IBM schrumpft zum 20. Mal in Folge

Ein trauriger Rekord: Der IT-Riese IBM musste gestern zum 20. Mal in Folge Umsatzeinbußen in einem Quartal vermelden. In den vergangenen drei Monaten sanken die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um drei Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar, der Überschuss ging um 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zurück. Kein Wunder, dass Anleger langsam das Zutrauen in den “blauen Riesen” verlieren und den Titel auf die Verkaufsliste setzten: Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel über fünf Prozent an Wert.

Vom Computer-Urgestein…

Wir schreiben das Jahr 1911: IBM erblickte unter dem Namen “Computing Tabulating and Recording Company” in New York das Licht der Welt. Die ersten Produkte des Unternehmens waren Uhren, Waagen und Lochkarten- ein kleines, aber prägendes Stück Papier in IBM’s Firmengeschichte. Die legendären Datenträger aus Karton, die unter anderem bei Volks- und Wahlauszählungen zum Einsatz kamen, wurden im Laufe der Zeit von modernen Methoden wie Magnetplatten-Speichern abgelöst, ehe in den 60er-Jahren der erste Großrechner

hergestellt wurde. Bis zum PC für den Massenmarkt vergingen allerdings noch zwei Jahrzehnte und der legendäre ThinkPad-Mobilrechner kam erst 1992 in den Handel.

Trotz IBM’s Innovationskraft, verbrieft durch zahlreiche Patente, musste sich das Unternehmen schon bald dem Konkurrenzdruck findiger Mitbewerber geschlagen geben, die IBM’s Technik kopierten und mit günstigeren Rechner die privaten Haushalte eroberten. 2005 entschied sich der Konzern deshalb dazu, seine PC-Sparte an den chinesischen Computerhersteller Lenovo zu verkaufen. Ein historischer Strategieschwenk, mit dem sich IBM vom Maschinen- zum Infrastrukturanbieter und IT-Beratungsunternehmen wandelte. Die Frage ist nur, ob der von Vorstandschefin Ginni Rometty forcierte Schwenk vom Computer-Dino zum IT-Dienstleister den erhofften Erfolg bringt.

…zum IT-Tausendsassa

Die Eroberung der “Datenwolke”, die es Unternehmen ermöglicht, Software auf zentralen Servern zu mieten, statt zu kaufen, gilt als essentieller Bestandteil von IBM’s Zukunftsstrategie. Anstelle lokaler Firmenserver werden Programme und Speicherplatz in der virtuellen “Cloud” gegen eine Abo-Gebühr an Kunden vermietet. Ein booming Business und Haifischbecken, in dem sich bereits Branchengrößen wie Amazon, Oracle und Microsoft tummeln.

Trotz der scharfen Konkurrenz gelang es IBM im ersten Quartal 2017 mit Cloud-Services zu punkten, während die traditionell schwache Hardware-Sparte erneut Federn ließ.

Das Geschäft mit der Datenwolke wuchs um 33 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar, der Umsatz mit Großrechnern und System-Software schrumpfte dagegen um 17 Prozent. Auch die Technologie-Sparte, mit der IBM noch immer den Löwenanteil seiner Erlöse erwirtschaftet, brach um 2,5 Prozent ein. Am Ende konnte das Wachstum der Cloud die Misserfolge in anderen Bereichen nicht kompensieren und Anleger beginnen sich zu fragen, ob IBM seinen Platz im Portfolio noch verdient hat. Wundersamerweise scheint der IT-Dino sogar finanzielle Eiszeiten zu überdauern. Der Aktienkurs der “International Business Machines” gewann innerhalb der vergangenen zwölf Monate 19,7 Prozent an Wert und selbst Investorenlegende Warren Buffett hält mit stoischer Gelassenheit an seinen 81,2 Millionen IBM-Aktien fest. Vielleicht wegen der verlockend hohen Dividendenrendite von rund 3,3 Prozent, vielleicht aber auch, weil er noch immer auf die Innovationskraft des IT-Urgesteins vertraut.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Werbeanzeigen
IBM schrumpft zum 20. Mal in Folge

Die Bringer der Woche: Fett!

IMG_7574Insgeheim, still und leise finde ich Fett ganz geil. So ein dickes Steak zu seiner Zeit, der Döner um 5 Uhr morgens nach einer heftigen Partynacht, ein Löffelchen Nutella gegen Frust aller Art…machmal geht mager einfach garnicht. Auch nicht der hagere Hering an der Bettkante, übrigens (finde ich). So, und warum erzähl ich euch das alles zu früher Morgenstunde? Weil es an der Börse diese Woche richtig dicke kommt! Quartalszahlen der ganz fetten Fische stehen auf dem Programm und der Ölpreis himself könnte die Kurse noch extra kicken. Die sogenannte Berichtsaison ist vor allem in den USA im vollen Gange, schwappt aber langsam über den Teich nach Europa, wo uns immer mehr Unternehmen einen Blick in ihre Zahlen werfen lassen. Warum Börsianer davon so enorm high werden? Ganz einfach weil sich aufgrund der Bilanzen ganz gut vorhersagen lässt, wie sich der Aktienkurs einer Firma in den kommenden Monate so entwickeln wird. Und ein bisschen Glaskugelgucken tun wir doch alle gern, oder?

Eines ist schonmal sicher: Diese Woche werden euch die Daumen glühen, Boys und Girls! Was, wann, wie und wo ganz oben auf eurer Trade-Liste stehen sollte, verrate ich euch jetzt:

Montag

* PepsiCo: Q1 Zahlen. Zuckersprudel ist out. Energydrinks are not. Was lässt beim Cola-Konkurrent die Gewinne sprudeln?

* Morgan Stanley: Q1 Zahlen. Die Amis machens einfach besser. Kann die amerikanische Großbank sich ne Scheibe von JP Morgan’s Erfolg abschneiden?

* L’Oreal: Q1 Zahlen. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land? Wie hübsch die Zahlen des Weltmarktführers für Kosmetikprodukte sind, erfahren wir ab 18:00Uhr

* Netflix: Q1 Zahlen. Ich liebe Netflix. Punkt. Wegen mir kann das ganze programmierte TV-Programm gerne abgeschafft werden. Wird das Daumenkino die hochgesteckten Erwartungen der Analysten erfüllen?

* IBM: Q1 Zahlen. Das Softwareunternehmen sucht sein Glück in den Wolken. Kann das Cloudgeschäft endlich punkten, oder verliert IBM den Battle gegen Amazon, Microsoft & Co.?

Dienstag

* Akzo Nobel: Q1 Zahlen. Die Holländer mischen die schönsten Lacke. Ob sie heute auch brillante Zahlen präsentieren können?

* Danone: Q1 Zahlen. Erdbeere, Banane oder Aprikose? Trifft der King of Fruchtzwerg den Geschmack der Aktionäre?

* Zalando: Q1 Zahlen. Neinneinnein, ich lass mich nicht dazu verführen, mal eben zum Shop zu wechseln. Zalando ist und bleibt ein Mädchen-Fänger. Und Börsenliebling.

* Philip Morris: Q1 Zahlen. Paffen ist doch ziemlich out, oder? Reichts heute bei diesem Tabakkonzern trotzdem für ein Siegespfeifchen?

* Intel: Q1 Zahlen. Intel inside. Steht auch auf meiner Tipp-Maschine. Wir sind gespannt, wie die Halbleitergeschäfte so laufen.

* Yahoo: Q1 Zahlen. Yahoo…das war ein mal.. Kann Frau Marissa den Internet-Veteran wenigstens teuer an die Konkurrenz verscherbeln?

* Rio Tinto: Q1 Zahlen. Die Bergbau-Kumpels leiden unter dem Rohstoff-Preisverfall. Hütte ist schon lang keine Goldmine mehr.

* Harley Davidson. Q1 Zahlen. Worauf setzt ihr, BUXers? Lowrider, oder Highflyer?

Mittwoch

* SAP: Q1 Zahlen. Kann Deutschlands IT-Stolz im Cloudgeschäft glänzen?

* ASML: Q1 Zahlen. Die Niederländer können mehr als Käse und Windmühlen. Zum Beispiel weltklasse Halbleiterelektronik.

* Coca Cola: Q1 Zahlen. Nach PepsiCo lässt uns auch dieser Sprudelbrause-Hersteller in seine Bücher schauen. Taste the Feeling!

* Qualcomm: Q1 Zahlen: Die Kalifornier sind für das Innenleben eures Smartphones verantwortlich. Eigentlich Big Business, oder?

* Heineken: Q1 Zahlen. Lekker biertje. Ein Prost auf die Erfolgsstory der niederländischen Bierbrauer!

* Mattel: Q1 Zahlen. Ich will doch nur Spielen! Dürft ihr. Nur für den Barbie-Hersteller wird es heute ernst.

Donnerstag

* EZB- Zinsentscheid: Weniger als Null Prozent-Zinsen geht doch nicht? Oder? Mario Draghi verrät es uns heute

* Pernod Ricard: Q1 Zahlen. Der Spirituosen-Hersteller muss heute einen klaren Kopf bewahren. Kommt die Absinth-Aktie in Fahrt?

* SAB Miller. Q4 Zahlen. Noch mehr Alkohol. Und das so früh am Morgen!

* Verizon Communications. Q1 Zahlen. Der Telekommunikationsriese hat immer Anschluss. Check.

* General Motors. Q1 Zahlen. Profitiert der Ami-Autokonzern von der deutschen VW-Flaute?

* Visa. Q1 Zahlen. Kaufen auf Pump geht immer. Und Onlineshopping ohne Visa geht gar nicht.

* Starbucks. Q1 Zahlen. Die Kaffee2Go-Kette, bei der ihr für nen Pappbecher mit falsch geschriebenem Namen soviel bezahlt, wie für ne ganze Packung Röstkaffee.

* Alphabet & Microsoft: Q1 Zahlen. Beide Rivalen an einem Tag. Dieses Duell dürft ihr euch nicht entgehen lassen.

* Schlumberger. Q1 Zahlen. Nee, nicht der Sekt! Diese Amis sind der weltgrößte Ausrüster der Gas- und Öl- Industrie. Und leiden unter der Ölpreis-Depri.

Freitag

* Daimler. Q1 Zahlen. Die Marke mit dem Stern fährt momentan allen davon. Große Erwartungen!

* General Electric. Q1 Zahlen. Ein Mischkonzern mit gemischten Zahlen sorgt für gemischte Gefühle.

* McDonalds. Q1 Zahlen. Die fetten Jahre der Fast Food Legende sind gezählt! Experten rechnen mit eher mageren Ergebnissen.

So, ich hab jetzt lahme Finger und werde mich mit einem kalorienreichen Snack belohnen. Ab 09:02 Uhr könnt ihr euch wieder die ganz fetten Fische ins Depot legen. Happy Fatty Trading!

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/die-bringer-der-woche-fett/

Die Bringer der Woche: Fett!

Googles neuer Stern in der Cloud: Home Depot

bgo_2010_screen7In den Wolken gehts zur Zeit so richtig zur Sache. Der Battle zwischen Microsoft, Amazon, IBM und Google um die Cloud-Weltherrschaft ist in vollem Gange. Google verdient seine Milliarden nur mit nerviger AdWords Werbung und Bezahl-Apps? Mitnichten. Die Suchnasen haben 2010 eine neue Goldmine mit dem Namen “Cloud Computing”, einer Art virtuellem Datenspeicher, entdeckt.

Die Google Masterminds dachten sich damals wahrscheinlich: galaktische Serverfarmen haben wir ja bereits, dann können wir ein paar Terabyte Speicher doch auch an Unternehmen vermieten? Geile Idee, nur nicht ganz neu. Als Pionier der Cloud gilt Amazon mit “Amazon Web Services”, die sich bis heute mit dem Cloud-Mastertitel schmücken dürfen. Unter den Firmen, die Dienste und Speicherplatz auf den Servern von Google, Amazon, oder Microsoft nutzen, finden sich BigBoys wie Netflix, Apple und – seit heute- der Hornbach der Amis: Home Depot.

Der E-Commerce Riese und Giga-Baumarkt mit über 2000 Filialen ist nach Apple (Ex Amazon-Kunde, autsch) schon der zweite Deal, den Google innerhalb von zwei Wochen eintüten konnte. Dabei geht es nicht nur um noch mehr Nullen hinterm Komma, sondern auch um Prestige, Ruhm und Ehre. Google gibt sich einfach nicht mit Platz 4 der Cloud-Rangliste hinter Amazon, Microsoft und IBM zufrieden. Nein, Google-Mutter Alphabet will nicht nur im ABC die Nummer eins sein, sondern auch die Wolken dominieren.

Ein hochgestecktes Ziel, wenn man bedenkt, dass Amazon schon 10 Jahre im Cloud-Geschäft unterwegs ist und Microsoft aufgrund seiner Software und den dazugehörigen Sales-Truppen ein enormes Netzwerk an Kunden hat, die alle auch potentielle Cloud-Kandidaten sind.

Google zeigt sich davon reichlich unbeeindruckt und plant optimistisch für die Zukunft: 12 neue Datenzentren will die Alphabet-Tochter in den kommenden Monaten errichten und damit seine Kapazität auf insgesamt 20 Zentren ausdehnen. Bang! Wenn das kein Statement ist. Damit hätte Google zumindest was die Zahl seiner Serverfarmen angeht, den ersten Sieg über Amazon in der Tasche. Der E-Commerce Riese betreibt dann rund 17 Daten-Bunker.

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/googles-neuer-stern-in-der-cloud-home-depot/

Googles neuer Stern in der Cloud: Home Depot

Amazon: heute Abend wirds was geben

amazonIch bekenne: Ich bin ein Amazon-Junkie. Egal ob Glühbirnen, Windeln, Fernseher, Sneakers- bei jeder geplanten Anschaffung denke ich zuerst „ach schau ich doch mal bei Amazon“. Leider auch bei nicht-geplanten Lust-und Frustkäufen, die sich häufig abends nach Ladenschluss oder sonntags ereignen, wenn hier im Dorf die Rollläden heruntergelassen sind.

Und so kommt es, dass ich den Button „Mein Konto“ tunlichst vermeide, um nicht mit der grausamen Realität meiner Amazon-Ausgaben konfrontiert zu werden.

Heute Abend, nach Börsenschluss, werden die Amerikaner ihre Quartalszahlen vorstellen. Grund genug, euch schon jetzt mit allen relevanten Infos zu füttern!

Die ehemaligen Buchhändler aus Seattle sind mittlerweile die weltweit größten Online-Versandhändler, betreiben eine eigene „Cloud Plattform“, produzieren Tablets, Smartphones, Set-Top-Boxen und Computerzubehör und sind eine ganz große Nummer im Video-Streaming („Amazon Instant Video“).

Doch damit nicht genug:

In den USA streckt Amazon seine Fühler Richtung Lebensmittel-Bestellservice aus und testen einen Lieferservice namens „Amazon Fresh“. Und seit Beginn Oktober können Amazon-Fans unter dem Namen „Amazon Homemade“ auch Selbstgemachtes kaufen – und verkaufen.

Hierzulande macht das Online- Warenhaus der guten alten Post Marktanteile streitig und etabliert sich zunehmend als Paketzusteller.

Ihr merkt schon, Amazon versucht, in fremden Gewässern zu fischen und Unternehmen wie Etsy, HelloFresh oder Paketdiensten die Kunden abzujagen.

Umsatztreiber im letzten Quartal waren jedoch die „Cloud Dienste“. Amazon Web Services (AWS) dient große Kunden wie Netflix, Comcast, Samsung oder der NASA als virtuelles Rechenzentrum und Datenspeicher.

Im ersten Halbjahr 2015 verdoppelte sich das operative Einkommen auf 655 Millionen USD. Die Einnahmen stiegen um 65 Prozent jährlich und betrugen 7 Prozent von Amazons Umsatz.

Amazon kämpft an vielen Fronten und will es gegen IT-Superhelden wie Microsoft, Google, Apple und IBM aber auch den Tante-Emmaladen und die Videothek um die Ecke aufnehmen.

Große Ambitionen! Ob die Amerikaner heute Abend mit guten Zahlen überzeugen können, wissen wir erst nach Börsenschluss.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

Amazon: heute Abend wirds was geben