Achtung, Altersarmut! So schließen Sie die Rentenlücke.

snail-1447233_960_720Altersarmut? Ich? Niemals! Obwohl ich (weiblich, zwei Kinder, selbstständig) rein statistisch zur absoluten Risikogruppe zähle, schiebe ich dieses “lästige” Thema gerne auf die lange Bank. “Wird schon gut gehen” lautet die Devise vieler Deutscher und kaum ein Mittdreißiger weiß, wie hoch sein Rentenbudget im Alter tatsächlich sein wird. Ein gefährlicher Mix aus Unwissenheit und mangelndem Interesse, der uns wortwörtlich teurer zu stehen kommen könnte.

Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Zentrums für Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung warnt vor einer alarmierenden Entwicklung. Demnach werden bis 2036 rund 25 Prozent mehr Menschen als derzeit von Altersarmut betroffen sein. Alles Panikmache? Tatsächlich wird das Thema “Rente” gerne als Wahlkampf-Munition missbraucht. Von einer drohenden Apokalypse, vor der Politiker gerne zu ihren Gunsten warnen, kann (noch) keine Rede sein aber Fakt ist, dass die gesetzliche Altersvorsorge für die meisten von uns im Alter nicht ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.

Das Renten-Einmaleins…

So kompliziert, wie viele denken, ist es gar nicht. Im Grunde dreht sich die Thematik um drei Größen: Rentenniveau, Rentenbeitrag und Rentenalter. Das Rentenniveau (also das Verhältnis der Rente zum Arbeitseinkommen) liegt derzeit im Schnitt bei 48 Prozent. Der Rentenbeitrag, der je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezahlt wird, beträgt 18,7 Prozent. Das Rentenalter steigt momentan schrittweise auf 67 Jahre. Wenn aber künftig immer weniger Junge für immer mehr Alte zahlen sollen, geht die Rechnung nicht mehr auf. Das Rentenniveau wird fallen und die Beiträge steigen.

…ohne Ergebnis

Die Überalterung der Bevölkerung, Risikofaktoren wie ein fragmentierter Lebenslauf, Teilzeitarbeit oder niedrige Löhne und die mangelnde Innovationsbereitschaft von Seiten der Politik tragen dazu bei, dass es allenfalls zu einer Rentenreform, nicht aber zur nötigen Rentenrevolution kommen wird. Und das, obwohl das Minus in der Rentenkasse 2016 rund 2,2 Milliarden Euro betrug. Tendenz: schrumpfend. Bis dato ist noch kein Allheilmittel gefunden, um das Kernproblem “fallendes Rentenniveau bei steigenden Beiträgen” zu lösen. Ein Ansatz wäre die freiwillige, aktienorientierte Beitragsinvestition, doch einen solchen Schritt meidet der Staat wie der Teufel das Wasser.

Warum so zurückhaltend? Schließlich sind wir doch stolz auf unsere deutschen Industrieschwergewichte wie Daimler, Siemens oder BASF und könnten aktienbasierte Investitionen in unsere “Asse” durchaus für die breite Bevölkerung zugänglich machen. Doch ein wertpapierbasiertes Rentenkonzept ist noch in weiter Ferne. Zu groß die Furcht vor Risiken und Verlusten, zu elementar die Lust am zinslosen Sparen.

Das Vorsorge-Einmaleins…

Solange die Regierung keine Aktien-Altersvorsorge anbietet, müssen wir selbst vorsorgen. Die eigene Immobilie als Geldanlage und günstiger Wohnsitz nach der Pensionierung ist ein guter Anfang. Doch auch an Wertpapieren führt in der andauernden Niedrigzinsphase, in der Sparbuch & Co. keine Rendite mehr abwerfen, kein Weg vorbei. Natürlich sind Aktien mit Risiken behaftet, doch die Chancen überwiegen bei weitem. Schwankungen an den Märkten sind völlig normal und sogar zwischenzeitliche Rücksetzer wie die der Dotcom-Blase im Jahr 2000 oder der Finanzkrise 2008 wurden wieder aufgeholt.

…lohnt sich!

Die Historie beweist, dass Dax und Dow Jones im Mittel eine Rendite von 9 Prozent pro Jahr generieren. Ein Resultat, das mit festverzinslichen Geldanlagen völlig utopisch wäre. Natürlich kommt es auch auf die richtige Mischung an. Mit einer aktienbasierten Altersvorsorge meinen wir keine hochspekulativen Wertpapiergeschäfte, sondern ein solides, langfristiges Investment. Hierfür eignen sich vor allem Anteile an Unternehmen, die menschliche Grundbedürfnisse befriedigen. Essen, Trinken und Gesundheit stehen dabei ganz oben auf der Hitliste und machen deshalb auch den Großteil der Aktien des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) aus.

Nestlé, Fielmann und Fresenius sind gute Beispiele für Unternehmen mit soliden, langfristigen Geschäftsmodellen, überdurchschnittlicher Rendite und unterdurchschnittlichem Risiko. Informieren auch Sie sich noch heute über unsere Antwort auf die Rentenproblematik und investieren Sie mit dem BCDI in Ihre persönliche Zukunft. Nicht umsonst ist das BCDI-Zertifikat mit einer Rendite von rund 50 Prozent seit seiner Börsennotiz vor drei Jahren der meist gehandelte Index der Aktien-Index-Zertifikate nach dem Dax (Quelle: Deutsche Bank).

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Werbeanzeigen

Deutsche Telekom: Hello Sprint, goodbye Scout24

bridal-636018_960_720Während ich auf den freundlichen Telekommitarbeiter warte, der endlich meinen Anschluss freischaltet (“Umzugsservice”!) berichte Ihnen von: Der Deutschen Telekom. Das Unternehmen sorgt heute für Doppel-Schlagzeilen: “US-Tochter T-Mobile steigt bei Sprint ein” und “Die Deutsche Telekom verkauft Scout24-Anteile”. Ob diese Neuigkeiten den T-Kurs auf LTE-Geschwindigkeit beschleunigen können?

Ein bisschen mehr “Speed” würde der Telekom bestimmt nicht schaden sowohl im Kundenservice, als auch bei der Wertentwicklung ihrer Unternehmensanteile. Seit Jahresbeginn erzielte die Deutsche Telekom-Aktie mit nur drei Prozent Plus weit weniger Rendite als der Dax (+11,62 Prozent) oder gar unser Erfolgs-Zertifikat, der boerse.de-Champions-Defensiv-Index BCDI (+12,16 Prozent).

Erleben, was verbindet

Was für ein schöner, fast schon poetischer Slogan für einen Telekommunikationsanbieter. “Verbunden” fühle ich mich heute in keinster Weise, aber immerhin scheint Telekom-Tochter T-Mobile-US nach jahrelangem Flirten endlich die Braut namens Sprint über die Schwelle zu tragen. Schon 2014 buhlte Sprint um T-Mobile, kam aber aufgrund kartellrechtlicher Bedenken nicht zum Zuge. Dann wollte sich die Telekom schmollend aus dem wettbewerbsintensiven US-Markt zurückziehen und T-Mobile-US verkaufen. Die Kronjuwelen! Kein anderes T-Unternehmen erzielt so hohe Gewinne, wie die boomende US-Tochter, die unter CEO John Legere vom Aschenputtel zur Prinzessin mutierte. Allein im vergangenen Jahr wuchs die Kundenzahl um rund 13 Prozent auf mehr als 71 Millionen. Ein Strategiewechsel von “Rückzug” auf “Angriff” scheint deshalb durchaus sinnvoll.

Statt sich aus dem Konkurrenzkampf mit AT&T, Verizon und Sprint zu verabschieden, macht die Telekom ihr US-Business jetzt “great again”. Mit der geplanten Übernahme des Konkurrenten Sprint, der mit 60 Millionen Kunden auf Platz vier der US-Telko-Rangliste steht, kämen die beiden Anbieter auf insgesamt 131 Millionen Kunden und würden damit Platzhirsch AT&T mit 208 Millionen Kunden in Bedrängnis bringen.

Doch noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern, denn Telekom-Chef Tim Höttges muss erst bei Donald Trump um Sprints Hand anhalten. Nur nach dessen Zustimmung und einem O.K. der Kartellbehörden können die Unternehmen fusionieren. Die Chancen stehen diesmal aber besser als anno 2014, da die Telekom in den USA rund 45.000 Mitarbeiter beschäftigt – ein strategischer Pluspunkt, mit dem das T-Unternehmen sogar bei Trump punkten könnte.

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Ein Neuanfang, ein Abschied: Gestern Abend wurde bekannt, dass sich die Deutsche Telekom von ihren restlichen Scout24-Anteilen trennt. Der Verkauf soll den Bonnern über 300 Millionen Euro in die Taschen spülen und das Ende einer über zehn Jahre langen Partnerschaft besiegeln. Traurig allein für die Scouts, deren Aktienkurs nach Bekanntgabe der Trennung über drei Prozent an Wert verlor während das Magenta-Papier lediglich rund 0,5 Prozent eingebüßte.

Keine Champions-Aktie, wie wir von boerse.de sie lieben. Die Deutsche Telekom blickt auf eine über 20-jährige Börsenkarriere zurück. Sie wurde als “Volksaktie” mit einem Rekordkurs von 86,90 Euro pro Stück zum gefeierten Star der 2000er, dümpelt aber seither in einer Spanne zwischen 8 und 18 Euro dahin.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Inditex: Kann der Börsen- und Frauenliebling morgen liefern?

audience-1840941_960_720Ein objektiver Artikel über Inditex. Keine leichte Aufgabe für eine AutorIn! Während meiner Recherche befinde mich nämlich in einem permanenten Gewissenskonflikt zwischen “200 Euro auf zara.com vershoppen”, oder “200 Euro in Inditex-Aktien investieren”. Das spanische Modeimperium, das mit Marken wie Massimo Dutti, Bershka und Zara die Herzen der Damenwelt und Aktionäre gleichermaßen höher schlagen lässt, präsentiert morgen Zahlen der vergangenen drei Monate und wir wollen wissen: wie laufen die Geschäfte des boerse.de-Top-Defensiv-Champions Inditex?

Kleine Preise, große Gewinne

Eine Strategie, mit der “Industria de Diseño Textil S.A.” zum größten Textilhersteller der Welt geworden ist. Der spanische “Fast-Fashion”-Konzern weiß, was Frauen wollen und liefert gut kopierte Laufstegmode frisch von der Fashionshow direkt auf den Ladentisch. Zu einem Bruchteil des Preises, den die echten Designerstücke kosten, versteht sich. Endlich können modebewusste Kundinnen und Kunden die “Looks”, die in den aktuellen Mode- und Lifestylezeitschriften zu sehen sind, sofort zu erschwinglichen Preisen nachkaufen. Eine Versuchung, der auch ich oft nicht widerstehen kann…

Mit diesem Konzept ist der Spanier Amancio Ortega zur Unternehmerlegende, zum reichsten Mann Europas und viert reichstem Mann der Welt geworden. Sein Imperium umfasst derzeit acht Marken, zählt weltweit fast 7300 Boutiquen und ist in 93 Märkten vertreten. Eine unglaubliche Präsenz, die den schwedischen Konkurrenten H&M mit “nur” 4400 Geschäften in 66 Ländern wie ein Mauerblümchen aussehen lässt.

Auch in puncto Gewinn hat Inditex den Rivalen Hennes & Mauritz im vergangenen Jahr vom Fashion-Thron gestoßen: 3,16 Milliarden Euro Gewinn bleiben bei den Spaniern im Geschäftsjahr 2016/17 bis Ende Januar in der Kasse. H&M hatte im Jahr 2016 „nur“ zwei Milliarden Euro Gewinne gemacht.

Ein Mode-Märchen mit Happyend?

Die Inditex-Erfolgsgeschichte hat ihren Höhepunkt vermutlich noch lange nicht erreicht. Viele Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen in Q1 ein Wachstum von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erzielte und mit 650 Millionen Euro deutlich mehr verdiente als im Vergleichszeitraum 2016 (540 Millionen Euro). Eine Entwicklung, die auch die Anleger des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) freut, die direkt vom Kursgewinn der Inditex-Aktie von über 11 Prozent seit Jahresbeginn profitieren.

Meine Kollegen haben Inditex aber nicht aufgrund ihres ausgeprägten Modeinteresses in die Elite-Familie der zehn BCDI-Aktien gewählt, sondern weil die Aktie des spanischen Fashion-Imperiums hohe Kursgewinne und überdurchschnittliche Dividendenrendite bei gleichzeitig geringen Kursschwankungen aufweist. Qualitätsmerkmale, die nur echte Champions-Aktien auszeichnen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

boerse.de

 

Fielmann: Mit diesem Champion können Sie Kasse machen!

glasses-2211445_960_720Aktie? Fielmann! Das wäre doch auch ein schöner Slogan für unseren boerse.de-Top-Defensiv-Champion, der seinem Namen alle Ehre macht. Seit Jahresanfang verbuchte die Aktie der Optikerkette stolze 15,8 Prozent Rendite. Eine Performance, die auch bei uns im Haus die Korken knallen lässt, denn Fielmann zählt schon seit … Jahren zu den boerse.de-Champions-Aktien, die im BCDI-Zertifikat und BCDI-Aktienfonds vertreten sind. Höchststände bei Fielmann sorgen deshalb auch für strahlende Augen bei unseren Fondsmanagern und natürlich den BCDI-Anlegern. Heute versammeln sich die Aktionäre zur Hauptversammlung in Hamburg. Eine gute Gelegenheit, einen Blick auf das Unternehmen zu werfen.

Günther Fielmann: Der Unternehmensgründer mit Durchblick

Während sich seine Manager in den Ruhestand verabschieden, bleibt der 77-jährige Patriarchat und Firmengründer Fielmann noch ein paar Jahre treu. Erst kürzlich erneuerte er seinen Vertrag bis 2020 und überlässt Sohn Marc (27) bis dahin lediglich das digitale Spielfeld. Fielmanns Thronfolger muss sich seine Sporen eben erst noch verdienen, so wie Vater Günther es in den 70er-Jahren vorgemacht hat. Damals revolutionierte Fielmann mit seinem Filialsystem, günstigen Gestellen und Gläsern die gesamte Optikerbranche und sicherte sich mit dieser Strategie den höchsten Marktanteil. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: Auch 2016 behauptete Fielmann einen Absatzmarktanteil von 53 Prozent und einen Umsatzmarktanteil von 21 Prozent für sich und gilt in der Branche als europäischer Marktführer.

Weitsicht macht sich bezahlt

Natürlich hat sich in den vergangenen 30 Jahren einiges verändert. Vor allem das Internet und die zunehmende Konkurrenz von Online-Händlern wie Mister Spex, Owl Optics oder Brille24 hat die Optiker-Branche umgekrempelt. Kunden bestellen neue Gläser und Gestelle mittlerweile lieber online als in den Ladengeschäften. Das spart Zeit und häufig auch Geld. Ein Trend, auf den auch Fielmann reagieren muss. Junior Marc, verantwortlich für die Marketingabteilung und digitale Entwicklung des Unternehmens, leitet ein internationales Forscherteam (“Fielmann Ventures”), das Technologien aufspüren soll, die die Branche in den kommenden Jahren verändern werden. Hoffnungsträger sind dabei Bestell-Apps und die Online-Zentrierung von Brillengläsern. Kunden müssten dann nicht mehr in die Filiale kommen, sondern könnten Augenabstand und Einschleifhöhe vom heimischen Schreibtisch aus bestimmen lassen.

Zahlen, die sich sehen lassen können

Auf der heutigen Hauptversammlung gab Fielmann bekannt, zum zwölften Mal in Folge die Dividende zu erhöhen. Anteilseigner sollen 1,80 Euro je Aktie erhalten, was einer Steigerung von drei Prozent entspricht. Satte Kursgewinne plus eine stattliche Dividende: Ein 1+1 gratis-Angebot, das Kunden und Aktionären gefällt. Fielmann kann sich aufgrund der positiven Quartalszahlen der vergangenen drei Monate ein paar Cent mehr Gewinnbeteiligung durchaus leisten: Von Januar bis März verkaufte das Unternehmen 1,95 Millionen Brillen (Vorjahr: 1,87 Millionen). Der Gewinn vor Steuern stieg auf 60,6 Millionen Euro (Vorjahr: 54,1 Millionen Euro) und der Quartalsüberschuss nahm auf 43,0 Millionen Euro (Vorjahr: 38,3 Millionen Euro) zu.

Und die Aktie? Die erreichte im April mit 76,48 Euro einen neuen Höchststand und trug mit ihrer Rendite zum Gesamterfolg des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) bei, in dem auch Fielmann vertreten ist. Hätten Sie vor drei Jahren in Fielmann investiert, so würde ihr Depot jetzt ein Plus von 37,8 Prozent verzeichnen. Hätten Sie sich dagegen für ein breiter gestreutes Investment wie den BCDI entschieden, in dem Fielmann zusammen mit neun anderen, besonders renditestarken und gleichzeitig risikoarmen Aktien gelistet ist, so könnten Sie sich jetzt sogar über einen Gewinn von 52 Prozent freuen! Eine langfristige Geldanlage, die sicher einen Blick wert ist…

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Der Wochenausblick: Wettrennen oder Wassertreten?

adidas-1838597_960_720Als “Black Friday” können wir vergangenen Freitag nicht bezeichnen, aber grau war die Stimmung in Frankfurt auf jeden Fall. Der Dax zeigte sich von Christi Himmelfahrt gänzlich unbeeindruckt, rutschte am Feier- und darauf folgenden Brückentag zeitweise auf 12.530 Punkte und pendelte sich zu Börsenschluss bei 12.602 Punkten ein. Ein Wochenverlust von 0,3 Prozent. Die große Frage ist jetzt, ob wir es mit einem temporären Vatertags-Kater zu tun haben, oder ob sich die Kursverluste vergangener Woche noch ausweiten? In bester Verfassung befindet sich dagegen unser BCDI. Der boerse.de-Champions-Defensiv-Index erreichte vergangene Woche einen neuen Höchststand und übertraf mit einer Rendite von +11,9 Prozent seit Jahresbeginn Dax (+9,8 Prozent) und Dow (+6,7 Prozent) mit Leichtigkeit.

Amazon oder Alphabet: Wer knackt die 1000 Dollar-Marke?

Während der Dax eher orientierungslos scheint, gibt sich die Wall Street siegessicher. Zwar dürfen die US-Börsianer heute aufgrund des Memorial Days die Beine hochlegen, doch so eine kleine Verschnaufpause kann nach der Rekordjagd vergangener Woche nicht schaden. Sowohl S&P 500 als auch der Technologieindex NASDAQ erreichten neue Bestmarken wobei zwei Akteure den restlichen Marktteilnehmern die Show stahlen: die boerse.de-Champions-Aktien Amazon und Google-Mutter Alphabet. Die Internetriesen liefern sich seit Wochen ein spannendes Duell um die magische Bewertung von “1000 Dollar pro Aktie”. Amazon lag am Freitag mit 995 Dollar um Haaresbreite vorn, dicht gefolgt von Alphabet mit 993 Dollar pro Anteilsschein. Das bedeutet für mich und mein Depot: Daumendrücken für den E-Commerce-Pionier!

Ryanair und Rocket Internet: Bitte zum Bilanzcheck

Bilanzzahlen sind in dieser Woche Mangelware. Lediglich ein paar Nachzügler gewähren uns einen Blick in ihre Bücher, darunter Ryanair (Dienstag) und Rocket Internet (Mittwoch). Dabei könnten sowohl der “Überflieger”, als auch die Comeback-Aktie von Rocket Internet eine Überraschung parat haben. Während die Billigairline weiter auf die Kostenbremse drückt und dank dieser Strategie vermutlich bessere Resultate als im Vorjahr einfliegt, könnte der schon fast totgesagte Inkubator Rocket Internet endlich die Rakete zünden. Könnte. Denn seit dem Rocket-Börsengang mussten Anleger sehr viel Leidensfähigkeit beweisen, um Schwankungen von 15 Euro, über 58 Euro bis auf momentan rund 21 Euro zu überdauern. Die Startup-Schmiede, die Firmen wie Delivery Hero, Hello Fresh und den einzig wirklich erfolgreichen Sprössling Zalando hervorgebracht hat, schreibt noch immer Verluste. Eine spekulative Geduldsprobe…

Trump-Ticker

10.000 Sicherheitsleute bei gerade mal 11.000 Einwohnern: warum ausgerechnet die sizilianische Kleinstadt Taormina als Tagungsort für den G7-Gipfel auserwählt wurde, ist vielen ein Rätsel. Das Städtchen mutierte vom Touristenmagnet zum Sperrbezirk und das nur, weil sich Freitag und Samstag dort Vertreter der wichtigsten Industrienationen versammelten – darunter erstmals Donald Trump. Wie zu erwarten gestaltete sich das Treffen als schwierig. Schon im Vorfeld beschimpfte der US-Präsident die Deutschen als “sehr, sehr böse (bad)” und beschuldigte sie, zu viele BMW’s, VW’s, Porsche und Mercedes für Amerika zu produzieren: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“

Als Reaktion auf Trumps Drohung legten die deutschen Automobilwerte am Freitag den Rückwärtsgang ein und verabschiedeten sich mit Verlusten von teils über einem Prozent (BMW) ins Wochenende. Diese Schockwelle könnte zu Wochenbeginn noch weitere Kreise ziehen, denn neben möglichen Handelsdifferenzen mit Amerika hat BMW noch mit Problemen auf dem Heimatmarkt zu kämpfen: Wegen eines fehlenden Bauteils musste die Produktion in einigen Standorten am Wochenende teilweise gestoppt werden. Während sich einige Angestellte über Hitzefrei freuen, könnte das Logistikproblem BMW heute ins Schwitzen bringen. Produktionsausfälle kosten schließlich Zeit und damit auch Geld…

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Start in diese Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

Geldvernichten leicht gemacht oder: unsere verhängnisvolle Liebe zum Sparbuch

scissors-893152_960_720Jeder deutsche Haushalt hat seit 2010 ganze 1.300 Euro beim “Sparen” verloren. In den kommenden 20 Jahren könnten sich die Verluste auf horrende 14.000 Euro pro Haushalt ausweiten. Ich werfe nicht gerne mit Zahlen um mich, doch die Ergebnisse, die die Experten der Comdirect Bank in der jüngsten Ausgabe ihres “Realzins Radars” präsentierten, erschüttern mich. Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber ich muss ganz schön lange arbeiten um 1.300 Euro einfach so mal auf die Seite schaffen zu können, geschweige denn 14.000 Euro. Ein Verlust solch hoher Beträge ist schmerzlich, aber vermeidbar.

Die Ursache des Übels

Wie kommt es eigentlich, dass wir uns trotz guter Vorsätze auf Dauer “arm sparen”? Schuld an der aktuellen Entwicklung, die noch über Jahre anhalten könnte, ist die Geldpolitik der Zentralbanken gekoppelt mit der Spar-Moral der Deutschen, die sich einfach nicht von ihrem zweitliebsten Kind, dem Sparbuch, trennen können. Doch dazu später mehr. Konzentrieren wir uns erstmal auf den Entzündungsherd, die Zinspolitik:

“Die EZB enteignet Sparer”, harte, oft gelesene Worte, in denen leider mehr als ein Fünkchen Wahrheit steckt. Mit dem Ziel, Unternehmen und Privatpersonen zu Investitionen zu verführen und damit die Wirtschaft wieder ins Rollen zu bringen, hat die Europäische Zentralbank seit der Finanzkrise 2009 sukzessive den Leitzins auf Null Prozent gesenkt. Geld lehnen zum Nulltarif sollte die Konjunktur ankurbeln und die Inflationsrate erhöhen. Sehr zum Leidwesen der Sparer, deren verzinsliches Vermögen keine Rendite mehr erwirtschaftet und von der Inflation förmlich “aufgefressen” wird. Null Prozent Zinsen, zwei Prozent Inflation: So lautet das Patentrezept für die perfekte Geldschmelze.

Das Sparbuch-Syndrom

Doch offenbar lässt sich das “Volk der Sparer” von irrationalen, verlustbringenden “Geldanlagen” wie dem Sparbuch noch lange nicht abschrecken. Seit 2008 stieg das Finanzvermögen der Deutschen um etwa 1,5 Billionen Euro auf etwa 5,6 Billionen Euro. 38 Prozent davon, also 2,1 Billionen Euro, sind Geldanlagen wie Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen. Auch ich besitze ein rotes Büchlein mit goldenen Initialen und bekenne mich dazu, über die Jahre hinweg ein inniges Verhältnis zu ihm aufgebaut zu haben. Weltspartag & Co. lehren uns schließlich schon von Kindesbeinen an, dass das Geld auf dem Buch “sicher” ist. Beziehungsweise war.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass die Inflationsrate hierzulande bis 2022 auf 2,4 Prozent steigen wird. Bei möglicherweise weiter bestehendem Niedrigzinsumfeld.

Umdenken zahlt sich aus

Wie sagt man doch so schön: Es ist nie zu spät für einen Neuanfang. Natürlich können wir auf die EZB, die Banken oder die Politik schimpfen, doch reich werden wir damit nicht. Wir sollten endlich dazu übergehen, uns an den eigenen Haaren aus dem Zins-Sumpf zu ziehen. Zum Beispiel, indem wir endlich ein “Volk der Aktionäre” werden. Darin sind uns andere Nationen schon längst überlegen: Die Amerikaner verstehen sich traditionell als “Miteigentümer” von Unternehmen, dementsprechend hoch ist die Aktionärsquote und der Vermögenszuwachs. Während die Deutschen zwischen 2009 und Ende 2015 nur 17,5 Prozent mehr Eigenkapital erwirtschafteten, verdoppelten die Amerikaner ihr Vermögen. Vor allem, weil Aktien in den USA keine Spekulationsobjekte, sondern unbedingter Bestandteil jeder Anlagestrategie sind.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die enorme Diskrepanz zwischen Sparbuch und Aktien:

Hätten wir 2007 10.000 Euro aufs Sparbuch gelegt, so wären daraus 2017 bei einem gemittelten Zinssatz von 0,5 Prozent 10.511 Euro geworden. Berücksichtigt man zusätzlich eine Geldentwertung von einem Prozent, so fällt das Saldo unterm Strich sogar negativ aus.

Hätten wir 2007 dagegen 10.000 Euro in den Dax-Kursindex investiert, so wären daraus bis heute 11.624 Euro geworden. Ein Zugewinn von 16,4% Prozent. Plus Dividendenrenditen, versteht sich.

Zahlen, die eine deutliche Sprache sprechen. Wenn auch Sie dem Sparbuch endgültig Lebewohl winken und Ihr Erspartes langfristig rentabel anlegen möchten, dann führt an Aktien kein Weg vorbei. Wir von boerse.de machen Ihnen den Einstieg in die Welt der Aktien so leicht wie möglich: Gehen Sie einfach zu einer Bank oder Sparkasse Ihrer Wahl und erkundigen Sie sich nach dem boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI). Mit diesem Grundlageninvestment, bestehend aus zehn besonders risikoarmen und gleichzeitig renditestarken Aktien wie z.B. Nestlé, Fielmann oder Fresenius, hätten Sie innerhalb der vergangenen zehn Jahre sogar ein Plus von 269 Prozent erzielt. Aus 10.000 Euro wären 26.900 Euro geworden…
Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

Börsen-Indikatoren: Was High-Heels, Miniröcke und die Sotheby’s Aktie über die Finanzmärkte sagen

girl-925410_960_720Wir Börsianer sind doch immer auf der Suche nach dem Wirtschaftsorakel, das uns möglichst schnell und zuverlässig Aufschluss über die zukünftige, konjunkturelle Entwicklung gibt. Droht die nächste Krise oder dürfen wir der gegenwärtigen Aktien-Hausse noch ein Weilchen trauen?

Dabei verhält sich mancher Marktteilnehmer wie ein verschmähter Liebhaber: Er sucht nach Gründen und Indizien, die für oder gegen die Zuneigung seiner Angebeteten sprechen könnten. Handleser, Astrologen, Gänseblümchen… alle möglichen Ratgeber werden auf der Suche nach einer Antwort konsultiert. Da es für die Prognose von Börsenkursen weder passende Blumen, noch verlässliche, esoterische Berufsgruppen gibt, mühen wir uns mit semiprofessionellen Indikatoren, die äußerst amüsant und zeitweise sogar zutreffend sind. Also, sehen wir sie uns einmal näher an, die mystischen Börsenorakel…

Minirock vs. High-Heels

Weibliche Attribute sprechen eine Sprache, für die die (meist männlichen) Börsianer offensichtlich ein sehr feines Gehör haben. Warum sonst gibt es keine Bartlängen-, Bildschirmgrößen-, oder Bierverbrauch-Indikatoren?

Der Ökonom Georg Taylor veröffentlichte deshalb nach umfassenden Studien in den 20er-Jahren die “Rocksaumtheorie”. Ihr zufolge gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Florieren der Wirtschaft und der Länge der Röcke bzw. Kleider. Je größer das Wachstum, desto kleiner der Stoff, könnte man sagen. Taylor zog daraus den Schluss, dass auf Wohlstand Optimismus und Risikofreude folgen. Seine inspirierende These wurde sogar vom National Bureau of Economic Research validiert und siehe da: Die Datenanalyse zeigt, dass die Rocklänge tatsächlich auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung reagiert allerdings mit einer zeitlichen Verzögerung von bis zu drei Jahren.

Ein Blick auf die Terrasse des Eiscafés verrät: Die rocklängenbasierte Wirtschaftsprognose gestaltet sich diesen Sommer schwierig. Vom Mini über Bleistiftrock bis hin zum knöchellangen Kleid ist alles vertreten. Also auf zum nächsten Indikator: dem Schuhwerk.

Was viele gerne sehen würden (Mini + High-Heels) ist sowohl out, also auch ein wirtschaftlicher Widerspruch. Kurze Röcke deuten auf einen Wirtschaftsaufschwung, hohe Absätze dagegen auf konjunkturelle Krisenstimmung. Der “High-Heel-Index” besagt nämlich, dass Frauen sich ein umso gewagteres Styling und höhere Stöckelschuhe gönnen, je trüber die Stimmung an den Märkten ist. Auch in diesem Punkt herrscht Unstimmigkeit unter der weiblichen Fokusgruppe: Diesen Sommer geht alles von Ballerinas über Sneakers bis hin zu Stilettos. Bleibt uns noch die Flucht in die Welt der Kunst…

Kunst-Kurven

Der Aktie von Sotheby’s wird ein untrüglicher Riecher unterstellt. Während das Investieren in Kunst eine sehr spekulative Angelegenheit ist, fungiert der Kursverlauf des Auktionshauses als verlässlicher Indikator für Blasen am Finanzmarkt. Er hat die großen drei Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte vorhergesagt und funktioniert nach einem logischen Prinzip: Wenn die Leute zu Beginn einer Hausse anfangen, im Geld zu schwimmen, wissen sie oft erst nicht, wohin damit. Bis sie auf die Kunst stoßen. Dann kann es zu einem spektakulären Boom kommen und der Sotheby’s Aktienkurs steigt. Wenn jedoch die Konjunktur und damit die Stimmung der Kaufkräftigen beginnt zu kippen, sparen sie zuallererst an Statussymbolen. Gemälde, Schmuck und Skulpturen verlieren an Bedeutung, der Sotheby`s-Kurs fällt.

Vertraut man dem Kunst-Orakel, so stehen momentan noch alle Zeichen auf “Grün”: Die Kurs-Kurve zeigt steil nach oben, die Unternehmenskennzahlen entwickeln sich erfreulich und erst gestern wechselte ein spektakuläres Kunstobjekt den Besitzer: die teuersten Diamantohrringe der Welt (57 Millionen Dollar).

Liebe Leserinnen und Leser, die Börse wird auch als “größtes Spiel der Welt” bezeichnet und dazu gehören natürlich allerlei Strategien und “Kniffe”, mit denen Könner versuchen, ihre Gewinnchancen zu maximieren. Sehr unterhaltsam aber nicht “überlebensnotwendig”, denn langfristig lassen auch Miniröcke die Märkte kalt. Was zählt, ist die Laufrichtung: aufwärts. Im Mittel gewinnen Dax und Dow jährlich 9 Prozent an Wert, seit Jahresbeginn brachten es Dax und BCDI sogar auf eine Rendite von 11,5 bzw. 11,6 Prozent. Zahlen, die eine deutlichere Sprache sprechen, als jeder Indikator…

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

Deutsche Telekom vor den Zahlen: Hoffnung auf dem Heimatmarkt?

telephone-1541396_960_720Morgen wird es Zeit, den magentafarbenen Teppich auf dem Parkett auszurollen, denn die Börsenlegende Deutsche Telekom präsentiert ihr Zahlenwerk zum ersten Quartal. Die Nachrichtenlage rund um das mit Spannung erwartete Event ist relativ dünn und Marktexperten

hüllen sich in vage Formulierungen. Vielleicht, eventuelle, möglicherweise könnte das Telekommunikationsunternehmen mit einem etwas besseren Ergebnis aufwarten, als im Vorjahreszeitraum. Der Konzern selbst hat sich für das Gesamtjahr ambitionierte Wachstumsziele gesteckt: Bei einem weiteren Umsatzanstieg solle das Vorsteuerergebnis im laufenden Geschäftsjahr um knapp 4 Prozent auf rund 22,2 Mrd. Euro zulegen. Gleichzeitig erwarte der Konzern einen Free Cashflow von rund 5,5 Mrd. Euro, was einer Steigerung von etwa 12 Prozent im Vergleich zu 2016 entsprechen würde. Gleichzeitig wollen die Bonner mit einer erhöhten Dividende von 0,60 Euro pro Anteilsschein um die Gunst neuer Anleger buhlen. Das Prozedere ist mehr Pflicht als Kür, denn mit einem Kursgewinn von nur drei Prozent seit Jahresanfang bleibt die T-Aktie weit hinter dem Dax-Mittelfeld zurück.

Kein Anschluss

Der rosa Riese muss sich ganz schön abstrampeln, wenn er den Anschluss zur Konkurrenz halten will. Da kommen mir doch die kultverdächtigen Worte des Radprofis Udo Bölts in den Sinn, der seinen Kapitän und Telekom-Teamkollegen Jan Ullrich mit “Quäl dich, du …!” 1997 zum Tour-de-France-Sieg schrie. Ähnliches könnte auch der amtierende Telekom-Chef Tim Höttges durch die Gänge rufen, denn die Geschäfte auf dem Heimatmarkt liefen in letzter Zeit eher schleppend. Die britische Beteiligung BT Group litt unter den Folgen des Brexit und eines Bilanzskandals in Italien, die sich deutlich wertmindernd auswirkten.

Doch getreu dem Motto “alles neu macht der Mai” geht Höttges 2017 optimistisch an den Start: Staatliche Subventionen für den Netzausbau, bessere Erlöse aus dem Breitbandgeschäft und geringere Kosten sollen dafür sorgen, dass die Telekom auch hierzulande wieder Rückenwind spürt. In den vergangenen Jahren musste nämlich stets das amerikanische Zugpferd T-Mobile US den Karren aus dem Dreck ziehen.

Hold the line, please

Der Mann, der immer wieder für die Bilanz-Rettung der Deutschen Telekom verantwortlich war, heißt John Legere, Chef der Tochter T-Mobile US. Ihm gelang das Kunststück, immer mehr Kunden für die Magenta-Marke zu begeistern und aus dem einstigen Sorgenkind die Nummer drei auf dem US-Mobilfunkmarkt zu machen. Mit Erfolg: Im vergangenen Quartal steigerte T-Mobile US den Gewinn um fast die Hälfte auf 698 Millionen Dollar und erwirtschaftet mittlerweile einen Großteil der Umsätze und des Gewinns der Konzernmutter.

Diese grundlegende Rollenverteilung wird uns vermutlich erstmal erhalten bleiben und auch der Aktienkurs der Bonner bewegt sich seit Monaten im gemächlichen Seitwärtsgang. Obwohl die T-Aktie eine wahrhaft lange und spektakuläre Börsenhistorie aufweist, so fehlen ihr doch die Merkmale eines boerse.de-Champions: Eine hohe Gewinn-Konstanz, unterdurchschnittliche Rückgänge in Korrekturen und überdurchschnittliche Kursgewinne. Diese Attribute finden Sie nicht in Bonn, sondern im boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der mit einer Rendite von sage und schreibe 51,48 Prozent seit Börseneinführung am 1. Juli 2014 das gelbe Trikot mehr als verdient hat.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre Miss boerse.de

Unsere Börsenwoche: Höhenangst

Nach seiner beachtlichen Klettertour vergangene Woche bekam unser heimischer Leitindex Dax zu guter Letzt Angst vor der eigenen Courage: Nachdem er am Mittwoch zeitweise die 12.000 Punkte-Markt geknackt hatte, ging es rasant zurück ins Basislager. Donnerstag und Freitag kannte der Deutsche Aktienindex nur eine Richtung: Abwärts bis auf rund 11.800 Punkte. Auf Wochensicht hat das Deutsche Leitbarometer knapp ein halbes Prozent gewonnen. Eine enttäuschende Vorstellung, die angesichts der guten Konjunkturdaten hierzulande schwer nachvollziehbar ist. Unsere Wirtschaft wächst, Steuereinnahmen sprudeln wie noch nie seit der Wiedervereinigung, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und trotzdem will auf dem Börsenparkett keine rechte Stimmung aufkommen.

Häufig ist es ja so, dass die “good Vibes” an der Wall Street auch den europäischen Aktienkursen Flügel verleiht. Doch auch von dieser, normalerweise hochansteckenden, Euphorie ist derzeit wenig zu spüren. Obwohl der amerikanische Dow Jones Index noch immer im “Trumponomics”-Modus verkehrt und vergangene Woche sein 10. Allzeithoch in Folge markierte, will die Dynamik aus den USA nicht über den Teich schwappen. Vielleicht sind wir einfach ein zu misstrauisches Völkchen, das die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Amerika mit Argusaugen verfolgt und lieber eine abwartende Haltung einnimmt, als sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen? Wie sagen wir doch so schön: “Wer hoch fliegt, kann tief fallen”…

Ehe sich die deutschen Anleger also zu weit aus dem Fenster lehnen, flüchten sie lieber in “sichere Häfen”. Gold erlebte in den vergangenen zwei Monaten, wie so oft in scheinbar unsicheren Zeiten, eine Renaissance und gewann seit Dezember 2016 rund sieben Prozent an Wert. Das ist einerseits aufgrund der turbulenten, politischen, Großwetterlage leicht nachzuvollziehen, widerspricht aber einer alten Börsenweisheit: “Wenn die Zinsen steigen, so fällt der Goldpreis”. Tut er aber nicht. Die Fed (US-Notenbank) erhöhte den Leitzinssatz im Dezember auf 0,5-0,75 Prozent und trotzdem verteuerte sich die Feinunze allein im vergangenen Monat um vier Prozent auf jetzt rund 1.256 US-Dollar. Es könnte also durchaus sein, dass der Goldpreis momentan seinen eigenen Gesetzen folgt und die Theorie, wonach Investoren von Gold und Aktien auf Festgeld “umsatteln”, sobald die Zinsen steigen, nicht mehr aufgeht.

Umso spannender könnte der “Beige Book”-Termin der US-Notenbank am Mittwoch werden. Die Finanzwelt spekuliert darauf, ob der achtmal pro Jahr erscheinenden Konjunkturbericht Hinweise auf eine erneute Zinsanhebung Mitte März liefern könnte. Die Fed hat für 2017 zwei Zinsschritte in Aussicht gestellt. Die Frage ist nur, ob die Aktienmärkte und das konjunkturelle und politische Umfeld in den USA robust genug sind, um einen Zinserhöhung in den kommenden Wochen zu “verdauen”.

Impulse von Unternehmensseite gibt es in den kommenden Tagen nur wenige. Die Bilanzsaison neigt sich dem Ende zu und lediglich ein paar Nachzügler präsentieren noch Geschäftszahlen. Beispielsweise:

Dienstag: Salzgitter, Hochtief, ElringKlinger, RIB Software
Mittwoch: Zalando, Rheinmetall, Ahold, Klöckner & Co., Best Buy
Donnerstag: Anheuser-Bush, Evonik, Deutsche Telekom, Continental, Autodesk, Abercrombie & Fitch

Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie sich von der aktuell recht turbulenten Lage auf den Finanzmärkten nicht aus der Ruhe bringen. Wie die Vergangenheit beweist, sind Dow und Dax äußerst robuste Gesellen, die sich von einem leichten “Schnupfen” schnell wieder erholen. Langfristig sind Aktien als Mittel für den Vermögensaufbau unentbehrlich und zudem risikoärmer, als manche vermuten. Eine durchschnittliche Rendite von 9 Prozent pro Jahr, wie sie Dax und Dow Jones erwirtschaften, beweist, dass Aktien alles andere als “spekulativ” sind. Wie immer kommt es auch hier auf die richtige Mischung an. Für den boerse.de-Champions-Defensiv-Index(BCDI) wurden  zehn besonders defensive Titel herausgefiltert, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit dauerhafte Wettbewerbsvorteile auszeichnen. Dadurch besteht für den BCDI eine langfristige Gewinnperspektive von 10+x%. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und werfen Sie einen Blick auf den boerse.de-Champions-Defensiv-Index, mit dem auch Sie beruhigt in die neue Woche starten können.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Unsere-Boersenwoche-Hoehenangst-von-Miss-boersede/7744751

 

Unsere Börsenwoche: Erste allgemeine Verunsicherung

17562844299_0d84693952_bVielleicht sollten wir einfach kollektiv “Die Simpsons” gucken, statt den Aktienanalysten und Wirtschaftsnachrichten Glauben zu schenken? Im Internet grassieren mittlerweile ganze Hitlisten von Ereignissen, die das “Simpsons Orakel” prophezeit hat und die auch tatsächlich eingetreten sind. So zum Beispiel die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten, die Erfindung der Smartwatch und: Der Auftritt von Lady Gaga beim Super-Bowl.

Die 14-minütige Performance der Sängerin während der Halbzeitpause war auch wegen ihres Outfits bemerkenswert, aber  in Deutschland undenkbar. Oder können Sie sich vorstellen, dass Sarah Connor in der Trinkpause eines DFB-Pokalspiels singend von der Decke der Allianz Arena schwebt und sich dann auch noch zu politischen Statements über Kanzlerin Merkel hinreißen lässt? Wohl eher nicht.

Amerikaner haben uns eines voraus: Enthusiasmus. Nicht nur beim Sport, sondern auch in Politik und Wirtschaft. Während die Börse in New York seit Trumps Präsidentschaftswahl “the only way is up” trällert, verharrt unser heimischer Leitindex DAX in einer Art Schockstarre und verabschiedete sich mit rund 11.666 Punkten ins Wochenende am Freitag zuvor waren es 11.651 Punkte. Der Dow-Jones-Index markierte dagegen vergangene Woche mit 20.269 Punkten wiederum ein neues Jahreshoch. “Schuld” am Run auf amerikanische Aktien ist ein alter Bekannter: Donald Trump.

Der Twitter-Präsident zwitschert seine Regierungspläne in 140 Zeichen und sorgt damit immer wieder für Euphorie auf dem Börsenparkett. So geschehen vergangenen Donnerstag, als “Mr. T” seine “phänomenalen” Steuerpläne ankündigte. Nichts genaues weiß man nicht, aber diese vage Botschaft genügte, um das Kopfkino der Börsianer zum Laufen zu bringen. Demnach könnten Steuersenkungen die US-Konjunktur ankurbeln, Unternehmen entlasten und neue Stellen schaffen. “Ein riesen Ding” für Amerika, dessen Konsequenzen für Europa momentan nur schwer abzusehen sind.


Die Unsicherheit hierzulande im Gegensatz zur Euphorie in den USA spiegelt sich auch in den Börsenkursen wider. Wir treten auf der Stelle, die Amis geben so richtig Gas. Gelingt es Trump diese Woche seine Pläne zu konkretisieren, so könnte das den Trump-Effekt an der Wall Street sogar noch verstärken. Könnte, könnte, könnte. Zu viel Konjunktiv für meinen Geschmack. In Zeiten politischer Unsicherheit besinnen wir uns lieber auf die Fakten dieser Börsenwoche, zum Beispiel der laufenden Berichtsaison.

Unter den Kandidaten, die in den kommenden Tagen ihre Zahlenwerke präsentieren, finden sich auch einige Champions-Aktien und sogar zwei Mitglieder des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI): Reckitt Benckiser (Montag) und Nestle (Donnerstag). Beide Unternehmen könnten mit der Veröffentlichung ihrer Jahreszahlen zumindest kurzfristig für Bewegung im Index sorgen. “Bewegung” ist jedoch nicht gleichzusetzen mit “Turbulenzen”. Während beispielsweise der Dow-Jones-Index im Gleichklang mit Donald Trumps Gezwitscher marschiert, ist der boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) kein Freund der lauten Töne.

Der Index, mit dem auch Sie an der Wertentwicklung zehn besonders risikoarmer Top-Defensiv-Champions teilhaben können, eignet sich hervorragend für den langfristigen, stressfreien Vermögensaufbau. Der BCDI verhält sich vor allem in Korrekturphasen an der Börse viel stabiler als beispielsweise der Dow-Jones-Index, erleidet kürzere Verlustphasen und ist dem amerikanischen Leitindex auch hinsichtlich seiner Performance überlegen: Innerhalb der vergangenen drei Jahren verbuchte der BCDI ein Plus von 57,48 Prozent, der Dow-Jones-Index brachte es dagegen auf “nur” 27,72 Prozent.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche!
Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlagen/Miss-boersede