Alibaba: Morgen kommt die Katze aus dem Sack

Chinese-Cat.jpgMensch, verdammt. Jetzt wollte ich als total ambitionierte Autorin Alibaba auch mal ausprobieren, bevor ich darüber schreibe. Doch was soll ich sagen? Die chinesische Handels *slash* Kommunikations *slash* Cloudplattform macht mir einen Praxistest echt nicht leicht.

Angefangen mit meinem vergeblichen Versuch auf alibaba.de (ein türkischer Joghurtgetränke-Hersteller) Kabel zu kaufen, bis hin zum, naja, langwierigen Shoppingerlebnis auf Alibabas aliexpress.com, machte Babas-Shoppingimperium auf mich einen eher exotischen Eindruck.

Alibaba muss liefern. Morgen.

Während ich bei aliexpress.com ganze 28-56 Tage auf mein “Lange Typ Telefonkabel rein” (oder schlicht und einfach: Telefonkabel) warten müsste, das dann kostenfrei im “ordinary Kleine Paket plus” aus China geshippt wird, muss Alibaba schon morgen liefern. Quartalszahlen – pünktlich und in Top-Qualität, versteht sich.

Die Erwartungen an den chinesischen Giganten mit über 50.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Dollar sind hoch. + 31 Prozent mehr Gewinn als im Vorjahreszeitraum, + 55 Prozent mehr Umsatz – das sind Promille, die sonst nur im Schnapsregal zu finden sind. Wenn der Online-Multi zahlentechnisch irgendwo darunter liegt, könnten die Profi-Trader in den SSV-Modus wechseln und das wars dann erstmal mit der Kursrakete!

Glückskekse

Chill: Wahrscheinlich hat Ex-Mathelehrer und Firmengründer Jack Ma alles richtig gemacht. Gut, Alibaba hat verdammt viel Verwechslungspotenzial mit Amazon, doch der Lucky-Mix aus Commerce, Cloud und Content ist einfach so hot wie die “3 Herrlichkeiten” auf dem Mittagsmenü meines Liefer-Chinesen.

Statistiken behaupten, dass die Anzahl chinesischer Onlineshopper im vergangenen Jahr um 41 Prozent zugenommen hat und Alibaba kräftig am E-Commerce-Trend im Land des Lächelns mitprofitieren wird. Eine Cloudplattform für virtuellen Speicherplatz und gehostete Software (AliYun), ein Filmstudio, diverse Shops sowie ein Payment-Provider tragen alle zu Alibabas zweistelligem Gewinnwachstum bei.

Die Aktie läuft im Gleichschritt mit: Allein in diesem Jahr stieg der Kurs der Baba-Aktie um 57 Prozent. Seit ihrem Mega-Börsengang 2014, der sogar noch fetter war als der von Facebook, gabs + 82,46 Prozent aufs Depot. Ich sage nur: Ab in den Warenkorb, die Ali-Aktie!

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Alibaba: Morgen kommt die Katze aus dem Sack

Warum Apple Amazon und Google die Show stiehlt

Apple hat geliefert. Einen weiteren Pod. Die Endung mit den “drei Buchstaben” kennen wir zwar schon vom legendären “iPod”, doch auf der gestern eröffneten Entwicklerkonferenz WWDC betrat boerse.de-Champion Apple erstmals seit zwei Jahren Neuland: Ein smarter Lautsprecher namens HomePod soll die Produktpalette des iKonzerns erweitern.

“One last thing”…

Mit diesen Worten kündigte Apple-Chef Tim Cook die wahrscheinlich bedeutendste Produktpräsentation des Abends an. Wohl gewählt gegen Ende der Veranstaltung – für einen besseren dramaturgischen Effekt seiner Vorstellung. Der Applaus war Cook sicher, denn HomePod ist bei weitem das spannendste Gadget der neuen Äpfelchen-Ernte, wenn auch keine Innovation. Apple ist nicht der erste Hersteller intelligenter Speaker die aufs Wort gehorchen, Musik spielen, die Temperatur regeln und Fragen beantworten: Amazon und Google haben mit “Echo” und “Home” bereits ähnliche Geräte entwickelt, die ihren Besitzern dank intelligenter Spracherkennung das Leben erleichtern sollen.

Doch Apple wäre nicht Apple würde man sich mit einem einfachen “Nachmachprodukt” zufrieden geben. Nein, HomePod kann mehr! Genauer gesagt soll das Gerät die Musiknutzung zu Hause “revolutionieren” wie einst der iPod das Musikvergnügen unterwegs. Bis jetzt war Sonos der unangefochtene Marktführer raumfüllender und raumübergreifender Klänge, doch Apple’s Musikdose, die ihren Sound der Umgebung anpassen kann, soll selbst Bose Konkurrenz bieten können. Keine Frage: HomePod kommt spät, ist teurer als die Konkurrenzprodukte, hat aber dennoch das Potential, Amazon und Google zu übertönen. Sowohl technisch, als auch optisch.

… auf das die Welt gewartet hat?

Aber brauchen wir das wirklich? Wollen wir einen Lautsprecher-Kameraden im Wohnzimmer, der uns zuhört und wie Kritiker munkeln vielleicht sogar abhört? Zweifel an der Datensicherheit, die schon bei Amazons Spracherkennung “Alexa” laut wurden, sind ja auch nicht von der Hand zu weisen. Schließlich könnte der Lautsprecher auch als Empfangsgerät dienen und Apple zum “Big Brother”-Konzern werden lassen, der unser komplettes, häusliches Leben mitschneidet. Vermutlich werden die Vorteile intelligenter, auf Datensicherheit bedachter, “Home”-Lösungen aber dennoch überwiegen und in naher Zukunft in den meisten Haushalten eine Selbstverständlichkeit sein. Das hat Apple uns mit Produkten wie dem iPod und iPhone ja schon eindrucksvoll bewiesen.

(Zu) große Erwartungen

Apple Fans und Aktionäre sind schwer zu begeistern. Trotz zahlreicher weiterer Neuerungen wie einem frisch designten iPad, dem neuen iMac Pro und iOS 11 verlor der Aktienkurs des iKonzerns gestern rund ein Prozent. Unfair, schließlich hat Apple ein wahres Feuerwerk an Produktneuerungen vorgestellt, das für jeden etwas bereithält. Doch scheinbar überwiegen die Sorgen der Anleger, ob Apple sich endlich von seiner iPhone-Abhängigkeit befreien kann. Aber ist das überhaupt nötig? Die Smartphone-Sparte des Technologiekonzerns machte im abgelaufenen Quartal mit 33,25 Milliarden Dollar mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtkonzern sitzt inzwischen auf einem Gewinnberg von 256 Milliarden Dollar, die Apple-Aktie eilt von einem Rekordhoch zum nächsten und beglückte Investoren in den vergangenen zwölf Monaten mit rund 59 Prozent Rendite. Wie bei jedem erfolgreichen Unternehmen ist das Lager der “Experten” zweigeteilt: Apple-Fans versus Apple-Kritiker. Trotz allen Diskussionen sollten wir eines nicht vergessen: der boerse.de-Champion weiß, wie man Kunden begeistert. Eine Gabe, die sich für Apple und seine Aktionäre vermutlich noch lange bezahlt machen wird.  

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

 

Warum Apple Amazon und Google die Show stiehlt

Der Wochenausblick: Wettrennen oder Wassertreten?

adidas-1838597_960_720Als “Black Friday” können wir vergangenen Freitag nicht bezeichnen, aber grau war die Stimmung in Frankfurt auf jeden Fall. Der Dax zeigte sich von Christi Himmelfahrt gänzlich unbeeindruckt, rutschte am Feier- und darauf folgenden Brückentag zeitweise auf 12.530 Punkte und pendelte sich zu Börsenschluss bei 12.602 Punkten ein. Ein Wochenverlust von 0,3 Prozent. Die große Frage ist jetzt, ob wir es mit einem temporären Vatertags-Kater zu tun haben, oder ob sich die Kursverluste vergangener Woche noch ausweiten? In bester Verfassung befindet sich dagegen unser BCDI. Der boerse.de-Champions-Defensiv-Index erreichte vergangene Woche einen neuen Höchststand und übertraf mit einer Rendite von +11,9 Prozent seit Jahresbeginn Dax (+9,8 Prozent) und Dow (+6,7 Prozent) mit Leichtigkeit.

Amazon oder Alphabet: Wer knackt die 1000 Dollar-Marke?

Während der Dax eher orientierungslos scheint, gibt sich die Wall Street siegessicher. Zwar dürfen die US-Börsianer heute aufgrund des Memorial Days die Beine hochlegen, doch so eine kleine Verschnaufpause kann nach der Rekordjagd vergangener Woche nicht schaden. Sowohl S&P 500 als auch der Technologieindex NASDAQ erreichten neue Bestmarken wobei zwei Akteure den restlichen Marktteilnehmern die Show stahlen: die boerse.de-Champions-Aktien Amazon und Google-Mutter Alphabet. Die Internetriesen liefern sich seit Wochen ein spannendes Duell um die magische Bewertung von “1000 Dollar pro Aktie”. Amazon lag am Freitag mit 995 Dollar um Haaresbreite vorn, dicht gefolgt von Alphabet mit 993 Dollar pro Anteilsschein. Das bedeutet für mich und mein Depot: Daumendrücken für den E-Commerce-Pionier!

Ryanair und Rocket Internet: Bitte zum Bilanzcheck

Bilanzzahlen sind in dieser Woche Mangelware. Lediglich ein paar Nachzügler gewähren uns einen Blick in ihre Bücher, darunter Ryanair (Dienstag) und Rocket Internet (Mittwoch). Dabei könnten sowohl der “Überflieger”, als auch die Comeback-Aktie von Rocket Internet eine Überraschung parat haben. Während die Billigairline weiter auf die Kostenbremse drückt und dank dieser Strategie vermutlich bessere Resultate als im Vorjahr einfliegt, könnte der schon fast totgesagte Inkubator Rocket Internet endlich die Rakete zünden. Könnte. Denn seit dem Rocket-Börsengang mussten Anleger sehr viel Leidensfähigkeit beweisen, um Schwankungen von 15 Euro, über 58 Euro bis auf momentan rund 21 Euro zu überdauern. Die Startup-Schmiede, die Firmen wie Delivery Hero, Hello Fresh und den einzig wirklich erfolgreichen Sprössling Zalando hervorgebracht hat, schreibt noch immer Verluste. Eine spekulative Geduldsprobe…

Trump-Ticker

10.000 Sicherheitsleute bei gerade mal 11.000 Einwohnern: warum ausgerechnet die sizilianische Kleinstadt Taormina als Tagungsort für den G7-Gipfel auserwählt wurde, ist vielen ein Rätsel. Das Städtchen mutierte vom Touristenmagnet zum Sperrbezirk und das nur, weil sich Freitag und Samstag dort Vertreter der wichtigsten Industrienationen versammelten – darunter erstmals Donald Trump. Wie zu erwarten gestaltete sich das Treffen als schwierig. Schon im Vorfeld beschimpfte der US-Präsident die Deutschen als “sehr, sehr böse (bad)” und beschuldigte sie, zu viele BMW’s, VW’s, Porsche und Mercedes für Amerika zu produzieren: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“

Als Reaktion auf Trumps Drohung legten die deutschen Automobilwerte am Freitag den Rückwärtsgang ein und verabschiedeten sich mit Verlusten von teils über einem Prozent (BMW) ins Wochenende. Diese Schockwelle könnte zu Wochenbeginn noch weitere Kreise ziehen, denn neben möglichen Handelsdifferenzen mit Amerika hat BMW noch mit Problemen auf dem Heimatmarkt zu kämpfen: Wegen eines fehlenden Bauteils musste die Produktion in einigen Standorten am Wochenende teilweise gestoppt werden. Während sich einige Angestellte über Hitzefrei freuen, könnte das Logistikproblem BMW heute ins Schwitzen bringen. Produktionsausfälle kosten schließlich Zeit und damit auch Geld…

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Start in diese Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

Der Wochenausblick: Wettrennen oder Wassertreten?

Google, was bringt die Zukunft?

eye-1686932_960_720Auf der gestern gestarteten Entwicklerkonferenz “I/O” verkündet Google die “KI-Revolution”. Manche Leser dürften sich bei solchen Begriffen fragend am Kopf kratzen und auch für mich sind die neuesten, technischen Errungenschaften des Internetriesen gedanklich noch sehr weit weg. Doch was für den Ottonormalverbraucher wie Science Fiction klingt, könnte schon bald Bestandteil unseres täglichen Lebens werden. Allen voran: Der Durchbruch der künstlichen Intelligenz, kurz: KI.

Früher, also noch vor ein paar Jahrzehnten, war es üblich, dass Unternehmen Produkte entwickelten, die ein bestehendes Bedürfnis befriedigen. Die Gerüche des Kohle-Barbecues belästigen die Nachbarn? Abhilfe schaffen Gas- oder Elektrogrills. Bei der Bohrmaschine stört das lange Kabel? Die Lösung: Akkugeräte. Wenn ich mir dagegen Googles neueste Errungenschaften so ansehe frage ich mich, ob das Gros der Menschheit tatsächlich danach strebt, mit seinem Handmixer zu plaudern, die Welt durch eine 3D-Brille zu sehen und in einem komplett technologisierten Universum zu leben? Noch nicht, aber bald. Denn die Alphabet-Tochter ist so einflussreich und omnipräsent, dass wir es nicht einmal merken werden, wenn sich die heute vorgestellten Innovationen in unser Leben schleichen.

Künstliche Intelligenz wird omnipräsent

Die Google I/O Konferenz rankt sich um ein zentrales Thema: Selbstlernende Software, die in vielen technischen Neuerungen des Konzerns zum Einsatz kommt und uns das Leben erleichtern soll. Beispielsweise “Google Home”: Ähnlich zu Amazons Überraschungserfolg “Echo” sollen Lautsprecher im Haus den Kommunikationspartner ersetzen. Google Home ist ein befehlempfangender Butler, der im Auftrag seines Besitzers beispielsweise Anrufe tätigt, Termine verwaltet, Musik spielt oder Verkehrshinweise für den geplanten Ausflug gibt. Das alles steckt in einem handlichen, dezent designten Lautsprecher, der vorerst vermutlich aus Datenschutzgründen nur in den USA erhältlich ist. Privatsphäre ist natürlich ein wichtiges Thema, denn der kleine Lautsprecher sendet nicht nur, sondern empfängt auch viele Informationen aus unserem persönlichen Umfeld, die eigentlich niemanden etwas angehen. Schon gar nicht Google.

Unterwegs begleitet uns dann “Google Assistant” auf dem Smartphone. Auch diese freundliche Stimme füttert uns auf Abruf mit Informationen und funktioniert jetzt auch auf dem iPhone. Ein Frontalangriff der Suchmaschine auf Apple, dessen Spracherkennung “Siri” momentan noch den Ton angibt.

Neben “Home” und “Assistant” arbeitet der Internetgigant auch an “Google Lens”, einer intelligenten Bildanalysesoftware, die aus Handykameras virtuelle Suchmaschinen macht. Fotografiert ein Nutzer beispielsweise eine Blume so zeigt “Lens” deren Namen und den nächstgelegenen Blumenladen an.

Das Google-Universum

All die technischen Neuerungen lassen uns schon fast Googles Kerngeschäft vergessen: die gute alte Suchmaschine. Zu Unrecht, denn die Textsuche gepaart mit Anzeigen ist noch immer die goldene Gans des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Vor allem mobile Werbeanzeigen sorgten im vergangenen Quartal für Wachstumsraten von mehr als 20 Prozent und 5,43 Milliarden Dollar Gewinn. Doch auch Cloud-Angebote (die Auslagerung von Speicher- und Softwarediensten auf Googles Server) und Programme für autonomes Fahren beflügelten Alphabets Bilanzergebnisse. Die Champions Aktie spiegelt diese Entwicklung wider: Allein in den vergangenen zwölf Monaten gewann das Alphabet-Papier 34,7 Prozent an Wert.

Ich verabschiede mich heute mit einem Zitat des ehemaligen Google-Chefs Eric Schmidt aus dem Jahr 2010. Schon damals meinte der Visionär: „Ich glaube, dass die meisten Menschen eigentlich nicht wollen, dass Google ihnen ihre Fragen beantwortet. Sie wollen, dass Google ihnen sagt, was sie als Nächstes tun sollen.“ Die Zukunft spricht Google…

Ihre Miss boerse.de

 

Google, was bringt die Zukunft?

Warren Buffett: Was wir von der Investorenlegende lernen können

wallet-2292428_960_72086 Jahre und kein bisschen leise: Investorenlegende Warren Buffett ist trotz seines hohen Alters noch immer der “Popstar” vieler Börsianer. Seine Lebensgeschichte, sein Lifestyle, seine Leitsätze kaum ein anderes Finanzgenie genießt ein ähnlich hohes Ansehen wie der betagte US-Milliardär. Buffett, nach Bill Gates und Zara-Gründer Amancio Ortega der drittreichste Mann der Welt, lebt ein bescheidenes, glückliches Leben. Angeblich frühstückt er am liebsten bei McDonald’s, besitzt keinen Computer und wohnt noch immer in einem recht bescheidenen Eigenheim, das er 1958 für 31.500 Dollar erworben hat. Seine Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hält Beteiligungen an über 80 Firmen und ist mit einem Börsenwert von 400 Milliarden Dollar eines der wertvollsten Unternehmen der Welt.

Der amerikanische Traum

Vom Zeitungsjungen zum Star-Investor: das ist der Stoff, aus dem Hollywoodfilme gestrickt sind. Das Drehbuch zu Warren Buffetts Blockbuster startete in Omaha, Nebraska, wo er schon als Junge alles zu Gold machte, was ihm in die Finger kam. Briefmarken, gebrauchte Golfbälle, Coca-Cola Flaschen…der kleine Buffett hatte schon damals den richtigen Riecher für lohnende Geschäfte und erarbeitete sich schon als Jugendlicher ein kleines Vermögen. Mit 19 Jahren spielte ihm das Schicksal ein Buch seines Ökonomieprofessors über die Analyse von Wertpapieren in die Hand, das seinen Anlagestil bis heute maßgeblich beeinflusst.

“Wie ein altes Krokodil..

Er liegt lange auf der Lauer. Und dann schnappt er gnadenlos zu”. So umschrieb ein Aktionär einmal Warren Buffetts Investitionsverhalten. Geprägt von der Fundamentalanlyse, die in dem Werk seines Uni-Professors beschrieben war, kauft der Börsenstar möglichst früh unterbewertete Aktien, liegt dann so lange auf der Lauer, bis sie ihren wahren Wert erreicht haben und trifft, wenn die Zeit reif ist, völlig emotionslos und schnell eine Entscheidung. Diese “Value”-Strategie geht davon aus, dass es an den Märkten immer Aktien gibt, deren wahrer Wert von Anlegern nicht erkannt wird und die deshalb noch günstig zu haben sind. Dies können Firmen in Schwierigkeiten (z.B. Volkswagen), “langweilige” Unternehmen wie Südzucker oder traditionsreiche Marken wie Lindt & Sprüngli sein, denen niemand mehr große Sprünge zutraut.

Die inneren Werte

Wenn man den Meister nach seinem “Geheimrezept” für gewinnbringende Investitionen fragt, so antwortet er meistens: “Wir investieren nur in ein Unternehmen, wenn wir (1) die Geschäfte verstehen, (2) die langfristigen Aussichten des Unternehmens gut sind, (3) das Unternehmen von kompetenten und ehrlichen Managern geleitet wird und (4) sehr attraktiv bewertet ist.“ Der Börsenguru hat es sich zum Prinzip gemacht, nur in Unternehmen zu investieren, die er auch versteht und die eine langfristige Perspektive haben. Eine äußerst erfolgreiche Strategie, mit der Warren Buffetts Investmentgesellschaft noch immer jährlich zweistellige Renditen erzielt.

Verpasste Chancen

Bei der diesjährigen Hauptversammlung seiner Holdinggesellschaft Anfang Mai bekannte sich Buffett allerdings trotz aller Erfolge zu ein paar Fehlern und verpassten Chancen in den vergangenen Jahren. Seine Prinzipientreue, die ihn bislang von Investments in “unverständliche” Technologiefirmen wie Amazon oder Google abgehalten hat, kam ihn teuer zu stehen. Er habe das riesige Potential der beiden Unternehmen zu spät erkannt und sich zu lange von Hightech-Aktien distanziert. Doch selbst mit 86 Jahren ist es nicht zu spät für einen Neuanfang: Wie gestern bekannt wurde, baute Berkshire Hathaway seine Beteiligung am iPhone-Hersteller Apple aus und erwarb 129 Millionen Aktien im Wert von rund 19 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro). Damit wurde die Beteiligung mehr als verdoppelt, wie Buffett bereits bei TV-Auftritten verraten hatte.

Sie müssen keine Investorenlegende und auch kein Millionär sein, um an der Börse Erfolg zu haben. Schon mit kleinen Beträgen und den Grundzügen von Buffetts Anlagephilosophie können auch Sie “Börsenluft” schnuppern. Wir von boerse.de haben bei der Zusammenstellung des BCDI viele von Buffetts Grundsätzen beherzigt und darin nur Aktien aufgenommen, die langfristig besonders risikoarm und zugleich renditestark sind. Mit dem BCDI investieren Sie in “langweilige” Unternehmen, die durch starke Marken, dauerhafte Wettbewerbsvorteile und einfache Geschäftsmodelle glänzen. Oder wie es der Altmeister formuliert: “Eine Aktie, die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht 10 Minuten besitzen. Stell ein Portfolio mit Unternehmen zusammen, deren Gewinne mit den Jahren steigen und so wird das auch der Marktwert deines Portfolios tun.”

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Warren Buffett: Was wir von der Investorenlegende lernen können

Amazon vor den Zahlen: Schreibt der Online-Händler ein neues Kapitel Erfolgsgeschichte?

Es hagelt Quartalszahlen. Allein in den USA präsentieren morgen Under Armour, Intel, Microsoft, Starbucks, Alphabet und Amazon Ergebnisse der vergangenen drei Monate. Wir konzentrieren uns heute auf die Erfolgsgeschichte des Online-Riesen Amazon, der sich innerhalb der vergangene 23 Jahren vom Buchhändler zum Internet-Tausendsassa entwickelt hat. Ein atemberaubender Werdegang, gepflastert von unternehmerischen Meilensteinen. Doch dazu gleich mehr…

Die Erwartungen der Analysten

Sind hoch. Im Schnitt rechnen die Experten mit einem Umsatzanstieg von 21,2 Prozent auf 35,3 Milliarden Dollar sowie einem Nettogewinn je Aktie von 1,13 Dollar. Als Umsatzmotor dürfte sich mal wieder das erfolgreiche Cloudgeschäft AWS (Amazon Web Services) erweisen. Der Internetriese gilt als Pionier und erste Adresse für Unternehmen, die Rechenleistungen gegen eine Abo-Gebühr auf Amazons Serverfarmen auslagern wollen.

Es gibt allerdings auch ein paar Baustellen, die für leichte Kratzer in der geschliffenen Firmenbilanz sorgen könnten. Wachstum kostet Geld und sowohl die Expansion in neue Märkte wie Indien und China, als auch zahlreiche, kostspielige Prime Video-Eigenproduktionen schmälern die Umsätze des Internetgiganten.

Das Gros der Analysten lässt sich jedoch von zukunftsträchtigen Investitionen nicht verunsichern. Schließlich hat sich bis dato fast jeder innovative Geistesblitz von Firmenboss und Visionär Jeff Bezos als Erfolgsstory entpuppt.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Videoproduzent, Cloud-Anbieter, Shopping-Tempel, Lebensmittel-Lieferant… Was ist Amazon eigentlich? Die ursprüngliche Positionierung als Online-Buchhändler ist längst überholt. Der Versandhändler entwickelt sich mehr und mehr zum Internet-Pionier, der viele Branchen revolutioniert. Aktuelle Projekte umfassen beispielsweise die Mobilfunksparte, in der Amazon als virtueller Betreiber eigene Sim-Karten verkaufen will, die Auslieferung von Waren mittels Roboterfahrzeugen oder der Vorstoß als Lebensmittellieferant: Unter dem Namen “Amazon Fresh” könnte das Unternehmen herkömmlichen Supermarktketten schon bald Konkurrenz machen.

Ein für Außenseiter schwer zu fassendes Sammelsurium mit einem gemeinsamen Nenner: Das Streben nach Innovation. Im Laufe der Unternehmensgeschichte wurden immer wieder Geschäftsfelder erschlossen, von denen niemand wusste, ob sie jemals eine reiche Ernte erwirtschaften würden. Doch viele dieser Wagnisse erwiesen sich langfristig als Umsatztreiber und führten dazu, dass Amazon trotz dotcom-Blase und so mancher Fehlinvestition der weltweit größte Einzelhändler ist. Amazon-Gründer und Chef Jeff Bezos erläuterte seine Unternehmensphilosophie gegenüber der Nachrichtenagentur dpa einmal mit folgenden Worten: „Wir wollen Sachen erfinden, die den Leuten anfangs ungewöhnlich vorkommen – aber einige Jahre später für alle normal sind.“

Abschließend stellt sich natürlich die Frage, ob eine Investition in die boerse.de-Champions-Aktie trotz ihres stolzen Preises von rund 908 Dollar pro Stück noch gerechtfertigt ist. Gründe, die für einen Kauf sprechen, gibt es genug: Ein durchschnittlicher Kursgewinn von 33 Prozent innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Eine lange, weitgehend stabile, Börsenhistorie. Der bemerkenswerte Pioniergeist des Unternehmens. All das macht Amazon zum Börsenliebling, für den die britische Barclays Bank sogar ein Kursziel von 1.120 Dollar in Aussicht stellt. Keine Frage: Amazon macht seinem Titel als Champion alle Ehre und könnte auch morgen wieder die Phantasie der Anleger beflügeln.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Amazon vor den Zahlen: Schreibt der Online-Händler ein neues Kapitel Erfolgsgeschichte?

IBM schrumpft zum 20. Mal in Folge

Ein trauriger Rekord: Der IT-Riese IBM musste gestern zum 20. Mal in Folge Umsatzeinbußen in einem Quartal vermelden. In den vergangenen drei Monaten sanken die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um drei Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar, der Überschuss ging um 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zurück. Kein Wunder, dass Anleger langsam das Zutrauen in den “blauen Riesen” verlieren und den Titel auf die Verkaufsliste setzten: Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel über fünf Prozent an Wert.

Vom Computer-Urgestein…

Wir schreiben das Jahr 1911: IBM erblickte unter dem Namen “Computing Tabulating and Recording Company” in New York das Licht der Welt. Die ersten Produkte des Unternehmens waren Uhren, Waagen und Lochkarten- ein kleines, aber prägendes Stück Papier in IBM’s Firmengeschichte. Die legendären Datenträger aus Karton, die unter anderem bei Volks- und Wahlauszählungen zum Einsatz kamen, wurden im Laufe der Zeit von modernen Methoden wie Magnetplatten-Speichern abgelöst, ehe in den 60er-Jahren der erste Großrechner

hergestellt wurde. Bis zum PC für den Massenmarkt vergingen allerdings noch zwei Jahrzehnte und der legendäre ThinkPad-Mobilrechner kam erst 1992 in den Handel.

Trotz IBM’s Innovationskraft, verbrieft durch zahlreiche Patente, musste sich das Unternehmen schon bald dem Konkurrenzdruck findiger Mitbewerber geschlagen geben, die IBM’s Technik kopierten und mit günstigeren Rechner die privaten Haushalte eroberten. 2005 entschied sich der Konzern deshalb dazu, seine PC-Sparte an den chinesischen Computerhersteller Lenovo zu verkaufen. Ein historischer Strategieschwenk, mit dem sich IBM vom Maschinen- zum Infrastrukturanbieter und IT-Beratungsunternehmen wandelte. Die Frage ist nur, ob der von Vorstandschefin Ginni Rometty forcierte Schwenk vom Computer-Dino zum IT-Dienstleister den erhofften Erfolg bringt.

…zum IT-Tausendsassa

Die Eroberung der “Datenwolke”, die es Unternehmen ermöglicht, Software auf zentralen Servern zu mieten, statt zu kaufen, gilt als essentieller Bestandteil von IBM’s Zukunftsstrategie. Anstelle lokaler Firmenserver werden Programme und Speicherplatz in der virtuellen “Cloud” gegen eine Abo-Gebühr an Kunden vermietet. Ein booming Business und Haifischbecken, in dem sich bereits Branchengrößen wie Amazon, Oracle und Microsoft tummeln.

Trotz der scharfen Konkurrenz gelang es IBM im ersten Quartal 2017 mit Cloud-Services zu punkten, während die traditionell schwache Hardware-Sparte erneut Federn ließ.

Das Geschäft mit der Datenwolke wuchs um 33 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar, der Umsatz mit Großrechnern und System-Software schrumpfte dagegen um 17 Prozent. Auch die Technologie-Sparte, mit der IBM noch immer den Löwenanteil seiner Erlöse erwirtschaftet, brach um 2,5 Prozent ein. Am Ende konnte das Wachstum der Cloud die Misserfolge in anderen Bereichen nicht kompensieren und Anleger beginnen sich zu fragen, ob IBM seinen Platz im Portfolio noch verdient hat. Wundersamerweise scheint der IT-Dino sogar finanzielle Eiszeiten zu überdauern. Der Aktienkurs der “International Business Machines” gewann innerhalb der vergangenen zwölf Monate 19,7 Prozent an Wert und selbst Investorenlegende Warren Buffett hält mit stoischer Gelassenheit an seinen 81,2 Millionen IBM-Aktien fest. Vielleicht wegen der verlockend hohen Dividendenrendite von rund 3,3 Prozent, vielleicht aber auch, weil er noch immer auf die Innovationskraft des IT-Urgesteins vertraut.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

IBM schrumpft zum 20. Mal in Folge