Unsere Börsenwoche: Die fünfte Jahreszeit

hat-2016797_960_720Die Stimmung an der deutschen Börse passte vergangene Woche nicht so recht zur “närrischen” Jahreszeit. Während in den Karnevalshochburgen die Jecken durch die Straßen zogen, wollte in Frankfurt einfach keine Stimmung aufkommen. Unser heimischer Leitindex Dax blieb in der Horizontalen und beendete eine ereignislose Börsenwoche mit 11.757 Punkten – lediglich 90 Punkte mehr als am Freitag zuvor.

Angesichts der Kurslethargie der vergangenen Handelstage wären ein paar “frische Impulse” aus den USA, wo noch stets die Trump-Euphorie die Kurse zwitschern lässt, mehr als willkommen. Doch Pustekuchen: An der Wall Street bleiben die Bürgersteige heute, an Georg Washingtons Geburtstag, hochgeklappt. Ein Fest, das seit der Präsidentschaft von “Mr. T” zwiespältige Gefühle bei der amerikanischen Gesellschaft auslösen dürfte. Der erste Präsident der USA war ein Mann, der “alle Herzen vereinte”. Eine Umschreibung, die auf Donald Tramp wohl kaum zutrifft.

Aus den Vereinigten Staaten weht also zumindest heute kein frischer Wind nach Europa. Fehlende US-Impulse bedeuten aber nicht automatisch, dass sich an “unseren Börsen” nichts tut, ganz im Gegenteil. Die “fünfte Jahreszeit” hat in der Finanzwelt nämlich noch eine andere Bedeutung: Sie steht Synonym für die “verrückte” Berichtssaison, die alle drei Monate die Kurse zum Schwanken bringt. Wenn börsennotierte Unternehmen ihre Bilanzen öffnen, droht Anlegern häufig eine Überraschung. Mal positiv, mal negativ – je nachdem, in welchem Maße ein Unternehmen die Erwartungen des Marktes erfüllt, übertrifft, oder enttäuscht. Dabei ist der erste Bilanz-Termin eines Jahres immer besonders bedeutungsvoll. Zum einen, weil dann die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres publiziert werden, zum anderen, weil börsennotierte, deutsche Unternehmen ihre Dividenden bekannt geben.

Während sich die Quartalssaison in Amerika langsam dem Ende zuneigt, stehen in Europa noch zahlreiche Börsen-Schwergewichte auf der Agenda. Darunter auch zwei Mitglieder des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI): Sowohl Fresenius (Dienstag) als auch British American Tabacco (Donnerstag) lassen uns einen Blick in ihre Bilanzbücher werfen.
Ein deutsches Gesundheitsunternehmen und ein englischer Tabakkonzern in einem Index? Passt das denn zusammen? Ganz bestimmt sogar, denn beide Branchen erwiesen sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre als besonders wachstumsstark und risikoarm. Aufgrund dieser Qualitätsmerkmale und einer herausragenden Kursperformance von +309 Prozent (Fresenius) und  +213 Prozent (B.A.T) qualifizierten sich die Werte für den BCDI-Index, mit dem auch Sie an der Wertentwicklung von Unternehmen aus der Nahrungs-, Genussmittel-, und Gesundheitsindustrie teilhaben können.

In starkem Kontrast zu den “soliden” Werten des BDCI stehen zwei Bilanz-Kandidaten aus den USA: Der “Activity Tracker”- Produzent Fitbit und die Elektroauto-Schmiede Tesla. Natürlich bin ich als Autor zur Objektivität verpflichtet, aber in diesem Fall muss ich bekennen, dass ich kein Freund von “Hype”-Aktien bin. Mit einer Investition in den E-Auto-Pionier Tesla ließen sich zugegebenermaßen schon viele Dollars verdienen, aber bei Oberklasse-Preisen, einem “visionären” Geschäftsführer und andauernder Sicherheits-Zweifel ist Tesla keine Aktie, die mich ruhig schlafen ließe.

Hätte ich mein Geld in die “trendy” Fitbit-Aktie investiert, so wäre ich chronisch übermüdet und fast pleite. Die Aktie des Fitnessarmband-Herstellers, der unter der starken Konkurrenz von Apple, Samsung oder Xiaomi leidet, verlor im vergangenen Jahr satte 57 Prozent an Wert. Ein Verlust, der selbst den Herzschlagmesser an den Rand seiner Kapazitäten gebracht hat.

Sie finden mehr Gefallen an risikoarmen Investments, als an der turbulenten Tesla-Aktie oder dem kraftlosen Fitbit-Papier? Dann werfen Sie doch mal einen Blick auf den BCDI, dem Index der zehn Top-Defensiv-Champions, der Sie auch in der “fünften Jahreszeit” ruhig schlafen lässt.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Unsere-Boersenwoche-Die-fuenfte-Jahreszeit-von-Miss-boersede/7742697

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Unsere Börsenwoche: Die fünfte Jahreszeit

Schlappe Aussichten für Fitbit?

fitbitNach meinem Amazon-Bekenntnis noch eine Beichte in den letzten Tagen des Jahres 2015. Ich kenne Fitbit nicht. Was machen die eigentlich? Müsli? Autoteile? Hardware? Schuhe? Google sei Dank, weiß ich mittlerweile: Fitbit macht Fitnessuhren (“Aktivitäts Tracker”) und dazu passende Apps, die dein komplettes Leben durchleuchten. Während Google sich mit Daten zu deinen Email-Kontakten, Lieblings-Stars und Unterwäschemarken begnügt, trackt Fitbit dein mehr oder minder aktives Dasein.

Treppenschritte, Pulsfrequenz, Ernährung, Schlafgewohnheiten, JoJo-Kilos: alles wird in dem uhrenähnlichen Ding aufgezeichnet. Ich frage mich ja schon: will ich das alles wissen? Ist das Leben nicht datenbeladen genug? Und will ich meinen Biorhythmus, meine durchzechten Nächte und Schokoladen-Orgien mit einem amerikanischen Unternehmen teilen, das mein Intimleben auf irgendwelchen Serverfarmen abspeichert?

Aber gut, vielleicht muss ich Fitbit auch einfach mal eine Chance geben, denn 4,7 Millionen verkaufte “Wearables” allein im dritten Quartal diesen Jahres können nicht lügen, oder? Die Amerikaner stehen damit sogar auf Platz 1 der Smartwatches-Anbieter, noch vor Apple und Samsung.

Weltweit wurden im letzten Quartal weltweit 21 Millionen Wearables verkauft, ein Anstieg von 197 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einige Marktforscher rechnen sogar für 2019 mit jährlich 126 Millionen verkauften Geräten weltweit- ein gigantischer Zukunftsmarkt.

Wird Fitbit “the next big thing” an der Wall Street oder könnte dem Armbändchen-Hersteller ähnlich wie GoPro (2015: Minus 70 Prozent) die Puste ausgehen? Seit seinem Börsengang im Juni diesen Jahres ähnelt der Kursverlauf meinem Pulsschlag beim Spinning. Am Anfang geht es steil nach oben, dann steil bergab, wieder ein leichter Peak und auf der Zielgeraden? Macht der Fitbit Kurs schlapp. Rund 27 Euro ist das Papier noch wert, im August waren es noch 45 Euro.

Doch woher kommt die magere Performance des Sportarmbands? An den Umsätzen kanns nicht liegen, denn Fitbit’s Umsatz sprang im dritten Quartal von 153 auf 409 Millionen Dollar.
Der Erfolg hatte aber seinen Preis. Explodierende Marketingkosten, mehr Angestellte, höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung. An diesem ganzen Kosten-Paket hat Fitbit schwer zu schleppen und verdient sogar unterm Strich weniger als im letzten Jahr.

Fitbit war am Weihnachtsabend die meist gedownloadete App im Appstore. Ob sich die Beschenkten über ihre Fitbit auch gefreut haben (Liebling, für deine guten Vorsätze im neuen Jahr…) weiß ich nicht, aber ein vielversprechender Sales-Indikator ist das natürlich trotzdem.

Für mich klingt Fitbit nach einem Hype mit begrenztem Haltbarkeitsdatum. Was meint ihr BUXers? Hat Fitbit eine Chance gegen Pulsmesser und Schrittzähler, Apples und Samsungs?

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/schlappe-aussichten-fuer-fitbit/

Schlappe Aussichten für Fitbit?