IBM schrumpft zum 20. Mal in Folge

Ein trauriger Rekord: Der IT-Riese IBM musste gestern zum 20. Mal in Folge Umsatzeinbußen in einem Quartal vermelden. In den vergangenen drei Monaten sanken die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um drei Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar, der Überschuss ging um 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zurück. Kein Wunder, dass Anleger langsam das Zutrauen in den “blauen Riesen” verlieren und den Titel auf die Verkaufsliste setzten: Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel über fünf Prozent an Wert.

Vom Computer-Urgestein…

Wir schreiben das Jahr 1911: IBM erblickte unter dem Namen “Computing Tabulating and Recording Company” in New York das Licht der Welt. Die ersten Produkte des Unternehmens waren Uhren, Waagen und Lochkarten- ein kleines, aber prägendes Stück Papier in IBM’s Firmengeschichte. Die legendären Datenträger aus Karton, die unter anderem bei Volks- und Wahlauszählungen zum Einsatz kamen, wurden im Laufe der Zeit von modernen Methoden wie Magnetplatten-Speichern abgelöst, ehe in den 60er-Jahren der erste Großrechner

hergestellt wurde. Bis zum PC für den Massenmarkt vergingen allerdings noch zwei Jahrzehnte und der legendäre ThinkPad-Mobilrechner kam erst 1992 in den Handel.

Trotz IBM’s Innovationskraft, verbrieft durch zahlreiche Patente, musste sich das Unternehmen schon bald dem Konkurrenzdruck findiger Mitbewerber geschlagen geben, die IBM’s Technik kopierten und mit günstigeren Rechner die privaten Haushalte eroberten. 2005 entschied sich der Konzern deshalb dazu, seine PC-Sparte an den chinesischen Computerhersteller Lenovo zu verkaufen. Ein historischer Strategieschwenk, mit dem sich IBM vom Maschinen- zum Infrastrukturanbieter und IT-Beratungsunternehmen wandelte. Die Frage ist nur, ob der von Vorstandschefin Ginni Rometty forcierte Schwenk vom Computer-Dino zum IT-Dienstleister den erhofften Erfolg bringt.

…zum IT-Tausendsassa

Die Eroberung der “Datenwolke”, die es Unternehmen ermöglicht, Software auf zentralen Servern zu mieten, statt zu kaufen, gilt als essentieller Bestandteil von IBM’s Zukunftsstrategie. Anstelle lokaler Firmenserver werden Programme und Speicherplatz in der virtuellen “Cloud” gegen eine Abo-Gebühr an Kunden vermietet. Ein booming Business und Haifischbecken, in dem sich bereits Branchengrößen wie Amazon, Oracle und Microsoft tummeln.

Trotz der scharfen Konkurrenz gelang es IBM im ersten Quartal 2017 mit Cloud-Services zu punkten, während die traditionell schwache Hardware-Sparte erneut Federn ließ.

Das Geschäft mit der Datenwolke wuchs um 33 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar, der Umsatz mit Großrechnern und System-Software schrumpfte dagegen um 17 Prozent. Auch die Technologie-Sparte, mit der IBM noch immer den Löwenanteil seiner Erlöse erwirtschaftet, brach um 2,5 Prozent ein. Am Ende konnte das Wachstum der Cloud die Misserfolge in anderen Bereichen nicht kompensieren und Anleger beginnen sich zu fragen, ob IBM seinen Platz im Portfolio noch verdient hat. Wundersamerweise scheint der IT-Dino sogar finanzielle Eiszeiten zu überdauern. Der Aktienkurs der “International Business Machines” gewann innerhalb der vergangenen zwölf Monate 19,7 Prozent an Wert und selbst Investorenlegende Warren Buffett hält mit stoischer Gelassenheit an seinen 81,2 Millionen IBM-Aktien fest. Vielleicht wegen der verlockend hohen Dividendenrendite von rund 3,3 Prozent, vielleicht aber auch, weil er noch immer auf die Innovationskraft des IT-Urgesteins vertraut.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

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IBM schrumpft zum 20. Mal in Folge

Die Bringer der Woche: Stunde der Wahrheit

omg_insiderAlle, aber auch wirklich alle tun es. Ungefähr alle drei Monate, gerne frühmorgens, und unbedingt vor einem großen Publikum. Und wir sind mit dabei! Neeee, das doch nicht! Gemeint sind die Quartalszahlen Berichte unserer Börsen-Lieblinge, die erst in Amerika und diese Woche auch in Europa zur Sache kommen.

So ein finanzieller, strategischer Zwischenbericht ist ja eigentlich staubtrocken. Aber die Börsianer, uns BUXianer eingeschlossen, können von den Zahlenwerken kräftig profitieren. Dafür ist es nicht mal nötig, ein Ass im Rechnungswesen zu sein, denn Gott sei Dank werden die wichtigsten Infos appetitlich aufbereitet und per Pressemeldung serviert. Hat das Unternehmen Gewinn oder Verlust gemacht? Wie sieht’s mit den Verkaufszahlen aus? Gibts irgendwelche strategischen Challenges? Solche Dinge stehen da drin und sorgen manchmal für nette Überraschungen, die für steigende, oder fallende Kurse verantwortlich sind.

Der Überraschungsei-Effekt funktioniert so: Meistens geben Experten im Vorfeld der Quartalszahlen eines Unternehmens ihren Tipp ab, wie hoch oder niedrig Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr ausfallen. Mit ihrer Prognose können sie entweder zu niedrig, genau richtig, oder zu hoch liegen- aber das wissen wir erst, wenn die Zahlen am Tag x aufm Tisch liegen. Waren die Analysten zu pessimistisch? Dann freut sich Aktie x oft über steigende Kurse. Waren die Experten zu optimistisch? Autsch! Große Enttäuschung, oft begleitet von fallenden Kursen.

Für uns bedeutet das: Lesen, lesen, lesen, nachdenken und dann in die richtige Richtung spekulieren. Überraschungen gibt’s natürlich trotzdem immer- sonst wäre die Börse ja nicht die Börse und wir alle Milliardäre.

Die Liste unserer potentiellen Spielkameraden ist lang diese Woche. Zu lang, um sie alle beim Namen zu nennen, also konzentrieren wir uns mal auf die großen Helden des Börsenparketts. Den Anfang machen heute nach US-Börsenschluss die Big Boys Netflix und IBM, gefolgt von Zalando, Goldman Sachs und Microsoft, die den Dienstag zum D-Day machen.

Am Mittwoch steht um 07:00 Uhr SAP aufm Teppich, gefolgt vom Who-is-Who der amerikanischen Wallstreet. Ebay, Intel, Morgan Stanley und American Express geben sich die Klinke in die Hand und lassen unsere Trade-Buttons glühen.

Donnerstag hat Daimler seine Sternstunde. Der Autobauer sorgte schon letzte Woche für eine gelungene Überraschung, als er vorläufige und ungeprüfte Quartalszahlen präsentierte. Diese Woche bekommen wir das wahre Werk zu sehen und sind gespannt, ob Daimler gleich nochmal eins drauf legen kann und die Aktie wieder auf Pole Position prescht.

Unter den Bilanz-Kandidaten befinden sich auch zwei Fluggesellschaften: Easyjet (Donnerstag) und American Airlines Group (Freitag). Der Grund, weshalb Aktien der Reisebranche diese Woche besonders brisant sein könnten, ist ein sehr trauriger. Nach dem Anschlag in Nizza und dem Putsch-Versuch in der Türkei, ist die Urlaubslust vieler Touristen verflogen. Mit gravierenden Folgen für Unternehmen wie Lufthansa, TUI, KLM, Accor Hotels und vielen anderen. Die Türkei rangiert immerhin auf Platz 3 der beliebtesten Urlaubs-Länder deutscher Touris und weitere Stornierungen könnten bitter Konsequenzen für die Bilanzen der Veranstalter haben.

BUXers, ich hoffe, dass diese Woche keine weiteren Schreckensmeldungen für uns bereithält. So ein kleiner Kurseinbruch nach dem 10.000 Punkte-Sprint unseres DAX wäre zwar un-nett, doch nichts im Vergleich zu den Tragödien, die in den letzten Tagen vielen hundert Menschen das Leben gekostet haben. In diesem Sinne: Love, Peace und Happy Trading!

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Die Bringer der Woche: Stunde der Wahrheit

Die Bringer der Woche: Fett!

IMG_7574Insgeheim, still und leise finde ich Fett ganz geil. So ein dickes Steak zu seiner Zeit, der Döner um 5 Uhr morgens nach einer heftigen Partynacht, ein Löffelchen Nutella gegen Frust aller Art…machmal geht mager einfach garnicht. Auch nicht der hagere Hering an der Bettkante, übrigens (finde ich). So, und warum erzähl ich euch das alles zu früher Morgenstunde? Weil es an der Börse diese Woche richtig dicke kommt! Quartalszahlen der ganz fetten Fische stehen auf dem Programm und der Ölpreis himself könnte die Kurse noch extra kicken. Die sogenannte Berichtsaison ist vor allem in den USA im vollen Gange, schwappt aber langsam über den Teich nach Europa, wo uns immer mehr Unternehmen einen Blick in ihre Zahlen werfen lassen. Warum Börsianer davon so enorm high werden? Ganz einfach weil sich aufgrund der Bilanzen ganz gut vorhersagen lässt, wie sich der Aktienkurs einer Firma in den kommenden Monate so entwickeln wird. Und ein bisschen Glaskugelgucken tun wir doch alle gern, oder?

Eines ist schonmal sicher: Diese Woche werden euch die Daumen glühen, Boys und Girls! Was, wann, wie und wo ganz oben auf eurer Trade-Liste stehen sollte, verrate ich euch jetzt:

Montag

* PepsiCo: Q1 Zahlen. Zuckersprudel ist out. Energydrinks are not. Was lässt beim Cola-Konkurrent die Gewinne sprudeln?

* Morgan Stanley: Q1 Zahlen. Die Amis machens einfach besser. Kann die amerikanische Großbank sich ne Scheibe von JP Morgan’s Erfolg abschneiden?

* L’Oreal: Q1 Zahlen. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land? Wie hübsch die Zahlen des Weltmarktführers für Kosmetikprodukte sind, erfahren wir ab 18:00Uhr

* Netflix: Q1 Zahlen. Ich liebe Netflix. Punkt. Wegen mir kann das ganze programmierte TV-Programm gerne abgeschafft werden. Wird das Daumenkino die hochgesteckten Erwartungen der Analysten erfüllen?

* IBM: Q1 Zahlen. Das Softwareunternehmen sucht sein Glück in den Wolken. Kann das Cloudgeschäft endlich punkten, oder verliert IBM den Battle gegen Amazon, Microsoft & Co.?

Dienstag

* Akzo Nobel: Q1 Zahlen. Die Holländer mischen die schönsten Lacke. Ob sie heute auch brillante Zahlen präsentieren können?

* Danone: Q1 Zahlen. Erdbeere, Banane oder Aprikose? Trifft der King of Fruchtzwerg den Geschmack der Aktionäre?

* Zalando: Q1 Zahlen. Neinneinnein, ich lass mich nicht dazu verführen, mal eben zum Shop zu wechseln. Zalando ist und bleibt ein Mädchen-Fänger. Und Börsenliebling.

* Philip Morris: Q1 Zahlen. Paffen ist doch ziemlich out, oder? Reichts heute bei diesem Tabakkonzern trotzdem für ein Siegespfeifchen?

* Intel: Q1 Zahlen. Intel inside. Steht auch auf meiner Tipp-Maschine. Wir sind gespannt, wie die Halbleitergeschäfte so laufen.

* Yahoo: Q1 Zahlen. Yahoo…das war ein mal.. Kann Frau Marissa den Internet-Veteran wenigstens teuer an die Konkurrenz verscherbeln?

* Rio Tinto: Q1 Zahlen. Die Bergbau-Kumpels leiden unter dem Rohstoff-Preisverfall. Hütte ist schon lang keine Goldmine mehr.

* Harley Davidson. Q1 Zahlen. Worauf setzt ihr, BUXers? Lowrider, oder Highflyer?

Mittwoch

* SAP: Q1 Zahlen. Kann Deutschlands IT-Stolz im Cloudgeschäft glänzen?

* ASML: Q1 Zahlen. Die Niederländer können mehr als Käse und Windmühlen. Zum Beispiel weltklasse Halbleiterelektronik.

* Coca Cola: Q1 Zahlen. Nach PepsiCo lässt uns auch dieser Sprudelbrause-Hersteller in seine Bücher schauen. Taste the Feeling!

* Qualcomm: Q1 Zahlen: Die Kalifornier sind für das Innenleben eures Smartphones verantwortlich. Eigentlich Big Business, oder?

* Heineken: Q1 Zahlen. Lekker biertje. Ein Prost auf die Erfolgsstory der niederländischen Bierbrauer!

* Mattel: Q1 Zahlen. Ich will doch nur Spielen! Dürft ihr. Nur für den Barbie-Hersteller wird es heute ernst.

Donnerstag

* EZB- Zinsentscheid: Weniger als Null Prozent-Zinsen geht doch nicht? Oder? Mario Draghi verrät es uns heute

* Pernod Ricard: Q1 Zahlen. Der Spirituosen-Hersteller muss heute einen klaren Kopf bewahren. Kommt die Absinth-Aktie in Fahrt?

* SAB Miller. Q4 Zahlen. Noch mehr Alkohol. Und das so früh am Morgen!

* Verizon Communications. Q1 Zahlen. Der Telekommunikationsriese hat immer Anschluss. Check.

* General Motors. Q1 Zahlen. Profitiert der Ami-Autokonzern von der deutschen VW-Flaute?

* Visa. Q1 Zahlen. Kaufen auf Pump geht immer. Und Onlineshopping ohne Visa geht gar nicht.

* Starbucks. Q1 Zahlen. Die Kaffee2Go-Kette, bei der ihr für nen Pappbecher mit falsch geschriebenem Namen soviel bezahlt, wie für ne ganze Packung Röstkaffee.

* Alphabet & Microsoft: Q1 Zahlen. Beide Rivalen an einem Tag. Dieses Duell dürft ihr euch nicht entgehen lassen.

* Schlumberger. Q1 Zahlen. Nee, nicht der Sekt! Diese Amis sind der weltgrößte Ausrüster der Gas- und Öl- Industrie. Und leiden unter der Ölpreis-Depri.

Freitag

* Daimler. Q1 Zahlen. Die Marke mit dem Stern fährt momentan allen davon. Große Erwartungen!

* General Electric. Q1 Zahlen. Ein Mischkonzern mit gemischten Zahlen sorgt für gemischte Gefühle.

* McDonalds. Q1 Zahlen. Die fetten Jahre der Fast Food Legende sind gezählt! Experten rechnen mit eher mageren Ergebnissen.

So, ich hab jetzt lahme Finger und werde mich mit einem kalorienreichen Snack belohnen. Ab 09:02 Uhr könnt ihr euch wieder die ganz fetten Fische ins Depot legen. Happy Fatty Trading!

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Die Bringer der Woche: Fett!

Googles neuer Stern in der Cloud: Home Depot

bgo_2010_screen7In den Wolken gehts zur Zeit so richtig zur Sache. Der Battle zwischen Microsoft, Amazon, IBM und Google um die Cloud-Weltherrschaft ist in vollem Gange. Google verdient seine Milliarden nur mit nerviger AdWords Werbung und Bezahl-Apps? Mitnichten. Die Suchnasen haben 2010 eine neue Goldmine mit dem Namen “Cloud Computing”, einer Art virtuellem Datenspeicher, entdeckt.

Die Google Masterminds dachten sich damals wahrscheinlich: galaktische Serverfarmen haben wir ja bereits, dann können wir ein paar Terabyte Speicher doch auch an Unternehmen vermieten? Geile Idee, nur nicht ganz neu. Als Pionier der Cloud gilt Amazon mit “Amazon Web Services”, die sich bis heute mit dem Cloud-Mastertitel schmücken dürfen. Unter den Firmen, die Dienste und Speicherplatz auf den Servern von Google, Amazon, oder Microsoft nutzen, finden sich BigBoys wie Netflix, Apple und – seit heute- der Hornbach der Amis: Home Depot.

Der E-Commerce Riese und Giga-Baumarkt mit über 2000 Filialen ist nach Apple (Ex Amazon-Kunde, autsch) schon der zweite Deal, den Google innerhalb von zwei Wochen eintüten konnte. Dabei geht es nicht nur um noch mehr Nullen hinterm Komma, sondern auch um Prestige, Ruhm und Ehre. Google gibt sich einfach nicht mit Platz 4 der Cloud-Rangliste hinter Amazon, Microsoft und IBM zufrieden. Nein, Google-Mutter Alphabet will nicht nur im ABC die Nummer eins sein, sondern auch die Wolken dominieren.

Ein hochgestecktes Ziel, wenn man bedenkt, dass Amazon schon 10 Jahre im Cloud-Geschäft unterwegs ist und Microsoft aufgrund seiner Software und den dazugehörigen Sales-Truppen ein enormes Netzwerk an Kunden hat, die alle auch potentielle Cloud-Kandidaten sind.

Google zeigt sich davon reichlich unbeeindruckt und plant optimistisch für die Zukunft: 12 neue Datenzentren will die Alphabet-Tochter in den kommenden Monaten errichten und damit seine Kapazität auf insgesamt 20 Zentren ausdehnen. Bang! Wenn das kein Statement ist. Damit hätte Google zumindest was die Zahl seiner Serverfarmen angeht, den ersten Sieg über Amazon in der Tasche. Der E-Commerce Riese betreibt dann rund 17 Daten-Bunker.

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Googles neuer Stern in der Cloud: Home Depot

US-Tech-Aktien: Die ganz großen Kursgeschenke

silicon-valley01An alle BUXers, die nicht schon im Kochstress oder Glühweinrausch sind: tatatataaa, ich präsentiere euch den letzten BUX-Artikel vor dem großen Fest! Ich habs mir hier schon mit Plätzchen, Schaumwein und Lockenwicklern gemütlich gemacht und bin sehr froh darüber, dass ihr mich nicht sehen könnt!

Weihnachten ist das Fest der Besinnlichkeit und ich denke darüber nach: Wer hat uns dieses Jahr börsentechnisch so richtig glücklich gemacht? Genau, die Tech-Aktien. Die sogenannten BUX US Tech 100 haben uns mit vielen News, Kursfeuerwerken und BUX-Artikeln den Alltag versüßt. Ich finde, diese Prachtstücke haben sich eine ganz persönliche Weihnachts-Widmung verdient, meint ihr nicht?

Schwergewichte wie Amazon, Facebook, Google (seit diesem Jahr: Alphabet) oder Microsoft schoben den amerikanischen Technologie-Index Nasdaq 100 ordentlich an und verhalfen ihm 2015 sogar zu einem neuen Allzeithoch. Die Kurse der Techi-Buden kletterten zum Teil um mehr als ein Drittel oder konnten sich, wie im Fall von Amazon, sogar verdoppeln. Ach hätte ich doch..! Zum Vergleich: Unser Deutscher Aktienindex DAX brachte es auf ein Plus von 8 Prozent auf Jahressicht. Auch kein schlechtes Ergebnis, aber weit entfernt von den Sahneschnittchen aus Silicon Valley.

Dabei lief es nicht bei allen IT-Riesen rund. Fangen wir mal bei den diesjährigen Gewinnern an. Google kann sich mit 72 Milliarden Dollar Cash in der Tasche und 11 Prozent Umsatzwachstum im letzten Quartal ungeniert “King of Search” nennen. Kein Wunder, dass sich die Aktie im Höhenrausch befindet und 2015 rund 45 Prozent zulegen konnte.

Meine geliebte Amazon-Aktie entwickelte sich 2015 entgegengesetzt zu meinem Kontostand: aufwärts. 120 Prozent Kursgewinn allein in diesem Jahr! Während ich meine hart verdienten Euros in den Amazon-Einkaufswagen stopfe, klettert die Aktie von einem Allzeithoch zum nächsten. Der amerikanische E-Commerce- Gigant macht sein Geschäft nicht nur mit Shopaholics wie mir, sondern verdient auch ordentlich am Cloud-Geschäft. Dabei stellt Amazon Unternehmen und Privatpersonen virtuellen Speicher und Rechendienste zur Verfügung, die nicht mehr auf dem heimischen PC, sondern auf Amazon’s Servern laufen.

Und nicht nur die Aktie hebt ab, sondern mit ihr der ganze Konzern. Letzte Woche gab Amazon bekannt, zusammen mit Boeing an einer eigenen Frachtflugzeugflotte zu arbeiten. Die Paketzustellung mit der Deutschen Post & Co. dauert den Amis einfach zu lange.

Beim Apfelkonzern lief dagegen nicht alles rund und hochfliegende Pläne hat das Unternehmen auch nicht. Apple’s ehemaliger Kassenschlager iPhone steckt schon bei der halben Weltbevölkerung in der Hosentasche und die andere Hälfte bevorzugt einfach Android. Oder zählt zur Gruppe der Smartphone-Verweigerer. Oder hat einfach kein Geld für Schnickschnack. So wackelt Apple’s Wachstum und auch die Aktie trat 2015 mehr oder weniger auf der Stelle.
Bleibt zu hoffen, dass bei ganz vielen von uns heute Abend eine Apple Watch unterm Baum liegt. Dann hätte Tim Cook doch noch was zum feiern..

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

US-Tech-Aktien: Die ganz großen Kursgeschenke

Rückenkratzen bei der Deutschen Telekom

telekomBeginnen wir den Tag mit einer Tasse Heißgetränk und einer kleinen Hitliste der gestrigen Gewinner und Verlierer im DAX. Um es kurz zu machen: fast alle Unternehmen, die gestern ihre Quartalszahlen offenlegen mussten, waren die großen Looser. K+S, Deutsche Post und Eon präsentierten deutliche Verluste und schmückten sich mit einem dicken, roten Minus im Index. Henkel dagegen profitierte von den blitzsauberen Zahlen seines Waschmittel-Geschäfts und schäumte mit 6,7 Prozent Plus an die Spitzenposition der Deutschland 30.

Gute Neuigkeiten gab es auch von der Deutsche Telekom. Das Traditions-Unternehmen dürfte sein geliebtes Magenta bald mit vier bunten Würfelchen anreichern, denn es steht ein ganz dicker Deal mit (Trommelwirbel) Microsoft bevor!

Der amerikanische Tech-Konzern und T-Systems planen, gemeinsam Konkurrenten wie Amazon oder Google einen Platz in den Wolken streitig zu machen. Es geht um “the Cloud”, die “Datenwolke”, in der Unternehmen und Einzelpersonen Rechen- und Programmleistungen abrufen können.

Die Partnerschaft der beiden beruht auf einem gegenseitigen Rückenkratzen: T-System juckt das Cloud-Geschäft schon lange und Microsoft kribbelt es bei dem Gedanken, endlich seine Abhängikeit vom Windows-Geschäft zu verringern.

Die frischgetrauten IT- Riesen schweben also auf Wolke 7 und profitieren auch noch vom wachsenden Misstrauen der Firmenkunden in Daten, die auf Servern in den USA gespeichert sind. Zu weit weg, zu unsicher. Viele Branchen bevorzugen Server Made in Germany und vertrauen ihre Daten lieber Telekom-Rechnern in Frankfurt und Magdeburg an. Microsoft sorgt für die Infrastruktur, die Telekom für die Architektur. Wenn diese Ehe keine Zukunft hat!

Gute Nachrichten kamen gestern Abend auch noch aus den benachbarten Niederlanden. Die Investoren Apax, CVC und eventuell auch Liberty Global haben Interesse an der verlustträchtigen Telekom-Tochter T-Mobile. Sollte es der Telekom gelingen, den Laden für geschätzte 3 Milliarden Euro zu verticken, könnte schon bald die nächste Party steigen denn T-Mobile laufen die Kunden weg. Fast 200.000 untreue Holländer wechselten innerhalb eines Jahres zu Konkurrenten KPN oder Vodafone. Zu klein der Markt, zu hart die Konkurrenz. Und so käme der Telekom ein Verkauf des Geschäfts in den Niederlanden gerade recht.
Ob die Telekom-Aktie heute auf magentafarbenen Wölkchen schwebt? Nach dem Gong wissen wir mehr.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

Rückenkratzen bei der Deutschen Telekom

SAP auf Wolke 7

wolke7Wer gestern einen Blick auf die Deutschland30-Liste (DAX) geworfen hat, dem sprang ein großes, grünes Plus-Zeichen inmitten roter Verliereraktien ins Auge. Der Lichtblick hieß: SAP. Mit knapp 6 Prozent führte das Papier des Softwarekonzerns aus dem baden-württembergischen „Silicon Walldorf“ ganz klar das Feld an.

Und schuld daran waren wie so oft dieser Tage: die lieben Quartalszahlen. SAP verzückte seine Anleger im dritten Quartal mit einem Plus bei den Cloud- und Softwareerlösen von 19 Prozent (1,62 Milliarden Euro) gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten weniger erwartet und reagieren mit Freudentaumel.

Ein Grund, euch den Software-Riesen mal genauer vorzustellen.

SAP, eine klangvolle Abkürzung für den Firmennamen „Systems, Applications & Products in Data Processing” und nicht zu verwechseln mit dem holländischen SAP=Saft, ist Europas größter Softwarekonzern.

Hopp, ein Sprung in die Zeitmaschine und wir schreiben das Jahr 1972 – die USA starten mit Apollo 17 ihre letzte Mond-Mission, Deutschland wird in Brüssel Fußball-Europameister, im deutschen Fernsehen läuft die erste Folge von Raumschiff Enterprise, und am Westrand der Oberrheinischen Tiefebene wird ein kleines Softwarehaus aus der Taufe gehoben. Wo sonst nur Spargel wächst arbeiten 5 gewitzte, ehemalige IBM-Hippies an der Verwirklichung ihres Traumes: eine Echtzeitverarbeitung von Unternehmensdaten wie beispielsweise Lohnabrechnungen.

Damals eine Revolution: die Daten wurden per Tastatur und Bildschirm eingegeben und ersetzten ein Wirrwarr an „Lochkarten“ mit denen Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt Daten erfassten.

Heute, 43 Jahre später und mit rund 291.000 Kunden in 190 Ländern, spielt SAP in der ersten Software-Liga gegen die US-Boys Oracle, Microsoft, Salesforce und IBM. Die Jungs aus dem Spargelfeld konzentrieren sich immer noch auf die Entwicklung von Geschäftssoftware für Buchhaltung oder Personalverwaltung, aber setzen auch vermehrt auf Cloud-Software.

Die „Cloud“ ist momentan total angesagt und bedeutet ganz einfach, dass Software nicht mehr lokal auf PC’s gespeichert wird, sondern irgendwo in Mega-Rechenzentren ihren Dienst tut. Ist angeblich sicherer (?), billiger und total effizient.

Die BUXer unter euch, die Selfies, Movies und Co. auf der internen Festplatte speichern, kennen das Problem sicher: Datenkollaps. Abhilfe schafft ein Datenspeicher in der „Cloud“ wie zum Beispiel von Microsoft oder Google. Einloggen, hochladen, fertig. Und dann hoffen, dass eure privatesten Privatsachen auch sicher sind da draußen..

SAP bietet Unternehmen ganze Softwarepakete in den Wolken an und ist damit äußerst erfolgreich. Die Baden-Württemberger konnten ihre Umsätze aus diesem booming Business im letzten Quartal sogar verdoppeln..

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SAP auf Wolke 7