Walt Disney: May the 9th be with you!

star-wars-2172947_960_720Ich habe mal kurz nachgezählt. In meinem kleinen Haushalt tummeln sich sechs Star Wars-gebrandete Artikel: 1 Zahnbürste, 1 Duschgel, 1 Nassrasierer, 2 T-Shirts und ein Schlüpfer. Und das, obwohl ich überhauptgarkein Fan der Sternenkrieger bin!

Das Merchandising rund um die Disney-Marke ist einfach so omnipräsent, dass es bei manchen Gebrauchsgegenständen schon schwierig wird, etwas OHNE Darth Vader, Klonkrieger oder Yoda-Aufdruck zu finden. Einen ähnlichen Promi-Status erlangt übrigens mittlerweile das gute, alte Einhorn. Ähm: Glitzer-Regenbogen-Unicorn, das sogar WC-Papier irgendwie magisch machen soll. Und ich kaufs auch noch, buhuuu!

Aber zurück zum Thema: Walt Disney. Der Unterhaltungskonzern präsentiert morgen Zahlen zum zweiten Quartal und wir wollen wissen, ob die Marke mit der Maus nur Luftschlösser baut, oder neue Galaxien erobert.

Möge die Macht mit dir sein

Eines steht schonmal fest: Die vier Milliarden Dollar, die Disney 2012 für die Star Wars-Rechte locker machte, waren gut investiert. Die Weltraumsaga und die Erlöse aus “Fanartikeln” entwickelten sich zum Goldesel und sorgten schon im Vorjahreszeitraum für 22 Prozent mehr Umsatz und ein Kursplus von zehn Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Ob der Konzern genug Jedi Power hat, um den eigenen Benchmark zu knacken?

Möglich wärs, denn die Verfilmung des Märchen-Klassikers “Die Schöne und das Biest” spielte bis jetzt mehr als 1,43 Milliarden Dollar in die Kassen und könnte trotz des schwierigen Vergleichszeitraums für ein Plus in der Bilanz sorgen. Was aber, wenn die Popcorntüte halb leer, statt halb voll ist? Kein Ding, denn der nächste Blockbuster steht schon in den Startlöchern: “Star Wars: Der letzte Jedi”, der kurz vor Weihnachten in die Kinos kommt, wird das Ding schon wuppen.

“Nach meiner Größe beurteilst Du mich, tust Du das”? (Yoda)

Yep. Disney ist riesig, hat weitreichende Film-Pläne bis in die 2030er und weckt damit große Erwartungen. Bei Fans und Analysten. Die dürften morgen mit der Performance der Traumfabrik ganz zufrieden sein, auch wenn sich deren Wachstum im Jahresvergleich verlangsamt haben könnte. Aber so lange Themenparks, Filmerfolge und Merchandising-Geschäfte die Massen begeistern, so lange bleibt Walt Disney ein Unternehmen “Where dreams come true”. Happy Trading!

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Walt Disney: May the 9th be with you!

Der Wochenausblick: Volltreffer!

Die-Pute-von-Panem-Einfach-nur-bloed1_image_630_420f_wnWas für ein Marathon! Inspiriert vom wahrscheinlichen Wahlsieg des EU-Freundes Emmanuel Macron gewann der Dax in den vergangenen neun Handelstagen ganze sechs Prozent an Wert und startete heute mit einem Plus von rund 0,3 Prozent in den Tag. Eigentlich ein Grund zum Jubeln, doch sowohl in Frankreich, als auch an den Märkten hält sich der Freudentaumel in Grenzen. Trotz aller Kursgewinne spekulieren viele Skeptiker darauf, dass Anleger bald “Kasse machen” und der Börse eine Verschnaufpause bescheren könnten. Wer behält Recht? Die ewigen Pessimisten oder die “Viva la France”-Fankurve?

Befragen wir doch mal die guten, alten Börsenweisheiten… Gleich zwei Regeln raten zu einem vorübergehenden Rückzug vom Aktienmarkt. Ob das wirklich eine so gute Idee ist?

“Sell in may and go away…

…but remember to come back in September”. Saisonalität. Viele Börsianer schwören auf Ratschläge wie diese und richten ihre Anlagestrategie danach aus. Im Mai raus aus den Aktien, im September wieder rein. Keine besonders rentable Vorgehensweise, wie die Vergangenheit zeigt. Zum einen freut sich Ihre Investmentbank über die anfallenden Gebühren, die Sie für die “Umschichtung” bezahlen, zum anderen gehen Ihnen vermutlich ein paar Prozent Rendite verloren. Tatsächlich gibt es nämlich einige wissenschaftliche Studien die belegen, dass die Sommermonate statistisch gesehen nicht schlechter sind, als die Wintermonate. Mit einer, alle vier Jahre wiederkehrenden, Ausnahme: Dem Jahr vor der US-Präsidentschaftswahl, in dem der Dow Jones im Winter eine bessere Performance zeigt, als im Sommer nach der US-Wahl.

Glaubt man der Theorie, so könnten die Sommermonate 2017 unter keinem guten Stern stehen. Könnten. Denn dieses Jahr steckt voll Überraschungen. Viele Börsianer warnten bereits nach dem Wahlsieg des US-Präsidenten Trump vor dem “Crash”, der nicht kam. Ganz im Gegenteil: Seit Jahresanfang gewann der Dax rund 10,8 Prozent an Wert. Ob die Frankreich-Wahl an der Rekordlaune unseres Leitindex etwas ändern wird?

“Buy the rumour, sell the news”

Vielleicht, wenn Börsenweisheit Nummer zwei den Realitätstest besteht. Bekanntlich wird an der Börse die Zukunft gehandelt. Diesem Umstand war auch der Aktien-Boom der französischen Wahlkampf-Periode zu Danken, der als verfrühte Erleichterungsrally aufgrund des erwarteten Wahlsiegs (“rumour”) von Emmanuel Macron betrachtet werden kann. Die Börse lag also schon vergangene Woche im Vor-Freudentaumel und könnte diese Woche, nach den “news” der Frankreichwahl, an Euphorie verlieren.

Fundamental viel Neues

Börsenweisheiten hin oder her, auf Eines können wir uns verlassen: Die Börse strebt nach Größerem. Solange die Wirtschaft wächst, solange machen Unternehmen Gewinn und geben den Märkten mit guten Bilanzkennzahlen frische Impulse. Sowohl amerikanische als auch europäische Firmen gewähren uns in den kommenden Tagen einen Blick in ihre Bücher. Für Bewegung auf dem Parkett könnten folgende Kandidaten sorgen, die teils auch zu unseren boerse.de-Champions-Aktien zählen:

Dienstag:

Commerzbank, K+S, Eon, ElringKlinger, Zalando, Walt Disney, News Corp, NVIDIA, Electronic Arts

Mittwoch:

HeidelbergCement, Carl Zeiss Meditec, AXA, ING, Evotec, Toyota, Leonk, 21st Century Fox

Donnerstag:

Deutsche Post, Deutsche Telekom, Nordex, Lanxess, Henkel, ProSiebenSat.1, Nissan

Freitag:

Innogy, Allianz, Thyssenkrupp, ArcelorMittal, Hapag-Lloyd

Ich wünsche Ihnen gute Nerven und eine erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

Der Wochenausblick: Volltreffer!

BMW vor den (endgültigen) Zahlen: Gelingt der Überraschungssieg?

car-1281697_960_720Wofür steht das Kürzel “BMW”? Bald Mein Wagen. Zugegebenermaßen ein extrem platter Witz mit einem Fünkchen Wahrheit garniert: Die sportlichen Autos der Münchener wecken Begehrlichkeiten. Bei Hehlerbanden aber auch bei Aktionären, die der morgigen, endgültigen, Q1-Präsentation entgegenfiebern.

Als dritter und damit letzter Autobauer im DAX überraschte BMW bereits am 20. April mit vorläufigen Quartalszahlen und deutlich höheren Gewinnen. Ein Trend, der sich in den Resultaten der gesamten Branche widerspiegelt, denn auch VW und Daimler punkteten im Vorfeld mit Rekordergebnissen.

Aus Freude an Zahlen

Einen Titel musste BMW 2016 an Mercedes abtreten: Der Pokal “weltgrößter Premiumhersteller” ging nach elf Jahren an der Spitze erstmals an die Stuttgarter, die deutlich mehr PKWs verkauften als die Bayern. Trotz des kleinen Wermutstropfens haben die Münchener morgen vermutlich allen Grund zum Feiern. Die vorläufigen Zahlen lassen vermuten, dass das Vorsteuerergebnis der vergangenen drei Monate die drei Milliarden Euro-Grenze knackte, was einem Zuwachs von 27 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Der Konzernumsatz nahm um 12,4 Prozent auf 23,45 Milliarden Euro zu.

Ein “Kickstart” gelang BMW wohl auch beim Finanzergebnis: Es schnellte auf 359 Millionen Euro in die Höhe, nachdem im Jahr zuvor noch ein Verlust von 89 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Grund genug für ein kollektives “Prosit” in der Chefetage des Autobauers? Leider nein, denn der schöne Schein trügt manchmal. Sowohl im Bierzelt, als auch in der Bilanz.

Ein Haar in der Suppe…

…fanden die Anleger nach Vorlage der Ergebnisse Mitte April. Das Zahlenwerk strahlte zwar auf den ersten Blick wie eine frisch polierte Luxuslimousine, doch bei näherem Hinsehen zeigten sich ein paar Kratzer. So kletterte der Quartalsgewinn im mit Abstand wichtigsten Automobil-Segment lediglich um sechs Prozent auf 1,87 Milliarden Euro und die Marge lag mit mageren neun Prozent sogar leicht unter dem Niveau des Vorjahres-Quartals.

Auch das anscheinend brillante Finanzergebnis schmeckte den Investoren nicht so recht, da es auf positive Bewertungseffekte statt BMW’s Erfolg als Autohersteller zurückzuführen war. Zum Beispiel die Resultate aus dem Kartendienst Here, den BMW, Daimler und Audi 2015 von Nokia erwarben. Der Einstieg neuer Partner bei diesem ungewöhnlichen Projekt konkurrierender Hersteller führte zu einer höheren Bewertung der BMW-Anteile an Here. Ein Sondereinfluss, von dem bereits Erzrivale Daimler profitierte. Mit dem Unterschied, dass Mercedes bei der für einen Autohersteller wesentlich wichtigeren Kennzahl “Marge” deutlich besser abschnitt als BMW: Die Stuttgarter steigerten ihre Umsatzrendite von sieben Prozent im Vorjahr auf zuletzt 9,8 Prozent.

Zahlentechnisch muss BMW also noch ein paar Dellen ausbügeln, um Anleger zum Einsteigen zu bewegen. Die Konkurrenz unter den Automobilherstellern ist groß und Investoren werden bei der morgigen Zahlen-Präsentation und der Hauptversammlung am 11. Mai sehr genau hinhören, um zu erfahren, mit welchen neuen Modellen und Investitionen BMW wieder an die Weltspitze preschen will.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

BMW vor den (endgültigen) Zahlen: Gelingt der Überraschungssieg?

Apple vor den Zahlen: Wie gut ist die neue Ernte?

apple-139266_960_720Kultmarke, Statussymbol, Design-Legende, American Dream… Apple ist der Inbegriff vieler Superlative. Das kalifornische Technologieunternehmen präsentiert heute Zahlen zum fiskalen, zweiten Quartal 2017  ein mit Hochspannung erwartetes Event, das auch die letzten, feiertags-müden Börsianer aufs Parkett zurückbringen dürfte. “Q2” gilt traditionell als eine eher schwache Umsatzperiode. Das wichtige Weihnachtsgeschäft ist bereits in den Zahlen von Anfang Februar eingepreist, die Lancierung des neuen iPhones wird erst im dritten Quartal erwartet.

Dennoch gibt es keinen Grund für einen Durchhänger: Experten erwarten, dass der Champion im Jahresvergleich 4,7 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftete, was einer Summe von 52,9 Milliarden Dollar entspricht.

Rekorde, Rekorde, Rekorde

Gestern erreichte der Kurs der iAktie eine neue Bestmarke: Zwischenzeitlich kostete ein Happen vom Äpfelchen ganze 147,20 Dollar und auch der Schlusskurs von 146,58 Dollar markierte einen neuen Rekord. Zudem rechnen Insider damit, dass das Unternehmen aus Cupertino mehr Geld auf der hohen Kante hat, als je zuvor. 250 Milliarden Dollar an Barreserven sollen auf Konten irgendwo jenseits der amerikanischen Grenzen lagern. Ein Vermögen, mit dem der Technologiekonzern Unternehmen wie Netflix und Tesla quasi aus der Portokasse kaufen könnte. Kein Wunder also, dass Übernahmegerüchte die Runde machen, die Apple den Einstieg in die Elektroauto- oder Filmindustrie erleichtern könnten. Tatsächlich wagt der Computer- und iPhone-Hersteller das ein oder andere Abenteuer, um seine Abhängigkeit vom Smartphone-Geschäft, das für rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich ist, zu minimieren. Mit gemischten Resultaten…

(K)ein Grund zur Sorge

Armbanduhren, Ohrstöpsel, Autos oder Brillen: die Kalifornier experimentieren durchaus mit neuen Produkten, doch bislang mit mäßigem Erfolg. Sowohl die Verkaufserlöse der Apple Watch als auch die der drahtlosen AirPods-Kopfhörer, werden im Rahmen der Bilanz-Präsentation vermutlich unter der Kategorie “andere Produkte” abgefrühstückt. Die Einnahmen aus neuartigen Produkten sind einfach noch zu marginal, um ihnen eine eigene Kategorie zu widmen. Doch die Verkaufszahlen lassen hoffen: Analysten rechnen damit, dass Apple im vergangenen Quartal mit 1,8 Millionen Stück rund 25 Prozent mehr Armbanduhren vertickte, als im Vergleichszeitraum. Trotz anhaltender Lieferschwierigkeiten wechselten auch 2 Millionen AirPods den Besitzer, die aber mit einem Verkaufspreis von rund 180 Euro (noch) nicht maßgeblich zum Firmenergebnis beitragen.

Alles iPhone oder was?

Der Goldesel des Unternehmens feiert dieses Jahr seinen 10. Geburtstag. Zehn Jahre, die unser Leben und unsere Kommunikation entscheidend beeinflussten. Während das klassische “Handy” anfangs lediglich das Prädikat “Mobiltelefon” verdiente, ist das iPhone Unterhaltungsmedium, Kommunikationsmittel, Wegweiser und “Buddy” in einem Gerät. Anfangs von vielen Skeptikern belächelt, ist der kinderleicht zu bedienende und intuitive “Touchscreen” mittlerweile zum Smartphone-Standard geworden und wird von Konkurrenten wie Samsung, Huawei oder Sony kräftig kopiert und optimiert. Alternativen zum teuren Apple-Gerät gibt es viele, aber das Original schafft es dennoch, seine Marktposition zu verteidigen und überholte im Weihnachtsquartal sogar Erzrivalen Samsung. Die Koreaner verkauften auch aufgrund explosiver Akku-Probleme “nur” 77 Millionen Smartphones, Apple brachte es dagegen auf 78,3 Millionen iPhones.

Nach dem großen Erfolg des iPhone 7 warten die Fans jetzt auf das revolutionäre iPhone 8 und müssen sich vielleicht noch länger in Geduld üben: Eigentlich sollte das Smartphone mit Fingerabdrucksensor, OLED-Display und anderen, innovativen Features im September auf den Markt kommen. Doch aufgrund von Lieferengpässen für einige Komponenten könnte es zu Verzögerungen kommen. Eine Planungs-Panne, die zu Einnahmeausfällen führen könnte und sicher einen wichtigen Punkt auf Apple’s heutiger Agenda darstellt.

PS: Meine Kollegen vom boerse.de-Aktienbrief berichten übrigens regelmäßig über die Champions-Aktie Apple. Reinlesen lohnt sich!

Ich wünsche Ihnen einen spannenden, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Apple vor den Zahlen: Wie gut ist die neue Ernte?

Deutsche Bank: Ein Hoffnungsschimmer nach zwei Horrorjahren

Wie Phoenix aus der Asche: Die Deutsche Bank überraschte im Rahmen der Quartalszahlen-Präsentation mit einer Gewinnmeldung. Nach zwei verlustreichen Jahren verbuchte das Geldhaus in den vergangenen drei Monaten endlich mal wieder einen ordentliches Vorsteuerergebnis von 878 Millionen Euro, was einer Steigerung von 52 Prozent entspricht. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Ergebnis von 868 Millionen gerechnet. Doch die Erträge ließen zu wünschen übrig: Sie gingen um neun Prozent auf 7,3 Milliarden Euro zurück.

Rechtfertigt dieser kleine “Schönheitsfehler” in der Bilanz den Kursrutsch der Aktien von rund drei Prozent zu Handelsbeginn? Teilweise. Neben Gewinnmitnahmen der Anleger, die sich über die Wertsteigerung ihrer Bankenaktien von über zehn Prozent seit Jahresbeginn freuten, waren viele Börsianer mit dem Statement des DB-Chefs John Cryan “Ich bin zufrieden mit unserem Start ins Jahr 2017” nicht ganz einverstanden.

Etwas Licht…

Good news first: Der boomende Anleihenhandel spülte der Deutschen Bank ordentlich Geld in die Kassen. Aufgrund der andauernden Unsicherheiten an den Weltbörsen schichteten Anleger ihr Depot um und zahlreiche Börsen-Neulinge kauften Aktien, um von der andauernden Hausse zu profitieren. Folglich sprudeln die Erlöse aus dem Beratungsgeschäft und Investmentbanking, das sein operatives Ergebnis von 313 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf jetzt 462 Millionen Euro steigern konnte. Mit diesem Resultat liegen die Frankfurter übrigens schwer im Trend: Auch richtungsweisende US-Großbanken profitierten vom starken Anleihengeschäft und verbuchte im ersten Quartal Milliardengewinne.

Auch das Tagesgeschäft mit Privat- und mittelständischen Kunden kam wieder in Schwung. Hier kletterte das Ergebnis vor Steuern auf 320 Millionen Euro nach 63 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Bedeutet das, dass Kunden wieder mehr Vertrauen in das krisengeschüttelte Bankhaus gewonnen haben? Die erst kürzlich abgeschlossene Kapitalerhöhung von 8 Milliarden Euro sollte Kunden und Anleger von der Zukunftsfähigkeit der Bank überzeugen, doch viele argwöhnen, dass die momentanen Überschüsse mehr kosmetischer Natur sind und sich nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen lassen.

…und Schatten


Dem Bankhaus wird “mehr Schein als Sein” unterstellt, denn der Schrumpfkurs des John Cryan hat Köpfe rollen lassen und zu Kostensenkungen von rund zwölf Prozent geführt. So wäre es durchaus denkbar, dass sogar bei gleichbleibenden Einnahmen unterm Strich ein Plus in der Bilanz steht. Zudem profitierte die Deutsche Bank von Basiseffekten und weggefallenen Belastungen, die ein in Wirklichkeit stagnierendes Geschäft in einem günstigeren Licht erscheinen lassen.

Wie gehts weiter?

Um das Bankhaus wieder auf Erfolgskurs zu trimmen und die teils selbst verschuldete Finanzkrise zu überwinden, setzt Cryan auch weiterhin auf den Rotstift. Nachdem die Mitarbeiterzahl innerhalb eines Jahres von weltweit 101.445 auf 98.177 eingedampft wurde, sollen bis 2018 weitere 9.000 Angestellte ihren Job verlieren. Vor allem Mitarbeiter der insgesamt 188 deutschen Filialen, die auf der roten Liste stehen, müssen ihren Hut nehmen und sollen durch freundliche Telefonberater ersetzt werden. Die unverkäufliche Postbank-Tochter wird in die Bank eingegliedert und die Vermögensverwaltung Deutsche Asset könnte im Falle eines Teil-Börsengangs Millionen zur Firmenbilanz beisteuern.

Unterm Strich ist die Neuausrichtung der Deutschen Bank ein enormer Kraftakt. Sowohl Kunden, als auch Mitarbeiter und Aktionäre sollen wieder Vertrauen in die Finanzkraft und Zukunftsfähigkeit der Großbank gewinnen und John Cryan muss wieder und wieder beweisen, dass sein Masterplan auch langfristig Früchte trägt.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Deutsche Bank: Ein Hoffnungsschimmer nach zwei Horrorjahren

Amazon vor den Zahlen: Schreibt der Online-Händler ein neues Kapitel Erfolgsgeschichte?

Es hagelt Quartalszahlen. Allein in den USA präsentieren morgen Under Armour, Intel, Microsoft, Starbucks, Alphabet und Amazon Ergebnisse der vergangenen drei Monate. Wir konzentrieren uns heute auf die Erfolgsgeschichte des Online-Riesen Amazon, der sich innerhalb der vergangene 23 Jahren vom Buchhändler zum Internet-Tausendsassa entwickelt hat. Ein atemberaubender Werdegang, gepflastert von unternehmerischen Meilensteinen. Doch dazu gleich mehr…

Die Erwartungen der Analysten

Sind hoch. Im Schnitt rechnen die Experten mit einem Umsatzanstieg von 21,2 Prozent auf 35,3 Milliarden Dollar sowie einem Nettogewinn je Aktie von 1,13 Dollar. Als Umsatzmotor dürfte sich mal wieder das erfolgreiche Cloudgeschäft AWS (Amazon Web Services) erweisen. Der Internetriese gilt als Pionier und erste Adresse für Unternehmen, die Rechenleistungen gegen eine Abo-Gebühr auf Amazons Serverfarmen auslagern wollen.

Es gibt allerdings auch ein paar Baustellen, die für leichte Kratzer in der geschliffenen Firmenbilanz sorgen könnten. Wachstum kostet Geld und sowohl die Expansion in neue Märkte wie Indien und China, als auch zahlreiche, kostspielige Prime Video-Eigenproduktionen schmälern die Umsätze des Internetgiganten.

Das Gros der Analysten lässt sich jedoch von zukunftsträchtigen Investitionen nicht verunsichern. Schließlich hat sich bis dato fast jeder innovative Geistesblitz von Firmenboss und Visionär Jeff Bezos als Erfolgsstory entpuppt.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Videoproduzent, Cloud-Anbieter, Shopping-Tempel, Lebensmittel-Lieferant… Was ist Amazon eigentlich? Die ursprüngliche Positionierung als Online-Buchhändler ist längst überholt. Der Versandhändler entwickelt sich mehr und mehr zum Internet-Pionier, der viele Branchen revolutioniert. Aktuelle Projekte umfassen beispielsweise die Mobilfunksparte, in der Amazon als virtueller Betreiber eigene Sim-Karten verkaufen will, die Auslieferung von Waren mittels Roboterfahrzeugen oder der Vorstoß als Lebensmittellieferant: Unter dem Namen “Amazon Fresh” könnte das Unternehmen herkömmlichen Supermarktketten schon bald Konkurrenz machen.

Ein für Außenseiter schwer zu fassendes Sammelsurium mit einem gemeinsamen Nenner: Das Streben nach Innovation. Im Laufe der Unternehmensgeschichte wurden immer wieder Geschäftsfelder erschlossen, von denen niemand wusste, ob sie jemals eine reiche Ernte erwirtschaften würden. Doch viele dieser Wagnisse erwiesen sich langfristig als Umsatztreiber und führten dazu, dass Amazon trotz dotcom-Blase und so mancher Fehlinvestition der weltweit größte Einzelhändler ist. Amazon-Gründer und Chef Jeff Bezos erläuterte seine Unternehmensphilosophie gegenüber der Nachrichtenagentur dpa einmal mit folgenden Worten: „Wir wollen Sachen erfinden, die den Leuten anfangs ungewöhnlich vorkommen – aber einige Jahre später für alle normal sind.“

Abschließend stellt sich natürlich die Frage, ob eine Investition in die boerse.de-Champions-Aktie trotz ihres stolzen Preises von rund 908 Dollar pro Stück noch gerechtfertigt ist. Gründe, die für einen Kauf sprechen, gibt es genug: Ein durchschnittlicher Kursgewinn von 33 Prozent innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Eine lange, weitgehend stabile, Börsenhistorie. Der bemerkenswerte Pioniergeist des Unternehmens. All das macht Amazon zum Börsenliebling, für den die britische Barclays Bank sogar ein Kursziel von 1.120 Dollar in Aussicht stellt. Keine Frage: Amazon macht seinem Titel als Champion alle Ehre und könnte auch morgen wieder die Phantasie der Anleger beflügeln.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Amazon vor den Zahlen: Schreibt der Online-Händler ein neues Kapitel Erfolgsgeschichte?

Daimler vor den Zahlen: Wie stehen die Sterne für den Autohersteller?

Schneller, höher, weiter, mehr Daimler entwickelt sich zum Inbegriff vieler Superlative und fährt fast monatlich neue Rekorde ein. Kurz vor Ostern war es wieder soweit: Daimler überraschte die Anleger mit vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal 2017 und nahm der morgigen, endgültigen Bilanzpräsentation die Spannung vorweg. Um dennoch für einen Überraschungseffekt bei den Aktionären zu sorgen, könnte Daimler-Chef Zetsche am Mittwoch ein Ass aus dem Ärmel schütteln und die Gewinnprognose des Autoherstellers für das Gesamtjahr 2017 anheben. Die vorläufigen Zahlen würden einen solchen Schritt jedenfalls durchaus rechtfertigen. Den Schwaben gelang es offenbar, das Konzernergebnis mit vier Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast zu verdoppeln.

Die E-Klasse läuft und läuft…

Doch damit nicht genug. Im März hatte der Autobauer gleich doppelten Grund zur Freude: Die Konzernmarke Mercedes-Benz feierte vergangenen Monat ein Absatzplus von 15 Prozent und gleichzeitig ein Rekordquartal mit insgesamt zwölf Prozent mehr verkauften Neuwagen. Vor allem in China entwickelte sich die nur dort erhältliche, lange Version des Klassikers “E 300 L” zum Kassenschlager. Kein Wunder, denn Daimler hat die Limousine für den chinesischen Markt quasi maßgeschneidert.

Vielleicht fragen auch Sie sich, weshalb ausgerechnet die für ihren eher schmalen Körperbau bekannten Chinesen einen “kleinen Maybach” mit extra Fußraum im Fond benötigen? Das liegt vor allem an der Meeting-Kultur der Asiaten. Geschäftsabschlüsse werden gerne im Stau getätigt und zu diesem Zweck ist ein bisschen extra Komfort für den Chauffeur (beheizbare Armlehne) und die Insassen (beheizbarer Getränkehalter, doppelte Polsterung, USB-Anschluss…) durchaus gerechtfertigt.

Am weltgrößten Automarkt erzielte Daimler in den vergangenen drei Monaten voraussichtlich ein Plus von 37 Prozent und damit weltweit den höchsten Zuwachs gefolgt von Europa (elf Prozent) und den USA (4,5 Prozent).

Die E-Autos kommen

Branchenkenner munkeln, dass die gegenwärtigen PKWs mit Verbrennungsmotor hauptsächlich der Subvention zukunftsträchtiger Elektromobile dienen. Vielleicht etwas überspitzt formuliert, aber die Autoindustrie steht tatsächlich vor einer gewaltigen Revolution, bei der die Karten unter den Herstellern neu gemischt werden dürften. Elektromotoren und autonomes Fahren sind bereits so ausgereift, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das klassische Automobil vom Robocar abgelöst wird. Die Frage ist nur, welcher Autobauer das Rennen machen wird.

Neulinge wie Tesla und Apple oder altgediente Marken wie Daimler, BMW oder VW? Diese Frage lässt sich momentan noch nicht beantworten. Klar ist aber, dass Mercedes bei seiner E-Auto-Initiative einen Gang raufschalten muss. Tesla drängt mit der Mittelklasse-Limo “Model 3” auf den Markt, für die bereits 400.000 Vorbestellungen eingegangen sind und Apple tüftelt am “Project Titan”: Einem autonom fahrenden Elektroauto.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Vielleicht. Zumindest beschloss Daimler-Chef Zetsche in den Turbo zu wechseln und zehn geplante E-Autos bereits bis 2020 vom Band laufen zu lassen. Fünf Jahre früher als geplant.

Liebe Leserinnen und Leser, Autoaktien sind glamourös, gewinnbringend und zugleich riskant. Die gesamte Branche ist nicht nur äußerst konjunkturabhängig, sondern steckt gleichzeitig in einer Industrie-Revolution, die den gesamten Sektor neu strukturieren könnte. Nichts für schwache Nerven und auch nur bedingt zum langfristigen, defensiven Vermögensaufbau geeignet. Wenn Sie ihr Erspartes lieber im Trockenen “parken”, empfehle ich Ihnen den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI). Ein Zertifikat bestehend aus zehn besonders risikoarmen und gleichzeitig renditestarken Aktien “langweiliger” Branchen, wie der Nahrungs-, Konsumgüter-, oder Genussmittelindustrie. Ein solides Investment, das sich mit einer Rendite von 48,5 Prozent seit dem Börsendebüt am 30.6.2014 sogar weit besser entwickelte, als das Daimler-Papier.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Daimler vor den Zahlen: Wie stehen die Sterne für den Autohersteller?