Der Wochenausblick: Volltreffer!

Die-Pute-von-Panem-Einfach-nur-bloed1_image_630_420f_wnWas für ein Marathon! Inspiriert vom wahrscheinlichen Wahlsieg des EU-Freundes Emmanuel Macron gewann der Dax in den vergangenen neun Handelstagen ganze sechs Prozent an Wert und startete heute mit einem Plus von rund 0,3 Prozent in den Tag. Eigentlich ein Grund zum Jubeln, doch sowohl in Frankreich, als auch an den Märkten hält sich der Freudentaumel in Grenzen. Trotz aller Kursgewinne spekulieren viele Skeptiker darauf, dass Anleger bald “Kasse machen” und der Börse eine Verschnaufpause bescheren könnten. Wer behält Recht? Die ewigen Pessimisten oder die “Viva la France”-Fankurve?

Befragen wir doch mal die guten, alten Börsenweisheiten… Gleich zwei Regeln raten zu einem vorübergehenden Rückzug vom Aktienmarkt. Ob das wirklich eine so gute Idee ist?

“Sell in may and go away…

…but remember to come back in September”. Saisonalität. Viele Börsianer schwören auf Ratschläge wie diese und richten ihre Anlagestrategie danach aus. Im Mai raus aus den Aktien, im September wieder rein. Keine besonders rentable Vorgehensweise, wie die Vergangenheit zeigt. Zum einen freut sich Ihre Investmentbank über die anfallenden Gebühren, die Sie für die “Umschichtung” bezahlen, zum anderen gehen Ihnen vermutlich ein paar Prozent Rendite verloren. Tatsächlich gibt es nämlich einige wissenschaftliche Studien die belegen, dass die Sommermonate statistisch gesehen nicht schlechter sind, als die Wintermonate. Mit einer, alle vier Jahre wiederkehrenden, Ausnahme: Dem Jahr vor der US-Präsidentschaftswahl, in dem der Dow Jones im Winter eine bessere Performance zeigt, als im Sommer nach der US-Wahl.

Glaubt man der Theorie, so könnten die Sommermonate 2017 unter keinem guten Stern stehen. Könnten. Denn dieses Jahr steckt voll Überraschungen. Viele Börsianer warnten bereits nach dem Wahlsieg des US-Präsidenten Trump vor dem “Crash”, der nicht kam. Ganz im Gegenteil: Seit Jahresanfang gewann der Dax rund 10,8 Prozent an Wert. Ob die Frankreich-Wahl an der Rekordlaune unseres Leitindex etwas ändern wird?

“Buy the rumour, sell the news”

Vielleicht, wenn Börsenweisheit Nummer zwei den Realitätstest besteht. Bekanntlich wird an der Börse die Zukunft gehandelt. Diesem Umstand war auch der Aktien-Boom der französischen Wahlkampf-Periode zu Danken, der als verfrühte Erleichterungsrally aufgrund des erwarteten Wahlsiegs (“rumour”) von Emmanuel Macron betrachtet werden kann. Die Börse lag also schon vergangene Woche im Vor-Freudentaumel und könnte diese Woche, nach den “news” der Frankreichwahl, an Euphorie verlieren.

Fundamental viel Neues

Börsenweisheiten hin oder her, auf Eines können wir uns verlassen: Die Börse strebt nach Größerem. Solange die Wirtschaft wächst, solange machen Unternehmen Gewinn und geben den Märkten mit guten Bilanzkennzahlen frische Impulse. Sowohl amerikanische als auch europäische Firmen gewähren uns in den kommenden Tagen einen Blick in ihre Bücher. Für Bewegung auf dem Parkett könnten folgende Kandidaten sorgen, die teils auch zu unseren boerse.de-Champions-Aktien zählen:

Dienstag:

Commerzbank, K+S, Eon, ElringKlinger, Zalando, Walt Disney, News Corp, NVIDIA, Electronic Arts

Mittwoch:

HeidelbergCement, Carl Zeiss Meditec, AXA, ING, Evotec, Toyota, Leonk, 21st Century Fox

Donnerstag:

Deutsche Post, Deutsche Telekom, Nordex, Lanxess, Henkel, ProSiebenSat.1, Nissan

Freitag:

Innogy, Allianz, Thyssenkrupp, ArcelorMittal, Hapag-Lloyd

Ich wünsche Ihnen gute Nerven und eine erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

Advertisements
Der Wochenausblick: Volltreffer!

Das Wort zum Wochenende: Nur keine Panik! Warum wir von politischen Börsen langfristig sogar profitieren

trump-2171739_960_720Unsere treuen Leserinnen und Leser kennen sicher schon ein paar der boerse.de-Kernaussagen. Einer meiner Favoriten, der mich in den vergangenen Monaten vor so manchem Panik-Verkauf bewahrte, lautet: “Jede Börsenkrise wird wieder aufgeholt”. Mit diesen Worten im Hinterkopf lassen sich auch die gegenwärtigen, meist politisch motivierten Kursturbulenzen ganz beruhigt “aussitzen”. Denn wer stoisch auf die Wachstumskraft der Börse vertraut, den bringen ein paar Schlagzeilen nicht aus dem Konzept. Scheuklappen aufsetzen und durch!

Dagegen könnten Börsen-Neulinge Überschriften wie “Wann kommt der Trump-Crash?” oder “Brexit! Jetzt brechen alle Dämme” zu viel Bedeutung schenken. Mit der Konsequenz, dass verunsicherte Anleger ihre Firmenanteile aus blanker Verlustangst zu einem vielleicht ungünstigen Zeitpunkt verkaufen, anstatt die Kurz-Krise einfach auszusitzen.

Skeptiker fragen sich vielleicht, ob die Warnungen der Weltpresse vor politisch motivierten Börsen-Crashs nicht doch ihre Daseinsberechtigung haben. Wie die Historie uns lehrt, gab es Korrekturen zuhauf, existenzielle Crashs ohne anschließendem Aufschwung dagegen nicht.

Ein Blick in die Geschichtsbücher

Vielleicht erinnern Sie sich noch mit Schrecken an den 11. September 2001. Damals, kurz nach dem fürchterlichen Terroranschlag in New York, verlor der Dax im Handelsverlauf fast elf Prozent. Die Wall Street, in unmittelbarer Nähe des World Trade Centers gelegen, blieb vier Tage lang geschlossen und ging am ersten Handelstag um gut sieben Prozent in die Knie. Viele Marktteilnehmer befürchteten die ganz große Korrektur, den Mega-Crash. Doch dem war nicht so. Die Börsenbarometer erholten sich wie Stehaufmännchen und der Dow Jones stand schon Ende Oktober auf einem ähnlichen Niveau, wie vor der entsetzlichen Katastrophe.

Diesmal ist alles anders?

Ob Brexit, Trump, Syrien-Konflikt, das türkische Verfassungsreferendum oder die französische Präsidentschaftswahl: Seit Monaten dominieren politische Ereignisse die Stimmung der Börsianer. Nervosität prägt das Geschehen und dieser labile Zustand spiegelt sich auch in den Kursen wider, die äußerst volatil, sprich: schwankungsanfällig, sind. Doch von einer massiven Korrektur keine Spur. Ganz im Gegenteil! Unser heimischer Leitindex gewann trotz Trumponomics, Terror und Türkei innerhalb der vergangenen zwölf Monate fast 21 Prozent an Wert und sein amerikanisches Pendant, der Dow Jones, punktete mit Plus 16,3 Prozent.

Prognosen und Irrtümer

Skeptiker vertrauen häufig lieber statistischen Erhebungen, als der Börse selbst und lagen damit in der jüngsten Vergangenheit gründlich daneben. Erinnern Sie sich an die Hochrechnungen vor dem EU-Referendum der Briten? Oder an die Prognosen im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl? Innerhalb weniger Monate irrten sich die Statistiker gleich zweimal und führten zahlen fixierte Trader weltweit in die Irre. In beiden Fällen reagierten die Kurse empfindlich auf das überraschende Ergebnis, doch statt des befürchteten Crashs blieb es bei einem kurzen Schock, von dem sich die Märkte rasch wieder erholten. Sie sehen, selbst Fehlprognosen haben langfristig keine fatalen Auswirkungen und können, wie im Fall der US-Wahl, sogar neue Anlagechancen eröffnen.

Die Börse läuft und läuft

Die gern zitierte Börsenweisheit: “Politische Börsen haben kurze Beine” hat nichts an Aktualität eingebüßt, auch wenn manche “Experten” das Gegenteil behaupten. Solange sich die Erde dreht, solange strebt die Menschheit nach Erfolg und Fortschritt. Gelegentliche Rücksetzer und “Verschnaufpausen” sind dabei völlig normal und natürlich und sollten nicht als Sprungbrett, sondern als Einstiegs- oder Zukauf-Chancen genutzt werden.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende und verabschiede mich heute mit einem Zitat des Star-Investors Warren Buffett: “Betrachten Sie die Schwankungen des Aktienmarktes als Ihren Freund und nicht als Ihren Feind. Profitieren Sie von der Torheit Anderer, statt an ihr teilzunehmen.”

Ihre Miss boerse.de

Das Wort zum Wochenende: Nur keine Panik! Warum wir von politischen Börsen langfristig sogar profitieren

Fly me to the sky, SAP!

Willkommen zur Afterhour! Nach dem Motto: “Nach der Party ist vor der Party” winken wir einmal lässig in Richtung Emmanuel Macron. Dem französische Präsidentschaftskandidat mit dem oh là là-Siegerlächeln, dem seit gestern die (Börsen-) Welt zu Füßen liegt.

Er gilt als Freund der EU und wird vermutlich alles daran tun, um einen “Frexit” zu verhindern. Gut für die Wirtschaft, gut für uns BUXies. Unsere Germany 30 jubelten deshalb “Merci, Macron!” und markierten mit 12.455 Punkten und einem Plus von über drei Prozent ein neues Alltime-High. Yeah! War das der Startschuss für die Sommer-Börsenrally Frankreich-Frankfurt?

Maybe, baby. Die Zeichen stehen jedenfalls auf “Go!” und die aktuelle Bilanz-Saison, in der Unternehmen die Ergebnisse der vergangenen Monate präsentieren, könnte dem Aktien-Hype noch einen extra Boost verleihen. Während sich diese Woche US-Unternehmen wie Alphabet, Microsoft oder Twitter auf Bilanz-Pressekonferenzen die Klinke in die Hand geben, stehen die deutschen Firmen noch in den Startlöchern. Doch heute kommt auch bei uns Schwung in die Einzelwerte…

Unnützes Wissen

Wer braucht schon Wall Street? Wir haben Walldorf! Stammsitz des SAP-Konzerns, der heute morgen Zahlen der vergangenen drei Monate präsentierte. Und was haben die zwei W’s gemeinsam? Richtig: Den Sellerie-Salat. Der verdankt seinen Namen nämlich dem legendären New Yorker Waldorf-Hotel und einem glücklichen Zufall: Zwei Auswanderer aus dem badischen Walldorf namens Astor tauften sowohl den Salat, als auch die Hotelkette Waldorf-Astoria. Ein “l” fiel wohl dem Slang zum Opfer, well…

Dank des Softwareriesen SAP ist die baden-württembergische Kleinstadt zu einer der reichsten Gemeinden Deutschlands geworden. Silicon Walldorf ist ein Hightech-Standort voll mit Nerds in Hipster-Uniform, Tennisplätzen und E-Autos. Eine Miniaturausführung des kalifornischen Silicon Valley, sozusagen.

Mehr geht nicht mehr

Doch. Denn über dem Schwabenländle kursiert eine ganz besondere Wolke, die für regelmäßigen Geldregen sorgt: Die “Cloud”. In der Datenwolke können SAP-Kunden teure Software für billiges Geld mieten, statt sie zu kaufen. Ein smartes Abo-Modell, mit dem Zeitungen, Fitnessstudios und Telcos schon seit Jahrzehnten üppig Geld verdienen und das bei SAP für über 30 Prozent Wachstum in der Cloud-Sparte sorgte. Auch das „altmodische“ Geschäft mit Softwarelizenzen boomt und das, obwohl der Konzern diese Sparte kaum noch pusht. Die Lizenserlöse übertrafen sogar die Erwartungen der Analysten: SAP verdiente an ihnen 691 Millionen Euro und damit weit mehr als die prognostizierten 641 Millionen.

Einziges Regenwölkchen am blauen SAP-Himmel: Aufgrund der gestiegenen Personalkosten sank der Nettogewinn der Schwaben um neun Prozent. Die Mitarbeiter profitieren nämlich von einem „aktienbasierten Vergütungssystem“. Sprich: Je höher der Aktienkurs, desto größer das Plus auf deren Gehaltszettel. Ein nettes „Extra“, das SAP sich einiges kosten läßt.

Durchaus möglich also, dass SAP-Chef Bill McDermott heute seine Pole-Position als DAX-Spitzenverdiener ausbaut und sich vom Geldregen aus der Datenwolke berieseln lässt. Ihr wollt auch ein Stück vom käuflichen Glück? Dann mal ran an die Knöpfe, the sky is the limit.. Happy Trading!

Fly me to the sky, SAP!

Die Börse im Zeichen Frankreichs

peaceNormalerweise versuche ich, euch an dieser Stelle mit einem witzigen Montag Morgen Artikel den Start in die Woche zu versüßen. Doch der spaßige “Tone of Voice”, den wir normalerweise anschlagen, scheint heute, nach einem Wochenende im Zeichen des Terrors, mehr als unangebracht. Ich hoffe, dass ihr und eure Familien und Freunde nicht von der Tragödie in Paris betroffen seid und spreche im Namen des gesamten BUX-Teams unser Mitgefühl für die Betroffenen der Anschläge aus.

Angesichts solcher Dramen verlieren Themen aus der Finanzwelt völlig an Bedeutung. Das Materielle tritt in den Hintergrund und schafft Platz für die essentiellen Probleme, die Europa und die Welt derzeit in Atem halten. Dennoch werde ich versuchen, euch einen kurzen Überblick über die Entwicklungen auf den Finanzmärkten zu geben. Die Pariser Börse Euronext öffnet heute wie gewohnt ihre Türen und bekräftigt in einer Stellungnahme, dem Terror trotzen zu wollen. Wir zeigen uns solidarisch.

Die letzte Börsenwoche stand im Zeichen des Streiks. Bei der Lufthansa blieben Flieger und Bemannung am Boden und zogen den Aktienkurs gleich mit runter. Wie es mit den Anteilen der LH weitergeht, ist derzeit ebenso unklar wie der schwelende Konflikt zwischen dem Konzern und der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo. Momentan freuen sich Passagiere wieder über planmäßige Abflugzeiten doch es ist nicht ausgeschlossen, dass kommende Woche wieder ein unbekanntes Flugobjekt für Stress am Himmel und auf Erden sorgt. Bei der Lufthansa gilt derzeit: Nach dem Streik ist vor dem Streik.

Auch unsere Deutschland 30 (DAX Werte) traten nach 4 Wochen Steigflug kräftig auf die Bremse und sackten  in der abgelaufenen Woche um 2,5 Prozent ein.

Geht uns jetzt die erhoffte Herbstrally flöten, oder handelt es sich nur im Gewinnmitnahmen von Anlegern, die in den letzten Wochen ordentlich Kasse gemacht haben und vor der möglichen Zinswende im Advent noch ihre Schäfchen in den trockenen Stall bringen wollen?

Die Börse hierzulande könnte sich diese Woche- auch aufgrund der Anschläge in Paris- ruhig zeigen. Die Berichtsaison der großen, deutschen Unternehmen ist weitgehend abgelaufen. Nur Nachzügler ThyssenKrupp präsentiert am Donnerstag noch seine Quartalszahlen.

Das Stahlunternehmen gehört 2015 zu den vier schlechtesten DAX-Performern. Der Schuldige ist wie so oft mal wieder China. Billigstahl aus Fernost überschwemmt derzeit den europäischen Markt und sorgt für Dumpingpreise, bei denen Made in Germany Stahlbauer wie ThyssenKrupp nicht mithalten können. Während sich die Politik um eine Lösung bemüht, bleibt den Stahlbauern nur der Gesund-Schrumpf-Kurs. Stellenabbau ist keine tragkräftige Zukunftsstrategie, könnte ThyssenKrupp am Donnerstag aber zumindest vor einem Bilanz-Desaster bewahren.

Und dann erwartet Frankfurt noch hoher Besuch auch Bella Italia: unser alter Bekannter und Notenbanker Mario Draghi trifft sich mit der Finanzelite zur “Euro-Finance-Week”. Dort diskutiert man dann in illustrer Runde über die Frage: Wie sollen Banken im Zeitalter der Nullzinsen überhaupt noch Geld verdienen?

Vermutlich tritt diese Frage angesichts der Anschläge von Paris in den Hintergrund. Experten rechnen mit Verlusten an den europäischen Börsen, da weltpolitische Fragen die Stimmung negativ beeinflussen könnten.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

Die Börse im Zeichen Frankreichs