Lufthansa greift sich Air Berlins Sahnestücke

bux.pngDas Dickschiff Deutsche Lufthansa schiebt sich heute mit einem geschmeidigen Plus von rund 1,5 Prozent an die Dax-Poleposition. Ich weiß, ich weiß, im Vergleich zu Bitcoin, Tesla, Netflix und anderen “Hot Stocks” hat die LH den Sexappeal einer Bundestagsabgeordneten, aber guckt euch mal diese Zahlen an!

1 Woche: + 2 %, 1 Monat: + 10 %, 6 Monate: + 53 %, 1 Jahr: +119 %

****, wäre ich bei der LH-Aktie doch schon vor ein paar Monaten eingestiegen! Doch noch gibts Hoffnung, BUXie. Insider munkeln nämlich, dass die Lufthansa noch für mehr kurstechnische Durchstarter gut sein könnte…
Miles & More
In Berlin wurde in den vergangenen Tagen nicht nur über die Zukunft der Bundesregierung entschieden, sondern auch über die der insolventen Air Berlin. Heute soll der Gläubigerausschuss – also die Leute, die die Insolvenz managen – beschließen, welche Übernahme-Interessenten im Bieterrennen bleiben und welche nicht. Eigentlich wollte die LH alle Flugzeuge, Strecken und rot-berockte Stewardessen an sich reißen, doch das fanden die Kartellbehörden nicht so dolle und beschlossen, die Torte zu teilen.
Schon am Donnerstag sickerte durch, dass vermutlich Lufthansa und Easyjet das Beste der Berliner abbekommen. Die LH casht sich zu einem Kaufpreis von rund 200 Millionen Euro etwa die Hälfte der Air Berlin-Flotte inklusive 3000 Mann Personal. Wie genau der Rest verteilt wird, entscheiden die Gläubiger bis 12. Oktober.
Bundesregierung spielt Buffett
150 Millionen investieren, elf Prozent Zinsen kassieren. Klingt nach einem Top-Deal, wie ihn sonst nur Finanzgenies wie Warren Buffett geregelt bekommen. Doch diesmal wird das Finanzamt zum Finanzguru: Weil die staatliche Förderbank Air Berlin 150 Millionen-Euro auf Pump gegeben hat, damit der Flugbetrieb trotz der Pleite weitergehen kann, macht Vater Staat beim Verkauf der Fluglinie jetzt ordentlich Kasse. Elf Prozent Zinsen plus eine Million “Bearbeitungsgebühr” spülen der deutschen Regierung angeblich sechsstellige Beträge in die Kasse..

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Lufthansa greift sich Air Berlins Sahnestücke

Lufthansa vs. Wöhrl: Wer kriegt die Pleite-Airline Air Berlin?

dataretention-headerimage-v5Vom Modeunternehmer zum Airline-Besitzer: Das sind Ambitionen, die ich bislang höchstens Victoria Beckham, Boris Becker oder Donald Trump zugetraut hätte. Irrtum! Kein anderer als Hans Rudolf Wöhrl (69), seines Zeichens Modehausbesitzer, hat das Projekt “Fluglinie” auf seine Bucket-List gesetzt und gestern per Fax / Facebook 500 Millionen Euro für Air Berlin(solvent) geboten.

Warum auch nicht?

Beim Lesen der Pressemitteilungen werde ich das Gefühl nicht los, dass Hans Rudolf entweder ein genialer Greis ist, oder ein paar Trump-Gene intus hat. Am Sonntag erhöhte er sein Gebot von 1,00 Euro auf 500 Millionen Euro und facebookte: “Nein, wir wollen kein Schnäppchen machen, wir wollen keinen 1,00 € Deal”. Was will er dann? Wenig Airline für viel Geld? Hm.. weiter unten im Facebook-Post werden wir aufgeklärt: “Nein, wir wollen mein Versprechen einlösen, die wunderbare Air Berlin und die vielen Arbeitsplätze zu erhalten! (…) Wenn mir dies gelingen würde, dann wäre es das schönste Geschenk zu meinem 70. Geburtstag!“

*Heul*, so schön wie ein Rosamunde Pilcher Roman. Nur möglicherweise ohne Happy End, denn Wöhrl will nicht mal wissen, was er da kauft. Eigentlich bekommt jeder Bieter Einblick in die Geschäftszahlen der Pleite-Airline, doch Hans Rudolf hat den Antrag dafür nicht mal unterschrieben und ist somit quasi im Blindflug unterwegs.

Lufthansa: Nix “Deutscher Champion”?

Da die Bieterfrist noch bis Freitag dauert, haben Interessenten wie die Deutsche Lufthansa, Easyjet, TUI oder Condor jetzt noch ne Menge Zeit, um sich in Air Berlins Bilanz zu vertiefen und darüber nachzudenken, ob sie mit Wöhrl an Bord gehen wolle. Eines scheint nämlich schon jetzt klar zu sein: aufgrund von Wettbewerbsrichtlinien wird die LH Air Berlin wohl nicht als Ganzes schlucken dürfen, sondern nur einen Teil der Strecken, Maschinen und FlugbegleiterInnen. Sch…ade für unseren Bundesverkehrsminister, der die Lufthansa mit Steuergeldern so gerne zum “Deutschen Champion” gepäppelt hätte. Allein schon, um Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet so richtig eins reinzuwürgen.

Aber ein Stück vom Kuchen ist besser als gar nichts und so bereitete sich die LH schon jetzt strategisch auf eine Übernahme der Air Berlin-Rotkäppchen vor: die Vorkehrungen zur Personalübernahme laufen auf Hochtouren und auch die LH-Aktie drehte dick ins Plus: +12,70 Prozent innerhalb der vergangenen vier Wochen! Also machts wie Hans Rudolf: Ran an den Knüppel und fett mitbieten!

Happy Trading!

Lufthansa vs. Wöhrl: Wer kriegt die Pleite-Airline Air Berlin?

Air Berlin oder: das große Fressen

das-grosse-fressen-27945841-fee8-4136-8219-a8b4af7b4085Als Kind habe ich das immer in den Tierfilmen gesehen, die ich statt Mickey Mouse gucken “durfte”: Kaum liegt ein verletzter Vogel am Boden, schon kreisen die Aasgeier über der Beute-to-be. Grausam und kein bisschen besser für die zarte Kinderseele, als die Maus mit den großen Ohren. Aber gut, so ist das Leben eben und auch beim aktuellen “Ausschlachten” der insolventen Air Berlin gehts blutig zur Sache. Und das gleich auf mehreren Schauplätzen:

Wirtschaft

Kaum hatte Hauptgesellschafter Etihad vergangene Woche bei Air Berlin den Dollar-Zapfhahn zugedreht, schon nahmen die Fressfeinde die Fährte auf. Der Pleitegeier, der sich momentan nur mit einem 150 Millionen Euro-Kredit der Bundesregierung in der Luft halten kann, ist ein echter Leckerbissen für Konkurrenten wie die Lufthansa, Easyjet, TUIfly und ein paar andere. Strange, denn wer hat schon Bock auf so ein abgemagertes Opfer mit zuletzt 1,2 Milliarden Euro Schulden auf den Rippen?

Niemand. Außer, der Happen wird filetiert. Genau das passiert momentan mit Air Berlin: Die Rivalen wittern heißbegehrte “Slots”, also Start- und Landerechte, die Air Berlin hat. Dazu noch ein paar Flieger und natürlich rote Lindt-Schokoherzen (dazu gleich mehr). Doch wer letzten Endes zuschlagen darf, entscheidet vor allem die…

Politik

Als heißester Interessent wird momentan die Deutsche Lufthansa gehandelt. Das zeigte sich schon vergangenen Dienstag, als die Air Berlin-Pleite bekannt wurde und die LH-Aktie um über fünf Prozent nach oben preschte. Deutschlands größte Airline will noch mehr Marktanteile und Maschinen an sich reißen und ein nationaler “Champion” werden. Hey, nicht so schnell! Bevor ihr euch literweise Tomatensaft mit Schuss eintrichtert und die LH-Aktie hortet, gibt’s noch einen Battle zu gewinnen: Politik vs. EU-Kommission.

Während die Bundesregierung Lufthansa als “Champion” extrem heiß findet, sieht die EU ein Airline-Monopoly eher kritisch. Slots statt Schlossallee ist ja schön und gut, nur sollte die nicht ein Spieler allein bekommen. Zu groß die Gefahr der Markt-Macht, die Preise steigen und Innovation verhindern könnte. Vermutlich wird’s also so laufen, dass Air Berlin häppchenweise verteilt wird. An wen die besten Stücke gehen, entscheidet sich wohl schon in den nächsten Wochen.

…und ebay

Einstweilen verticken Air Berlin-Vielflieger ihre (wertlosen) Meilen auf ebay und Souvenirs für Flug-Nostalgiker werden zu Höchstpreisen gehandelt. Ihr habt noch ein ranziges Air Berlin-Schokoherz im Reisekoffer? Gratuliere! Der aktuelle Auktionspreis beläuft sich auf süße 222 Euro pro Stück.

PS: Zu dem Preis bekommt ihr auch zwölf Lufthansa-Aktien. Ohne Verfallsdatum.

Happy Trading!

Air Berlin oder: das große Fressen

Lufthansa: billiger ist nicht immer besser

pam-ann-first-crass1Psst…für die flotten Finger unter euch gibt’s heute Mittag um 13.00 Uhr ein ganz heißes Date mit eurer Lieblingsapp! Lufthansa veröffentlicht um diese Zeit Verkehrszahlen des vergangenen Monats. News, die die Aktie auf Wolke 7 katapultieren könnten. Konjunktiv! Bevor ihr jetzt vorschnell den Trade-Button drückt, schauen wir uns mal lieber die “ins and outs” des Überflieger-Papiers an.

Billig macht willig

Ticketkäufer ticken anders als Kunden anderer Branchen. In der Luftfahrt zählt momentan einzig und allein der Preis pro Flugstrecke. Den meisten Passagieren ist es völlig egal, ob die Stewardess irgendwie freundlich rüberkommt und einen im Ernstfall über die Notrutsche lotsen könnte, obs Gratis-Brötchen, oder wenigstens einen Plastikbecher Wasser gibt. Nein, wir wollen billig nach Malle. Und das notfalls auch mit Hamptidamti-Airways.

Die LH ist vielleicht nicht unbedingt ein Preisbrecher, hat aber zwei Mega-Trümpfe in der Hand, die der Kranich-Aktie in den vergangenen zwölf Monate ein Kursplus von über 60 Prozent bescherten: Ihre Monopolstellung auf vielen Strecken und das “langweilig” und herrlich beruhigende “Made in Germany”-Qualitätsimage. Doch ob die Lufthansa damit auch langfristig auf Steigflug bleiben wird?

Bruchpilot à la Airberlin…

Airberlin zeigt, wie’s nicht geht: die Billigairline steckt schon seit 2008 so tief in den Roten, dass ihr jetzt vielleicht sogar Vater Staat unter die Flügel greifen muss. Deutschlands zweitgrößter Airline fehlt ein “tragfähiges” Zukunftskonzept. Sie steht so schlecht da, dass jetzt sogar Großaktionär Etihad den Schleudersitz auslösen will: Die Araber planen den Verkauf ihrer 29,2 Prozent Airberlin-Anteile und was denkt ihr, welcher Aasgeier bereits über der sterbenden Beute kreist? Richtig: die Lufthansa.

…oder Ryanair-Highfly?

Der irische Preisbrecher ist in der Luftfahrtindustrie sowas wie Primark in der Modebranche: Ryanair ist billiger als billig und bietet Flüge zum Preis einer Jumbo-Pizza. Klar, dass die Maschinen bummvoll sind und sich CEO Michael O’Leary täglich seinen Jubo krault. Eine Bedrohung für die LH? Schon möglich, vielleicht aber auch nicht. Denn wer sagt, dass am Himmel kein Platz für zwei Hirsche ist? Primark hat es schließlich auch nicht geschafft, Zara und Co. aus dem Markt zu drängen, ganz im Gegenteil.

So ihr BUXies, jetzt sitzt ihr am Lufthansa-Knüppel: Rauf oder runter, welche Flugrichtung ist heute angesagt? Happy Trading!

Lufthansa: billiger ist nicht immer besser

Lufthansa, wohin geht die Reise?

Die Lufthansa-Aktie brachte es gestern höchstens auf das Niveau eines Papierfliegers: Sie trudelte mit einem Minus von 2,8 Prozent in Richtung Süden. Ein trauriges Bild, das einer pessimistischen Branchenstudie von Merrill Lynch zu danken war, die sowohl Lufthansa, als auch AirFrance-KLM wegen anhaltend niedriger Ticketpreise eine düstere Zukunft prophezeite.

Total überbewertet, die Kranich-Aktie, meinten die Investmentbank und stufte das Kranich-Papier auf ein Kursziel von 9 Euro herunter. Angesichts des momentanen Kursniveaus von rund 15 Euro pro Anteilsschein wäre das ein ziemlicher Rückschlag für die LH-Aktionäre, die sich seit Jahresbeginn über sportliche 22 Prozent Rendite freuen durften.

Rückenwind

2016 war turbulent, keine Frage. Pilotenstreiks, Terrorangst, der Konkurrenzkampf gegen Billigflieger wie Easyjet oder Ryanair…die Traditionsairline hatte an vielen Fronten zu kämpfen. Trotz allem Gegenwind gelang es der Lufthansa dennoch, einen Rekordgewinn zu landen: Wie die Airline Mitte März bekannt gab, blieb unterm Strich mit 1,8 Milliarden Euro fast fünf Prozent mehr Gewinn übrig als im Vorjahr. Der Hauptgrund für das gute Ergebnis waren aber nicht etwa gestiegene Ticket-Verkaufszahlen, sondern eine Entlastung bei den Betriebsrenten. Weil Flugbegleiter in Zukunft statt einer garantierten Rentenhöhe nur noch Festbeiträge erhalten, sparte die Fluggesellschaft 652 Millionen Euro.

In Sachen Wachstum hat dagegen Ryanair die Schnauze vorne: Die Iren schnappten sich im vergangenen Jahr den Titel “größte europäische Airline” und stießen die LH vom Thron. Insgesamt beförderte Lufthansa 109,7 Millionen Passagiere, was einem Wachstum von 1,8 Prozent entsprach, Ryanair brachte es auf 117 Millionen Fluggäste- ein sattes Plus von 15 Prozent.

Gegenwind

Grund genug für die LH, um 2017 einen Gang raufzuschalten. Die Einigung im Tarifkonflikt mit den Piloten könnte sich zwar ähnlich positiv in der Bilanz bemerkbar machen wie die Entlastung bei den Betriebsrenten, doch auf der anderen Waagschale liegen höhere Treibstoffkosten. Der Konzern rechnet mit einer Tankrechnung von 5,2 Milliarden Euro in diesem Jahr- rund 350 Millionen Euro mehr als 2016. Bei allen Fluglinien ist der Preis fürs Kerosin der größte Kostenpunkt und könnte die Bilanz der Airline in diesem Jahr schwer belasten. Auch wird Lufthansa den Atem der Konkurrenz weiterhin im Nacken spüren, die mit Dumping-Preisen immer mehr Fluggäste an Bord holen. Heute fällt auch die letzte Bastion der LH: Frankfurt. Um 6:50 Uhr startete das erste Ryanair-Flugzeug mit Ziel Palma de Mallorca.

Sanfte Landung?

Die Luft im EU-Raum wird dünn und die Kranich-Airline muss sich langsam nach neuen Fanggründen umsehen. Zum Beispiel Asien. Gestern gab die Fluggesellschaft eine Kooperation mit Cathay Pacific bekannt, die die Frankfurter auf einen Schlag zum Marktführer auf Strecken zwischen Europa, Australien, Neuseeland und Fernost macht. Durch das Code-Sharing Abkommen können LH-Kunden künftig via Hongkong vier neue Ziele am anderen Ende der Welt ansteuern, die bis dato fest in Hand der Golf-Airlines sind.

Die Eroberung des fünften Kontinents ist nur ein Schritt in Richtung Zukunft. Laut “BamS” führt die LH bereits Gespräche mit HTT, kurz für “Hyperloop Transport Technologies”- einem weiteren Baby des visionären Tesla-Gründers Elon Musk. Dabei handelt es sich um einen Hochgeschwindigkeitszug, der mit bis zu 1.220 km/h durch Vakuum-Tunnel “schießen” soll und Flugzeuge auf manchen Strecken überflüssig machen würde. Momentan laufen erste Testversuche mit Kapseln, doch es ist völlig unklar, ob der Hyperloop jemals realisiert wird, oder einen Platz in Utopia bekommt.

“Unsicherheit” ist bei Anlegern generell ein äußerst kritischer Zustand. Auch wir von boerse.de investieren unser Kapital lieber in risikoarme Branchen, wie beispielsweise die der Nahrungsmittel- oder Pharmaindustrie, die weniger Turbulenzen ausgesetzt sind als die Luftfahrt. Deshalb haben wir eine Alternative für den stressfreien Vermögensaufbau entwickelt: Den boerse.de-Champions-Defensiv-Index BCDI. Dieser Index besteht aus zehn risikoarmen Einzelaktien, die sich seit vielen Jahren durch eine besonders hohe Gewinn-Konstanz auszeichnen. Mit Erfolg: Der BCDI gewann seit seinem Börsenstart am 1.Juli 2014 ganze 42,4 Prozent, die Lufthansa-Aktie verlor im selben Zeitraum  Prozent an Wert.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Lufthansa, wohin geht die Reise?

Lufthansa greift Air Berlin unter die Flügel

maxresdefault-1Das große Streichen hat begonnen. Erst setzte die Pleitegeier-Airline Air Berlin bei ihren Mitarbeitern den Rotstift an, dann griff Konkurrent Lufthansa zum Pinsel und übermalte die Heckflossen dreier Air Berlin-Jets mit Eurowings-Farben. Was geht?

Die Luft über den Wolken wird immer dünner. Zu viele Billig-Airlines drängen in den Luftraum etablierter (sprich: teurer) Gesellschaften wie unserer Lufthansa und machen mit Dumping-Ticketpreisen Jagd auf deren Passagiere. Der Kampf der Giganten gegen die Newbies führt dazu, dass Airlines mit Stellenstreichungen, Lohnkürzungen und Fusionen versuchen, ihren Platz am Gate zu verteidigen.

Lufthansa geht jetzt sogar noch einen Schritt weiter und greift seinem Erzrivalen Air Berlin unter die Flügel. Die Kranich-Airline lässt das letzte Fünkchen Selbstachtung auf der Strecke und rettet den angeschlagenen Konkurrenten vor der Insolvenz, indem sie Flugzeuge von Air Berlin mietet oder kauft. Das bedeutet: Frische Kohle auf dem Konto der Berliner und zusätzlich noch nette “Einsparungseffekte” in den Bereichen Personal, Wartung und Bordverpflegung. Strange, oder? Sollte sich die LH nicht darüber freuen, dass ein Rivale die Flügel hängen lässt?

Nope. Denn die Fressfeinde Ryanair und Easyjet liegen schon auf der Lauer. Sobald Air Berlin vom Himmel trudelt, wittern die Billigflieger ihre Chance auf neue Strecken und mehr Marktanteile und könnten in die Lücke springen. Das will Lufthansa, die mit Eurowings selbst auf den Markt der Lowcost-Airlines drängt, mit allen Mitteln verhindern.

Eine Übernahme von Air Berlin war wettbewerbstechnisch irgendwie schwierig und so rief die LH den Plan-B aus: Flugzeuge und Besatzung leasen bzw. kaufen, umlackieren und unter dem Namen Eurowings für sich fliegen lassen. Bisschen kompliziert, aber total legal.

Die kostspielige Vorbereitung auf den FallX will den Anlegern heute nicht so recht schmecken. Sie schicken das LH-Papier mit Minus 0,45 Prozent in die roten Zahlen. Ach komm, seid doch mal optimistisch! Vielleicht gibts auf der Strecke München- Hamburg statt nem Butterbrot schon bald ein leckeres Falafel-Sandwich des Air Berlin-Eigentümers Etihad Airways?

Lufthansa greift Air Berlin unter die Flügel

Ist die Lufthansa noch auf der Sieger-Seite?

490453364-lufthansa-weltmeister-lGrALYaQ7efErst letzte Woche sind Lufthansa-Passagiere schmerzlich auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Dienstag und Mittwoch wurden aufgrund des ver.di-Streiks mal wieder Zehntausende Flüge storniert und das nur, weil die Crew und andere Bedienstete des Kranichs mehr Geld wollen. Praktisch, so Gewerkschaften! Ich würde von meinem Chef keinen Cent mehr sehen, wenn ich einfach einen auf Arbeitsverweigerung machen würde. Ganz im Gegenteil!

Bereits im November 2015 organisierte die Flugbegleiter-Crew einen siebentägigen Aufstand, der Lufthansa geschätzte 140 Millionen Euro kostete. Doch das ist nur eine der Baustellen, auf denen der Kranich momentan zu kämpfen hat. Die Tatsache, dass unsere Lufthansa die deutsche Airline schlechthin ist, hat im Vergleich zu Wettbewerbern wie Ryanair oder Easyjet ein paar Vorteile und eine ganze Flotte von Nachteilen. Zwar genießt die LH noch stets den guten Ruf einer sicheren, verläßlichen und serviceorientierten Fluggesellschaft, doch vor allem die Freizeit-Passagiere achten bei der Wahl ihres Touri-Bombers stets mehr auf den Preis. Ryanair und andere Billigflieger können es sich leisten, Tickets zum Preis eines Big Mac Menüs zu verschleudern, weil ihnen keine ver.di’s im Nacken sitzen, die für angemessene Gehälter und soziale Arbeitsbedingungen kämpfen.

Piloten kurz vorm Burnout, horrende Preise für extra Gepäck oder Board-Snacks und Flughäfen im Niemandsland zwischen großen Städten, sorgen allesamt für geringere Kosten bei Ryanair. Ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil, den die mächtige aber träge Kranichlinie nicht so schnell aufholen kann. In den letzten drei Monaten beförderten die Iren mit 23,38 Millionen Fluggästen in Europa erstmals mehr Passagiere als die LH (22,32 Millionen) und zwingen die Konkurrenz zu einem noch härteren Sparkurs. Und genau damit haperts bei der Hansa. Hätte der niedrige Ölpreis im letzten Jahr nicht für geringere Spritkosten gesorgt, wären die Kosten pro Passagier sogar noch gestiegen.

Doch anstatt sich ein paar Spartricks von der Konkurrenz abzugucken und die Streik-Axt mit Piloten & Co. zu begraben, beschloss die LH letzte Woche eine deftige Erhöhung der Vorstandsgehälter. Ein Management, das sich selbst die Taschen vollstopft und beim Personal sparen will, sorgt natürlich nicht gerade für gute Vibes bei der Kaffeemaschine. Die Kranichtruppe lässt die Flügel hängen und der Krankenstand hat zweistellige Quoten erreicht.

Wenn das Management morgen vor Börsenstart die Zahlen der ersten drei Monate auf den Tisch legt, kommt die knallharte Realität ans Tageslicht. Befindet sich die Lufthansa noch auf Steigkurs, oder zwingt die Konkurrenz sie auf den Boden?

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/ist-die-lufthansa-noch-auf-der-sieger-seite/

Ist die Lufthansa noch auf der Sieger-Seite?