem devensiven Investment, das innerhalb der vergangenen zehn Jahre +274 Prozent Rendite errechnet? Der boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) setzt sich aus zehn “langweiligen” Einzelwerten mit solider Kurshistorie zusammen und eignet sich gerade deshalb bestens für den langfristigen Vermögensaufbau.

Ich wünsche ihnen einen entspannten, erfolgreichen, Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/EON-sieht-rot-von-Miss-boersede/7749380

E.ON sieht rot

Die Highlights der Woche: Unter Strom

Unser heimisches Börsenbarometer kämpfte vergangene Woche erfolglos gegen den Abstieg aus der 12.000 Punkte-Liga. Es war ein spannender Wettstreit, nach dem der Dax nach einigen Up’s und Down’s am Freitag mit 11.963 Punkte ins wohlverdiente Wochenende ging. Auf Wochensicht ein Minus von einem halben Prozent. Keine berauschende Performance, aber angesichts der Vielzahl politischer und wirtschaftlicher Einflussfaktoren, die die Weltbörsen momentan im Griff haben, schlägt sich unser heimischen Leitindex noch recht wacker.

Den gleichen Wochenverlust verbuchte der amerikanische Dow Jones, der zwar mit 20.888 Punkten aus dem Rennen ging, aber nicht genug “Drive” hatte, um die 21.000 Punkte-Schallmauer zu durchbrechen.

Und wöchentlich grüßt das Murmeltier…
Die Hochstimmung an den Weltbörsen erfährt momentan Gegenwind eines Tiefdruckgebietes namens “Donald”, das Mitte der Woche von “Janet” abgelöst wird. Donald Trump und Janet Yellen, die Chefin der US-Notenbank, dominieren schon seit Monaten die Stimmung der Börsianer. Mr. Präsident mit seinem “Gezwitscher” und vagen Äußerungen zu “phänomenalen”, steuerpolitischen Plänen und Mrs. Yellen mit einer überraschend deutlichen Stellungnahme zum anstehenden Zinsentscheid. Sie kündigte vergangene Woche an, dass die “Fed” (US-Notenbank) mit großer Wahrscheinlichkeit am 15. März eine Erhöhung des amerikanischen Leitzinses von derzeit 0,50-0,75 Prozent auf 0,75-1,00 Prozent beschließen wird.

Auf derlei “Drohungen” reagieren die Börsianer oft sehr empfindlich, da steigende Zinsen – angeblich – schlecht für die Aktienkurse sind. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: Der Entscheid ist offenbar schon in den momentanen Börsenkursen “eingepreist”. Damit verliert das “Zins-Gespenst” an Schrecken und könnte sich sogar noch in ein regenbogenfarbenes Einhorn verwandeln, denn viele Aktionäre interpretieren den Zinsschritt als ein positives Signal für eine robuste Wirtschaft. Und gute Konjunkturdaten verleihen den Börsenkursen bekanntlich Flügel.

Neue Energie
Bei den Jahreszahlen dürften die Energieunternehmen diese Woche den Ton angeben. RWE, “Sprössling” Innogy und Konkurrent E.ON kämpfen um die Spitzenposition des verlustreichsten Stromerzeugers– ein mit Hochspannung erwarteter Showdown. Die vier Versorger E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall leiden unter erdrückenden Milliardenkosten für den Atomausstieg und kämpfen zusätzlich mit chronisch niedrigen Großhandelspreisen für ihr Kernprodukt: Strom. Dementsprechend ernüchternd dürften auch die Zahlen der Energieriesen ausfallen, die schon im Vorfeld vor Milliardenlöchern in ihren Bilanzen warnten.

Weitere Finanz- und Bilanztermine, die in den kommenden Tagen für Aufsehen sorgen könnten:

  • Dienstag: RWE, Volkswagen, Symrise, Wacker Chemie (alle Jahreszahlen), Adidas (Investoren Tag)
  • Mittwoch: E.ON, Inditex, Raiffeisen, Sixt, Munich Re (alle Jahreszahlen), Bayer (Investoren Tag), Fed Zinsentscheid
  • Donnerstag: HeidelbergCement, Lanxess, K+S, Lufthansa, MAN, Sainsbury (alle Jahreszahlen) BoE Zinsentscheid
  • Freitag: “Hexensabbat”, der große Verfallstag für Terminkontrakte wie Futures und Optionen

Liebe Börsianer und “Neueinsteiger”, wir freuen uns auf fünf abwechslungsreiche Tage mit dem US-Notenbankentscheid als Höhepunkt. Bis Mittwoch könnten die Märkte deshalb in einer Art “Lauerstellung” verharren, doch sobald die Katze aus dem Sack ist, gehts wieder Rund auf dem Parkett!

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Die-Highlights-der-Woche-Unter-Strom-von-Miss-boersede/7748962

Die Highlights der Woche: Unter Strom

Uniper vor den Zahlen: Sorgt der Russland-Deal für neue Energie im Konzern?

Uniper veröffentlicht morgen Zahlen zum Geschäftsjahr 2016. Uniper… wie laufen die Geschäfte der E.ON-Tochter? Ein erster Recherche-Versuch auf der Homepage von uniper.de stiftet Verwirrung: Hinter dieser naheliegenden Domain verbirgt sich ein Versandhändler für naja, sagen wir mal, Erwachsenenspielzeug. Unter uniper.com werde ich dann fündig und erfahre auch, wofür die eigentümliche Namenskreation steht. “Uniper” ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus “unique” (einzigartig) und “Performance”.

Soweit die Theorie, doch die Realität sieht anders aus. Statt einer einzigartigen Performance verzeichnet Uniper beispiellose Verluste: Einbußen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro rissen bereits nach neun Monaten ein tiefes Loch in die Bilanz des Energiekonzerns. Nicht schön, aber eigentlich darf man der E.ON-Abspaltung keine Vorwürfe machen, denn Uniper hat seit seiner “Geburt” am 1.Januar 2016 mit erdrückenden Erblasten zu kämpfen.

Als Reaktion auf die andauernd niedrigen Strompreise, die hohen, finanziellen Belastungen durch die Energiewende und die zunehmende Konkurrenz von Ökostrom-Anbietern beschloss E.ON, das konventionelle Geschäft mit Kohle-, Gas- und Wasserkraft in ein Tochterunternehmen auszugliedern, um sich selbst auf das Ökostrom-Business fokussieren zu können. Ganz nach dem Motto: “Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen”…So klingt die Wachstumsstory, die CEO Klaus Schäfer den Investoren morgen wahrscheinlich schmackhaft machen will, in meinen Ohren wenig überzeugend. Natürlich werden auch zukünftig Kohle und Gas im Energie-Mix gebraucht, um eine konstante Stromversorgung zu gewährleisten, doch deren Anteil im Netz wird sinken.

Ohne die Abschreibungen auf Kohlekraftwerke und Gasspeicher sieht die finanzielle Bilanz etwas besser aus: Experten rechnen für das Geschäftsjahr 2016 mit einem operativen Ergebnis von 1,9 bis 2,2 Milliarden Euro und einer erhöhten Dividende von 55 Cent auf 63 Cent pro Anteilsschein 2017. Ein nettes “Zuckerl”, das Uniper-Anleger trotz der unsicheren Zukunftsperspektive des Stromerzeugers bei der Stange halten soll.

Über Zukunft gesprochen: Es gibt auch Lichtblicke. Zum einen pokert der Konzern auf steigende Strompreise bedingt durch eine Verknappung “konventioneller” Energien auf dem Großmarkt, zum anderen landete Uniper vor zwei Tagen einen ganz großen Coup. Die E.ON-Tochter verkaufte für rund 1,7 Milliarden Euro ihre Beteiligung an einem russischen Gasfeld an die österreichische OMV und schlägt damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Erlöse aus dem Deal verringern die Schuldenlast und Firmenchef Schäfer kommt vorzeitig seinem Versprechen nach, mittels Veräußerungen bis Ende 2017 rund 2 Milliarden Euro in Unipers Kassen spülen zu wollen.

Auch die Börsianer zeigen sich optimistisch. Das Uniper-Papier gewann seit dem Börsendebüt am 12. September 2016 35,5 Prozent an Wert. Eine beachtliche Performance für ein Unternehmen, dessen Zukunft durch allerlei Umfeldfaktoren wie Strompreise, Kosten für die Energiewende, Politik und die Ökostrom-Konkurrenz beeinflusst wird.

Um in den Kreis der boerse.de-Champions-Aktien aufgenommen zu werden, muss Uniper sich seine Sporen erst noch verdienen. Dazu zählt eine mindestens zehnjährige Börsenhistorie, genauso wie ein überdurchschnittliches Chance-Risiko-Profil. Erst dann wird sich zeigen, ob Uniper seinem Hybrid-Namen “Unique Performance” auch wirklich gerecht werden kann. Um sich die Wartezeit zu verkürzen und schon jetzt vom Börsenerfolg langfristig erfolgreicher, wachstumsstarker Unternehmen profitieren zu können, empfehle ich Ihnen einen Blick in den aktuellen boerse.de-Aktienbrief.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Uniper-vor-den-Zahlen-Sorgt-der-Russland-Deal-fuer-neue-Energie-im-Konzern-von-Miss-boersede/7747712

Uniper vor den Zahlen: Sorgt der Russland-Deal für neue Energie im Konzern?

Eon: Der Schein trügt

funny-photosaDie Ratten verlassen das sinkende Schiff. Genau der passende Spruch für die Energiekrise, in der Stromfabrikant Eon steckt. Finanzchef Michael Sen, der noch am 9. November die 9,3 Milliarden Euro Verlust des Konzerns schöngeredet hatte, kündigte eine Woche später an, dass er zurück zu Ex-Arbeitgeber Siemens flüchtet. Mieses Karma!

Das Drama

Eon, RWE und wie sie alle heißen kämpfen um ihren Platz im Stromnetz und gegen die penetrante Konkurrenz grüner Energiezwerge, die ihnen mit Dumpingpreisen das Geschäft verpfuschen. Die Energiewende zwingt die Konzerne dazu, schmutzigen Kohle- und Atomstrom durch saubere Wind- und Sonnenenergie zu ersetzen. Schönes Ding, doch die Hippie-Epoche kostet die Stromversorger mehr Geld, als sie auf Tasche haben.

Der Wunsch

In der Morgenausgabe einer namhaften Wirtschaftszeitung erfahren wir heute, dass die tiefroten Zahlen absolut kein Grund sind, um sich Sorgen zu machen. Eon-Chef Teyssen hat scheinbar ein paar Sunshine-Pills gefrühstückt und glaubt an die “hohen Werte, die noch in den Netzen schlummern”. Innere Werte sind ja ne feine Sache, bringen die Bilanz aber noch lang nicht zum Strahlen.

Die Wirklichkeit

Sowohl Eon, als auch Konkurrent RWE entschieden sich für eine interessante Form der Problemlösung: Die Kernspaltung. RWE zeugte seine schöne, grüne Tochter Innogy, die das Ökostrom-Business irgendwie sexy machen soll und Eon setzte Uniper in die Welt. Der Firmen-Sprößling, der morgen seine 9Monatszahlen präsentiert, hat weder seine Webdomains im Griff (www.uniper.de garantiert Hochspannung in anderen, ähm, Regionen), noch sein Kohle-, Gas-, und Wasserkraft-Business.


Rote Zahlen, rote Kurs-Kurven, die Energieversorger brauchen dringend frisches Kapital, um die Kosten für den Atomausstieg und die umweltfreundliche Neuausrichtung irgendwie zu deckeln.

Investoren anpumpen, das wäre doch ne Idee! Doch leider gibts für Eon derzeit auch an der Börse wenig zu verdienen. Der Kurs rutschte von 8,50 Euro im August auf rund 6 Euro heute. How low can you go? Happy Trading!

Eon: Der Schein trügt