Commerzbank: Dax-Sieger mit Schattenseiten

bank-2274072_960_720Es passiert eher selten, dass Banken spannende Geschichten mit überraschenden Wendungen schreiben. Doch genau dieses Kunststück gelang heute Morgen der Commerzbank, die Analysten, Börsianer und die gesamte Finanzwelt mit weit besseren Zahlen beeindruckte, als erwartet.

Das Gros der schiefgewickelten Wirtschaftsjournalisten rechnete im Vorfeld mit einem Gewinneinbruch und tippten auf ein Ergebnis von 107 Millionen Euro nach 163 Millionen Euro im Vorjahr. Doch das Zahlenwerk der Commerzbank sprach eine andere Sprache: Das Frankfurter Bankhaus machte im ersten Quartal rund ein Viertel mehr Gewinn und erwirtschaftete ein Plus von 217 Millionen Euro.

Solche Fehleinschätzungen passieren recht häufig und führen dazu, dass Anleger sich von den betroffenen Aktien trennen und ihr auf “falschem Alarm” basierende Entscheidung im Anschluss an die Zahlenpräsentation teuer bezahlen müssen. Anteile der Commerzbank gewannen heute Vormittag fast 3 Prozent an Wert – wohlgemerkt nach einem gestrigen Verlust von 2 Prozent.

Sondereffekte: Der schöne Schein

Ist der Jubel der Aktionäre tatsächlich gerechtfertigt? Bedingt. Denn das überraschend gute Ergebnis der Commerzbank ist vor allem “Sondereffekten” zu Danken und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Sowohl das Privat- als auch das Firmenkundengeschäft mussten trotz steigender Kundenzahlen operativ Gewinneinbußen hinnehmen. Seit Oktober kamen rund 300.000 Privat- und 2000 Geschäftskunden hinzu doch dem Bankhaus fehlt der Masterplan, wie sich mit diesen Neukunden Geld verdienen lässt. Das andauernde Niedrigzinsumfeld macht der gesamten Branche zu schaffen und führte auch bei der Commerzbank dazu, dass die Erträge im ersten Quartal nur leicht stiegen: Von 2,32 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf jetzt 2,37 Milliarden Euro.

Bad Bank zählt zu den Guten

Vor allem durch die “Bereinigung von Altlasten” gelang es der Bank dennoch einen Profit auszuweisen. Für den entscheidenden Schub sorgte die interne “Bad Bank” ACR. Die darin enthaltene Infrastukturfinanzierung von Schiffs-, Immobilien- und Staatskrediten entpuppte sich im Nachhinein doch noch als werthaltig. Auch lobten die Analysten das gestiegene Bilanzvolumen der Commerzbank, das bis Ende März um 10 Milliarden auf 490 Milliarden Euro anwuchs. Die Bilanzrisiken gingen weiter zurück wodurch die wichtige Kernkapitalquote von 12 auf 12,5 Prozent zunahm.

Der Run auf die Commerzbank (-Aktie)

Vorstandschef Martin Zielke betonte heute, dass die Zahlen zwar “ordentlich” sind, die Commerzbank sich aber noch stets im Umbau befindet. “Es wird noch Zeit brauchen, bis unser Wachstum die Belastungen aus dem negativen Zinsumfeld deutlich übertreffen wird” erklärte Zielke heute im Rahmen der Zahlen-Präsentation. Neben den “gängigen” Sparmaßnahmen wie Mitarbeiter-Entlassungen und der Schließung vieler Filialen konzentriert sich die Großbank auf den Kundenfang. Das kostenlose Girokonto –mittlerweile schon fast ein Unikum – fungiert als Lockmittel und soll bis 2020 zwei Millionen zusätzliche Kunden gewinnen. Zielke setzt auf organisches Wachstum und eventuelle Zukäufe, um das Geldhaus langfristig auf Erfolg zu trimmen.

Die Commerzbank-Aktie schreibt bereits jetzt Erfolgsgeschichte: Mit einer Rendite von fast 36 Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate zählt das Wertpapier zu den absoluten Top-Gewinnern im Dax. Doch der Börsenerfolg der Commerzbank ist noch recht jung und – wie der gesamte Bankensektor – äußerst volatil. Wenn wir den Betrachtungszeitraum auf nur drei Jahre ausdehnen, ergibt sich nämlich ein völlig anderes Bild: Die Commerzbank-Aktie verbuchte ein Minus von 20,9 Prozent.

Genau das ist der Grund, weshalb sich immer mehr Leser für ein “beruhigendes”, langfristiges Investment in den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), entscheiden. Der BCDI erzielte seit 30.06.2014 eine Rendite von 51 Prozent und damit deutlich mehr, als die eher spekulativ zu nennende Banken-Aktie. Die BCDI-Erfolgsformel ist dabei “einfach” genial: Das Zertifikat investiert ausschließlich in Aktien, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit dauerhafte Wettbewerbsvorteile auszeichnen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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