Delivery Hero geht an die Börse: Verbrennen Sie sich nicht die Finger!

press-photos-office-reception (1)Und täglich grüßt…nein, nicht das Murmeltier, sondern ein neuer Börsengang. Nach Vapiano am Dienstag muss morgen Delivery Hero liefern. Zwei IPOs in einer Woche und dazu noch aus der gleichen Branche das ist in Zeiten, in denen sich immer weniger deutsche Unternehmen aufs Parkett wagen eher ungewöhnlich. Schätzungen zufolge gehen 2017 hierzulande insgesamt nur 15 Firmen an die Börse. Weltweit waren es dagegen allein im ersten Halbjahr über 772 Neuemissionen. Deutschland backt zwar kleinere Brötchen als der Rest der Welt, aber vielleicht die qualitativ besseren? Bis jetzt noch nicht. Nachdem der Aktienkurs des Börsenneulings Vapiano am Dienstag kurz hochkochte, fiel er im Handelsverlauf unter den Ausgabepreis und stagniert seitdem auf ähnlichem Niveau. Ob dem Essens-Lieferdienst Delivery Hero ein ähnliches Schicksal droht?

Der Rocket Internet Sprössling

Was haben die meisten Börsengänge dieser Tage miteinander gemein? Sie schreiben rote Zahlen. So auch Delivery Hero, eine Beteiligung des (ebenfalls defizitären) Start-up Investors Rocket Internet. Das 2011 gegründete Unternehmen hinter den bei Konsumenten eher bekannten Marken “Foodora”, “Pizza.de” und “Lieferheld” setzte im vergangenen Jahr knapp 300 Millionen Euro um und schrieb 200 Millionen Euro Verlust. So überrascht es auch nicht, dass ein Großteil der IPO-Erlöse von knapp einer Milliarde Euro nicht in den Ausbau des Geschäfts, sondern in den Abbau der Schulden gesteckt wird. Das ansich ist paradox. Ich dachte immer, man kauft Aktien, um vom Erfolg eines Unternehmens zu profitieren und nicht, um dessen Defizite zu kompensieren?

Ob Delivery Hero jemals den Hunger der Investoren stillen wird, ist fraglich. Das Erlösmodell des Lieferdienstes basiert auf Provisionen, die die Webseiten des Unternehmens von angeschlossenen Restaurants erhalten. Bestellt ein Kunde Pizza beim Italiener über Pizza.de, dann klingelt bei Delivery Hero die Kasse. Naja, das ist vielleicht etwas übertrieben, denn da Foodora, Lieferheld und Pizza.de als reine Essens-Vermittlungsplattform fungieren sind die Margen so gering, dass sich das Geschäft nur sehr knapp rechnet. Folglich lautet das Geheimrezept: Wachstum. Doch die teuer erkauften Marktanteile werden sich möglicherweise auf Dauer nicht rechnen, denn im Gegensatz zu anderen Branchen trägt “Größe” im Liefergeschäft nicht dazu bei, die Margen zu erhöhen. Das Geschäft mit den Online-Essensbestellungen ist ein wahrhaft hartes Brot.

Schlaraffenland oder Schlachtfeld?

Noch übler wird der Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass der Markt für Lieferdienste weder neu, noch einfach ist. Schon seit vielen Jahren buhlen Konkurrenten wie die britische (profitable!) Firma Just Eat oder das niederländische Unternehmen Takeaway (“Lieferando”) um die Gunst hungriger Kunden. Keine Frage: Mit der Bequemlichkeit vieler Städter lässt sich ordentlich Geldverdienen. Das haben aber auch mächtige Branchen-Neulinge wie Amazon oder Uber erkannt, die neben Paketen und Fahrgästen jetzt auch Essen bzw. Lebensmittel ausliefern und mit ihrer Marktmacht Neueinsteigern die Butter vom Brot nehmen könnten.

Gegessen wird immer. Geliefert auch?

Vielleicht. Das gilt allerdings nur für wirtschaftlich florierende Länder wie Deutschland. Denn wenn das Haushaltsgeld kaum ausreicht, um Lebensmittel beim Discounter zu kaufen, ist die Sushi-Bestellung ein utopischer Luxus. Das bedeutet für Liebhaber von “Foodie-Aktien”: Investieren Sie lieber in langfristig orientierte Marken mit soliden Geschäftsmodellen und schwarzen Zahlen, wie zum Beispiel Nestlé. Der boerse.de-Top-Defensiv-Champion ist diese Woche aufgrund der geplanten Verkäufe von Anteilen an L’Oreal in aller Munde und erzielte seit Jahresbeginn eine Rendite von 13,46 Prozent. Auch zählt die Nestlé-Aktie aufgrund ihres unterdurchschnittlichen Risikos und der attraktiven Gewinne quasi zum Inventar unserer Aktienbrief-Empfehlungen und bescherte treuen Lesern, die den 35 Empfehlungen gefolgt sind, im Mittel über 136 Prozent Kursgewinn. Sicher Sie sich noch heute Ihr Aktienbrief-Gratisexemplar und entdecken Sie die Aktien, die mehr “liefern”, als sie versprechen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

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Delivery Hero geht an die Börse: Verbrennen Sie sich nicht die Finger!

Die Aktie des Tages: Snap Inc.

Snap Inc., die Mutter des soundsovielten Social Networks / Messaging-Dienstes Snapchat, feiert heute ihr Börsendebüt in New York. Ein “Happening”, das wahrscheinlich mehr Fans aufs Parkett lockt, als John Travolta in Saturday Night Fever. Die Aktie, die Medienberichten zufolge zum Einstandspreis von 17 Dollar pro Stück gehandelt wird, ist vielfach überzeichnet und wird die Firmengründer Evan Spiegel (26) und Bobby Murphy (28) quasi über Nacht zu Multimilliardären machen. Ärgerliches Detail am Rande: Laut gut informierten Kreisen hätte das Duo seine Firmenanteile auch für 19 Euro pro Stück an den Mann bringen können…

Trotz der verpassten Chance auf noch mehr Nullen hinterm Komma nimmt der Snap-Börsengang schon jetzt historische Ausmaße an: Mit 17 Dollar je Aktie erreicht er ein Volumen von 3,4 Milliarden Dollar. Snap wird nun mit 24 Milliarden Dollar bewertet der höchste Betrag in der Technologiebranche seit Facebook, dem Social Network, dessen IPO 2012 rund 16 Milliarden Dollar einbrachte. Damit feiert der Nachrichtendienst das weltweit größte Börsendebüt seit der chinesischen Handelsplattform Alibaba 2014.

Die große Frage ist nun, ob Anleger die “Katze im Sack” kaufen und Snap langfristig ein ähnliches Schicksal erleiden wird, wie die Aktie des Kurznachrichtendienstes Twitter, die seit ihrem Start Ende 2013 rund 57 Prozent an Wert verlor. Es gibt in der Tat Parallelen, aber auch Unterschiede zwischen den zwei Plattformen. Beide dienen der Verbreitung kurzer, selbst erstellter, Berichte, Fotos oder Videos, beide haben Probleme damit, ihr Geschäftsmodell über Werbung zu monetarisieren.

Snapchat verfolgt allerdings ein völlig anderes Kommunikationsziel als Twitter: Im Gegensatz zum “Gezwitscher”, das chronologisch sortiert bestehen bleibt und so manchem twitterndem Promi oder Politiker schon zum Verhängnis wurde, sind Snapchat-Berichte selbstzerstörend. “Storys” (Bildergeschichten) und “Snaps” (Fotos) haben ein Verfallsdatum und löschen sich nach einem vorbestimmten Zeitraum. Man könnte Snapchat als eine Art Tagebuch umschreiben, dessen persönliche Inhalte man für einen kurzen Moment mit einem engen Freund teilt. Firmengründer Evan Spiegel fasst seine Unternehmensphilosophie folgendermaßen zusammen: „Bei Snapchat geht es nicht darum, den traditionellen Kodak-Moment einzufangen. Es geht darum, den vollen Umfang menschlicher Emotionen zu transportieren – nicht nur, was hübsch oder perfekt zu sein scheint.“

“Hübsch” ist sie, die Snapchat-Fassade mit ihren zahlreichen Filtern, Emojis und Masken, mit denen sich Bilder aufpeppen lassen. Doch von “Perfekt” kann – zumindest im Unternehmenskern – noch keine Rede sein. Der milliardenschwere Börsenneuling verlor im vergangenen Jahr 514,6 Millionen Dollar, nach einem Fehlbetrag von knapp 373 Millionen Dollar 2015. Auch die Userzahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück: Rund 158 Millionen Menschen täglich “snappten” im vierten Quartal 2016, wobei das Wachstum im Vergleich zu den drei Vormonaten mit einem Plus von lediglich 5 Millionen ins Stocken geriet. Keine erfreuliche Entwicklung angesichts der Tatsache, dass Twitter doppelt so viele Nutzer zählt und ganze 1,8 Milliarden “Liker” und “Poster” täglich auf Facebook unterwegs sind. Da hat das junge Startup noch eine lange, mühsame Story vor sich!

Snaps Inc’s Dienste sind zwar äußerst kreativ und innovativ, haben aber möglicherweise das Haltbarkeitsdatum eines “Snaps”: Es sind Wegwerfartikel, die so gar nicht zum Nachhaltigkeits-Trend unserer Zeit passen wollen. Wenn auch Sie lieber auf langfristige Investments statt kurzlebige, spekulative Aktien setzen, dann werfen Sie doch mal einen Blick in die neue Ausgabe des boerse.de-Aktienbriefes, die Sie hier kostenlos testen können. Darin zeigen Ihnen meine Kollegen nachhaltige Methoden für Ihren Vermögensaufbau und stellen Ihnen die besten Aktien der Welt mit einer langen Erfolgs-”Story” vor. Denn letztlich unterscheidet sich in der Aktienwelt die Spreu vom Weizen vor allem in einem Kriterium: Dem langfristigen Kursverlauf mit hoher Gewinn-Konstanz in dem nichts beschönigt und nichts verheimlicht werden kann. Oder sich gar geisterhaft “in Luft auflöst”.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlagen/Miss-boersede

 

 

Die Aktie des Tages: Snap Inc.