Der Wochenausblick: Wettrennen oder Wassertreten?

adidas-1838597_960_720Als “Black Friday” können wir vergangenen Freitag nicht bezeichnen, aber grau war die Stimmung in Frankfurt auf jeden Fall. Der Dax zeigte sich von Christi Himmelfahrt gänzlich unbeeindruckt, rutschte am Feier- und darauf folgenden Brückentag zeitweise auf 12.530 Punkte und pendelte sich zu Börsenschluss bei 12.602 Punkten ein. Ein Wochenverlust von 0,3 Prozent. Die große Frage ist jetzt, ob wir es mit einem temporären Vatertags-Kater zu tun haben, oder ob sich die Kursverluste vergangener Woche noch ausweiten? In bester Verfassung befindet sich dagegen unser BCDI. Der boerse.de-Champions-Defensiv-Index erreichte vergangene Woche einen neuen Höchststand und übertraf mit einer Rendite von +11,9 Prozent seit Jahresbeginn Dax (+9,8 Prozent) und Dow (+6,7 Prozent) mit Leichtigkeit.

Amazon oder Alphabet: Wer knackt die 1000 Dollar-Marke?

Während der Dax eher orientierungslos scheint, gibt sich die Wall Street siegessicher. Zwar dürfen die US-Börsianer heute aufgrund des Memorial Days die Beine hochlegen, doch so eine kleine Verschnaufpause kann nach der Rekordjagd vergangener Woche nicht schaden. Sowohl S&P 500 als auch der Technologieindex NASDAQ erreichten neue Bestmarken wobei zwei Akteure den restlichen Marktteilnehmern die Show stahlen: die boerse.de-Champions-Aktien Amazon und Google-Mutter Alphabet. Die Internetriesen liefern sich seit Wochen ein spannendes Duell um die magische Bewertung von “1000 Dollar pro Aktie”. Amazon lag am Freitag mit 995 Dollar um Haaresbreite vorn, dicht gefolgt von Alphabet mit 993 Dollar pro Anteilsschein. Das bedeutet für mich und mein Depot: Daumendrücken für den E-Commerce-Pionier!

Ryanair und Rocket Internet: Bitte zum Bilanzcheck

Bilanzzahlen sind in dieser Woche Mangelware. Lediglich ein paar Nachzügler gewähren uns einen Blick in ihre Bücher, darunter Ryanair (Dienstag) und Rocket Internet (Mittwoch). Dabei könnten sowohl der “Überflieger”, als auch die Comeback-Aktie von Rocket Internet eine Überraschung parat haben. Während die Billigairline weiter auf die Kostenbremse drückt und dank dieser Strategie vermutlich bessere Resultate als im Vorjahr einfliegt, könnte der schon fast totgesagte Inkubator Rocket Internet endlich die Rakete zünden. Könnte. Denn seit dem Rocket-Börsengang mussten Anleger sehr viel Leidensfähigkeit beweisen, um Schwankungen von 15 Euro, über 58 Euro bis auf momentan rund 21 Euro zu überdauern. Die Startup-Schmiede, die Firmen wie Delivery Hero, Hello Fresh und den einzig wirklich erfolgreichen Sprössling Zalando hervorgebracht hat, schreibt noch immer Verluste. Eine spekulative Geduldsprobe…

Trump-Ticker

10.000 Sicherheitsleute bei gerade mal 11.000 Einwohnern: warum ausgerechnet die sizilianische Kleinstadt Taormina als Tagungsort für den G7-Gipfel auserwählt wurde, ist vielen ein Rätsel. Das Städtchen mutierte vom Touristenmagnet zum Sperrbezirk und das nur, weil sich Freitag und Samstag dort Vertreter der wichtigsten Industrienationen versammelten – darunter erstmals Donald Trump. Wie zu erwarten gestaltete sich das Treffen als schwierig. Schon im Vorfeld beschimpfte der US-Präsident die Deutschen als “sehr, sehr böse (bad)” und beschuldigte sie, zu viele BMW’s, VW’s, Porsche und Mercedes für Amerika zu produzieren: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“

Als Reaktion auf Trumps Drohung legten die deutschen Automobilwerte am Freitag den Rückwärtsgang ein und verabschiedeten sich mit Verlusten von teils über einem Prozent (BMW) ins Wochenende. Diese Schockwelle könnte zu Wochenbeginn noch weitere Kreise ziehen, denn neben möglichen Handelsdifferenzen mit Amerika hat BMW noch mit Problemen auf dem Heimatmarkt zu kämpfen: Wegen eines fehlenden Bauteils musste die Produktion in einigen Standorten am Wochenende teilweise gestoppt werden. Während sich einige Angestellte über Hitzefrei freuen, könnte das Logistikproblem BMW heute ins Schwitzen bringen. Produktionsausfälle kosten schließlich Zeit und damit auch Geld…

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Start in diese Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

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Der Wochenausblick: Wettrennen oder Wassertreten?

Der Dax auf neuem Rekordhoch! Warum wir in dieser Börsenwoche nicht die Füße hochlegen sollten.

young-woman-2194038_960_720Langsam ertappe ich mich dabei, ähnlich zu denken wie die “Crash-Propheten” der Tagespresse: Wie lange kann das noch gut gehen? Wann kommt er, der “Absturz”? Unser heimischer Leitindex Dax hat trotz aller geopolitischer Unsicherheiten und Unkenrufe sogenannter “Marktexperten”seit Jahresbeginn fast elf Prozent an Wert gewonnen. Von Ermüdungserscheinungen keine Spur: Der Dax knackte heute zu Handelsbeginn sogar sein Rekordhoch von 12.800 Punkten! Saisonalität (“Sell in May an go away”) gepaart mit hohen Kursgewinne sorgen für Skepsis. Doch die Realität belehrt uns eines Besseren: Mittlerweile sind sogar die magischen 13.000 Punkte in greifbare Nähe gerückt und dem Dax fehlen nur noch 1,5 Prozent bis zum nächsten Gipfel-Glück.

Unsere treuen Leserinnen und Leser wissen ja, dass einer unserer Grundsätze lautet: Die Börse kennt langfristig nur einen Weg: nach oben! Basierend auf die zurückliegende Kurshistorie ist eine gemittelte Rendite von neun Prozent pro Jahr bei Dax und Dow völlig normal. Ja sogar ein Richtwert, mit dem man als Anleger getrost kalkulieren darf. An diese Aussage versuche ich mich immer dann zu erinnern, wenn mich latente Kritiker glauben lassen wollen, dass die Hausse jetzt “wirklich zu lange dauert” und der baldige Kurs-Kollaps bevorsteht.

Einmal Durchatmen

Zwar müssen wir uns bis zum nächsten “Crash” vermutlich noch ein Weilchen gedulden, doch vergangene Woche schalteten die Märkte zumindest mal einen Gang zurück. Wassertreten war angesagt und sowohl Dax als auch Dow Jones stagnieren bei minimalen Kursgewinnen. Es ist ganz natürlich, dass sich die Märkte ab und zu eine Pause gönnen. Anleger “versilbern” ihre Rendite wodurch Kurse kurz einbrechen können. Politische oder wirtschaftliche Turbulenzen führen zu nervösen Handelsverläufen. Einem Kurs-Zickzack, das auch hartgesottenen Börsianern auf den Magen schlagen kann. Doch denken Sie immer daran, dass solche Achterbahnfahrten völlig normal sind und wie jede Krise sogar prima Einstiegs-Chancen darstellen können. Oder um es mit Starinvestor Buffetts Worten zu sagen: „Egal, ob es um Aktien oder Socken geht, ich kaufe gerne qualitativ hochwertige Ware, wenn sie herabgesetzt ist.”

Wenn auch Sie unter die Schnäppchenjäger gehen möchte, so könnte sich in den kommenden Tagen die ein oder andere Gelegenheit zum “Zuschlagen” bieten. Zum Ausklang der Quartalssaison präsentieren noch ein paar namhafte Unternehmen ihre Zahlenwerke wie z.B. Porsche, RWE, Home Depot oder Wal-Mart – an Ihnen die Qual der Wahl!

Montag:
RWE, Salzgitter, Porsche, EnBW (alle Q1 Zahlen), TUI (Halbjahreszahlen)

Dienstag:
Vodafone (Jahreszahlen), Easyjet (Halbjahreszahlen), Home Depot (Q1 Zahlen)

Mittwoch:
Raiffeisen (Q1 Zahlen), Bouygues (Q1 Zahlen), Cisco Systems (Q3 Zahlen)

Donnerstag:
Merck KGaA (Q1 Zahlen), Alibaba Group (Q4 Zahlen), Wal-Mart (Q1 Zahlen), Salesforce (Q1 Zahlen), Burberry (Jahreszahlen), Google I/O Entwicklerkonferenz (bis 19.5.)
Sie können sich nicht entscheiden? Kein Problem! Riskieren Sie doch mal einen Blick auf “unseren” Index, den BCDI. Hierin haben wir zehn der weltweit risikoärmsten und zugleich renditestärksten Aktien zu einem handlichen “Paket” mit einer außergewöhnlichen Performance gebündelt. Mit einem Investment in den boerse.de-Champions-Defensive-Index hätten (oder haben?) Sie seit seinem Börsendebüt am 1. Juli 2014 über 50 Prozent Rendite gemacht. Fast doppelt soviel wie unser Leitindex Dax…

Ich wünsche Ihnen eine entspannte, erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

Der Dax auf neuem Rekordhoch! Warum wir in dieser Börsenwoche nicht die Füße hochlegen sollten.

Der Wochenausblick: Volltreffer!

Die-Pute-von-Panem-Einfach-nur-bloed1_image_630_420f_wnWas für ein Marathon! Inspiriert vom wahrscheinlichen Wahlsieg des EU-Freundes Emmanuel Macron gewann der Dax in den vergangenen neun Handelstagen ganze sechs Prozent an Wert und startete heute mit einem Plus von rund 0,3 Prozent in den Tag. Eigentlich ein Grund zum Jubeln, doch sowohl in Frankreich, als auch an den Märkten hält sich der Freudentaumel in Grenzen. Trotz aller Kursgewinne spekulieren viele Skeptiker darauf, dass Anleger bald “Kasse machen” und der Börse eine Verschnaufpause bescheren könnten. Wer behält Recht? Die ewigen Pessimisten oder die “Viva la France”-Fankurve?

Befragen wir doch mal die guten, alten Börsenweisheiten… Gleich zwei Regeln raten zu einem vorübergehenden Rückzug vom Aktienmarkt. Ob das wirklich eine so gute Idee ist?

“Sell in may and go away…

…but remember to come back in September”. Saisonalität. Viele Börsianer schwören auf Ratschläge wie diese und richten ihre Anlagestrategie danach aus. Im Mai raus aus den Aktien, im September wieder rein. Keine besonders rentable Vorgehensweise, wie die Vergangenheit zeigt. Zum einen freut sich Ihre Investmentbank über die anfallenden Gebühren, die Sie für die “Umschichtung” bezahlen, zum anderen gehen Ihnen vermutlich ein paar Prozent Rendite verloren. Tatsächlich gibt es nämlich einige wissenschaftliche Studien die belegen, dass die Sommermonate statistisch gesehen nicht schlechter sind, als die Wintermonate. Mit einer, alle vier Jahre wiederkehrenden, Ausnahme: Dem Jahr vor der US-Präsidentschaftswahl, in dem der Dow Jones im Winter eine bessere Performance zeigt, als im Sommer nach der US-Wahl.

Glaubt man der Theorie, so könnten die Sommermonate 2017 unter keinem guten Stern stehen. Könnten. Denn dieses Jahr steckt voll Überraschungen. Viele Börsianer warnten bereits nach dem Wahlsieg des US-Präsidenten Trump vor dem “Crash”, der nicht kam. Ganz im Gegenteil: Seit Jahresanfang gewann der Dax rund 10,8 Prozent an Wert. Ob die Frankreich-Wahl an der Rekordlaune unseres Leitindex etwas ändern wird?

“Buy the rumour, sell the news”

Vielleicht, wenn Börsenweisheit Nummer zwei den Realitätstest besteht. Bekanntlich wird an der Börse die Zukunft gehandelt. Diesem Umstand war auch der Aktien-Boom der französischen Wahlkampf-Periode zu Danken, der als verfrühte Erleichterungsrally aufgrund des erwarteten Wahlsiegs (“rumour”) von Emmanuel Macron betrachtet werden kann. Die Börse lag also schon vergangene Woche im Vor-Freudentaumel und könnte diese Woche, nach den “news” der Frankreichwahl, an Euphorie verlieren.

Fundamental viel Neues

Börsenweisheiten hin oder her, auf Eines können wir uns verlassen: Die Börse strebt nach Größerem. Solange die Wirtschaft wächst, solange machen Unternehmen Gewinn und geben den Märkten mit guten Bilanzkennzahlen frische Impulse. Sowohl amerikanische als auch europäische Firmen gewähren uns in den kommenden Tagen einen Blick in ihre Bücher. Für Bewegung auf dem Parkett könnten folgende Kandidaten sorgen, die teils auch zu unseren boerse.de-Champions-Aktien zählen:

Dienstag:

Commerzbank, K+S, Eon, ElringKlinger, Zalando, Walt Disney, News Corp, NVIDIA, Electronic Arts

Mittwoch:

HeidelbergCement, Carl Zeiss Meditec, AXA, ING, Evotec, Toyota, Leonk, 21st Century Fox

Donnerstag:

Deutsche Post, Deutsche Telekom, Nordex, Lanxess, Henkel, ProSiebenSat.1, Nissan

Freitag:

Innogy, Allianz, Thyssenkrupp, ArcelorMittal, Hapag-Lloyd

Ich wünsche Ihnen gute Nerven und eine erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

Der Wochenausblick: Volltreffer!

Die Bringer der Woche: Timing ist alles

exgxs1eDas mit dem richtigen Timing ist ja so ne Sache. Das perfekte, weichgekochte Ei, das erste “I love you”, der letzte Elfmeter- den entscheidenden Moment zu treffen, ist schon eine Kunst für sich. Auch an der Börse kann es passieren, dass ein Unternehmen einfach bescheidenes Pech hat- wie zum Beispiel Samsung letzte Woche. Pünktlich zur Einführung des neuen iPhone 7 von Erzfeind Apple, knallen den Koreanern ihre Galaxy Note 7 Smartphones serienmäßig um die Ohren.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Apple-Boss Tim Cook nach dieser Neuigkeit ein unauffälliges “Strike” nicht verkneifen konnte. Schließlich kam der Samsung Fauxpas pünktlich zur Apple Produkteinführung und wird die Kaufentscheidung vieler Smartphone-Junkies zugunsten des iPhones beeinflussen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: iPhone 7 Plus vergriffen, Apple-Aktie mit einem Wochengewinn von 12 Prozent auf neuem Jahreshoch.

Mein Timing-Held dieser Woche ist die US-Notenbank. Dieser Woche? Was sag ich: Diesen Jahres! Die Mutter aller US-Banken stürzt mich dank Non-Stop-Berichterstattung in eine kreative Krise und die Börsianer in die Verzweiflung, denn höhere Zinsen als die 0,25-0,50 Prozent, dies momentan in Amerika gibt, würden Aktien als Geldanlage wieder unattraktiver machen. Viele Investoren gehen bei höheren Zinsen einfach lieber auf Nummer Sicher und parken ihr Spargeld auf der Bank, statt fröhlich auf dem Aktienmarkt zu spekulieren, so wie wir BUXianer.

Dieser “Geldabfluss” täte den Kursen nicht gut und deshalb wartet die Finanzwelt auf den Zinsentscheid der Fed-Chefin Janet Yellen- wie immer am Mittwochabend, 20:00 Uhr. 8 mal pro Jahr und immer genau zum Zeitpunkt meines heiligen, wöchentlichen Deep Work-Trainings hänge ich an Janets schmalen Lippen  statt im Gym (Timing, ach ja). Ihr Wort beeinflusst die Börsenkurse mehr als alles andere weil steigende, oder fallende Zinsen über die Kursentwicklung an den Weltbörsen entscheiden. Fallende Zinsen = Top Kurse, steigende Zinsen = Flop Kurse. So ungefähr lautet die Zins – Aktien-Formel.

Im Vorfeld eines solchen Events gibts immer viel Getuschel. Notenbanker gucken sich Konjunkturdaten an, die als Basis für Janets Entscheidungen dienen und versuchen daraus Rückschlüsse über die zukünftige Zinspolitik zu ziehen. Konjunkturdaten sind beispielsweise Infos über die Preisentwicklung von Produkten, unserer Kauflaune und der Anzahl neu geschaffener Jobs. Läuft es wirtschaftlich rund, so kann sich die Notenbank höhere Zinsen erlauben, weil die Unternehmen dann genug Geld in der Kasse haben, um sich Kredite was kosten zu lassen. Ansonsten würden hohe Zinsen das Wachstum eines Landes bremsen, weil Geld auf Pump zu teuer ist und Unternehmen jeden Cent zweimal umdrehen, bevor sie Investitionen wagen.

Leider sind die Konjunkturdaten aus Amerika momentan alles andere als berauschend und Experten rechnen deshalb am Mittwoch nicht mit einer Zinserhöhung. Prima, endlich abhaken, das Zins-Ding und ab ins Gym! Ne, leider nicht.. Eine selbstgemachte Börsenweisheit besagt nämlich: “Nach Janet ist vor Janet” und deshalb werden die Börsianer vermutlich zwei Dinge tun: Stillhalten und lauschen. Stillhalten, weil die Spekulanten vor Janets Auftritt lieber ihre Dollars im Sack lassen, um sich vor bösen Überraschungen zu schützen. Und lauschen, weil sie auf Hinweise in Janets Rede warten, ob die Zinserhöhung dann wenigstens im Dezember Fakt ist. Leise rieselt der Schnee, die Zinsen, die tun nicht weh..Stimmt, denn dann liegen wir kollektiv im Glühwein-Koma, sind emotional sowieso im Liebe- deinen-Nächsten-Rausch und keine Sau schert sich mehr um die Notenbanken. Das wäre ein Timing!

Meine Zeit ist jetzt abgelaufen, liebe BUXies. Ich wünsche euch einen guten Börsenstart in diese Woche und Happy Trading!

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/die-bringer-der-woche-timing-ist-alles/

Die Bringer der Woche: Timing ist alles

Nach Janet Yellen kommt Hexensabbat

hexetwitterDas Warten hat ein Ende: nach 10 Jahren kam gestern der siebte Teil der Weltraumsaga “Star Wars: Das Erwachen der Macht” in die Kinos. Fast zeitgleich, gegen 20:00 Uhr, drückte die US-Notenbank auf den Abzug und erhöhte den Leitzins auf 0,25 – 0,50 Prozent.

Ich wusste schon gar nicht mehr, ob ich den Live-Ticker “Fed” oder “Star Wars Premiere” mitverfolgen sollte. Was für ein Stress! Doch das Warten hat sich gelohnt. Nachdem Janet Yellen, die Präsidentin der US-Notenbank, die Katze aus dem Sack gelassen hatte, feierte die Wall Street und deren Leitindex Dow Jones legte einen Freudentanz auf dem roten Teppich hin.
Alles schien zu jubeln: die Finanzkrise ist beendet, unsere Wirtschaft boomt!

Nach der gestrigen, historischen, Doppel-Party folgt heute hoffentlich die Afterhour an der Deutschen Börse. So ein richtiger Endspurt zum Jahresende wäre doch genau das, was wir Börsianer nötig haben, oder? Doch die Euphorie – wenn sie sich heute einstellt- könnte nur von kurzer Dauer sein, denn morgen ist schon wieder D-Day: der Hexensabbat!

Hä? Wat is dat? Ihr habt richtig gelesen. Die Börse gleicht diese Woche einem 1a Thriller und feiert morgen den wilden Tanz der Kurse, den sogenannten Hexensabbat. Viermal im Jahr, gewöhnlich am dritten Freitag des dritten Monats eines Quartals, kommt es an den drei weltweit wichtigsten Termin-Börsen zu scheinbar unbegründeten Kursschwankungen, an denen weder “normale” Nachrichten, noch Unternehmensmeldungen Schuld sind.

Ursache der möglichen Aktien-Achterbahn sind gleichzeitig auslaufende Termingeschäfte. Die Laufzeit dieser sogenannten Derivate auf Aktien, Rohstoffe aber auch beispielsweise den DAX, enden alle zu bestimmten Uhrzeiten. Zum Ende der Laufzeit weiss der Anleger dann: aha, ich habe mit meiner Investition Gewinn oder Verlust gemacht.

Zuvor wird natürlich noch heftig gehandelt, um den Wert der Termingeschäfte noch schnell in die gewünschte Richtung zu bewegen. Und das sorgt für ein hektisches Auf- und Nieder.

Das Phänomen Hexensabbat ist mega-komplex und ich werde euch nicht mit allen Details langweilen. Für euch ist nur wichtig: nicht in wilde Panik verfallen, sollte eure Lieblings-Aktie Saltos hinlegen.

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/

Nach Janet Yellen kommt Hexensabbat