Bitcoin: Heiße Gerüchte um Goldman Sachs

bitcoin-2730220_960_720Bitte ein Bit(coin)! Der – leicht abgewandelte – Werbeslogan ist momentan in aller Munde. Neben den Fans der Kryptowährung Bitcoin begeistern sich auch immer mehr institutionelle Anleger für digitale Währungen. Ein Trend, auf den jetzt auch die traditionsreiche Investmentbank Goldman Sachs reagiert. Beziehungsweise reagieren muss.

Wird Bitcoin jetzt seriös?

Anfang der Woche kursierte eine Meldung, wonach Goldman Sachs einen Einstieg in den Bitcoin-Handel erwägt. Die eher vage Stellungnahme der Großbank lautete: „Als Reaktion auf das Interesse von Kunden an digitalen Währungen, untersuchen wir, wie wir ihnen am besten in diesem Bereich dienen können.“ Ein Statement, das für mich eher nach Pflichterfüllung, als intrinsisch motiviertem Wunsch klingt. Allerdings regiert auch in der Bankenwelt das Gesetz von Angebot und Nachfrage und da immer mehr Investoren ein Stück vom Krypto-Kuchen abhaben wollen, kommt Goldman Sachs nicht darum herum, das begehrte Gut anzubieten.

Bitcoin, Ethereum und andere Cyberwährungen lösten in den vergangenen Monaten eine wahre Kauf-Hysterie aus, die schwer an die holländische Tulpenmanie von vor 380 Jahren erinnert. Kursgewinne von über 600 Prozent innerhalb der vergangenen 12 Monate, ein unreguliertes System, das keiner Bankenaufsicht unterliegt und die grenzenlose Gier vieler Anleger beflügeln das Krypto-Phänomen und bringen sogar Banken ins Grübeln: Handelt es sich bei Bitcoin & Co. um die Währung der Zukunft oder um eine Spielerei für Computerzocker?

Banken machen Feind zum Freund

Tatsächlich genießt Bitcoin nicht den besten Ruf. Die “Währung” ist – vereinfacht gesagt – ein von Computern erzeugter Datensatz, den Nutzer online miteinander austauschen oder digital in einem “Wallet” (virtuelle Geldbörse) speichern können. Ein wesentliches Kennzeichen aller Kryptowährungen ist ihre fehlende Regulierung. Keine Zentralbank, die über die Währung wacht, kein Finanzamt, das Bitcoin-Gewinne für sich beanspruchen kann. Alle Transaktionen sind völlig anonym und deshalb bestens zur steuerfreien Geldanlage, der Geldwäsche oder Abwicklung dubioser Internetgeschäfte geeignet. Zudem gelingt es Hackern immer wieder, Handelsplattformen zu “knacken” und Bitcoins in Millionenhöhe zu stehlen. Eine dubiose aber dennoch faszinierende, neue Währungs-Welt, die auch Banken anzuziehen scheint.

Eine Mischung aus Angst vor dem “großen Unbekannten” und Geldgier treibt Geldhäuser wie Goldman Sachs und sogar die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zum Einstieg in die Cyberwährung. Einerseits, weil das Thema “Digitalisierung” in der Bankenwelt immer wichtiger wird und Banken den bargeldlosen, schnellen Zahlungsverkehr vorantreiben müssen. Andererseits, weil traditionelle Geldinstitute in Zeiten der Nullzinsen auf der Suche nach neuen Einnahmequellen sind. Bitcoin könnte da eine willkommene Portfolio-Bereicherung darstellen. Nur über das “Wie” der Implementierung herrscht momentan noch Unklarheit. Goldman Sachs erwägt zwar die Einrichtung eines neuen Geschäftsbereiches, der den Handel mit Kryptowährungen im Kundenauftrag abwickeln könnte, ist sich aber auch darüber im Klaren, dass das negative “Darknet”- Image auf das Geldinstitut abfärben könnte.

Wer profitiert?

Während Banken noch darüber nachdenken, wie sie Bitcoin in ihr Tagesgeschäft integrieren können, verdienen sich Handelsplattformen wie Bitcoin Group schon jetzt eine goldene Nase. Die Bitcoin Group SE betreibt unter bitcoin.de eine der führenden, deutschen Trading-Plattformen, deren Erfolg oder Misserfolg direkt an den Erfolg der Cyberwährung gekoppelt ist. Parallel zur Bitcoin-Hausse gewann auch die Aktie der Bitcoin Group seit Jahresbeginn über 900 Prozent an Wert, musste aber in jüngster Zeit auch kräftige Rücksetzer aufgrund der stets schwankenden Nachrichtenlage hinnehmen. Mal prophezeien Insider das baldige Ende der Digitalwährung, mal stehen Bitcoin und Co. kurz vor dem Durchbruch zur etablierten Währung. Alles in allem bleiben sowohl Bitcoin als auch Bitcoin Group hochspekulative Investments, deren Zukunft selbst die gewieftesten Börsianern nicht vorhersehen können.

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VW will hoch hinaus

bus-1Vor rund einem Jahr dachte ich: Ohoh, das wird nix mehr mit Volkswagen. Der Dieselgate-Skandal, bei dem VW den Umweltbehörden falsche Abgaswerte vorgegaukelt hat, hätte dem Konzern gut und gern das Genick brechen können.

Ein Software-Trick sorgte dafür, dass die Abgasreinigung nach 22 Minuten abgeschaltet wurde. Warum nach 22 Minuten? Weil die Sitzheizung sonst meinen Allerwertesten verglüht hätte? Nee, die Abgas-Tests der US- Umweltbehörden dauern im Schnitt knapp 20 Minuten. In dieser Zeit war alles sauber im Auspuff, danach wurde es toxisch.

Imagekiller: Diesel

VW erzählte in den USA erst “it wasn’t me!”, versuchte es dann mit arroganten Ausreden und bekannte sich erst zu seinem Vergehen, als die Tricksereien echt nicht mehr zu leugnen waren. Die Amis waren von dieser Taktik not amused und die VW-Verkaufszahlen brachen ein.

Die Diesel stehen schon seit Herbst 2015 nicht mehr beim Dealer im Hof und sollen, wie heute bekannt wurde, ganz aus dem US-Modellprogramm verschwinden. Stattdessen gibts den amerikanischen Traum in Form von besonders umweltschonenden (*zwinker*) SUVs und großen Limousinen- mit Benzinmotor, versteht sich.

Highway from hell: Der Weg aus der Krise

Bei einem Skandal, der VW weit über 15 Milliarden Euro kosten wird, muss der Konzern einmal kräftig auf den “Reset”-Knopf drücken. Aufräumen ist angesagt! Insidern zufolge plant Volkswagen über 23.000 Stellenstreichungen, setzt voll auf den E-Auto-Trend und sucht sich ein neues Image: Man wolle nicht mehr arrogant sein, aber trotzdem der Größte, sagt VW-Markenchef Herbert Diess. Aha. Klingt in meinen Ohren immer noch ziemlich überheblich.

Warum ist die Aktie trotzdem ein Hottie?

Zum einen, weil die Aktionäre und VW-Fans ein bisschen blauäugig hinterm Steuer sitzen und auf das Gute im Konzern vertrauen, zum anderen, weil die “Goldmännchen” heute nachgeholfen haben.

Die Investment-Experten von Goldman Sachs analysierten Auto-Aktien von VW, Daimler und BMW und gaben Volkswagen überraschend die Bestnote. Während sich Daimler und BMW wegen schlapper Gewinnaussichten mit einem “Neutral” begnügen mussten, bekam VW einen fetten “Buy”-Stempel aufgedrückt. Goldman denkt, dass Volkswagen die Dielselgate-Kosten jetzt im Griff hat und fit für die Zukunft ist.

Mich juckt schon der Daumen: Ist die VW-Aktie mit einem Preis von 122 Euro vielleicht ein echtes Schnäppchen? In jeder Krise steckt eine Chance..jaja, also dann ran an die Knöpfe und Happy Trading!

VW will hoch hinaus