Daimler vor den Zahlen: Wie stehen die Sterne für den Autohersteller?

Schneller, höher, weiter, mehr Daimler entwickelt sich zum Inbegriff vieler Superlative und fährt fast monatlich neue Rekorde ein. Kurz vor Ostern war es wieder soweit: Daimler überraschte die Anleger mit vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal 2017 und nahm der morgigen, endgültigen Bilanzpräsentation die Spannung vorweg. Um dennoch für einen Überraschungseffekt bei den Aktionären zu sorgen, könnte Daimler-Chef Zetsche am Mittwoch ein Ass aus dem Ärmel schütteln und die Gewinnprognose des Autoherstellers für das Gesamtjahr 2017 anheben. Die vorläufigen Zahlen würden einen solchen Schritt jedenfalls durchaus rechtfertigen. Den Schwaben gelang es offenbar, das Konzernergebnis mit vier Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast zu verdoppeln.

Die E-Klasse läuft und läuft…

Doch damit nicht genug. Im März hatte der Autobauer gleich doppelten Grund zur Freude: Die Konzernmarke Mercedes-Benz feierte vergangenen Monat ein Absatzplus von 15 Prozent und gleichzeitig ein Rekordquartal mit insgesamt zwölf Prozent mehr verkauften Neuwagen. Vor allem in China entwickelte sich die nur dort erhältliche, lange Version des Klassikers “E 300 L” zum Kassenschlager. Kein Wunder, denn Daimler hat die Limousine für den chinesischen Markt quasi maßgeschneidert.

Vielleicht fragen auch Sie sich, weshalb ausgerechnet die für ihren eher schmalen Körperbau bekannten Chinesen einen “kleinen Maybach” mit extra Fußraum im Fond benötigen? Das liegt vor allem an der Meeting-Kultur der Asiaten. Geschäftsabschlüsse werden gerne im Stau getätigt und zu diesem Zweck ist ein bisschen extra Komfort für den Chauffeur (beheizbare Armlehne) und die Insassen (beheizbarer Getränkehalter, doppelte Polsterung, USB-Anschluss…) durchaus gerechtfertigt.

Am weltgrößten Automarkt erzielte Daimler in den vergangenen drei Monaten voraussichtlich ein Plus von 37 Prozent und damit weltweit den höchsten Zuwachs gefolgt von Europa (elf Prozent) und den USA (4,5 Prozent).

Die E-Autos kommen

Branchenkenner munkeln, dass die gegenwärtigen PKWs mit Verbrennungsmotor hauptsächlich der Subvention zukunftsträchtiger Elektromobile dienen. Vielleicht etwas überspitzt formuliert, aber die Autoindustrie steht tatsächlich vor einer gewaltigen Revolution, bei der die Karten unter den Herstellern neu gemischt werden dürften. Elektromotoren und autonomes Fahren sind bereits so ausgereift, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das klassische Automobil vom Robocar abgelöst wird. Die Frage ist nur, welcher Autobauer das Rennen machen wird.

Neulinge wie Tesla und Apple oder altgediente Marken wie Daimler, BMW oder VW? Diese Frage lässt sich momentan noch nicht beantworten. Klar ist aber, dass Mercedes bei seiner E-Auto-Initiative einen Gang raufschalten muss. Tesla drängt mit der Mittelklasse-Limo “Model 3” auf den Markt, für die bereits 400.000 Vorbestellungen eingegangen sind und Apple tüftelt am “Project Titan”: Einem autonom fahrenden Elektroauto.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Vielleicht. Zumindest beschloss Daimler-Chef Zetsche in den Turbo zu wechseln und zehn geplante E-Autos bereits bis 2020 vom Band laufen zu lassen. Fünf Jahre früher als geplant.

Liebe Leserinnen und Leser, Autoaktien sind glamourös, gewinnbringend und zugleich riskant. Die gesamte Branche ist nicht nur äußerst konjunkturabhängig, sondern steckt gleichzeitig in einer Industrie-Revolution, die den gesamten Sektor neu strukturieren könnte. Nichts für schwache Nerven und auch nur bedingt zum langfristigen, defensiven Vermögensaufbau geeignet. Wenn Sie ihr Erspartes lieber im Trockenen “parken”, empfehle ich Ihnen den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI). Ein Zertifikat bestehend aus zehn besonders risikoarmen und gleichzeitig renditestarken Aktien “langweiliger” Branchen, wie der Nahrungs-, Konsumgüter-, oder Genussmittelindustrie. Ein solides Investment, das sich mit einer Rendite von 48,5 Prozent seit dem Börsendebüt am 30.6.2014 sogar weit besser entwickelte, als das Daimler-Papier.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

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Daimler vor den Zahlen: Wie stehen die Sterne für den Autohersteller?

VW: China schiebt den Absatz an

MomentWährend die Aktionäre des krisengebeutelten Energieriesen E.ON zur Stunde bei der Hauptversammlung über dessen Kernspaltung in zwei Unternehmen (E.ON und Uniper) abstimmen, wagen wir einen Blick nach China. Zu nachtschlafender Zeit schwappten Konjunkturdaten über den Teich, die den deutschen Auto-Aktien kräftig Vorschub verleihen könnten.

China ist schon seit Langem eines unsere größten Sorgenkinder, weil die Wirtschaft nicht so wachsen will wie erhofft und vielen deutschen Export- Unternehmen schlaflose Nächte beschert. Heute Nacht konnten die Finanzwelt und leidgeplagte Manager erstmal kollektiv aufatmen: Die Volksrepublik importierte im Mai zwar 0,4 Prozent weniger, doch Analysten hatten mit einem Einbruch von gut 6 Prozent gerechnet. Der Patient ist krank, aber nicht halbtot, könnte man sagen. Als Rettungsanker entpuppten sich die PKW-Verkäufe, die im letzten Monat um 11,4 Prozent auf 1,76 Millionen Stück zugelegt hatten. Seit Januar konnten die Autobauer insgesamt ein Plus von 7,7 Prozent verbuchen. Logisch, dass sich VW, Mercedes und BMW ins Fäustchen lachen, wenn ihr wichtigster Absatzmarkt mit überraschend guten Zahlen glänzt.

Doch woher kommt der chinesische Auto-Boom? Nach einem schlappen Neuwagen-Geschäft im Sommer 2015 beschloss die chinesische Regierung eine Senkung der Mehrwertsteuer für Kleinwägen mit höchstens 1,6 Liter Hubraum und auch die Hersteller lockten ihre Kundschaft mit extra Preisnachlässen in die Autohäuser. Mit Erfolg: Vor allem die Hersteller kleinerer Fahrzeuge profitierten von der Schnäppchen-Kampagne und konnten ihre Verkaufszahlen kräftig steigern. Kleine Fahrzeuge? Das ist nicht gerade die Spezialität der Premium-Marken BMW und Daimler, die die chinesischen Millionen-Metropolen vor allem mit dicken SUV’s erfreuen. VW könnte dagegen mit Kleinwägen wie dem Polo punkten, die eine echte Made in Germany-Alternative zu den China-Krachern von Toyota bieten.

Was meint ihr BUXers? Kann VW vom Auto-Appetit der Chinesen profitieren und boxt sich die Aktie heute weiter in den grünen Bereich?

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VW: China schiebt den Absatz an

Google goes China?

Online crime scene with a finger print left on backlit keyboard with Chinese flag on it

Fast schon ein historischer Moment: Google denkt über eine Rückkehr nach China nach. Noch handelt es sich um Gerüchte, die Google-Chef Sundar Pichai auf einer Konferenz in die Welt setzte, doch dem Internet-Riesen scheint es Ernst zu sein. Vor 6 Jahren beugte sich die Suchmaschine der Pekinger Regierungs-Zensur und diversen Hacker-Attacken und zog sich mit einem Lächeln aus dem Land zurück.

Doch der Ruf des Geldes und das Potential, das eines der wachstumsstärksten Internet-Märkte der Welt birgt, sind doch zu verlockend, um chinesischen Suchmaschinen wie Baidu dauerhaft die Alleinherrschaft zu überlassen. “Wir wollen in China sein und chinesischen Nutzern dienen”, sagte Google-Chef Sundar Pichai gestern Abend. Er ließ jedoch offen, mit welchen Diensten und zu welchem Zeitpunkt der Feldzug geplant ist. Momentan verkauft Google in China nur Online-Werbeanzeigen. Die Suchmaschine, Gmail, Maps, oder Apps bleiben den Chinesen bislang vorenthalten.

Als der Internetgigant 2010 nach Hong Kong flüchtete, um von dort aus chinesische Nutzer unzensiert surfen zu lassen, zog sich Google schon einmal den Zorn der chinesischen Regierung zu. Pressefreiheit, Menschen-oder Urheberrechte sind ohnehin ein heikles Thema und so könnte die Rückeroberung der chinesischen Internet-Landschaft noch eine Weile dauern. “Google wolle mit Bedacht mögliche Einschränkungen abwägen” betonte Mr. Pichai in seiner Rede gestern Abend. Schon Ende 2015 machten Gerüchte die Runde, dass Google mit seiner App-Plattform gerne wieder ins Reich der Mitte vordringen würde. Ob und wann weiß allerdings nur das Google-Universum.

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Google goes China?

ArcelorMittal kämpft mit dem Stahlpreis

bound-with-chains-of-the-spirit-and-of-menEs glänzt fast so schön wie die Edelmetalle Gold, Silber oder Platin, befindet sich jedoch in einer enormen Dumpingpreis-Krise. Die Rede ist von Stahl. Im Gegensatz zum Anleger-Hit Gold, der immer noch als sicherer Hafen und Sparschwein-Alternative gilt, ist das Investment in Stahl oder Eisenerz eine hochspekulative Angelegenheit.

Der Stahlpreis erlebte 2015 einen enormen Tiefflug, nachdem China das Metall zu Aldi-Preisen ins Ausland exportiert hatte. Die Folge war ein weltweites Überangebot, das für einen stahlharten Kampf zwischen europäischen und deutschen Minenbauern wie Salzgitter oder ThyssenKrupp und den chinesischen Stahl-Magnaten führte. Stahl Made in Germany war einfach viel teurer als das asiatische Konkurrenzprodukt und zwang unsere heimischen Kumpels auf Sparkurs.

Davon betroffen ist auch der niederländische Stahlkonzern ArcelorMittal. Der weltweit größte Stahlproduzent mit 60 Werken und rund 232.000 Mitarbeitern präsentiert morgen vor Börsenstart seine Zahlen fürs erste Quartal und warnte seine Investoren bereits gestern vor einer Gewinn-Schmelze.

Analysten rechnen mit einem Umsatz-Rückgang von 18 Prozent auf 14 Milliarden Dollar. Das Betriebsergebnis sank sogar angeblich um mehr als ein Drittel von 1.815 Millionen Dollar in den letzten drei Monaten 2015 auf 920 Millionen Dollar im ersten Quartal 2016. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer am Horizont. Der Stahlpreis erholte sich in den letzten Wochen aufgrund einer weltweit steigenden Nachfrage und der Schließung einiger chinesischer Minen. Um der chinesischen Billigstahl-Flut in Europa einen Riegel vorzuschieben und die einheimische Bergbauindustrie zu schützen, beschloss die EU Kommission vor Kurzem zudem die Erhebung von Importzöllen auf viele Stahl-Produkte Made in China.

Ob diese Maßnahme ausreicht, um das Stahlgeschäft von ArcelorMittal dauerhaft zu stabilisieren ist fraglich und so muss sich das Management morgen Früh bestimmt auf einige Fragen zur Zukunft des Stahlpreises und der Unternehmensperspektive in einem hart umkämpften Markt einstellen. Was meint ihr BUXers? Können die Niederländer ihre Hütten im Kampf gegen die Chinesen verteidigen? Glück auf!

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ArcelorMittal kämpft mit dem Stahlpreis

Kann Pernod Ricard morgen prosten?

Ubf1gqhAlso ich hatte schon besser Morgen. Irgendwie hat sich ne fiese Bakterie in meiner Magengrube breitgemacht und sorgt dafür, dass ich bei strahlendem Sonnenschein mit Wärmflasche und Fencheltee im Bett liege. Und jetzt darf ich auch noch über das schreiben, wonach mir am wenigsten ist: Alk! Schnaps! Stoff! Denn der französische Spirituosenhersteller Pernod Ricard  lässt uns morgen Früh wissen, wie die Geschäfte mit Ramazotti, Absolut, Havana Club und vielen weiteren Kopfweh-Klassikern in den ersten drei Monaten 2016 so liefen.

Cognac-Konkurrent Remy Cointreau präsentierte bereits gestern seine Zahlen und wurde mit einem fetten Kursprung von Plus 9 Prozent bejubelt. Der ebenfalls französische Schnapsbrenner profitierte von einem Revival des Klassikers aus Omas Küchenkästchen: Cognac. Vor allem die Chinesen stehen total auf Remy Martin und Pernod’s Martell und beenden damit eine jahrelange Durststrecke des Schnapsherstellers im Land des Lächelns.

Eine landesweite Anti-Korruptionskampagne sorgte dafür, dass Staatsbedienstete keine Geschenke mehr annehmen durften. Die Gefahr der Bestechung mit Zigarren oder eben einer teuren französischen Flasche, war einfach zu groß. Keine Ahnung, ob diese Maßnahme China irgendwie aus dem Korruptions-Sumpf geholfen hat, aber Pernod Ricard und die gesamte Branche mussten herbe Verluste verdauen.

Ob Remy’s Revival morgen auch auf Pernod abfärbt, ist allerdings fraglich. Pernod-Chef Alexandre Ricard meinte Mitte Februar, dass er trotz Cognac-Boom in China mit einer eher schlechten Performance für das Gesamtjahr rechnet. Alle Hoffnungen ruhen jetzt auf den Spirit-Trinkern in den USA, UK und Spanien, wo noch immer geschenkt, gemixt und getrunken wird, was das Zeug hält. Der jahrelange Trend zum Wodka in allen möglichen und ekligen Geschmacksrichtungen wird langsam von einem Whisky und Gin-Boom abgelöst.

Statt Absolut Vanille schenkt sich der hippe Trinker jetzt lieber einen Shot Monkey 47 ins Glas. Der Trend-Gin stammt übrigens aus einer kleinen baden-württembergischen Schnapsbrennerei, die Pernod Anfang des Jahres schluckte. Ob der Trend-Switch Pernod aus der China-Patsche hilft?

Ich genehmige mir jetzt einen Löffel Iberogast gegen Magenschmerzen und warte mal ab, ob 0,12 Prozent Alkohol mich irgendwie kicken.

Wenn ihr über 18 seid und vertrauensvoll in die Zukunft von Gin und Whisky blickt, dann ran an den Pernod-Button! Und Prost.

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Kann Pernod Ricard morgen prosten?

Daimler zeigts der Konkurrenz

L1001833Volkswagen und BMW durften im ersten Quartal 2016 vor allem eines: an Daimlers Auspuff schnuppern. Nicht etwa, um zu testen, ob die Stuttgarter auch an den Abgaswerten geschraubt haben, sondern weil Mercedes die Konkurrenz mit Verkaufsrekorden abgehängt hat. So musste sich der bisherige Weltranglistenerste BMW im Kampf um Platz 1 im Premiumsegment dem Rivalen Daimler geschlagen geben. BMW vertickte in den letzten 3 Monaten rund 479.000 PKW’s, Mercedes brachte allerdings 5000 Autos mehr auf die Straßen dieser Welt. Damit wuchs die Daimler-Sparte um gut 12 Prozent- doppelt soviel wie der weiß-blaue Autohersteller.

Ich finde ja, dass der VW-Käufertyp ein ganz anderer Charakter ist, als der BMW- oder Mercedes- Fahrer. Meinen jahrelangen Beobachtungen an Ampeln und auf Autobahnen zufolge, ist der VW-Typ ein totaler Pragmatiker, der BMW-Fahrer ein immer jugendlicher (Möchtegern-) Sportler und der Mercedes-Pilot ein Segelschuh-Träger. Oder Hippster. Der Stern erfreut sich nämlich in meinem Freundeskreis, bestehend aus thirtysomethings, immer größerer Beliebtheit. Das liegt wahrscheinlich daran, weil die Modellpalette von Daimler nicht mehr den Taxi-Charakter von vor 10 Jahren hat, sondern sexy und sportlich geworden ist.

Genau davon profitiert Daimler auch im Mekka der Autobauer: China. Das Land des Lächelns ist und bleibt der wichtigste Absatzmarkt der deutschen Autoindustrie. Wer hier das Rennen macht, hat die Schnauze auch im internationalen Vergleich ganz weit vorne. Nur die Hackordnung im Reich der Mitte ist eine andere als im Rest der Welt: Auf Platz 1 rangiert Audi, die Silbermedaille geht an BMW und Daimler folgt auf dem dritten Rang. Doch wie lange noch? Im SUV-verliebten China gewinnt Mercedes mit seinem GLC ordentlich an Fahrt und legten im letzten Quartal um satte 36 Prozent zu. Wenn die Aufholjagd der Stuttgarter in diesem Tempo weitergeht, so müssen Audi und BMW eventuell auch dort schneller ihre Titel abgeben, als erwartet.

Momentan steht die Daimler-Aktie auf +/- 0 Prozent und überlässt euch das Steuer. Setzt ihr auf Gasgeben oder Abbremsen?

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Daimler zeigts der Konkurrenz

Thyssenkrupp: Stahlbauer kommt groß raus

10Heute Mittag könnte ich euch Fast Food statt eines 3-Gänge-Menüs anbieten: alle Aktien unserer Deutschland 30 liegen im grünen Bereich. Punkt. Happy Trading!

Aber während ihr an eurer Stulle nagt, liest sich so ein ganzer Artikel doch auch ganz lecker, oder? Also schauen wir uns den Hitlisten-Gewinner thyssenkrupp mit + 6,3 Prozent mal näher an. Seit geraumer Zeit hängen zwei dunkle Wolken über den Schloten der deutschen Stahlindustrie. Die eine heißt “chinesisches Billigstahl”, die andere “Emissionsrechtehandel”. Damit ihr nicht gleich denkt: “Ohneeey, ich stop dann mal mit lesen!” Erklär ich euch gaaanz kurz, was es mit den beiden Übeltätern auf sich hat.

  • Chinesisches Billigstahl

Stahl Made in China ist billiger als Stahl Made in Europa. Kann aber das gleiche, denn das Metall ist und bleibt: Stahl. Wie kann man nun verhindern, dass Industriezweige wie beispielsweise die deutschen Autobauer, im Land des Lächelns auf Einkaufstour gehen? Beispielsweise durch Strafzölle, die beim Import von chinesischem Billigstahl fällig werden.

  • Emissionsrechtehandel

Schönes Wort. Es handelt sich hierbei um eine EU-Regelung zum Klimaschutz die festlegt, wie viel Tonnen Kohlendioxid ein Unternehmen in die Atmosphäre blasen darf. Das läuft ähnlich wie mit der Mülltonne vor der Haustür (zumindest hier in Bayern): je leichter die Tonne, desto weniger Gebühren sind fällig. Unternehmen können Rechte auf Umweltverschmutzung kaufen und auch wieder verkaufen. Blöd nur, dass die EU-Kommission die Anzahl der verfügbaren Zertifikate jedes Jahr verringert und Unternehmen somit dazu zwingt, ökologischer zu werden. Und das kostet Geld. Stahlbauer wie thyssenkrupp können sich das Spielchen irgendwann nicht mehr leisten und sehen ihre Existenz bedroht.

Wenn wir die beiden Bedrohungen der deutschen Stahlindustrie mal zusammen mixen ergibt sich ein noch scheußlicheres Bild. Während thyssenkrupp dazu gezwungen wird, noch sauberer (und damit teurer) zu produzieren, darf die chinesische Stahlindustrie auch weiterhin ihr Schmutz-Metall zu Dumpingpreisen verjubeln. Experten zufolge liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Tonne Stahl in der Volksrepublik um 500 Kilogramm höher als in Europa.

Minister Sigmar Gabriel hat ein Einsehen mit den Kumpels aus NRW und sicherte ihnen heute seine Unterstützung im Kampf gegen den China-Drachen zu. Wie, wann und was genau er geplant hat, ist noch nicht bekannt. Die Börse vertraut seinen Worten jedenfalls und feiert thyssenkrupp als heutigen DAX-Sieger. Glückauf!

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Thyssenkrupp: Stahlbauer kommt groß raus