Die Bringer der Woche: Stunde der Wahrheit

omg_insiderAlle, aber auch wirklich alle tun es. Ungefähr alle drei Monate, gerne frühmorgens, und unbedingt vor einem großen Publikum. Und wir sind mit dabei! Neeee, das doch nicht! Gemeint sind die Quartalszahlen Berichte unserer Börsen-Lieblinge, die erst in Amerika und diese Woche auch in Europa zur Sache kommen.

So ein finanzieller, strategischer Zwischenbericht ist ja eigentlich staubtrocken. Aber die Börsianer, uns BUXianer eingeschlossen, können von den Zahlenwerken kräftig profitieren. Dafür ist es nicht mal nötig, ein Ass im Rechnungswesen zu sein, denn Gott sei Dank werden die wichtigsten Infos appetitlich aufbereitet und per Pressemeldung serviert. Hat das Unternehmen Gewinn oder Verlust gemacht? Wie sieht’s mit den Verkaufszahlen aus? Gibts irgendwelche strategischen Challenges? Solche Dinge stehen da drin und sorgen manchmal für nette Überraschungen, die für steigende, oder fallende Kurse verantwortlich sind.

Der Überraschungsei-Effekt funktioniert so: Meistens geben Experten im Vorfeld der Quartalszahlen eines Unternehmens ihren Tipp ab, wie hoch oder niedrig Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr ausfallen. Mit ihrer Prognose können sie entweder zu niedrig, genau richtig, oder zu hoch liegen- aber das wissen wir erst, wenn die Zahlen am Tag x aufm Tisch liegen. Waren die Analysten zu pessimistisch? Dann freut sich Aktie x oft über steigende Kurse. Waren die Experten zu optimistisch? Autsch! Große Enttäuschung, oft begleitet von fallenden Kursen.

Für uns bedeutet das: Lesen, lesen, lesen, nachdenken und dann in die richtige Richtung spekulieren. Überraschungen gibt’s natürlich trotzdem immer- sonst wäre die Börse ja nicht die Börse und wir alle Milliardäre.

Die Liste unserer potentiellen Spielkameraden ist lang diese Woche. Zu lang, um sie alle beim Namen zu nennen, also konzentrieren wir uns mal auf die großen Helden des Börsenparketts. Den Anfang machen heute nach US-Börsenschluss die Big Boys Netflix und IBM, gefolgt von Zalando, Goldman Sachs und Microsoft, die den Dienstag zum D-Day machen.

Am Mittwoch steht um 07:00 Uhr SAP aufm Teppich, gefolgt vom Who-is-Who der amerikanischen Wallstreet. Ebay, Intel, Morgan Stanley und American Express geben sich die Klinke in die Hand und lassen unsere Trade-Buttons glühen.

Donnerstag hat Daimler seine Sternstunde. Der Autobauer sorgte schon letzte Woche für eine gelungene Überraschung, als er vorläufige und ungeprüfte Quartalszahlen präsentierte. Diese Woche bekommen wir das wahre Werk zu sehen und sind gespannt, ob Daimler gleich nochmal eins drauf legen kann und die Aktie wieder auf Pole Position prescht.

Unter den Bilanz-Kandidaten befinden sich auch zwei Fluggesellschaften: Easyjet (Donnerstag) und American Airlines Group (Freitag). Der Grund, weshalb Aktien der Reisebranche diese Woche besonders brisant sein könnten, ist ein sehr trauriger. Nach dem Anschlag in Nizza und dem Putsch-Versuch in der Türkei, ist die Urlaubslust vieler Touristen verflogen. Mit gravierenden Folgen für Unternehmen wie Lufthansa, TUI, KLM, Accor Hotels und vielen anderen. Die Türkei rangiert immerhin auf Platz 3 der beliebtesten Urlaubs-Länder deutscher Touris und weitere Stornierungen könnten bitter Konsequenzen für die Bilanzen der Veranstalter haben.

BUXers, ich hoffe, dass diese Woche keine weiteren Schreckensmeldungen für uns bereithält. So ein kleiner Kurseinbruch nach dem 10.000 Punkte-Sprint unseres DAX wäre zwar un-nett, doch nichts im Vergleich zu den Tragödien, die in den letzten Tagen vielen hundert Menschen das Leben gekostet haben. In diesem Sinne: Love, Peace und Happy Trading!

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Die Bringer der Woche: Stunde der Wahrheit

Die Bringer der Woche: Fett!

IMG_7574Insgeheim, still und leise finde ich Fett ganz geil. So ein dickes Steak zu seiner Zeit, der Döner um 5 Uhr morgens nach einer heftigen Partynacht, ein Löffelchen Nutella gegen Frust aller Art…machmal geht mager einfach garnicht. Auch nicht der hagere Hering an der Bettkante, übrigens (finde ich). So, und warum erzähl ich euch das alles zu früher Morgenstunde? Weil es an der Börse diese Woche richtig dicke kommt! Quartalszahlen der ganz fetten Fische stehen auf dem Programm und der Ölpreis himself könnte die Kurse noch extra kicken. Die sogenannte Berichtsaison ist vor allem in den USA im vollen Gange, schwappt aber langsam über den Teich nach Europa, wo uns immer mehr Unternehmen einen Blick in ihre Zahlen werfen lassen. Warum Börsianer davon so enorm high werden? Ganz einfach weil sich aufgrund der Bilanzen ganz gut vorhersagen lässt, wie sich der Aktienkurs einer Firma in den kommenden Monate so entwickeln wird. Und ein bisschen Glaskugelgucken tun wir doch alle gern, oder?

Eines ist schonmal sicher: Diese Woche werden euch die Daumen glühen, Boys und Girls! Was, wann, wie und wo ganz oben auf eurer Trade-Liste stehen sollte, verrate ich euch jetzt:

Montag

* PepsiCo: Q1 Zahlen. Zuckersprudel ist out. Energydrinks are not. Was lässt beim Cola-Konkurrent die Gewinne sprudeln?

* Morgan Stanley: Q1 Zahlen. Die Amis machens einfach besser. Kann die amerikanische Großbank sich ne Scheibe von JP Morgan’s Erfolg abschneiden?

* L’Oreal: Q1 Zahlen. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land? Wie hübsch die Zahlen des Weltmarktführers für Kosmetikprodukte sind, erfahren wir ab 18:00Uhr

* Netflix: Q1 Zahlen. Ich liebe Netflix. Punkt. Wegen mir kann das ganze programmierte TV-Programm gerne abgeschafft werden. Wird das Daumenkino die hochgesteckten Erwartungen der Analysten erfüllen?

* IBM: Q1 Zahlen. Das Softwareunternehmen sucht sein Glück in den Wolken. Kann das Cloudgeschäft endlich punkten, oder verliert IBM den Battle gegen Amazon, Microsoft & Co.?

Dienstag

* Akzo Nobel: Q1 Zahlen. Die Holländer mischen die schönsten Lacke. Ob sie heute auch brillante Zahlen präsentieren können?

* Danone: Q1 Zahlen. Erdbeere, Banane oder Aprikose? Trifft der King of Fruchtzwerg den Geschmack der Aktionäre?

* Zalando: Q1 Zahlen. Neinneinnein, ich lass mich nicht dazu verführen, mal eben zum Shop zu wechseln. Zalando ist und bleibt ein Mädchen-Fänger. Und Börsenliebling.

* Philip Morris: Q1 Zahlen. Paffen ist doch ziemlich out, oder? Reichts heute bei diesem Tabakkonzern trotzdem für ein Siegespfeifchen?

* Intel: Q1 Zahlen. Intel inside. Steht auch auf meiner Tipp-Maschine. Wir sind gespannt, wie die Halbleitergeschäfte so laufen.

* Yahoo: Q1 Zahlen. Yahoo…das war ein mal.. Kann Frau Marissa den Internet-Veteran wenigstens teuer an die Konkurrenz verscherbeln?

* Rio Tinto: Q1 Zahlen. Die Bergbau-Kumpels leiden unter dem Rohstoff-Preisverfall. Hütte ist schon lang keine Goldmine mehr.

* Harley Davidson. Q1 Zahlen. Worauf setzt ihr, BUXers? Lowrider, oder Highflyer?

Mittwoch

* SAP: Q1 Zahlen. Kann Deutschlands IT-Stolz im Cloudgeschäft glänzen?

* ASML: Q1 Zahlen. Die Niederländer können mehr als Käse und Windmühlen. Zum Beispiel weltklasse Halbleiterelektronik.

* Coca Cola: Q1 Zahlen. Nach PepsiCo lässt uns auch dieser Sprudelbrause-Hersteller in seine Bücher schauen. Taste the Feeling!

* Qualcomm: Q1 Zahlen: Die Kalifornier sind für das Innenleben eures Smartphones verantwortlich. Eigentlich Big Business, oder?

* Heineken: Q1 Zahlen. Lekker biertje. Ein Prost auf die Erfolgsstory der niederländischen Bierbrauer!

* Mattel: Q1 Zahlen. Ich will doch nur Spielen! Dürft ihr. Nur für den Barbie-Hersteller wird es heute ernst.

Donnerstag

* EZB- Zinsentscheid: Weniger als Null Prozent-Zinsen geht doch nicht? Oder? Mario Draghi verrät es uns heute

* Pernod Ricard: Q1 Zahlen. Der Spirituosen-Hersteller muss heute einen klaren Kopf bewahren. Kommt die Absinth-Aktie in Fahrt?

* SAB Miller. Q4 Zahlen. Noch mehr Alkohol. Und das so früh am Morgen!

* Verizon Communications. Q1 Zahlen. Der Telekommunikationsriese hat immer Anschluss. Check.

* General Motors. Q1 Zahlen. Profitiert der Ami-Autokonzern von der deutschen VW-Flaute?

* Visa. Q1 Zahlen. Kaufen auf Pump geht immer. Und Onlineshopping ohne Visa geht gar nicht.

* Starbucks. Q1 Zahlen. Die Kaffee2Go-Kette, bei der ihr für nen Pappbecher mit falsch geschriebenem Namen soviel bezahlt, wie für ne ganze Packung Röstkaffee.

* Alphabet & Microsoft: Q1 Zahlen. Beide Rivalen an einem Tag. Dieses Duell dürft ihr euch nicht entgehen lassen.

* Schlumberger. Q1 Zahlen. Nee, nicht der Sekt! Diese Amis sind der weltgrößte Ausrüster der Gas- und Öl- Industrie. Und leiden unter der Ölpreis-Depri.

Freitag

* Daimler. Q1 Zahlen. Die Marke mit dem Stern fährt momentan allen davon. Große Erwartungen!

* General Electric. Q1 Zahlen. Ein Mischkonzern mit gemischten Zahlen sorgt für gemischte Gefühle.

* McDonalds. Q1 Zahlen. Die fetten Jahre der Fast Food Legende sind gezählt! Experten rechnen mit eher mageren Ergebnissen.

So, ich hab jetzt lahme Finger und werde mich mit einem kalorienreichen Snack belohnen. Ab 09:02 Uhr könnt ihr euch wieder die ganz fetten Fische ins Depot legen. Happy Fatty Trading!

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Die Bringer der Woche: Fett!

Infineon: Übernahmehunger in der Halbleiterbranche

infineonDas Motto der Halbleiter-Branche lautet derzeit: Fressen oder gefressen werden. Viel billiges Geld, das Dank der amerikanischen Nullzins-Politik die Märkte überflutet, sorgt für Übernahmehunger und Lust auf Chips! Ob Computer-Chips, Sicherheits-Chips, Energieeffizienz-Chips oder Automobil-Chips: Hersteller von Halbleiter-Produkten wie beispielsweise Infineon sind gefragte Leckerbissen unter den Übernahmekandidaten.

Dabei geht es nicht mehr einzig und allein um strategisch sinnvolle Investments, sondern vor allem darum, das Objekt der Begierde der Konkurrenz wegzuschnappen. Wachsen um jeden Preis lautet die Devise. Das Übernahmefieber unter dem melodischen Fachbegriff “Konsolidierung” macht schon seit einiger Zeit die Runde und infizierte unter anderem Dialog (schluckte Atmel), On Semi (schnappte Fairchild Infineon vor der Nase weg) oder Intel (kaufte Altera).

Ein weiterer Grund für das große Fressen sind die Wachstumsgrenzen, an die die Halbleiterbranche stößt. Computerchips für neue PC’s waren noch vor wenigen Jahren ein gigantischer Markt. Doch da beispielsweise Windows 10 auch auf älteren Rechnern läuft, schrumpft die Nachfrage nach neuen PC’s. Intel & Co. sind deshalb auf der Suche nach Herstellern von Halbleiter-Nischenprodukten, die sie sich “einverleiben” um überhaupt noch wachsen zu können.

Für einen vollen Magen könnte beispielsweise Infineon sorgen. Unsere Münchener Chip-Spezialisten haben den Trend zur Marktlücke erkannt und sind in zahlreichen Zukunftsmärkten vorn dabei. Die Bayern liefern beispielsweise Halbleiter für Elektroautos, entwickeln Radarsysteme für selbstfahrende Autos und bauen Chips für die Strombranche.

Die Infineon Aktie landete gestern mit Minus 4,56 Prozent auf dem unrühmlichen letzten Platz der DAX-Liste. Anleger fürchten, dass der schwache Absatz auf dem chinesischen Automobilmarkt seine Spuren in der Bilanz hinterlassen könnte. Automobilhersteller füllen aufgrund der sinkenden Verkaufszahlen in China nur zögerlich ihre Chips-Vorräte. Die Automobilindustrie ist zwar das wichtigste Standbein der Münchener, doch eventuelle Verluste könnten durch Gewinne aus dem boomenden Smartphone-Geschäft kompensiert werden.

Die meisten Analysten rechnen damit, dass Infineon morgen vor Börsenstart solide Zahlen präsentieren wird: 2015/16 könnte der Umsatz des Unternehmens um rund 10 Prozent auf dann 6,4 Milliarden Euro klettern.

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Infineon: Übernahmehunger in der Halbleiterbranche