Facebook vor den Zahlen: das müssen Sie heute wissen!

eye-1553789_960_720Die Facebook-Aktie – eine Erfolgsstory. Aber wie lange noch? Bislang ist zwar mit einer Jahresrendite von 21,59 Prozent noch alles im “grünen Bereich”, doch bei der morgigen Quartalszahlen-Präsentation wird das soziale Netzwerk auf die Probe gestellt. Wobei der “soziale” Grundgedanke, den Mark Zuckerberg einst hegte, mittlerweile sehr kontrovers diskutiert wird. Zum einen, weil viele Nutzer mehr Zeit damit verbringen, den Facebook-Newsfeed zu studieren, als aktiv Zeit mit Familie oder Freunden zu verbringen. Zum anderen, weil sich Facebook mehr und mehr zur Werbeplattform entwickelt.

Wachstum und Werbung

Ein Spagat. Einerseits will und muss das Netzwerk seine über zwei Milliarden Kunden mit interessanten Inhalten an sich binden, andererseits müssen Werbeeinnahmen die steigenden Ausgaben kompensieren. Die Entwicklung neuer Sicherheits-Features, eines individuelleren Newsfeeds und eines besseren Werbealgorithmus kosten Geld. Viel Geld. So kündigte Finanzchef David Wehner im Rahmen der Q3-Zahlenkonferenz an, dass die Betriebskosten 2018 um bis zu 60 Prozent und die Investitionen um 100 Prozent steigen dürften. Natürlich fragen sich Investoren, ob und wie Facebook diese enormen Ausgaben kompensieren will. Mehr Werbung würde zulasten der Nutzerfreundlichkeit gehen, weniger Werbung würde zu einem finanziellen Desaster führen.

Mark Zuckerbergs Strategie lautet deshalb: Weniger Anzeigen zu höheren Preisen. Mit der Mitte 2017 eingeführten Strategie will Facebook wieder persönlicher werden, seine Community an sich binden und durch ein attraktives Werbeumfeld langfristig mehr verdienen. Klingt gut, aber ob Marks Masterplan auch funktioniert?

Es scheint so. Ersten Zahlen zufolge verzeichnete Facebook im dritten Quartal zwar weniger “Klicks” auf Anzeigen, dafür stieg der gemittelte Preis pro “Ad” allerdings um 35 Prozent. Die Optimierung des Werbealgorithmus resultiert demnach in eine bessere Zielgruppenansprache für die Kunden bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen. Die Gewinnmaschine läuft.

Hohe Erwartungen

Das Gros der Analysten rechnet deshalb damit, dass sich Facebook heute mal wieder selbst übertreffen wird. Auf der Umsatzseite erwarten Marktexperten ein Plus von 42,07 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Zahlen ausgedrückt: 12,52 Milliarden Dollar Umsatz nach 8,81 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Facebook-Aktie dürfte 1,92 Dollar nach 1,41 Dollar im Vergleichsquartal betragen. So viel Erfolg ruft natürlich die Konkurrenz auf den Plan. Google, Snapchat und jüngst Tencent buhlen um die Gunst von Nutzern und Werbetreibenden. Tencent, der chinesische Betreiber der Plattform “WeChat” war im November mit einer Bewertung von 562 Milliarden Dollar erstmals mehr wert, als Facebook (541 Milliarden Dollar). “WeChat”, die Kommunikationsplattform, die anfangs wie eine billige Raubkopie von Facebooks “WhatsApp” aussah, zählt mittlerweile 980 Millionen Nutzer. Fast so viel wie das “Original” aus dem Hause Zuckerberg. Doch die App hat noch mehr drauf: während wir mit WhatsApp vor allem chatten, nutzen Chinesen WeChat als mobiles Portmonee. Eine Funktion, die so gut ankommt, dass sogar deutsche Läden, wie zum Beispiel Rossmann oder dm, WeChat als Bezahlmethode akzeptieren.

Es bleibt spannend abzuwarten, welche sozialen Plattformen in ein paar Jahren das Sagen haben werden und wie die Online-Giganten dann unser Leben beeinflussen. Investorenlegende George Soros vertritt da seine ganz eigene Meinung: während des Weltwirtschaftsforums in Davos warnte er vor den wirtschaftlichen Monopolen von Google und Facebook, die das eigenständige Denken bedrohten und die Demokratie gefährdeten. Auch würden Facebook bei stabilem Wachstum schon bald “die Menschen” ausgehen. Was dann?

Eine Überlegung, die Soros auch bei der Umschichtung seines Depots Ende 2017 in Betracht zog. Er reduzierte seine Beteiligung an Tech-Aktien wie SnapChat, Twitter und Facebook drastisch und investierte dafür in “Börsendinos” wie General Motors, Oracle und Campbell Soup. Diese Werte zählen zwar aufgrund ihrer instabilen Kurshistorie nicht zu den Top-Defensiv-Champions, doch unsere Denkrichtung ist ähnlich: während die Zukunft der Tech-Giganten auf unsicheren Beinen steht und einem steten Wandel unterworfen ist, werden Aktien der Nahrungs- und Konsumgüterindustrie immer gefragt sein. Wenn auch Sie in Defensiv-Champions investieren möchten, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit langfristige Wettbewerbsvorteile auszeichnen, dann informieren Sie sich über den BCDI, den boerse.de-Champions-Defensiv-Index. Dem mit mehr als 120 Millionen Euro Anlagevolumen meist gehandelten Aktien-Index-Zertifikat der Börse Stuttgart.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre Miss boerse.de

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Facebook vor den Zahlen: das müssen Sie heute wissen!

Commerzbank: Eine starke Bilanz, aber…

frankfurt-am-main-germany-2867908_960_720Die Commerzbank-Aktie zählt heute mit einem Plus von rund zwei Prozent zu Handelsbeginn zu den Gewinnern des Tages. Viele Investoren feiern die Rückkehr des Geldinstituts in die schwarzen Zahlen: Nach einem Verlust von 288 Millionen Euro im Vorjahr steht jetzt ein Plus von 472 Millionen Euro auf dem Commerzbank-Konto. Auf den ersten Blick ein Top-Ergebnis, doch der schöne Schein trügt…

Sondereffekte verschönern Bilanz

Wer ein bisschen tiefer in die Zahlen des Dax-Konzerns eintaucht und sich nicht mit vielversprechenden “Headlines” begnügt, wird schnell feststellen, dass das Geldinstitut vor allem aufgrund sogenannter “Sondereffekte” blendend verdiente. Darunter verstehen die Finanzfachleute außerordentliche, in der Regel einmalige, Aufwendungen oder Erträge. Die Commerzbank konnte ihre Q3-Bilanz “aufhübschen”, indem sie beispielsweise die Frankfurter Konzernzentrale “Commerzbank Towers” für geschätzte 620 Millionen verkaufte, ihre Beteiligung am Kartendienstleister Concardis veräußerte und ein Gemeinschaftsunternehmen für Ratenkredite mit der BNP Paribas auflöste.

Unterm Strich trugen diese kleinen Extras fast eine halbe Milliarde Euro zum Gesamtergebnis der Commerzbank bei. Ohne Sondereffekte, die das Resultat “aufpumpen” wäre die Bilanz des Geldinstitutes dagegen eher spärlich ausgefallen.

Geldquelle gesucht

Da Sondereinflüsse einmaliger Natur sind, benötigen die Frankfurter neue, dauerhafte Erlösmodelle. Keine leichte Aufgabe in Zeiten ultra-niedriger Zinsen, zunehmend starkem Wettbewerb durch “FinTech”-Dienstleister und flauen Kapitalmarkt-Erträgen. So sank das Zins- und Handelsergebnis um 4,1 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Umdenken ist angesagt! Um dem stetigen Erlösschwund entgegenzuwirken, plant die Coba umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen – teils mit guten Erfolgen.

Zum Beispiel beim Problemkind Schiffskredite. Jahrelang hatte die Commerzbank im großen Stil Kredite für neue Frachtschiffe gewährt. Steigende Überkapazitäten und fallende Frachtraten hatten jedoch viele Reedereien in Schieflage gebracht und zum Ausfall zahlreicher Schuldner geführt. Der Abbau der Problemkredite steht deshalb ganz oben auf der Coba-ToDo-Liste und scheint sich bereits bezahlt zu machen: In den ersten neun Monaten des Jahres wurde das zum Kentern verurteilte Schiffsportfolio um 1,5 Milliarden Euro reduziert und lag Ende September noch bei 3,3 Milliarden Euro. Bis zum Ende des Jahres sollen es 3 Milliarden Euro sein.

Fusions-Fantasien

Gefallen finden die Börsianer auch an den stets wiederkehrenden Übernahme-Spekulationen rund um die Commerzbank, die jedoch am größten Aktionär der Frankfurter scheitern könnten: dem deutschen Staat. Seit der Finanzkrise ist die Bundesrepublik mit 15 Prozent an der CoBa beteiligt und würde einer – vermutlich verlustbringenden – Veräußerung der zweitgrößten, deutschen Privatbank an ausländische Geldinstitute, wie BNP Paribas oder Crédit Agricole, nur ungern zustimmen. Neue Informationen zu eventuellen Übernahmen gab es aufgrund der ungewissen Sachlage heute dann auch nicht.

Geldinstitute verkehren momentan in schwerem Fahrwasser – mit oder ohne faulen Schiffskrediten im Schlepptau. Wenn Sie lieber auf Aktien mit starken Renditen statt schwachen Zinsen setzten, dann lesen Sie jetzt den gestern neu erschienenen boerse.de-Aktienbrief und profitieren auch Sie von den langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt!

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Commerzbank: Eine starke Bilanz, aber…

Alibaba: Morgen kommt die Katze aus dem Sack

Chinese-Cat.jpgMensch, verdammt. Jetzt wollte ich als total ambitionierte Autorin Alibaba auch mal ausprobieren, bevor ich darüber schreibe. Doch was soll ich sagen? Die chinesische Handels *slash* Kommunikations *slash* Cloudplattform macht mir einen Praxistest echt nicht leicht.

Angefangen mit meinem vergeblichen Versuch auf alibaba.de (ein türkischer Joghurtgetränke-Hersteller) Kabel zu kaufen, bis hin zum, naja, langwierigen Shoppingerlebnis auf Alibabas aliexpress.com, machte Babas-Shoppingimperium auf mich einen eher exotischen Eindruck.

Alibaba muss liefern. Morgen.

Während ich bei aliexpress.com ganze 28-56 Tage auf mein “Lange Typ Telefonkabel rein” (oder schlicht und einfach: Telefonkabel) warten müsste, das dann kostenfrei im “ordinary Kleine Paket plus” aus China geshippt wird, muss Alibaba schon morgen liefern. Quartalszahlen – pünktlich und in Top-Qualität, versteht sich.

Die Erwartungen an den chinesischen Giganten mit über 50.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Dollar sind hoch. + 31 Prozent mehr Gewinn als im Vorjahreszeitraum, + 55 Prozent mehr Umsatz – das sind Promille, die sonst nur im Schnapsregal zu finden sind. Wenn der Online-Multi zahlentechnisch irgendwo darunter liegt, könnten die Profi-Trader in den SSV-Modus wechseln und das wars dann erstmal mit der Kursrakete!

Glückskekse

Chill: Wahrscheinlich hat Ex-Mathelehrer und Firmengründer Jack Ma alles richtig gemacht. Gut, Alibaba hat verdammt viel Verwechslungspotenzial mit Amazon, doch der Lucky-Mix aus Commerce, Cloud und Content ist einfach so hot wie die “3 Herrlichkeiten” auf dem Mittagsmenü meines Liefer-Chinesen.

Statistiken behaupten, dass die Anzahl chinesischer Onlineshopper im vergangenen Jahr um 41 Prozent zugenommen hat und Alibaba kräftig am E-Commerce-Trend im Land des Lächelns mitprofitieren wird. Eine Cloudplattform für virtuellen Speicherplatz und gehostete Software (AliYun), ein Filmstudio, diverse Shops sowie ein Payment-Provider tragen alle zu Alibabas zweistelligem Gewinnwachstum bei.

Die Aktie läuft im Gleichschritt mit: Allein in diesem Jahr stieg der Kurs der Baba-Aktie um 57 Prozent. Seit ihrem Mega-Börsengang 2014, der sogar noch fetter war als der von Facebook, gabs + 82,46 Prozent aufs Depot. Ich sage nur: Ab in den Warenkorb, die Ali-Aktie!

Alibaba: Morgen kommt die Katze aus dem Sack

Vonovia: Wer hoch baut, kann tief fallen?

19_Preview_UnternehmensfotosWohnungskonzern Vonovia präsentiert morgen Bilanzzahlen der vergangenen drei Monate. Ein spannendes Thema, das mich als erblich vorbelasteter Immobilien-Fan und Wahl-Münchner besonders interessiert. Vor allem in Ballungszentren ist der Immobilienmarkt schon seit Jahren so überhitzt, dass es äußerst schwierig und teuer ist, überhaupt eine angemessene Bleibe zu finden. Gepaart mit dem andauernden Niedrigzinsumfeld befürchten Experten deshalb eine “Immobilienblase”, die Unternehmen wie Vonovia noch reicher und Mieter ärmer machen könnte.

Luftschlösser…

Der Dax-Newcomer, der erst seit 2015 zur elitären Familie der deutschen Top-30-Unternehmen zählt, hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Performance hingelegt. Anleger, die die Vonovia-Aktie am Tag ihres Börsendebüts am 11. Juli 2013 erwarben, freuen sich heute über eine Rendite von 95,7 Prozent. Da bekommt der Ausdruck “Betongold” eine ganz neue Bedeutung…

Vonovias Fundament besteht aus bundesweit rund 340.000 Mietwohnungen, vor allem in Großstädten wie Berlin, Dresden oder dem Ruhrgebiet. Der bochumer Konzern erwirtschaftete 2016 ein Ergebnis von 2,3 Milliarden Euro dreimal so viel wie im Jahr zuvor. Eigentlich eine gute Sache, wenn es in Zeiten von Wohnungsnot ein Dax-Unternehmen gibt, das so erfolgreich mit Immobilien wirtschaftet, oder? Nicht ganz. Denn Vonovias Erfolg beruht vor allem auf der geschickten Vermarktung ehemaliger Sozial- und Arbeiterwohnungen und nicht auf der Schaffung von neuem Wohnraum. Die Konsequenz: Das Unternehmen wächst, das Angebot auf dem Wohnungsmarkt stagniert.

Des einen Freud, des anderen Leid. Auf der Hauptversammlung von Deutschlands größtem Wohungskonzern vergangene Woche wurde die Kontroversität der Parteien besonders deutlich. Während Aktionäre, die Vonovia als reine Geldanlage betrachten, Konzernchef Rolf Buch zujubelten, machten Anteilseigner, die gleichzeitig Vonovia-Mieter waren, ihrem Ärger Luft.

Die goldene Kuh lässt sich nämlich nur melken, solange Vonovia die Mieten erhöhen kann. Zum Beispiel nach Modernisierungen. Mieter werfen dem Unternehmen auch vor, von “Zusatzleistungen” wie der Vermietung von Küchen, Kosten für zweifelhafte “Müllmanager”, die auf die Bewohner umgelegt werden und intransparenten Nebenkostenabrechnungen zu profitieren, anstatt dringende Sanierungsarbeiten durchzuführen.

…vom Einsturz bedroht

Vonovias umstrittenes Erfolgsmodell könnte in den kommenden Jahren ins Wanken geraten. Zum einen, weil sich die Europäische Zentralbank langsam aber sicher an die längst überfällige Zinserhöhung wagt, die Darlehen für Unternehmen und Privatanleger wieder teurer machen würde. Zum anderen, weil die Immobilien-Nachfrage aufgrund der höheren Zinsen zurückgehen könnte. Weiteres Unheil droht von Seiten der Politik: Der Staat könnte zukünftig Mieterhöhungen nach Modernisierungsmaßnahmen reglementieren oder mit Hilfe der sogenannten “Mietpreisbremse” unangemessenen Mieterhöhungen in Ballungszentren wie Berlin oder Dresden einen Riegel vorschieben. Beide Maßnahmen würden das Erlösmodell von Vonovia erheblich beeinträchtigen und machen die Aktie des Wohnungsunternehmens zu einem riskanten Investment.

Ein Profil, mit dem sich Vonovia sicher nicht als Champions-Aktie qualifiziert. Sie schlafen vermutlich ruhiger, wenn Sie Ihr Kapital in die eigenen vier Wände, statt in Immobilien-Unternehmen mit fragwürdigen Geschäftsmodellen investieren. Gepaart mit einem aktienbasierten Grundlagen-Investment wie dem boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) steht Ihre langfristige Vermögensplanung auf einem soliden Fundament, das etwas Gegenwind von Seiten der Banken oder Politik leicht vertragen kann.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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Vonovia: Wer hoch baut, kann tief fallen?

Der Dax auf neuem Rekordhoch! Warum wir in dieser Börsenwoche nicht die Füße hochlegen sollten.

young-woman-2194038_960_720Langsam ertappe ich mich dabei, ähnlich zu denken wie die “Crash-Propheten” der Tagespresse: Wie lange kann das noch gut gehen? Wann kommt er, der “Absturz”? Unser heimischer Leitindex Dax hat trotz aller geopolitischer Unsicherheiten und Unkenrufe sogenannter “Marktexperten”seit Jahresbeginn fast elf Prozent an Wert gewonnen. Von Ermüdungserscheinungen keine Spur: Der Dax knackte heute zu Handelsbeginn sogar sein Rekordhoch von 12.800 Punkten! Saisonalität (“Sell in May an go away”) gepaart mit hohen Kursgewinne sorgen für Skepsis. Doch die Realität belehrt uns eines Besseren: Mittlerweile sind sogar die magischen 13.000 Punkte in greifbare Nähe gerückt und dem Dax fehlen nur noch 1,5 Prozent bis zum nächsten Gipfel-Glück.

Unsere treuen Leserinnen und Leser wissen ja, dass einer unserer Grundsätze lautet: Die Börse kennt langfristig nur einen Weg: nach oben! Basierend auf die zurückliegende Kurshistorie ist eine gemittelte Rendite von neun Prozent pro Jahr bei Dax und Dow völlig normal. Ja sogar ein Richtwert, mit dem man als Anleger getrost kalkulieren darf. An diese Aussage versuche ich mich immer dann zu erinnern, wenn mich latente Kritiker glauben lassen wollen, dass die Hausse jetzt “wirklich zu lange dauert” und der baldige Kurs-Kollaps bevorsteht.

Einmal Durchatmen

Zwar müssen wir uns bis zum nächsten “Crash” vermutlich noch ein Weilchen gedulden, doch vergangene Woche schalteten die Märkte zumindest mal einen Gang zurück. Wassertreten war angesagt und sowohl Dax als auch Dow Jones stagnieren bei minimalen Kursgewinnen. Es ist ganz natürlich, dass sich die Märkte ab und zu eine Pause gönnen. Anleger “versilbern” ihre Rendite wodurch Kurse kurz einbrechen können. Politische oder wirtschaftliche Turbulenzen führen zu nervösen Handelsverläufen. Einem Kurs-Zickzack, das auch hartgesottenen Börsianern auf den Magen schlagen kann. Doch denken Sie immer daran, dass solche Achterbahnfahrten völlig normal sind und wie jede Krise sogar prima Einstiegs-Chancen darstellen können. Oder um es mit Starinvestor Buffetts Worten zu sagen: „Egal, ob es um Aktien oder Socken geht, ich kaufe gerne qualitativ hochwertige Ware, wenn sie herabgesetzt ist.”

Wenn auch Sie unter die Schnäppchenjäger gehen möchte, so könnte sich in den kommenden Tagen die ein oder andere Gelegenheit zum “Zuschlagen” bieten. Zum Ausklang der Quartalssaison präsentieren noch ein paar namhafte Unternehmen ihre Zahlenwerke wie z.B. Porsche, RWE, Home Depot oder Wal-Mart – an Ihnen die Qual der Wahl!

Montag:
RWE, Salzgitter, Porsche, EnBW (alle Q1 Zahlen), TUI (Halbjahreszahlen)

Dienstag:
Vodafone (Jahreszahlen), Easyjet (Halbjahreszahlen), Home Depot (Q1 Zahlen)

Mittwoch:
Raiffeisen (Q1 Zahlen), Bouygues (Q1 Zahlen), Cisco Systems (Q3 Zahlen)

Donnerstag:
Merck KGaA (Q1 Zahlen), Alibaba Group (Q4 Zahlen), Wal-Mart (Q1 Zahlen), Salesforce (Q1 Zahlen), Burberry (Jahreszahlen), Google I/O Entwicklerkonferenz (bis 19.5.)
Sie können sich nicht entscheiden? Kein Problem! Riskieren Sie doch mal einen Blick auf “unseren” Index, den BCDI. Hierin haben wir zehn der weltweit risikoärmsten und zugleich renditestärksten Aktien zu einem handlichen “Paket” mit einer außergewöhnlichen Performance gebündelt. Mit einem Investment in den boerse.de-Champions-Defensive-Index hätten (oder haben?) Sie seit seinem Börsendebüt am 1. Juli 2014 über 50 Prozent Rendite gemacht. Fast doppelt soviel wie unser Leitindex Dax…

Ich wünsche Ihnen eine entspannte, erfolgreiche Börsenwoche,

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Der Dax auf neuem Rekordhoch! Warum wir in dieser Börsenwoche nicht die Füße hochlegen sollten.

Deutsche Telekom vor den Zahlen: Hoffnung auf dem Heimatmarkt?

telephone-1541396_960_720Morgen wird es Zeit, den magentafarbenen Teppich auf dem Parkett auszurollen, denn die Börsenlegende Deutsche Telekom präsentiert ihr Zahlenwerk zum ersten Quartal. Die Nachrichtenlage rund um das mit Spannung erwartete Event ist relativ dünn und Marktexperten

hüllen sich in vage Formulierungen. Vielleicht, eventuelle, möglicherweise könnte das Telekommunikationsunternehmen mit einem etwas besseren Ergebnis aufwarten, als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern selbst hat sich für das Gesamtjahr ambitionierte Wachstumsziele gesteckt: Bei einem weiteren Umsatzanstieg solle das Vorsteuerergebnis im laufenden Geschäftsjahr um knapp 4 Prozent auf rund 22,2 Mrd. Euro zulegen. Gleichzeitig erwarte der Konzern einen Free Cashflow von rund 5,5 Mrd. Euro, was einer Steigerung von etwa 12 Prozent im Vergleich zu 2016 entsprechen würde. Gleichzeitig wollen die Bonner mit einer erhöhten Dividende von 0,60 Euro pro Anteilsschein um die Gunst neuer Anleger buhlen. Das Prozedere ist mehr Pflicht als Kür, denn mit einem Kursgewinn von nur drei Prozent seit Jahresanfang bleibt die T-Aktie weit hinter dem Dax-Mittelfeld zurück.

Kein Anschluss

Der rosa Riese muss sich ganz schön abstrampeln, wenn er den Anschluss zur Konkurrenz halten will. Da kommen mir doch die kultverdächtigen Worte des Radprofis Udo Bölts in den Sinn, der seinen Kapitän und Telekom-Teamkollegen Jan Ullrich mit “Quäl dich, du …!” 1997 zum Tour-de-France-Sieg schrie. Ähnliches könnte auch der amtierende Telekom-Chef Tim Höttges durch die Gänge rufen, denn die Geschäfte auf dem Heimatmarkt liefen in letzter Zeit eher schleppend. Die britische Beteiligung BT Group litt unter den Folgen des Brexit und eines Bilanzskandals in Italien, die sich deutlich wertmindernd auswirkten.

Doch getreu dem Motto “alles neu macht der Mai” geht Höttges 2017 optimistisch an den Start: Staatliche Subventionen für den Netzausbau, bessere Erlöse aus dem Breitbandgeschäft und geringere Kosten sollen dafür sorgen, dass die Telekom auch hierzulande wieder Rückenwind spürt. In den vergangenen Jahren musste nämlich stets das amerikanische Zugpferd T-Mobile US den Karren aus dem Dreck ziehen.

Hold the line, please

Der Mann, der immer wieder für die Bilanz-Rettung der Deutschen Telekom verantwortlich war, heißt John Legere, Chef der Tochter T-Mobile US. Ihm gelang das Kunststück, immer mehr Kunden für die Magenta-Marke zu begeistern und aus dem einstigen Sorgenkind die Nummer drei auf dem US-Mobilfunkmarkt zu machen. Mit Erfolg: Im vergangenen Quartal steigerte T-Mobile US den Gewinn um fast die Hälfte auf 698 Millionen Dollar und erwirtschaftet mittlerweile einen Großteil der Umsätze und des Gewinns der Konzernmutter.

Diese grundlegende Rollenverteilung wird uns vermutlich erstmal erhalten bleiben und auch der Aktienkurs der Bonner bewegt sich seit Monaten im gemächlichen Seitwärtsgang. Obwohl die T-Aktie eine wahrhaft lange und spektakuläre Börsenhistorie aufweist, so fehlen ihr doch die Merkmale eines boerse.de-Champions: Eine hohe Gewinn-Konstanz, unterdurchschnittliche Rückgänge in Korrekturen und überdurchschnittliche Kursgewinne. Diese Attribute finden Sie nicht in Bonn, sondern im boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der mit einer Rendite von sage und schreibe 51,48 Prozent seit Börseneinführung am 1. Juli 2014 das gelbe Trikot mehr als verdient hat.

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Commerzbank: Dax-Sieger mit Schattenseiten

bank-2274072_960_720Es passiert eher selten, dass Banken spannende Geschichten mit überraschenden Wendungen schreiben. Doch genau dieses Kunststück gelang heute Morgen der Commerzbank, die Analysten, Börsianer und die gesamte Finanzwelt mit weit besseren Zahlen beeindruckte, als erwartet.

Das Gros der schiefgewickelten Wirtschaftsjournalisten rechnete im Vorfeld mit einem Gewinneinbruch und tippten auf ein Ergebnis von 107 Millionen Euro nach 163 Millionen Euro im Vorjahr. Doch das Zahlenwerk der Commerzbank sprach eine andere Sprache: Das Frankfurter Bankhaus machte im ersten Quartal rund ein Viertel mehr Gewinn und erwirtschaftete ein Plus von 217 Millionen Euro.

Solche Fehleinschätzungen passieren recht häufig und führen dazu, dass Anleger sich von den betroffenen Aktien trennen und ihr auf “falschem Alarm” basierende Entscheidung im Anschluss an die Zahlenpräsentation teuer bezahlen müssen. Anteile der Commerzbank gewannen heute Vormittag fast 3 Prozent an Wert – wohlgemerkt nach einem gestrigen Verlust von 2 Prozent.

Sondereffekte: Der schöne Schein

Ist der Jubel der Aktionäre tatsächlich gerechtfertigt? Bedingt. Denn das überraschend gute Ergebnis der Commerzbank ist vor allem “Sondereffekten” zu Danken und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Sowohl das Privat- als auch das Firmenkundengeschäft mussten trotz steigender Kundenzahlen operativ Gewinneinbußen hinnehmen. Seit Oktober kamen rund 300.000 Privat- und 2000 Geschäftskunden hinzu doch dem Bankhaus fehlt der Masterplan, wie sich mit diesen Neukunden Geld verdienen lässt. Das andauernde Niedrigzinsumfeld macht der gesamten Branche zu schaffen und führte auch bei der Commerzbank dazu, dass die Erträge im ersten Quartal nur leicht stiegen: Von 2,32 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf jetzt 2,37 Milliarden Euro.

Bad Bank zählt zu den Guten

Vor allem durch die “Bereinigung von Altlasten” gelang es der Bank dennoch einen Profit auszuweisen. Für den entscheidenden Schub sorgte die interne “Bad Bank” ACR. Die darin enthaltene Infrastukturfinanzierung von Schiffs-, Immobilien- und Staatskrediten entpuppte sich im Nachhinein doch noch als werthaltig. Auch lobten die Analysten das gestiegene Bilanzvolumen der Commerzbank, das bis Ende März um 10 Milliarden auf 490 Milliarden Euro anwuchs. Die Bilanzrisiken gingen weiter zurück wodurch die wichtige Kernkapitalquote von 12 auf 12,5 Prozent zunahm.

Der Run auf die Commerzbank (-Aktie)

Vorstandschef Martin Zielke betonte heute, dass die Zahlen zwar “ordentlich” sind, die Commerzbank sich aber noch stets im Umbau befindet. “Es wird noch Zeit brauchen, bis unser Wachstum die Belastungen aus dem negativen Zinsumfeld deutlich übertreffen wird” erklärte Zielke heute im Rahmen der Zahlen-Präsentation. Neben den “gängigen” Sparmaßnahmen wie Mitarbeiter-Entlassungen und der Schließung vieler Filialen konzentriert sich die Großbank auf den Kundenfang. Das kostenlose Girokonto –mittlerweile schon fast ein Unikum – fungiert als Lockmittel und soll bis 2020 zwei Millionen zusätzliche Kunden gewinnen. Zielke setzt auf organisches Wachstum und eventuelle Zukäufe, um das Geldhaus langfristig auf Erfolg zu trimmen.

Die Commerzbank-Aktie schreibt bereits jetzt Erfolgsgeschichte: Mit einer Rendite von fast 36 Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate zählt das Wertpapier zu den absoluten Top-Gewinnern im Dax. Doch der Börsenerfolg der Commerzbank ist noch recht jung und – wie der gesamte Bankensektor – äußerst volatil. Wenn wir den Betrachtungszeitraum auf nur drei Jahre ausdehnen, ergibt sich nämlich ein völlig anderes Bild: Die Commerzbank-Aktie verbuchte ein Minus von 20,9 Prozent.

Genau das ist der Grund, weshalb sich immer mehr Leser für ein “beruhigendes”, langfristiges Investment in den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), entscheiden. Der BCDI erzielte seit 30.06.2014 eine Rendite von 51 Prozent und damit deutlich mehr, als die eher spekulativ zu nennende Banken-Aktie. Die BCDI-Erfolgsformel ist dabei “einfach” genial: Das Zertifikat investiert ausschließlich in Aktien, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit dauerhafte Wettbewerbsvorteile auszeichnen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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Commerzbank: Dax-Sieger mit Schattenseiten