Airbus über den Anden: Milliardendeal mit Viva Air Perú

9ba05a9a9174ef0160628914f696a9e2Diese Woche rollen ausnahmsweise mal so richtig dicke Brummer über den Pariser Runway. Dior, Chanel, Valentino und Size Zero war gestern – ab heute stehen die Schwergewichte von Airbus und Boeing im Rampenlicht! Und zwar auf der…

Paris Air Show

Alle zwei Jahre trifft sich das Who-is-Who der Szene zur weltweit größten Luft- und Raumfahrtmesse in Paris um sich selbst und die Highlights der internationalen Flugzeugindustrie zu feiern. Das Motto der Party: Größer, schneller, teurer. Riesige Boeings, Kampfjets, Militärtransporter, japanische Seeraumüberwachungsflugzeuge und andere Gadgets gibt’s zu bestaunen. Ein echtes Highlight für Jet(set)-Voyeuristen, Geheimagenten und natürlich die Einkäufer von Airlines, die mit dicken Portemonnaies auf Shoppingtour gehen.

Kleine Kolumbianer, große Deals

Die Headline “Milliarden-Order: Billig-Peruaner kaufen bei Airbus” gab der Airbus-Aktie heute gleich mal über 2 Prozent Rückenwind. Laut Flug-Fachpresse will die Newcomer-Airline Viva Air Perú insgesamt rund 45 Kurz- und Mittelstrecken Flugzeuge bestellen. Kostenpunkt: Geschätzte fünf Milliarden US-Dollar. Ein hübsches Sümmchen und ich frage mich: Woher hat Viva Air mit einer momentanen Flottenstärke von zwei (!) Flugzeugen, die erst seit Februar ihre Zulassung hat, umgerechnet rund 16,362,500,000.00 PEN (Peruanische Sol)?

Kautabak? Kaffee? Coca? Nein. Die Wikinger von Irelandia Aviation rieben sich ein paarmal das Näschen und hatten eine geniale Idee: Peru braucht eine Billigairline. Geld ist dabei nicht so ein Issue, denn Irelandia Aviation steckt hinter Lowcost-Legende Ryanair- der Cashcow über den Wolken.

Große Maschine, große Probleme

So, jetzt könnte die Airbus-Crew eigentlich ne dicke Zigarre rauchen und wieder nach Hause fliegen. Fetten Deal in der Tasche und au revoir! Doch leider gibts momentan ziemlich Stress mit dem Dickschiff der Lüfte, dem A380. Das 433 Millionen Dollar teure Prestigeobjekt aus dem Hause Airbus entwickelt sich zum Ladenhüter, den sich nur noch gut betuchte Araber leisten können und wollen. Zu groß, zu teuer, zu unflexibel. Die Luftschiffe sind wie ein Jumpsuit: eigentlich stehen sie niemandem so richtig. Doch statt das Ding aus dem Regal zu nehmen, versucht Airbus dem A380 die Flügel zu stutzen. Der neue Look spart Kerosin und soll das Luftschiff auf Erfolgskurs trimmen.

Die Airbus-Aktie läuft schonmal ganz gut: seit Jahresbeginn gings über 18 Prozent nach oben. Also BUXies: Jetzt einchecken und Happy Trading!

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BMW: Mieses Karma hinterm Steuer

urn-newsml-dpa-com-20090101-161114-99-172930-large-4-3.jpgSommersonne ist verdammt anstrengend. Ich weiß nicht wies euch geht, aber ich zwinge mich gerade dazu, meine übermüdeten Wochenendaugen hinter einer XL-Sonnenbrille zu verbergen und gleichzeitig den Screen meines Laptops so auszurichten, dass ich darauf mehr als mein eigenes Spiegelbild erkennen kann. Die beste Strategie für diesen Montag ist also: schnell den Trade-des-Tages klarmachen, früh in den Feierabend starten und dann ab ans Gewässer!

Alles zugeparkt mit fetten BMW’s? Guess why! Einige Mitarbeiter des Autobauers bekommen dieser Tage hitzefrei, weil ein Teil fehlt und die Produktion deshalb an einigen Standorten stillsteht.

Trump denkt, BMW lenkt…

…nicht. Lenkgetriebe aus Bella Italia sind irgendwo hinterm Brenner hängen geblieben und sorgen für eine Open-End Zwangspause an den Bändern. Zwar hat BMW sogar eine eigene “Task Force” zusammengestellt, die sich als Sondereinsatzkommando in Sachen Lenkgetriebe um eine schnelle Lieferung kümmern soll, doch wie lange die italienischen Kollegen noch Dolce Vita feiern, ist derzeit ungewiss. Sicher ist aber, dass so ein Produktionsausfall Zeit und Geld kostet und die Aktionäre BMW heute den zweiten Tag in Folge ins Minus befördern.

Vielleicht haben aber auch die sizilianischen amici etwas damit zu tun? Auf dem G7 Gipfel am Freitag in Taormina schockte Trump die deutschen Autobauer nämlich mit den Worten: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie (die Deutschen Autohersteller) in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“ Ich bin ja nicht so esoterisch unterwegs, aber wer weiß, wer weiß, vielleicht verbreitete Trump in Italien so viel mieses Karma, dass sogar die Fließbänder Bammel bekamen und ihren Dienst einstellen?

Offene Türen in den USA?

Trump ist mittlerweile zurück in Washington und schon schlägt sein Spirit wieder zu: Er will die Schranken für die deutsche Autoindustrie schließen und was passiert? BMWs Türen öffnen sich!

Und das auch noch während der Fahrt! Deshalb müssen die Münchner in den USA rund 45.000 ältere Fahrzeuge der 7er Reihe zurückrufen und reparieren. BMW befindet sich momentan auf dem Highway to hell aber soviel ist sicher, Leute: Karma f**** back! Happy Trading!

RWE: Energieriese back on stage

Rosa Hase
Merle WasmuthErinnert ihr euch noch an den trommelnden, rosa Duracell-Hasen? Der Bunny mit der alkaline Batterie im Bein hält entscheidend länger durch als seine Kumpels, die schon nach ein paar Takten schlapp machen. So ähnlich gehts momentan auch RWE, dem Energieriesen, der seit Freitag die Börse rockt. Während seine Mitstreiter Eon und EnBW eher in der Horizontalen dümpeln, gibt RWE so richtig Stoff.

Energyboost

Zum Wochenausklang standen 5,4 Prozent Plus aufm Ticker, heute legt RWE nochmal 1,6 Prozent drauf. Was geht im Ruhrpott? Der Energieversorger profitiert von gleich zwei guten Nachrichten: Am Freitag gabs Getuschel über eine mögliche Allianz zwischen RWE und dem französischen Konkurrenten Engie und heute strich ein gewisser Adam Dickens, Aktien-Analyst bei HSBC, RWE von seiner Verkaufsliste. Besser noch: Er erhöhte das Kursziel des Energieriesen von 13,40 auf 17,20 Euro. Fast schon ein Ritterschlag und ein deutliches Signal für Investoren: Kaufen, das Ding!

Tête-à-Tête

Die – pssst! – vertraulichen Gespräche zwischen RWE und Engie sind so vertraulich, dass sie nicht mal stattfinden. Insidern zufolge erwägen die beiden Stromversorger zwar eine deutsch-französische Melange, tauschen sich darüber allerdings bislang nur mit ihren Beratern und Banken aus. Ein Rendezvous fand – angeblich – noch nicht statt. Die Anleger geraten aber schon mal ins Schwärmen und befördern RWE in die Pluszone. Der Energieversorger könnte einen Teil seiner Ökostromtochter Innogy an die Franzosen abgeben und würde im Gegenzug Engie-Anteile erhalten. Ob RWE mit diesem Tauschgeschäft unterm Strich mehr Rendite macht, ist allerdings fraglich.

Fakt ist aber, dass RWE sowas wie der Robbie Williams unter den Stromanbietern ist. Die Aktie des Energieversorgers gewann nach jahrelangem Entzug seit Januar rund 43 Prozent an Wert und ist damit schon jetzt eine der Comeback-Aktien 2017. Eigentlich total irrational, denn trotz leicht steigender Strompreise handelt RWE mit dem Auslaufprodukt “Schmutz-Strom” aus Kohle- und Atomkraftwerken, das der Energiewende zum Opfer fallen wird. Die Einnahmen sind rückläufig, der Aktienkurs steigt trotzdem… Happy Trading aber: vorsicht beim VoRWEg gehen!

 

Walt Disney: May the 9th be with you!

star-wars-2172947_960_720Ich habe mal kurz nachgezählt. In meinem kleinen Haushalt tummeln sich sechs Star Wars-gebrandete Artikel: 1 Zahnbürste, 1 Duschgel, 1 Nassrasierer, 2 T-Shirts und ein Schlüpfer. Und das, obwohl ich überhauptgarkein Fan der Sternenkrieger bin!

Das Merchandising rund um die Disney-Marke ist einfach so omnipräsent, dass es bei manchen Gebrauchsgegenständen schon schwierig wird, etwas OHNE Darth Vader, Klonkrieger oder Yoda-Aufdruck zu finden. Einen ähnlichen Promi-Status erlangt übrigens mittlerweile das gute, alte Einhorn. Ähm: Glitzer-Regenbogen-Unicorn, das sogar WC-Papier irgendwie magisch machen soll. Und ich kaufs auch noch, buhuuu!

Aber zurück zum Thema: Walt Disney. Der Unterhaltungskonzern präsentiert morgen Zahlen zum zweiten Quartal und wir wollen wissen, ob die Marke mit der Maus nur Luftschlösser baut, oder neue Galaxien erobert.

Möge die Macht mit dir sein

Eines steht schonmal fest: Die vier Milliarden Dollar, die Disney 2012 für die Star Wars-Rechte locker machte, waren gut investiert. Die Weltraumsaga und die Erlöse aus “Fanartikeln” entwickelten sich zum Goldesel und sorgten schon im Vorjahreszeitraum für 22 Prozent mehr Umsatz und ein Kursplus von zehn Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Ob der Konzern genug Jedi Power hat, um den eigenen Benchmark zu knacken?

Möglich wärs, denn die Verfilmung des Märchen-Klassikers “Die Schöne und das Biest” spielte bis jetzt mehr als 1,43 Milliarden Dollar in die Kassen und könnte trotz des schwierigen Vergleichszeitraums für ein Plus in der Bilanz sorgen. Was aber, wenn die Popcorntüte halb leer, statt halb voll ist? Kein Ding, denn der nächste Blockbuster steht schon in den Startlöchern: “Star Wars: Der letzte Jedi”, der kurz vor Weihnachten in die Kinos kommt, wird das Ding schon wuppen.

“Nach meiner Größe beurteilst Du mich, tust Du das”? (Yoda)

Yep. Disney ist riesig, hat weitreichende Film-Pläne bis in die 2030er und weckt damit große Erwartungen. Bei Fans und Analysten. Die dürften morgen mit der Performance der Traumfabrik ganz zufrieden sein, auch wenn sich deren Wachstum im Jahresvergleich verlangsamt haben könnte. Aber so lange Themenparks, Filmerfolge und Merchandising-Geschäfte die Massen begeistern, so lange bleibt Walt Disney ein Unternehmen “Where dreams come true”. Happy Trading!

Fly me to the sky, SAP!

Willkommen zur Afterhour! Nach dem Motto: “Nach der Party ist vor der Party” winken wir einmal lässig in Richtung Emmanuel Macron. Dem französische Präsidentschaftskandidat mit dem oh là là-Siegerlächeln, dem seit gestern die (Börsen-) Welt zu Füßen liegt.

Er gilt als Freund der EU und wird vermutlich alles daran tun, um einen “Frexit” zu verhindern. Gut für die Wirtschaft, gut für uns BUXies. Unsere Germany 30 jubelten deshalb “Merci, Macron!” und markierten mit 12.455 Punkten und einem Plus von über drei Prozent ein neues Alltime-High. Yeah! War das der Startschuss für die Sommer-Börsenrally Frankreich-Frankfurt?

Maybe, baby. Die Zeichen stehen jedenfalls auf “Go!” und die aktuelle Bilanz-Saison, in der Unternehmen die Ergebnisse der vergangenen Monate präsentieren, könnte dem Aktien-Hype noch einen extra Boost verleihen. Während sich diese Woche US-Unternehmen wie Alphabet, Microsoft oder Twitter auf Bilanz-Pressekonferenzen die Klinke in die Hand geben, stehen die deutschen Firmen noch in den Startlöchern. Doch heute kommt auch bei uns Schwung in die Einzelwerte…

Unnützes Wissen

Wer braucht schon Wall Street? Wir haben Walldorf! Stammsitz des SAP-Konzerns, der heute morgen Zahlen der vergangenen drei Monate präsentierte. Und was haben die zwei W’s gemeinsam? Richtig: Den Sellerie-Salat. Der verdankt seinen Namen nämlich dem legendären New Yorker Waldorf-Hotel und einem glücklichen Zufall: Zwei Auswanderer aus dem badischen Walldorf namens Astor tauften sowohl den Salat, als auch die Hotelkette Waldorf-Astoria. Ein “l” fiel wohl dem Slang zum Opfer, well…

Dank des Softwareriesen SAP ist die baden-württembergische Kleinstadt zu einer der reichsten Gemeinden Deutschlands geworden. Silicon Walldorf ist ein Hightech-Standort voll mit Nerds in Hipster-Uniform, Tennisplätzen und E-Autos. Eine Miniaturausführung des kalifornischen Silicon Valley, sozusagen.

Mehr geht nicht mehr

Doch. Denn über dem Schwabenländle kursiert eine ganz besondere Wolke, die für regelmäßigen Geldregen sorgt: Die “Cloud”. In der Datenwolke können SAP-Kunden teure Software für billiges Geld mieten, statt sie zu kaufen. Ein smartes Abo-Modell, mit dem Zeitungen, Fitnessstudios und Telcos schon seit Jahrzehnten üppig Geld verdienen und das bei SAP für über 30 Prozent Wachstum in der Cloud-Sparte sorgte. Auch das „altmodische“ Geschäft mit Softwarelizenzen boomt und das, obwohl der Konzern diese Sparte kaum noch pusht. Die Lizenserlöse übertrafen sogar die Erwartungen der Analysten: SAP verdiente an ihnen 691 Millionen Euro und damit weit mehr als die prognostizierten 641 Millionen.

Einziges Regenwölkchen am blauen SAP-Himmel: Aufgrund der gestiegenen Personalkosten sank der Nettogewinn der Schwaben um neun Prozent. Die Mitarbeiter profitieren nämlich von einem „aktienbasierten Vergütungssystem“. Sprich: Je höher der Aktienkurs, desto größer das Plus auf deren Gehaltszettel. Ein nettes „Extra“, das SAP sich einiges kosten läßt.

Durchaus möglich also, dass SAP-Chef Bill McDermott heute seine Pole-Position als DAX-Spitzenverdiener ausbaut und sich vom Geldregen aus der Datenwolke berieseln lässt. Ihr wollt auch ein Stück vom käuflichen Glück? Dann mal ran an die Knöpfe, the sky is the limit.. Happy Trading!

Louis Vuitton kennt keine Krise

Moin Moin aus Sylt, ihr BUXies! Ich befinde mich temporär im Mekka der Porsche Cayennes, Facelifts, Aperol Spritz für 8 Euro pro Gläschen und: Louis Vuitton Ladies. Passenderweise präsentiert der französische Luxushersteller heute nach Torschluss der Pariser Börse Zahlen zum ersten Quartal und wir wollen wissen, ob das Moët & Chandon Glas halb leer oder halb voll ist.

Kampen (Sylt), 2009

Vom Promi-Sandkasten-Image der 70er und 80er Jahre, in denen sich barbrüstige Blondinen in den Strandkörben räkelten, ist wenig geblieben. Statt rocken im Pony Club ist Senioren-Tanztee angesagt: Louis Vuitton beschließt, den reichen Erben und Industriellen, die sich die Insel noch leisten wollen, eine Tasche zu widmen: “Neverfull Kampen” heißt sie und wird nur in der Boutique des kleinen Edelortes verkauft.

2009.. Grübel.. Da war doch noch was? Ach ja, die Finanzkrise! Auch LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitto) leidet, kommt aber im Gegensatz zu Konkurrenten wie Cartier oder Montblanc mit kleinen Kratzern davon. Luxus für eine Minderheit geht eben immer, auch wenn die Mehrheit gerade ihren Job verliert.

Kampen (Sylt), 2015

Oha, die einzige Louis Vuitton Boutique der Insel schließt! Und die Gerüchteküche brodelt: Zieht es die Reichen und Schönen doch eher nach St. Tropez, St. Barth oder St. Pauli? Sylt wird mal wieder totgesagt, das ist nämlich “in” und hat ne lange Tradition. Der Konzern selbst hat sich von seiner Fake-Krise blenden erholt: LVMH übertrumpfte mit 35,7 Milliarden Euro Umsatz sein Vorjahresergebnis um 16 Prozent. Ein Rekordjahr.

China, Hong Kong, 2017

Während Sabine Christiansen und Katja Kessler auf Sylt stoisch Schalentiere knacken und lieber Liebeskind als “LouiVui” tragen (Understatement!), fliegen wir ein paar Stunden nach Osten. Genauer gesagt: Nach China und Hong Kong. Dort finden wir sie, die wohlhabenden Asiaten, die Whisky und Nachmach-Brands gegen echten Stoff eingetauscht haben: Champagner und Designer Goodies. Denn auch wenn wir hierzulande bereits die nächste Krise wittern (Trump, Terror, Inflation…) boomt im Land des Lächelns die Wirtschaft.

Erst kürzlich erklärte LVMH-Boss Bernard Arnault, dass in den ersten drei Monaten 2017 in China die Korken knallten. Insider schätzen, dass der Luxushersteller rund 11 Prozent mehr Leder und Blubberwasser verkaufte als im Jahr zuvor und die Aktie noch einige Überraschungen parat haben könnte. Im vergangenen Jahr hat sich der Preis für ein Stück vom Glück bereits von 145 Euro auf 200 Euro verteuert- unterm Strich ein Gewinn von rund 43 Prozent.

Na dann Prösterchen! Ich setze mich jetzt ganz Sylt-Style mit ner Flasche DutyFree-Moët in den Strandkorb und lass mir bei Windstärke 6 den Schaum um die Nase wehen. Happy Trading!

Goldene Zeiten für Platin?

maxresdefaultDen aufmerksamen BUXern unter euch ist es vielleicht schon aufgefallen: wir haben einen neuen Bling-Bling-Rohstoff im Angebot! Neben Gold und Silber könnt ihr euer Trade-Portfolio jetzt auch mit Platin zum Strahlen bringen.

Noch vor ein paar Jahren freute ich (kapitalistisch denkende Frau) mich über Platinschmuck unterm Christbaum fast noch mehr als über Gold-Klunker, denn historisch gesehen war Platin stets das teuerste Edelmetall.
Dieses Jahr sieht die Lage anders aus. Gold liegt mit einem Preis von rund 1000 Dollar pro Feinunze über dem von Platin, das gegenwärtig für 850 Dollar vertickt wird. In den vergangenen 6 Monaten hat das Edelmetall 25 Prozent an Wert verloren. Einen so großen Rabatt hat es beim Platin-Preis im Vergleich zum Gold noch nie gegeben. Die Zahlen gehen immerhin zurück bis ins Jahr 1987, als der Platin-Handel an den Börsen aufgenommen wurde.

Doch woher kommt der Preisverfall? Neben der Schmuck-Industrie zählt der Automobil-Sektor zu den wichtigsten Abnehmern des Edelmetalls, das auch beim Bau von Katalysatoren zum Einsatz kommt. Vor allem Diesel-Motoren benötigen aufgrund ihrer Verbrennungstemperatur einen besonders “edlen” Katalysator. Der VW-Abgasskandal hat dafür gesorgt, dass der Absatz von Dieselfahrzeugen schwächelt und die Nachfrage nach Platin für diesen Industriezweig sinkt.

Die südafrikanischen Minenbetreiber reagieren auf diesen Trend mit Sparmaßnahmen und einer Reduzierung der Fördermenge. Wegen des damit sinkenden Platin-Angebots könnte es zu schrumpfenden Lagerbeständen und Produktionsengpässen kommen, was dem Platin-Preis zu ganz neuen Höhenflügen verhelfen würde.

Auch das Weihnachtsgeschäft lässt uns hoffen. Die Schmuckimporte in den USA sind im dritten Quartal – im Vorfeld der Feiertagssaison- bei Platin um 85 Prozent und bei Gold um 12 Prozent gestiegen. Männer sind doch Opportunisten! Jetzt wo Platin billig wird, greifen sie zu und bescheren ihrer Liebsten Klunker aus Discount-Metall. Wir freuen uns natürlich trotzdem…über ein Herz aus Silber, Gold, oder Platin. Es ist und bleibt das Fest der Liebe…

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Sturmschäden bei der Allianz?

allianzHeute Morgen, als die meisten von uns noch in den Federn lagen, gab es für die Herren und Damen der Allianz Versicherung eine kalte Dusche: Die Quartalszahlen blieben weit hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Und wie wir schon wissen: enttäuschte Erwartungen sorgen häufig für einen Aktienkurs-Kater.

Von Juli bis September ging das operative Ergebnis um 7,5 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr zurück. Grund waren die Turbulenzen an den Finanzmärkten (wer wurde davon schon verschont?) und höhere Schäden.

Über Schäden gesprochen: Unfall- und Schadensversicherungen sorgen für ordentlich Cash in den Taschen des Versicherungsriesen aus München. Die Einnahmen stiegen hier sogar um 2,4 Prozent und in der Türkei um satte 38 Prozent! Ihr fragt euch sicher: warum entwickelt sich die Türkei zum booming Business für Europas größten Versicherer?

Während wir uns hierzulande einen bunten Strauß nützlicher und überflüssiger Versicherungen geschnürt haben, sind die meisten Türken immernoch unterversichert. Das geringe Risikobewusstsein der türkischen Bevölkerung befände sich jedoch gerade im Wandel. Der junge Türke steht auf teure Autos, schicke Häuser und hat immer mehr Cash auf dem Konto. Ein gefundenes Fressen für jeden freundlichen Allianz-Vertreter der seine All-Inklusive-Paketchen verticken will.

Weniger kalkulierbar sind da Naturkatastrophen. Deren Folgen kosteten die Allianz 144 Millionen Euro, nachdem sie ein Jahr zuvor von solchen Ereignissen nahezu verschont worden war. Die schweren Explosionen im Hafen der chinesischen Stadt Tianjin im August schlugen bei dem Versicherer mit 64 Millionen Euro zu Buche.

Ein weiteres Sorgenkind der Münchener ist  die amerikanische Konzerntochter Pimco. Bei dem Fondsanbieter aus den USA ziehen Anleger nach wie vor jeden Monat Milliardensummen ab. 16 Milliarden Euro waren es innerhalb von 3 Monaten, um genau zu sein.

Bei solchen Zahlen wehen die blauen Allianz- Flaggen nicht mehr so flott im Wind und der Aktienkurs verbuchte am Morgen ein dickes rotes Minus von 2,5 Prozent.

Ob die Aktie wieder Aufwind bekommt oder ob auf Naturkatastrophen auch die Börsen-Katastrophe folgt?

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Lanxess gibt Gummi

gummiIch melde mich heute von meinem zweitägigen Offline-Retreat wieder zurück. Kein WiFi, kein Socialmedia, kein Email. Erholung pur für verspannte Schultern und gerötete Laptop-Bindehäute. Aber ich gebe zu, nach zwei Tagen Online-Abstinenz juckt mich heute schon der Daumen. So ein richtig guter Trade vor dem Wochenende müsste schon noch drin sein, oder?

Gestern erkämpfte sich Adidas mit einem goldenen dritten Quartal die höchste Stufe des DAX- Siegertreppchens und rannte mit einem fetten Plus von über 8 Prozent allen davon.

Auf der Verliererseite standen die üblichen Verdächtigen von VW mit einem Minus von knapp 3 Prozent und die Deutsche Lufthansa mit Min 3,8 Prozent, die wieder unter den Streik-Ambitionen ihrer Bemannung / Befrauung leidet.

Doch lasst uns mal schauen, was der heutige Tag so an Börsen-Highlights bereithält. Getreu dem Motto „sell on good news“ nehmen wir die Aktie des Kölner Chemie-Riesen Lanxess genauer unter die Lupe. Und glaubt mir: Synthetik-Kautschuk kann so sexy sein! Lanxess und sein neuer 1001-Nacht-Partner Saudi Aramco rocken den Markt für Reifen und Kabel so richtig und sind mit einem Umsatz von drei Milliarden Euro sogar Weltmarktführer.

Doch der Geschäftszweig mit dem schwarzen Gummi hätte Lanxess 2014 schon beinahe an den Rand des Abgrundes getrieben denn Synthetik-Kautschuk entsteht auf Basis von Rohöl. Und da bekanntermaßen in Köln höchstens Bier-Quellen sprudeln, musste der Konzern das schwarze Gold für teure Euros importieren.

Doch damit ist jetzt Schluss: Best-Buddy Saudi Aramco weiß, wo der Öl-Zapfhahn steht und verschafft Lanxess Zugang zum günstigen Kautschuk-Grundstoff. Für ihren Anteil überweisen die Araber 1,2 Milliarden Euro an Lanxess – der Kölner Konzern ist damit nun praktisch schuldenfrei.

Gestern präsentierte Lanxess dann noch Q3 Zahlen und was soll ich sagen? Es läuft wie geölt und der Konzern konnte seinen Gewinn mit 10 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum steigern.

Nach dem Gong wurde dann noch bekannt, dass der Kautschuk-König 60 Millionen Euro in seine Leverkusener Tochter Saltigo investieren wird. Das Geld der Saudis wird also gleich dem eigenen Nachwuchs in die Tasche geschoben. Saltigo’s Kerngeschäft sind Agrochemikalien, die vor allem bei der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln für die Landwirtschaft Verwendung finden. Diversifikation heißt das Zauberwort und Lanxess ist auf der Suche nach neuen Geldquellen jenseits des Gummi-Geschäfts, das 40 Prozent seines Gesamtumsatzes ausmacht.

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Ein fliegender Start

klmWas war das für ein Börsentag gestern! Ferrari raste gleich bei seinem ersten Börsen-Rennen mit rund 15 Prozent Plus an die Poleposition, Boeing konnte im letzten Quartal so richtig abheben und auch GM blieb Dank seiner starken, deutschen Tochter Opel auf Kurs.

Da blieb sogar unserem guten alten DAX (Deutschland30) nichts anderes übrig, als mit der Wall Street mitzufeiern. Knapp 1 Prozent Plus am Ende des Börsentages sind doch schon ganz anständig.

Die Partylaune verdankten wir vor allem dem DAX-Dauerbrenner Adidas und der Deutschen Post, die eine Portoerhöhung zum Jahreswechsel bekanntgab. Ab Januar dürfen wir für einen Standardbrief 8 Cent mehr lockermachen. Tut nicht weh im Portmonee aber wie sagt man so schön: Kleinvieh macht auch Mist und die Deutsche Post rückt ihrem Gewinnziel auf diese Weise etwas näher.

Mehr Stirnrunzeln bereiten uns momentan unsere niederländischen Freunde von Air France-KLM. Gestern nach Börsenschluss wurde bekannt, dass die Holländer 6 Start- und Lande- „Slots“ auf dem Flughafen London Heathrow an Delta Air Lines verkaufen. Der Deal spült KLM immerhin 276 Millionen Dollar in die Kassen. Doch handelt es sich dabei nicht vielleicht auch um einen S.O.S –Ruf der krisengebeutelten Fluggesellschaft?

Die Aktie befand sich die letzten 6 Monate in einer Art Taumelflug nach unten, entgegengesetzt zum allgemeinen Aufwärtstrend der Luftfahrt-Papiere. Streikende Piloten und „gerupfte“ HR –Bosse, die mit zerrissenem Hemd aus Mitarbeiter-Meetings flüchten müssen, sind deutliche Anzeichen einer handfesten Krise, die im kommenden Jahr rund 1000 Mitarbeiten ihren Job kosten wird.

Air France will morgen weiter Details zum Sparplan bekanntgeben. Und ihr könnt wie immer ab 09:00Uhr auf die Flugrichtung der Aktie tippen, liebe BUXers.

Übrigens: Auch Börsen-Giganten wie Google und Amazon präsentieren heute ihre Quartalszahlen. Keine Sorge, pünktlich vor dem US-Börsenstart füttern wir euch natürlich noch mit allen relevanten Infos über diese beiden Big Boys.

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