Warum Apple Amazon und Google die Show stiehlt

Apple hat geliefert. Einen weiteren Pod. Die Endung mit den “drei Buchstaben” kennen wir zwar schon vom legendären “iPod”, doch auf der gestern eröffneten Entwicklerkonferenz WWDC betrat boerse.de-Champion Apple erstmals seit zwei Jahren Neuland: Ein smarter Lautsprecher namens HomePod soll die Produktpalette des iKonzerns erweitern.

“One last thing”…

Mit diesen Worten kündigte Apple-Chef Tim Cook die wahrscheinlich bedeutendste Produktpräsentation des Abends an. Wohl gewählt gegen Ende der Veranstaltung – für einen besseren dramaturgischen Effekt seiner Vorstellung. Der Applaus war Cook sicher, denn HomePod ist bei weitem das spannendste Gadget der neuen Äpfelchen-Ernte, wenn auch keine Innovation. Apple ist nicht der erste Hersteller intelligenter Speaker die aufs Wort gehorchen, Musik spielen, die Temperatur regeln und Fragen beantworten: Amazon und Google haben mit “Echo” und “Home” bereits ähnliche Geräte entwickelt, die ihren Besitzern dank intelligenter Spracherkennung das Leben erleichtern sollen.

Doch Apple wäre nicht Apple würde man sich mit einem einfachen “Nachmachprodukt” zufrieden geben. Nein, HomePod kann mehr! Genauer gesagt soll das Gerät die Musiknutzung zu Hause “revolutionieren” wie einst der iPod das Musikvergnügen unterwegs. Bis jetzt war Sonos der unangefochtene Marktführer raumfüllender und raumübergreifender Klänge, doch Apple’s Musikdose, die ihren Sound der Umgebung anpassen kann, soll selbst Bose Konkurrenz bieten können. Keine Frage: HomePod kommt spät, ist teurer als die Konkurrenzprodukte, hat aber dennoch das Potential, Amazon und Google zu übertönen. Sowohl technisch, als auch optisch.

… auf das die Welt gewartet hat?

Aber brauchen wir das wirklich? Wollen wir einen Lautsprecher-Kameraden im Wohnzimmer, der uns zuhört und wie Kritiker munkeln vielleicht sogar abhört? Zweifel an der Datensicherheit, die schon bei Amazons Spracherkennung “Alexa” laut wurden, sind ja auch nicht von der Hand zu weisen. Schließlich könnte der Lautsprecher auch als Empfangsgerät dienen und Apple zum “Big Brother”-Konzern werden lassen, der unser komplettes, häusliches Leben mitschneidet. Vermutlich werden die Vorteile intelligenter, auf Datensicherheit bedachter, “Home”-Lösungen aber dennoch überwiegen und in naher Zukunft in den meisten Haushalten eine Selbstverständlichkeit sein. Das hat Apple uns mit Produkten wie dem iPod und iPhone ja schon eindrucksvoll bewiesen.

(Zu) große Erwartungen

Apple Fans und Aktionäre sind schwer zu begeistern. Trotz zahlreicher weiterer Neuerungen wie einem frisch designten iPad, dem neuen iMac Pro und iOS 11 verlor der Aktienkurs des iKonzerns gestern rund ein Prozent. Unfair, schließlich hat Apple ein wahres Feuerwerk an Produktneuerungen vorgestellt, das für jeden etwas bereithält. Doch scheinbar überwiegen die Sorgen der Anleger, ob Apple sich endlich von seiner iPhone-Abhängigkeit befreien kann. Aber ist das überhaupt nötig? Die Smartphone-Sparte des Technologiekonzerns machte im abgelaufenen Quartal mit 33,25 Milliarden Dollar mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtkonzern sitzt inzwischen auf einem Gewinnberg von 256 Milliarden Dollar, die Apple-Aktie eilt von einem Rekordhoch zum nächsten und beglückte Investoren in den vergangenen zwölf Monaten mit rund 59 Prozent Rendite. Wie bei jedem erfolgreichen Unternehmen ist das Lager der “Experten” zweigeteilt: Apple-Fans versus Apple-Kritiker. Trotz allen Diskussionen sollten wir eines nicht vergessen: der boerse.de-Champion weiß, wie man Kunden begeistert. Eine Gabe, die sich für Apple und seine Aktionäre vermutlich noch lange bezahlt machen wird.  

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

 

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Warum Apple Amazon und Google die Show stiehlt

3M: Wie Sie mit Post-its richtig Geld verdienen können

post-it-notes-1284667_960_720Starten wir doch mal mit zwei Quizfragen in den Börsentag:

  1. Wie nennt man einen “Tageslichtprojektor” noch? Richtig: “Overheadprojektor”.
  2. Kennen Sie einen anderen Begriff für “Haftnotizen”? Genau: “Post-it”

Ihre Autorin ist nicht unter die Ratefüchse gegangen, sondern will Ihnen verdeutlichen, wie schnell sich Produktnamen zu Gattungsnamen entwickeln, die wir ganz selbstverständlich in unseren Wortschatz integrieren. Obwohl der Industriekonzern 3M (kurz für Minnesota Mining and Manufacturing) bei uns relativ unbekannt ist, sind dessen Produkte in aller Munde.

Ein Mischkonzern der Superlative

Der Multi-Technologiekonzern produziert neben Post-it und Scotch Kleber eine unglaubliche Bandbreite von rund 50.000 Produkten auf Basis von 25.000 Patenten und 47 Technologieplattformen, die in fast allen denkbaren Branchen zur Anwendung kommen: Medizin und Gesundheit, Luftfahrt, Marine und Automobil, Industrie, Handel und viele andere Märkte sind auf die Erzeugnisse und Dienste von 3M angewiesen. Diese unglaubliche Dominanz und das breite Spektrum unentbehrlicher Produkte erklärt auch den Unternehmenserfolg des 1902 gegründeten Konzerns, der sich stets weiterentwickelt. 3M investiert massiv in Forschung und Entwicklung und brachte beispielsweise erst kürzlich einen reflektierenden “Zauber-Stoff” auf den Markt, der bei Tageslicht tiefschwarz erscheint und nachts bei Beleuchtung hell erstrahlt. Eine Innovation, die die Activewear-Modeindustrie revolutionieren könnte.

Der boerse.de-Champion zählt seit 1976 zum Eliteclub der Dow-Jones-Aktien und ist momentan das schwergewichtigste Mitglied der Familie. Sprich: das Unternehmen mit dem größten Einfluss auf die Index-Entwicklung. 3M hat mit einer Gewichtung von 6,07 Prozent und einer Durchschnittsrendite von über 9 Prozent pro Jahr seit 2007 mehr “Macht” im Dow als beispielsweise Microsoft oder IBM.

Der Champion auf Erfolgskurs

Marktmacht allein zeichnet aber noch keinen Champion aus. Die Erfolgsformel bestehend aus überdurchschnittlicher Kursentwicklung, unterdurchschnittlichem Risiko gepaart mit dem Fokus auf die krisenresistente Konsumgüterindustrie machen 3M zur boerse.de-Champions-Aktie  – einem Wertpapier, an dem ich noch lange “kleben” werde. Und das, obwohl die Welt der Haftmittel wesentlich weniger glamourös ist, als die der Hightech-Werte (Apple, Google..) oder Modeindustrie (Inditex, H&M…). Im Fall der drei “M” sind es nicht unbedingt die Produkte, sondern die Zahlenwerke, die begeistern.

Der Aktienkurs des Unternehmens stieg in den vergangenen zehn Jahren von 65 Euro auf rund 176 Euro pro Anteilsschein und hat sich damit fast verdreifacht. 3M erwirtschaftete 2016 einen Nettoertrag von 5,06 Milliarden Dollar nach 4,83 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Genug Rücklagen, um Investoren ein Stück vom Kuchen abzugeben: der Mischkonzern, der seit über 100 Jahren ununterbrochen Dividenden zahlt, wird seine Anleger im zweiten Quartal 2017 mit einer Gewinnbeteiligung von 1,17 Dollar pro Anteilsschein belohnen. Hochgerechnet aufs Gesamtjahr werden sogar ganze 4,7 Dollar ausgeschüttet – sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch die Zukunftsaussichten des US-Unternehmens aus Minnesota sind so vielversprechend, dass 3M im April die Jahresprognose anhob. Der Umsatz soll 2017 aus eigener Kraft zwischen zwei und fünf Prozent zulegen und fällt damit vermutlich deutlich höher aus, als die ein bis drei Prozent, die vorher im Plan standen.

3M mag zwar als “langweiliger” Industriekonzern gelten, doch eine jahrzehntelange, erfolgreiche Börsenhistorie gepaart mit dem Willen, innovative Produkte zu entwickeln und diese mit hoher Marge zu verkaufen, machen “MMM” zu einem Wert, der länger im Depot “haften” bleiben darf, als ein Post-it auf der Kühlschranktür. Wenn Sie mehr über unsere 100 Champions-Aktien, zu denen auch 3M zählt, erfahren möchten, dann sichern Sie sich noch heute Ihre boerse.de-Aktienbrief-Gratisausgabe. Mehr wissen lohnt sich!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

3M: Wie Sie mit Post-its richtig Geld verdienen können

Das Wort zum Wochenende: Nur keine Panik! Warum wir von politischen Börsen langfristig sogar profitieren

trump-2171739_960_720Unsere treuen Leserinnen und Leser kennen sicher schon ein paar der boerse.de-Kernaussagen. Einer meiner Favoriten, der mich in den vergangenen Monaten vor so manchem Panik-Verkauf bewahrte, lautet: “Jede Börsenkrise wird wieder aufgeholt”. Mit diesen Worten im Hinterkopf lassen sich auch die gegenwärtigen, meist politisch motivierten Kursturbulenzen ganz beruhigt “aussitzen”. Denn wer stoisch auf die Wachstumskraft der Börse vertraut, den bringen ein paar Schlagzeilen nicht aus dem Konzept. Scheuklappen aufsetzen und durch!

Dagegen könnten Börsen-Neulinge Überschriften wie “Wann kommt der Trump-Crash?” oder “Brexit! Jetzt brechen alle Dämme” zu viel Bedeutung schenken. Mit der Konsequenz, dass verunsicherte Anleger ihre Firmenanteile aus blanker Verlustangst zu einem vielleicht ungünstigen Zeitpunkt verkaufen, anstatt die Kurz-Krise einfach auszusitzen.

Skeptiker fragen sich vielleicht, ob die Warnungen der Weltpresse vor politisch motivierten Börsen-Crashs nicht doch ihre Daseinsberechtigung haben. Wie die Historie uns lehrt, gab es Korrekturen zuhauf, existenzielle Crashs ohne anschließendem Aufschwung dagegen nicht.

Ein Blick in die Geschichtsbücher

Vielleicht erinnern Sie sich noch mit Schrecken an den 11. September 2001. Damals, kurz nach dem fürchterlichen Terroranschlag in New York, verlor der Dax im Handelsverlauf fast elf Prozent. Die Wall Street, in unmittelbarer Nähe des World Trade Centers gelegen, blieb vier Tage lang geschlossen und ging am ersten Handelstag um gut sieben Prozent in die Knie. Viele Marktteilnehmer befürchteten die ganz große Korrektur, den Mega-Crash. Doch dem war nicht so. Die Börsenbarometer erholten sich wie Stehaufmännchen und der Dow Jones stand schon Ende Oktober auf einem ähnlichen Niveau, wie vor der entsetzlichen Katastrophe.

Diesmal ist alles anders?

Ob Brexit, Trump, Syrien-Konflikt, das türkische Verfassungsreferendum oder die französische Präsidentschaftswahl: Seit Monaten dominieren politische Ereignisse die Stimmung der Börsianer. Nervosität prägt das Geschehen und dieser labile Zustand spiegelt sich auch in den Kursen wider, die äußerst volatil, sprich: schwankungsanfällig, sind. Doch von einer massiven Korrektur keine Spur. Ganz im Gegenteil! Unser heimischer Leitindex gewann trotz Trumponomics, Terror und Türkei innerhalb der vergangenen zwölf Monate fast 21 Prozent an Wert und sein amerikanisches Pendant, der Dow Jones, punktete mit Plus 16,3 Prozent.

Prognosen und Irrtümer

Skeptiker vertrauen häufig lieber statistischen Erhebungen, als der Börse selbst und lagen damit in der jüngsten Vergangenheit gründlich daneben. Erinnern Sie sich an die Hochrechnungen vor dem EU-Referendum der Briten? Oder an die Prognosen im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl? Innerhalb weniger Monate irrten sich die Statistiker gleich zweimal und führten zahlen fixierte Trader weltweit in die Irre. In beiden Fällen reagierten die Kurse empfindlich auf das überraschende Ergebnis, doch statt des befürchteten Crashs blieb es bei einem kurzen Schock, von dem sich die Märkte rasch wieder erholten. Sie sehen, selbst Fehlprognosen haben langfristig keine fatalen Auswirkungen und können, wie im Fall der US-Wahl, sogar neue Anlagechancen eröffnen.

Die Börse läuft und läuft

Die gern zitierte Börsenweisheit: “Politische Börsen haben kurze Beine” hat nichts an Aktualität eingebüßt, auch wenn manche “Experten” das Gegenteil behaupten. Solange sich die Erde dreht, solange strebt die Menschheit nach Erfolg und Fortschritt. Gelegentliche Rücksetzer und “Verschnaufpausen” sind dabei völlig normal und natürlich und sollten nicht als Sprungbrett, sondern als Einstiegs- oder Zukauf-Chancen genutzt werden.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende und verabschiede mich heute mit einem Zitat des Star-Investors Warren Buffett: “Betrachten Sie die Schwankungen des Aktienmarktes als Ihren Freund und nicht als Ihren Feind. Profitieren Sie von der Torheit Anderer, statt an ihr teilzunehmen.”

Ihre Miss boerse.de

Das Wort zum Wochenende: Nur keine Panik! Warum wir von politischen Börsen langfristig sogar profitieren

Der Wochenausblick: Ernüchterung nach der Trump-Party

Ich traue mich ja kaum noch es zu schreiben, das “T-Wort”. Aber aus aktuellem Anlass komme ich einfach nicht darum herum, auch zu Beginn dieser Woche einen Blick nach Washington zu werfen: Zu Donald Trump, dem Immobilien-Milliardär dessen phänomenale Kommandopolitik auf der Baustelle mehr Schlagkraft hatte, als im Parlament. Mr. President himself scheiterte am Freitag mit seiner Gesundheitsreform, für die er im Repräsentantenhaus keine Mehrheit bekam.

Damit bestätigt sich, was viele Trump-Kritiker schon lange vermuten: Die Wahlkampfversprechen der Republikaner könnten sich als leere Worthülsen entpuppen, die nur dem populistischen Stimmenfang dienten. Während in den ersten Monaten nach der Präsidentschaftswahl eine wahre Aktien-Euphorie an der Wall Street grassierte, die auch Bankfurt in ihren Bann zog, kehrt langsam aber sicher Ernüchterung ein. Die Börsianer zweifeln an der Durchsetzbarkeit von Trumps Steuer- und Infrastrukturvorhaben und könnten ihm das Vertrauen entziehen.

Desillusionierung

In banger Erwartung der Gesundheitsreform-Entscheidung rettete sich der Dax mit gerade mal 12.064 Punkten in den Feierabend, was einem Verlust von 0,3 Prozent auf Wochensicht entsprach. Ein moderates Minus im Vergleich zum amerikanischen Leitindex. Die Entzauberung des Herrn Trump traf die Wall Street unerwartet hart und der Dow Jones verlor aufgrund der unsicheren US-Politik rund 1,5 Prozent innerhalb der vergangenen Börsenwoche. Vielleicht sollte der amerikanische Präsident mal seine Krawattenfarbe überdenken und von aggressivem Rot zu hoffnungsvollem Grün wechseln? Rot dominiert auch heute die Kurstafeln: Der Dax notiert mit rund einem Prozent im Minus- ein positiver Wochenstart sieht anders aus.

Wo sind sie denn, die Impulse?


Börsianer sind bekanntermaßen immer auf der Suche nach dem nächsten “Kick”, denn nichts ist kurstechnisch gesehen fataler, als ein handfester Kater nach einer Kurs-Party. Trump entpuppt sich langsam aber sicher als Stimmungskiller und die Finanzwelt sehnt sich nach dem folgenden Aphrodisiakum. Gern gesehene “Impulse” kommen häufig von Seiten der Unternehmen, die mit ihren Quartals- oder Jahreszahlen die Erwartungen der Analysten erfüllen, übertreffen oder enttäuschen. So kletterte Infineon vergangenen Freitag aufgrund hervorragender Geschäftsaussichten und einer nach oben korrigierten Prognose für 2017 mit rund neun Prozent Plus an die Dax-Spitze- das ist der Stoff, aus dem Börsianerträume gestrickt sind.

Während sich in den vergangenen Wochen die Bilanzpräsentationen börsennotierter Unternehmen die Klinke in die Hand gaben, können wir dieser Tage nur wenige anregende Zahlenwerke erwarten. Ob das reicht, um unseren Leitindex wieder über die magische 12.000-Punkte-Grenze zu hieven? Die kurze Finanzagenda umfasst u.a. folgende Termine:

Dienstag: Evotec, Bertelsmann, EnBW, Tom Tailor (alle Jahreszahlen)

Mittwoch: Scout24, Stada (beide Jahreszahlen, Daimler (Hauptversammlung)

Donnerstag: SMA Solar, ElringKlinger (beide Jahreszahlen), Hennes & Mauritz (Q1 Zahlen)

Freitag: RIB Software (Jahreszahlen), Blackberry (Q4 Zahlen)

Diese Börsenwoche wird aus fundamentaler Sicht recht unspektakulär und ich vermute, dass vor allem die Nachrichten bzw. Tweets aus dem Weißen Haus über ein “Top” oder “Flop” der Indizes entscheiden könnten. Immerhin haben wir so genug Zeit und Muße, uns mit den wetterfesten, politikverdrossenen boerse.de-Champions zu befassen. Im boerse.de Aktienbrief lesen Sie alles über die 100 erfolgreichsten und risikoärmsten Aktien der Welt, denen selbst die Politik des Mr. Phänomenal langfristig nichts anhaben kann.

Ich wünsche Ihnen eine entspannte Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

 

Der Wochenausblick: Ernüchterung nach der Trump-Party

Nike, just do it!

Heute schlägt für Nike die Stunde der Wahrheit. Die “Siegesgöttin” präsentiert ihre Zahlen zum dritten Quartal und die Fankurve fragt sich, ob Nike der griechischen Namenspatronin einmal mehr gerecht werden kann. Im vergangenen Jahr fehlte dem amerikanischen Sportartikelhersteller zeitweise der “Swoosh”, was sich auch in dessen Bilanz widerspiegeln könnte. Einige Analysten rechnen damit, dass Nike zum ersten mal seit 2012 Gewinneinbußen von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ein schwaches Wachstum von nur drei Prozent auf dem wichtigen US-Markt hinnehmen muss. Doch das ist noch lange kein Grund, um den amtierenden Rekordhalter im Sportgeschäft als “Looser” abzuschreiben. Ganz im Gegenteil: Vieles spricht dafür, dass der Langstreckenläufer wieder zu seiner alten Form zurück gefunden hat.

Ein sportlicher Rat schonmal vorab: Meine Kollegen vom boerse.de-Aktienbrief haben Nike zum Champion gekürt…und das zurecht, denn Nike ist der Inbegriff vieler Superlativen: Die Legende. Der weltweit führende Sportartikelhersteller. Die Hipster-Marke. Zweifellos besticht der Konzern aus dem US-Bundesstaat Oregon mit einer Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht.

Innerhalb des vergangenen Jahrzehnts hat die Aktie 427 Prozent dazugewonnen. Nikes Börsenwert beziffert sich derzeit auf satte 90 Milliarden Euro, fast dreimal soviel wie Adidas. Doch Nikes Goldmedaille trug vergangenes Jahr ein paar Kratzer davon. Der Konzern stieß an die Grenzen seines Wachstums und musste im Schlussquartal 2016 einen Umsatzzuwachs von “nur” 6 Prozent hinnehmen. Eine gewöhnungsbedürftige Entwicklung für die erfolgsverwöhnten Nike-Anleger, deren Aktie 2016 über 15 Prozent an Wert verlor.

Neues Jahr, neues Glück? Vieles spricht dafür, dass Nike 2017 seinem Namen wieder alle Ehre machen wird und das, obwohl Erzrivale Adidas und Newcomer wie Under Armour auf der Lauer liegen. Echte Champions lassen sich eben nicht so schnell aus dem Feld schlagen. Viele Experten bezeichnen das vergangene Jahr deshalb als “Verschnaufpause”. Ein kurzes Formtief, von dem sich Nike 2017 wieder erholen wird, denn an der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt. Die Vergangenheit ist demnach bereits “eingepreist” und kann dem zukünftigen Kursverlauf nicht mehr gefährlich werden.

Sie könnten Recht behalten. Seit Jahresbeginn punktet der Sportartikelhersteller mit einem Kursgewinn von 9,9 Prozent, was sowohl positiven Analystenstimmen, als auch einer vielversprechenden Geschäftsperspektive zuzuschreiben ist.

Die Verkäufe in Asien laufen wieder besser, und Nike hat auch im wichtigen Lifestyle-Segment ein “Ass” im Ärmel: Ende März stürmt der neue Sneaker “Air Vapor Max” die Regale. Womöglich der Kassenschlager, mit dem unser Champion einmal mehr beweist, wie viel “Swoosh” in ihm steckt.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss Boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Nike-just-do-it-von-Miss-boersede/7751516

 

Nike, just do it!

Unsere Börsenwoche: Höhenangst

Nach seiner beachtlichen Klettertour vergangene Woche bekam unser heimischer Leitindex Dax zu guter Letzt Angst vor der eigenen Courage: Nachdem er am Mittwoch zeitweise die 12.000 Punkte-Markt geknackt hatte, ging es rasant zurück ins Basislager. Donnerstag und Freitag kannte der Deutsche Aktienindex nur eine Richtung: Abwärts bis auf rund 11.800 Punkte. Auf Wochensicht hat das Deutsche Leitbarometer knapp ein halbes Prozent gewonnen. Eine enttäuschende Vorstellung, die angesichts der guten Konjunkturdaten hierzulande schwer nachvollziehbar ist. Unsere Wirtschaft wächst, Steuereinnahmen sprudeln wie noch nie seit der Wiedervereinigung, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und trotzdem will auf dem Börsenparkett keine rechte Stimmung aufkommen.

Häufig ist es ja so, dass die “good Vibes” an der Wall Street auch den europäischen Aktienkursen Flügel verleiht. Doch auch von dieser, normalerweise hochansteckenden, Euphorie ist derzeit wenig zu spüren. Obwohl der amerikanische Dow Jones Index noch immer im “Trumponomics”-Modus verkehrt und vergangene Woche sein 10. Allzeithoch in Folge markierte, will die Dynamik aus den USA nicht über den Teich schwappen. Vielleicht sind wir einfach ein zu misstrauisches Völkchen, das die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Amerika mit Argusaugen verfolgt und lieber eine abwartende Haltung einnimmt, als sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen? Wie sagen wir doch so schön: “Wer hoch fliegt, kann tief fallen”…

Ehe sich die deutschen Anleger also zu weit aus dem Fenster lehnen, flüchten sie lieber in “sichere Häfen”. Gold erlebte in den vergangenen zwei Monaten, wie so oft in scheinbar unsicheren Zeiten, eine Renaissance und gewann seit Dezember 2016 rund sieben Prozent an Wert. Das ist einerseits aufgrund der turbulenten, politischen, Großwetterlage leicht nachzuvollziehen, widerspricht aber einer alten Börsenweisheit: “Wenn die Zinsen steigen, so fällt der Goldpreis”. Tut er aber nicht. Die Fed (US-Notenbank) erhöhte den Leitzinssatz im Dezember auf 0,5-0,75 Prozent und trotzdem verteuerte sich die Feinunze allein im vergangenen Monat um vier Prozent auf jetzt rund 1.256 US-Dollar. Es könnte also durchaus sein, dass der Goldpreis momentan seinen eigenen Gesetzen folgt und die Theorie, wonach Investoren von Gold und Aktien auf Festgeld “umsatteln”, sobald die Zinsen steigen, nicht mehr aufgeht.

Umso spannender könnte der “Beige Book”-Termin der US-Notenbank am Mittwoch werden. Die Finanzwelt spekuliert darauf, ob der achtmal pro Jahr erscheinenden Konjunkturbericht Hinweise auf eine erneute Zinsanhebung Mitte März liefern könnte. Die Fed hat für 2017 zwei Zinsschritte in Aussicht gestellt. Die Frage ist nur, ob die Aktienmärkte und das konjunkturelle und politische Umfeld in den USA robust genug sind, um einen Zinserhöhung in den kommenden Wochen zu “verdauen”.

Impulse von Unternehmensseite gibt es in den kommenden Tagen nur wenige. Die Bilanzsaison neigt sich dem Ende zu und lediglich ein paar Nachzügler präsentieren noch Geschäftszahlen. Beispielsweise:

Dienstag: Salzgitter, Hochtief, ElringKlinger, RIB Software
Mittwoch: Zalando, Rheinmetall, Ahold, Klöckner & Co., Best Buy
Donnerstag: Anheuser-Bush, Evonik, Deutsche Telekom, Continental, Autodesk, Abercrombie & Fitch

Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie sich von der aktuell recht turbulenten Lage auf den Finanzmärkten nicht aus der Ruhe bringen. Wie die Vergangenheit beweist, sind Dow und Dax äußerst robuste Gesellen, die sich von einem leichten “Schnupfen” schnell wieder erholen. Langfristig sind Aktien als Mittel für den Vermögensaufbau unentbehrlich und zudem risikoärmer, als manche vermuten. Eine durchschnittliche Rendite von 9 Prozent pro Jahr, wie sie Dax und Dow Jones erwirtschaften, beweist, dass Aktien alles andere als “spekulativ” sind. Wie immer kommt es auch hier auf die richtige Mischung an. Für den boerse.de-Champions-Defensiv-Index(BCDI) wurden  zehn besonders defensive Titel herausgefiltert, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit dauerhafte Wettbewerbsvorteile auszeichnen. Dadurch besteht für den BCDI eine langfristige Gewinnperspektive von 10+x%. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und werfen Sie einen Blick auf den boerse.de-Champions-Defensiv-Index, mit dem auch Sie beruhigt in die neue Woche starten können.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Unsere-Boersenwoche-Hoehenangst-von-Miss-boersede/7744751

 

Unsere Börsenwoche: Höhenangst

Unsere Börsenwoche: Erste allgemeine Verunsicherung

17562844299_0d84693952_bVielleicht sollten wir einfach kollektiv “Die Simpsons” gucken, statt den Aktienanalysten und Wirtschaftsnachrichten Glauben zu schenken? Im Internet grassieren mittlerweile ganze Hitlisten von Ereignissen, die das “Simpsons Orakel” prophezeit hat und die auch tatsächlich eingetreten sind. So zum Beispiel die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten, die Erfindung der Smartwatch und: Der Auftritt von Lady Gaga beim Super-Bowl.

Die 14-minütige Performance der Sängerin während der Halbzeitpause war auch wegen ihres Outfits bemerkenswert, aber  in Deutschland undenkbar. Oder können Sie sich vorstellen, dass Sarah Connor in der Trinkpause eines DFB-Pokalspiels singend von der Decke der Allianz Arena schwebt und sich dann auch noch zu politischen Statements über Kanzlerin Merkel hinreißen lässt? Wohl eher nicht.

Amerikaner haben uns eines voraus: Enthusiasmus. Nicht nur beim Sport, sondern auch in Politik und Wirtschaft. Während die Börse in New York seit Trumps Präsidentschaftswahl “the only way is up” trällert, verharrt unser heimischer Leitindex DAX in einer Art Schockstarre und verabschiedete sich mit rund 11.666 Punkten ins Wochenende am Freitag zuvor waren es 11.651 Punkte. Der Dow-Jones-Index markierte dagegen vergangene Woche mit 20.269 Punkten wiederum ein neues Jahreshoch. “Schuld” am Run auf amerikanische Aktien ist ein alter Bekannter: Donald Trump.

Der Twitter-Präsident zwitschert seine Regierungspläne in 140 Zeichen und sorgt damit immer wieder für Euphorie auf dem Börsenparkett. So geschehen vergangenen Donnerstag, als “Mr. T” seine “phänomenalen” Steuerpläne ankündigte. Nichts genaues weiß man nicht, aber diese vage Botschaft genügte, um das Kopfkino der Börsianer zum Laufen zu bringen. Demnach könnten Steuersenkungen die US-Konjunktur ankurbeln, Unternehmen entlasten und neue Stellen schaffen. “Ein riesen Ding” für Amerika, dessen Konsequenzen für Europa momentan nur schwer abzusehen sind.


Die Unsicherheit hierzulande im Gegensatz zur Euphorie in den USA spiegelt sich auch in den Börsenkursen wider. Wir treten auf der Stelle, die Amis geben so richtig Gas. Gelingt es Trump diese Woche seine Pläne zu konkretisieren, so könnte das den Trump-Effekt an der Wall Street sogar noch verstärken. Könnte, könnte, könnte. Zu viel Konjunktiv für meinen Geschmack. In Zeiten politischer Unsicherheit besinnen wir uns lieber auf die Fakten dieser Börsenwoche, zum Beispiel der laufenden Berichtsaison.

Unter den Kandidaten, die in den kommenden Tagen ihre Zahlenwerke präsentieren, finden sich auch einige Champions-Aktien und sogar zwei Mitglieder des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI): Reckitt Benckiser (Montag) und Nestle (Donnerstag). Beide Unternehmen könnten mit der Veröffentlichung ihrer Jahreszahlen zumindest kurzfristig für Bewegung im Index sorgen. “Bewegung” ist jedoch nicht gleichzusetzen mit “Turbulenzen”. Während beispielsweise der Dow-Jones-Index im Gleichklang mit Donald Trumps Gezwitscher marschiert, ist der boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) kein Freund der lauten Töne.

Der Index, mit dem auch Sie an der Wertentwicklung zehn besonders risikoarmer Top-Defensiv-Champions teilhaben können, eignet sich hervorragend für den langfristigen, stressfreien Vermögensaufbau. Der BCDI verhält sich vor allem in Korrekturphasen an der Börse viel stabiler als beispielsweise der Dow-Jones-Index, erleidet kürzere Verlustphasen und ist dem amerikanischen Leitindex auch hinsichtlich seiner Performance überlegen: Innerhalb der vergangenen drei Jahren verbuchte der BCDI ein Plus von 57,48 Prozent, der Dow-Jones-Index brachte es dagegen auf “nur” 27,72 Prozent.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche!
Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlagen/Miss-boersede

Unsere Börsenwoche: Erste allgemeine Verunsicherung