Bei Lanxess stimmt die Chemie (wieder)

Spezialchemie-Konzern Lanxess gewährt uns Donnerstagmorgen einen Blick in seine Bilanzbücher 2016. Auf den ersten Blick eine “langweilige” Branche, auf den zweiten eine unentbehrliche. Zwar fehlt den meisten von uns der rechte “Draht” zur Spezialchemie, doch was wären wir ohne Kautschuk, Kunststoffe und Pigmente? Lanxess Produkte sind vielleicht nicht so sexy wie beispielsweise Daimlers neueste Prestigeobjekte, aber ein Mercedes ohne Mithilfe eines Chemiekonzerns? Undenkbar. Reifen, Lack, Kunststoffe – viele Unterteile haben ihren Ursprung im Labor.

Auch aufgrund der boomenden Autoindustrie in Asien erhöhte Lanxess im November 2016 zum dritten Mal innerhalb eines Jahres die Prognose: Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) könnte an der Eine-Milliarden-Euro-Grenze kratzen nach 885 Millionen Euro im Jahr zuvor. Unterm Strich bleiben dem Konzern vermutlich 62 Millionen Euro in der Kasse nach 41 Millionen Euro 2015.

Die Erfolgsgeschichte des M-Dax-Mitglieds ist noch relativ jung und vor allem einem Mann zuzuschreiben: Matthias Zachert. Als der “Zahlenmensch mit Stallgeruch”, wie ihn eine Nachrichten-Website zu seinem Amtsantritt 2014 betitelte, die Leitung des Kölner Unternehmens übernahm, braute sich in dessen Chemieküche nichts Gutes zusammen. Ausgerechnet das Kerngeschäft, die Herstellung und der Vertrieb von Kautschuk, entwickelte sich zäh. Zachert fackelte nicht lange und verordnete Lanxess eine Radikalkur, gepaart mit einer strategischen Neuausrichtung.

Neben den üblichen Sparmaßnahmen wie Stellenabbau und der Zusammenlegung von Abteilungen konzentrierte sich der Chemiekonzern von nun an auf Geschäftsbereiche, die weniger zyklisch und konjunkturabhängig sind, als das kriselnde Gummi-Geschäft. Zacherts Ziel ist es, Lanxess’ Abhängigkeit vom Kautschuk zu verringern und freigewordene Ressourcen und Gelder in die Übernahme des US-Konkurrenten Chemtura zu investieren. Die 2,4 Milliarden Euro teure Fusion soll bis Mitte 2017 in trockenen Tüchern sein und den Kölnern Zugang zum Markt der Schmierstoffe und Flammschutzmittel ermöglichen, die etwa in der Bau,- Luftfahrt- und Elektroindustrie genutzt werden.

Zur Rettung des schwächelnden Kautschuk-Segments fand Zachert 2015 einen potenten Partner: Den weltgrößten Energie- und Ölkonzern Saudi Aramco. Die Araber zahlten für 50 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens 1,2 Milliarden Euro netto an Lanxess. Ein doppelter Befreiungsschlag für den Chemiekonzern: Zum einen verfügte dieser nun über die finanziellen Mittel für eine Neuausrichtung und die Akquisition von Chemtura. Zum anderen bekamen die Kölner dank ihrer neuen Arab-Connection so etwas wie eine “Privat-Pipeline” für den gefragten und teuren Rohstoff Öl, der für die Kautschukherstellung benötigt wird.

Na, neugierig geworden? Zurecht. Die Spezial-Chemieindustrie befindet sich zwar im stetigen Wandel, doch sie liefert die Basis für viele Erzeugnisse des täglichen Lebens– von Nahrungsmitteln über Medikamente bis hin zu Gebrauchsgütern. Natürlich gibt es in der Chemiebranche eine Vielzahl interessanter Einzelwerte. Um die Spreu vom Weizen zu trennen haben wir bei der Auswahl der Titel, die den Namen “Champion” auch verdienen, vor allem ein Augenmerk auf deren Zehn-Jahres-Performance gelegt und entschieden uns für den Lanxess-Konkurrenten Fuchs Petrolub. Eine Kursrendite von +368 Prozent (Fuchs Petrolub) im Vergleich zu +70 Prozent (Lanxess) innerhalb der vergangenen zehn Jahre, gepaart mit einem hoffnungsfroh-grünen Renditedreieck machte uns die Entscheidung, Fuchs Petrolub zum Champion zu küren, relativ einfach.

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Ich wünsche Ihnen einen spannenden, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Bei Lanxess stimmt die Chemie (wieder)

Monsanto flirtet mit Bayer’s Saatgut

chris-harrison-1024In der Familie Bayer gehts zur Zeit hoch her. Eine Mutter, die ihre Töchter erst in “Lanxess” und “Covestro” umtauft und diese dann an unter neuem Namen an der Börse verscherbelt, ist schon ne harte Nummer. Und das Ganze nur, weil das Familienoberhaupt nichts mehr mit dem Kunststoff- und Kautschukgeschäft ihrer Sprösslinge zu tun haben wollte. Ganz schön asozial! Aber die Familientragödie kennt noch eine Fortsetzung.

Mutter Bayer hat Wind davon bekommen, dass sie als Single in der Chemiebranche keine Chance gegen DINKS (double income, no kids) wie DuPont und Dow Chemical hat. Die Chemie zwischen den US-Konzernen stimmt und so gaben die beiden Ende 2015 bekannt, ihr Saatgut vereinigen zu wollen. Ich erspare euch an dieser Stelle die schmierigen Details. Nur so viel: DuPont und Dow Chemical sind wie Bayer eine ganz große Nummer im Agrarchemiegeschäft und verdienen ihre Brötchen unter anderem mit Pflanzenschutzmitteln und eben: Samen.

In der Chemieindustrie-Singlebörse ist neben Bayer noch ein Kandidat auf der Suche nach einem heißen Flirt. Der derzeit weltgrößte Saatguthersteller Monsanto steckt in der Midlifecrisis und will auch mit irgendwem. Zufällig sind Monsanto und Bayer profiltechnisch ein 100-prozentiges Match und so dachte sich Monsanto: einfach mal anrufen. Trotz der Abfuhr von seiner Schweizer Ex Syngenta ist das Selbstbewusstsein des Amerikaners ungetrübt und Insider munkeln, dass im April das erste Date mit Bayer geplant ist.

Was Monsanto an Bayer echt total sexy findet ist der Synergieeffekt. Mein Saatgut mit deinen Pflanzenschutzmitteln, ist das nicht wundervoll? Gratis und zum Nulltarif geht bei Bayer allerdings nix. 30 Milliarden Dollar müsste Monsanto für Bayers Agrochemie-Sparte lockermachen. Wie, ob und wann die beiden in die Pötte kommen, steht noch in den Sternen. Den Aktienkursen tut der Flirt auf jeden Fall jetzt schon gut. Monsanto und Bayer liegen derzeit verliebt im Plus.

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Monsanto flirtet mit Bayer’s Saatgut

Lanxess: Trotz Gummi auf der Verliererseite

sumo-suit-bouncypro.comhoustonHeute ist wieder einer dieser wunderlichen, ungerechten Tage an der Börse. Eigentlich läuft alles wie Butter. Die US-Notenbank hat gestern Abend für Klarheit über ihre zukünftige Zinspolitik gesorgt und den Indizes Dow und Dax damit zu neuen Höhenflügen verholfen. Die Sonne lacht und die drei Unternehmen, die heute ihre Jahreszahlen 2015 präsentiert haben (Lufthansa, HeidelbergCement und Lanxess), glänzten mit guten Ergebnissen. Und dann das: Sowohl Lufthansa als auch Lanxess schmieren kurstechnisch so richtig ab.

Erinnert ihr euch noch daran, dass ihr nach der Schule total euphorisch mit ner Zwei in Mathe nach Hause kamt und eure Eltern nölten nur sowas wie “na die paar Punkte für eine Eins hättest du ja auch noch schaffen können”? Da fühlt man sich doch scheiße missverstanden, oder? So gehts heute wahrscheinlich dem Lufthansa- und Lanxess Management. Beide Unternehmen fuhren 2015 unterm Strich ein dickes Plus ein und bekommen heute als Dank ein fettes Minus auf der Kursliste. Lufthansa steht derzeit bei Minus 5 Prozent, Lanxess bringt es auf Minus 2,74 Prozent.

Schuld am Lanxess-Debakel sind enttäuschte Analysten. An den 9,5 Prozent mehr Gewinn und dem im letzten Jahr dreimal selbst übertroffenem Ergebnisziel gibts echt nichts zu meckern. Woran sich die Herren dennoch total irritieren, ist die Prognose des Chemiekonzerns für 2016. Das Management rechnet dieses Jahr mit einem Ergebnis zwischen 880 und 930 Millionen Euro, die Orakel hatten 933 Millionen im Visier. Buhuuu! 3 Mille weniger aufm Zähler! Die Aktionäre reagieren eingeschnappt und bestrafen das Lanxess Papier mit roten Zahlen.

Voll ungerecht. Dabei hat Konzernchef Matthias Zachert echt sein Bestes getan, den Konzern neu strukturiert, an allen Ecken gespart und das Kautschuk-Business auf Vordermann gebracht. Der Spezialchemie-Konzern macht eigentlich total abgefahrene Produkte, die in Autoreifen, Golfbällen, Lacken und sogar Tauchanzügen zu finden sind. Hauptsache Gummi oder Kunststoff stecken drin. Der Konzern hat momentan mit den niedrigen Rohstoffpreisen zu kämpfen, die Lanxess dazu zwingen, seine Gummis zu geringeren Preisen zu verkaufen. Das trübt den Ausblick fürs aktuelle Geschäftsjahr und vermiest Anlegern die Stimmung.

Oder doch nicht? Aktuell gibt die Aktie wieder Gummi und hat sich auf Minus 1,4 Prozent hochgearbeitet. Jaja, die Trader haben bestimmt alle meinen Artikel gelesen und schlagen jetzt zu bevor ihrs tut! Happy Trading!

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Lanxess: Trotz Gummi auf der Verliererseite

Lanxess gibt Gummi

gummiIch melde mich heute von meinem zweitägigen Offline-Retreat wieder zurück. Kein WiFi, kein Socialmedia, kein Email. Erholung pur für verspannte Schultern und gerötete Laptop-Bindehäute. Aber ich gebe zu, nach zwei Tagen Online-Abstinenz juckt mich heute schon der Daumen. So ein richtig guter Trade vor dem Wochenende müsste schon noch drin sein, oder?

Gestern erkämpfte sich Adidas mit einem goldenen dritten Quartal die höchste Stufe des DAX- Siegertreppchens und rannte mit einem fetten Plus von über 8 Prozent allen davon.

Auf der Verliererseite standen die üblichen Verdächtigen von VW mit einem Minus von knapp 3 Prozent und die Deutsche Lufthansa mit Min 3,8 Prozent, die wieder unter den Streik-Ambitionen ihrer Bemannung / Befrauung leidet.

Doch lasst uns mal schauen, was der heutige Tag so an Börsen-Highlights bereithält. Getreu dem Motto „sell on good news“ nehmen wir die Aktie des Kölner Chemie-Riesen Lanxess genauer unter die Lupe. Und glaubt mir: Synthetik-Kautschuk kann so sexy sein! Lanxess und sein neuer 1001-Nacht-Partner Saudi Aramco rocken den Markt für Reifen und Kabel so richtig und sind mit einem Umsatz von drei Milliarden Euro sogar Weltmarktführer.

Doch der Geschäftszweig mit dem schwarzen Gummi hätte Lanxess 2014 schon beinahe an den Rand des Abgrundes getrieben denn Synthetik-Kautschuk entsteht auf Basis von Rohöl. Und da bekanntermaßen in Köln höchstens Bier-Quellen sprudeln, musste der Konzern das schwarze Gold für teure Euros importieren.

Doch damit ist jetzt Schluss: Best-Buddy Saudi Aramco weiß, wo der Öl-Zapfhahn steht und verschafft Lanxess Zugang zum günstigen Kautschuk-Grundstoff. Für ihren Anteil überweisen die Araber 1,2 Milliarden Euro an Lanxess – der Kölner Konzern ist damit nun praktisch schuldenfrei.

Gestern präsentierte Lanxess dann noch Q3 Zahlen und was soll ich sagen? Es läuft wie geölt und der Konzern konnte seinen Gewinn mit 10 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum steigern.

Nach dem Gong wurde dann noch bekannt, dass der Kautschuk-König 60 Millionen Euro in seine Leverkusener Tochter Saltigo investieren wird. Das Geld der Saudis wird also gleich dem eigenen Nachwuchs in die Tasche geschoben. Saltigo’s Kerngeschäft sind Agrochemikalien, die vor allem bei der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln für die Landwirtschaft Verwendung finden. Diversifikation heißt das Zauberwort und Lanxess ist auf der Suche nach neuen Geldquellen jenseits des Gummi-Geschäfts, das 40 Prozent seines Gesamtumsatzes ausmacht.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

Lanxess gibt Gummi