Facebook vor den Zahlen: das müssen Sie heute wissen!

eye-1553789_960_720Die Facebook-Aktie – eine Erfolgsstory. Aber wie lange noch? Bislang ist zwar mit einer Jahresrendite von 21,59 Prozent noch alles im “grünen Bereich”, doch bei der morgigen Quartalszahlen-Präsentation wird das soziale Netzwerk auf die Probe gestellt. Wobei der “soziale” Grundgedanke, den Mark Zuckerberg einst hegte, mittlerweile sehr kontrovers diskutiert wird. Zum einen, weil viele Nutzer mehr Zeit damit verbringen, den Facebook-Newsfeed zu studieren, als aktiv Zeit mit Familie oder Freunden zu verbringen. Zum anderen, weil sich Facebook mehr und mehr zur Werbeplattform entwickelt.

Wachstum und Werbung

Ein Spagat. Einerseits will und muss das Netzwerk seine über zwei Milliarden Kunden mit interessanten Inhalten an sich binden, andererseits müssen Werbeeinnahmen die steigenden Ausgaben kompensieren. Die Entwicklung neuer Sicherheits-Features, eines individuelleren Newsfeeds und eines besseren Werbealgorithmus kosten Geld. Viel Geld. So kündigte Finanzchef David Wehner im Rahmen der Q3-Zahlenkonferenz an, dass die Betriebskosten 2018 um bis zu 60 Prozent und die Investitionen um 100 Prozent steigen dürften. Natürlich fragen sich Investoren, ob und wie Facebook diese enormen Ausgaben kompensieren will. Mehr Werbung würde zulasten der Nutzerfreundlichkeit gehen, weniger Werbung würde zu einem finanziellen Desaster führen.

Mark Zuckerbergs Strategie lautet deshalb: Weniger Anzeigen zu höheren Preisen. Mit der Mitte 2017 eingeführten Strategie will Facebook wieder persönlicher werden, seine Community an sich binden und durch ein attraktives Werbeumfeld langfristig mehr verdienen. Klingt gut, aber ob Marks Masterplan auch funktioniert?

Es scheint so. Ersten Zahlen zufolge verzeichnete Facebook im dritten Quartal zwar weniger “Klicks” auf Anzeigen, dafür stieg der gemittelte Preis pro “Ad” allerdings um 35 Prozent. Die Optimierung des Werbealgorithmus resultiert demnach in eine bessere Zielgruppenansprache für die Kunden bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen. Die Gewinnmaschine läuft.

Hohe Erwartungen

Das Gros der Analysten rechnet deshalb damit, dass sich Facebook heute mal wieder selbst übertreffen wird. Auf der Umsatzseite erwarten Marktexperten ein Plus von 42,07 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Zahlen ausgedrückt: 12,52 Milliarden Dollar Umsatz nach 8,81 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Facebook-Aktie dürfte 1,92 Dollar nach 1,41 Dollar im Vergleichsquartal betragen. So viel Erfolg ruft natürlich die Konkurrenz auf den Plan. Google, Snapchat und jüngst Tencent buhlen um die Gunst von Nutzern und Werbetreibenden. Tencent, der chinesische Betreiber der Plattform “WeChat” war im November mit einer Bewertung von 562 Milliarden Dollar erstmals mehr wert, als Facebook (541 Milliarden Dollar). “WeChat”, die Kommunikationsplattform, die anfangs wie eine billige Raubkopie von Facebooks “WhatsApp” aussah, zählt mittlerweile 980 Millionen Nutzer. Fast so viel wie das “Original” aus dem Hause Zuckerberg. Doch die App hat noch mehr drauf: während wir mit WhatsApp vor allem chatten, nutzen Chinesen WeChat als mobiles Portmonee. Eine Funktion, die so gut ankommt, dass sogar deutsche Läden, wie zum Beispiel Rossmann oder dm, WeChat als Bezahlmethode akzeptieren.

Es bleibt spannend abzuwarten, welche sozialen Plattformen in ein paar Jahren das Sagen haben werden und wie die Online-Giganten dann unser Leben beeinflussen. Investorenlegende George Soros vertritt da seine ganz eigene Meinung: während des Weltwirtschaftsforums in Davos warnte er vor den wirtschaftlichen Monopolen von Google und Facebook, die das eigenständige Denken bedrohten und die Demokratie gefährdeten. Auch würden Facebook bei stabilem Wachstum schon bald “die Menschen” ausgehen. Was dann?

Eine Überlegung, die Soros auch bei der Umschichtung seines Depots Ende 2017 in Betracht zog. Er reduzierte seine Beteiligung an Tech-Aktien wie SnapChat, Twitter und Facebook drastisch und investierte dafür in “Börsendinos” wie General Motors, Oracle und Campbell Soup. Diese Werte zählen zwar aufgrund ihrer instabilen Kurshistorie nicht zu den Top-Defensiv-Champions, doch unsere Denkrichtung ist ähnlich: während die Zukunft der Tech-Giganten auf unsicheren Beinen steht und einem steten Wandel unterworfen ist, werden Aktien der Nahrungs- und Konsumgüterindustrie immer gefragt sein. Wenn auch Sie in Defensiv-Champions investieren möchten, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit langfristige Wettbewerbsvorteile auszeichnen, dann informieren Sie sich über den BCDI, den boerse.de-Champions-Defensiv-Index. Dem mit mehr als 120 Millionen Euro Anlagevolumen meist gehandelten Aktien-Index-Zertifikat der Börse Stuttgart.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre Miss boerse.de

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Facebook vor den Zahlen: das müssen Sie heute wissen!

Daumen hoch für die Facebook-Aktie

So umstritten das Social Network auch sein mag: Die Facebook-Aktie verdient ein dickes “Like”. Dieser Meinung waren gestern auch die Analysten der Investmentbank Barclays, die dem Technologiewert das Prädikat “Overweight” verliehen und ein Kursziel von 153 US-Dollar in die Bewertung aufnahmen. Momentan kostet ein Facebook-Anteil rund 143 US-Dollar.

Seit ihrem Börsendebüt im Mai 2012 gewann die FB-Aktie 260 Prozent an Wert, doch die Erfolgsgeschichte kannte ein paar Stolpersteine. Nach einem gefeierten IPO zum Ausgabepreis von 38 US-Dollar fiel die Aktie innerhalb weniger Tage unter 30 US-Dollar und erholte sich erst wieder im Dezember 2013, als die werbefinanzierte Konzernstrategie Form annahm und Anleger von der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens überzeugte.

Snapchat: Konkurrent oder Copycat?

Eine ähnliche “Story” kennt Snapchat. Nach einem Raketenstart entpuppte sich das gefeierte Tech-IPO zum Rohrkrepierer. Snap Inc. notiert momentan bei einem Kurs von rund 21 US-Dollar- 9,3 Prozent unter dem Aktien-Hoch am ersten Handelstag. Ähnlich Facebooks Werdegang muss auch Snapchat erst noch seine Richtung finden und momentan ist unklar, ob sich der Wert zur “Geister-Aktie”, oder Gewinnmaschine entwickeln wird.

Auch wenn die Anleger bislang skeptisch sind: Snap Inc. hat schon seit Jahren einen mächtigen Verehrer. Kein anderer als Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg klopfte bereits 2012 bei Snapchat an und bot den Eigentümern Evan Spiegel und Bobby Murphy zunächst eine, später sogar drei Milliarden Dollar für ihr junges Unternehmen. Doch Mark biss auf Granit. Evan und Bobby wollten nicht verkaufen und zwangen Zuckerberg dazu, sich auf Plan B zu besinnen: Das schamlose Abkupfern von Snapchat-Features.

Aktuellstes Beispiel: Snapchats “Stories”. Zuerst kopierte Zuckerberg das Video- und Fotoschnipsel Feature, mit dem Nutzer ihren Alltag aufhübschen und teilen können, nur auf seiner Fotoplattform Instagram. Doch seit Kurzem können auch User der Facebook-App Bildergeschichten-Posts über “ihren Tag” publizieren. Inklusive mehr oder weniger lustigen Gesichts-Filtern, Masken und Zeichnungen.

Gut möglich, dass Snap Inc. den “Klone War” mit dem überambitionierten Facebook verlieren wird, zumal das führende Social Network gegenüber der Geister-App einen überragenden, wirtschaftlichen Vorteil hat: Facebook scheffelt Millionen mit Werbeeinnahmen.

Die Spitze des Zuckerbergs

Die Geldquelle, der Twitter und Snapchat noch auf der Spur sind, hat Facebook längst erschlossen. Im vergangenen Jahr blieben nach einem sehr erfolgreichen Schlussquartal 3,56 Milliarden Dollar in der Kasse, was einem Zuwachs von 128 Prozent entsprach. Auch der Umsatz explodierte gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent auf 8,81 Milliarden Dollar wobei Werbeeinnahmen mit 8,63 Milliarden Dollar der weitaus größte Umsatzbringer des Konzerns waren. Da das Wachstum aus Werbegeldern in den kommenden Jahren an seine Grenzen stoßen wird, hat Mark Zuckerberg eine neue Strategie bedacht. Beziehungsweise abgekupfert. Womit Netflix und Amazon schon seit Jahren erfolgreich sind, will Facebook nachahmen: Die Produktion von Video-Inhalten, die vor allem junge Zuschauer überzeugen soll. Wie immer setzt Facebook auch hier auf Werbeeinnahme, die zwischen den Inhalte-Produzenten und der Video-Plattform geteilt werden sollen.

Auch boerse.de ist auf Facebook vertreten. Wir wollen mit unserem Auftritt jedoch kein Geld verdienen, sondern schlicht und einfach mit unseren Leserinnen und Lesern kommunizieren. Schauen Sie doch mal vorbei, wir freuen uns über Ihre “Likes”, “Shares”, Kommentare und Anregungen!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Daumen hoch für die Facebook-Aktie