Lufthansa: billiger ist nicht immer besser

pam-ann-first-crass1Psst…für die flotten Finger unter euch gibt’s heute Mittag um 13.00 Uhr ein ganz heißes Date mit eurer Lieblingsapp! Lufthansa veröffentlicht um diese Zeit Verkehrszahlen des vergangenen Monats. News, die die Aktie auf Wolke 7 katapultieren könnten. Konjunktiv! Bevor ihr jetzt vorschnell den Trade-Button drückt, schauen wir uns mal lieber die “ins and outs” des Überflieger-Papiers an.

Billig macht willig

Ticketkäufer ticken anders als Kunden anderer Branchen. In der Luftfahrt zählt momentan einzig und allein der Preis pro Flugstrecke. Den meisten Passagieren ist es völlig egal, ob die Stewardess irgendwie freundlich rüberkommt und einen im Ernstfall über die Notrutsche lotsen könnte, obs Gratis-Brötchen, oder wenigstens einen Plastikbecher Wasser gibt. Nein, wir wollen billig nach Malle. Und das notfalls auch mit Hamptidamti-Airways.

Die LH ist vielleicht nicht unbedingt ein Preisbrecher, hat aber zwei Mega-Trümpfe in der Hand, die der Kranich-Aktie in den vergangenen zwölf Monate ein Kursplus von über 60 Prozent bescherten: Ihre Monopolstellung auf vielen Strecken und das “langweilig” und herrlich beruhigende “Made in Germany”-Qualitätsimage. Doch ob die Lufthansa damit auch langfristig auf Steigflug bleiben wird?

Bruchpilot à la Airberlin…

Airberlin zeigt, wie’s nicht geht: die Billigairline steckt schon seit 2008 so tief in den Roten, dass ihr jetzt vielleicht sogar Vater Staat unter die Flügel greifen muss. Deutschlands zweitgrößter Airline fehlt ein “tragfähiges” Zukunftskonzept. Sie steht so schlecht da, dass jetzt sogar Großaktionär Etihad den Schleudersitz auslösen will: Die Araber planen den Verkauf ihrer 29,2 Prozent Airberlin-Anteile und was denkt ihr, welcher Aasgeier bereits über der sterbenden Beute kreist? Richtig: die Lufthansa.

…oder Ryanair-Highfly?

Der irische Preisbrecher ist in der Luftfahrtindustrie sowas wie Primark in der Modebranche: Ryanair ist billiger als billig und bietet Flüge zum Preis einer Jumbo-Pizza. Klar, dass die Maschinen bummvoll sind und sich CEO Michael O’Leary täglich seinen Jubo krault. Eine Bedrohung für die LH? Schon möglich, vielleicht aber auch nicht. Denn wer sagt, dass am Himmel kein Platz für zwei Hirsche ist? Primark hat es schließlich auch nicht geschafft, Zara und Co. aus dem Markt zu drängen, ganz im Gegenteil.

So ihr BUXies, jetzt sitzt ihr am Lufthansa-Knüppel: Rauf oder runter, welche Flugrichtung ist heute angesagt? Happy Trading!

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Lufthansa: billiger ist nicht immer besser

Lufthansa greift Air Berlin unter die Flügel

maxresdefault-1Das große Streichen hat begonnen. Erst setzte die Pleitegeier-Airline Air Berlin bei ihren Mitarbeitern den Rotstift an, dann griff Konkurrent Lufthansa zum Pinsel und übermalte die Heckflossen dreier Air Berlin-Jets mit Eurowings-Farben. Was geht?

Die Luft über den Wolken wird immer dünner. Zu viele Billig-Airlines drängen in den Luftraum etablierter (sprich: teurer) Gesellschaften wie unserer Lufthansa und machen mit Dumping-Ticketpreisen Jagd auf deren Passagiere. Der Kampf der Giganten gegen die Newbies führt dazu, dass Airlines mit Stellenstreichungen, Lohnkürzungen und Fusionen versuchen, ihren Platz am Gate zu verteidigen.

Lufthansa geht jetzt sogar noch einen Schritt weiter und greift seinem Erzrivalen Air Berlin unter die Flügel. Die Kranich-Airline lässt das letzte Fünkchen Selbstachtung auf der Strecke und rettet den angeschlagenen Konkurrenten vor der Insolvenz, indem sie Flugzeuge von Air Berlin mietet oder kauft. Das bedeutet: Frische Kohle auf dem Konto der Berliner und zusätzlich noch nette “Einsparungseffekte” in den Bereichen Personal, Wartung und Bordverpflegung. Strange, oder? Sollte sich die LH nicht darüber freuen, dass ein Rivale die Flügel hängen lässt?

Nope. Denn die Fressfeinde Ryanair und Easyjet liegen schon auf der Lauer. Sobald Air Berlin vom Himmel trudelt, wittern die Billigflieger ihre Chance auf neue Strecken und mehr Marktanteile und könnten in die Lücke springen. Das will Lufthansa, die mit Eurowings selbst auf den Markt der Lowcost-Airlines drängt, mit allen Mitteln verhindern.

Eine Übernahme von Air Berlin war wettbewerbstechnisch irgendwie schwierig und so rief die LH den Plan-B aus: Flugzeuge und Besatzung leasen bzw. kaufen, umlackieren und unter dem Namen Eurowings für sich fliegen lassen. Bisschen kompliziert, aber total legal.

Die kostspielige Vorbereitung auf den FallX will den Anlegern heute nicht so recht schmecken. Sie schicken das LH-Papier mit Minus 0,45 Prozent in die roten Zahlen. Ach komm, seid doch mal optimistisch! Vielleicht gibts auf der Strecke München- Hamburg statt nem Butterbrot schon bald ein leckeres Falafel-Sandwich des Air Berlin-Eigentümers Etihad Airways?

Lufthansa greift Air Berlin unter die Flügel

Easyjet hat sich in Air Berlin verguckt

airplane loveGestern flirtete unser DAX den ganzen Tag mit der magischen 10.000 Punkte-Grenze. Und ich mit meiner neuen Flamme! Aber lassen wir den Privatkram eurer Autorin mal bei Seite, ist auch noch zu früh heute für Dating-Details.. Während ich mich über mangelnde Spannung nicht beklagen kann, geht auch an der Börse heute so einiges. Zalando feiert seinen “Capital Markets Day”, so eine Art Info-Party für Investoren, Nike präsentiert heute Abend seine Q3 Zahlen und es gibt frischgedruckte News aus der Flugbranche.

Gestern Nachmittag machten Gerüchte die Runde, dass Easyjet seine Flügel nach Air Berlin ausstrecken könnte. Erst spekulierte unsere geliebte “BILD” über einen Einstieg der Engländer bei der angeschlagenen, deutschen Billig-Airline und wenig später tuschelte die gesamte deutsche Presse über eine mögliche Fusion, die die Konzerne allerdings nicht bestätigen wollten.

Sinn machen würde die neue Easy-Berlin oder Jet-Air oder wie auch immer Airline allerdings schon. Bei Air Berlin stehen schon seit Langem die Zeichen auf Sinkflug. Die Fluggesellschaft, die sich schon zu knapp 30 Prozent in den Händen der arabischen Etihad befindet, kriegt einfach die Kurve nicht. Während Ryanair und Co. stets neue Passagier-Rekorde einfliegen, rotieren die Deutschen immer noch in den roten Zahlen. Wie hoch das Minus in der Kasse von Air Berlin 2015 ausfiel, wird erst am 28. April mit der Vorlage der Jahreszahlen bekanntgegeben. Bereits nach neun Monaten 2015 betrug der Nettoverlust 191 Millionen Euro- wer da noch an das Glück über den Wolken glaubt, ist echt schwer manisch unterwegs.

Kann Easyjet die deutsche Airline retten und damit der Billigbomber-Konkurrenz von Ryanair eine Nase lang voraus fliegen? Ich bin gespannt, ob aus dem Getuschel heute handfeste Börsen-News werden. Ab 09.02Uhr sitzt ihr am Knüppel! Happy Trading!

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/easyjet-hat-sich-in-air-berlin-verguckt/

Easyjet hat sich in Air Berlin verguckt