Bewies Bayer einen „grünen Daumen“ bei der Monsanto-Übernahme?

Es war einer der spannendsten Übernahme-Poker der deutschen Wirtschaftsgeschichte: Nach monatelangem Tauziehen mit Monsanto legte Bayer im September vergangenen Jahres 66 Milliarden Dollar für den US-Saatguthersteller auf den Tisch. Damit besiegelte Bayer die größte Firmenhochzeit zwischen einem deutschen und einem ausländischen Unternehmen, die unser Land je gesehen hat.

Von Romantik aber keine Spur. Das Dreamteam Bayer / Monsanto bangt um den Segen der Kartellwächter und der neuen US-Regierung. Umweltschützer, die dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat den Garaus machen wollen gehen auf die Barrikaden und auch viele Aktionäre reagieren misstrauisch: Hat Bayer sich mit dem Zukauf eventuell finanziell übernommen?

Monsanto’s Moment der Wahrheit

Morgen legt Monsanto Zahlen zum zweiten Quartal vor. Ein spannender Moment für die Investoren, denn obwohl Bayers Pharmageschäft 2016 blendend lief, blieb das Agrarchemiegeschäft – das zweite Standbein der Leverkusener – hinter den Erwartungen zurück. Eine Stagnation in der Unternehmenssparte “Crop Science” spricht generell für Bayers Zukauf-Strategie. Allerdings nur, wenn sich das “Schnäppchen” gewinnbringend entwickelt. Bei Monsantos Jahreszahlen-Präsentation Anfang Januar war zumindest alles im grünen Bereich. Nach einem fruchtlosen Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete der US-Agrarkonzern unterm Strich ein Plus von 29 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor musste das Unternehmen aufgrund des schwächelnden Geschäfts in der Landwirtschaft noch einen Verlust von 253 Millionen Dollar verkraften.

Einige Analysten prognostizieren, dass die morgigen Zahlen ein Erntedankfest rechtfertigen könnten. Monsanto profitierte im vergangenen Quartal von der höheren Nachfrage nach Biotechnologieprodukten, Pflanzenschutzmitteln und anderen Farmville-Spielereien für Bauern der kommenden Generationen. Der Umsatz des Agrarchemiekonzerns dürfte deshalb im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent gestiegen sein. Die positive Geschäftsentwicklung spiegelt sich auch in Monsantos Aktienkurs wider, der innerhalb der vergangenen zwölf Monate einen Wachstumsschub von 39 Prozent verzeichnete.

“Bayer first”

Noch ist der Deal zwischen Bayer und Monsanto allerdings nicht in trockenen Tüchern. Vor allem kartellrechtliche Bedenken rund um den Globus machen dem umstrittenen Dreamteam zu schaffen. Viele Länder fürchten die Marktmacht des zukünftig weltgrößten Saatgut- und Pflanzenschutzmittel-Herstellers, der die Einführung von gentechnisch veränderten Pflanzen und potentiell krebserregenden Pestiziden auch in Europa vorantreiben könnte. Da kaum eine andere Industrie so viel Einfluss auf die Ernährung der Weltbevölkerung hat, wird die Mega-Übernahme besonders penibel geprüft. Umso wichtiger ist deshalb das “schön Wetter machen” beim amerikanischen Twitter-Präsidenten, auch “Lobbying” genannt.

Bei einem Treffen von Trump mit den Vorständen der Fusions-Kandidaten versprachen beide Milliarden-Investitionen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in den USA. In den kommenden sechs Jahren sollen etwa 16 Milliarden Dollar in die Forschung und Entwicklung im Agrarbereich fließen, davon mindestens acht Milliarden Dollar in Amerika, ließen die Führungen beider Unternehmen Anfang Januar mitteilen. Der umstrittene Deal, in der US-Presse auch als “marriage made in hell” umschrieben, soll bis Ende 2017 finalisiert sein. Ob die finanziellen Vorteile die Risiken der umstrittenen Monopolbildung gegen den “Welthunger” jedoch aufwiegen, ist mehr als fraglich.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Bewies Bayer einen „grünen Daumen“ bei der Monsanto-Übernahme?

Die Highlights der Woche: Rekordverdächtig

Die Börse lässt sich zur Zeit nicht lumpen. Nach anfänglichen Verlusten zu Beginn vergangener Woche fegten die Trader alle Zweifel an Trumps möglicherweise zu “phänomenalen”, wirtschaftspolitischen Plänen beiseite und gingen auf Einkaufstour. Mit reicher Beute: Sowohl an der Wall Street als auch in Frankfurt blieb es nicht beim Windowshopping und unser heimischer Leitindex erklomm nach drei siegreichen Tagen am Donnerstag mit 12.258 Punkten einen neuen Jahresrekord.

Damit war das Allzeithoch, das seit 2015 bei 12.390 Punkten liegt, nur noch einen Katzensprung entfernt, aber für die letzten Meter reichte der Elan dann doch nicht. Auf Wochensicht gewann der DAX dennoch stolze zwei Prozent. Tja, da wurden viele Skeptiker und “Absturz-Propheten” mal wieder eines besseren belehrt und wir von boerse.de sehen unsere These bestätigt, wonach DAX und Dow entgegen aller Widerstände im Mittel jährlich 9 Prozent zulegen. Für diese Zielgröße stehen momentan alle Ampeln auf grün!

Trump(f)

Nachdem bei den Börsianern eine Art trumpsche Immunisierung gegen Tweets und Dekrete aller Art eingesetzt hat, kann Mr. President den Kursen scheinbar nichts mehr anhaben. Im Gegenteil. Zudem sorgten durchwegs positive Konjunktursignale in den USA und Deutschland für Frühlingsgefühle. Während wir ans Angrillen denken, gehts bei den Finanzgenies in den kommenden Tagen um die Wurst. Gelingt unserem heimischen Index ein befreiender Luftsprung ins zweite Quartal, gepaart mit einem neuen Allzeithoch? Vermutlich werden in dieser Woche die Weichen für die kommenden drei Monate gestellt und eine lange Liste an Konjunkturdaten aus aller Welt könnte darüber entscheiden, ob die Weltbörsen ihren Höhenflug fortsetzen.

Hier die wichtigsten Termine für Ihren Finanzkalender:

Montag:

Ein historischer Moment für Volkswagen-Fans: In der Gläsernen VW-Manufaktur in Dresdenrollt der erste E-Golf vom Band. Die Börse in Schanghai bleibt feiertagsbedingt geschlossen.

Dienstag:

Während in Hongkong und Schanghai die Kurstafeln aufgrund eines Feiertages nur Schwarzbild zeigen,stehen in den USA Daten zur Handelsbilanz und dem Auftragseingang der Industrie auf dem Programm.

Mittwoch:

US-Saatguthersteller und Bayer-Übernahmekandidat Monsanto präsentiert Q2 Zahlen.

Donnerstag:

Wirecard (Jahreszahlen), VTG (Jahreszahlen, Hella (Q3 Zahlen), Gerresheimer (Q1 Zahlen), Henkel und Nestlé (Hauptversammlung).

Liebe Leserinnen und Leser, vergangenen Freitag fehlten nur noch 100 Punkte bis zu einem neuen Allzeithoch des DAX. Der krönende Abschluss eines gelungenen Monats und eines renditestarken Quartals, denn unterm Strich hat unser Leitindex seit Jahresbeginn über sieben Prozent an Wert gewonnen. Eine Performance, die selbst den Dow Jones mit knapp fünf Prozent Plus abhängt. Sie wollen am Börsen-Hype 2017 mitprofitieren? Dann investieren auch Sie in den BCDI-Index, der aufgrund seiner Anlagestrategie in zehn besonders defensive, renditestarke Champions-Aktien langfristig sogar den DAX in den Schatten stellt. Zum Vergleich: Der boerse.de-Champions-Defensiv-Index erzielte seit seinem Börsendebüt am 01.07.2014 eine Rendite von 45 Prozent, der deutsche Leitindex brachte es dagegen “nur” auf rund 25 Prozent.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

 

Die Highlights der Woche: Rekordverdächtig

Die Bringer der Woche: Short but sweet

942e8b5d-ece0-4285-a82c-7f2e7cef72f3Erstmal ein “Servus” nach Österreich! Während wir in Deutschland heute den Beginn der Vier-Tage-Woche feiern und – mal abgesehen von eurer schreibenden Autorin- 24 Stunden im Chill-Modus verbringen, dürft ihr “hackln”. Mitleid? Fehlanzeige! Unsere österreichischen Nachbarn haben nämlich 13 bundesweite Feiertage pro Jahr und wir nur 9! Für die BUXianer unter euch, die nicht wissen, was sie mit soviel Zwangsfreizeit anfangen sollen, hier der goldene Tipp: Traden! Die deutschen Aktien sind heute out of order, aber ihr könnt trotzdem auf unsere “Germany 30” (den DAX), oder Aktien aus anderen Herren Ländern spekulieren! Bevor wir so richtig in die Pötte kommen, drücke ich kurz mal auf reeewind—zurück zum “Wicked Friday”, der eigentlich ein “Black Friday” werden sollte.. Aber lest selbst..

Die Aktie der Deutschen Bank zog am Freitag unseren gesamten DAX über 1 Prozent nach unten. Wenn ein Familienmitglied der Germany 30 am abschmieren ist, dann sieht die gesamte Gang rot. Schlagzeilen so von wegen “die nächste Bankenkrise steht vor der Tür wahaaa lasst uns Lemming-Style in den Abgrund springen!” ließen die DB-Aktie von der Klippe jumpen und zogen unseren DAX gleich mit. Lemminge, eben. Doch Freitagnachmittag rieben sich die Profi-Trader ungläubig die Augen. Die Deutsche Bank, der Loser des Vormittags, drehte plötzlich richtig auf! Bam! 6 Prozent rauf und das nur, weil die Deutsche Bank Gerüchten zufolge Bußgelder in Höhe von “nur” 5,4 statt 14 Milliarden Dollar für krumme Hypothekendeals in den USA abdrücken darf. DB-Aktie rauf, DAX über 1 Prozent im Plus.

Die Deutsche Krisen-Bank und die Frage, wie tief das Geldhaus wirklich in der finanziellen Scheiße steckt, wird uns sicher auch diese Woche begleiten und für crazy Up’s und Down’s der DAX- und DB- Kurs-Kurven sorgen.

Ganz heimlich, still und leise hat auch die Quartalszahlen-Saison wieder begonnen und einige Unternehmen lassen uns diese Woche einen Blick in ihre Kassenbücher werfen. Interessante Sache für die Börsianer, weil die Aktie eines Unternehmens am D-Day ziemlich abgehen kann- oder ins Gras beißt. Je nachdem, wie gut, oder schlecht die Unternehmenszahlen bei den Investoren ankommen.

So, und jetzt setze ich mal den Rotstift an: Yum! Brands, Tesco, Easyjet. Nope. Wir gucken der Gen-Getreide-Mafia Monsanto auf die kleinen Schmutzfinger! Mittwoch lässt Bayers historischer, gigantischer Milliarden-Megazukauf die Katze aus dem Sack und ich bin echt super gespannt, ob in Monsantos Quartalszahlen irgendwelche üblen Überraschungen lauern. Der deutsche Pharma- und Chemieriese Bayer will mit der Monsanto-Übernahme den Welthunger besiegen. Genmanipulierte Pflanzen und fieser, toxischer Dünger sollen Mutter Natur unter die Arme greifen und das Duo in den Agro-Chemie-Himmel heben. Umstrittene Geschichte- sowohl ökologisch, als auch wirtschaftlich, denn Experten bezweifeln, dass Monsanto sein Geld (66 Milliarden Dollar) auch wert ist. Mittwoch gibts die ganze Wahrheit- und bei BUX die Story!

So ihr BUXies, shorties, longies- sucht euch ne leckere Aktie, spielt ein bisschen mit den Knöpfen und befolgt meinen goldenen Tipp des Tages: zurück in die Horizontale! Happy Trading!

 

Die Bringer der Woche: Short but sweet

Die Bringer der Woche: Der Bär ist los

maxresdefaultIch weiß nicht, wies euch geht, aber mir steckt der Schreck des Brexit- Black Friday’s noch ziemlich in den Knochen. Der völlig überraschende Austritt der Engländer aus der EU ist ein historisches Ereignis und gleichzeitig der erste Börsencrash in meiner Autoren-Karriere. Der letzte Aktien-Absturz, bei dem der DAX um fette 13 Prozent in die Tiefe rauschte, ereignete sich übrigens 2011 aufgrund der drohenden Schuldenkrise in Europa und den USA. Letzten Freitag verlor unser Index auf dem Höhepunkt seiner Depression rund 10 Prozent, konnte sich aber nach dem ersten Schock doch noch leicht erholen und ging mit knapp 7 Prozent aus dem Rennen. Die unglaubliche Summe von fünf Billionen Dollar löste sich innerhalb weniger Stunden in Luft auf.

Zu den größten Verlieren zählten Banken, Versicherungen und das englische Pfund, das seit 30 Jahren nicht mehr so tief stand wie am Freitag. Sommerurlaub schon geplant? Auf ins schöne Großbritannien zu Schnäppchenpreisen! Oder wie wärs mit einer Flucht ins Gold? Der ewige sichere Hafen kann sich vor Krisen-Touristen kaum noch retten und erlebte am Black Friday einen Glanztag mit Plus 4,5 Prozent.

Das BUXianer-Lager hat sich wahrscheinlich in drei Teile gespalten. Die “WTF”- Anhänger, die wie ich und die absolute Mehrheit der Börsianer letzte Woche auf ein “Bremain” und steigende Kurse spekuliert hat, die “Whatever”- Stoiker, die der Meinung sind, dass in jeder Krise eine Chance steckt und die “Lucky Bastards” die ihre Anteile in weiser Voraussicht noch rechtzeitig vercheckt, oder auf fallende Kurse gesetzt haben.

Die Frage, die sich die gesamte Finanzwelt heute stellt und die wir hier bei BUX auch nicht beantworten können, ohne als fiese Scharlatane beschimpft zu werden, ist: Wie? Gehts? Weiter? I ! Dont! Know! Aber es gibt zwei Theorien. Immerhin.

Die Positivisten sind der Meinung, dass die Börsen schon andere Tiefschläge verkraftet haben und es nur eine Frage von Tagen ist, bis sich das Index-Barometer wieder eingependelt hat. Großbritannien ist schließlich nicht vom Erdball gerutscht und wird bald in neuem Glanz auferstehen. Die Pessimisten (oder Realisten?) dagegen befürchten eine weitreichende Wirtschaftskrise, die nicht nur England, sondern auch den Rest Europas treffen könnte. Unsicherheit war noch nie ein Stimmungsmacher auf den Finanzmärkten und der Brexit als Novum könnte für noch mehr Instabilität und zumindest temporär fallende Kurse sorgen.

Besonders hart dürfte es neben englischen Banken und Versicherungen auch deutsche Aktien wie BMW, Daimler, Deutsche Post und RWE treffen, die rund 10 Prozent ihrer Umsätze mit dem Königreich machen und die Konsequenzen des Brexits nur schwer einschätzen können. Diese Krisen-Kandidaten verloren am Freitag 8-10 Prozent an Wert und könnten jetzt entweder als ganz heiße Einstiegs-Chancen gehandelt werden, oder auch in den kommenden Tagen unter der Brexiteritis leiden.

Brexit hin oder her- das Börsenleben geht weiter. Bei vielen Unternehmen ist “business as usual” angesagt und das ist auch gut so. Vielleicht sorgen Nike (Dienstag) und Monsanto (Donnerstag) mit ihren Quartalszahlen für Adrenalinkicks auf dem Parkett? Auch unser Dauerbrenner Volkswagen könnte diese Woche wieder für das ein oder andere Kurs-Gewitter verantwortlich sein. Am Dienstag endet die Gnadenfrist zur Einigung mit den US-Behörden und der Autobauer hat dann langsam Gewissheit über das ganze finanzielle Ausmaß der Dieselgate-Affäre in den USA und über die Kostenlawine, die auf ihn zurollt.

Spannende Zeiten, liebe BUXers! Das Motto der Woche könnte “No risk, no fun” lauten. Macht euch auf ein paar kurstechnische Überraschungen bereit, die eure Trades eventuell in den Keller schicken, aber gleichzeitig auch eine Top-Einstiegschance sein könnten. The show must go on!

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Die Bringer der Woche: Der Bär ist los

Legt Bayer noch eins drauf?

Funny-Thanksgiving-Rich-Harvest-12Aspirin-Hersteller Bayer bereitet uns schon am frühen Montagvormittag Kopfzerbrechen. Dem Pharma- und Chemiekonzern liegt derzeit nicht nur unser gesundheitliches Wohlbefinden am Herzen, sondern die Ernährung der gesamten Weltbevölkerung. “Wir lindern mit Monsanto den Hunger” versprach Bayer-Chef Baumann in einem Interview mit der FAZ. Das ist doch mal ne Ansage!

Und die Gerüchteküche brodelt noch weiter: Die “Sunday Times” gossipt, dass Bayer für die Übername der US-Saatgutmafia Monsanto vielleicht schon Anfang der Woche ein neues Angebot von rund 130 Dollar pro Aktie auf den Tisch legen könnte. Die ursprünglichen 122 Dollar hatte Monsanto letzte Woche als “finanziell nicht angemessen” abgeschmettert.

Für die BUXers unter euch, die dem größten und teuersten Fusions-Krimi in der deutschen Wirtschaftsgeschichte nicht ganz folgen konnten, hier die kurz-und-knapp Version:

Bayer ist schon seit Längerem auf der Suche nach einem Verbündeten zum Ausbau seines Agrar-Geschäftes, konnte sich aber bislang für keinen der Anwärter entscheiden und musste zusehen, wie Dow Chemical mit DuPont verschmolz und der Schweizer Konzern Syngenta den Chinesen in die Hände fiel.

Aufgrund der niedrigen Weltmarktpreise für Saatgut und Getreide stehen viele Agro-Konzerne enorm unter Druck und können nur Geld sparen, indem sie sich einen Partner suchen, mit dem sie gemeinsame Sache machen können. Bayer hat die Pflanzenschutzmittel, Monsanto das Saatgut und zusammen könnten die beiden eine Art Farmville World Domination spielen.

Und genau das macht den Kritikern Angst. Monsanto hat aufgrund seines umstrittenen Pflanzengiftes Glyphosat, genmanipuliertem Saatgut und Unterdrückung der Landwirte ein Bad Boy -Image erster Klasse, das Bayer und seine Aktionäre so gar nicht brauchen können. Um die Gemüter zu beruhigen, deutete Bayer-Chef Baumann bereits an, dass der Markenname Monsanto nach der Übernahme verschwinden könnte. Aus den Augen, aus dem Sinn, sozusagen.

Kopfschmerz-Alarm herrscht auch aufgrund des gigantisch hohen Kaufpreises von jetzt über 62 Milliarden Dollar, bei dem sich viele Investoren fragen, ob Bayer diese Summe und einen enormen Haufen Schulden irgendwie gepflügt kriegen würde.

Ich bin gespannt, ob die Redensart “Was Bayer sät, wird der Mensch ernten” irgendwann in die Bibel aufgenommen wird. Bis es soweit ist, vertreiben wir uns die Zeit mit wilden Bayer-Spekulationen. Happy Harvesting!

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Legt Bayer noch eins drauf?

Die Bringer der Woche: Trau dich!

LUIS GUZMAN as a desperate guy out on a ledge and JIM CARREY as Carl in Warner Bros. Pictures’ and Village Roadshow’s comedy “Yes Man,” distributed by Warner Bros. Pictures. PHOTOGRAPHS TO BE USED SOLELY FOR ADVERTISING, PROMOTION, PUBLICITY OR REVIEWS OF THIS SPECIFIC MOTION PICTURE AND TO REMAIN THE PROPERTY OF THE STUDIO. NOT FOR SALE OR REDISTRIBUTION.

Vor einer gefühlten Ewigkeit gab es auch bei mir ein Leben ohne BUX, jedoch mit Aktien. Ich butterte mein Erspartes in Anteile von Firmen, die ich irgendwie sexy fand, wie zum Beispiel Nike oder BMW. Kein Fehler, ganz im Gegenteil! Immerhin verdiente ich mir damit ein paar extra Gadgets, Kurztrips und Frauen-Schnick-Schnack. Seit ein paar Monaten ist mir jedoch klargeworden, dass erfolgreiche Trader nicht nur Anteile von Firmen kaufen, die irgendwie gerade total angesagt sind, sondern ganz andere Faktoren im Auge behalten müssen.

Zum Beispiel den Ölpreis, mit dessen Hochs und Tiefs die weltweiten Aktienkurse mitschunkeln. Oder Konjunkturdaten über die wirtschaftliche Gesundheit eines Landes. Oder politische Konflikte. Oder: Janet Yellen. Die graue Chefin der US-Notenbank hat zwar das Sexappeal eines Gefrierschranks, bestimmt aber seit Monaten wie keine andere über Hopp- oder Flop an der Börse. Ende letzten Jahres beschloss sie das Ende der amerikanischen Nullzins-Ära und erhöhte den Zinssatz auf 0,25-0,50 Prozent. Ein kleiner Schritt für uns, ein gigantischer Sprung für die Finanzwelt, die seitdem Woche für Woche auf neue Signale der Fed (US-Notenbank) wartet, die darüber Aufschluss geben, wann die nächste Zinsparty steigt.

Nervig. Und- entschuldigt meine Wortwahl zu früher Stunde- pervers. Sollten nicht die Unternehmen und deren Erfolge oder Pleiten die Börsenkurse bestimmen anstelle einer Notenbank? Dazu kommt noch, dass Janet einfach nicht ihren Mund halten kann / darf. Erst letzten Freitag schnappte sie sich bei der Uni Cambridge wieder das Mikro um anzudeuten, dass eine Zinserhöhung in den nächsten Monaten “angemessen” sei. Aha. Und nur aufgrund dieser äußerst informativen Äußerung hielten die Börsen den ganzen Tag den Atem an. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Profi-Trader Janet immer dann den Buhmann zuschieben, wenn sie sich nicht trauen, einen Deal einzutüten. Das Argument : ”Ähm, naja, ich dachte, ich warte mal Janet ab” zieht bestimmt schon seit Monaten und lässt die Kurse auf der Stelle treten. Börsianer zittern vor Mrs. Yellen, weil eine Zinserhöhung Aktien als Investment unattraktiver machen und altmodische Geldanlagen wie das Sparbuch ein Revival erleben könnten.

Unser DAX gewann letzte Woche zwar fast sagenhafte 5 Prozent, die jedoch eher den guten Konjunkturdaten zu verdanken waren, als der Politik der US-Notenbank. Diese Woche rechnen die Analysten wieder nicht mit wilden Kurs-Sprüngen, da man das nächste Fed-Treffen im Juni abwarten will. Doch nicht nur die Zinsen, sondern auch die Entscheidung über den “Brexit” hält die Börsenwelt in Atem. Am 23.Juni beschließen die Briten über den Verbleib ihres Landes in der EU und sorgen damit für Aufregung bei der internationalen Finanzwelt, die heftige Folgen für die Wirtschaft des Landes, aber auch Exportfirmen anderer Länder bis hin zur Wirtschaftskrise voraussieht.

Tja, bei so viel vager Warterei freuen wir uns doch über ein paar handfeste Firmen-Events. Unsere Freunde von VW präsentieren beispielsweise am Dienstag ihre Quartalszahlen, die vermutlich auch ohne extra Kosten für das Dieselgate-Drama nicht gerade rosig ausfallen dürften. Spannend bleibt auch der Übernahme-Krimi Monsanto / Bayer, der nach einem gescheiterten ersten Angebot in die Verlängerung geht. Den Bayer-Aktionären wird bei über 62 Milliarden Euro verbunden mit dem Bad-Boy Image des Glyphosat- und Gen-Pflanzen Produzenten Monsanto doch langsam mulmig. So musste Bayer in den letzten Tagen heftige Kurs-Strafen verdauen und könnte auch diese Woche für ne gute Dosis Adrenalin auf dem Parkett verantwortlich sein. Danke, Bayer! Ohne den DAX-Giganten hätten wir aufgrund der Notenbank- und Brexit-Warterei doch recht wenig Kick in den kommenden Tagen. Ab 09:03 Uhr heißt es wieder: Gasgeben, BUXers! Den Mutigen gehört die Börsen-Welt.

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Die Bringer der Woche: Trau dich!

Ist unser DAX heute für eine Überraschung gut?

wundertueteManchmal ist eine bescheidene Erwartungshaltung doch was schönes. Alles offen, wenig Enttäuschungspotential und die Chance, dass einem das Leben eine verdammt tolle und wohlverdiente Überraschung präsentiert.

So oder so ähnlich präsentiert sich der heutige Start ins Wochenende. Die Finanzagenda ist bis auf den laufenden G7 Gipfel der sieben wichtigsten Industrienationen in Japan gähnend leer und macht Platz für die Börsen-Wundertüte. Obwohl, ein paar Konjunkturdaten aus den USA könnten den Aktienmärkten Nachmittags nochmal einen Energiekick bescheren, da die Finanzwelt schon seit Wochen über den Teich schielt, um auch ja kein Signal zu verpassen, das auf eine baldige Zinserhöung der US-Notenbank deutet. Leidgeprüfte Banken freuen sich zwar, wenn sie endlich wieder Zinsen für Geld auf Pump verlangen können, die Börsianer fürchten jedoch, dass die Mehrheit der Anleger dann seine Firmenanteile vertickt, um die Notgroschen auf dem Sparbuch zu bunkern. Die Folge wäre ein weltweiter Kursverfall und das wollen wir natürlich nicht.

Heute gibts frische Kost zu den Themen BIP (Brutto Inlands Produkt), dem Verbrauchervertrauen in Amerika und als krönenden Abschluss noch eine Rede der US-Notenbank-Präsidentin Janet Yellen an der Uni-Cambridge. Sollte bei dem ganzen Zahlen- und Gerüchtewirrwarr irgendwas dabei sein, was auf eine boomende US-Wirtschaft hindeutet, so ist eine Zinserhöhung im Juni recht wahrscheinlich und könnte von den Märkten schon heute mit Kurs-Entzug bestraft werden. Jumpt der Ölpreis- ein weiterer Indikator der happy-preppy Economy- dagegen wieder über 50 Dollar pro Fass, so könnten Aktien heute zum vierten Tag in Folge auf der Gewinnerseite stehen.

Auch der Poker um die Monsanto- Übernahme durch Bayer geht heute in die nächste Runde. Die Amerikaner lehnten das erste Angebot ab, da unter ihrer Würde, aber Bayer ist scheinbar so heiß auf den Deal, dass der Konzern noch nachlegen dürfte. Wann die Giga-Fusion zwischen Saatgut- und Pflanzenschutzmittel Hersteller in trockenen Tüchern ist, kann momentan niemand sagen. Vielleicht schon heute? Das Leben steckt doch voller Überraschungen.. Happy Trading!

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Ist unser DAX heute für eine Überraschung gut?