In Gold investieren: wie geht das eigentlich?

piggy-bank-2889046_960_720Gold glänzt. Mal wieder. Seit Jahresbeginn verteuerte sich das gelbe Edelmetall um etwa zehn Prozent und erreichte Ende Juni mit 1.432 Dollar den höchsten Stand seit 2014. Das Gold-Revival kommt natürlich nicht von ungefähr: Konjunktursorgen, gepaart mit wirtschaftspolitischen Turbulenzen, wie dem schwelenden Handelsstreit zwischen den USA und China, sowie der sich zuspitzende Iran-Konflikt treiben Anleger wie immer in den “sicheren Hafen”. Gold gilt als Krisenwährung – so auch diesmal. Wasser auf die Mühlen gießen zudem die EU- und US-Notenbanken, die möglicherweise noch jahrelang an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festhalte. Mit Zinsen im Null Komma-Bereich werden Sparbuch & Co. völlig unrentabel, Aktien und Gold glänzen dagegen umso mehr. Deshalb fragen sich viele Anleger, wie auch sie vom “Goldrausch 2019” profitieren können. Ein Blick auf die Faktenlage…

 

Wie gut ist Gold als Geldanlage?
Zuallererst: Was taugt das Edelmetall eigentlich als Investment? Eine ganze Menge – zumindest dann, wenn Gold im Sinne der Asset-Allocation eingesetzt wird. Dabei ist jede Form des Edelmetalls (physisches oder börsengehandeltes Gold) eine sinnvolle Depot-Beimischung und gilt als Absicherung gegen Krisen und Rezessionen. Denn Gold wirft zwar im Gegensatz zu Aktien oder Bankanlagen keine Rendite, Dividende oder Zinsen ab, kann aber aufgrund seines endlichen Vorkommens proportional zur Nachfrage an Wert gewinnen. Deshalb: ein paar Feinunzen als “Notreserve” und Risikoabsicherung im Tresor können nicht schaden, bringen aber auch keine laufenden Erträge. Wer ein Gold-Investment in Erwägung zieht, kann aus verschiedenen Anlagemöglichkeiten wählen:

Investieren in Gold, aber wie?
Das Spektrum reicht von physischem Gold, über Exchange Traded Commodities (ETC), verschieden ausgestaltete Zertifikate und Fonds bis hin zu den Aktien der Goldproduzenten.

Physisches Gold
Hierzu zählen vor allem Barren und Münzen, wie die berühmten “Krugerrand” oder „Wiener Philharmoniker“, deren Kaufpreis sich aus Gewicht und aktuellem Goldpreis errechnet. Barren gibt es in Größenordnungen ab einem Gramm bis hin zu etwa 12,5 Kilogramm. Bei Münzen variiert das Gewicht meist zwischen einer Unze (31,1 Gramm) und einer Zehntel Unze. Fündig werden Goldsucher bei manchen Hausbanken oder Spezialanbietern, wobei Käufer auf deren Seriosität achten und Preise vergleichen sollten. Falls Sie nicht zufällig über einen “Geldspeicher” wie Dagobert Duck verfügen, stellt sich anschließend die Frage nach der idealen Lagerung. Hierfür empfehlen Experten einen sicheren Tresor. Ob bei Ihnen zu Hause oder der Bank ist meist Geschmackssache, wobei Geldinstitute teils hohe Gebühren für die Goldlagerung verlangen. Auch hier lohnt sich deshalb der Anbietervergleich.

Gold ETCs
Gold-ETCs (börsengehandelte Rohstoffe) können unkompliziert getradet werden und bilden den Goldpreis nahezu 1:1 nach. Es gilt jedoch zu beachten, dass ETCs Schuldverschreibungen sind, die häufig nicht vollständig mit Gold abgesichert sind. Wird der Emittent der ETCs zahlungs­unfähig, dann unter­liegen ETCs dem In­sol­venz­ver­fah­ren. Ihre Schuldverschreibung hilft Ihnen dann nur wenig, da sie Teil der Insolvenzmasse ist. Im schlimmsten Fall droht der Totalverlust. Xetra-Gold und Euwax-Gold sind die in Deutschland meist gehandelten Gold-ETCs. Da Xetra-Gold und Euwax-Gold, ebenso wie eine Vielzahl weiterer Gold-ETCs, aber mit physischem Gold gedeckt ist, können sich Anleger ihre “Schätzchen” sogar per Post nach Hause liefern lassen.

Goldminen-Aktien
Risikofreudige Investoren, die selbst einen Hauch von Goldgräberstimmung verspüren möchten, begeistern sich vielleicht für volatile Aktien von Goldminen-Betreibern. Branchengrößen wie Barrick Gold (+26 Prozent seit Januar) oder Newmont Mining (+15 Prozent seit Jahresbeginn) erwirtschaften bei einem steigendem Goldpreis besonders attraktive Renditen. Primär, weil viele Minenbetreiber seit dem Goldpreis-Tief 2011 ihre Produktionskosten weit unter 1000 Dollar je Feinunze gesenkt haben. Das bedeutet: Bei einem wieder steigenden Goldpreis könnten deren Gewinne deutlich steigen.

Wie Sie sich auch entscheiden: ich wünsche Ihnen ein „goldenens Händchen“ bei Ihrer Investition!

 

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Gold: Kommt jetzt das Comeback?

gold-598378_960_720Im Juli jagt ein Geburtstagsfest das nächste: nach dem boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der am 1. Juli 2017 drei Jahre alt wurde, feierte auch die beliebteste Goldmünze der Deutschen, der Krügerrand, diesen Monat ein Jubiläum. Vor 50 Jahren, am 3. Juli 1967 stanzte die afrikanische Münzprägeanstalt den ersten Springbock ins Edelmetall.

Das Wahrzeichen der Kultmünze hat bis heute nichts von seinem Glanz verloren, ganz im Gegenteil. Weltweit haben Sammler und Steuertrickser bis dato rund 60 Millionen Krügerrand gekauft. Wer 1967 in weiser Voraussicht 1oz Krügerrand zum Preis von damals umgerechnet rund 18 Euro erwarb, hatte einen wahrhaftig goldenen Riecher, denn heute liegt der Preis für 33,93 Gramm bei rund 1100 Euro.

Die Goldkenner unter Ihnen wundern sich vielleicht über die eigenartige Maßeinheit des Krügerrand. Eine Feinunze Gold entspricht doch 31,10 Gramm und nicht 33,93 Gramm? Wird da etwa bei der Goldschmelze geschummelt? Ich kann Sie beruhigen: Sie bezahlen tatsächlich nur für den Goldanteil. Das Restgewicht entfällt auf eine dünne Kupferlegierung, die das Sammlerstück widerstandsfähiger macht und somit den Wiederverkaufswert erhöht.

Gold ist seit Jahrzehnten der “Dauerbrenner” bei vielen Anlegern. Doch die aktuelle Preisentwicklung stimmt nachdenklich…

Erst hui, dann pfui

Eigentlich funktioniert das so: Politische Überraschungen wie der Brexit oder die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten verunsichern Investoren, die als Konsequenz den “sicheren Hafen Gold” ansteuern. Der Preis für das Edelmetall steigt. Tut er aber nicht! Und das, trotz aller geopolitischer Unsicherheiten! Anfang der Woche sackte der Goldpreis sogar auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. Eine Feinunze verbilligte sich zeitweise um 0,6 Prozent auf 1.205 Dollar. Noch Anfang Juni sah es danach aus, als würde der Preis über die Marke von 1.300 Dollar steigen. Seit Mitte Juni hat Gold rund sieben Prozent an Wert verloren. Wie kommt es, dass die Gleichung “Gold = Krisenwährung” momentan nicht mehr aufgeht?

Zittern vor den Zinsen

Der Spaßverderber ist schnell gefunden: Die aktuelle Zinspolitik vieler Zentralbanken macht dem Goldpreis schwer zu schaffen. In Europa, Amerika und einigen anderen Ländern steht das Ende der jahrelangen Geldschwemme bevor. Kredite und Darlehen zum Nulltarif könnten schon bald Geschichte sein, da die Notenbanken vorsichtig an der Zinsschraube ziehen. Geld auf “Pump” wird dadurch teurer, aber im Gegenzug gibt’s auch wieder Rendite auf Sparbuch & Co. Deshalb fürchten viele Gold-Fans momentan, dass Anleger ihr Vermögen umschichten könnten: raus aus dem Gold, rein in festverzinsliche Geldanlagen. Als Konsequenz könnten zinslose Investitionen wie Edelmetalle an Glanz und Wert verlieren.

Die Nullzinsphase spielt Goldsuchern in die Hände, eine Zinserhöhung wirkt sich meist negativ auf die Goldpreisentwicklung aus.

Goldrausch 2.0?

Eine steigende Inflation bringt den Goldpreis dagegen gewöhnlich in Schwung, da das Edelmetall ein Wertaufbewahrungsmittel par excellence ist. Papierwährungen wie der Dollar verlieren dann an Kaufkraft, die von Gold steigt oder bleibt gleich. Doch momentan herrscht auch hier “verkehrte Welt”: die steigenden US-Zinsen belasten den Goldpreis, zumal die Inflation weiter sinkt. So ist die US-Inflationsrate im Mai auf 1,9 Prozent zurückgegangen. Damit steigt der Realzins, weshalb die Notierung des Edelmetalls zusehends unter Druck kommt.

Die große Frage lautet nun: Wird das Edelmetall seine alte Rolle als “sicherer Hafen” zurückerobern? Auch wenn wir nicht in die “Glaskugel” blicken können, so gibt es doch Anhaltspunkte, die für ein langfristiges Gold-Investment sprechen. Die aktuelle “Krisenresistenz” vieler Anleger könnte temporärer Natur sein. Sprich: Wenn die Anlegerwelt keine Krisen wahrnimmt, ist auch der sichere Hafen nicht mehr gefragt. Aber die nächste Krise kommt bestimmt und mit ihr auch ein eventueller, neuer Goldrausch.

Auch dürfen wir nicht vergessen, dass Gold trotz der momentanen Zinssorgen und Preisschwankungen ein Sachwert ist, der eine sinnvolle Ergänzung für jedes Depot darstellt. Gold ist knapp, Gold ist begehrt. Und wird es immer bleiben. Wenn Sie auf “Nummer sicher” gehen wollen, empfehlen wir ein Basisinvestment in risikoarme und zugleich renditestarke Aktien-Anlageformen, wie z.B. den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), ergänzt um Gold und etwas “Cash” als Rückhalt. Mit diesem Anlage-Mix liegen Sie immer goldrichtig!

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