Vonovia: Wer hoch baut, kann tief fallen?

19_Preview_UnternehmensfotosWohnungskonzern Vonovia präsentiert morgen Bilanzzahlen der vergangenen drei Monate. Ein spannendes Thema, das mich als erblich vorbelasteter Immobilien-Fan und Wahl-Münchner besonders interessiert. Vor allem in Ballungszentren ist der Immobilienmarkt schon seit Jahren so überhitzt, dass es äußerst schwierig und teuer ist, überhaupt eine angemessene Bleibe zu finden. Gepaart mit dem andauernden Niedrigzinsumfeld befürchten Experten deshalb eine “Immobilienblase”, die Unternehmen wie Vonovia noch reicher und Mieter ärmer machen könnte.

Luftschlösser…

Der Dax-Newcomer, der erst seit 2015 zur elitären Familie der deutschen Top-30-Unternehmen zählt, hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Performance hingelegt. Anleger, die die Vonovia-Aktie am Tag ihres Börsendebüts am 11. Juli 2013 erwarben, freuen sich heute über eine Rendite von 95,7 Prozent. Da bekommt der Ausdruck “Betongold” eine ganz neue Bedeutung…

Vonovias Fundament besteht aus bundesweit rund 340.000 Mietwohnungen, vor allem in Großstädten wie Berlin, Dresden oder dem Ruhrgebiet. Der bochumer Konzern erwirtschaftete 2016 ein Ergebnis von 2,3 Milliarden Euro dreimal so viel wie im Jahr zuvor. Eigentlich eine gute Sache, wenn es in Zeiten von Wohnungsnot ein Dax-Unternehmen gibt, das so erfolgreich mit Immobilien wirtschaftet, oder? Nicht ganz. Denn Vonovias Erfolg beruht vor allem auf der geschickten Vermarktung ehemaliger Sozial- und Arbeiterwohnungen und nicht auf der Schaffung von neuem Wohnraum. Die Konsequenz: Das Unternehmen wächst, das Angebot auf dem Wohnungsmarkt stagniert.

Des einen Freud, des anderen Leid. Auf der Hauptversammlung von Deutschlands größtem Wohungskonzern vergangene Woche wurde die Kontroversität der Parteien besonders deutlich. Während Aktionäre, die Vonovia als reine Geldanlage betrachten, Konzernchef Rolf Buch zujubelten, machten Anteilseigner, die gleichzeitig Vonovia-Mieter waren, ihrem Ärger Luft.

Die goldene Kuh lässt sich nämlich nur melken, solange Vonovia die Mieten erhöhen kann. Zum Beispiel nach Modernisierungen. Mieter werfen dem Unternehmen auch vor, von “Zusatzleistungen” wie der Vermietung von Küchen, Kosten für zweifelhafte “Müllmanager”, die auf die Bewohner umgelegt werden und intransparenten Nebenkostenabrechnungen zu profitieren, anstatt dringende Sanierungsarbeiten durchzuführen.

…vom Einsturz bedroht

Vonovias umstrittenes Erfolgsmodell könnte in den kommenden Jahren ins Wanken geraten. Zum einen, weil sich die Europäische Zentralbank langsam aber sicher an die längst überfällige Zinserhöhung wagt, die Darlehen für Unternehmen und Privatanleger wieder teurer machen würde. Zum anderen, weil die Immobilien-Nachfrage aufgrund der höheren Zinsen zurückgehen könnte. Weiteres Unheil droht von Seiten der Politik: Der Staat könnte zukünftig Mieterhöhungen nach Modernisierungsmaßnahmen reglementieren oder mit Hilfe der sogenannten “Mietpreisbremse” unangemessenen Mieterhöhungen in Ballungszentren wie Berlin oder Dresden einen Riegel vorschieben. Beide Maßnahmen würden das Erlösmodell von Vonovia erheblich beeinträchtigen und machen die Aktie des Wohnungsunternehmens zu einem riskanten Investment.

Ein Profil, mit dem sich Vonovia sicher nicht als Champions-Aktie qualifiziert. Sie schlafen vermutlich ruhiger, wenn Sie Ihr Kapital in die eigenen vier Wände, statt in Immobilien-Unternehmen mit fragwürdigen Geschäftsmodellen investieren. Gepaart mit einem aktienbasierten Grundlagen-Investment wie dem boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) steht Ihre langfristige Vermögensplanung auf einem soliden Fundament, das etwas Gegenwind von Seiten der Banken oder Politik leicht vertragen kann.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

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Anlageaufteilung: Mehr Rendite, weniger Risiko

pick-and-mix-171342_960_720“Die Mischung macht’s” – ein Satz, der für viele Bereichen des täglichen Lebens von zutrifft. Bei der Planung meiner bevorstehenden Hochzeitsparty sorgt die Zusammenstellung der Gäste für das richtige Quäntchen Stimmung. Eine Mahlzeit schmeckt noch besser, wenn die Zutaten gut ausbalanciert sind. Ähnlich verhält es sich auch beim Thema Geldanlage: Nur mit einer ausgewogenen Mischung von Anlageformen- und Klassen lassen sich optimale Ergebnisse, sprich: Renditen erzielen.

Definitionsgemäß bedeutet Anlageaufteilung (englisch: “Asset Allocation”) die Diversifikation eines angelegten Vermögens auf verschiedene Anlageklassen, wie z. B. Anleihen, Aktien, Immobilien, Währungen und Edelmetalle. Mit dem Ziel, die Anlagerisiken durch die Streuung des Risikos zu minimieren und gleichzeitig die Renditechancen zu maximieren.

Eine eigene Wohnung, ein bisschen Gold im Tresor, ein paar Standardwerte und fertig ist der Kuchen? Nicht ganz, denn obwohl Banken, Vermögensberater und auch meine Kollegen vom boerse.de-Aktienbrief immer dazu raten, nicht alles auf ein Pferd zu setzen, ist mangelnde Diversifikation einer der größten Fallstricke unter Anlegern. Zwar ist schon viel damit gewonnen, wenn das Ersparte nicht “nur” in Immobilien oder aufs Girokonto deponiert, sondern “gestreut” wird. Doch auch hierfür gelten bestimmte Regeln.

Die richtige Dosis

Ganz wichtig: Bei zu wenig Abwechslung im Aktiendepot hängt das Wohl und Wehe von den Schwankungen einzelner Werte ab. Bei zu vielen Einzelwerten im Portfolio ist es dagegen schwierig, den rechten Überblick zu behalten. Unsere Experten vom boerse.de-Aktienbrief raten deshalb bei Aktieninvestments, auf acht bis zehn Champions zu setzen. Mit dieser “Dosierung” verfügen Sie über eine übersichtliche Anzahl von Einzelwerten, die eine gute Streuung möglich macht und gleichzeitig eine weitere Falle umschifft: Lokalpatriotismus.

Über den Tellerrand blicken

Nach dem Motto: “Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht” vertrauen viele Anleger am liebsten guten, alten Bekannten. Den Dax-Werten. Dieser Aktien-Patriotismus ist übrigens weit verbreitet: Rund um den Globus investieren Aktionäre überwiegend in heimische Unternehmen und bringen sich damit um die Chancen, die Märkte in und außerhalb Europas bieten. Allzu exotisch muss es dabei gar nicht sein: Im BCDI (boerse.de-Champions-Defensiv-Index) haben wir zehn besonders renditestarke, sichere Aktien aus England, Spanien, Frankreich, der Schweiz und Deutschland versammelt. Die Performance dieser europäischen Auswahl kann sich sehen lassen: Mit Plus 51,35 Prozent seit seinem Börsenstart am 1. Juli 2014 übertrifft der BCDI die Wertentwicklung von Dax und Dow mit Leichtigkeit. Ein Blick über den Tellerrand ist also durchaus lohnenswert und sei es nur, um sich gegen heimische Risiken abzusichern.

Die richtigen Zutaten

Obwohl die Märkte langfristig immer nach oben tendieren, können selbst Börsenexperten kurz- und mittelfristige Entwicklungen schwer vorhersehen. Müssen sie auch nicht. Denn mit dem richtigen Anlage-Mix sind Sie immer auf der richtigen Seite. Aktien bieten langfristig zwar höhere Renditen als andere Investitionsformen, da Anleger mit ihnen am unternehmerischen Erfolg teilhaben, können aber Korrekturen unterworfen sein. Als “Gegengift” und sicherer Hafen in Krisenzeiten eignet sich Gold ganz hervorragend. Der Wert des Edelmetalls entwickelt sich meist gegenläufig zu Aktienkursen und gleicht auf diese Weise eventuelle Verluste an den Märkten aus.

Meine Kollegen vom boerse.de-Aktienbrief empfehlen, dass ein ausgewogenes Portfolio aus zehn Champions bestehen sollte. Die stabile Basis sollte dabei aus besonders defensiven Champions bestehen, den langfristig sichersten und erfolgreichsten Aktien der Welt. Ist dieser Depotgrundbaustein errichtet, kann ein kleinerer Kapitalanteil auch spekulativer eingesetzt werden. Auf diese Weise sollte Ihr Depot langfristig auf der Erfolgsspur fahren und auch in Krisenzeiten nicht ins Schlingern geraten.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de