RWE, E.ON und EnBW: Bei den Energieversorgern brennen die Sicherungen durch

power-poles-503935_960_720Die drei deutschen Versorger standen heute Morgen unter Hochspannung, denn um 09:30 Uhr schlug das Stündchen der Wahrheit: Das Bundesverfassungsgericht entschied über eine Steuerrückzahlung für die Energiekonzerne in Höhe von rund sechs Milliarden Euro. Und siehe da: das Gesetz wurde für nichtig erklärt! Da knallten die Korken in Stuttgart, Essen und Düsseldorf und der Aktienkurs der Energieriesen schoss innerhalb von Minuten aus der roten Verlust-Zone auf Rekordhochs. Doch wie kam es zu dieser historischen Entscheidung?

Da brennts!

Die sogenannte “Brennelementesteuer” stand heute in Karlsruhe am Pranger. Das sind Abgaben, die die drei Versorger seit 2011 zahlen mussten, wenn in Reaktoren ein neues Brennelement mit Plutonium oder Uran eingesetzt wurde. Ermöglicht wurden die Steuereinnahmen in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro pro Jahr durch das vom Bund beschlossene “Kernbrennstoffsteuergesetz”. Ein tolles Wort für Scrabble-Fans, ein Damoklesschwert für die Energiebranche, die ohnehin schon mit zahlreichen Baustellen zu kämpfen hat.

Die in den vergangenen Jahren stark gefallenen Strompreise, die wachsende Konkurrenz durch Ökostromanbieter, die in die Netze drängen und die hohen Kosten für die Energiewende – all das sind Stressfaktoren, die RWE und Co. tief in die roten Zahlen stürzten. Nach eigenen Angaben zahlte EnBW bis Ende 2016 rund 1,4 Milliarden Euro, E.ON 2,8 Milliarden Euro und RWE 1,7 Milliarden Euro ins Steuertöpfchen. Geld, das sie nun voraussichtlich zurückerhalten.

Alles rechtens?

Nein. Bereits 2012 reichte E.ON beim Finanzgericht Hamburg Klage gegen das 26 Buchstaben lange Gesetz ein, das die drei Energiekonzerne gegenüber der Konkurrenz, die keine Atomsteuer zahlen muss, finanziell benachteiligt. Angeblich hatte der Bund außerdem gar nicht die Kompetenz, eine solche Steuer einzuführen. Hamburg wandte sich an Karlsruhe und was folgte, war eine lange Stille. Die Konzerne mussten in den Folgejahren weiter bluten und der Staat kassierte bis heute für jedes Gramm Brennstoff 145 Euro. Doch damit ist es nun vorbei. Das Bundesverfassungsgericht kippte die Steuer als verfassungswidrig und die betroffenen Konzerne dürfen nun auf eine milliardenschwere Rückzahlung hoffen.

RWE-Aktie: Mal Top, mal Flop

RWE-Anleger mussten in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Leidensfähigkeit beweisen. Wie sonst lässt sich ein Wechselbad von teilweise über 40 Prozent Verlust pro Jahr (2014) und Renditen von Plus 54 Prozent (Year-to-Date) verkraften? Ein Tagesgewinn von momentan rund vier Prozent ist eine hübsche Rendite für kurzfristig orientierte Spekulanten, doch langfristig gesehen hat RWE nicht das Potential, das wir von einem boerse.de-Aktienbrief-Champion erwarten. Hätten Sie vor zehn Jahren in RWE investiert, so müssten Sie jetzt einen Verlust von 78 Prozent beklagen. Aktien der gesamten, im Wandel befindlichen Branche sind konjunkturabhängig, starken Schwankungen ausgesetzt und eignen sich deshalb höchstens zum “Zocken”, nicht aber für den langfristigen Vermögensaufbau. Schonen Sie Ihre Nerven und Ihr Depot und investieren Sie in den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI). Ein risikoarmes und dennoch renditestarkes Investment, mit dem Sie innerhalb von 35 Monaten 52,4 Prozent Rendite erzielt hätten. Soviel ist sicher!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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E.ON sieht rot

E.ON veröffentlicht Mittwochmorgen Jahreszahlen 2016. Ein Ereignis, das – zumindest zahlentechnisch – nicht übermäßig spannend ausfallen dürfte, denn dass der Energieversorger tief in den roten Zahlen steckt, ist bereits jetzt traurige Gewissheit. Schon in den ersten neun Monaten klaffte im Zahlenwerk der Essener ein 9,3 Milliarden tiefes Bilanzloch, zum Jahresende dürfte sich der Fehlbetrag Schätzungen zufolge auf 12,4 bis 14 Milliarden Euro belaufen.

Immerhin ein schwacher Trost: E.ON steht mit seiner Leidensgeschichte nicht alleine da. Ruhrpott-Kumpel RWE präsentierte heute Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr und verzeichnete einen neuen Negativ-Rekord. Unterm Strich stand 2016 ein Minus von 5,7 Milliarden Euro – der größte Verlust in der Firmengeschichte.

Atomausstieg
Das alte Sprichwort “geteiltes Leid ist halbes Leid” trifft auf die Versorger nur hinsichtlich der Kosten für die Energiewende zu. Für 23,55 Milliarden Euro “dürfen” sich die vier Energieriesen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall von den Risiken und Nebenwirkungen des Atomausstiegs “freikaufen”. Das Geld wandert in einen staatlichen Fonds, der die Zwischen- und Endlagerung der verstrahlten Altlasten managed. Davon entfallen rund zehn Milliarden Euro auf E.ON, die schon diesen Sommer fällig werden. Mit der Endlagerung allein ist es natürlich nicht getan. Auch die Stilllegung und der Abriss der Atommeiler hat seinen Preis und könnte die vier Versorger weitere 60 Milliarden Euro kosten.

Preisverfall
Ja, und wo bleiben die Einnahmen, um das ganze Debakel zu finanzieren? Unglücklicherweise scheint auch hier nur ein schwaches Licht am Ende des Tunnels. Hippe Ökostrom-Anbieter drängten konventionelle Stromerzeuger aus den Netzen und verursachten in den vergangenen Jahren einen gigantischen Preisrutsch für konventionell erzeugte Energie. Den wird die leichte Strompreiserhöhung 2017 nicht annähernd kompensieren können.

Neue Energiequelle?
Eine zukunftsträchtige Lösung für beide “Baustellen” zu finden, würde vermutlich viele Firmenchefs überfordern. E.ON-Boss Johannes Teyssen hat dann auch entweder ein besonders sonniges Gemüt oder einen extrem guten Motivations-Guru. Wie sonst lassen sich vier Milliardenverluste in einer Amtszeit verdauen? Bislang blieben Teyssens Wiederbelebungsversuche des akut kranken Konzerns weitgehend erfolglos. Gewagte Vorstöße in Regionen wie die Türkei oder Brasilien haben sich nicht ausgezahlt und die “Kernspaltung” des Unternehmens in alte (Uniper) und neue (E.ON) Energie ist umstritten. Zwar spielte Konkurrent RWE einen ähnlichen Schachzug, doch mit umgekehrter Rollenverteilung. RWE behielt das konventionelle Stromgeschäft und brachte die neue, schöne Ökostrom-Tochter Innogy an die Börse.

Welche Strategie sich letzten Endes beweisen wird, bleibt abzuwarten. Momentan deutet allerdings vieles auf einen Punktesieg für RWE: Der E.ON-Rivale sorgt heute mit seiner Gewinnperspektive fürs Geschäftsjahr 2017 für Jubel unter den Aktionären und einen Kursgewinn von zeitweise über acht Prozent.

Ob die E.ON-Anleger auf Tyssons Bilanzpräsentation morgen ähnlich enthusiastisch reagieren? Experten rechnen damit, dass der Energieriese Investoren mit einer Dividende von 20 Cent pro Aktie bei Laune zu halten probiert. Ein fraglicher Anreiz, zumal die Gewinnausschüttung im Vorjahr noch bei 50 Cent pro Anteilsschein lag… Bleibt noch die Hoffnung auf Besserung. Experten erwarten eine Stabilisierung der Strom-Großhandelspreise und robustere Geschäfte des Tochterunternehmens Uniper, von dem sich E.ON nach Ende 2017 trennen will.

Die gesamte Energiebranche steht schon lange unter Strom und Versorgeraktien frustrierten Investoren in den vergangenen zehn Jahren mit gigantischen Verlusten: E.ON mit -78,5 Prozent, RWE mit -82 Prozent. Da ist das kleine Kursgewinn-Trostpflaster heute nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie wäre es statt unrentabler Spekulationen mit einem devensiven Investment, das innerhalb der vergangenen zehn Jahre +274 Prozent Rendite errechnet? Der boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) setzt sich aus zehn “langweiligen” Einzelwerten mit solider Kurshistorie zusammen und eignet sich gerade deshalb bestens für den langfristigen Vermögensaufbau.

Ich wünsche ihnen einen entspannten, erfolgreichen, Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/EON-sieht-rot-von-Miss-boersede/7749380

Die Bringer der Woche: Weniger ist mehr

o-FORTUNE-COOKIE-RESOLUTIONS-facebookWie wärs, wenn wir uns einfach nochmal im Bett umdrehen und dem Rauschen unseres Kopfkissens lauschen würden? Ich hätte große Lust, heute mal Blau zu machen und mich vom Wochenende zu erholen. Nette Idee, wird aber nix. Mein Smartphone piept schon im Minutentakt und erinnert mich an mehr oder weniger wichtige Termine. Dagegen ähnelt  die Agenda der Finanzprofis diese Woche einem Sommerloch. Konjunkturdaten-Knaller wie “PMI verarbeitendes Gewerbe”, “Verbrauchervertrauen”, oder “Verkauf neuer Häuser” haben ungefähr den Thrill-Faktor eines Rosamunde Pilcher-Romans und die Quartalszahlen-Saison der Börsen-Unternehmen ist so gut wie beendet.

Uups, da hätte ich doch fast die drei Nachzügler der Woche übersehen: E.ON-Tochter Uniper, Medienkonzern Vivendi und Bergbau-Unternehmen Glencore kommen noch mit Halbjahreszahlen ums Eck! Wird ja fast noch hektisch heute, denn Uniper steht schon in den Startlöchern und wird uns noch vor Börsenstart ein Zahlen-Update präsentieren. Ohoh, trouble in the house! Die E.ON Tochter, die der Energiekonzern nur in die Welt setzte, um sein schmutziges Kohle- und Atomstrom- Business auszulagern, steckt tief in den Roten und es würde an ein Wunder grenzen, wenn Uniper, der / die / das im September an die Börse gebracht werden soll, heute für eine positive Überraschung sorgen würde. Da besuchen wir doch lieber http://www.uniper.de und lassen uns…ähm, stimulieren.

Prickelnd wirds am Mittwoch vermutlich für Glencore. Viele Experten fragen sich, ob es für Minen-Aktien aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise wieder Licht am Ende des Tunnels gibt. Der Schweizer Konzern stand in den letzten Monaten finanziell schwindelerregend dicht am Abgrund, hat aber durch Verkäufe und Einsparungen offenbar wieder Erde unter die Füße bekommen.

Und welcher treue Freund gibt uns diese Woche noch die Ehre? Ja logo, VW! Viele unserer Wolfsburger Freunde genießen bis auf weiteres Zwangs-Hitzefrei, da eine Zuliefer-Firma keine Sitzbezüge für Golf & Co. mehr ranschafft und damit die Produktion auf Eis liegt. Doof für die Aktie, die aufgrund der Streitigkeiten schon letzten Freitag um 3 Prozent in die Knie ging. Donnerstag steht dann noch eine Anhörung zum Thema US-Dieselgate bei Sunnyboy-Richter Charles Breyer auf dem Programm. Nachdem für VW’s mit kleinem Motor schon eine Einigung erzielt wurde und die Schummelmotörchen nachgerüstet werden dürfen, steht die Entscheidung für die rund 85 000 Dieselfahrzeuge mit 3,0-Liter-Motor noch aus. Was interessierts uns? Ne ganze Menge, denn einen alten Gaul in ein neues Gewand zu stecken ist für VW um einiges billiger, als die betroffenen Luxus-Kübel zu verschrotten, oder zurückzukaufen.

Ihr seht schon BUXers, a bisserl was geht immer. Schnappt euch noch ein Heißgetränk, ein Nutella-Brot, oder einen McCroissant und los gehts! Happy Trading!

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Die Bringer der Woche: Seifenoper

057acc0e73ce8651838f2261f7b3e4caDie erste Arbeitswoche nach dem Urlaub… Bestimmt hat auch einige von euch BUXern der Cold Turkey erwischt und ihr sitzt wie ich ziemlich gelähmt am Schreibtisch. So ein Urlaub soll ja total schlecht für die Gehirnzellen sein! Zu viel Alk, zu viel Langeweile, da klinken sich die grauen Zellen schnell mal aus. Ich tippe heute also im Zeitlupentempo und genehmige mir erstmal noch einen Coffein-Schock.
Glücklicherweise hat die Börse viel Ähnlichkeit mit GZSZ: Trotz einer Woche Abstinenz ist man nach ein paar Minuten wieder voll mit dabei. Sendung verpasst? Macht nichts, wir wagen nochmal einen kurzen Rückblick auf die letzte Woche. Die gute US-Wirtschaft und niedrige Zinsen in Amerika, Europa und dem Brexit-Kontinent England, waren fein für die Kurse. Offensichtlich haben viele Trader wieder mehr Vertrauen in die Konjunktur und kaufen lieber Aktien, als ihr Geld auf Sparbüchern zu parken, die weniger Rendite abwerfen, als ein Kaugummiautomat. Außerdem ist die Lieblings-Jahreszeit der Börsianer angebrochen: Die Bilanzsaison. Alle drei Monate öffnen börsennotierte Unternehmen ihre Bücher und erzählen uns, wie die Geschäfte so laufen und was Investoren in den nächsten Monaten erwarten können.
Super spannende Sache! Denn wenn wir wissen, wies um unsere Börsen-Lieblinge bestellt ist, können wir auch viel bessere Trades platzieren. Bilanzen sind zwar arschtrocken, aber ohne sie ist der Börsenhandel eher eine Art Blindflug. Also, stürzen wir uns mit Begeisterung auf die Highlights dieser Woche, wobei Donnerstag echt Rushhour angesagt ist! Allein an diesem “kleinen Freitag” präsentieren nämlich eine ganze Reihe Börsen-Allstars ihre Zahlen. Darunter Thyssenkrupp, Telekom, RWE, K+S, Zalando, TUI und Henkel. OMG! Lanxess, SMB Offshore und E.ON machen den Mittwoch zu unserem Zweit-Lieblingstag- denn den Rest der Woche ist eher Flaute angesagt.
Unseren treuen Fans fallen vielleicht schon zwei Dinge auf. Erstens befinden sich – bis auf Walt Disney am Dienstag und Ralph Lauren am Mittwoch- nur noch europäische Unternehmen auf der Liste. Sorry, Fans der Ami-Aktien- ihr habt die Saison-Highlights diesmal schon verpasst! Zweitens klingen die Namen der Kandidaten wie die Loser-Hitliste 2016. Mal abgesehen von Zalando, TUI, Lanxess, Telekom und Henkel, die ihre Schäfchen noch ins Trockene bringen dürften, erwarten Insider viele Bilanz-Gewitter. RWE und E.ON sehen aufgrund der niedrigen Strompreise und der Kosten für den Atomausstieg schon seit Monaten Rot und auch Thyssenkrupp, K+S und die Holländer SMB Offshore haben vermutlich wenig zu Feiern.
Ob unser Lieblings-Index soviel Gegenwind verkraften wird? Ich sage nur: Dran bleiben und mitfiebern! Oder wie es bei “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” so schön heißt: Alles wird gut. Happy Trading!

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Die Bringer der Woche: Immer was zu feiern

media.media.5cf4f11c-e937-48fb-a659-d6f6ba901450.normalizedHeute ist so ein Montag, den wir auch “kleinen Freitag” nennen könnten, denn diese Woche ist ein großer Feiertag. Die Türen der Wallstreet bleiben heute aufgrund des Indepence Day dicht und auch auf unserem schönen Kontinent gibt es Grund zur Freude. Mal abgesehen vom Geburtstags eurer Autorin stehen die EM-Finalrunden auf dem Programm. Mittwoch, Donnerstag und Sonntag gehts zur Sache, Leute! Ab 21:00 Uhr dürft ihr euch gerne beim Public Viewing die Seele aus dem Trikot jubeln, aber vergesst nicht, vorher eure Schäfchen ins Trockene zu bringen, denn auch aktientechnisch warten einige Leckerbissen auf euch.

Die größte Brexit-Panik scheint erstmal vom Tisch und unser Index ist letzte Woche mit 2,2 Prozent von den Toten auferstanden. Nach dem Italien-Trauma scheint es so, als ob jetzt auch das Brexit-Drama weitestgehend verarbeitet ist. Nicht nur die guten Vibes auf den Märkten in Kombination mit überschrittenen Promille-Grenzen tradender Fußballfans, sondern auch spannende News von Seiten unsere DAX-Allstars könnten uns diese Woche nette Gewinne bescheren. Doch Vorsicht: Einige Experten warnen vor einem vorübergehenden Brexit-Burgfrieden, der trotz der guten Stimmung letzte Woche noch in einen Aktien-Ausverkauf münden könnte. Die Börsianer haben auch dafür wieder eine Weisheit parat: “Kaufen, wenn die Kanonen donnern”! Das bedeutet im Umkehrschluss: “Verkaufen, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist”. Also, Achtung!

Aber gut, kein Grund zur Panik, Leute! Wenn Investoren-Legende George Soros mit dem Brexit und den derben Kursverlusten der Deutschen Bank Millionen scheffeln konnte, dann können wir das auch, oder? Möglich machts die Spekulation auf fallende Kurse. Ein Trick, den ihr ganz einfach aus eurer BUX-App zaubern könnt, solltet ihr dem Burgfrieden nicht trauen.

Und welche Unternehmen könnten diese Woche für Schlagzeilen sorgen? Die “Berichtsaison”, bei der börsennotierte Firmen ihre Quartalszahlen vorlegen müssen und damit regelmäßig für Kursüberraschungen sorgen, beginnt erst Ende Juli. Einstweilen vertreiben wir uns die Zeit mit Kandidaten wie E.ON, bei denen heute eine millionenschwere Gerichtsverhandlung ansteht. Erinnert ihr euch noch an den tragischen Zwischenfall im Atomkraftwerk Fukushima vor 5 Jahren? Damals musste E.ON aus Sicherheitsgründen mehrere Kraftwerke für drei Monate abschalten und klagt jetzt auf 380 Millionen Euro Entschädigung. Hübsches Sümmchen! Der Ausgang des Verfahrens ist sicher relevant für die ohnehin schon brüchige Bilanz des Energiekonzerns und damit seines Standings an der Börse.

Weiter gehts mit den Aktien der Deutschen Börse. Trotz des bye bye, ciao, adios der Briten aus der EU, denken die Handelsplätze London und Frankfurt über eine Lebensgemeinschaft mit Sitz in England nach. Heute lädt der LSE (London Stock Exchange) deshalb zur außerordentlichen Hauptversammlung, bei der die Aktionäre über die geplante Fusion mit der Deutschen Börse abstimmen dürfen. Besonders heikel daran ist der ursprünglich angedachte Hauptsitz London. Warum sollte Europas wichtigste Börse auch von einem Standort außerhalb der EU regiert werden? Das macht echt keinen Sinn. Frau Merkel wohnt schließlich auch nicht auf den Fiji Inseln.

Ihr seht schon BUXers, diese Woche gibt es genug Gründe, um schon vor 21:00 Uhr die ersten Korken ploppen zu lassen. Happy Trading!

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Die Geldgeschenke der EZB

2-format2403Heute steht ähm, recht wenig auf unserem Stundenplan. Wo sind sie denn, die Quartalszahlen, die Hauptversammlungen, die US-Notenbanksitzungen? Alle schon in der Sommerpause, oder wie? Nicht ganz, denn von der EZB (Europäischen Zentralbank) gibt es Big News. Seit gestern ist die Mutter aller Banken unter die Bonds-Händler gegangen und kauft im großen Stil Unternehmensanleihen. Das sind Schuldscheine, die Firmen an Investoren gegen Zinsen verkaufen. Dabei gilt die goldene Regel: Je wackeliger ein Unternehmen dasteht, desto mehr Zinsen muss es geben und desto höher ist auch die Rendite für Investoren.

Wir dürfen uns zu Recht fragen: Warum mischt sich eine Notenbank jetzt direkt ins Geschäft von Unternehmen ein? EZB-Boss Draghi hat einen Masterplan versonnen, um die europäische Wirtschaft weiter anzuheizen. Firmen-Kredite gegen Null-Zinsen hatten nicht den gewünschten Effekt und so zaubert Mario Draghi ein letztes Kaninchen aus dem Hut- Finanzspritzen per Firmenanleihen. Anders gesagt wird die EZB zum Gläubiger kleiner und großer Firmen, denen sie Geld gegen Zinsen leiht. Durch die günstigeren Kreditkonditionen wird es für die betroffenen Unternehmen billiger, sich zu finanzieren und das kommt wiederum der Wirtschaft zugute. Kompliziert Geschichte, aber wichtig für uns Trader, denn die auserwählten Firmen könnten aktientechnisch kräftig von Draghis umstrittener Mission profitieren.

Die Shoppingliste der Zentralbank wird zwar erst am 18. Juli bekanntgeben, doch die Gerüchteküche brodelt schon heftig. So sollen Anleihen von Telefonica, Versicherungen und auch Energieversorgern wie RWE oder E.ON auf Draghis Wunschzettel stehen und pro Anleihen-Deal zwischen drei und fünf Millionen Euro kosten. Voll Vorfreude sprangen heute die Aktien von RWE und E.ON um 3-4 Prozent nach oben und auch andere, betroffenen Firmen könnten von der EZB-Einkaufstour profitieren.

Weihnachten liegt noch in weiter Ferne, liebe BUXers, doch es könnte sich lohnen, Draghis Wunschzettel gut im Auge zu behalten. Happy Trading!

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Die Bringer der Woche: Anpfiff!

SPAINITALY04Und wöchentlich grüßt das Murmeltier…kann man sein Börsen-Leben eigentlich “verwarten”, frage ich mich? So machens jedenfalls die Profi-Trader, bei denen schon seit Wochen Däumchendrehen angesagt ist. Letzte Woche boten die Meetings der Opec (die wichtigsten Öl-Länder der Welt) über eine Begrenzung der Fördermenge und das Treffen der EZB (Europäische Zentralbank) über die Zinspolitik genügend Entschuldigungs-Potential, um Aktien nicht zu kaufen. Niemand wollte sich vor diesen wichtigen Entscheidungen zu weit aus dem Fenster lehnen und so übt unser DAX seit Wochen Wassertreten. Öde Sache!

Doch die Aktienmärkte reagieren nunmal ultra sensibel auf Bewegungen des Ölpreises und der Leitzinsen. Beide Instrumente können Aktienkurse indirekt beeinflussen, weil sie beispielsweise Produktionskosten für Unternehmen erhöhen, oder Firmenanteile wegen höherer Zinsen fürs Sparbuch weniger interessant werden. Letzteres bereitet den Tradern schon seit Monaten Kopfzerbrechen: Wann erhöht die US-Notenbank endlich den amerikanischen Leitzins? Fast wöchentlich schwingt Mrs. US-Notenbank, Janet Yellen, irgendwo eine Rede und die Welt hängt gebannt an ihren roten Lippen. Und jedes Mal läuft der gleiche Film: die Aktienmärkte erstarren vor ihrer Ansprache in gebannter Erwartungshaltung, legen jedes Wort auf die Goldwaage und sind hinterher trotz neurotischem zwischen-den-Zeilen-lesen kein Stück schlauer als vorher.

Heute Abend um 18.30 Uhr unserer Zeit tut sie’s wieder: Janet erzählt beim World Affairs Council of Philadelphia irgendwas mit “vielleicht” oder “vermutlich” und sorgt damit weder für Klarheit, noch Erleichterung. Nervig. Aber so ist das nunmal- an der Börse zählen halt nicht nur die Resultate, die Unternehmen einfahren, sondern auch das Ganze drumherum, das den Erfolg von Firmen irgendwie beeinflussen könnte. Also auch Währungen, Wechselkurse, politischer Kram, Zinsen und..Sportereignisse.

Was für eine Überleitung, hehe. Im Gegensatz zu den Profi-Börsianern warten wir auf Freitag, den Kick-Off der Fußball EM! Und natürlich sitzen wir bis es soweit ist auch nicht passiv-gelähmt vor unseren Smartphones, sondern traden fröhlich weiter! Zum Beispiel Sportaktien wie Adidas, die zu den großen Gewinnern der EM zählen könnten. Die Franken rüsten fast die Hälfte aller Teams mit drei Streifen aus, produzieren den Turnierball und sind einer der Top-Sponsoren. Die Aktie könnte vom Trikot-Boom kräftig profitieren, aber es wäre auch möglich, dass der EM-Effekt schon in den 17 Prozent Umsatz-Zuwachs im ersten Quartal einkalkuliert war.

Bleiben noch Nike und EM-Schmarotzer wie Accor (Hotels), Heineken, oder diverse Fluggesellschaften, die von dem Großereignis profitieren könnten. Genug Stoff, um die Europameisterschaft auch trade-technisch noch spannender zu machen!

Etwas öde, aber diese Woche mega wichtig: Die Hauptversammlung von E.ON, dem Riesen mit Energie-Krisen. Die Aktionäre müssen mit einer 75 prozentigen Mehrheit einer Aufspaltung in zwei Unternehmen zustimmen, damit sich E.ON auf das zukunftsträchtige Ökostrom-Geschäft konzentrieren kann und Tochter Uniper das leidige Kohle- und Gas-Geschäft übernimmt. Ob der Aktienkurs nach der Kernspaltung vielleicht endlich einen Energie-Kick erlebt?

Und jetzt wirds langsam Zeit, dass wir in die Pötte kommen, BUXers! Grill, Panini-Sammelalbum, Wimpel am Auto, Biervorrat- alles gecheckt? Dann platziert jetzt noch eure Sieger-Trades und ab geht’s in eine Woche voller Spiel, Spaß und Spannung.

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E.ON steht unter Hochspannung

Iguana-Power-41837Wenn zwei sich trennen beschließen sie das meist- zu zweit. Nicht so bei E.ON. Der kriesengebeutelte Energieriese muss einen Schlußstrich unter dem alten Schmutz-Strom-Business ziehen und sich mit seiner neuen, besseren Hälfte Uniper in das hippe Öko-Energiegeschäft stürzen. Doch für diesen Schritt, der E.ON aus dem Schuldensumpf ziehen soll, benötigen die Beiden den Segen der Aktionäre, der Investoren und der Politiker. Deshalb treffen sich die Entscheider am 8. Juni zu einer recht ungemütlichen Hauptversammlung, bei der endgültig über die Konzernspaltung beschlossen werden soll.

Und warum interessiert uns das ganze Schlamassel schon jetzt? Aus zwei Gründen. Zum einen plauderte E.ON Chef Teyssen heute beim “Handelsblatt” aus dem Nähkästchen und könnte mit seinen besorgen Äußerungen über die Zukunft des Energie-Multis dessen Aktienkurs ins Wackeln bringen. Zum anderen treffen sich die hohen Herren des Bundeskabinetts heute zu einer Sitzung, um noch last minute einen Gesetzes-Schlupfloch zu schließen, das E.ON und RWE vor Milliarden-Zahlungen für die Beseitigung von Atom-Müll retten könnte. Den Gesetzesentwurf müssen die Politiker schnellstmöglich durchdrücken. Sonst könnte es passieren, dass wir Steuerzahlen E.ON’s oder RWE’s Kosten für den Atomausstieg in Höhe von insgesamt 23 Milliarden Euro aufgebrummt bekommen. Zum Beispiel, wenn einer der Energieriesen pleite geht.

Na, danke auch!

Und so unwahrscheinlich ist das Ende der “alten” Schmutz-Strom-Unternehmen gar nicht. Die Konzerne leiden schon seit Langem unter Ökostrom zu Dumpingpreisen, der logischerweise umweltverträglicher ist und zudem auch noch billiger. E.ON & Co. können ihren Atom-Strom deshalb kaum noch in die Netze drücken. Von einem lohnenden Geschäft ganz zu Schweigen.

“Es fehlen schon ein paar Hundert Millionen Euro an Erträgen, mit denen beide Teile (E.ON und Uniper) geplant hatten.” verriet Teyssen heute dem Handelsblatt. Ein Statement, das dem Aktienkurs von E.ON den Saft abdreht und für Minus 2,4 Prozent auf dem Zähler sorgt. Für Spannung vor der Hauptversammlung ist also gesorgt. Ich sage nur: Mitspekulieren und Mitfiebern!

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RWE zappelt im Netz

5366d-shockMein Start in den Tag sah ungefähr so aus: Espressomaschine anwerfen, Zähne polieren, bisschen Radio Energy dazu und los! Das ganze Programm wäre ohne den Saft aus der Steckdose ein ganzes Stück unfreundlicher geworden. Doch woher der Strom in unserem Mehrfamilienhaus eigentlich kommt, kann ich peinlicher weise nicht mit letzter Gewissheit sagen. Wahrscheinlich von E.ON oder RWE, Deutschlands größten Energieversorgern, die trotz ungebremstem Stromhunger der Bevölkerung und Unternehmen ganz schön zu knabbern haben.

RWE legt morgen vor Börsenstart seine Bilanz von Januar bis März vor und ich kann euch sagen: das wird kein Zuckerschlecken, denn der Stromfabrikant verliert kräftig an Power und rechnet für das laufende Jahr mit einem Ergebnisschwund von 7,1 Milliarden (2015) auf nunmehr 6,1-6,4 Milliarden Euro. Dafür gibt es zwei Gründe: Die Energiewende und die Konkurrenz durch Ökostrom-Produzenten.

Schauen wir uns die beiden Übeltäter doch mal näher an.

* Energiewende

Der erzwungene- und durchaus positive- Umstieg von schmutziger Atom-, Gas-, und Öl-Energie auf umweltfreundliche Wind-, Wasser-, und Sonnenenergie ist ne saubere Sache. Dumm nur, dass das ganze Projekt zig Milliarden Euro kosten wird. Zum einen für den Abbau der Atommeiler, zum anderen für die Lagerung und Entsorgung des verstrahlten Mülls. Der Staat will den vier deutschen Energieversorgern immerhin etwas entgegenkommen und bot ihnen an, sich für den Pauschal-Schnäppchenpreis von 23 Milliarden Euro von allen Entsorgungskosten freizukaufen. Bleiben noch ein paar Mille für den Abbau der Atombunker, aber gut, so schlecht ist das Angebot nicht und die Konzerne denken momentan über einen Handschlag nach.

* Ökostrom

Ein Fun-Fact der eigentlich schon alles sagt: Am Muttertag floss so viel Ökostrom wie noch nie ins Netz: Knapp 88 Prozent des gesamten deutschen Strombedarfs wurde am Sonntag mit Energie aus Sonne und Wind gedeckt. Das hat zur Folge, dass RWE und andere Schmutz-Strom Produzenten auch noch draufzahlen müssen, um ihren Saft überhaupt in die Netze zu bekommen. Die Konkurrenz der billigen und auch noch umweltfreundlichen Hippistrom-Anbieter ist natürlich killing für konventionelle Kraftwerke.

RWE ist viel zu spät auf die Sauberstrom-Welle aufgesprungen und beschloss erste Ende 2015 die Aufspaltung des Konzerns in eine “schöne” Ökostrom-Tochter mit dem Namen NewCo und den Mutterkonzern RWE, der sich auch weiterhin mit dem konventionellen Schmutzstrom-Business rumschlagen darf. Wann genau das neue Baby für RWE an die Börse geht, um frisches Geld einzusammeln und ob die grüne Tochter überhaupt eine Chance gegen die schon bestehende Konkurrenz hat, bleibt abzuwarten.

RWE ist eine ziemlich riskante Nummer wenn ihr mich fragt. Aber wer auf Hochspannung steht, sollte jetzt schonmal seinen Trade klarmachen!

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E.ON stürzt ab, Linde bleibt am Boden

gasHeute gehts wieder rund auf dem Börsen-Volksfest! Ihr dürft euch entscheiden: kauft ihr lieber ein Ticket für die VW-Achterbahn, oder die E.ON Geisterbahn? Für einen ordentlichen Adrenalin-Kick dürften beide Werte heute gut sein. VW droht neuer Zoff an gleich zwei Fronten: dem Konzern werden in den USA jetzt auch Bankbetrug und ein möglicher Verstoß gegen die Steuergesetze vorgeworfen. Die Kredite, die Autokäufer von Banken erhalten haben weil sie nicht genug Cash in the Täsch hatten, stehen unter Beschuss, da ihre Diesel-Schleudern in den letzten Monaten beträchtlich an Wert verloren haben. Zudem hatten VW-Besitzer Steuerentlastungen erhalten, die sie jetzt eventuell zurückzahlen müssen und VW dafür haftbar machen wollen.

Ein ganz heißer Kandidat für den Titel “Looser des Tages” könnte E.ON sein. Keine große Überraschung, denn die ganze Energie-Branche leidet unter den niedrigen Strom-und Ölpreisen. Die Folge: E.ON fehlen 2015 7 Milliarden Euro in der Bilanz. So viel, wie noch nie. Und so leuchten die roten Buchstaben des Konzerns roter als je zuvor.

Etwas besser gehts da der Linde Group, die morgen vor Börsenstart ihre Jahreszahlen für 2015 verkündet. Das schnörkelige Logo erinnert mich zwar eher an eine Schokoladenfabrik, aber das Business der Münchener ist: Luft. Damit lässt sich Geld verdienen? Ja, denn Linde produziert Gase für die Industrie- und Medizinbranche (z.B. Lachgas oder andere betäubende Substanzen zum tieeef Einatmen) und baut nebenbei auch schlüsselfertige Chemie- und Wasserstoffanlagen.

Wie ihr euch vielleicht schon denken könnt, hängt auch Linde am Tropf der Weltwirtschaft. Wenns in den wichtigsten Industrienationen wie den USA oder China nicht so rund läuft, sitzen auch die Dollars bei der Linde-Kundschaft nicht mehr so locker. Der Bau neuer Anlagen wird vertagt und die Einnahmen des Technologie-Konzerns sinken. Deshalb korrigierte Linde-Boss Wolfgang Büchele bereits im November seine Ziele nach unten. Bis 2017 wird der Konzern weniger verdienen, als ursprünglich angenommen. So dramatisch wie bei E.ON ist die Situation aber noch lange nicht. Linde fährt vermutlich statt 4,3 Milliarden Euro “nur” 4,1 Milliarden Euro ein und damit fast so viel wie im Vorjahr.

Die Linde Group tritt also mehr oder weniger auf der Stelle und wird ihren Stepdance wahrscheinlich noch bis 2017 fortsetzen. Was macht die Börse mit dem Sitzenbleiber der Woche? Ihr dürft jetzt einmal kräftig am Luftballon saugen und dann ran an die Trade-Buttons!

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