Südzucker: Das schmeckt nach mehr!

boerse.de

candy-1678933_960_720.jpgHeute berichte ich Ihnen von einer Aktie aus der zweiten Reihe, die eine Sünde wert sein könnte: Südzucker. Der MDax-Wert legt morgen Q1-Zahlen vor und Investoren interessiert natürlich brennend, ob die Zuckerbranche Zukunftspotential hat, oder ob sie sich besser heute als morgen von der Aktie verabschieden sollten.

Bitterer Nachgeschmack

Noch vor einem Jahr zählte die Südzucker-Aktie zu den Lieblingen vieler Börsianer, denn das Papier sprintete von ihrem Kurstief bei 12,77 Euro (Februar 2016) auf 25,45 Euro (Oktober 2016) und  zählte damit zwischenzeitlich zu den Top-Performern im Index mittelgroßer Werte. Steigende Zuckerpreise motivierten den Konzern, die eigene Jahresprognose zu erhöhen und bestärkten Investoren darin, in Südzucker zu investieren. Im vergangenen Geschäftsjahr verdoppelte der Konzern das operative Ergebnis nahezu auf 426 Millionen Euro (Vorjahr: 241 Millionen). Das MDax-Mitglied setzte 2016/2017 insgesamt 6,5 Milliarden Euro um nach 6,4 Milliarden im Vergleichszeitraum.

Doch mit den Monaten schmolzen die anfänglichen Gewinne dahin, wie ein Zuckerhut über der Feuerzangenbowle: die Aktie verbuchte seit Jahresbeginn ein Minus von 18,77 Prozent und einige Experten fürchten, dass das dicke Ende noch bevorsteht. Schuld am wachsenden Pessimismus ist die enorme Abhängigkeit des Lebensmittelkonzerns von den stark schwankenden Zuckerpreisen, die Ende Juni mit rund 394 Euro je Tonne den niedrigsten Stand seit 16 Monaten erreichten.

Ein Produkt, viele Geschäftsfelder

Sinkende Weltmarktpreise für das “weiße Gold” haben zwei Ursachen: die abnehmende Nachfrage und Spekulanten, die auf eine Fortsetzung des Preisverfalls wetten. Südzucker versucht sich mit einem möglichst diversifizierten Produktangebot gegen mögliche Marktschwankungen abzusichern. Der weltgrößte Zuckerkonzern gliedert sich in vier Geschäftsbereiche: Zucker, Spezialitäten (z.B. Tiefkühlprodukte), Fruchtzubereitungen und die Bioethanolproduktion.

Während die weltweite Nachfrage nach raffiniertem Zucker und “ungesunden” Lebensmitteln wie TK-Pizza oder Ketchup, die viel “leere Kalorien” enthalten sinkt, steigt der Bedarf an Bio-Kraftstoff. Südzucker-Tochter CropEnergies macht mit der Erzeugung von Bioethanol gute Geschäfte, wie die heute vorgelegten Zahlen beweisen. CropEnergies steigerte den Umsatz in Q1 um 38 Prozent auf 231 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Ein willkommenes “Zuckerl” für die Mannheimer Mutter…

Revolution im Schlaraffenland

Im Oktober kommt Bewegung ins Schlaraffenland: die revolutionäre Abschaffung der EU-Quotenregelung wird die jahrzehntelange Planungssicherheit der Branche bezüglich Produktionsmengen- und Preisen gefährden. Wenn die Quote wegfällt, dürfen Zuckerrübenbauern pflanzen und ernten was das Feld hergibt. Auch der Preis und die Exportmenge sind dann nicht mehr reguliert. Diese Entwicklung sorgt zum einen dafür, dass der Wettbewerb durch eine steigende Produktion zunimmt und die Preise weiter fallen könnten. Zum anderen trennt sich aufgrund der Deregulierung auch die Spreu vom Weizen: die Zuckerhersteller, die es sich leisten können, werden expandieren und noch mehr Felder bewirtschaften als momentan. Den Unternehmen aber, die nicht über die nötigen Energiereserven verfügen, könnte diese Entwicklung bittere Verluste bescheren.

Wir von boerse.de überlassen die “Nervennahrung” gerne ausgehungerten Spekulanten und konzentrieren uns lieber auf Aktien mit einem ausgezeichneten Chance-Risiko-Profil, die bei überdurchschnittlichen Renditen geringe Rückschläge aufweisen. Generell ist dies ein Kennzeichen der Nahrungs- und Genussmittelbranche, denn Gegessen und Getrunken wird bekanntlich immer. Südzucker ist da allerdings eine Ausnahme, denn die starke Abhängigkeit vom Kernprodukt Zucker, schwankenden Marktpreisen und Regularien machen den Wert zu einem spekulativen Investment.

Ein ganz anderes Bild zeichnet dagegen Branchenkollege und boerse.de-Top-Defensiv-Champion Nestlé: der schweizer Nahrungsmittelkonzern ist wesentlich breiter aufgestellt als Südzucker, profitiert als Abnehmer von fallenden Zuckerpreisen und zeichnet sich durch eine besondere Defensiv-Stärke aus. Profitieren Sie mit! Das geht ganz einfach mit einem Investment in den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der auch in Nestlé investiert und innerhalb der vergangenen drei Jahre +46,3 Prozent Gewinn erzielte. So lasse ich mir Erfolg schmecken!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Advertisements
Südzucker: Das schmeckt nach mehr!

Tesla: Das sollte Anleger misstrauisch machen!

match-1063868_960_720Ob Tesla-Chef Elon Musk entspannt den US-Nationalfeiertag am Dienstag genießen konnte? Wohl eher nicht, denn die Nachricht, dass der E-Auto-Pionier sein Produktions-Soll nur um Haaresbreite erreichte, beunruhigte die Aktionäre. Viele hätten das Tesla-Papier wahrscheinlich bereits am Feiertag auf die Verkaufsliste gesetzt, doch auch die Börse macht ab und zu mal ein Päuschen und deshalb kam das “dicke Ende” erst gestern. Die Tesla-Aktie verlor rund vier Prozent an Wert.


“Was solls?” fragen sich jetzt vielleicht einige Fans der E-Aktie. Eine kleine Korrektur nach rund 66 Prozent Kursgewinn innerhalb eines Jahres ist doch kein Beinbruch, oder? Doch das Signal, das Tesla mit dem knapp erreichten Produktionsziel von 47.100 Stück im ersten Halbjahr 2017 (angepeilt waren 47.000 bis 50.000 Wägen) sendet, stimmt einige Marktbeobachter misstrauisch.

Tesla mit Ladehemmung

Lieferengpässe sind in der jungen Historie des Börsenlieblings nichts Neues. Bereits vor gut einem Jahr verfehlte Tesla die selbstgesteckten Ziele und seitdem geriet Musk wegen seiner zu ambitiösen Vorgaben immer wieder in die Kritik. Doch die Schuld sucht der Multimilliardär gerne bei anderen: mal sind es Zulieferer, mal die Batterien oder die Autopilot-Hardware, die die Produktion hinken lassen. Was Tesla fehlt, ist das Know-How und die jahrzehntelange Erfahrung “altmodischer” Autobauer wie BMW oder VW, bei denen Engpässe trotz viel höherer Volumina kaum vorkommen.

Der Volks-Tesla soll’s richten

Obwohl Elon Musk’s Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 65 Milliarden Dollar mittlerweile mehr wert ist als BMW, macht Tesla noch keinen Cent Profit. Die Münchener sind dagegen mit einem Gewinn von 6,9 Milliarden Euro (2016) hoch rentabel und verkauften rund 30 mal so viele Autos wie der E-Auto-Pionier. Keine gesunde Basis, doch wie so oft, wird an der Börse die Zukunft gehandelt. Investoren glauben an Musk, seine Visionen und den durchschlagenden Erfolg des “Model 3”, dem ersten Mittelklassewagen der Amerikaner.

Am Freitag sollen die ersten Volks-Teslas vom Band rollen. Angesichts der 400.000 Vorbestellungen für den rund 35.000 Dollar teuren Mittelklasse-Tesla dürfte Musk ziemlich unter Strom stehen. Der Erfolg des Model 3 könnte für Tesla zukunftsentscheidend sein, denn wenn der “Volks-Stromer” kein Verkaufshit wird oder Kunden zu lange auf ihre Bestellung warten müssen, gewinnen Hersteller der “Old-Economy” einen gewaltigen Vorsprung. Doch selbst wenn Model 3 liefern kann, zweifeln Insider an dessen kommerziellem Erfolg. Die große Frage lautet: wie kann Tesla mit günstigen Autos viel Geld in einem hart umkämpften Marktsegment verdienen, wenn dieses Kunststück nicht mal in der Oberklasse gelingt, in der Tesla quasi allein auf weiter Flur ist?

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Tesla: Das sollte Anleger misstrauisch machen!

Delivery Hero geht an die Börse: Verbrennen Sie sich nicht die Finger!

press-photos-office-reception (1)Und täglich grüßt…nein, nicht das Murmeltier, sondern ein neuer Börsengang. Nach Vapiano am Dienstag muss morgen Delivery Hero liefern. Zwei IPOs in einer Woche und dazu noch aus der gleichen Branche das ist in Zeiten, in denen sich immer weniger deutsche Unternehmen aufs Parkett wagen eher ungewöhnlich. Schätzungen zufolge gehen 2017 hierzulande insgesamt nur 15 Firmen an die Börse. Weltweit waren es dagegen allein im ersten Halbjahr über 772 Neuemissionen. Deutschland backt zwar kleinere Brötchen als der Rest der Welt, aber vielleicht die qualitativ besseren? Bis jetzt noch nicht. Nachdem der Aktienkurs des Börsenneulings Vapiano am Dienstag kurz hochkochte, fiel er im Handelsverlauf unter den Ausgabepreis und stagniert seitdem auf ähnlichem Niveau. Ob dem Essens-Lieferdienst Delivery Hero ein ähnliches Schicksal droht?

Der Rocket Internet Sprössling

Was haben die meisten Börsengänge dieser Tage miteinander gemein? Sie schreiben rote Zahlen. So auch Delivery Hero, eine Beteiligung des (ebenfalls defizitären) Start-up Investors Rocket Internet. Das 2011 gegründete Unternehmen hinter den bei Konsumenten eher bekannten Marken “Foodora”, “Pizza.de” und “Lieferheld” setzte im vergangenen Jahr knapp 300 Millionen Euro um und schrieb 200 Millionen Euro Verlust. So überrascht es auch nicht, dass ein Großteil der IPO-Erlöse von knapp einer Milliarde Euro nicht in den Ausbau des Geschäfts, sondern in den Abbau der Schulden gesteckt wird. Das ansich ist paradox. Ich dachte immer, man kauft Aktien, um vom Erfolg eines Unternehmens zu profitieren und nicht, um dessen Defizite zu kompensieren?

Ob Delivery Hero jemals den Hunger der Investoren stillen wird, ist fraglich. Das Erlösmodell des Lieferdienstes basiert auf Provisionen, die die Webseiten des Unternehmens von angeschlossenen Restaurants erhalten. Bestellt ein Kunde Pizza beim Italiener über Pizza.de, dann klingelt bei Delivery Hero die Kasse. Naja, das ist vielleicht etwas übertrieben, denn da Foodora, Lieferheld und Pizza.de als reine Essens-Vermittlungsplattform fungieren sind die Margen so gering, dass sich das Geschäft nur sehr knapp rechnet. Folglich lautet das Geheimrezept: Wachstum. Doch die teuer erkauften Marktanteile werden sich möglicherweise auf Dauer nicht rechnen, denn im Gegensatz zu anderen Branchen trägt “Größe” im Liefergeschäft nicht dazu bei, die Margen zu erhöhen. Das Geschäft mit den Online-Essensbestellungen ist ein wahrhaft hartes Brot.

Schlaraffenland oder Schlachtfeld?

Noch übler wird der Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass der Markt für Lieferdienste weder neu, noch einfach ist. Schon seit vielen Jahren buhlen Konkurrenten wie die britische (profitable!) Firma Just Eat oder das niederländische Unternehmen Takeaway (“Lieferando”) um die Gunst hungriger Kunden. Keine Frage: Mit der Bequemlichkeit vieler Städter lässt sich ordentlich Geldverdienen. Das haben aber auch mächtige Branchen-Neulinge wie Amazon oder Uber erkannt, die neben Paketen und Fahrgästen jetzt auch Essen bzw. Lebensmittel ausliefern und mit ihrer Marktmacht Neueinsteigern die Butter vom Brot nehmen könnten.

Gegessen wird immer. Geliefert auch?

Vielleicht. Das gilt allerdings nur für wirtschaftlich florierende Länder wie Deutschland. Denn wenn das Haushaltsgeld kaum ausreicht, um Lebensmittel beim Discounter zu kaufen, ist die Sushi-Bestellung ein utopischer Luxus. Das bedeutet für Liebhaber von “Foodie-Aktien”: Investieren Sie lieber in langfristig orientierte Marken mit soliden Geschäftsmodellen und schwarzen Zahlen, wie zum Beispiel Nestlé. Der boerse.de-Top-Defensiv-Champion ist diese Woche aufgrund der geplanten Verkäufe von Anteilen an L’Oreal in aller Munde und erzielte seit Jahresbeginn eine Rendite von 13,46 Prozent. Auch zählt die Nestlé-Aktie aufgrund ihres unterdurchschnittlichen Risikos und der attraktiven Gewinne quasi zum Inventar unserer Aktienbrief-Empfehlungen und bescherte treuen Lesern, die den 35 Empfehlungen gefolgt sind, im Mittel über 136 Prozent Kursgewinn. Sicher Sie sich noch heute Ihr Aktienbrief-Gratisexemplar und entdecken Sie die Aktien, die mehr “liefern”, als sie versprechen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Delivery Hero geht an die Börse: Verbrennen Sie sich nicht die Finger!

Inditex: Kann der Börsen- und Frauenliebling morgen liefern?

audience-1840941_960_720Ein objektiver Artikel über Inditex. Keine leichte Aufgabe für eine AutorIn! Während meiner Recherche befinde mich nämlich in einem permanenten Gewissenskonflikt zwischen “200 Euro auf zara.com vershoppen”, oder “200 Euro in Inditex-Aktien investieren”. Das spanische Modeimperium, das mit Marken wie Massimo Dutti, Bershka und Zara die Herzen der Damenwelt und Aktionäre gleichermaßen höher schlagen lässt, präsentiert morgen Zahlen der vergangenen drei Monate und wir wollen wissen: wie laufen die Geschäfte des boerse.de-Top-Defensiv-Champions Inditex?

Kleine Preise, große Gewinne

Eine Strategie, mit der “Industria de Diseño Textil S.A.” zum größten Textilhersteller der Welt geworden ist. Der spanische “Fast-Fashion”-Konzern weiß, was Frauen wollen und liefert gut kopierte Laufstegmode frisch von der Fashionshow direkt auf den Ladentisch. Zu einem Bruchteil des Preises, den die echten Designerstücke kosten, versteht sich. Endlich können modebewusste Kundinnen und Kunden die “Looks”, die in den aktuellen Mode- und Lifestylezeitschriften zu sehen sind, sofort zu erschwinglichen Preisen nachkaufen. Eine Versuchung, der auch ich oft nicht widerstehen kann…

Mit diesem Konzept ist der Spanier Amancio Ortega zur Unternehmerlegende, zum reichsten Mann Europas und viert reichstem Mann der Welt geworden. Sein Imperium umfasst derzeit acht Marken, zählt weltweit fast 7300 Boutiquen und ist in 93 Märkten vertreten. Eine unglaubliche Präsenz, die den schwedischen Konkurrenten H&M mit “nur” 4400 Geschäften in 66 Ländern wie ein Mauerblümchen aussehen lässt.

Auch in puncto Gewinn hat Inditex den Rivalen Hennes & Mauritz im vergangenen Jahr vom Fashion-Thron gestoßen: 3,16 Milliarden Euro Gewinn bleiben bei den Spaniern im Geschäftsjahr 2016/17 bis Ende Januar in der Kasse. H&M hatte im Jahr 2016 „nur“ zwei Milliarden Euro Gewinne gemacht.

Ein Mode-Märchen mit Happyend?

Die Inditex-Erfolgsgeschichte hat ihren Höhepunkt vermutlich noch lange nicht erreicht. Viele Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen in Q1 ein Wachstum von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erzielte und mit 650 Millionen Euro deutlich mehr verdiente als im Vergleichszeitraum 2016 (540 Millionen Euro). Eine Entwicklung, die auch die Anleger des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) freut, die direkt vom Kursgewinn der Inditex-Aktie von über 11 Prozent seit Jahresbeginn profitieren.

Meine Kollegen haben Inditex aber nicht aufgrund ihres ausgeprägten Modeinteresses in die Elite-Familie der zehn BCDI-Aktien gewählt, sondern weil die Aktie des spanischen Fashion-Imperiums hohe Kursgewinne und überdurchschnittliche Dividendenrendite bei gleichzeitig geringen Kursschwankungen aufweist. Qualitätsmerkmale, die nur echte Champions-Aktien auszeichnen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

boerse.de

 

Inditex: Kann der Börsen- und Frauenliebling morgen liefern?

Lufthansa: billiger ist nicht immer besser

pam-ann-first-crass1Psst…für die flotten Finger unter euch gibt’s heute Mittag um 13.00 Uhr ein ganz heißes Date mit eurer Lieblingsapp! Lufthansa veröffentlicht um diese Zeit Verkehrszahlen des vergangenen Monats. News, die die Aktie auf Wolke 7 katapultieren könnten. Konjunktiv! Bevor ihr jetzt vorschnell den Trade-Button drückt, schauen wir uns mal lieber die “ins and outs” des Überflieger-Papiers an.

Billig macht willig

Ticketkäufer ticken anders als Kunden anderer Branchen. In der Luftfahrt zählt momentan einzig und allein der Preis pro Flugstrecke. Den meisten Passagieren ist es völlig egal, ob die Stewardess irgendwie freundlich rüberkommt und einen im Ernstfall über die Notrutsche lotsen könnte, obs Gratis-Brötchen, oder wenigstens einen Plastikbecher Wasser gibt. Nein, wir wollen billig nach Malle. Und das notfalls auch mit Hamptidamti-Airways.

Die LH ist vielleicht nicht unbedingt ein Preisbrecher, hat aber zwei Mega-Trümpfe in der Hand, die der Kranich-Aktie in den vergangenen zwölf Monate ein Kursplus von über 60 Prozent bescherten: Ihre Monopolstellung auf vielen Strecken und das “langweilig” und herrlich beruhigende “Made in Germany”-Qualitätsimage. Doch ob die Lufthansa damit auch langfristig auf Steigflug bleiben wird?

Bruchpilot à la Airberlin…

Airberlin zeigt, wie’s nicht geht: die Billigairline steckt schon seit 2008 so tief in den Roten, dass ihr jetzt vielleicht sogar Vater Staat unter die Flügel greifen muss. Deutschlands zweitgrößter Airline fehlt ein “tragfähiges” Zukunftskonzept. Sie steht so schlecht da, dass jetzt sogar Großaktionär Etihad den Schleudersitz auslösen will: Die Araber planen den Verkauf ihrer 29,2 Prozent Airberlin-Anteile und was denkt ihr, welcher Aasgeier bereits über der sterbenden Beute kreist? Richtig: die Lufthansa.

…oder Ryanair-Highfly?

Der irische Preisbrecher ist in der Luftfahrtindustrie sowas wie Primark in der Modebranche: Ryanair ist billiger als billig und bietet Flüge zum Preis einer Jumbo-Pizza. Klar, dass die Maschinen bummvoll sind und sich CEO Michael O’Leary täglich seinen Jubo krault. Eine Bedrohung für die LH? Schon möglich, vielleicht aber auch nicht. Denn wer sagt, dass am Himmel kein Platz für zwei Hirsche ist? Primark hat es schließlich auch nicht geschafft, Zara und Co. aus dem Markt zu drängen, ganz im Gegenteil.

So ihr BUXies, jetzt sitzt ihr am Lufthansa-Knüppel: Rauf oder runter, welche Flugrichtung ist heute angesagt? Happy Trading!

Lufthansa: billiger ist nicht immer besser

Warum Apple Amazon und Google die Show stiehlt

Apple hat geliefert. Einen weiteren Pod. Die Endung mit den “drei Buchstaben” kennen wir zwar schon vom legendären “iPod”, doch auf der gestern eröffneten Entwicklerkonferenz WWDC betrat boerse.de-Champion Apple erstmals seit zwei Jahren Neuland: Ein smarter Lautsprecher namens HomePod soll die Produktpalette des iKonzerns erweitern.

“One last thing”…

Mit diesen Worten kündigte Apple-Chef Tim Cook die wahrscheinlich bedeutendste Produktpräsentation des Abends an. Wohl gewählt gegen Ende der Veranstaltung – für einen besseren dramaturgischen Effekt seiner Vorstellung. Der Applaus war Cook sicher, denn HomePod ist bei weitem das spannendste Gadget der neuen Äpfelchen-Ernte, wenn auch keine Innovation. Apple ist nicht der erste Hersteller intelligenter Speaker die aufs Wort gehorchen, Musik spielen, die Temperatur regeln und Fragen beantworten: Amazon und Google haben mit “Echo” und “Home” bereits ähnliche Geräte entwickelt, die ihren Besitzern dank intelligenter Spracherkennung das Leben erleichtern sollen.

Doch Apple wäre nicht Apple würde man sich mit einem einfachen “Nachmachprodukt” zufrieden geben. Nein, HomePod kann mehr! Genauer gesagt soll das Gerät die Musiknutzung zu Hause “revolutionieren” wie einst der iPod das Musikvergnügen unterwegs. Bis jetzt war Sonos der unangefochtene Marktführer raumfüllender und raumübergreifender Klänge, doch Apple’s Musikdose, die ihren Sound der Umgebung anpassen kann, soll selbst Bose Konkurrenz bieten können. Keine Frage: HomePod kommt spät, ist teurer als die Konkurrenzprodukte, hat aber dennoch das Potential, Amazon und Google zu übertönen. Sowohl technisch, als auch optisch.

… auf das die Welt gewartet hat?

Aber brauchen wir das wirklich? Wollen wir einen Lautsprecher-Kameraden im Wohnzimmer, der uns zuhört und wie Kritiker munkeln vielleicht sogar abhört? Zweifel an der Datensicherheit, die schon bei Amazons Spracherkennung “Alexa” laut wurden, sind ja auch nicht von der Hand zu weisen. Schließlich könnte der Lautsprecher auch als Empfangsgerät dienen und Apple zum “Big Brother”-Konzern werden lassen, der unser komplettes, häusliches Leben mitschneidet. Vermutlich werden die Vorteile intelligenter, auf Datensicherheit bedachter, “Home”-Lösungen aber dennoch überwiegen und in naher Zukunft in den meisten Haushalten eine Selbstverständlichkeit sein. Das hat Apple uns mit Produkten wie dem iPod und iPhone ja schon eindrucksvoll bewiesen.

(Zu) große Erwartungen

Apple Fans und Aktionäre sind schwer zu begeistern. Trotz zahlreicher weiterer Neuerungen wie einem frisch designten iPad, dem neuen iMac Pro und iOS 11 verlor der Aktienkurs des iKonzerns gestern rund ein Prozent. Unfair, schließlich hat Apple ein wahres Feuerwerk an Produktneuerungen vorgestellt, das für jeden etwas bereithält. Doch scheinbar überwiegen die Sorgen der Anleger, ob Apple sich endlich von seiner iPhone-Abhängigkeit befreien kann. Aber ist das überhaupt nötig? Die Smartphone-Sparte des Technologiekonzerns machte im abgelaufenen Quartal mit 33,25 Milliarden Dollar mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtkonzern sitzt inzwischen auf einem Gewinnberg von 256 Milliarden Dollar, die Apple-Aktie eilt von einem Rekordhoch zum nächsten und beglückte Investoren in den vergangenen zwölf Monaten mit rund 59 Prozent Rendite. Wie bei jedem erfolgreichen Unternehmen ist das Lager der “Experten” zweigeteilt: Apple-Fans versus Apple-Kritiker. Trotz allen Diskussionen sollten wir eines nicht vergessen: der boerse.de-Champion weiß, wie man Kunden begeistert. Eine Gabe, die sich für Apple und seine Aktionäre vermutlich noch lange bezahlt machen wird.  

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

 

Warum Apple Amazon und Google die Show stiehlt

Fielmann: Mit diesem Champion können Sie Kasse machen!

glasses-2211445_960_720Aktie? Fielmann! Das wäre doch auch ein schöner Slogan für unseren boerse.de-Top-Defensiv-Champion, der seinem Namen alle Ehre macht. Seit Jahresanfang verbuchte die Aktie der Optikerkette stolze 15,8 Prozent Rendite. Eine Performance, die auch bei uns im Haus die Korken knallen lässt, denn Fielmann zählt schon seit … Jahren zu den boerse.de-Champions-Aktien, die im BCDI-Zertifikat und BCDI-Aktienfonds vertreten sind. Höchststände bei Fielmann sorgen deshalb auch für strahlende Augen bei unseren Fondsmanagern und natürlich den BCDI-Anlegern. Heute versammeln sich die Aktionäre zur Hauptversammlung in Hamburg. Eine gute Gelegenheit, einen Blick auf das Unternehmen zu werfen.

Günther Fielmann: Der Unternehmensgründer mit Durchblick

Während sich seine Manager in den Ruhestand verabschieden, bleibt der 77-jährige Patriarchat und Firmengründer Fielmann noch ein paar Jahre treu. Erst kürzlich erneuerte er seinen Vertrag bis 2020 und überlässt Sohn Marc (27) bis dahin lediglich das digitale Spielfeld. Fielmanns Thronfolger muss sich seine Sporen eben erst noch verdienen, so wie Vater Günther es in den 70er-Jahren vorgemacht hat. Damals revolutionierte Fielmann mit seinem Filialsystem, günstigen Gestellen und Gläsern die gesamte Optikerbranche und sicherte sich mit dieser Strategie den höchsten Marktanteil. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: Auch 2016 behauptete Fielmann einen Absatzmarktanteil von 53 Prozent und einen Umsatzmarktanteil von 21 Prozent für sich und gilt in der Branche als europäischer Marktführer.

Weitsicht macht sich bezahlt

Natürlich hat sich in den vergangenen 30 Jahren einiges verändert. Vor allem das Internet und die zunehmende Konkurrenz von Online-Händlern wie Mister Spex, Owl Optics oder Brille24 hat die Optiker-Branche umgekrempelt. Kunden bestellen neue Gläser und Gestelle mittlerweile lieber online als in den Ladengeschäften. Das spart Zeit und häufig auch Geld. Ein Trend, auf den auch Fielmann reagieren muss. Junior Marc, verantwortlich für die Marketingabteilung und digitale Entwicklung des Unternehmens, leitet ein internationales Forscherteam (“Fielmann Ventures”), das Technologien aufspüren soll, die die Branche in den kommenden Jahren verändern werden. Hoffnungsträger sind dabei Bestell-Apps und die Online-Zentrierung von Brillengläsern. Kunden müssten dann nicht mehr in die Filiale kommen, sondern könnten Augenabstand und Einschleifhöhe vom heimischen Schreibtisch aus bestimmen lassen.

Zahlen, die sich sehen lassen können

Auf der heutigen Hauptversammlung gab Fielmann bekannt, zum zwölften Mal in Folge die Dividende zu erhöhen. Anteilseigner sollen 1,80 Euro je Aktie erhalten, was einer Steigerung von drei Prozent entspricht. Satte Kursgewinne plus eine stattliche Dividende: Ein 1+1 gratis-Angebot, das Kunden und Aktionären gefällt. Fielmann kann sich aufgrund der positiven Quartalszahlen der vergangenen drei Monate ein paar Cent mehr Gewinnbeteiligung durchaus leisten: Von Januar bis März verkaufte das Unternehmen 1,95 Millionen Brillen (Vorjahr: 1,87 Millionen). Der Gewinn vor Steuern stieg auf 60,6 Millionen Euro (Vorjahr: 54,1 Millionen Euro) und der Quartalsüberschuss nahm auf 43,0 Millionen Euro (Vorjahr: 38,3 Millionen Euro) zu.

Und die Aktie? Die erreichte im April mit 76,48 Euro einen neuen Höchststand und trug mit ihrer Rendite zum Gesamterfolg des boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) bei, in dem auch Fielmann vertreten ist. Hätten Sie vor drei Jahren in Fielmann investiert, so würde ihr Depot jetzt ein Plus von 37,8 Prozent verzeichnen. Hätten Sie sich dagegen für ein breiter gestreutes Investment wie den BCDI entschieden, in dem Fielmann zusammen mit neun anderen, besonders renditestarken und gleichzeitig risikoarmen Aktien gelistet ist, so könnten Sie sich jetzt sogar über einen Gewinn von 52 Prozent freuen! Eine langfristige Geldanlage, die sicher einen Blick wert ist…

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Fielmann: Mit diesem Champion können Sie Kasse machen!