Deutsche Telekom: Hello Sprint, goodbye Scout24

bridal-636018_960_720Während ich auf den freundlichen Telekommitarbeiter warte, der endlich meinen Anschluss freischaltet (“Umzugsservice”!) berichte Ihnen von: Der Deutschen Telekom. Das Unternehmen sorgt heute für Doppel-Schlagzeilen: “US-Tochter T-Mobile steigt bei Sprint ein” und “Die Deutsche Telekom verkauft Scout24-Anteile”. Ob diese Neuigkeiten den T-Kurs auf LTE-Geschwindigkeit beschleunigen können?

Ein bisschen mehr “Speed” würde der Telekom bestimmt nicht schaden sowohl im Kundenservice, als auch bei der Wertentwicklung ihrer Unternehmensanteile. Seit Jahresbeginn erzielte die Deutsche Telekom-Aktie mit nur drei Prozent Plus weit weniger Rendite als der Dax (+11,62 Prozent) oder gar unser Erfolgs-Zertifikat, der boerse.de-Champions-Defensiv-Index BCDI (+12,16 Prozent).

Erleben, was verbindet

Was für ein schöner, fast schon poetischer Slogan für einen Telekommunikationsanbieter. “Verbunden” fühle ich mich heute in keinster Weise, aber immerhin scheint Telekom-Tochter T-Mobile-US nach jahrelangem Flirten endlich die Braut namens Sprint über die Schwelle zu tragen. Schon 2014 buhlte Sprint um T-Mobile, kam aber aufgrund kartellrechtlicher Bedenken nicht zum Zuge. Dann wollte sich die Telekom schmollend aus dem wettbewerbsintensiven US-Markt zurückziehen und T-Mobile-US verkaufen. Die Kronjuwelen! Kein anderes T-Unternehmen erzielt so hohe Gewinne, wie die boomende US-Tochter, die unter CEO John Legere vom Aschenputtel zur Prinzessin mutierte. Allein im vergangenen Jahr wuchs die Kundenzahl um rund 13 Prozent auf mehr als 71 Millionen. Ein Strategiewechsel von “Rückzug” auf “Angriff” scheint deshalb durchaus sinnvoll.

Statt sich aus dem Konkurrenzkampf mit AT&T, Verizon und Sprint zu verabschieden, macht die Telekom ihr US-Business jetzt “great again”. Mit der geplanten Übernahme des Konkurrenten Sprint, der mit 60 Millionen Kunden auf Platz vier der US-Telko-Rangliste steht, kämen die beiden Anbieter auf insgesamt 131 Millionen Kunden und würden damit Platzhirsch AT&T mit 208 Millionen Kunden in Bedrängnis bringen.

Doch noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern, denn Telekom-Chef Tim Höttges muss erst bei Donald Trump um Sprints Hand anhalten. Nur nach dessen Zustimmung und einem O.K. der Kartellbehörden können die Unternehmen fusionieren. Die Chancen stehen diesmal aber besser als anno 2014, da die Telekom in den USA rund 45.000 Mitarbeiter beschäftigt – ein strategischer Pluspunkt, mit dem das T-Unternehmen sogar bei Trump punkten könnte.

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Ein Neuanfang, ein Abschied: Gestern Abend wurde bekannt, dass sich die Deutsche Telekom von ihren restlichen Scout24-Anteilen trennt. Der Verkauf soll den Bonnern über 300 Millionen Euro in die Taschen spülen und das Ende einer über zehn Jahre langen Partnerschaft besiegeln. Traurig allein für die Scouts, deren Aktienkurs nach Bekanntgabe der Trennung über drei Prozent an Wert verlor während das Magenta-Papier lediglich rund 0,5 Prozent eingebüßte.

Keine Champions-Aktie, wie wir von boerse.de sie lieben. Die Deutsche Telekom blickt auf eine über 20-jährige Börsenkarriere zurück. Sie wurde als “Volksaktie” mit einem Rekordkurs von 86,90 Euro pro Stück zum gefeierten Star der 2000er, dümpelt aber seither in einer Spanne zwischen 8 und 18 Euro dahin.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Deutsche Telekom: Hello Sprint, goodbye Scout24

Deutsche Telekom vor den Zahlen: Hoffnung auf dem Heimatmarkt?

telephone-1541396_960_720Morgen wird es Zeit, den magentafarbenen Teppich auf dem Parkett auszurollen, denn die Börsenlegende Deutsche Telekom präsentiert ihr Zahlenwerk zum ersten Quartal. Die Nachrichtenlage rund um das mit Spannung erwartete Event ist relativ dünn und Marktexperten

hüllen sich in vage Formulierungen. Vielleicht, eventuelle, möglicherweise könnte das Telekommunikationsunternehmen mit einem etwas besseren Ergebnis aufwarten, als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern selbst hat sich für das Gesamtjahr ambitionierte Wachstumsziele gesteckt: Bei einem weiteren Umsatzanstieg solle das Vorsteuerergebnis im laufenden Geschäftsjahr um knapp 4 Prozent auf rund 22,2 Mrd. Euro zulegen. Gleichzeitig erwarte der Konzern einen Free Cashflow von rund 5,5 Mrd. Euro, was einer Steigerung von etwa 12 Prozent im Vergleich zu 2016 entsprechen würde. Gleichzeitig wollen die Bonner mit einer erhöhten Dividende von 0,60 Euro pro Anteilsschein um die Gunst neuer Anleger buhlen. Das Prozedere ist mehr Pflicht als Kür, denn mit einem Kursgewinn von nur drei Prozent seit Jahresanfang bleibt die T-Aktie weit hinter dem Dax-Mittelfeld zurück.

Kein Anschluss

Der rosa Riese muss sich ganz schön abstrampeln, wenn er den Anschluss zur Konkurrenz halten will. Da kommen mir doch die kultverdächtigen Worte des Radprofis Udo Bölts in den Sinn, der seinen Kapitän und Telekom-Teamkollegen Jan Ullrich mit “Quäl dich, du …!” 1997 zum Tour-de-France-Sieg schrie. Ähnliches könnte auch der amtierende Telekom-Chef Tim Höttges durch die Gänge rufen, denn die Geschäfte auf dem Heimatmarkt liefen in letzter Zeit eher schleppend. Die britische Beteiligung BT Group litt unter den Folgen des Brexit und eines Bilanzskandals in Italien, die sich deutlich wertmindernd auswirkten.

Doch getreu dem Motto “alles neu macht der Mai” geht Höttges 2017 optimistisch an den Start: Staatliche Subventionen für den Netzausbau, bessere Erlöse aus dem Breitbandgeschäft und geringere Kosten sollen dafür sorgen, dass die Telekom auch hierzulande wieder Rückenwind spürt. In den vergangenen Jahren musste nämlich stets das amerikanische Zugpferd T-Mobile US den Karren aus dem Dreck ziehen.

Hold the line, please

Der Mann, der immer wieder für die Bilanz-Rettung der Deutschen Telekom verantwortlich war, heißt John Legere, Chef der Tochter T-Mobile US. Ihm gelang das Kunststück, immer mehr Kunden für die Magenta-Marke zu begeistern und aus dem einstigen Sorgenkind die Nummer drei auf dem US-Mobilfunkmarkt zu machen. Mit Erfolg: Im vergangenen Quartal steigerte T-Mobile US den Gewinn um fast die Hälfte auf 698 Millionen Dollar und erwirtschaftet mittlerweile einen Großteil der Umsätze und des Gewinns der Konzernmutter.

Diese grundlegende Rollenverteilung wird uns vermutlich erstmal erhalten bleiben und auch der Aktienkurs der Bonner bewegt sich seit Monaten im gemächlichen Seitwärtsgang. Obwohl die T-Aktie eine wahrhaft lange und spektakuläre Börsenhistorie aufweist, so fehlen ihr doch die Merkmale eines boerse.de-Champions: Eine hohe Gewinn-Konstanz, unterdurchschnittliche Rückgänge in Korrekturen und überdurchschnittliche Kursgewinne. Diese Attribute finden Sie nicht in Bonn, sondern im boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der mit einer Rendite von sage und schreibe 51,48 Prozent seit Börseneinführung am 1. Juli 2014 das gelbe Trikot mehr als verdient hat.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre Miss boerse.de

Deutsche Telekom vor den Zahlen: Hoffnung auf dem Heimatmarkt?

Die Aktie des Tages: Deutsche Telekom

Morgen präsentiert die Deutsche Telekom Zahlen zum Geschäftsjahr 2016 und weckt bei mir Erinnerungen an meine ersten Ausflüge in die Börsenwelt. Ron Sommer, T-Aktie, Dotcom-Blase…Vor über 20 Jahren gelang es dem Schauspieler Manfred Krug mit einem legendären Werbespot dem Deutschen Volk der Sparer Appetit auf die “Volksaktie” zu machen. „Die Telekom geht an die Börse, und ich gehe mit“, versprach uns der frühere Tatort-Kommissar zur besten Sendezeit, und Millionen Börsenneulinge rochen das ganz große Geld. 1,9 Millionen Privatanleger stiegen ein, 713 Millionen Aktien wurden ausgegeben und spülten 10 Milliarden Euro in die Kassen des Unternehmens und Vater Staat.

Wie gewonnen, so zerronnen: Nach einem kurzen “Kurs-High” von 100 Euro pro T-Aktie im März 2000 platzte die Dotcom-Blase. Das Magenta-Papier kostete zeitweise nur noch acht Euro und liegt momentan mit einem Preis von rund 16,40 Euro pro Stück nur knapp über seinem Ausgabepreis von 14,57 Euro im Jahr 1996. Hätten Anleger ihr Erspartes 20 Jahre lang auf dem Girokonto deponiert, in Sojabohnen oder Goldschmuck für den / die Liebste investiert, so hätten sie damit höchstwahrscheinlich eine höhere Rendite erzielt, als mit dem Kauf der “Volksaktie”.

Der Konzern hat nicht 20 Jahre lang stillgestanden, wie die Zahlen vermuten lassen, sondern ist verzweifelt auf der Suche nach einem Wachstumsmodell. Ich besitze in Zeiten von WhatsApp, Skype und Netflix weder Festnetzanschluss, noch ein digitales TV-Abo. Internet allein reicht mir völlig. Mit dieser “Online-Only” Einstellung bin ich nicht allein. Immer mehr Konsumenten verzichten weitestgehend auf traditionelle Kommunikationsmittel, wie das Telefonnetz oder Mobilfunk, und nutzen vermehrt kostengünstige, digitale Angebote.

Ein Dilemma für die Deutsche Telekom, die zwar für die Bereitstellung der teuren Infrastruktur verantwortlich ist, die Kosten für den Ausbau immer schnellerer Netze aber nicht an ihre preissensible Kundschaft weitergeben kann. Wir machen zwar gerne Gebrauch vom schnellen 4G-Internet, bezahlen aber lieber Amazon Prime für den Download von Filmen und Musik, als das Geld der Telekom für “schnöde” Infrastrukturinvestments in die Tasche zu schieben. Folglich entwickeln sich lediglich die Datendienste der Telekom zu Umsatztreibern, während andere Geschäftsbereiche rückläufig sind oder bestenfalls stagnieren.

Um überhaupt ein Stück vom äußerst rentablen Entertainment-Kuchen abzubekommen, gehen immer mehr Telekommunikationsanbieter dazu über, Medienunternehmen zu kaufen. Diese nutzen zwar die Infrastruktur der “Telcos”, sacken aber den Großteil der Gewinne, die sie mit Content-Angeboten verdienen, alleine ein.

So schluckte der amerikanische Telekommunikations-Riese AT&T den TV-Anbieter DirecTV, die spanische Telefonica kaufte den französischen PayTV-Sender Canal+ und unsere Telekom spekuliert auf eine Hochzeit ihrer Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint. Ein Megadeal, der die Bonner, die am Tropf des äußerst erfolgreichen USA-Geschäfts hängen, mit einem Schlag zum größten Konkurrenten der US-Platzhirsche AT&T und Verizon werden ließe. Wenn, ja wenn, die Fusion der beiden Mobilfunkunternehmen von den Kartellbehörden und Mr. Trump abgesegnet wird. Insider haben da so ihre Zweifel: Donald Trump gilt zwar als unternehmensfreundlich, hat sich aber in Sachen Firmenfusion noch nicht zu einem eindeutigen “Pro” oder “Kontra” bewegen lassen. Die Wettbewerbshüter dürften dagegen bei ihrem Standpunkt bleiben, wonach Amerika auch zukünftig durch vier statt nur drei landesweite Telekommunikationsunternehmen versorgt werden müsse.

Während die Geschäfte der Telekom-Tochter T-Mobile US für Spannung und gefüllte Kassen sorgen, könnte der Kursverfall der britischen Mobilfunksparte BT eine Ergebnisbelastung zur Folge haben. Nach dem Brexit verlor die Telekom-Beteiligung etwa drei Milliarden Euro an Wert. Die große Frage lautet morgen, ob das erfolgreiche US-Geschäft die Verluste in England und anderen Teilen Europas wettmachen konnte. Börsianer rechnen insgesamt mit einer erhöhten Gewinnausschüttung für Aktionäre um fünf Cent auf 60 Cent pro Aktie und einem leichten Wachstum: Der Betriebsgewinn dürfte unterm Strich um acht Prozent auf 21,5 Milliarden, der Jahresumsatz um fünf Prozent auf 72,7 Milliarden Euro gestiegen sein.

Wer im Rahmen der morgigen Bilanz-Präsentation auf neue Hinweise zur geplanten Fusion von T-Mobile US und Sprint wartet, muss sich aber wahrscheinlich noch in Geduld üben: Aufgrund der laufenden Frequenzversteigerung in den USA, die noch bis April im Gange ist, gilt für alle beteiligten Telekommunikationsanbieter absolutes Stillschweigen.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Die-Aktie-des-Tages-Deutsche-Telekom-von-Miss-boersede/7745582

 

Die Aktie des Tages: Deutsche Telekom

Unsere Börsenwoche: Höhenangst

Nach seiner beachtlichen Klettertour vergangene Woche bekam unser heimischer Leitindex Dax zu guter Letzt Angst vor der eigenen Courage: Nachdem er am Mittwoch zeitweise die 12.000 Punkte-Markt geknackt hatte, ging es rasant zurück ins Basislager. Donnerstag und Freitag kannte der Deutsche Aktienindex nur eine Richtung: Abwärts bis auf rund 11.800 Punkte. Auf Wochensicht hat das Deutsche Leitbarometer knapp ein halbes Prozent gewonnen. Eine enttäuschende Vorstellung, die angesichts der guten Konjunkturdaten hierzulande schwer nachvollziehbar ist. Unsere Wirtschaft wächst, Steuereinnahmen sprudeln wie noch nie seit der Wiedervereinigung, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und trotzdem will auf dem Börsenparkett keine rechte Stimmung aufkommen.

Häufig ist es ja so, dass die “good Vibes” an der Wall Street auch den europäischen Aktienkursen Flügel verleiht. Doch auch von dieser, normalerweise hochansteckenden, Euphorie ist derzeit wenig zu spüren. Obwohl der amerikanische Dow Jones Index noch immer im “Trumponomics”-Modus verkehrt und vergangene Woche sein 10. Allzeithoch in Folge markierte, will die Dynamik aus den USA nicht über den Teich schwappen. Vielleicht sind wir einfach ein zu misstrauisches Völkchen, das die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Amerika mit Argusaugen verfolgt und lieber eine abwartende Haltung einnimmt, als sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen? Wie sagen wir doch so schön: “Wer hoch fliegt, kann tief fallen”…

Ehe sich die deutschen Anleger also zu weit aus dem Fenster lehnen, flüchten sie lieber in “sichere Häfen”. Gold erlebte in den vergangenen zwei Monaten, wie so oft in scheinbar unsicheren Zeiten, eine Renaissance und gewann seit Dezember 2016 rund sieben Prozent an Wert. Das ist einerseits aufgrund der turbulenten, politischen, Großwetterlage leicht nachzuvollziehen, widerspricht aber einer alten Börsenweisheit: “Wenn die Zinsen steigen, so fällt der Goldpreis”. Tut er aber nicht. Die Fed (US-Notenbank) erhöhte den Leitzinssatz im Dezember auf 0,5-0,75 Prozent und trotzdem verteuerte sich die Feinunze allein im vergangenen Monat um vier Prozent auf jetzt rund 1.256 US-Dollar. Es könnte also durchaus sein, dass der Goldpreis momentan seinen eigenen Gesetzen folgt und die Theorie, wonach Investoren von Gold und Aktien auf Festgeld “umsatteln”, sobald die Zinsen steigen, nicht mehr aufgeht.

Umso spannender könnte der “Beige Book”-Termin der US-Notenbank am Mittwoch werden. Die Finanzwelt spekuliert darauf, ob der achtmal pro Jahr erscheinenden Konjunkturbericht Hinweise auf eine erneute Zinsanhebung Mitte März liefern könnte. Die Fed hat für 2017 zwei Zinsschritte in Aussicht gestellt. Die Frage ist nur, ob die Aktienmärkte und das konjunkturelle und politische Umfeld in den USA robust genug sind, um einen Zinserhöhung in den kommenden Wochen zu “verdauen”.

Impulse von Unternehmensseite gibt es in den kommenden Tagen nur wenige. Die Bilanzsaison neigt sich dem Ende zu und lediglich ein paar Nachzügler präsentieren noch Geschäftszahlen. Beispielsweise:

Dienstag: Salzgitter, Hochtief, ElringKlinger, RIB Software
Mittwoch: Zalando, Rheinmetall, Ahold, Klöckner & Co., Best Buy
Donnerstag: Anheuser-Bush, Evonik, Deutsche Telekom, Continental, Autodesk, Abercrombie & Fitch

Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie sich von der aktuell recht turbulenten Lage auf den Finanzmärkten nicht aus der Ruhe bringen. Wie die Vergangenheit beweist, sind Dow und Dax äußerst robuste Gesellen, die sich von einem leichten “Schnupfen” schnell wieder erholen. Langfristig sind Aktien als Mittel für den Vermögensaufbau unentbehrlich und zudem risikoärmer, als manche vermuten. Eine durchschnittliche Rendite von 9 Prozent pro Jahr, wie sie Dax und Dow Jones erwirtschaften, beweist, dass Aktien alles andere als “spekulativ” sind. Wie immer kommt es auch hier auf die richtige Mischung an. Für den boerse.de-Champions-Defensiv-Index(BCDI) wurden  zehn besonders defensive Titel herausgefiltert, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit dauerhafte Wettbewerbsvorteile auszeichnen. Dadurch besteht für den BCDI eine langfristige Gewinnperspektive von 10+x%. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und werfen Sie einen Blick auf den boerse.de-Champions-Defensiv-Index, mit dem auch Sie beruhigt in die neue Woche starten können.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Unsere-Boersenwoche-Hoehenangst-von-Miss-boersede/7744751

 

Unsere Börsenwoche: Höhenangst

Deutsche Telekom: Magenta enttäuscht

Funny-Pink-5Allen FC Bayern-Fans, die heute deprimiert und / oder verkatert aus den Betten krabbeln kann ich nur raten: ablenken, verdrängen und dopen. Ein doppelter Espresso-Aspirin in Kombination mit den Nachrichten des Tages und der gestrige Fußball-Frust ist schnell vergessen. Zwei Schlagzeilen, die euch heute sicher noch über den Weg laufen werden sind: “EZB schafft 500 Euro-Schein ab” und “Telekom mit Gewinnzuwachs”. So, das klingt ja mal ordentlich trocken. Aber keine Sorge, hier kommt die BUX-News-Version!

EZB-Chef Marion Draghi hat eine Mission: er will, dass wir unser hart verdienten Euros zum Fenster rauswerfen. Investieren, spekulieren, scheißegal. Hauptsache nicht Sparen. Um die Konjunktur anzukurbeln muss der Rubel fließen und aufm Sparbuch bringt das Geld der Wirtschaft gar nichts. Wer Geld auf der hohen Kante hat, das er nicht ausgeben will, steht momentan vor einem Schlamassel: Null Prozent Zinsen bei der Bank, oder alles in den Sparstrumpf stopfen? Entscheidet er sich für Letzteres, so sind 500 Euro Banknoten natürlich ne feine Sache da der Strumpf sonst irgendwann aus allen Nähten platzt. Dass Draghi uns Sparer durch die Entführung des 500 Euro Scheines vom Kurs abbringen will, bestreitet die EZB vehement. Angeblich wird der Magenta-Schein häufig für illegale Geschäfte verwendet und soll deshalb aus dem Verkehr gezogen werden. Aha.

Apropos Magenta: Die Telekom präsentierte heute Morgen vor Börsenstart ihre Zahlen fürs erste Quartal und siehe da, die Bonner übertrafen mit 17,6 Milliarden Umsatz sogar leicht die Erwartungen der Analysten. Meine Erwartungen an die Deutsche Telekom sind traditionell eher nicht existent. Netzprobleme, Telefonstörung, Kabelanschluss- alles daaaueert eine gefühlte Ewigkeit. So überrascht es nicht, dass das Deutschland-Geschäft wenig zum Gesamterfolg der Bonner beiträgt. Dagegen konnte US-Tochter T-Mobile ihren Gewinn in den ersten drei Monaten auf 2,7 Milliarden Dollar verdoppeln und sorgte für einen Big Smile des rosa Riesen.

Die Strategie des langhaarigen T-Mobile US-Bosses John Legere ist grell und laut. Mit knackiger Werbung, immer neuen Smartphones für die Kunden und Giga-Datenpaketen gelingt es ihm, den Konkurrenten Verizon und AT&T Kunden abzujagen.  Von der erfolgreichen lässig-cool Strategie der Amis wollen sich jetzt auch die Deutschen eine Scheibe abschneiden denn die Geschäfte laufen hierzulande alles andere als rosig. Im letzten Quartal haben die Bonner im eigenen Land mit 5,5 Milliarden Euro 2,2 Prozent weniger verdient, als im Vorjahr.

Der Umstand, dass T-Mobile US die deutsche Karre momentan aus dem Dreck zieht und die Tatsache, dass die Telekom aufgrund von Mega-Investitionen in neue Netze 5 Prozent weniger Geld auf der hohen Kante hat als im letzten Jahr (Cash Flow), bereitet den Anlegern Bauchschmerzen. So rangiert die Aktie trotz übertroffener Erwartungen mit Minus 1,2 Prozent im Verlierer-Feld der heutigen DAX-Rangliste.

Und jetzt habt ihr die Qual der Wahl: steckt ihr die letzten 500er ins Sparschwein, oder in die rosige Zukunft der Deutsche Telekom?

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/deutsche-telekom-magenta-enttaeuscht/

Deutsche Telekom: Magenta enttäuscht

Rosige Aussichten für die Deutsche Telekom?

ronHände hoch: wer von euch Rookies erinnert sich noch an die “Volksaktie” der Deutschen Telekom? Ich war bei ihrem Börsengang 1996 Gott sei Dank noch zu jung, um Aktien zu kaufen. Sonst hätte ich mich bestimmt wie viele andere Deutsche auch in den finanziellen Ruin gestürzt. Morgen, gut zwanzig Jahre später, präsentiert die Deutsche Telekom ihre Jahreszahlen 2015. Ein guter Grund für einen kurzen Rückblick.

Ende der 90er leitete der legendäre Ron Sommer die Geschäfte des Telekommunikationsanbieters. Er hätte genauso gut PR-Guru werden können, denn seine Kommunikationsstrategie rund um den Börsengang der T-Aktie war genial. Er wollte erreichen, dass die Deutschen ein Volk von Aktionären werden und warf gigantische Werbegelder aus dem Fenster, um den Verkauf seiner Aktie anzuheizen. Mit Erfolg: 1,9 Millionen Privatanleger stiegen ein, 713 Millionen Aktien wurden ausgegeben. Die Telekom wäre auch die fünffache Menge losgeworden. Ron freute sich über 10 Milliarden Euro frisches Kapital und die Aktie flog von 28,50 Euro auf 103 Euro im Jahr 1999. In Deutschland machte sich eine wahre Aktien-Euphorie breit, die allerdings nicht von langer Dauer war.

Dr. Sommer verspekulierte sich. Zu hohe Investitionen in UMTS-Lizenzen, eine zweifelhafte Unternehmensstrategie und der umstrittene Kauf der amerikanischen Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel für ca. 39,4 Mrd. Euro (inklusive übernommener Schulden) verschreckten die Aktionäre. Es folgte ein beispielloser Wertverfall der Aktie bis zum Tiefpunkt von rund 8 Euro.

Und heute? Aktionäre von damals werden bei einem Kurs von 15 Euro noch immer in Tränen ausbrechen doch die Geschäfte laufen nicht schlecht. Ausgerechnet die Geschäfte der US-Tochter T-Mobile laufen wie peanut butter. Die amerikanische Tochter hatte den genialen Einfall, mit spottbilligen iPhones auf Kundenfang zu gehen. Der Plan ging auf und T-Mobile konnte sein Nettoergebnis im letzten Jahr fast verdreifachen.

Auch hierzulande steht der Konzern nicht still. Wer bei der Telekom- so wie ich- vor allem an Festnetzanschlüsse und Telefonstörungen denkt, der täuscht sich. Das Unternehmen setzt zunehmend auf Cloud Computing, bei dem Unternehmen Speicherplatz und Programmanwendungen auf Servern der Telekom “mieten” können, Cybersecurity und andere, nerdy IT-Dienste für Unternehmen oder die Industrie.

Die meisten Analysten erwarten bei der Telekom für das vierte Quartal ein Umsatzplus von 6,1 Prozent auf 18,0 Milliarden Euro und rund 16 Prozent mehr Gewinn. Damit hätten die Bonner ihr Jahresziel erreicht. Was meint ihr? Hat die Magenta-Marke das Zeug zur Volksaktie 2.0?

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Rosige Aussichten für die Deutsche Telekom?

Rückenkratzen bei der Deutschen Telekom

telekomBeginnen wir den Tag mit einer Tasse Heißgetränk und einer kleinen Hitliste der gestrigen Gewinner und Verlierer im DAX. Um es kurz zu machen: fast alle Unternehmen, die gestern ihre Quartalszahlen offenlegen mussten, waren die großen Looser. K+S, Deutsche Post und Eon präsentierten deutliche Verluste und schmückten sich mit einem dicken, roten Minus im Index. Henkel dagegen profitierte von den blitzsauberen Zahlen seines Waschmittel-Geschäfts und schäumte mit 6,7 Prozent Plus an die Spitzenposition der Deutschland 30.

Gute Neuigkeiten gab es auch von der Deutsche Telekom. Das Traditions-Unternehmen dürfte sein geliebtes Magenta bald mit vier bunten Würfelchen anreichern, denn es steht ein ganz dicker Deal mit (Trommelwirbel) Microsoft bevor!

Der amerikanische Tech-Konzern und T-Systems planen, gemeinsam Konkurrenten wie Amazon oder Google einen Platz in den Wolken streitig zu machen. Es geht um “the Cloud”, die “Datenwolke”, in der Unternehmen und Einzelpersonen Rechen- und Programmleistungen abrufen können.

Die Partnerschaft der beiden beruht auf einem gegenseitigen Rückenkratzen: T-System juckt das Cloud-Geschäft schon lange und Microsoft kribbelt es bei dem Gedanken, endlich seine Abhängikeit vom Windows-Geschäft zu verringern.

Die frischgetrauten IT- Riesen schweben also auf Wolke 7 und profitieren auch noch vom wachsenden Misstrauen der Firmenkunden in Daten, die auf Servern in den USA gespeichert sind. Zu weit weg, zu unsicher. Viele Branchen bevorzugen Server Made in Germany und vertrauen ihre Daten lieber Telekom-Rechnern in Frankfurt und Magdeburg an. Microsoft sorgt für die Infrastruktur, die Telekom für die Architektur. Wenn diese Ehe keine Zukunft hat!

Gute Nachrichten kamen gestern Abend auch noch aus den benachbarten Niederlanden. Die Investoren Apax, CVC und eventuell auch Liberty Global haben Interesse an der verlustträchtigen Telekom-Tochter T-Mobile. Sollte es der Telekom gelingen, den Laden für geschätzte 3 Milliarden Euro zu verticken, könnte schon bald die nächste Party steigen denn T-Mobile laufen die Kunden weg. Fast 200.000 untreue Holländer wechselten innerhalb eines Jahres zu Konkurrenten KPN oder Vodafone. Zu klein der Markt, zu hart die Konkurrenz. Und so käme der Telekom ein Verkauf des Geschäfts in den Niederlanden gerade recht.
Ob die Telekom-Aktie heute auf magentafarbenen Wölkchen schwebt? Nach dem Gong wissen wir mehr.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

Rückenkratzen bei der Deutschen Telekom