Alibaba: Morgen kommt die Katze aus dem Sack

Chinese-Cat.jpgMensch, verdammt. Jetzt wollte ich als total ambitionierte Autorin Alibaba auch mal ausprobieren, bevor ich darüber schreibe. Doch was soll ich sagen? Die chinesische Handels *slash* Kommunikations *slash* Cloudplattform macht mir einen Praxistest echt nicht leicht.

Angefangen mit meinem vergeblichen Versuch auf alibaba.de (ein türkischer Joghurtgetränke-Hersteller) Kabel zu kaufen, bis hin zum, naja, langwierigen Shoppingerlebnis auf Alibabas aliexpress.com, machte Babas-Shoppingimperium auf mich einen eher exotischen Eindruck.

Alibaba muss liefern. Morgen.

Während ich bei aliexpress.com ganze 28-56 Tage auf mein “Lange Typ Telefonkabel rein” (oder schlicht und einfach: Telefonkabel) warten müsste, das dann kostenfrei im “ordinary Kleine Paket plus” aus China geshippt wird, muss Alibaba schon morgen liefern. Quartalszahlen – pünktlich und in Top-Qualität, versteht sich.

Die Erwartungen an den chinesischen Giganten mit über 50.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Dollar sind hoch. + 31 Prozent mehr Gewinn als im Vorjahreszeitraum, + 55 Prozent mehr Umsatz – das sind Promille, die sonst nur im Schnapsregal zu finden sind. Wenn der Online-Multi zahlentechnisch irgendwo darunter liegt, könnten die Profi-Trader in den SSV-Modus wechseln und das wars dann erstmal mit der Kursrakete!

Glückskekse

Chill: Wahrscheinlich hat Ex-Mathelehrer und Firmengründer Jack Ma alles richtig gemacht. Gut, Alibaba hat verdammt viel Verwechslungspotenzial mit Amazon, doch der Lucky-Mix aus Commerce, Cloud und Content ist einfach so hot wie die “3 Herrlichkeiten” auf dem Mittagsmenü meines Liefer-Chinesen.

Statistiken behaupten, dass die Anzahl chinesischer Onlineshopper im vergangenen Jahr um 41 Prozent zugenommen hat und Alibaba kräftig am E-Commerce-Trend im Land des Lächelns mitprofitieren wird. Eine Cloudplattform für virtuellen Speicherplatz und gehostete Software (AliYun), ein Filmstudio, diverse Shops sowie ein Payment-Provider tragen alle zu Alibabas zweistelligem Gewinnwachstum bei.

Die Aktie läuft im Gleichschritt mit: Allein in diesem Jahr stieg der Kurs der Baba-Aktie um 57 Prozent. Seit ihrem Mega-Börsengang 2014, der sogar noch fetter war als der von Facebook, gabs + 82,46 Prozent aufs Depot. Ich sage nur: Ab in den Warenkorb, die Ali-Aktie!

Werbeanzeigen
Alibaba: Morgen kommt die Katze aus dem Sack

Fällt die Börse in den Feiertagsmodus?

hqdefaultHeute ist Vatertag. Und in den meisten Teilen Deutschlands Feiertag. Nur die Börsianer entgehen der traditionellen Family-Radtour und werfen sich auch heute die Krawatte um den Hals, denn die Börse in Bankfurt bleibt geöffnet. Ganz im Gegensatz zu unseren Nachbarn in Österreich und der Schweiz übrigens, wo heute auch der Handel still liegt.

Geschäfte dicht, die Papas ebenso und wir fragen uns: was macht der DAX an Tagen wie diesem? Für mich gibt es zwei Szenarien: entweder tradet der männliche Teil der Bevölkerung trotz oder gerade wegen ein paar Promille im Blut bis der Daumen blutet um der Familienaction zu entkommen, oder die Börse fällt heute in ein Feiertags-Koma und büßt noch mehr Punkte ein als ohnehin schon diese Woche.

Aber mit Amateur-Börsenpsychologie allein ist es nicht getan, denn in den USA wird weiterhin kräftig geackert. Auf dem Programm stehen US-Arbeitsmarktdaten, die hoffentlich nicht allzu positiv ausfallen, denn das könnte eine baldige Erhöhung der Zinsen durch die US-Notenbank zur Folge haben. So nach dem Motto: unsere Wirtschaft brummt wieder, also können die Amis auch wieder mehr Kohle für Kredite locker machen. Höhere Zinsen sind aber Gift für Aktienkurse, da viele Anleger dann die sicheren Geldanlagen bevorzugen und ihre Anteile verchecken. Wir sind gespannt, ob die US-Daten heute auch überm Teich für Kurs-Turbulenzen sorgen werden.

Neben Konjunkturzahlen stehen auch einige Quartalszahlen auf dem Programm. Ab Lunchtime knallen uns die Bilanzen des US-Pharmariesen Merck, der chinesischen E-Commerce Legende Alibaba, des Call of Duty- Produzenten Activision Blizzard und des Action-Kamera Produzenten GoPro um die Ohren.

Vielleicht lautet die Strategie also heute: Ausschlafen, Frühschoppen und ab Mittags mit Smartphone bewaffnet relaxen & traden? Solange sich die Promille im 0-Komma Bereich bewegen sag ich: tun! Happy Trading!

http://getbux.com/de/bux-buzz-de/faellt-die-boerse-in-den-feiertagsmodus/

Fällt die Börse in den Feiertagsmodus?

Rocket Internet: Auf zu neuen Ufern!

rockettweetIm Trubel rund um die US-Notenbankentscheidung heute Abend gegen 20:00 Uhr hätten wir doch fast vergessen, dass es auch noch sowas wie Unternehmenszahlen gibt. Das Berliner Startup-Gewächshaus Rocket Internet präsentierte heute Morgen vor Börsenstart seine Q3 Zahlen und – niemanden interessiert’s. Die halbe Weltpresse steht im Zeichen der drohende US-Zinswende und berichtet lieber darüber als über die HelloFresh-Gründer.

War die Terminwahl der Quartalszahlen purer Zufall oder kühle Berechnung? Vielleicht wollen die Berliner auch gar nicht im Rampenlicht der Weltpresse stehen, denn so dolle läuft ihr Laden nicht.

Die Samwer-Brüder Oliver, Alexander und Marc gründeten 2007 Rocket Internet mit dem Ziel, die Erfolgsgeschichte von Amazon oder Alibaba zu kopieren. Seitdem haben die Jungs unzählige E-Commerce Seiten ins Leben gerufen. Dazu gehören bekannte Marken wie HelloFresh, Zalando oder Home24 aber auch hierzulande unbekannte Online-Shops für “Emerging Markets” wie beispielsweise Daraz in Pakistan.

Der Fokus auf neue Märkte wie Nigeria, Südostasien oder Indonesien kommt nicht von ungefähr. Während die Samwer-Idole Amazon und Alibaba ihre Heimatmärkte USA und China fest im Griff haben, fehlt Rocket Internet eine klare Marktherrschaft. Und so dachten sich die Berliner: auf zu neuen Ufern! Sogenannte “Emerging Markets”, also Ex-Entwicklungsländer, sind sehr verlockend aber auch risikoreich.

Kaum Konkurrenz, hohe Margen und Milliarden neue, potentielle, Kunden klingt nach: Jackpot! Doch man darf nicht vergessen, dass dem Großteil der Bevölkerung dieser Länder Online-Shopping erst schmackhaft gemacht werden muss, dass Bargeld Zahlungsmittel Nummer Eins ist und dass die Infrastruktur von Lieferanten und Zustellern äußerst lückenhaft ist. Unternehmens-Chef Oliver Samwer ist’s egal, er sieht vor allem das enorme Potential und pumpt munter monatlich zweistellige Millionenbeträge in seine “Emerging Markets”.

Rocket Internet erklärte heute in einer Pressemeldung großspurig, dass die Umsätze ihrer sogenannten “proven winners”, den Zugpferden von Rocket Internet, um 120 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Super, sollte man denken. Doch leider machen alle “Gewinner” heftige Verluste und sind noch lange nicht in der grünen Gewinnzone angelangt. Auch der Wert von Rocket Internet stagniert bei rund 6,1 Milliarden Euro.

Doch das dicke Ende kommt erst noch. Erst kürzlich versprach Samwer, den Fresskorb-Lieferdienst HelloFresh noch in diesem Jahr an die Börse zu bringen. Heute wurde bekannt, dass der Börsengang, einen Tag vor Veröffentlichung des Börsenprospekts, gescheitert ist. Die wichtigste Investorin, Milliardärin Cristina Stenbeck, die 13 Prozent der Holding-Anteile hält, blockierte das Vorhaben.

Der Börsenkurs, der ohnehin schon Verlust geplagten Internet-Schmiede gab nach diesen negativ Schlagzeilen rund 3 Prozent nach. Bleibt zu hoffen, dass die Eroberung neuer Märkte für die Samwer Brüder eine Erfolgsgeschichte wird!

http://getbux.com/de/author/sabine-lembert/page/2/

Rocket Internet: Auf zu neuen Ufern!