Aufgeflogen! Die geheimen Dates der Autobauer

minivan-datenight2Fragt man einen Inder, Australier, Russen oder Eskimo, was ihm zum Thema “Deutschland” so in den Sinn kommt, dann lautet die Antwort wahrscheinlich: “Oktoberfest”, “Bier” oder “Autos”. Anno 2017 könnte das Aushängeschild der deutschen Industrie jedoch gegen einen anderen Begriff ersetzt werden. Wie wärs denn zum Beispiel mit “Betrug”, “Kartell” oder “Skandal”?

La Famiglia

“Gruppenarbeit” ist ja eigentlich was Schönes. Schon in der Schule wird man dazu gezwungen, in Vierer-Grüppchen abstrakte Text-Collagen zu schnippeln oder so. Auch die fünf aus der letzten Bank der Autobauer (Daimler, VW, BMW, Porsche und Audi) sollen sich an einem Gesamtkunstwerk versucht haben. Wie der “Spiegel” am Freitag berichtete, könnte die gesamte deutsche Autoindustrie seit Jahrzehnten geheime Meetings veranstaltet haben, um so Sachen wie Technik, Zulieferer und Kosten miteinander abzustimmen.

Im Unterricht fördert das die Sozialkompetenz, in der Wirtschaft sind Absprachen dagegen total asozial. Und verboten! Vor allem, weil sie einen fairen Wettbewerb verhindern, die Marktpreise manipulieren und Autokäufer letzten Endes dafür blechen dürfen.

“Qualität” Made in Germany?

Das war einmal… Alles sieht danach aus, als ob wir unserem Saubermann-Image langsam Lebewohl winken müssen. Die deutsche Vorzeige-Industrie hat schon unter Dieselgate gelitten, aber bis vor ein paar Tagen ahnte niemand, dass hinter den Schummeleien, die bei VW, Daimler, Audi oder BMW aufgedeckt wurden, kollektives, knallhartes Kalkül steckt.

Wichtige Vertreter der Autohersteller trafen sich anscheinend regelmäßig und das nicht, um die heißesten Lack-Farben dieses Sommers zu diskutieren oder sich selbst zu feiern, sondern um Manipulationen à la Dieselgate auszuhecken. So könnte es sein, dass sich die Big Boys auf kleine, dafür aber billige “AdBlue”-Tanks einigten, deren Volumen nicht ausreicht, um Stickoxide dauerhaft von giftigen Stoffen zu befreien. Wenn das wahr ist, haben die Autohersteller über Jahre hinweg vorsätzlich Umweltbehörden und Verbraucher getäuscht.

Insider rechnen damit, dass geprellte Autokäufer und Jungs, die das schnelle Geld wittern auf einer gigantischen Klagewelle mitsurfen werden, die die Hersteller Milliarden kosten könnte. Vom unbezahlbaren Imageschaden mal ganz zu schweigen. *Überraschung*! Auto-Aktien sind heute ganz klar die Looser des Tages. How low can you go? Happy Trading!

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Aufgeflogen! Die geheimen Dates der Autobauer

Tesla: Das sollte Anleger misstrauisch machen!

match-1063868_960_720Ob Tesla-Chef Elon Musk entspannt den US-Nationalfeiertag am Dienstag genießen konnte? Wohl eher nicht, denn die Nachricht, dass der E-Auto-Pionier sein Produktions-Soll nur um Haaresbreite erreichte, beunruhigte die Aktionäre. Viele hätten das Tesla-Papier wahrscheinlich bereits am Feiertag auf die Verkaufsliste gesetzt, doch auch die Börse macht ab und zu mal ein Päuschen und deshalb kam das “dicke Ende” erst gestern. Die Tesla-Aktie verlor rund vier Prozent an Wert.


“Was solls?” fragen sich jetzt vielleicht einige Fans der E-Aktie. Eine kleine Korrektur nach rund 66 Prozent Kursgewinn innerhalb eines Jahres ist doch kein Beinbruch, oder? Doch das Signal, das Tesla mit dem knapp erreichten Produktionsziel von 47.100 Stück im ersten Halbjahr 2017 (angepeilt waren 47.000 bis 50.000 Wägen) sendet, stimmt einige Marktbeobachter misstrauisch.

Tesla mit Ladehemmung

Lieferengpässe sind in der jungen Historie des Börsenlieblings nichts Neues. Bereits vor gut einem Jahr verfehlte Tesla die selbstgesteckten Ziele und seitdem geriet Musk wegen seiner zu ambitiösen Vorgaben immer wieder in die Kritik. Doch die Schuld sucht der Multimilliardär gerne bei anderen: mal sind es Zulieferer, mal die Batterien oder die Autopilot-Hardware, die die Produktion hinken lassen. Was Tesla fehlt, ist das Know-How und die jahrzehntelange Erfahrung “altmodischer” Autobauer wie BMW oder VW, bei denen Engpässe trotz viel höherer Volumina kaum vorkommen.

Der Volks-Tesla soll’s richten

Obwohl Elon Musk’s Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 65 Milliarden Dollar mittlerweile mehr wert ist als BMW, macht Tesla noch keinen Cent Profit. Die Münchener sind dagegen mit einem Gewinn von 6,9 Milliarden Euro (2016) hoch rentabel und verkauften rund 30 mal so viele Autos wie der E-Auto-Pionier. Keine gesunde Basis, doch wie so oft, wird an der Börse die Zukunft gehandelt. Investoren glauben an Musk, seine Visionen und den durchschlagenden Erfolg des “Model 3”, dem ersten Mittelklassewagen der Amerikaner.

Am Freitag sollen die ersten Volks-Teslas vom Band rollen. Angesichts der 400.000 Vorbestellungen für den rund 35.000 Dollar teuren Mittelklasse-Tesla dürfte Musk ziemlich unter Strom stehen. Der Erfolg des Model 3 könnte für Tesla zukunftsentscheidend sein, denn wenn der “Volks-Stromer” kein Verkaufshit wird oder Kunden zu lange auf ihre Bestellung warten müssen, gewinnen Hersteller der “Old-Economy” einen gewaltigen Vorsprung. Doch selbst wenn Model 3 liefern kann, zweifeln Insider an dessen kommerziellem Erfolg. Die große Frage lautet: wie kann Tesla mit günstigen Autos viel Geld in einem hart umkämpften Marktsegment verdienen, wenn dieses Kunststück nicht mal in der Oberklasse gelingt, in der Tesla quasi allein auf weiter Flur ist?

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Tesla: Das sollte Anleger misstrauisch machen!

BMW: Die Richtung stimmt – auch ohne Lenkrad

bmw-1845793_960_720Eine Studie rettet heute die Nachrichten-Wetterlage rund um BMW: Während ein Tiefdruckgebiet namens “Produktionsstopp” den Münchner Himmel verdunkelt, sorgt eine Meldung, wonach BMW der profitabelste Autobauer weltweit ist, für gelegentliche Aufheiterungen. Die Frage ist nur: Welche Neuigkeit wird das Stimmungsbarometer der Aktionäre beeinflussen?

BMW auf der Pole-Position

Good news first: Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young erkämpfte sich BMW im ersten Quartal mit 11,3 Prozent Marge die Führungsposition in Sachen Profitabilität. Auf Rang drei und vier verkehren Daimler mit 10,3 Prozent und VW mit 7,8 Prozent. Die Silbermedaille sicherte sich diesmal allerdings kein deutscher Autohersteller, sondern ein japanischer Außenseiter: Suzuki. Nebenbuhler Toyota ist zwar immer noch die weltweite Nummer eins in Absatz und Umsatz, doch Suzuki produziert ertragreicher.

Auch in Sachen Gewinnentwicklung schalteten die deutschen Top 3 einen Gang rauf. Die Unternehmensberatung attestierte Daimler, VW und BMW einen deutlichen Gewinnsprung von in Summe acht auf elf Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die japanischen Autobauer legten nur um drei Prozent zu, die US-Konzerne verzeichneten sogar einen Gewinnrückgang von sieben Prozent.

Schwingt in Trumps Aussage, wonach deutsche Autohersteller zu viele Fahrzeuge in den USA verkaufen und Amerikanern die Arbeitsplätze “stehlen” also doch ein Funken Wahrheit mit? Nein, ganz im Gegenteil. Laut Zahlen des Branchenverbands VDA wurden 2016 in den Vereinigten Staaten rund 17,5 Millionen PKWs und leichte Nutzfahrzeuge verkauft wobei BMW, Daimler, VW & Co. nur 1,33 Millionen absetzten. Ein Marktanteil von nur sieben Prozent. Deutsche Hersteller produzieren zwar viele Neuwagen in den USA, verkaufen sie jedoch von dort aus in andere Länder und schaffen auf diese Weise weit mehr Arbeitsplätze in Amerika, als sie “vernichten”.

Däumchen drehen in München

BMWs profitable Produktion könnte allerdings einen leichten Dämpfer bekommen. Schon seit vergangener Woche kämpft der Autohersteller mit Lieferengpässen für ein unentbehrliches Teil seiner Lenkgetriebe. Bis auf weiteres läuft die Produktion in Südafrika, China, Leipzig und München deshalb nur auf halben Touren. Das kostet Nerven, Zeit und damit auch Geld. Während BMW-Mitarbeiter die Zwangspause nutzen, um an der Isar zu liegen, Überstunden abzugrillen oder Wartungsarbeiten durchzuführen, versucht ein internes Sondereinsatzkommando die Bänder schnellstmöglich wieder zum Laufen zu bringen. Eine schwierige Mission, zumal der zuständige Lieferant Bosch einer nicht genannten, italienischen Firma, die die fragile Logistikkette unterbrochen haben soll, die Schuld in die Schuhe schiebt.

Ein Produktionsstopp von ein paar Tagen ist nicht so dramatisch und kann schnell wieder aufgeholt werden. Sollte der Ausfall jedoch länger dauern, so würde der Rückstand zusätzliche Kosten verursachen, die die gefeierte Marge des Autoherstellers schmälern könnte. Momentan steuert BMW allerdings noch auf einem zuversichtlichen Kurs: Die Produktionsengpässe dürften bald behoben sein, Kundenlieferungen werden nicht beeinträchtigt und auch die Aktionäre bekunden der BMW-Aktie mit kaum merklichen Kursbewegungen ihr Vertrauen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

 

BMW: Die Richtung stimmt – auch ohne Lenkrad

Der Wochenausblick: Wettrennen oder Wassertreten?

adidas-1838597_960_720Als “Black Friday” können wir vergangenen Freitag nicht bezeichnen, aber grau war die Stimmung in Frankfurt auf jeden Fall. Der Dax zeigte sich von Christi Himmelfahrt gänzlich unbeeindruckt, rutschte am Feier- und darauf folgenden Brückentag zeitweise auf 12.530 Punkte und pendelte sich zu Börsenschluss bei 12.602 Punkten ein. Ein Wochenverlust von 0,3 Prozent. Die große Frage ist jetzt, ob wir es mit einem temporären Vatertags-Kater zu tun haben, oder ob sich die Kursverluste vergangener Woche noch ausweiten? In bester Verfassung befindet sich dagegen unser BCDI. Der boerse.de-Champions-Defensiv-Index erreichte vergangene Woche einen neuen Höchststand und übertraf mit einer Rendite von +11,9 Prozent seit Jahresbeginn Dax (+9,8 Prozent) und Dow (+6,7 Prozent) mit Leichtigkeit.

Amazon oder Alphabet: Wer knackt die 1000 Dollar-Marke?

Während der Dax eher orientierungslos scheint, gibt sich die Wall Street siegessicher. Zwar dürfen die US-Börsianer heute aufgrund des Memorial Days die Beine hochlegen, doch so eine kleine Verschnaufpause kann nach der Rekordjagd vergangener Woche nicht schaden. Sowohl S&P 500 als auch der Technologieindex NASDAQ erreichten neue Bestmarken wobei zwei Akteure den restlichen Marktteilnehmern die Show stahlen: die boerse.de-Champions-Aktien Amazon und Google-Mutter Alphabet. Die Internetriesen liefern sich seit Wochen ein spannendes Duell um die magische Bewertung von “1000 Dollar pro Aktie”. Amazon lag am Freitag mit 995 Dollar um Haaresbreite vorn, dicht gefolgt von Alphabet mit 993 Dollar pro Anteilsschein. Das bedeutet für mich und mein Depot: Daumendrücken für den E-Commerce-Pionier!

Ryanair und Rocket Internet: Bitte zum Bilanzcheck

Bilanzzahlen sind in dieser Woche Mangelware. Lediglich ein paar Nachzügler gewähren uns einen Blick in ihre Bücher, darunter Ryanair (Dienstag) und Rocket Internet (Mittwoch). Dabei könnten sowohl der “Überflieger”, als auch die Comeback-Aktie von Rocket Internet eine Überraschung parat haben. Während die Billigairline weiter auf die Kostenbremse drückt und dank dieser Strategie vermutlich bessere Resultate als im Vorjahr einfliegt, könnte der schon fast totgesagte Inkubator Rocket Internet endlich die Rakete zünden. Könnte. Denn seit dem Rocket-Börsengang mussten Anleger sehr viel Leidensfähigkeit beweisen, um Schwankungen von 15 Euro, über 58 Euro bis auf momentan rund 21 Euro zu überdauern. Die Startup-Schmiede, die Firmen wie Delivery Hero, Hello Fresh und den einzig wirklich erfolgreichen Sprössling Zalando hervorgebracht hat, schreibt noch immer Verluste. Eine spekulative Geduldsprobe…

Trump-Ticker

10.000 Sicherheitsleute bei gerade mal 11.000 Einwohnern: warum ausgerechnet die sizilianische Kleinstadt Taormina als Tagungsort für den G7-Gipfel auserwählt wurde, ist vielen ein Rätsel. Das Städtchen mutierte vom Touristenmagnet zum Sperrbezirk und das nur, weil sich Freitag und Samstag dort Vertreter der wichtigsten Industrienationen versammelten – darunter erstmals Donald Trump. Wie zu erwarten gestaltete sich das Treffen als schwierig. Schon im Vorfeld beschimpfte der US-Präsident die Deutschen als “sehr, sehr böse (bad)” und beschuldigte sie, zu viele BMW’s, VW’s, Porsche und Mercedes für Amerika zu produzieren: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“

Als Reaktion auf Trumps Drohung legten die deutschen Automobilwerte am Freitag den Rückwärtsgang ein und verabschiedeten sich mit Verlusten von teils über einem Prozent (BMW) ins Wochenende. Diese Schockwelle könnte zu Wochenbeginn noch weitere Kreise ziehen, denn neben möglichen Handelsdifferenzen mit Amerika hat BMW noch mit Problemen auf dem Heimatmarkt zu kämpfen: Wegen eines fehlenden Bauteils musste die Produktion in einigen Standorten am Wochenende teilweise gestoppt werden. Während sich einige Angestellte über Hitzefrei freuen, könnte das Logistikproblem BMW heute ins Schwitzen bringen. Produktionsausfälle kosten schließlich Zeit und damit auch Geld…

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Start in diese Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

Der Wochenausblick: Wettrennen oder Wassertreten?

BMW: Mieses Karma hinterm Steuer

urn-newsml-dpa-com-20090101-161114-99-172930-large-4-3.jpgSommersonne ist verdammt anstrengend. Ich weiß nicht wies euch geht, aber ich zwinge mich gerade dazu, meine übermüdeten Wochenendaugen hinter einer XL-Sonnenbrille zu verbergen und gleichzeitig den Screen meines Laptops so auszurichten, dass ich darauf mehr als mein eigenes Spiegelbild erkennen kann. Die beste Strategie für diesen Montag ist also: schnell den Trade-des-Tages klarmachen, früh in den Feierabend starten und dann ab ans Gewässer!

Alles zugeparkt mit fetten BMW’s? Guess why! Einige Mitarbeiter des Autobauers bekommen dieser Tage hitzefrei, weil ein Teil fehlt und die Produktion deshalb an einigen Standorten stillsteht.

Trump denkt, BMW lenkt…

…nicht. Lenkgetriebe aus Bella Italia sind irgendwo hinterm Brenner hängen geblieben und sorgen für eine Open-End Zwangspause an den Bändern. Zwar hat BMW sogar eine eigene “Task Force” zusammengestellt, die sich als Sondereinsatzkommando in Sachen Lenkgetriebe um eine schnelle Lieferung kümmern soll, doch wie lange die italienischen Kollegen noch Dolce Vita feiern, ist derzeit ungewiss. Sicher ist aber, dass so ein Produktionsausfall Zeit und Geld kostet und die Aktionäre BMW heute den zweiten Tag in Folge ins Minus befördern.

Vielleicht haben aber auch die sizilianischen amici etwas damit zu tun? Auf dem G7 Gipfel am Freitag in Taormina schockte Trump die deutschen Autobauer nämlich mit den Worten: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie (die Deutschen Autohersteller) in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“ Ich bin ja nicht so esoterisch unterwegs, aber wer weiß, wer weiß, vielleicht verbreitete Trump in Italien so viel mieses Karma, dass sogar die Fließbänder Bammel bekamen und ihren Dienst einstellen?

Offene Türen in den USA?

Trump ist mittlerweile zurück in Washington und schon schlägt sein Spirit wieder zu: Er will die Schranken für die deutsche Autoindustrie schließen und was passiert? BMWs Türen öffnen sich!

Und das auch noch während der Fahrt! Deshalb müssen die Münchner in den USA rund 45.000 ältere Fahrzeuge der 7er Reihe zurückrufen und reparieren. BMW befindet sich momentan auf dem Highway to hell aber soviel ist sicher, Leute: Karma f**** back! Happy Trading!

BMW: Mieses Karma hinterm Steuer

BMW vor den (endgültigen) Zahlen: Gelingt der Überraschungssieg?

car-1281697_960_720Wofür steht das Kürzel “BMW”? Bald Mein Wagen. Zugegebenermaßen ein extrem platter Witz mit einem Fünkchen Wahrheit garniert: Die sportlichen Autos der Münchener wecken Begehrlichkeiten. Bei Hehlerbanden aber auch bei Aktionären, die der morgigen, endgültigen, Q1-Präsentation entgegenfiebern.

Als dritter und damit letzter Autobauer im DAX überraschte BMW bereits am 20. April mit vorläufigen Quartalszahlen und deutlich höheren Gewinnen. Ein Trend, der sich in den Resultaten der gesamten Branche widerspiegelt, denn auch VW und Daimler punkteten im Vorfeld mit Rekordergebnissen.

Aus Freude an Zahlen

Einen Titel musste BMW 2016 an Mercedes abtreten: Der Pokal “weltgrößter Premiumhersteller” ging nach elf Jahren an der Spitze erstmals an die Stuttgarter, die deutlich mehr PKWs verkauften als die Bayern. Trotz des kleinen Wermutstropfens haben die Münchener morgen vermutlich allen Grund zum Feiern. Die vorläufigen Zahlen lassen vermuten, dass das Vorsteuerergebnis der vergangenen drei Monate die drei Milliarden Euro-Grenze knackte, was einem Zuwachs von 27 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Der Konzernumsatz nahm um 12,4 Prozent auf 23,45 Milliarden Euro zu.

Ein “Kickstart” gelang BMW wohl auch beim Finanzergebnis: Es schnellte auf 359 Millionen Euro in die Höhe, nachdem im Jahr zuvor noch ein Verlust von 89 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Grund genug für ein kollektives “Prosit” in der Chefetage des Autobauers? Leider nein, denn der schöne Schein trügt manchmal. Sowohl im Bierzelt, als auch in der Bilanz.

Ein Haar in der Suppe…

…fanden die Anleger nach Vorlage der Ergebnisse Mitte April. Das Zahlenwerk strahlte zwar auf den ersten Blick wie eine frisch polierte Luxuslimousine, doch bei näherem Hinsehen zeigten sich ein paar Kratzer. So kletterte der Quartalsgewinn im mit Abstand wichtigsten Automobil-Segment lediglich um sechs Prozent auf 1,87 Milliarden Euro und die Marge lag mit mageren neun Prozent sogar leicht unter dem Niveau des Vorjahres-Quartals.

Auch das anscheinend brillante Finanzergebnis schmeckte den Investoren nicht so recht, da es auf positive Bewertungseffekte statt BMW’s Erfolg als Autohersteller zurückzuführen war. Zum Beispiel die Resultate aus dem Kartendienst Here, den BMW, Daimler und Audi 2015 von Nokia erwarben. Der Einstieg neuer Partner bei diesem ungewöhnlichen Projekt konkurrierender Hersteller führte zu einer höheren Bewertung der BMW-Anteile an Here. Ein Sondereinfluss, von dem bereits Erzrivale Daimler profitierte. Mit dem Unterschied, dass Mercedes bei der für einen Autohersteller wesentlich wichtigeren Kennzahl “Marge” deutlich besser abschnitt als BMW: Die Stuttgarter steigerten ihre Umsatzrendite von sieben Prozent im Vorjahr auf zuletzt 9,8 Prozent.

Zahlentechnisch muss BMW also noch ein paar Dellen ausbügeln, um Anleger zum Einsteigen zu bewegen. Die Konkurrenz unter den Automobilherstellern ist groß und Investoren werden bei der morgigen Zahlen-Präsentation und der Hauptversammlung am 11. Mai sehr genau hinhören, um zu erfahren, mit welchen neuen Modellen und Investitionen BMW wieder an die Weltspitze preschen will.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

BMW vor den (endgültigen) Zahlen: Gelingt der Überraschungssieg?

BMW, Daimler, VW: Adios, amigos!

wrc-rally-mexico-volkswagen-01Und täglich grüßt… Mr. President! Während Donald Trump aufgrund des heutigen US-Feiertags vermutlich noch in seinen Kissen murmelt und sich die Wall Street eine schöpferische Pause gönnt, sprengt sein BILD-Interview die Schlagzeilen. Und vermiest den deutschen Auto-Aktien die Performance. BMW: -1,32 Prozent, Daimler: -1,63 Prozent, VW: -1,94 Prozent… Wie kommts?
Stellt euch vor, Frau Merkel würde sich in einem Interview mit der TIMES tierisch darüber aufregen, dass Opel nicht nur “dahoam” in Rüsselsheim produziert, sondern auch in US-Werken von Chevrolet. Oder, dass McDonalds Schlabberbrötchen nicht aus deutschem Bio-Weizen gebacken werden. Tut sie nicht, ganz im Gegensatz zu ihrem US-Kollegen Trump, der sich momentan die Autoindustrie zum Staatsfeind macht.
Er droht den Herstellern mit Importzöllen von 35 Prozent, sollten sie Autos für den US-Markt im benachbarten Mexiko bauen, statt Fabriken in den USA zu eröffnen. Dass Autobauer wie Nissan, VW, Ford und viele mehr in Tequila Sunshine-Land produzieren, hat einen guten Grund: Ein Fabrikarbeiter dort verdient 4 Dollar pro Stunde, ein ähnlich qualifizierter Kollege in den USA 50 Dollar.
Über die Moral der Billiglöhne kann man sicher streiten, aber Mexiko würde unter einer Landflucht der Autoindustrie in die USA sicher mehr leiden, als unter der knausrigen Bezahlung seiner Landsleute. Ford reagierte panisch und beschloss kurzerhand 700 Millionen Dollar, die eigentlich für Mexiko gedacht waren, in ein US-Werk zu pumpen.
Und was machen Daimler, VW und BMW? Sie lassen sich von Donalds Gezwitscher erst mal nicht aus der Ruhe bringen und beschließen, die Trump-Show auszusitzen. Donalds wütenden Worten müssen schließlich erstmal Taten folgen.
Ein Ziel hat D.Trump auf jeden Fall schon mal erreicht: Er hat uns erfolgreich von News Made in Germany abgelenkt! Nivea-Legende Beiersdorf präsentiert morgen seine Umsatzzahlen 2016 und eigentlich sollte hier ein Artikel stehen so von wegen: Solide Ergebnisse erwartet. Schwaches Wachstum. Gemischte Gefühle, oder so. Und ein Umsatzplus in den USA von 3-4 Prozent.
Womit wir schon wieder beim amerikanischen Traum wären..Argghh!
Happy Trading, the show must go on!

BMW, Daimler, VW: Adios, amigos!