Der Wochenausblick: Sunny side up!

eggs-1694991_960_720So turbulent die vergangene Juniwoche war, so ruhig sind die Wetteraussichten für die ersten Juli-Tage. Ich will ja nicht gleich von “Sommerloch” sprechen, aber die Finanzagenda ist bis auf wenige potentiell kursbewegende Termine eher spärlich bestückt. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir den Märkten den Rücken kehren sollten, ganz im Gegenteil: oft ist es so, dass sich die größten Überraschungen dann ereignen, wenn niemand damit rechnet. Über die Geschehnisse der kommenden Tage verrate ich Ihnen jetzt mehr…damit Sie gut vorbereitet in die Woche starten.

Highlights vergangener Woche:

 

  • Kleines Dax-Sommertief

 

Ein Wochenverlust von 3,21 Prozent auf 12.325 Punkte sorgt bei kurzfristig orientierten Anlegern zwar für Verdruss, doch langfristig denkende Investoren und treue boerse.de-Leser dürfte so ein kleiner Dämpfer wohl kaum aus der Ruhe bringen, denn wir alle wissen: jede Korrektur wird aufgeholt und Dax und Dow Jones erwirtschaften im Mittel 9 Prozent Rendite pro Jahr. Sowohl die historische, als auch die gegenwärtige Kursentwicklung der Indizes liefert dafür den besten Beweis: Dax und Dow liegen momentan mit 7,35 Prozent bzw. 8 Prozent Rendite seit Januar fast gleich auf. Und das Jahr ist noch jung!

 

  • Vapiano und Delivery Hero

 

Zwei Newcomer, eine Branche. Vapiano (italienische Restaurantkette) und Delivery Hero (Essens-Lieferdienst) kommen aus dem Gastro-Segment und sind seit vergangener Woche im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet. Noch ist es zu früh um darüber zu urteilen, ob die IPOs eine Erfolgsgeschichte werden. Doch eines ist jetzt schon klar: beide Foodie-Unternehmen konnten so richtig absahnen. Vapiano sammelte 184 Millionen ein, Delivery Hero genehmigte sich ganze 996 Millionen Euro. Ob sich diese Woche

 

  • Bayer bereitet Kopfschmerzen

 

Das Dax-Schwergewicht Bayer hätte vergangenen Freitag mindestens eine Aspirin vertragen können, denn der Chemie- und Pharamriese hing ganz schön in den Seilen. Eine Gewinnwarnung aufgrund des schwächelnden Brasilien-Geschäfts schockte die Bayer-Anleger, die die Aktie mit zeitweise Minus vier Prozent auf die Verkaufsliste setzten. Auch heute steht Bayer wieder im Mittelpunkt der Investoren, denn eine Investmentbank stufte den Titel aufgrund der instabilen Geschäftsentwicklung in Brasilien von “Buy” auf “Hold” herab und senkte das Kursziel von 121 Euro auf 118 Euro. Keine erfreuliche Diagnose für unseren Dax-Patienten!

Highlights dieser Woche:

 

  • Montag:

 

Großer Zahltag für die Atomkonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW. Für die Gesamtsumme von 23,6 Milliarden Euro kaufen sich die Unternehmen von der Verantwortung für ihren Atommüll frei. Damit geht die Verantwortung für die Zwischenlagerung, die Suche, den Bau und den Betrieb eines Endlagers für hochradioaktiven Abfall auf den Staat über. Viel Geld, doch glücklicherweise erwarten die Stromlieferanten im Gegenzug auch ein hübsches Sümmchen von der Regierung zurück: Immerhin 6,3 Milliarden Euro an unrechtmäßig erhobenen “Kernbrennstoffsteuern” bekommen die Energieversorger vom Fiskus erstattet.

 

  • Dienstag:

 

An der Wall Street bleiben die Bürgersteige hochgeklappt. Aufgrund des Independence-Day wird an der New Yorker Börse nicht gehandelt und somit sind von Seiten der USA Anfang der Woche wenig Impulse zu erwarten.

 

  • Mittwoch, Donnerstag und Freitag:

 

Konjunkturdaten und Zinsen: ein “langweiliges” Duo, sollte man meinen. Doch die beiden sind eng miteinander verwoben und können das Geschehen an den Märkten maßgeblich beeinflussen. Positive Daten lassen darauf schließen, dass sich die Wirtschaft eines Landes gut entwickelt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbank “mutig” an der Zinsschraube dreht. Deshalb warten viele Marktteilnehmer mit Spannung auf die wichtigsten Konjunkturtermine der Woche: den Auftragseingang der deutschen Industrie im Mai am Donnerstag und die Industrieproduktion am Freitag. Zudem wird, ebenfalls am Donnerstag, das EZB-Sitzungsprotokoll veröffentlicht. In den USA könnten die für Freitag geplanten Arbeitsmarktdaten für Aufsehen sorgen. Fallen diese positiv aus, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank dieses Jahr tatsächlich dreimal an der Zinsschraube dreht. Gut für Sparer, beängstigend für Aktionäre, die eine Kapital-Umschichtung in Richtung festverzinsliche Wertpapiere fürchten.

Liebe Leserinnen und Leser, glauben Sie nicht den Crash-Propheten, denn Aktien bieten trotz so mancher Korrekturen ungleich große Renditechancen. Sichern Sie sich deshalbnoch heute den boerse.de-Aktienbrief, den Sie gratis testen können und sogar noch ein Geschenk von uns erhalten: den brandaktuellen Sonderreport „Die Sommer-Champions 2017! Darin lesen Sie alles über die heißesten Champions-Aktien für die kommenden Monate, mit denen Sie jede Sommerflaute elegant umschiffen.

Ich wünsche Ihnen eine entspannte, erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

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Der Wochenausblick: Sunny side up!

Delivery Hero geht an die Börse: Verbrennen Sie sich nicht die Finger!

press-photos-office-reception (1)Und täglich grüßt…nein, nicht das Murmeltier, sondern ein neuer Börsengang. Nach Vapiano am Dienstag muss morgen Delivery Hero liefern. Zwei IPOs in einer Woche und dazu noch aus der gleichen Branche das ist in Zeiten, in denen sich immer weniger deutsche Unternehmen aufs Parkett wagen eher ungewöhnlich. Schätzungen zufolge gehen 2017 hierzulande insgesamt nur 15 Firmen an die Börse. Weltweit waren es dagegen allein im ersten Halbjahr über 772 Neuemissionen. Deutschland backt zwar kleinere Brötchen als der Rest der Welt, aber vielleicht die qualitativ besseren? Bis jetzt noch nicht. Nachdem der Aktienkurs des Börsenneulings Vapiano am Dienstag kurz hochkochte, fiel er im Handelsverlauf unter den Ausgabepreis und stagniert seitdem auf ähnlichem Niveau. Ob dem Essens-Lieferdienst Delivery Hero ein ähnliches Schicksal droht?

Der Rocket Internet Sprössling

Was haben die meisten Börsengänge dieser Tage miteinander gemein? Sie schreiben rote Zahlen. So auch Delivery Hero, eine Beteiligung des (ebenfalls defizitären) Start-up Investors Rocket Internet. Das 2011 gegründete Unternehmen hinter den bei Konsumenten eher bekannten Marken “Foodora”, “Pizza.de” und “Lieferheld” setzte im vergangenen Jahr knapp 300 Millionen Euro um und schrieb 200 Millionen Euro Verlust. So überrascht es auch nicht, dass ein Großteil der IPO-Erlöse von knapp einer Milliarde Euro nicht in den Ausbau des Geschäfts, sondern in den Abbau der Schulden gesteckt wird. Das ansich ist paradox. Ich dachte immer, man kauft Aktien, um vom Erfolg eines Unternehmens zu profitieren und nicht, um dessen Defizite zu kompensieren?

Ob Delivery Hero jemals den Hunger der Investoren stillen wird, ist fraglich. Das Erlösmodell des Lieferdienstes basiert auf Provisionen, die die Webseiten des Unternehmens von angeschlossenen Restaurants erhalten. Bestellt ein Kunde Pizza beim Italiener über Pizza.de, dann klingelt bei Delivery Hero die Kasse. Naja, das ist vielleicht etwas übertrieben, denn da Foodora, Lieferheld und Pizza.de als reine Essens-Vermittlungsplattform fungieren sind die Margen so gering, dass sich das Geschäft nur sehr knapp rechnet. Folglich lautet das Geheimrezept: Wachstum. Doch die teuer erkauften Marktanteile werden sich möglicherweise auf Dauer nicht rechnen, denn im Gegensatz zu anderen Branchen trägt “Größe” im Liefergeschäft nicht dazu bei, die Margen zu erhöhen. Das Geschäft mit den Online-Essensbestellungen ist ein wahrhaft hartes Brot.

Schlaraffenland oder Schlachtfeld?

Noch übler wird der Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass der Markt für Lieferdienste weder neu, noch einfach ist. Schon seit vielen Jahren buhlen Konkurrenten wie die britische (profitable!) Firma Just Eat oder das niederländische Unternehmen Takeaway (“Lieferando”) um die Gunst hungriger Kunden. Keine Frage: Mit der Bequemlichkeit vieler Städter lässt sich ordentlich Geldverdienen. Das haben aber auch mächtige Branchen-Neulinge wie Amazon oder Uber erkannt, die neben Paketen und Fahrgästen jetzt auch Essen bzw. Lebensmittel ausliefern und mit ihrer Marktmacht Neueinsteigern die Butter vom Brot nehmen könnten.

Gegessen wird immer. Geliefert auch?

Vielleicht. Das gilt allerdings nur für wirtschaftlich florierende Länder wie Deutschland. Denn wenn das Haushaltsgeld kaum ausreicht, um Lebensmittel beim Discounter zu kaufen, ist die Sushi-Bestellung ein utopischer Luxus. Das bedeutet für Liebhaber von “Foodie-Aktien”: Investieren Sie lieber in langfristig orientierte Marken mit soliden Geschäftsmodellen und schwarzen Zahlen, wie zum Beispiel Nestlé. Der boerse.de-Top-Defensiv-Champion ist diese Woche aufgrund der geplanten Verkäufe von Anteilen an L’Oreal in aller Munde und erzielte seit Jahresbeginn eine Rendite von 13,46 Prozent. Auch zählt die Nestlé-Aktie aufgrund ihres unterdurchschnittlichen Risikos und der attraktiven Gewinne quasi zum Inventar unserer Aktienbrief-Empfehlungen und bescherte treuen Lesern, die den 35 Empfehlungen gefolgt sind, im Mittel über 136 Prozent Kursgewinn. Sicher Sie sich noch heute Ihr Aktienbrief-Gratisexemplar und entdecken Sie die Aktien, die mehr “liefern”, als sie versprechen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Delivery Hero geht an die Börse: Verbrennen Sie sich nicht die Finger!