Google goes China?

Online crime scene with a finger print left on backlit keyboard with Chinese flag on it

Fast schon ein historischer Moment: Google denkt über eine Rückkehr nach China nach. Noch handelt es sich um Gerüchte, die Google-Chef Sundar Pichai auf einer Konferenz in die Welt setzte, doch dem Internet-Riesen scheint es Ernst zu sein. Vor 6 Jahren beugte sich die Suchmaschine der Pekinger Regierungs-Zensur und diversen Hacker-Attacken und zog sich mit einem Lächeln aus dem Land zurück.

Doch der Ruf des Geldes und das Potential, das eines der wachstumsstärksten Internet-Märkte der Welt birgt, sind doch zu verlockend, um chinesischen Suchmaschinen wie Baidu dauerhaft die Alleinherrschaft zu überlassen. “Wir wollen in China sein und chinesischen Nutzern dienen”, sagte Google-Chef Sundar Pichai gestern Abend. Er ließ jedoch offen, mit welchen Diensten und zu welchem Zeitpunkt der Feldzug geplant ist. Momentan verkauft Google in China nur Online-Werbeanzeigen. Die Suchmaschine, Gmail, Maps, oder Apps bleiben den Chinesen bislang vorenthalten.

Als der Internetgigant 2010 nach Hong Kong flüchtete, um von dort aus chinesische Nutzer unzensiert surfen zu lassen, zog sich Google schon einmal den Zorn der chinesischen Regierung zu. Pressefreiheit, Menschen-oder Urheberrechte sind ohnehin ein heikles Thema und so könnte die Rückeroberung der chinesischen Internet-Landschaft noch eine Weile dauern. “Google wolle mit Bedacht mögliche Einschränkungen abwägen” betonte Mr. Pichai in seiner Rede gestern Abend. Schon Ende 2015 machten Gerüchte die Runde, dass Google mit seiner App-Plattform gerne wieder ins Reich der Mitte vordringen würde. Ob und wann weiß allerdings nur das Google-Universum.

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Werbeanzeigen
Google goes China?

Schafft Baidu den Spagat?

imagesDer chinesische Internet-Gigant Baidu ist mit 80 Prozent Marktanteil die unangefochtene Nummer 1 Suchmaschine im Land des Schnüffelns. Die Firma des legendären Robin Li muss sich auch vor der Konkurrenz von Google nicht fürchten, denn die chinesische Regierung hat http://www.google.com zum 25. Jahrestag des Massakers auf dem Tiananmen-Platz gesperrt und seitdem nicht wieder freigegeben. Auch andere westliche Internetdienste wie Facebook oder Twitter sind in China nicht verfügbar.

Jackpot! Denkt sich Robin Li und tüftelt an immer neuen Features für Baidu, das schon jetzt viel mehr als nur eine Suchmaschine ist. Neben Infos, Bildern und Videos bietet Baidu auch einen Kartendienst, Browser, Media-Player, eine Art Wiki (vermutlich zensiert) und die Möglichkeit, gefundene Produkte gleich zu bestellen. Diese O2O (Online2Offline) Dienste, bei denen Kunden erschnüffelten Kinokarten oder Taxifahrten gleich via Baidu abrechnen können, sind im Gegensatz zu den Suchmaschinen-Features nicht von Google geklont und ein Giga-Wachstumsmarkt.

Chinas E-Commerce Markt steckt noch in den Kinderschuhen und wächst rund 50 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Die USA bringen es nur auf schlappe 15 Prozent. Logisch, dass Baidu sich nicht nur wie Google auf den Verkauf von Online-Anzeigen beschränkt, sondern ein größeres Stück vom Kuchen haben will. Baidu entpuppt sich als eierlegenden Wollmilchsau, die Händler und Kunden verbindet und gleichzeitig alle Verkäufe und Bezahlungen abwickelt.

Dieses Maxi-Projekt und zusätzliche Investitionen in Video-on-demand-services kosten BaiduMilliarden. Vermutlich sogar ein paar Milliarden mehr, als der Verkauf von Werbeanzeigen in die Kassen spült. Und so wäre es durchaus möglich, dass Robin Li heute bei der Präsentation der Baidu Jahreszahlen eine PowerPoint zeigt, die den Investoren wenig Freude bereitet:Umsatzkurve steil bergauf, Gewinnkurve steil bergab.

Es könnte aber auch sein, dass Investoren das Wachstum und die smarte Strategie von Baiduals Zeichen für einen wirschaftlichen Aufschwung Chinas sehen und auf Aktien-Shoppingtourgehen. Seit Jahresbeginn hat Baidu im Sog der krisengeschüttelten, asiatischen Börsen rund 14 Prozent an Wert verloren- ein guter Zeitpunkt um auf den China-Express aufzuspringen?

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Schafft Baidu den Spagat?

Baidu: Suchen made in China

baiduÜber Baidu wusste ich ehrlichgesagt bis heute so viel wie ein Hamster vom Häkeln. Dass es sich um eine chinesische Suchmaschine handelt war mir schon klar, aber so richtig warm wurde ich für einen Dienst den man hierzulande weder kaufen, noch selbst testen kann, nicht wirklich.

Doch das soll sich heute ändern: dank drohender Quartalszahlen morgen Abend bin ich gezwungen, mir den IT-Riesen mit dem Pfotenabdruck im Logo mal näher anzusehen. Und was sag ich? Super spannend, die chinesische Schnüffelnase!

Baidu, Chinas größte Suchmaschine, ist ein Online-Klon, wie er im Buche steht. Fast alle Services der meistbesuchten Website Chinas wurden von Google inspiriert: die Suchmaschine, der Kartendienst, der eigene Browser, die Analyseplattform oder auch das soziale Netzwerk. Und ganz nebenbei betreibt Baidu mit Baike ein Pendant zum in China verbotenen Wikipedia.

Doch die Chinesen kopieren nicht nur das Google-Erfolgskonzept, sondern entwickeln es auch für den eigenen Markt weiter. Immer mehr Chinesen surfen mit ihren Smartphones im Internet, was weniger Werbeerlöse einbringt als bei der Suche via PC. Vor diesem Hintergrund hat Baidu zuletzt Investitionen über 3,2 Milliarden Dollar angekündigt. Damit sollen neue “Online to Offline” (O2O) Dienste aufgebaut werden wie der Verkauf von Kinokarten, Taxibestellungen und Restaurantreservierungen.
Ganz schön clever, die Kleinen! Doch all diese neuen Entwicklungen kosten ne Menge Zeit und Geld. Und so stieg der Unternehmens-Gewinn im zweiten Quartal nur um mickerige drei Prozent. Die Folge enttäuschter Anleger-Erwartungen im Juli: ein Baidu Börsen-Crash von Minus 8 Prozent.

Doch Experten schätzen, dass der O2O- Markt in China ein gigantisches Wachstumspotential hat. Hat der Spürhund Baidu hier etwa eine Goldgrube erschnüffelt?

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Baidu: Suchen made in China