Börsengänge 2019: Diese 3 Tech-IPO’s stehen in den Startlöchern

airbnb_2384737_640In den kommenden Wochen sprießen IPO’s wie die Tulpen aus dem Parkett und wecken bei manchen Börsianern sogar (ungute) Erinnerungen an die “Dot-Com-Blase” der 2000er, als viele der vom beginnenden Internet-Hype infizierten Unternehmen erst an die Börse gingen und wenig später Insolvenz anmeldeten. Worldcom, Pets.com und viele andere begeisterten damals selbst Börsen-Novizen und verschwanden wenig später vom Parkett. Manche Anleger fragen sich deshalb: Droht uns 2019 eine vergleichbare IPO-Pleitewelle oder sind wir aus den Verlusten der Vergangenheit schlauer geworden?

 
IPO’s auf Eis gelegt
Zumindest zögerlicher: Von den drei geplanten Börsengängen, die ich Ihnen Ende 2018 vorgestellt habe, wagte bis dato keiner den Sprung aufs Parkett. Stärker noch: VW hat den Börsengang der LKW-Sparte Traton überraschend auf Eis gelegt und über die IPO’s des Rocket Internet-Spinnoffs Global Fashion Group und des Fleischersatz-Herstellers Beyond Meat gibt es keine aktuelle Berichterstattung. Möglicherweise haben alle drei Unternehmen angesichts der herrschenden Marktunsicherheiten “kalte Füße” bekommen und schließen sich deshalb VW’s Statement an: „im gegenwärtigen Marktumfeld bis auf Weiteres davon Abstand zu nehmen, einen Börsengang der Traton SE weiter vorzubereiten“.

IPO’s für einen heißen Frühling
Weitaus optimistischer geben sich dagegen (Tech)-IPO’s aus den USA: Nach den Börsendebüts von Levi’s und Lyft stehen jetzt unter anderem Uber, Pinterest und Airbnb in den Startlöchern. Bevor Sie jedoch mit dem IPO-Fieber infiziert werden, lohnt sich ein Blick auf die Faktenlage – denn nur einer der drei Börsendebütanten schreibt bereits schwarze Zahlen…

1. Uber
Der umstrittene Fahrdienstleister und Lyft-Konkurrent kontrolliert momentan rund zwei Drittel des Mitfahr-Marktes und könnte – wenn alles planmäßig abläuft – nach dem Börsengang mit über 120 Milliarden Dollar bewertet werden. Zum Vergleich: Lyft brachte es auf 24 Milliarden Dollar. Manche Analysten feiern Uber bereits als den möglicherweise spektakulärsten Börsengang aller Zeiten. Skeptiker weisen jedoch darauf hin, dass der Fahrdienstleister zwar mit imposanten Wachstumsraten glänzt, unterm Strich aber noch tief in den roten Zahlen steckt. Im vierten Quartal 2018 stieg Ubers Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf rund drei Milliarden Dollar. Demgegenüber steht allerdings ein Nettoverlust von stolzen 865 Millionen Dollar, der sich aufgrund der internationalen Expansion noch rasch ausweiten könnte.

2. Pinterest
“Rot” sieht auch das Online-Inspirationstool Pinterest. Zwar konnte Pinterest seine Verluste von 130 Millionen Dollar im Jahr 2017 auf 63 Millionen Dollar 2018 reduzieren und zweistellig wachsen, doch das werbe basierte Erlösmodell muss sich erst noch beweisen. Weltweit stöbern momentan rund 250 Millionen Menschen auf Pinterest nach visueller Inspiration für Wohnungseinrichtungen, Do It Yourself-Projekten, Kochrezepten und vielem mehr. Beim “Umschauen” auf der Bilderpinwand solls allerdings nicht bleiben: Pinterest will mit Werbung in Form bezahlter “Pins” Geld verdienen, was bislang aber vor allem in den USA getestet wurde.

3. Airbnb
Last but not least: Die Gewinnmaschine unserer heutigen drei IPO-Kandidaten: Airbnb. Das Unternehmen “reitet” wie Lyft und Uber auf der Sharing-Economy-Welle, vermittelt allerdings statt Autofahrten Übernachtungen in Privatzimmern oder Häusern. Mit Erfolg: Airbnb hat sich Medienberichten zufolge bereits ein Fünftel des privaten Übernachtungsmarktes in den USA gesichert und die Hotelkette Hilton umsatztechnisch überholt. Airbnb profitiert vom Trend zu individuelleren, teils auch günstigeren Unterkünften jenseits der Bettenburgen und hat nach eigenen Angaben seit der Gründung rund 500 Millionen Gäste vermittelt und gut an Provisionen verdient: 2017 konnte Airbnb 2,6 Milliarden Dollar erlösen und hat dabei einen Gewinn von 100 Millionen Dollar eingefahren. Auch 2018 sei profitabel gewesen.

Die Preisfrage zum Schluss: Was glauben Sie, welches Unternehmen von den drei IPO’s (inklusive Lyft sinds sogar vier) in jedem Fall profitiert? Die Antwort lautet: amazon.com. Alle IPO-Kandidaten zahlen monatlich teils dreistellige Millionenbeträge für die Nutzung von Amazon’s Cloud Plattform (AWS). Einer virtuellen Infrastruktur, die Unternehmen wie Pinterest, Lyft, Uber oder Airbnb zur Speicherung riesiger Datenmengen nutzen oder sogar ihre gesamte Plattform darauf aufbauen. Teils mit jahrelang bindenden Verträgen…

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Börsengänge 2019: Diese 3 Tech-IPO’s stehen in den Startlöchern

Cannabis-Aktien: Wie Anleger vom Hype profitieren (könnten)

marijuana-2766338_960_720.pngCannabis Aktien: Kaum ein Thema (mal abgesehen von Bitcoin & Co.) sorgte in den vergangenen Jahren für soviel Wirbel in der Finanzpresse, wie der “grüne” Kurs-Rausch, der Anlegern teils vierstellige Renditen bescherte. Grund genug, den Boom rund um Canopy GrowthAurora Cannabis und Aphria einmal genauer zu untersuchen

Mitte Januar erschütterte eine Pressemeldung das bayerische Wertesystem: Ausgerechnet München will – nebst Hopfen – bald auch Hanf anbauen. Oberbürgermeister Reiter macht sich im Rathaus stark für rund 2.400 Hektar umfassende Stadtplantagen und erklärte bei der Übergabe einer Petition des Deutschen Hanfverbandes München: “Wir haben durchaus die Flächen und die Möglichkeit dazu“. Der Grund, weshalb ausgerechnet die konservative, bayerische Landeshauptstadt deutscher Pionier beim Cannabisanbau werden will, liegt auf der Hand: Das Geschäft könnte sich lohnen. Für die bayerische Bierhauptstadt – und Anleger.

Cannabis: Besser als sein Ruf
Seit Anfang 2017 ist medizinisches Marihuana in Deutschland für die Behandlung verschiedener Krankheiten und Symptome wie z.B. Multiple Sklerose, chronischen Schmerzen oder Epilepsie zugelassen und wird von den Krankenkassen bezahlt. Die (Teil-)Legalisierung bringt jedoch auch neue Herausforderung für den Bund mit sich. Bislang war der Anbau von THC-haltigem Cannabis illegal, weshalb Deutschland die berauschenden Pflanzen überwiegend aus Kanada und den Niederlanden importierte. Da das Angebot mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten kann, kommt es allerdings immer wieder zu Lieferengpässen. Teils schwerkranke Patienten müssen deshalb oft mit langen Wartezeiten rechnen. Um diesen Missstand zu beseitigen, schreibt das für Zulassung und Regulierung zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Zeit Lizenzen für den Anbau von insgesamt 10,4 Tonnen Cannabis in Deutschland aus und rechnet 2020 mit der ersten Ernte. Möglicherweise dem entscheidenden “Spatenstich” für einen weiteren, etwas anderen, deutschen Exportschlager.

Berauschende Perspektive
Während wir in Deutschland noch auf die “grüne” Revolution warten, sind uns die USA und Kanada schon Welten voraus. Bereits seit 2001 ist die medizinische Nutzung von Cannabis in Kanada legal. Im Oktober 2018 erlaubte das Land schließlich den sogenannten Freizeitkonsum von Marihuana und auch in den USA ist Kiffen bereits in zehn Bundesstaaten straffrei. In mehr als 30 Bundesstaaten erhalten etwa Schmerz- oder Krebspatienten Gras auf Rezept. Kein Wunder, dass die meisten “Hot Stocks” der Cannabis-Industrie auf dortigem Boden gewachsen sind. In den vergangenen Jahren sind die Kurse mancher Unternehmen, die in irgendeiner Form mit dem Rohstoff in Verbindung stehen, in teils astronomische Höhe geschossen. Nach dem Bitcoin waren Cannabis-Aktien der große Hype – der jedoch für manche Spekulanten bereits ein ernüchterndes Ende fand. So glänzen viele Branchenvertreter, wie zum Beispiel Aphria (eines der weltgrößten Cannabis-Unternehmen) mit hochvolatilen Kursverläufen.

Unterm Strich erzielten Spekulanten mit der Aphria-Aktie innerhalb der vergangenen drei Jahre zwar eine berauschende Rendite von +1200 Prozent, doch die turbulente Kursentwicklung war wohl nur mit starken Nerven – oder sanften Drogen zu ertragen.

Grünes Licht für Cannabis-Aktien?
Da die Cannabis-Branche noch relativ jung ist und Unternehmen wie Kraut aus dem Boden sprießen, wird sich erst in den kommenden Jahren die Spreu vom Weizen trennen, Konsolidierungswellen die Branche neu ordnen und wenige Gewinner vielen Verlierern gegenüberstehen. Wer Cannabis-Aktien trotz aller Risiken und Nebenwirkungen als spekulative Depotbeimischung in Erwägung zieht, hat mehrere Möglichkeiten, von der Wertschöpfungskette des Rohstoffs zu profitieren: Anbau, Lizenzen und Patente, Distribution, Forschung, Technologie und Pharmazie, Automobilindustrie, Getränkehersteller – zahlreiche Branchen handeln, forschen und entwickeln Hanf- oder Cannabis haltige Produkte. Oder planen, die neu entdeckte Kult-Pflanze in ihr bestehendes Sortiment zu integrieren.

So zum Beispiel:

  • Aphria
    Nach verlustreichen Monaten schnellte die Aktie der seit 2015 gelisteten Aktie um +68 Prozent in die Höhe. Mit einer Marktkapitalisierung von rund drei Milliarden Dollar ist Aphria eines der weltgrößten Cannabis-Unternehmen und produziert sowohl für den medizinischen- als auch den Freizeitmarkt.
  • Canopy Growth
    Das ebenfalls in Kanada ansässige Unternehmen ist der weltweit größte Hersteller und Vertreiber von qualitativ hochwertigem Cannabis. Canopy Growth Hauptgeschäftsfelder sind die Produktion, der Vertrieb und der Verkauf von Cannabis, wobei das Unternehmen auch hierzulande den richtigen Riecher hatte: Canopy Growth übernahm Ende 2018 für 145 Millionen Euro den Tuttlinger Vaporizerhersteller Storz & Bickel und entwickelt sich seitdem wie im Rausch: +71 Prozent stehen seit Jahresbeginn auf der Kurstafel.
  • Aurora Cannabis
    Last but not least: Spekulanten-Liebling Aurora Cannabis. Die Aktie des ebenfalls kanadischen Unternehmens erzielte 2019 bis dato immerhin eine Performance von +35 Prozent. Aurora Cannabis deckt die gesamte Wertschöpfung ab: Vom Anbau über die Produktion bis hin zur Kundenbetreuung und ist in 20 Ländern auf fünf Kontinenten aktiv. Ein großer Fisch, der Anleger mit einer aggressiven Expansionsstrategie, einer breiten Produktpalette und spannenden Zukunftsperspektiven “berauscht”.

Cannabis-Experimente bleiben eine hochspekulative Angelegenheit, die Investoren viel Nerven, Geduld und mitunter auch Geld kosten kann. Sehen Sie spekulative Investments deshalb als das, was sie sind: Eine spannende (aber keinesfalls entspannende) Depotbeimischung, die jedoch kein Ersatz für ein langfristig orientiertes Investment sein darf.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

Cannabis-Aktien: Wie Anleger vom Hype profitieren (könnten)

Gemälde, Oldtimer, Juwelen: Was taugen Sammlerstücke als Geldanlage?

precious-1199183_960_720Schwankende Aktienkurse, ultra- niedrige Zinsen, regulierte Kryptowährungen, weltpolitische Unsicherheiten: viele Anleger fühlen sich von den momentanen Rahmenbedingungen verunsichert und flüchten in “abstrakte” Märkte jenseits der klassischen Anlageformen. Zum Beispiel in Kunst oder Oldtimer, sogenannte “Collectibles”, also Sammlerstücke.

Zugegeben: ein verlockender Gedanke, der die Fantasie vieler Investoren beflügelt. Man kaufe ein Gemälde eines (noch!) nicht entdeckten Künstlers zu einem günstigen Preis, hänge es an die Wand, erfreue sich an seinem Anblick und versilbere das Kunstwerk ein paar Jahre später zu einem exorbitant höheren Preis. So einfach geht Geldverdienen!

Kunst oder Krempel?

Auch die mediale Berichterstattung rund um das Thema Kunst & Kapital gießt Wasser auf die Mühlen. Zum Beispiel mit Schlagzeilen wie diesen: “Ist 2018 das Jahr der sensationellen Scheunenfunde?” oder: „Bares für Rares: Diese Schätze sorgen für Sensationssummen”. So brachte beispielsweise eine Beatles-Schallplatte ganze 30.000 Euro, ein Oldtimer der Marke Borgward 35.000 Euro, und eine seltene Goldmünze 25.000 Euro ein. Summen, mit denen die glücklichen Besitzer nicht gerechnet hatten. Auf dem “echten” Kunstmarkt locken, zumindest in Theorie, natürlich noch höhere Verkaufspreise.

Zum Beispiel beim Auktionshaus Sotheby’s, dessen Geschäftsjahr 2018 mit der Versteigerung von Picassos schönem Porträt der Marie-Therese Walter für 70 Millionen Dollar an das hervorragende Vorjahrsresultat anknüpfte. Sotheby’s Managing Director Deutschland, Dr. Philipp Herzog von Württemberg, kommentierte die Geschäftsentwicklung: „2017 war ein sehr gutes Jahr, das Sotheby’s mit einem Konzernumsatz von 5,5 Milliarden Dollar abschließt; dies entspricht einer Steigerung von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl die erzielten Gesamtergebnisse in den Auktionen weltweit und den Privatverkäufen zeigen ein Wachstum von 8 Prozent respektive 28 Prozent”.

Eine Asset-Klasse für Kenner

Das Interesse an Sammlerstücken als Geldanlage scheint also zu wachsen. Doch die Rendite von Kunst-Investments hinkt den Erwartungen eindeutig hinterher. Eine neue Studie von Wissenschaftlern der London Business School und Experten der Schweizer Bank Credit Suisse zeigt eindrucksvoll, wie sich verschiedene Anlageklassen seit 1900 entwickelt haben. Darunter Aktien, Gold, Immobilien, Anleihen und: Kunst. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Studie: Aktien zahlen sich auf lange Sicht immens aus. So lag die Rendite bei einer weltweiten Aktienanlage seit 1900 bei 5,2 Prozent pro Jahr. Erhebungen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) für deutsche Aktien sind sogar noch positiver. Für einen Anlagezeitraum von 20 Jahren erzielte der Dax im Schnitt rund 9 Prozent Rendite. Kunst entpuppte sich hingegen mit einer Wertsteigerung von im Mittel nur 1,9 Prozent als sehr mäßiger Renditebringer und kennt zudem eine Reihe von Risiken:

• Kunst-Investoren müssen über den nötigen Sachverstand verfügen, um die “Sahnestücke” des Marktes zu identifizieren, und das nötige Kleingeld, um diese auch zu kaufen zu können.
• Selbst wenn Kenntnis und Kapital vorhanden sind, gibt es keine Garantie auf die Renditeentwicklung.
• Kunst erwirtschaftet keine Zinsen oder Dividenden.
• Bei Kunstwerken handelt es sich, ähnlich wie bei Immobilien, um illiquide Anlageformen, die sich nicht ohne Weiteres veräußern lassen.
• Der Kunstmarkt ist intransparent, und die Transaktionskosten sind hoch.
• Schönheit liegt im Auge des Betrachters und kann fundamental kaum valide bewertet werden.

Wenn Sie also unter die Kunst-, Oldtimer-, Wein- oder Schmucksammler gehen wollen, dann sehen Sie Ihr Investment besser nicht unter Renditegesichtspunkten. Genießen Sie Ihren Ankauf, aber stellen Sie Ihre langfristige Vermögensplanung lieber auf ein solides Fundament.

Gemälde, Oldtimer, Juwelen: Was taugen Sammlerstücke als Geldanlage?

Commerzbank: Eine starke Bilanz, aber…

frankfurt-am-main-germany-2867908_960_720Die Commerzbank-Aktie zählt heute mit einem Plus von rund zwei Prozent zu Handelsbeginn zu den Gewinnern des Tages. Viele Investoren feiern die Rückkehr des Geldinstituts in die schwarzen Zahlen: Nach einem Verlust von 288 Millionen Euro im Vorjahr steht jetzt ein Plus von 472 Millionen Euro auf dem Commerzbank-Konto. Auf den ersten Blick ein Top-Ergebnis, doch der schöne Schein trügt…

Sondereffekte verschönern Bilanz

Wer ein bisschen tiefer in die Zahlen des Dax-Konzerns eintaucht und sich nicht mit vielversprechenden “Headlines” begnügt, wird schnell feststellen, dass das Geldinstitut vor allem aufgrund sogenannter “Sondereffekte” blendend verdiente. Darunter verstehen die Finanzfachleute außerordentliche, in der Regel einmalige, Aufwendungen oder Erträge. Die Commerzbank konnte ihre Q3-Bilanz “aufhübschen”, indem sie beispielsweise die Frankfurter Konzernzentrale “Commerzbank Towers” für geschätzte 620 Millionen verkaufte, ihre Beteiligung am Kartendienstleister Concardis veräußerte und ein Gemeinschaftsunternehmen für Ratenkredite mit der BNP Paribas auflöste.

Unterm Strich trugen diese kleinen Extras fast eine halbe Milliarde Euro zum Gesamtergebnis der Commerzbank bei. Ohne Sondereffekte, die das Resultat “aufpumpen” wäre die Bilanz des Geldinstitutes dagegen eher spärlich ausgefallen.

Geldquelle gesucht

Da Sondereinflüsse einmaliger Natur sind, benötigen die Frankfurter neue, dauerhafte Erlösmodelle. Keine leichte Aufgabe in Zeiten ultra-niedriger Zinsen, zunehmend starkem Wettbewerb durch “FinTech”-Dienstleister und flauen Kapitalmarkt-Erträgen. So sank das Zins- und Handelsergebnis um 4,1 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Umdenken ist angesagt! Um dem stetigen Erlösschwund entgegenzuwirken, plant die Coba umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen – teils mit guten Erfolgen.

Zum Beispiel beim Problemkind Schiffskredite. Jahrelang hatte die Commerzbank im großen Stil Kredite für neue Frachtschiffe gewährt. Steigende Überkapazitäten und fallende Frachtraten hatten jedoch viele Reedereien in Schieflage gebracht und zum Ausfall zahlreicher Schuldner geführt. Der Abbau der Problemkredite steht deshalb ganz oben auf der Coba-ToDo-Liste und scheint sich bereits bezahlt zu machen: In den ersten neun Monaten des Jahres wurde das zum Kentern verurteilte Schiffsportfolio um 1,5 Milliarden Euro reduziert und lag Ende September noch bei 3,3 Milliarden Euro. Bis zum Ende des Jahres sollen es 3 Milliarden Euro sein.

Fusions-Fantasien

Gefallen finden die Börsianer auch an den stets wiederkehrenden Übernahme-Spekulationen rund um die Commerzbank, die jedoch am größten Aktionär der Frankfurter scheitern könnten: dem deutschen Staat. Seit der Finanzkrise ist die Bundesrepublik mit 15 Prozent an der CoBa beteiligt und würde einer – vermutlich verlustbringenden – Veräußerung der zweitgrößten, deutschen Privatbank an ausländische Geldinstitute, wie BNP Paribas oder Crédit Agricole, nur ungern zustimmen. Neue Informationen zu eventuellen Übernahmen gab es aufgrund der ungewissen Sachlage heute dann auch nicht.

Geldinstitute verkehren momentan in schwerem Fahrwasser – mit oder ohne faulen Schiffskrediten im Schlepptau. Wenn Sie lieber auf Aktien mit starken Renditen statt schwachen Zinsen setzten, dann lesen Sie jetzt den gestern neu erschienenen boerse.de-Aktienbrief und profitieren auch Sie von den langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Commerzbank: Eine starke Bilanz, aber…

Bitcoin: Heiße Gerüchte um Goldman Sachs

bitcoin-2730220_960_720Bitte ein Bit(coin)! Der – leicht abgewandelte – Werbeslogan ist momentan in aller Munde. Neben den Fans der Kryptowährung Bitcoin begeistern sich auch immer mehr institutionelle Anleger für digitale Währungen. Ein Trend, auf den jetzt auch die traditionsreiche Investmentbank Goldman Sachs reagiert. Beziehungsweise reagieren muss.

Wird Bitcoin jetzt seriös?

Anfang der Woche kursierte eine Meldung, wonach Goldman Sachs einen Einstieg in den Bitcoin-Handel erwägt. Die eher vage Stellungnahme der Großbank lautete: „Als Reaktion auf das Interesse von Kunden an digitalen Währungen, untersuchen wir, wie wir ihnen am besten in diesem Bereich dienen können.“ Ein Statement, das für mich eher nach Pflichterfüllung, als intrinsisch motiviertem Wunsch klingt. Allerdings regiert auch in der Bankenwelt das Gesetz von Angebot und Nachfrage und da immer mehr Investoren ein Stück vom Krypto-Kuchen abhaben wollen, kommt Goldman Sachs nicht darum herum, das begehrte Gut anzubieten.

Bitcoin, Ethereum und andere Cyberwährungen lösten in den vergangenen Monaten eine wahre Kauf-Hysterie aus, die schwer an die holländische Tulpenmanie von vor 380 Jahren erinnert. Kursgewinne von über 600 Prozent innerhalb der vergangenen 12 Monate, ein unreguliertes System, das keiner Bankenaufsicht unterliegt und die grenzenlose Gier vieler Anleger beflügeln das Krypto-Phänomen und bringen sogar Banken ins Grübeln: Handelt es sich bei Bitcoin & Co. um die Währung der Zukunft oder um eine Spielerei für Computerzocker?

Banken machen Feind zum Freund

Tatsächlich genießt Bitcoin nicht den besten Ruf. Die “Währung” ist – vereinfacht gesagt – ein von Computern erzeugter Datensatz, den Nutzer online miteinander austauschen oder digital in einem “Wallet” (virtuelle Geldbörse) speichern können. Ein wesentliches Kennzeichen aller Kryptowährungen ist ihre fehlende Regulierung. Keine Zentralbank, die über die Währung wacht, kein Finanzamt, das Bitcoin-Gewinne für sich beanspruchen kann. Alle Transaktionen sind völlig anonym und deshalb bestens zur steuerfreien Geldanlage, der Geldwäsche oder Abwicklung dubioser Internetgeschäfte geeignet. Zudem gelingt es Hackern immer wieder, Handelsplattformen zu “knacken” und Bitcoins in Millionenhöhe zu stehlen. Eine dubiose aber dennoch faszinierende, neue Währungs-Welt, die auch Banken anzuziehen scheint.

Eine Mischung aus Angst vor dem “großen Unbekannten” und Geldgier treibt Geldhäuser wie Goldman Sachs und sogar die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zum Einstieg in die Cyberwährung. Einerseits, weil das Thema “Digitalisierung” in der Bankenwelt immer wichtiger wird und Banken den bargeldlosen, schnellen Zahlungsverkehr vorantreiben müssen. Andererseits, weil traditionelle Geldinstitute in Zeiten der Nullzinsen auf der Suche nach neuen Einnahmequellen sind. Bitcoin könnte da eine willkommene Portfolio-Bereicherung darstellen. Nur über das “Wie” der Implementierung herrscht momentan noch Unklarheit. Goldman Sachs erwägt zwar die Einrichtung eines neuen Geschäftsbereiches, der den Handel mit Kryptowährungen im Kundenauftrag abwickeln könnte, ist sich aber auch darüber im Klaren, dass das negative “Darknet”- Image auf das Geldinstitut abfärben könnte.

Wer profitiert?

Während Banken noch darüber nachdenken, wie sie Bitcoin in ihr Tagesgeschäft integrieren können, verdienen sich Handelsplattformen wie Bitcoin Group schon jetzt eine goldene Nase. Die Bitcoin Group SE betreibt unter bitcoin.de eine der führenden, deutschen Trading-Plattformen, deren Erfolg oder Misserfolg direkt an den Erfolg der Cyberwährung gekoppelt ist. Parallel zur Bitcoin-Hausse gewann auch die Aktie der Bitcoin Group seit Jahresbeginn über 900 Prozent an Wert, musste aber in jüngster Zeit auch kräftige Rücksetzer aufgrund der stets schwankenden Nachrichtenlage hinnehmen. Mal prophezeien Insider das baldige Ende der Digitalwährung, mal stehen Bitcoin und Co. kurz vor dem Durchbruch zur etablierten Währung. Alles in allem bleiben sowohl Bitcoin als auch Bitcoin Group hochspekulative Investments, deren Zukunft selbst die gewieftesten Börsianern nicht vorhersehen können.

Bitcoin: Heiße Gerüchte um Goldman Sachs

Nordex überrascht: Ist das der Startschuss für die Kursrakete?

windack-394544_960_720Rückenwind für die Nordex-Aktie: Überraschend gute Halbjahreszahlen wehen den Anleger-Liebling heute auf Kurs Nord-Ost. Der Windanlagenhersteller generierte zwischen April und Juni rund ein Prozent mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum, was einem Erlös von 1,5 Milliarden Euro entspricht. Eine sanfte Brise, die auf dem Börsenparkett mit stürmischem Applaus gefeiert wird: Die Nordex-Aktie gewann zu Handelsbeginn zeitweise über fünf Prozent an Wert.

Leicht übertrieben? Vielleicht, doch an den Märkten spielen Erwartungen oft eine größere Rolle, als Fakten. Im Fall von Nordex hatten die meisten Experten mit rückläufigen Erlösen gerechnet und aufgrund der geringen Erwartungshaltung wird das einprozentige Umsatzplus als positive Überraschung gewertet.

Ebenso pessimistisch (und falsch) waren die Prognosen in puncto Auftragslage und Gewinn: Zwar blieben mit 114,5 Millionen Euro unterm Strich 14 Prozent weniger in der Kasse, als im Vergleichszeitraum 2016, doch das war immer noch mehr, als man erwartet hatte. Auch der Auftragseingang lag mit 572 Millionen Euro über den Schätzungen. Tief pokern und anschließend groß auftrumpfen ist eine Strategie, die sich rendite-technisch also durchaus bezahlt machen kann…

Wie ein Fähnchen im Wind

Doch die Windrichtung kann sich für Nordex auch ganz schnell wieder drehen, wie die ausgeprägte Volatilität des Aktienkurses beweist. Zwischen ihrem Jahreshoch von 108 Euro pro Anteilsschein (2001) und der momentanen Bewertung von rund 12,40 Euro liegen Welten und Anleger mussten sich in den vergangenen Jahren gleichermaßen auf Flauten und Tornados einstellen. Erst im Februar brach nach einer Gewinnwarnung der TecDax-Aktie ein wahrer Verkaufs-Sturm los, der die Nordex-Aktie innerhalb von zwei Tagen um 30 Prozent einbrechen ließ. Auf Jahressicht verlor das Papier satte 44 Prozent an Wert. Da ist der heutige Tagesgewinn nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Generell profitieren Windanlagen-Hersteller wie Nordex natürlich von der Energiewende und dem weltweiten Trend zum Ökostrom, doch die Branche stößt an ihre Wachstumsgrenzen und leidet unter einem zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck.

Die Solarworld-Pleite macht zudem deutlich, dass das Geschäft mit regenerativen Energien trotz des Klimawandels kein Erfolgsgarant auf Lebenszeit ist. Politische Turbulenzen, die verschärfte (Billig-)Konkurrenz aus Asien und die Konsolidierungswelle in der gesamten Branche machen Wind-Anlagen zu einer wackeligen Angelegenheit.

Windrad XL

Nordex-Chef Krogsgaard will den Anlagenbauer jetzt auf Profit trimmen, das Service-Geschäft ausbauen und das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Zum Beispiel durch die Erschließung windarmer Gebiete. Nordex stellt derzeit rund 40 Prozent seiner Turbinen in Süddeutschland auf und erobert damit ein Gebiet, das für viele Konkurrenten uninteressant ist. Nordex hat spezielle “Riesenräder” entwickelt, die sogar bei wenig Wind ordentlich Output liefern. Ein Wettbewerbsvorteil, der Nordex in den kommenden Jahren Rückenwind verschaffen könnte.

Minus 44 Prozent seit Jahresbeginn. Eine Negativ-Rendite der Nordex-Aktie, die “weh tut”. Wie wärs dagegen mit Plus von 41 Prozent im Depot? Eine Top-Rendite, die der  boerse.de-Champions-Defensiv-Index BCDI seit seinem Börsenstart am 1. Juli 2014 verbuchen konnte. Und das bei weit geringeren Rückschlägen als Nordex, wie Sie im Vergleichsdiagramm boersedeProfiChart__29c70baa04884626cc3f30dbf92606besehr eindrucksvoll erkennen können. Das Nordex-Papier steckt voll Überraschungen und ist nur etwas für spekulativ orientierte Anleger, denn wie sagt man doch so schön: “Wer Wind sät, wird Sturm ernten”.

 

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Nordex überrascht: Ist das der Startschuss für die Kursrakete?

Fuchs Petrolub: Top Zahlen, Top Ausblick

7028Unsere erfahrenen boerse.de-Aktienbrief-Leser profitieren heute von einem klaren Heimvorteil: Die Fuchs Petrolub-Aktie, von der viele Börsianer vielleicht noch nie gehört haben, zählt schon seit Jahren zum Eliteclub der Champions-Aktien und was soll ich sagen? Meine Kollegen aus der boerse.de-Aktienbrief-Redaktion hatten mal wieder den richtigen Riecher. Der Schmierstoffhersteller präsentierte heute Morgen glänzende Halbjahreszahlen und hängt die Latte für das Gesamtjahr 2017 noch höher.

Läuft wie geschmiert!

Die Erlöse dürften 2017 nun zwischen sieben und zehn Prozent wachsen, teilte das im MDax notierte Unternehmen mit. Zuvor war das Management von einem Plus zwischen vier und sechs Prozent ausgegangen. Die Fuchs-Familie hat auch allen Grund, um ein wenig an der Prognoseschraube zu drehen, denn umsatztechnisch laufen die Geschäfte wie geschmiert und das Mannheimer Unternehmen erwirtschaftete mit 1,25 Milliarden Euro zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem das starke, sieben prozentige Wachstum in Asien, Amerika und Afrika lässt die Kasse des Mineralöl- und Chemiekonzerns (und die der Aktionäre) klingeln.

Aktie geht ab

32,73 Prozent Rendite innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Ein Plus von 342,85 Prozent seit 2007. Immer neue Rekord-Hochs, wie zuletzt Mitte Juni, unterdurchschnittliche Rücksetzer. Das sind die Merkmale, die einen Aktienbrief-Champion auszeichnen. Denn im Gegensatz zu vielen spekulativen Aktien mit einer ähnlichen 12-Monats-Rendite wie z.B. Aixtron oder Paion verläuft der Kurs der Fuchs Petrolub-Aktie “wie am Schnürchen” himmelwärts. Die Ursache für die stetig steigende Rendite liegt auf der Hand: Fuchs Petrolub punktet mit einem grundsoliden Geschäftsmodell, einer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte und guten Wachstumsperspektiven.

Die Fuchs-Familie

Wer Motoröl (wie ich) lieber nachfüllen lässt, anstatt selbst zum Kanister zu greifen, hat von Fuchs Petrolub vielleicht noch nie gehört. Das ist verzeihlich, zumal das Familienunternehmen vor allem Industrie-Schmierstoffe produziert. Fuchs Petrolub hat mehr als 10.000 Produkte für alle Lebensbereiche im Programm und beliefert unter anderem Automobilhersteller, Stahlunternehmen und die Landwirtschaft. Ein Konzern, der weit weniger “glamourös” als die Elektroauto-Schmiede Tesla, das Geister-Startup SnapChat oder der Actionkamera-Hersteller GoPro ist. Doch der “Charm” vieler Unternehmen wird oft überbewertet und macht Anleger blind für die Mauerblümchen auf dem Börsenparkett, die häufig eine weit bessere Performance hinlegen, als so manche “hippe” Aktie.

Wir haben neben Fuchs Petrolub noch 99 weitere, “heiße” Champions-Aktien für Sie herausgefiltert, die auch in turbulenten Zeiten wie diesen durch herausragende Renditen und geringe Risiken glänzen. Welche das sind, verraten wir Ihnen im brandneuen boerse.de-Aktienbrief. Ihr Gratisexemplarliegt schon für Sie bereit!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

boerse.de

Fuchs Petrolub: Top Zahlen, Top Ausblick