Aufgeflogen! Die geheimen Dates der Autobauer

minivan-datenight2Fragt man einen Inder, Australier, Russen oder Eskimo, was ihm zum Thema “Deutschland” so in den Sinn kommt, dann lautet die Antwort wahrscheinlich: “Oktoberfest”, “Bier” oder “Autos”. Anno 2017 könnte das Aushängeschild der deutschen Industrie jedoch gegen einen anderen Begriff ersetzt werden. Wie wärs denn zum Beispiel mit “Betrug”, “Kartell” oder “Skandal”?

La Famiglia

“Gruppenarbeit” ist ja eigentlich was Schönes. Schon in der Schule wird man dazu gezwungen, in Vierer-Grüppchen abstrakte Text-Collagen zu schnippeln oder so. Auch die fünf aus der letzten Bank der Autobauer (Daimler, VW, BMW, Porsche und Audi) sollen sich an einem Gesamtkunstwerk versucht haben. Wie der “Spiegel” am Freitag berichtete, könnte die gesamte deutsche Autoindustrie seit Jahrzehnten geheime Meetings veranstaltet haben, um so Sachen wie Technik, Zulieferer und Kosten miteinander abzustimmen.

Im Unterricht fördert das die Sozialkompetenz, in der Wirtschaft sind Absprachen dagegen total asozial. Und verboten! Vor allem, weil sie einen fairen Wettbewerb verhindern, die Marktpreise manipulieren und Autokäufer letzten Endes dafür blechen dürfen.

“Qualität” Made in Germany?

Das war einmal… Alles sieht danach aus, als ob wir unserem Saubermann-Image langsam Lebewohl winken müssen. Die deutsche Vorzeige-Industrie hat schon unter Dieselgate gelitten, aber bis vor ein paar Tagen ahnte niemand, dass hinter den Schummeleien, die bei VW, Daimler, Audi oder BMW aufgedeckt wurden, kollektives, knallhartes Kalkül steckt.

Wichtige Vertreter der Autohersteller trafen sich anscheinend regelmäßig und das nicht, um die heißesten Lack-Farben dieses Sommers zu diskutieren oder sich selbst zu feiern, sondern um Manipulationen à la Dieselgate auszuhecken. So könnte es sein, dass sich die Big Boys auf kleine, dafür aber billige “AdBlue”-Tanks einigten, deren Volumen nicht ausreicht, um Stickoxide dauerhaft von giftigen Stoffen zu befreien. Wenn das wahr ist, haben die Autohersteller über Jahre hinweg vorsätzlich Umweltbehörden und Verbraucher getäuscht.

Insider rechnen damit, dass geprellte Autokäufer und Jungs, die das schnelle Geld wittern auf einer gigantischen Klagewelle mitsurfen werden, die die Hersteller Milliarden kosten könnte. Vom unbezahlbaren Imageschaden mal ganz zu schweigen. *Überraschung*! Auto-Aktien sind heute ganz klar die Looser des Tages. How low can you go? Happy Trading!

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Aufgeflogen! Die geheimen Dates der Autobauer

Daimler: Die Schockmeldung des Tages!

mercedes-engine-2100359_960_720.jpgWer hätte das gedacht: Medienberichten zufolge hat Daimler möglicherweise mehr als eine Million Fahrzeuge mit manipulierten Abgaswerten verkauft. Auf dem Prüfstand machen die Motoren einen blitzsauberen Eindruck, doch sobald die Wägen wieder auf die Straße rollen, schaltet sich die Schadstoffreinigung weitgehend aus. Die getürkten Autos stoßen in Folge weit mehr schädliche Abgase aus, als gesetzlich zugelassen ist.

Daimlergate?
“Gate” ist seit der berühmten Watergate-Affäre das wohl meist verwendete Skandal-Suffix. Ich finde, Daimler hat sich sein eigenes “-gate” redlich verdient! Die Saubermänner aus Stuttgart beharrten monatelang auf ihre weiße Weste und wenn WDR, NDR und “Süddeutsche Zeitung” nicht am Ball geblieben wären, würde sich Daimler-Chef Dieter Zetsche noch immer in seinen Walrossbart lachen. Die Journalisten erhielten Einsicht in den Durchsuchungsbeschluss des Landgerichts Stuttgart, der Grundlage für die Razzia bei Daimler im Mai 2017 war.

Aus dem Dokument geht hervor, dass der Autobauer von 2008 bis 2016 in Europa und den USA Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft haben soll. Möglicherweise sind über eine Million Autos und Kleintransporter mit den Motoren OM 642 und OM 651 betroffen, die Daimler auch in Fahrzeugserien von Mercedes-Benz eingebaut hat.

Doch nicht bei uns!

Herbst 2015
Volkswagen steckt mitten im Dieselgate-Sumpf. Nach Bekanntwerden des Skandals rund um VW distanziert sich Daimler schon mal prophylaktisch von Tricksereien aller Art. Wörtlich sagte Daimler-Chef Zetsche zu diesem Zeitpunkt:  „Bei uns wird nicht betrogen, bei uns wurden keine Abgaswerte manipuliert.“

Januar 2016
Die DUH (Deutsche Umwelthilfe) testet zwei Fahrzeuge der aktuellen C- und B-Klasse und kritisiert, die “mangelhafte” Abgasreinigung und eine starke Abweichung der Stickoxidwerte. Die DUH verklagt Daimler daraufhin wegen irreführender Werbung, doch das Gericht weist die Anschuldigungen im Juni 2017 zurück.

Dezember 2016
Auch in den USA werden Vorwürfe gegen Daimler laut: Mercedes-Käufer reichen bei Gericht eine Sammelklage gegen Daimler wegen unzulässiger Werbeaussagen für Blue-Tec-Dieselmotoren ein. Der Autohersteller soll Kunden mit geringeren Schadstoffwerten gelockt haben, als tatsächlich gemessen. Die Klage wurde abgewiesen.

Mai 2017
Ein 200-Mann-Aufgebot der Polizei und Staatsanwaltschaft durchsucht mehrere Daimler-Standorte. Die Razzia scheint erfolgreich gewesen zu sein, denn das dabei sichergestellte Beweismaterial bildet die Grundlage für die aktuellen Anklagepunkte gegen zwei (unbekannte) Daimler-Bauernopfer, ähm, Mitarbeiter: Betrugsverdacht und irreführende Werbung.

Alles halb so wild!
Der Aktienkurs des Autoherstellers verlor nach Bekanntwerden der Anschuldigungen am Vormittag “nur” rund ein Prozent an Wert. Vielleicht sind die meisten Investoren mittlerweile Dieselgate-resistent und Daimler profitiert davon, nur einer von vielen Konzernen zu sein, denen Abgasmanipulationen vorgeworfen werden? VW war 2015 der erste Autobauer auf der Anklagebank. Damals reagierten die Anleger noch schockiert: die Volkswagen-Aktie verlor zeitweise über 20 Prozent an Wert.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Daimler: Die Schockmeldung des Tages!

BMW: Die Richtung stimmt – auch ohne Lenkrad

bmw-1845793_960_720Eine Studie rettet heute die Nachrichten-Wetterlage rund um BMW: Während ein Tiefdruckgebiet namens “Produktionsstopp” den Münchner Himmel verdunkelt, sorgt eine Meldung, wonach BMW der profitabelste Autobauer weltweit ist, für gelegentliche Aufheiterungen. Die Frage ist nur: Welche Neuigkeit wird das Stimmungsbarometer der Aktionäre beeinflussen?

BMW auf der Pole-Position

Good news first: Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young erkämpfte sich BMW im ersten Quartal mit 11,3 Prozent Marge die Führungsposition in Sachen Profitabilität. Auf Rang drei und vier verkehren Daimler mit 10,3 Prozent und VW mit 7,8 Prozent. Die Silbermedaille sicherte sich diesmal allerdings kein deutscher Autohersteller, sondern ein japanischer Außenseiter: Suzuki. Nebenbuhler Toyota ist zwar immer noch die weltweite Nummer eins in Absatz und Umsatz, doch Suzuki produziert ertragreicher.

Auch in Sachen Gewinnentwicklung schalteten die deutschen Top 3 einen Gang rauf. Die Unternehmensberatung attestierte Daimler, VW und BMW einen deutlichen Gewinnsprung von in Summe acht auf elf Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die japanischen Autobauer legten nur um drei Prozent zu, die US-Konzerne verzeichneten sogar einen Gewinnrückgang von sieben Prozent.

Schwingt in Trumps Aussage, wonach deutsche Autohersteller zu viele Fahrzeuge in den USA verkaufen und Amerikanern die Arbeitsplätze “stehlen” also doch ein Funken Wahrheit mit? Nein, ganz im Gegenteil. Laut Zahlen des Branchenverbands VDA wurden 2016 in den Vereinigten Staaten rund 17,5 Millionen PKWs und leichte Nutzfahrzeuge verkauft wobei BMW, Daimler, VW & Co. nur 1,33 Millionen absetzten. Ein Marktanteil von nur sieben Prozent. Deutsche Hersteller produzieren zwar viele Neuwagen in den USA, verkaufen sie jedoch von dort aus in andere Länder und schaffen auf diese Weise weit mehr Arbeitsplätze in Amerika, als sie “vernichten”.

Däumchen drehen in München

BMWs profitable Produktion könnte allerdings einen leichten Dämpfer bekommen. Schon seit vergangener Woche kämpft der Autohersteller mit Lieferengpässen für ein unentbehrliches Teil seiner Lenkgetriebe. Bis auf weiteres läuft die Produktion in Südafrika, China, Leipzig und München deshalb nur auf halben Touren. Das kostet Nerven, Zeit und damit auch Geld. Während BMW-Mitarbeiter die Zwangspause nutzen, um an der Isar zu liegen, Überstunden abzugrillen oder Wartungsarbeiten durchzuführen, versucht ein internes Sondereinsatzkommando die Bänder schnellstmöglich wieder zum Laufen zu bringen. Eine schwierige Mission, zumal der zuständige Lieferant Bosch einer nicht genannten, italienischen Firma, die die fragile Logistikkette unterbrochen haben soll, die Schuld in die Schuhe schiebt.

Ein Produktionsstopp von ein paar Tagen ist nicht so dramatisch und kann schnell wieder aufgeholt werden. Sollte der Ausfall jedoch länger dauern, so würde der Rückstand zusätzliche Kosten verursachen, die die gefeierte Marge des Autoherstellers schmälern könnte. Momentan steuert BMW allerdings noch auf einem zuversichtlichen Kurs: Die Produktionsengpässe dürften bald behoben sein, Kundenlieferungen werden nicht beeinträchtigt und auch die Aktionäre bekunden der BMW-Aktie mit kaum merklichen Kursbewegungen ihr Vertrauen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

 

BMW: Die Richtung stimmt – auch ohne Lenkrad

BMW vor den (endgültigen) Zahlen: Gelingt der Überraschungssieg?

car-1281697_960_720Wofür steht das Kürzel “BMW”? Bald Mein Wagen. Zugegebenermaßen ein extrem platter Witz mit einem Fünkchen Wahrheit garniert: Die sportlichen Autos der Münchener wecken Begehrlichkeiten. Bei Hehlerbanden aber auch bei Aktionären, die der morgigen, endgültigen, Q1-Präsentation entgegenfiebern.

Als dritter und damit letzter Autobauer im DAX überraschte BMW bereits am 20. April mit vorläufigen Quartalszahlen und deutlich höheren Gewinnen. Ein Trend, der sich in den Resultaten der gesamten Branche widerspiegelt, denn auch VW und Daimler punkteten im Vorfeld mit Rekordergebnissen.

Aus Freude an Zahlen

Einen Titel musste BMW 2016 an Mercedes abtreten: Der Pokal “weltgrößter Premiumhersteller” ging nach elf Jahren an der Spitze erstmals an die Stuttgarter, die deutlich mehr PKWs verkauften als die Bayern. Trotz des kleinen Wermutstropfens haben die Münchener morgen vermutlich allen Grund zum Feiern. Die vorläufigen Zahlen lassen vermuten, dass das Vorsteuerergebnis der vergangenen drei Monate die drei Milliarden Euro-Grenze knackte, was einem Zuwachs von 27 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Der Konzernumsatz nahm um 12,4 Prozent auf 23,45 Milliarden Euro zu.

Ein “Kickstart” gelang BMW wohl auch beim Finanzergebnis: Es schnellte auf 359 Millionen Euro in die Höhe, nachdem im Jahr zuvor noch ein Verlust von 89 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Grund genug für ein kollektives “Prosit” in der Chefetage des Autobauers? Leider nein, denn der schöne Schein trügt manchmal. Sowohl im Bierzelt, als auch in der Bilanz.

Ein Haar in der Suppe…

…fanden die Anleger nach Vorlage der Ergebnisse Mitte April. Das Zahlenwerk strahlte zwar auf den ersten Blick wie eine frisch polierte Luxuslimousine, doch bei näherem Hinsehen zeigten sich ein paar Kratzer. So kletterte der Quartalsgewinn im mit Abstand wichtigsten Automobil-Segment lediglich um sechs Prozent auf 1,87 Milliarden Euro und die Marge lag mit mageren neun Prozent sogar leicht unter dem Niveau des Vorjahres-Quartals.

Auch das anscheinend brillante Finanzergebnis schmeckte den Investoren nicht so recht, da es auf positive Bewertungseffekte statt BMW’s Erfolg als Autohersteller zurückzuführen war. Zum Beispiel die Resultate aus dem Kartendienst Here, den BMW, Daimler und Audi 2015 von Nokia erwarben. Der Einstieg neuer Partner bei diesem ungewöhnlichen Projekt konkurrierender Hersteller führte zu einer höheren Bewertung der BMW-Anteile an Here. Ein Sondereinfluss, von dem bereits Erzrivale Daimler profitierte. Mit dem Unterschied, dass Mercedes bei der für einen Autohersteller wesentlich wichtigeren Kennzahl “Marge” deutlich besser abschnitt als BMW: Die Stuttgarter steigerten ihre Umsatzrendite von sieben Prozent im Vorjahr auf zuletzt 9,8 Prozent.

Zahlentechnisch muss BMW also noch ein paar Dellen ausbügeln, um Anleger zum Einsteigen zu bewegen. Die Konkurrenz unter den Automobilherstellern ist groß und Investoren werden bei der morgigen Zahlen-Präsentation und der Hauptversammlung am 11. Mai sehr genau hinhören, um zu erfahren, mit welchen neuen Modellen und Investitionen BMW wieder an die Weltspitze preschen will.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

BMW vor den (endgültigen) Zahlen: Gelingt der Überraschungssieg?

Daimler vor den Zahlen: Wie stehen die Sterne für den Autohersteller?

Schneller, höher, weiter, mehr Daimler entwickelt sich zum Inbegriff vieler Superlative und fährt fast monatlich neue Rekorde ein. Kurz vor Ostern war es wieder soweit: Daimler überraschte die Anleger mit vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal 2017 und nahm der morgigen, endgültigen Bilanzpräsentation die Spannung vorweg. Um dennoch für einen Überraschungseffekt bei den Aktionären zu sorgen, könnte Daimler-Chef Zetsche am Mittwoch ein Ass aus dem Ärmel schütteln und die Gewinnprognose des Autoherstellers für das Gesamtjahr 2017 anheben. Die vorläufigen Zahlen würden einen solchen Schritt jedenfalls durchaus rechtfertigen. Den Schwaben gelang es offenbar, das Konzernergebnis mit vier Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast zu verdoppeln.

Die E-Klasse läuft und läuft…

Doch damit nicht genug. Im März hatte der Autobauer gleich doppelten Grund zur Freude: Die Konzernmarke Mercedes-Benz feierte vergangenen Monat ein Absatzplus von 15 Prozent und gleichzeitig ein Rekordquartal mit insgesamt zwölf Prozent mehr verkauften Neuwagen. Vor allem in China entwickelte sich die nur dort erhältliche, lange Version des Klassikers “E 300 L” zum Kassenschlager. Kein Wunder, denn Daimler hat die Limousine für den chinesischen Markt quasi maßgeschneidert.

Vielleicht fragen auch Sie sich, weshalb ausgerechnet die für ihren eher schmalen Körperbau bekannten Chinesen einen “kleinen Maybach” mit extra Fußraum im Fond benötigen? Das liegt vor allem an der Meeting-Kultur der Asiaten. Geschäftsabschlüsse werden gerne im Stau getätigt und zu diesem Zweck ist ein bisschen extra Komfort für den Chauffeur (beheizbare Armlehne) und die Insassen (beheizbarer Getränkehalter, doppelte Polsterung, USB-Anschluss…) durchaus gerechtfertigt.

Am weltgrößten Automarkt erzielte Daimler in den vergangenen drei Monaten voraussichtlich ein Plus von 37 Prozent und damit weltweit den höchsten Zuwachs gefolgt von Europa (elf Prozent) und den USA (4,5 Prozent).

Die E-Autos kommen

Branchenkenner munkeln, dass die gegenwärtigen PKWs mit Verbrennungsmotor hauptsächlich der Subvention zukunftsträchtiger Elektromobile dienen. Vielleicht etwas überspitzt formuliert, aber die Autoindustrie steht tatsächlich vor einer gewaltigen Revolution, bei der die Karten unter den Herstellern neu gemischt werden dürften. Elektromotoren und autonomes Fahren sind bereits so ausgereift, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das klassische Automobil vom Robocar abgelöst wird. Die Frage ist nur, welcher Autobauer das Rennen machen wird.

Neulinge wie Tesla und Apple oder altgediente Marken wie Daimler, BMW oder VW? Diese Frage lässt sich momentan noch nicht beantworten. Klar ist aber, dass Mercedes bei seiner E-Auto-Initiative einen Gang raufschalten muss. Tesla drängt mit der Mittelklasse-Limo “Model 3” auf den Markt, für die bereits 400.000 Vorbestellungen eingegangen sind und Apple tüftelt am “Project Titan”: Einem autonom fahrenden Elektroauto.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Vielleicht. Zumindest beschloss Daimler-Chef Zetsche in den Turbo zu wechseln und zehn geplante E-Autos bereits bis 2020 vom Band laufen zu lassen. Fünf Jahre früher als geplant.

Liebe Leserinnen und Leser, Autoaktien sind glamourös, gewinnbringend und zugleich riskant. Die gesamte Branche ist nicht nur äußerst konjunkturabhängig, sondern steckt gleichzeitig in einer Industrie-Revolution, die den gesamten Sektor neu strukturieren könnte. Nichts für schwache Nerven und auch nur bedingt zum langfristigen, defensiven Vermögensaufbau geeignet. Wenn Sie ihr Erspartes lieber im Trockenen “parken”, empfehle ich Ihnen den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI). Ein Zertifikat bestehend aus zehn besonders risikoarmen und gleichzeitig renditestarken Aktien “langweiliger” Branchen, wie der Nahrungs-, Konsumgüter-, oder Genussmittelindustrie. Ein solides Investment, das sich mit einer Rendite von 48,5 Prozent seit dem Börsendebüt am 30.6.2014 sogar weit besser entwickelte, als das Daimler-Papier.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Daimler vor den Zahlen: Wie stehen die Sterne für den Autohersteller?

Daimler strahlt trotz Diesel-Ärgers

Dieselgate statt Wurstgate: Während sich bei der letzten Hauptversammlung in Stuttgart alles um heimlich vom Buffet entwendete Würstchen drehte, die ein Aktionär in sein Doggybag packte, muss sich Daimler heute vor allem Fragen zu Abgas-Vorwürfen gefallen lassen.

Abgas-Ärger durch Thermofenster

Anders als bei VWs Dieselfahrzeugen, deren Motorabschaltung während der Abgasprüfung aktiviert wurde, schummelt Daimler mit sogenannten Thermofenstern, die ab einer bestimmten Temperatur die Abgasnachbereitung herunterfahren. Angeblich, um bestimmte Motorteile zu schonen, wenn es draußen kälter wird. Umweltschützer in Deutschland und den USA gehen verständlicherweise auf die Barrikaden und verklagen den Autobauer, weil er mit der Werbung für vermeintlich “saubere” Dieselmotoren Verbraucher in die Irre geführt haben soll.

Spritfressende SUVs

Einen weiteren Vorwurf muss sich Daimler aufgrund seiner umfangreichen Geländewagen-Palette gefallen lassen. Die sogenannten SUVs liegen momentan weltweit total im Trend und sowohl Stadt-Cowboy, als auch Unternehmergattin schmücken sich gerne mit einem überdimensionierten Allrad. Einerseits eine erfreuliche Nachfrage-Entwicklung, andererseits ein Andachtspunkt für Daimlers Forschungsteam. Erstmals seit 2007 gelang es dem Autobauer nicht, die strengen Klimaschutzziele der EU einzuhalten und den CO2-Ausstoß der Flotte zu senken.

Der Wert belief sich 2016 wie im Vorjahr auf 123 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer. Die spezifische Zielvorgabe für Daimler für das Jahr 2020 sind maximal 100 Gramm. Eine “ernstzunehmende Herausforderung” für den Forschungschef des Konzerns, da der zunehmende Anteil spritschluckender SUVs den Gesamtwert der Daimler-Flotte erhöht.

Doch die Stuttgarter lassen sich von etwas Gegenwind noch lange nicht aus der Spur drängen. Mit einer Fokussierung auf Hybrid- und Elektromotoren will Daimler den Kraftstoffverbrauch seiner Flotte in den kommenden Jahren senken und gleichzeitig in die Entwicklung spritsparender Technologien investieren.

Traum-Bilanz

Bei so viel “Dreck am Stecken” treten die grandiosen Geschäftszahlen, die Daimler-Chef Zetsche heute präsentierte, fast schon in den Hintergrund. Dabei schien der Stern des Autobauers nie heller: Für die vergangenen drei Monaten rechnet Daimler mit dem höchsten, jemals erreichten Absatz. Die Zahlen für März liegen zwar noch nicht vor, aber im Januar und Februar schafften die Stuttgarter ein Verkaufsplus von 15,6 Prozent.

Trotz des Diesel-Ärgers treten die Aktionäre heute aufs Gaspedal und bescheren Daimler einen Kursgewinn von rund 1,6 Prozent. Nett, aber die Aktie des Autobauers kann mit einer Rendite von nahezu null Prozent seit Januar nicht überzeugen. Ganz im Gegensatz zum boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BDCI), der im gleichen Zeitraum 5,37 Prozent an Wert gewann. Sie sehen schon, liebe Leserinnen und Leser, es muss nicht immer die Marke mit dem “Stern” sein. Manchmal sind vermeintlich “langweilige”, aber ungemein renditestarke Aktien wie die des BCDI, die bessere Wahl.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Daimler strahlt trotz Diesel-Ärgers

BMW, Daimler, VW: Adios, amigos!

wrc-rally-mexico-volkswagen-01Und täglich grüßt… Mr. President! Während Donald Trump aufgrund des heutigen US-Feiertags vermutlich noch in seinen Kissen murmelt und sich die Wall Street eine schöpferische Pause gönnt, sprengt sein BILD-Interview die Schlagzeilen. Und vermiest den deutschen Auto-Aktien die Performance. BMW: -1,32 Prozent, Daimler: -1,63 Prozent, VW: -1,94 Prozent… Wie kommts?
Stellt euch vor, Frau Merkel würde sich in einem Interview mit der TIMES tierisch darüber aufregen, dass Opel nicht nur “dahoam” in Rüsselsheim produziert, sondern auch in US-Werken von Chevrolet. Oder, dass McDonalds Schlabberbrötchen nicht aus deutschem Bio-Weizen gebacken werden. Tut sie nicht, ganz im Gegensatz zu ihrem US-Kollegen Trump, der sich momentan die Autoindustrie zum Staatsfeind macht.
Er droht den Herstellern mit Importzöllen von 35 Prozent, sollten sie Autos für den US-Markt im benachbarten Mexiko bauen, statt Fabriken in den USA zu eröffnen. Dass Autobauer wie Nissan, VW, Ford und viele mehr in Tequila Sunshine-Land produzieren, hat einen guten Grund: Ein Fabrikarbeiter dort verdient 4 Dollar pro Stunde, ein ähnlich qualifizierter Kollege in den USA 50 Dollar.
Über die Moral der Billiglöhne kann man sicher streiten, aber Mexiko würde unter einer Landflucht der Autoindustrie in die USA sicher mehr leiden, als unter der knausrigen Bezahlung seiner Landsleute. Ford reagierte panisch und beschloss kurzerhand 700 Millionen Dollar, die eigentlich für Mexiko gedacht waren, in ein US-Werk zu pumpen.
Und was machen Daimler, VW und BMW? Sie lassen sich von Donalds Gezwitscher erst mal nicht aus der Ruhe bringen und beschließen, die Trump-Show auszusitzen. Donalds wütenden Worten müssen schließlich erstmal Taten folgen.
Ein Ziel hat D.Trump auf jeden Fall schon mal erreicht: Er hat uns erfolgreich von News Made in Germany abgelenkt! Nivea-Legende Beiersdorf präsentiert morgen seine Umsatzzahlen 2016 und eigentlich sollte hier ein Artikel stehen so von wegen: Solide Ergebnisse erwartet. Schwaches Wachstum. Gemischte Gefühle, oder so. Und ein Umsatzplus in den USA von 3-4 Prozent.
Womit wir schon wieder beim amerikanischen Traum wären..Argghh!
Happy Trading, the show must go on!

BMW, Daimler, VW: Adios, amigos!