Deutsche Bank: Sechs, setzen

bank-2291233_960_720.jpgDer Deutschen Bank gelang heute Morgen die Mega-Überraschung: Das Geldinstitut verzwanzigfachte seinen Gewinn im zweiten Halbjahr auf 466 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum 2016 waren es nur 20 Millionen Euro. Selbst einige Analysten rieben sich bei diesen Zahlen vermutlich die Augen, denn die Marktbeobachter hatten mit einem Gewinn nach Steuern von nur 273 Millionen Euro gerechnet.

Mehr ist nicht genug

Übertroffene Erwartungen sind eigentlich der Stoff, aus dem Börsianer-Träume gestrickt sind und stehen meist Garant für ein anschließendes Kurs-Feuerwerk. Doch die Party lässt heute auf sich warten: Die Aktie der Deutschen Bank verlor zu Handelsbeginn zeitweise über vier Prozent an Wert. Für den unerwarteten Kursrückgang gibt es mehrere Gründe:

Zum einen fiel das Ergebnis im Vergleich zum ersten Quartal, in dem die Deutsche Bank einen Überschuss von 878 Millionen Euro und einen Gewinn von 575 Millionen Euro ausweisen konnte, eher schmächtig aus. Zum anderen senkte das Geldinstitut mit Hilfe der “Tiefstapel- Strategie” erst die Markterwartungen, um sie anschließend selbst zu übertreffen. Eine Taktik, die bei den Börsianern gar nicht gut ankommt. Sicher gab es auch zu Ihrer Schulzeit einen Klassenkameraden, der nach jeder Mathearbeit unkte: “ohje, diesmal hab ich echt nichts gewußt”. Nur, um Tage später grinsend eine Eins in den Händen zu halten. Ähnlich unbeliebt macht sich heute die Deutsche Bank, die vor ein paar Wochen die eigentlich noch höher liegenden Erwartungen der Analysten gedämpft hatte und deshalb heute “überraschend” gut dasteht.

Das Gewinnplus wird zudem von sinkenden Gesamteinnahmen in den vergangenen sechs Monaten überschattet, die um ein Zehntel auf 6,6 Milliarden Euro einbrachen. Schuld daran war das rückläufige Geschäft mit Aktien und Wertpapieren. Die Märkte ware wenig volatil und genau darin liegt das Problem: Je ruhiger der Handel, desto weniger Gebühren kassieren die Geldinstitute. Ein Problem, mit dem die Deutsche Bank nicht alleine dasteht. Auch die US-Kollegen Goldman Sachs und Morgan Stanley verzeichneten erhebliche Einbußen im Wertpapier-Geschäft.

Das Schlimmste ist überstanden

Trotz der gegenwärtig getrübten Stimmung dürfen wir aber nicht vergessen, dass der Deutsche Bank-Chef John Cryan schon einiges an Aufräumarbeit geleistet hat. In den vergangenen Jahren kämpfte sein Geldinstitut mit unzähligen, juristischen Baustellen, die der DB Milliardenverluste bescherten. Darunter Manipulations-Vorwürfe, zweifelhafte Hypothekengeschäfte und Schummelsoftware. Ein Großteil der kostspieligen Prozesse ist mittlerweile ausgestanden und die Großbank kann sich wieder auf ihre Neuausrichtung konzentrieren. Das Kreditinstitut, das aufgrund seiner großzügigen Boni- und Managementgehälter immer wieder für Schlagzeilen sorgte, hat den Gürtel enger geschnallt. Die Hälfte der geplanten Stellenstreichungen ist inzwischen umgesetzt und 177 der insgesamt 188 betroffenen Filialen wurden seit Jahresbeginn geschlossen. Dank dieser Maßnahmen sanken die Kosten im ersten Halbjahr um sechs Prozent. John Cryan sieht 2017 als “Übergangsjahr”, wenn auch unter “deutlich besseren Vorzeichen” als in der jüngsten Vergangenheit. Die Deutsche Bank-Aktie spiegelt das Wechselbad der Gefühle sehr deutlich wider. Während für den Zeitraum von drei Jahren -31,67 Prozent Kursverlust zu Buche stehen, gewann das Wertpapier innerhalb der vergangenen zwölf Monate 38,85 Prozent an Wert.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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Deutsche Bank: Sechs, setzen

Deutsche Bank: Ein Hoffnungsschimmer nach zwei Horrorjahren

Wie Phoenix aus der Asche: Die Deutsche Bank überraschte im Rahmen der Quartalszahlen-Präsentation mit einer Gewinnmeldung. Nach zwei verlustreichen Jahren verbuchte das Geldhaus in den vergangenen drei Monaten endlich mal wieder einen ordentliches Vorsteuerergebnis von 878 Millionen Euro, was einer Steigerung von 52 Prozent entspricht. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Ergebnis von 868 Millionen gerechnet. Doch die Erträge ließen zu wünschen übrig: Sie gingen um neun Prozent auf 7,3 Milliarden Euro zurück.

Rechtfertigt dieser kleine “Schönheitsfehler” in der Bilanz den Kursrutsch der Aktien von rund drei Prozent zu Handelsbeginn? Teilweise. Neben Gewinnmitnahmen der Anleger, die sich über die Wertsteigerung ihrer Bankenaktien von über zehn Prozent seit Jahresbeginn freuten, waren viele Börsianer mit dem Statement des DB-Chefs John Cryan “Ich bin zufrieden mit unserem Start ins Jahr 2017” nicht ganz einverstanden.

Etwas Licht…

Good news first: Der boomende Anleihenhandel spülte der Deutschen Bank ordentlich Geld in die Kassen. Aufgrund der andauernden Unsicherheiten an den Weltbörsen schichteten Anleger ihr Depot um und zahlreiche Börsen-Neulinge kauften Aktien, um von der andauernden Hausse zu profitieren. Folglich sprudeln die Erlöse aus dem Beratungsgeschäft und Investmentbanking, das sein operatives Ergebnis von 313 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf jetzt 462 Millionen Euro steigern konnte. Mit diesem Resultat liegen die Frankfurter übrigens schwer im Trend: Auch richtungsweisende US-Großbanken profitierten vom starken Anleihengeschäft und verbuchte im ersten Quartal Milliardengewinne.

Auch das Tagesgeschäft mit Privat- und mittelständischen Kunden kam wieder in Schwung. Hier kletterte das Ergebnis vor Steuern auf 320 Millionen Euro nach 63 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Bedeutet das, dass Kunden wieder mehr Vertrauen in das krisengeschüttelte Bankhaus gewonnen haben? Die erst kürzlich abgeschlossene Kapitalerhöhung von 8 Milliarden Euro sollte Kunden und Anleger von der Zukunftsfähigkeit der Bank überzeugen, doch viele argwöhnen, dass die momentanen Überschüsse mehr kosmetischer Natur sind und sich nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen lassen.

…und Schatten


Dem Bankhaus wird “mehr Schein als Sein” unterstellt, denn der Schrumpfkurs des John Cryan hat Köpfe rollen lassen und zu Kostensenkungen von rund zwölf Prozent geführt. So wäre es durchaus denkbar, dass sogar bei gleichbleibenden Einnahmen unterm Strich ein Plus in der Bilanz steht. Zudem profitierte die Deutsche Bank von Basiseffekten und weggefallenen Belastungen, die ein in Wirklichkeit stagnierendes Geschäft in einem günstigeren Licht erscheinen lassen.

Wie gehts weiter?

Um das Bankhaus wieder auf Erfolgskurs zu trimmen und die teils selbst verschuldete Finanzkrise zu überwinden, setzt Cryan auch weiterhin auf den Rotstift. Nachdem die Mitarbeiterzahl innerhalb eines Jahres von weltweit 101.445 auf 98.177 eingedampft wurde, sollen bis 2018 weitere 9.000 Angestellte ihren Job verlieren. Vor allem Mitarbeiter der insgesamt 188 deutschen Filialen, die auf der roten Liste stehen, müssen ihren Hut nehmen und sollen durch freundliche Telefonberater ersetzt werden. Die unverkäufliche Postbank-Tochter wird in die Bank eingegliedert und die Vermögensverwaltung Deutsche Asset könnte im Falle eines Teil-Börsengangs Millionen zur Firmenbilanz beisteuern.

Unterm Strich ist die Neuausrichtung der Deutschen Bank ein enormer Kraftakt. Sowohl Kunden, als auch Mitarbeiter und Aktionäre sollen wieder Vertrauen in die Finanzkraft und Zukunftsfähigkeit der Großbank gewinnen und John Cryan muss wieder und wieder beweisen, dass sein Masterplan auch langfristig Früchte trägt.

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Deutsche Bank: Ein Hoffnungsschimmer nach zwei Horrorjahren

BMW: Alle Münchner fliegen hoooch!

article-2427946-1824275200000578-134_964x487Wenn die Deutsche Bank was von “Liquidität”, “Profitabilität” oder “gute Firmen-Führung” faselt, dann kann sie nicht sich selbst meinen. Stimmt, die Deutsche Drama-Bank, die mehr interne Baustellen hat als die A8, plauderte heute nicht aus dem eigenen Nähkästchen, sondern lobte die Bayerischen Motoren Werke.

Die Großbank adelte die BMW-Aktie und verlieh ihr die “Buy” Medaille was soviel bedeutet wie: Kaufen, das Ding! BMW sei hoch profitabel, gut gemanaged und finanziell flüssiger als Konkurrent Daimler.

Autsch!

Daimler. Da war doch was. Erst vor zwei Tagen sickerte eine Meldung durch die Presse, wonach die Stuttgarter die Münchner erstmals seit elf Jahren am Auspuff schnuppern lassen. Aktuelle Absatzzahlen der Monate Januar- November verraten, dass Daimler rund 70.000 mehr Autos ausgeliefert hat als BMW, oh weh oh weh. Daran könnte nur ein Unglück der Größenordnung “Elchtest” oder “Dieselgate” noch etwas ändern.

Macht niX!

Denn 2018 kommt der X7, verriet BMW Finanzchef Eichiner. So ne neue, große Kiste könnte den SUV-verliebten US-Markt wieder anheizen, in dem die Münchner mit einem Verkaufs-Minus von 18 Prozent ganz schön Federn lassen mussten. Die Amis stehen auf dicke Kisten und warten lieber auf den neuen X7 oder 5er, der im Februar auf den Markt kommen soll, als sich mit Modellen der letzten Generation zu begnügen.

Auch wenn BMW seinen Titel dieses Jahr wohl an Daimler verlieren wird, glauben die meisten Experten daran, dass die Motorenwerke 2017 einen Gang raufschalten. Analysten prophezeien 21 Prozent höhere Gewinne und sorgen mit ihrem Optimismus dafür, dass die BMW-Aktie heute mit Plus 1,24 Prozent zu den Top-Scorern des Tages zählt.

Und jetzt seid ihr dran. Entscheidet ihr euch für “Fahrfreude pur” oder “Das Beste oder nichts”? Happy Trading!

BMW: Alle Münchner fliegen hoooch!

Die Bringer der Woche: Short but sweet

942e8b5d-ece0-4285-a82c-7f2e7cef72f3Erstmal ein “Servus” nach Österreich! Während wir in Deutschland heute den Beginn der Vier-Tage-Woche feiern und – mal abgesehen von eurer schreibenden Autorin- 24 Stunden im Chill-Modus verbringen, dürft ihr “hackln”. Mitleid? Fehlanzeige! Unsere österreichischen Nachbarn haben nämlich 13 bundesweite Feiertage pro Jahr und wir nur 9! Für die BUXianer unter euch, die nicht wissen, was sie mit soviel Zwangsfreizeit anfangen sollen, hier der goldene Tipp: Traden! Die deutschen Aktien sind heute out of order, aber ihr könnt trotzdem auf unsere “Germany 30” (den DAX), oder Aktien aus anderen Herren Ländern spekulieren! Bevor wir so richtig in die Pötte kommen, drücke ich kurz mal auf reeewind—zurück zum “Wicked Friday”, der eigentlich ein “Black Friday” werden sollte.. Aber lest selbst..

Die Aktie der Deutschen Bank zog am Freitag unseren gesamten DAX über 1 Prozent nach unten. Wenn ein Familienmitglied der Germany 30 am abschmieren ist, dann sieht die gesamte Gang rot. Schlagzeilen so von wegen “die nächste Bankenkrise steht vor der Tür wahaaa lasst uns Lemming-Style in den Abgrund springen!” ließen die DB-Aktie von der Klippe jumpen und zogen unseren DAX gleich mit. Lemminge, eben. Doch Freitagnachmittag rieben sich die Profi-Trader ungläubig die Augen. Die Deutsche Bank, der Loser des Vormittags, drehte plötzlich richtig auf! Bam! 6 Prozent rauf und das nur, weil die Deutsche Bank Gerüchten zufolge Bußgelder in Höhe von “nur” 5,4 statt 14 Milliarden Dollar für krumme Hypothekendeals in den USA abdrücken darf. DB-Aktie rauf, DAX über 1 Prozent im Plus.

Die Deutsche Krisen-Bank und die Frage, wie tief das Geldhaus wirklich in der finanziellen Scheiße steckt, wird uns sicher auch diese Woche begleiten und für crazy Up’s und Down’s der DAX- und DB- Kurs-Kurven sorgen.

Ganz heimlich, still und leise hat auch die Quartalszahlen-Saison wieder begonnen und einige Unternehmen lassen uns diese Woche einen Blick in ihre Kassenbücher werfen. Interessante Sache für die Börsianer, weil die Aktie eines Unternehmens am D-Day ziemlich abgehen kann- oder ins Gras beißt. Je nachdem, wie gut, oder schlecht die Unternehmenszahlen bei den Investoren ankommen.

So, und jetzt setze ich mal den Rotstift an: Yum! Brands, Tesco, Easyjet. Nope. Wir gucken der Gen-Getreide-Mafia Monsanto auf die kleinen Schmutzfinger! Mittwoch lässt Bayers historischer, gigantischer Milliarden-Megazukauf die Katze aus dem Sack und ich bin echt super gespannt, ob in Monsantos Quartalszahlen irgendwelche üblen Überraschungen lauern. Der deutsche Pharma- und Chemieriese Bayer will mit der Monsanto-Übernahme den Welthunger besiegen. Genmanipulierte Pflanzen und fieser, toxischer Dünger sollen Mutter Natur unter die Arme greifen und das Duo in den Agro-Chemie-Himmel heben. Umstrittene Geschichte- sowohl ökologisch, als auch wirtschaftlich, denn Experten bezweifeln, dass Monsanto sein Geld (66 Milliarden Dollar) auch wert ist. Mittwoch gibts die ganze Wahrheit- und bei BUX die Story!

So ihr BUXies, shorties, longies- sucht euch ne leckere Aktie, spielt ein bisschen mit den Knöpfen und befolgt meinen goldenen Tipp des Tages: zurück in die Horizontale! Happy Trading!

 

Die Bringer der Woche: Short but sweet

Deutsche Bank Hauptversammlung: Eine große Baustelle

RTX1FRLJDie Aktionäre der Deutschen (Skandal-) Bank trafen sich heute um 10:00 Uhr zur Hauptversammlung in der Frankfurter Festhalle. Von Partystimmung jedoch keine Spur. Schon vor Beginn der Veranstaltung geisterten Fotos aufgebrachter Anteilseigner und kinky gekleideter Demonstranten durch die Liveblogs der deutschen Presselandschaft. Mein persönliches Highlight sind die Öko-Aktivisten der Gruppe “Urgewald”, die vor dem Gebäude Putzlumpen und Flyer mit der Überschrift “Sauber machen, Herr Cryan” verteilten.

Den Lumpen-Aktivisten wollen die Deutsche Bank mit ihrer Aktion dazu bringen, Unternehmen die in Waffen- oder umweltfeidliche Kohlegeschäfte verstrickt sind, finanziell nicht mehr zu unterstützen. Ein hübscher Gedanke, wobei ich mir vorstellen könnte, dass Vorstandschef John Cryan heute auf anderen Baustellen reinen Tisch machen muss.

Eine kleine Zusammenfassung der Deutschen Bank Problemchen:

* Der Aktienkurs fiel in diesem Jahr auf den tiefsten Stand seit der 90er Jahre. Die Dividende wurde gestrichen.

* Das Bilanzjahr 2015 endete mit einem Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro.

* Die DB hat mit einem enormen Image- und Vertrauensverlust zu kämpfen.

* Unzählige Rechtsstreitgkeiten kosten die Bank viel Zeit und Geld. Cryan geht im laufenden Jahr von “nur” 2,1 Milliarden Euro aus.

* Hohe Strafgelder, Gerichtskosten und historisch niedrige Zinsen zwingen die Bank auf Sparkurs.

* Die Aktionäre wollen vor allem eines: Wissen, wohin die Reise geht.

Beobachter rechnen – wie schon vor einem Jahr- mit einem filmreifen Clash zwischen Anteilseignern, deren Investment sich im letzten Jahr halbiert hat, Firmenboss John Cryan, dem gerade erst zurückgetretenen Co-Chef Jürgen Fitschen und Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner. Die drei Hauptdarsteller haben ganz unterschiedliche Rollen im DB-Drama. John ist der “Aufräumer” und Hoffnungsträger der Aktionäre, Jürgen spielt den verprellten “Ausscheider”, der so unentbehrlich ist, dass er in Teilzeit weiterhin Firmenkunden betreut und Paul den “Buhmann”, der als interner Kontrolleur gepfuscht und der Bank höhere Strafen für Zinsmanipulation eingebrockt haben soll, als eigentlich nötig.

Diesen Vorwurf will eine Aktionärin jetzt genauer prüfen lassen und verlangt eine Abstimmung darüber, ob vier Sonderprüfungen durchgesetzt werden, die das (Fehl-) Verhalten von Paul Achleitner & Co. bei der Aufklärung der weltweiten Zinsmanipulations-Affäre ans Licht bringen sollen. Hätte die DB besser mit den britischen Behörden kooperiert, wäre sie eventuell einem Teil der 2,5 Milliarden Dollar- Strafe entgangen.

Um die Stimmung in der Halle zu retten, legte sich John Cryan mächtig ins Zeug und probierte, einen auf Aufbruchstimmung zu machen. Es fielen Statements wie: “Wir haben die Chance, die Deutsche Bank auf das zu konzentrieren, was sie stark macht.” oder “Fleiß, Ehrlichkeit, Vertrauen und Gründlichkeit sind die Tugenden der Deutschen Bank.” Und nicht zu vergessen: “Unsere neue Private-Banking-App ist wirklich klasse.” Na da sind wir aber froh! Ein toller Anfang und der richtige Zeitpunkt für die Aktionäre, um sich aufs Würstchen-Buffet zu stürzen. Frei nach dem Motto: Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei. Mahlzeit!

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Deutsche Bank Hauptversammlung: Eine große Baustelle

Kommt unser DAX heute in die Pötte?

The-End-Is-Near-Funny-Toilet-Paper-PictureWenn es nach den Goldmännern der Investmentbank Goldman Sachs geht, sieht die Perspektive an den Aktiemärkten alles andere als glamourös aus. Unser DAX hat sich zwar von seiner Sinnkrise Anfang des Jahres halbwegs erholt, dümpelt aber schon seit Wochen relativ lustlos auf der Stelle herum. Die Banker behaupten, dass Aktien in den kommenden 12 Monaten keine Giga-Geldanlage sind und stufen das Investment von “Buy” auf “Neutral” runter was soviel bedeutet wie: Flopalarm. Sie begründen ihre Entscheidung damit, dass die wirtschaftliche Entwicklung weltweit eher schlapp verläuft und viele Unternehmen ihre Gewinn- und Umsatzprognosen nach unten schrauben. Und das ist natürlich Gift für deren Aktienkurse.

Da kann sogar der Ölpreis, der weiterhin kräftig in Richtung 50 Dollar pro Fässchen sprudelt, wenig ausrichten. Steigende Ölpreise beglücken die Börsianer im Allgemeinen, weil sie als Zeichen einer blühenden Wirtschaft gedeutet werden. Wo viel Öl nachgefragt wird, wird auch viel produziert und wo viel produziert wird, wird viel verkauft und wenn viel verkauft wird, machen Unternehmen gute Geschäfte und steigt deren Aktienkurs. So ungefähr lautet die Ölpreis-Aktienmarkt-Formel, die momentan leider nicht so ganz aufgeht, denn der DAX steht trotz Ölpreis-High auf wackligen Beinen.

Und dann gibt es da noch die Notenbanken, die den Weltbörsen regelmäßig die Party crashen. Kaum kommt wieder Stimmung auf dem Parkett auf, schon klemmt sich Janet Yellen, die Präsidentin der US-Notenbank Fed hinters Mikro ihres Turntables und lässt ein Statement in Sachen Zinspolitik vom Stapel. Gestern Abend zum Beispiel. Sowohl die europäischen Börsen-Hengste als auch die Wall-Street-Trader hielten sich mit Spekulationen den ganzen Tag über zurück und warteten ab, was Mrs. Yellen um 20:00 Uhr unserer Zeit verkündete. Erhöht die Fed bald den amerikanischen Zinssatz? Vielleicht schon im Juni? Oder doch erst im Winter? Oder überhaupt nicht? Und wenn doch- um wie viele Pünktchen? Doch wieder hielt sich die Fed mit klaren Worten zurück. Eine Zinserhöhung im Juni wäre schon möglich, aber unwahrscheinlich. Aha. Der amerikanische Index Dow Jones musste daraufhin gestern erstmal schlucken und tauchte ein paar Punkte weiter in die Tiefe. Ob unser DAX heute in seinem Fahrwasser mit nach unten strudelt?

Auf der Agenda stehen heute auch noch Quartalszahlen von Merck und Henkel sowie die Hauptversammlung der Deutschen Bank am Vormittag. Letztere könnte besonders prickelnd werden, da sich das DB-Management  schon die letzten Male heftige Auseinandersetzungen mit frustrierten Aktionären lieferte. Ich sage nur: Ring frei für John Cryan! Wir sind gespannt, wie er sich gegen Vorwürfe zu überhöhten Bonus-Zahlungen und Fragen zur unsicheren Zukunft seiner Bank wehren wird.

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Kommt unser DAX heute in die Pötte?

Ist bei der Deutschen Bank noch was zu retten?

holy-shit-framedWenn ich etwas nicht kann, dann ist das: Warten. Auf den Bus im Regen, auf das Geld aufm Konto, auf den notorisch-zuspätkommenden Buddy. Sogar Vorfreude finde ich scheiße. So ähnlich geht es wohl auch den Profi-Spekulanten an den Weltbörsen, die heute die Stunden bis 20:00 Uhr zählen. Sie warten nicht auf die Tagesschau, auch nicht auf den Champions League Halbfinalen-Knaller, sondern auf Janet. Janet Yellen, das Bondgirl unter den Notenbankern, entscheidet heute Abend über den Finanz-Frieden. Ihre Geheimwaffe sind die Zinsen. Schraubt Janet den Zinssatz nach oben, so dürften die Aktienmärkte in eine Art Schreckstarre verfallen. Denn hohe Zinsen sind absolut killing für Kursgewinne. Eigentlich logisch, denn wenn “sichere” Geldanlagen wie Sparbücher wieder Rendite abwerfen, stürzen sich weniger Anleger auf Firmenanteile.

Doch eigentlich könnten sich die Börsianer mit einem entspannten “Ommm” und einem kühlen Blonden vors Halbfinale setzen, denn von Mrs. Yellen können wir keine Action erwarten. Der US-Zinssatz bleibt wohl bis mindestens Juni bei 0,25-0,50 Prozent hängen. Blöde Sache, besonders für die großen Geldhäuser dieser Welt, die ihre Moneten praktisch zum Nulltarif an Kunden verleihen müssen.

Eine Bank, dies besonders hart erwischt hat, ist unsere Deutsche Bank. Eigentlich könnte man doch annehmen, dass die DB alle Hände voll zu tun hat, um in Zeiten der Gefriertruhen-Zinsen noch mit irgendwas Geld zu verdienen. Doch anstatt sich kollektiv die Nase zu reiben und einen Plan B auszuhecken, reiten sich die Bankfurter immer tiefer in die Sch****. Seit 2008 wurden Kunden betrogen, Märkte manipuliert, Ramschhypotheken verscherbelt und russische Rubel gewaschen. Die DB ist in mehr als 7000 Rechtsstreitigkeiten verwickelt und muss für Gerichtskosten und mögliche Strafzahlungen Milliardensummen aus dem ohnehin löchrigen Sparstrumpf zaubern.

Morgen Punkt 7.00 Uhr ziehen die Banker Bilanz fürs erste Quartal 2016 und könnten noch für eine positive Überraschung sorgen, denn alle Gewinnwarnungen und Verlustmeldungen hat Deutsche Bank Chef John Cryan ja schon in den letzten Wochen abgearbeitet. Dass das Geldhaus im ersten Quartal weder mit Festzins-Produkten noch mit Aktien irgendwie Gewinne einfahren konnte, gilt als sicher. Über die Höhe der Verluste sind die Analysten allerdings geteilter Meinung. Das liegt daran, weil die Kosten für laufende Streitereien nur schwer abschätzbar sind. Gemittelt rechnen die Bankexperten mit einem Verlust von 97 Millionen Euro. Ziemlich krasser Abstieg von den 544 Millionen Euro Gewinn im letzten Jahr…

Wenn die Gegenwart eher grau und depri ist, dann trösten wir uns doch gerne mal mit einem Blick in die Zukunft. So auch Co-Bankchef Jürgen Fitschen, der -selbst gerade von Betrugsvorwürfen freigesprochen- ein Ende der Prozessflut in den nächsten Monaten voraussieht.

Ich bin gespannt, ob die Vorstände morgen noch mehr Baldrian für geschundene Aktionärsnerven im Gepäck haben. Wer von euch BUXern traut sich ran an die Aktie mit Nervenkitzel-Garantie?

Ist bei der Deutschen Bank noch was zu retten?