Analysten versalzen K+S die Suppe

61mCLS6-SfL._SL1200_“Wie gewonnen, so zerronnen”, “Die Letzten werden die Ersten sein”, “You win, you lose”.. Es gibt ne Menge schlauer Redensarten, die heute zu K+S passen würden. Der Kali – und Salz-Produzent beglückte seine Investoren gestern mit einem würzigen Plus von 5 Prozent, nur um ihnen heute mit Minus 4 Prozent wieder kräftig die Suppe zu versalzen. Na? Wer von euch BUXern hatte da den richtigen Riecher und hat das K+S Ding rechtzeitig vertickt?

Solltet ihr- wie ich- zu den lucky loosern zählen, dann kann ich euch beruhigen. Manche Entwicklungen an der Börse sind einfach nicht vorhersehbar! Im Fall von K+S standen gestern alle Zeichen auf Sommermärchen, nachdem die Klage gegen die Kassler wegen Gewässerverunreinigung fallen gelassen wurde. Angler, Naturschützer und die thüringische Gemeinde Gerstungen hatten K+S im Verdacht, Trinkwasser mit Salzabwässern verunreinigt zu haben. Wäre da was dran gewesen, so hätte der Düngemittel-Konzern mit enormen Kosten und Produktionsausfällen rechnen müssen. Doch die Staatsanwaltschaft Kassel sieht keine Anhaltspunkte, die zu Lasten des Angeklagten gehen und so wäscht K+S seine Hände in Unschuld. Die Aktie jubelte über den Triumph vor Gericht und legte gestern eine filmreife Performance hin.

Bis, ja bis, die Analysten von Bernstein Research die Party crashten. Die Herren prognostizieren, dass dem Kalipreis auch in den kommenden Monaten die Nährstoffe fehlen und stufen das K+S Papier aufgrund dieser Einschätzung nach unten. Damit meinen sie, dass die Aktie der Kassler wahrscheinlich schlechter performen wird, als erwartet. Kali-Hersteller leiden weltweit unter den niedrigen Preisen am Markt und auch Großkunde China könnte sich mit neuen Bestellungen aufgrund gut gefüllter Lager Zeit lassen.

Und jetzt sitzt ihr am St(r)euer: War das schon das Ende der kurzen K+S Erfolgsgeschichte, oder kann der Düngemittelkonzern die Analysten eines Besseren belehren? Happy Trading!

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Analysten versalzen K+S die Suppe

K+S: Wie tragfähig ist das Salzgeschäft?

maxresdefaultWas tun, wenn die Gegenwart eher trist und grau aussieht? Genau, durch eine möglichst rosarote Brille in die Zukunft blicken. Das wird sich auch K+S Konzernchef Norbert Steiner denken, der morgen vor Börsenstart die Quartalszahlen des Salz – und Düngemittelproduzenten präsentieren darf. K+S hatte ein bescheidenes Jahr hinter sich und muss seine Aktionäre morgen davon überzeugen, dass das Unternehmen noch Perspektive hat.

Für die BUXers unter euch, die so wie euer Autor keinen Schimmer von der globalen Entwicklung des Kali- und Salzmarktes haben, hier ein paar Hintergrundinfos zum Mitquatschen. Der phantasievolle Firmenname K+S steht für “Kali und Salz”. Das Kasseler Unternehmen ist das weltgrößte Salzfass und auch eine bedeutende Nummer im Düngemittel-Business auf Kali-Basis. Salze werden natürlich vor allem in Lebensmitteln verarbeitet, landen aber im Winter auch kiloweise als Streusalz auf der Straße. Und genau da liegt schon der erste Hund begraben. Die Winter werden immer wärmer. Sogar hier in den bayerischen Voralpen gibts nur noch wenige Wochen im Jahr, an denen unser hübscher Autolack unter einer weißen Salzschicht verschwindet.

Trotz der aktuellen Absatzprobleme  will das Management an der Salzsäule festhalten und das Business sogar weiter ausbauen. Auf einem Bein kann man schließlich nicht stehen und ein “K” ohne “S” sieht auch irgendwie armselig aus.

Fröhlich weiter zu Baustelle Nummer zwei, dem Düngemittel-Geschäft. Auch hier stinkts gewaltig. Großkunden wie Brasilien oder Indien sind auf Sparkurs und zwingen K+S und die gesamte Branche zu niedrigeren Preisen für den Dünger-Grundstoff Kali. Das knabbert an den Gewinnen.

Ihr dachtet, das wars schon? Weit gefehlt. Neben der akuten Bedrohung all seiner Geschäftsbereiche hat sich K+S auch noch kräftig Ärger mit der Staatsanwaltschaft und Umweltschützern, da der Konzern jahrelang Schmutzwasser in die Flüsse Werra und Weser gepumpt haben soll. Die Zeiten der kostengünstigen Abwasser-Entsorgung sind jetzt aber vorbei und K+S drohen neben Strafzahlungen auch noch Kosten für eine neue, umweltfreundliche Pipeline.

So überrascht es uns auch wenig, dass die Kassler für erste Quartal mit gesalzenen Verlusten rechnen. Der Umsatz dürfte “moderat” sinken, aber das Management blickt trotz aller Negativ-News vertrauensvoll in die Zukunft und hält an seinen Zielen bis 2020 fest. An milden Wintern und finanzschwachen Kunden kann K+S natürlich nichts ändern und geht deshalb auf Sparkurs. In Kanada soll Ende des Jahres eine neue Kali-Mine eröffnet werden, in der Dünger zu Dumpingpreises ausgebuddelt wird.

Ob K+S mit dieser Message bei seinen Aktionären punkten kann? Wenn nicht, so könnte es den Kasslern morgen ordentlich die Suppe versalzen.

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K+S: Wie tragfähig ist das Salzgeschäft?