Tesla: Das sollte Anleger misstrauisch machen!

match-1063868_960_720Ob Tesla-Chef Elon Musk entspannt den US-Nationalfeiertag am Dienstag genießen konnte? Wohl eher nicht, denn die Nachricht, dass der E-Auto-Pionier sein Produktions-Soll nur um Haaresbreite erreichte, beunruhigte die Aktionäre. Viele hätten das Tesla-Papier wahrscheinlich bereits am Feiertag auf die Verkaufsliste gesetzt, doch auch die Börse macht ab und zu mal ein Päuschen und deshalb kam das “dicke Ende” erst gestern. Die Tesla-Aktie verlor rund vier Prozent an Wert.


“Was solls?” fragen sich jetzt vielleicht einige Fans der E-Aktie. Eine kleine Korrektur nach rund 66 Prozent Kursgewinn innerhalb eines Jahres ist doch kein Beinbruch, oder? Doch das Signal, das Tesla mit dem knapp erreichten Produktionsziel von 47.100 Stück im ersten Halbjahr 2017 (angepeilt waren 47.000 bis 50.000 Wägen) sendet, stimmt einige Marktbeobachter misstrauisch.

Tesla mit Ladehemmung

Lieferengpässe sind in der jungen Historie des Börsenlieblings nichts Neues. Bereits vor gut einem Jahr verfehlte Tesla die selbstgesteckten Ziele und seitdem geriet Musk wegen seiner zu ambitiösen Vorgaben immer wieder in die Kritik. Doch die Schuld sucht der Multimilliardär gerne bei anderen: mal sind es Zulieferer, mal die Batterien oder die Autopilot-Hardware, die die Produktion hinken lassen. Was Tesla fehlt, ist das Know-How und die jahrzehntelange Erfahrung “altmodischer” Autobauer wie BMW oder VW, bei denen Engpässe trotz viel höherer Volumina kaum vorkommen.

Der Volks-Tesla soll’s richten

Obwohl Elon Musk’s Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 65 Milliarden Dollar mittlerweile mehr wert ist als BMW, macht Tesla noch keinen Cent Profit. Die Münchener sind dagegen mit einem Gewinn von 6,9 Milliarden Euro (2016) hoch rentabel und verkauften rund 30 mal so viele Autos wie der E-Auto-Pionier. Keine gesunde Basis, doch wie so oft, wird an der Börse die Zukunft gehandelt. Investoren glauben an Musk, seine Visionen und den durchschlagenden Erfolg des “Model 3”, dem ersten Mittelklassewagen der Amerikaner.

Am Freitag sollen die ersten Volks-Teslas vom Band rollen. Angesichts der 400.000 Vorbestellungen für den rund 35.000 Dollar teuren Mittelklasse-Tesla dürfte Musk ziemlich unter Strom stehen. Der Erfolg des Model 3 könnte für Tesla zukunftsentscheidend sein, denn wenn der “Volks-Stromer” kein Verkaufshit wird oder Kunden zu lange auf ihre Bestellung warten müssen, gewinnen Hersteller der “Old-Economy” einen gewaltigen Vorsprung. Doch selbst wenn Model 3 liefern kann, zweifeln Insider an dessen kommerziellem Erfolg. Die große Frage lautet: wie kann Tesla mit günstigen Autos viel Geld in einem hart umkämpften Marktsegment verdienen, wenn dieses Kunststück nicht mal in der Oberklasse gelingt, in der Tesla quasi allein auf weiter Flur ist?

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

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Tesla: Das sollte Anleger misstrauisch machen!

Einmal volltanken, bitte! Tesla plant Kapitalerhöhung

Der nachhaltige Elektroauto- und Ökostromkonzern Tesla entpuppt sich langsam aber sicher als Kapital-Verbrenner. Um den Bau der ersten Mittelklasse-Limousine “Model 3” zu finanzieren, leiht sich Tesla deshalb jetzt Geld bei den Anlegern: Rund 1 Milliarde Dollar will Firmenchef Elon Musk mittels Kapitalerhöhung (der Ausgabe frischer Aktien) und Wandelanleihen einsammeln, wie der Konzern gestern Abend bekanntgab. Peanuts! Experten hatten im Vorfeld sogar mit einer noch größeren Finanzspritze in Höhe von 1,7 bis 2,5 Milliarden Dollar gerechnet.

Wenn es um Kapitalerhöhungen geht, reagieren Börsianer oft skeptisch, da ein solcher Schritt auf eine löchrige Finanzdecke schließen lässt, wie zum Beispiel im Falle der Deutschen Bank. Aber Tesla ist natürlich ein Fall für sich: Die Aktie des Autobauers legte gestern nachbörslich zwei Prozent zu. Ein deutliches Zeichen für das Vertrauen der Anleger in Teslas sonnige Zukunft.

Die Geldspritze dient der Stärkung der Bilanz und soll die Risiken und Nebenwirkungen des Mittelklasse-Abenteuers abfedern. Bislang waren die “Models” des Elon Musk zwar ganz hübsch anzusehen, aber zu Preisen jenseits der 45.000 Euro für Otto Normalverbraucher unerschwinglich. Mit dem Bau des umgerechnet rund 30.000 Euro teuren Stromers aus der Kategorie “VW Passat” will Elon Musk nun endlich den Massenmarkt erobern.

Es gab immer mal wieder kritische Stimmen, die unkten, dass Tesla seinen Zeitplan nicht einhalten werde, doch momentan deutet alles darauf hin, dass der “3er” bereits ab Juli vom Band laufen wird. Gute Nachrichten für fast 400.000 Kunden, die scheinbar bereits eine Anzahlung für das Mittelklasse-Modell geleistet haben. Ich frage mich nur, ob die finanziellen Vorschusslorbeeren, die bereits auf Elon Musks Konto eingegangen sind, nicht für die Finanzierung der Produktion reichen sollten?

Zwar zahlt Tesla für jeden Wagen, der vom Band rollt, immer noch drauf, doch aufgrund der steigenden Nachfrage könnte sich der Elektroautobauer bald zu einem ernsthaften Konkurrenten für BMW, VW & Co. mausern. Im Schlussquartal 2016 stiegen die Bestellungen für “Model S” und den SUV “Model X” um 52 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden 70.000 Fahrzeuge ausgeliefert, was einer Steigerung von 60 Prozent gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres entspricht.

Die Tesla-Euphorie spiegelt sich auch im Aktienkurs des Unternehmens wider: Innerhalb der vergangenen zwölf Monate gewann das Papier rund 24 Prozent an Wert. Natürlich ärgere ich mich manchmal über “verpasste Chancen” auf dem Aktienmarkt, doch im Fall von Tesla werde ich mich auch weiterhin in Zurückhaltung üben. Meiner –  ganz subjektiven – Meinung nach fällt die Aktie eher in die Kategorie “Zockerpapier” statt “Champion” und würde mir zu viele schlaflose Nächte bereiten.

Risiken gibt es viele: Das Tesla-Papier profitiert wie viele amerikanische Tech-Aktien vom “Trump-Effekt” und der Hoffnung der Amerikaner auf ein phänomenales Wirtschaftswachstum. Doch was, wenn der “Trumponomics” die Luft ausgeht? Zahlreiche, teils äußerst finanzstarke und innovative “Tesla-Jäger” liegen auf der Lauer. Was, wenn ein Newcomer oder eine etablierte Marke ein noch attraktiveres Modell auf den Markt bringt? Last but not least: Elon Musk. Ein extrem erfolgreicher, aber manchmal vielleicht zu visionärer Unternehmer, dem seine eigenen Ambitionen zum Verhängnis werden könnten.

Es spricht absolut nichts gegen ein paar spannende “Spekulationsobjekte” im Depot. Nur wie so oft im Leben kommt es auf die richtige Mischung an. Ein paar Spaß-Aktien à la Tesla, gepaart mit einem soliden Fundament defensiver Champions und –  voilà  – schon fahren Sie auf der sicheren Seite.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss Boerse.de

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Einmal volltanken, bitte! Tesla plant Kapitalerhöhung