Bitcoin: Heiße Gerüchte um Goldman Sachs

bitcoin-2730220_960_720Bitte ein Bit(coin)! Der – leicht abgewandelte – Werbeslogan ist momentan in aller Munde. Neben den Fans der Kryptowährung Bitcoin begeistern sich auch immer mehr institutionelle Anleger für digitale Währungen. Ein Trend, auf den jetzt auch die traditionsreiche Investmentbank Goldman Sachs reagiert. Beziehungsweise reagieren muss.

Wird Bitcoin jetzt seriös?

Anfang der Woche kursierte eine Meldung, wonach Goldman Sachs einen Einstieg in den Bitcoin-Handel erwägt. Die eher vage Stellungnahme der Großbank lautete: „Als Reaktion auf das Interesse von Kunden an digitalen Währungen, untersuchen wir, wie wir ihnen am besten in diesem Bereich dienen können.“ Ein Statement, das für mich eher nach Pflichterfüllung, als intrinsisch motiviertem Wunsch klingt. Allerdings regiert auch in der Bankenwelt das Gesetz von Angebot und Nachfrage und da immer mehr Investoren ein Stück vom Krypto-Kuchen abhaben wollen, kommt Goldman Sachs nicht darum herum, das begehrte Gut anzubieten.

Bitcoin, Ethereum und andere Cyberwährungen lösten in den vergangenen Monaten eine wahre Kauf-Hysterie aus, die schwer an die holländische Tulpenmanie von vor 380 Jahren erinnert. Kursgewinne von über 600 Prozent innerhalb der vergangenen 12 Monate, ein unreguliertes System, das keiner Bankenaufsicht unterliegt und die grenzenlose Gier vieler Anleger beflügeln das Krypto-Phänomen und bringen sogar Banken ins Grübeln: Handelt es sich bei Bitcoin & Co. um die Währung der Zukunft oder um eine Spielerei für Computerzocker?

Banken machen Feind zum Freund

Tatsächlich genießt Bitcoin nicht den besten Ruf. Die “Währung” ist – vereinfacht gesagt – ein von Computern erzeugter Datensatz, den Nutzer online miteinander austauschen oder digital in einem “Wallet” (virtuelle Geldbörse) speichern können. Ein wesentliches Kennzeichen aller Kryptowährungen ist ihre fehlende Regulierung. Keine Zentralbank, die über die Währung wacht, kein Finanzamt, das Bitcoin-Gewinne für sich beanspruchen kann. Alle Transaktionen sind völlig anonym und deshalb bestens zur steuerfreien Geldanlage, der Geldwäsche oder Abwicklung dubioser Internetgeschäfte geeignet. Zudem gelingt es Hackern immer wieder, Handelsplattformen zu “knacken” und Bitcoins in Millionenhöhe zu stehlen. Eine dubiose aber dennoch faszinierende, neue Währungs-Welt, die auch Banken anzuziehen scheint.

Eine Mischung aus Angst vor dem “großen Unbekannten” und Geldgier treibt Geldhäuser wie Goldman Sachs und sogar die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zum Einstieg in die Cyberwährung. Einerseits, weil das Thema “Digitalisierung” in der Bankenwelt immer wichtiger wird und Banken den bargeldlosen, schnellen Zahlungsverkehr vorantreiben müssen. Andererseits, weil traditionelle Geldinstitute in Zeiten der Nullzinsen auf der Suche nach neuen Einnahmequellen sind. Bitcoin könnte da eine willkommene Portfolio-Bereicherung darstellen. Nur über das “Wie” der Implementierung herrscht momentan noch Unklarheit. Goldman Sachs erwägt zwar die Einrichtung eines neuen Geschäftsbereiches, der den Handel mit Kryptowährungen im Kundenauftrag abwickeln könnte, ist sich aber auch darüber im Klaren, dass das negative “Darknet”- Image auf das Geldinstitut abfärben könnte.

Wer profitiert?

Während Banken noch darüber nachdenken, wie sie Bitcoin in ihr Tagesgeschäft integrieren können, verdienen sich Handelsplattformen wie Bitcoin Group schon jetzt eine goldene Nase. Die Bitcoin Group SE betreibt unter bitcoin.de eine der führenden, deutschen Trading-Plattformen, deren Erfolg oder Misserfolg direkt an den Erfolg der Cyberwährung gekoppelt ist. Parallel zur Bitcoin-Hausse gewann auch die Aktie der Bitcoin Group seit Jahresbeginn über 900 Prozent an Wert, musste aber in jüngster Zeit auch kräftige Rücksetzer aufgrund der stets schwankenden Nachrichtenlage hinnehmen. Mal prophezeien Insider das baldige Ende der Digitalwährung, mal stehen Bitcoin und Co. kurz vor dem Durchbruch zur etablierten Währung. Alles in allem bleiben sowohl Bitcoin als auch Bitcoin Group hochspekulative Investments, deren Zukunft selbst die gewieftesten Börsianern nicht vorhersehen können.

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Lufthansa greift sich Air Berlins Sahnestücke

bux.pngDas Dickschiff Deutsche Lufthansa schiebt sich heute mit einem geschmeidigen Plus von rund 1,5 Prozent an die Dax-Poleposition. Ich weiß, ich weiß, im Vergleich zu Bitcoin, Tesla, Netflix und anderen “Hot Stocks” hat die LH den Sexappeal einer Bundestagsabgeordneten, aber guckt euch mal diese Zahlen an!

1 Woche: + 2 %, 1 Monat: + 10 %, 6 Monate: + 53 %, 1 Jahr: +119 %

****, wäre ich bei der LH-Aktie doch schon vor ein paar Monaten eingestiegen! Doch noch gibts Hoffnung, BUXie. Insider munkeln nämlich, dass die Lufthansa noch für mehr kurstechnische Durchstarter gut sein könnte…
Miles & More
In Berlin wurde in den vergangenen Tagen nicht nur über die Zukunft der Bundesregierung entschieden, sondern auch über die der insolventen Air Berlin. Heute soll der Gläubigerausschuss – also die Leute, die die Insolvenz managen – beschließen, welche Übernahme-Interessenten im Bieterrennen bleiben und welche nicht. Eigentlich wollte die LH alle Flugzeuge, Strecken und rot-berockte Stewardessen an sich reißen, doch das fanden die Kartellbehörden nicht so dolle und beschlossen, die Torte zu teilen.
Schon am Donnerstag sickerte durch, dass vermutlich Lufthansa und Easyjet das Beste der Berliner abbekommen. Die LH casht sich zu einem Kaufpreis von rund 200 Millionen Euro etwa die Hälfte der Air Berlin-Flotte inklusive 3000 Mann Personal. Wie genau der Rest verteilt wird, entscheiden die Gläubiger bis 12. Oktober.
Bundesregierung spielt Buffett
150 Millionen investieren, elf Prozent Zinsen kassieren. Klingt nach einem Top-Deal, wie ihn sonst nur Finanzgenies wie Warren Buffett geregelt bekommen. Doch diesmal wird das Finanzamt zum Finanzguru: Weil die staatliche Förderbank Air Berlin 150 Millionen-Euro auf Pump gegeben hat, damit der Flugbetrieb trotz der Pleite weitergehen kann, macht Vater Staat beim Verkauf der Fluglinie jetzt ordentlich Kasse. Elf Prozent Zinsen plus eine Million “Bearbeitungsgebühr” spülen der deutschen Regierung angeblich sechsstellige Beträge in die Kasse..

Lufthansa vs. Wöhrl: Wer kriegt die Pleite-Airline Air Berlin?

dataretention-headerimage-v5Vom Modeunternehmer zum Airline-Besitzer: Das sind Ambitionen, die ich bislang höchstens Victoria Beckham, Boris Becker oder Donald Trump zugetraut hätte. Irrtum! Kein anderer als Hans Rudolf Wöhrl (69), seines Zeichens Modehausbesitzer, hat das Projekt “Fluglinie” auf seine Bucket-List gesetzt und gestern per Fax / Facebook 500 Millionen Euro für Air Berlin(solvent) geboten.

Warum auch nicht?

Beim Lesen der Pressemitteilungen werde ich das Gefühl nicht los, dass Hans Rudolf entweder ein genialer Greis ist, oder ein paar Trump-Gene intus hat. Am Sonntag erhöhte er sein Gebot von 1,00 Euro auf 500 Millionen Euro und facebookte: “Nein, wir wollen kein Schnäppchen machen, wir wollen keinen 1,00 € Deal”. Was will er dann? Wenig Airline für viel Geld? Hm.. weiter unten im Facebook-Post werden wir aufgeklärt: “Nein, wir wollen mein Versprechen einlösen, die wunderbare Air Berlin und die vielen Arbeitsplätze zu erhalten! (…) Wenn mir dies gelingen würde, dann wäre es das schönste Geschenk zu meinem 70. Geburtstag!“

*Heul*, so schön wie ein Rosamunde Pilcher Roman. Nur möglicherweise ohne Happy End, denn Wöhrl will nicht mal wissen, was er da kauft. Eigentlich bekommt jeder Bieter Einblick in die Geschäftszahlen der Pleite-Airline, doch Hans Rudolf hat den Antrag dafür nicht mal unterschrieben und ist somit quasi im Blindflug unterwegs.

Lufthansa: Nix “Deutscher Champion”?

Da die Bieterfrist noch bis Freitag dauert, haben Interessenten wie die Deutsche Lufthansa, Easyjet, TUI oder Condor jetzt noch ne Menge Zeit, um sich in Air Berlins Bilanz zu vertiefen und darüber nachzudenken, ob sie mit Wöhrl an Bord gehen wolle. Eines scheint nämlich schon jetzt klar zu sein: aufgrund von Wettbewerbsrichtlinien wird die LH Air Berlin wohl nicht als Ganzes schlucken dürfen, sondern nur einen Teil der Strecken, Maschinen und FlugbegleiterInnen. Sch…ade für unseren Bundesverkehrsminister, der die Lufthansa mit Steuergeldern so gerne zum “Deutschen Champion” gepäppelt hätte. Allein schon, um Billigfliegern wie Ryanair und Easyjet so richtig eins reinzuwürgen.

Aber ein Stück vom Kuchen ist besser als gar nichts und so bereitete sich die LH schon jetzt strategisch auf eine Übernahme der Air Berlin-Rotkäppchen vor: die Vorkehrungen zur Personalübernahme laufen auf Hochtouren und auch die LH-Aktie drehte dick ins Plus: +12,70 Prozent innerhalb der vergangenen vier Wochen! Also machts wie Hans Rudolf: Ran an den Knüppel und fett mitbieten!

Happy Trading!

Air Berlin oder: das große Fressen

das-grosse-fressen-27945841-fee8-4136-8219-a8b4af7b4085Als Kind habe ich das immer in den Tierfilmen gesehen, die ich statt Mickey Mouse gucken “durfte”: Kaum liegt ein verletzter Vogel am Boden, schon kreisen die Aasgeier über der Beute-to-be. Grausam und kein bisschen besser für die zarte Kinderseele, als die Maus mit den großen Ohren. Aber gut, so ist das Leben eben und auch beim aktuellen “Ausschlachten” der insolventen Air Berlin gehts blutig zur Sache. Und das gleich auf mehreren Schauplätzen:

Wirtschaft

Kaum hatte Hauptgesellschafter Etihad vergangene Woche bei Air Berlin den Dollar-Zapfhahn zugedreht, schon nahmen die Fressfeinde die Fährte auf. Der Pleitegeier, der sich momentan nur mit einem 150 Millionen Euro-Kredit der Bundesregierung in der Luft halten kann, ist ein echter Leckerbissen für Konkurrenten wie die Lufthansa, Easyjet, TUIfly und ein paar andere. Strange, denn wer hat schon Bock auf so ein abgemagertes Opfer mit zuletzt 1,2 Milliarden Euro Schulden auf den Rippen?

Niemand. Außer, der Happen wird filetiert. Genau das passiert momentan mit Air Berlin: Die Rivalen wittern heißbegehrte “Slots”, also Start- und Landerechte, die Air Berlin hat. Dazu noch ein paar Flieger und natürlich rote Lindt-Schokoherzen (dazu gleich mehr). Doch wer letzten Endes zuschlagen darf, entscheidet vor allem die…

Politik

Als heißester Interessent wird momentan die Deutsche Lufthansa gehandelt. Das zeigte sich schon vergangenen Dienstag, als die Air Berlin-Pleite bekannt wurde und die LH-Aktie um über fünf Prozent nach oben preschte. Deutschlands größte Airline will noch mehr Marktanteile und Maschinen an sich reißen und ein nationaler “Champion” werden. Hey, nicht so schnell! Bevor ihr euch literweise Tomatensaft mit Schuss eintrichtert und die LH-Aktie hortet, gibt’s noch einen Battle zu gewinnen: Politik vs. EU-Kommission.

Während die Bundesregierung Lufthansa als “Champion” extrem heiß findet, sieht die EU ein Airline-Monopoly eher kritisch. Slots statt Schlossallee ist ja schön und gut, nur sollte die nicht ein Spieler allein bekommen. Zu groß die Gefahr der Markt-Macht, die Preise steigen und Innovation verhindern könnte. Vermutlich wird’s also so laufen, dass Air Berlin häppchenweise verteilt wird. An wen die besten Stücke gehen, entscheidet sich wohl schon in den nächsten Wochen.

…und ebay

Einstweilen verticken Air Berlin-Vielflieger ihre (wertlosen) Meilen auf ebay und Souvenirs für Flug-Nostalgiker werden zu Höchstpreisen gehandelt. Ihr habt noch ein ranziges Air Berlin-Schokoherz im Reisekoffer? Gratuliere! Der aktuelle Auktionspreis beläuft sich auf süße 222 Euro pro Stück.

PS: Zu dem Preis bekommt ihr auch zwölf Lufthansa-Aktien. Ohne Verfallsdatum.

Happy Trading!

Alibaba: Morgen kommt die Katze aus dem Sack

Chinese-Cat.jpgMensch, verdammt. Jetzt wollte ich als total ambitionierte Autorin Alibaba auch mal ausprobieren, bevor ich darüber schreibe. Doch was soll ich sagen? Die chinesische Handels *slash* Kommunikations *slash* Cloudplattform macht mir einen Praxistest echt nicht leicht.

Angefangen mit meinem vergeblichen Versuch auf alibaba.de (ein türkischer Joghurtgetränke-Hersteller) Kabel zu kaufen, bis hin zum, naja, langwierigen Shoppingerlebnis auf Alibabas aliexpress.com, machte Babas-Shoppingimperium auf mich einen eher exotischen Eindruck.

Alibaba muss liefern. Morgen.

Während ich bei aliexpress.com ganze 28-56 Tage auf mein “Lange Typ Telefonkabel rein” (oder schlicht und einfach: Telefonkabel) warten müsste, das dann kostenfrei im “ordinary Kleine Paket plus” aus China geshippt wird, muss Alibaba schon morgen liefern. Quartalszahlen – pünktlich und in Top-Qualität, versteht sich.

Die Erwartungen an den chinesischen Giganten mit über 50.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Dollar sind hoch. + 31 Prozent mehr Gewinn als im Vorjahreszeitraum, + 55 Prozent mehr Umsatz – das sind Promille, die sonst nur im Schnapsregal zu finden sind. Wenn der Online-Multi zahlentechnisch irgendwo darunter liegt, könnten die Profi-Trader in den SSV-Modus wechseln und das wars dann erstmal mit der Kursrakete!

Glückskekse

Chill: Wahrscheinlich hat Ex-Mathelehrer und Firmengründer Jack Ma alles richtig gemacht. Gut, Alibaba hat verdammt viel Verwechslungspotenzial mit Amazon, doch der Lucky-Mix aus Commerce, Cloud und Content ist einfach so hot wie die “3 Herrlichkeiten” auf dem Mittagsmenü meines Liefer-Chinesen.

Statistiken behaupten, dass die Anzahl chinesischer Onlineshopper im vergangenen Jahr um 41 Prozent zugenommen hat und Alibaba kräftig am E-Commerce-Trend im Land des Lächelns mitprofitieren wird. Eine Cloudplattform für virtuellen Speicherplatz und gehostete Software (AliYun), ein Filmstudio, diverse Shops sowie ein Payment-Provider tragen alle zu Alibabas zweistelligem Gewinnwachstum bei.

Die Aktie läuft im Gleichschritt mit: Allein in diesem Jahr stieg der Kurs der Baba-Aktie um 57 Prozent. Seit ihrem Mega-Börsengang 2014, der sogar noch fetter war als der von Facebook, gabs + 82,46 Prozent aufs Depot. Ich sage nur: Ab in den Warenkorb, die Ali-Aktie!

Trump spuckt Feuer, Gold gibt Gas

10914554_340c184857_zFire and Fury! Trump twittert “World of Warcraft”-Slogans und fühlt sich dabei scheinbar immer noch wie zu Zeiten seiner TV-Show “The Apprentice”. Als Showmoderator beendete er jede Sendung mit den Worten “You’re fired!”, scheinbar eine seiner Lieblingsparolen, die er momentan allerdings im falschen Kontext gebraucht.

Krieg ist kein Game und die Welt fürchtet, dass Trump mit seinen Machtspielchen gegen Nordkorea die politische Sicherheit rund um den Globus gefährden könnte. Und was hat das jetzt mit uns zu tun? Alles! Denn die Börse ist “das größte Spiel der Welt”, das bestimmten Regeln folgt. Eine davon lautet:

Play safe

Sobald Zeitungen irgendwas von “Krise”, “Konflikt” oder sogar “Krieg” schreiben, reagieren Börsianer wie die Lemminge, werfen reihenweise ihre Aktien über Bord und flüchten ins Gold. Das ist kein finanzieller Selbstmord, sondern Selbstschutz, denn Unternehmensanteile könnten in Krisenzeiten an Wert verlieren. Gold dagegen nicht. Weil es so selten und deshalb begehrt ist, wird das Edelmetall immer teuer bleiben.

Aktien runter, Gold rauf

Oder noch teurer werden! Der Preis pro Feinunze (entspricht in etwa 13 Goldbären) liegt momentan bei rund 1.286 Dollar, Tendenz steigend. Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis elf Prozent zugelegt und das sogar, obwohl Aktien 2017 enorm angesagt waren und es in den USA endlich wieder Zinsen auf Sparbuch & Co. gibt. Und wenn Trump weiter so abgeht, könnte das Edelmetall erst so richtig zünden.

Dicke fette Blockchain-Kette

BlingBling um den Hals ist sooo last season…Blockchains sind das Must-have dieser Tage! Die verketteten Datensätze der Digiwährung Bitcoin besitzen zwar keine inneren Werte, könnten aber möglicherweise trotzdem zum  “sichere Hafen” der Millenials werden. Im Gegensatz zu anderen Währungen existiert Bitcoin in einer nicht-regulierten, virtuellen Parallelwelt, die weitgehend frei von politischen Einflüssen ist.

Wenn – worst case –  alles den Bach runtergeht, dann haben wir immer noch ein paar BTC im digitalen Wallet, die momentan mit rund 3.490 Dollar pro Stück mehr als doppelt so teuer sind, wie eine Feinunze Gold.

Alte Werte oder Krypto-Gold? Was ist euer “safe haven”?

Nordex überrascht: Ist das der Startschuss für die Kursrakete?

windack-394544_960_720Rückenwind für die Nordex-Aktie: Überraschend gute Halbjahreszahlen wehen den Anleger-Liebling heute auf Kurs Nord-Ost. Der Windanlagenhersteller generierte zwischen April und Juni rund ein Prozent mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum, was einem Erlös von 1,5 Milliarden Euro entspricht. Eine sanfte Brise, die auf dem Börsenparkett mit stürmischem Applaus gefeiert wird: Die Nordex-Aktie gewann zu Handelsbeginn zeitweise über fünf Prozent an Wert.

Leicht übertrieben? Vielleicht, doch an den Märkten spielen Erwartungen oft eine größere Rolle, als Fakten. Im Fall von Nordex hatten die meisten Experten mit rückläufigen Erlösen gerechnet und aufgrund der geringen Erwartungshaltung wird das einprozentige Umsatzplus als positive Überraschung gewertet.

Ebenso pessimistisch (und falsch) waren die Prognosen in puncto Auftragslage und Gewinn: Zwar blieben mit 114,5 Millionen Euro unterm Strich 14 Prozent weniger in der Kasse, als im Vergleichszeitraum 2016, doch das war immer noch mehr, als man erwartet hatte. Auch der Auftragseingang lag mit 572 Millionen Euro über den Schätzungen. Tief pokern und anschließend groß auftrumpfen ist eine Strategie, die sich rendite-technisch also durchaus bezahlt machen kann…

Wie ein Fähnchen im Wind

Doch die Windrichtung kann sich für Nordex auch ganz schnell wieder drehen, wie die ausgeprägte Volatilität des Aktienkurses beweist. Zwischen ihrem Jahreshoch von 108 Euro pro Anteilsschein (2001) und der momentanen Bewertung von rund 12,40 Euro liegen Welten und Anleger mussten sich in den vergangenen Jahren gleichermaßen auf Flauten und Tornados einstellen. Erst im Februar brach nach einer Gewinnwarnung der TecDax-Aktie ein wahrer Verkaufs-Sturm los, der die Nordex-Aktie innerhalb von zwei Tagen um 30 Prozent einbrechen ließ. Auf Jahressicht verlor das Papier satte 44 Prozent an Wert. Da ist der heutige Tagesgewinn nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Generell profitieren Windanlagen-Hersteller wie Nordex natürlich von der Energiewende und dem weltweiten Trend zum Ökostrom, doch die Branche stößt an ihre Wachstumsgrenzen und leidet unter einem zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck.

Die Solarworld-Pleite macht zudem deutlich, dass das Geschäft mit regenerativen Energien trotz des Klimawandels kein Erfolgsgarant auf Lebenszeit ist. Politische Turbulenzen, die verschärfte (Billig-)Konkurrenz aus Asien und die Konsolidierungswelle in der gesamten Branche machen Wind-Anlagen zu einer wackeligen Angelegenheit.

Windrad XL

Nordex-Chef Krogsgaard will den Anlagenbauer jetzt auf Profit trimmen, das Service-Geschäft ausbauen und das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Zum Beispiel durch die Erschließung windarmer Gebiete. Nordex stellt derzeit rund 40 Prozent seiner Turbinen in Süddeutschland auf und erobert damit ein Gebiet, das für viele Konkurrenten uninteressant ist. Nordex hat spezielle “Riesenräder” entwickelt, die sogar bei wenig Wind ordentlich Output liefern. Ein Wettbewerbsvorteil, der Nordex in den kommenden Jahren Rückenwind verschaffen könnte.

Minus 44 Prozent seit Jahresbeginn. Eine Negativ-Rendite der Nordex-Aktie, die “weh tut”. Wie wärs dagegen mit Plus von 41 Prozent im Depot? Eine Top-Rendite, die der  boerse.de-Champions-Defensiv-Index BCDI seit seinem Börsenstart am 1. Juli 2014 verbuchen konnte. Und das bei weit geringeren Rückschlägen als Nordex, wie Sie im Vergleichsdiagramm boersedeProfiChart__29c70baa04884626cc3f30dbf92606besehr eindrucksvoll erkennen können. Das Nordex-Papier steckt voll Überraschungen und ist nur etwas für spekulativ orientierte Anleger, denn wie sagt man doch so schön: “Wer Wind sät, wird Sturm ernten”.

 

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Fuchs Petrolub: Top Zahlen, Top Ausblick

7028Unsere erfahrenen boerse.de-Aktienbrief-Leser profitieren heute von einem klaren Heimvorteil: Die Fuchs Petrolub-Aktie, von der viele Börsianer vielleicht noch nie gehört haben, zählt schon seit Jahren zum Eliteclub der Champions-Aktien und was soll ich sagen? Meine Kollegen aus der boerse.de-Aktienbrief-Redaktion hatten mal wieder den richtigen Riecher. Der Schmierstoffhersteller präsentierte heute Morgen glänzende Halbjahreszahlen und hängt die Latte für das Gesamtjahr 2017 noch höher.

Läuft wie geschmiert!

Die Erlöse dürften 2017 nun zwischen sieben und zehn Prozent wachsen, teilte das im MDax notierte Unternehmen mit. Zuvor war das Management von einem Plus zwischen vier und sechs Prozent ausgegangen. Die Fuchs-Familie hat auch allen Grund, um ein wenig an der Prognoseschraube zu drehen, denn umsatztechnisch laufen die Geschäfte wie geschmiert und das Mannheimer Unternehmen erwirtschaftete mit 1,25 Milliarden Euro zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem das starke, sieben prozentige Wachstum in Asien, Amerika und Afrika lässt die Kasse des Mineralöl- und Chemiekonzerns (und die der Aktionäre) klingeln.

Aktie geht ab

32,73 Prozent Rendite innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Ein Plus von 342,85 Prozent seit 2007. Immer neue Rekord-Hochs, wie zuletzt Mitte Juni, unterdurchschnittliche Rücksetzer. Das sind die Merkmale, die einen Aktienbrief-Champion auszeichnen. Denn im Gegensatz zu vielen spekulativen Aktien mit einer ähnlichen 12-Monats-Rendite wie z.B. Aixtron oder Paion verläuft der Kurs der Fuchs Petrolub-Aktie “wie am Schnürchen” himmelwärts. Die Ursache für die stetig steigende Rendite liegt auf der Hand: Fuchs Petrolub punktet mit einem grundsoliden Geschäftsmodell, einer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte und guten Wachstumsperspektiven.

Die Fuchs-Familie

Wer Motoröl (wie ich) lieber nachfüllen lässt, anstatt selbst zum Kanister zu greifen, hat von Fuchs Petrolub vielleicht noch nie gehört. Das ist verzeihlich, zumal das Familienunternehmen vor allem Industrie-Schmierstoffe produziert. Fuchs Petrolub hat mehr als 10.000 Produkte für alle Lebensbereiche im Programm und beliefert unter anderem Automobilhersteller, Stahlunternehmen und die Landwirtschaft. Ein Konzern, der weit weniger “glamourös” als die Elektroauto-Schmiede Tesla, das Geister-Startup SnapChat oder der Actionkamera-Hersteller GoPro ist. Doch der “Charm” vieler Unternehmen wird oft überbewertet und macht Anleger blind für die Mauerblümchen auf dem Börsenparkett, die häufig eine weit bessere Performance hinlegen, als so manche “hippe” Aktie.

Wir haben neben Fuchs Petrolub noch 99 weitere, “heiße” Champions-Aktien für Sie herausgefiltert, die auch in turbulenten Zeiten wie diesen durch herausragende Renditen und geringe Risiken glänzen. Welche das sind, verraten wir Ihnen im brandneuen boerse.de-Aktienbrief. Ihr Gratisexemplarliegt schon für Sie bereit!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Deutsche Bank: Sechs, setzen

bank-2291233_960_720.jpgDer Deutschen Bank gelang heute Morgen die Mega-Überraschung: Das Geldinstitut verzwanzigfachte seinen Gewinn im zweiten Halbjahr auf 466 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum 2016 waren es nur 20 Millionen Euro. Selbst einige Analysten rieben sich bei diesen Zahlen vermutlich die Augen, denn die Marktbeobachter hatten mit einem Gewinn nach Steuern von nur 273 Millionen Euro gerechnet.

Mehr ist nicht genug

Übertroffene Erwartungen sind eigentlich der Stoff, aus dem Börsianer-Träume gestrickt sind und stehen meist Garant für ein anschließendes Kurs-Feuerwerk. Doch die Party lässt heute auf sich warten: Die Aktie der Deutschen Bank verlor zu Handelsbeginn zeitweise über vier Prozent an Wert. Für den unerwarteten Kursrückgang gibt es mehrere Gründe:

Zum einen fiel das Ergebnis im Vergleich zum ersten Quartal, in dem die Deutsche Bank einen Überschuss von 878 Millionen Euro und einen Gewinn von 575 Millionen Euro ausweisen konnte, eher schmächtig aus. Zum anderen senkte das Geldinstitut mit Hilfe der “Tiefstapel- Strategie” erst die Markterwartungen, um sie anschließend selbst zu übertreffen. Eine Taktik, die bei den Börsianern gar nicht gut ankommt. Sicher gab es auch zu Ihrer Schulzeit einen Klassenkameraden, der nach jeder Mathearbeit unkte: “ohje, diesmal hab ich echt nichts gewußt”. Nur, um Tage später grinsend eine Eins in den Händen zu halten. Ähnlich unbeliebt macht sich heute die Deutsche Bank, die vor ein paar Wochen die eigentlich noch höher liegenden Erwartungen der Analysten gedämpft hatte und deshalb heute “überraschend” gut dasteht.

Das Gewinnplus wird zudem von sinkenden Gesamteinnahmen in den vergangenen sechs Monaten überschattet, die um ein Zehntel auf 6,6 Milliarden Euro einbrachen. Schuld daran war das rückläufige Geschäft mit Aktien und Wertpapieren. Die Märkte ware wenig volatil und genau darin liegt das Problem: Je ruhiger der Handel, desto weniger Gebühren kassieren die Geldinstitute. Ein Problem, mit dem die Deutsche Bank nicht alleine dasteht. Auch die US-Kollegen Goldman Sachs und Morgan Stanley verzeichneten erhebliche Einbußen im Wertpapier-Geschäft.

Das Schlimmste ist überstanden

Trotz der gegenwärtig getrübten Stimmung dürfen wir aber nicht vergessen, dass der Deutsche Bank-Chef John Cryan schon einiges an Aufräumarbeit geleistet hat. In den vergangenen Jahren kämpfte sein Geldinstitut mit unzähligen, juristischen Baustellen, die der DB Milliardenverluste bescherten. Darunter Manipulations-Vorwürfe, zweifelhafte Hypothekengeschäfte und Schummelsoftware. Ein Großteil der kostspieligen Prozesse ist mittlerweile ausgestanden und die Großbank kann sich wieder auf ihre Neuausrichtung konzentrieren. Das Kreditinstitut, das aufgrund seiner großzügigen Boni- und Managementgehälter immer wieder für Schlagzeilen sorgte, hat den Gürtel enger geschnallt. Die Hälfte der geplanten Stellenstreichungen ist inzwischen umgesetzt und 177 der insgesamt 188 betroffenen Filialen wurden seit Jahresbeginn geschlossen. Dank dieser Maßnahmen sanken die Kosten im ersten Halbjahr um sechs Prozent. John Cryan sieht 2017 als “Übergangsjahr”, wenn auch unter “deutlich besseren Vorzeichen” als in der jüngsten Vergangenheit. Die Deutsche Bank-Aktie spiegelt das Wechselbad der Gefühle sehr deutlich wider. Während für den Zeitraum von drei Jahren -31,67 Prozent Kursverlust zu Buche stehen, gewann das Wertpapier innerhalb der vergangenen zwölf Monate 38,85 Prozent an Wert.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Aufgeflogen! Die geheimen Dates der Autobauer

minivan-datenight2Fragt man einen Inder, Australier, Russen oder Eskimo, was ihm zum Thema “Deutschland” so in den Sinn kommt, dann lautet die Antwort wahrscheinlich: “Oktoberfest”, “Bier” oder “Autos”. Anno 2017 könnte das Aushängeschild der deutschen Industrie jedoch gegen einen anderen Begriff ersetzt werden. Wie wärs denn zum Beispiel mit “Betrug”, “Kartell” oder “Skandal”?

La Famiglia

“Gruppenarbeit” ist ja eigentlich was Schönes. Schon in der Schule wird man dazu gezwungen, in Vierer-Grüppchen abstrakte Text-Collagen zu schnippeln oder so. Auch die fünf aus der letzten Bank der Autobauer (Daimler, VW, BMW, Porsche und Audi) sollen sich an einem Gesamtkunstwerk versucht haben. Wie der “Spiegel” am Freitag berichtete, könnte die gesamte deutsche Autoindustrie seit Jahrzehnten geheime Meetings veranstaltet haben, um so Sachen wie Technik, Zulieferer und Kosten miteinander abzustimmen.

Im Unterricht fördert das die Sozialkompetenz, in der Wirtschaft sind Absprachen dagegen total asozial. Und verboten! Vor allem, weil sie einen fairen Wettbewerb verhindern, die Marktpreise manipulieren und Autokäufer letzten Endes dafür blechen dürfen.

“Qualität” Made in Germany?

Das war einmal… Alles sieht danach aus, als ob wir unserem Saubermann-Image langsam Lebewohl winken müssen. Die deutsche Vorzeige-Industrie hat schon unter Dieselgate gelitten, aber bis vor ein paar Tagen ahnte niemand, dass hinter den Schummeleien, die bei VW, Daimler, Audi oder BMW aufgedeckt wurden, kollektives, knallhartes Kalkül steckt.

Wichtige Vertreter der Autohersteller trafen sich anscheinend regelmäßig und das nicht, um die heißesten Lack-Farben dieses Sommers zu diskutieren oder sich selbst zu feiern, sondern um Manipulationen à la Dieselgate auszuhecken. So könnte es sein, dass sich die Big Boys auf kleine, dafür aber billige “AdBlue”-Tanks einigten, deren Volumen nicht ausreicht, um Stickoxide dauerhaft von giftigen Stoffen zu befreien. Wenn das wahr ist, haben die Autohersteller über Jahre hinweg vorsätzlich Umweltbehörden und Verbraucher getäuscht.

Insider rechnen damit, dass geprellte Autokäufer und Jungs, die das schnelle Geld wittern auf einer gigantischen Klagewelle mitsurfen werden, die die Hersteller Milliarden kosten könnte. Vom unbezahlbaren Imageschaden mal ganz zu schweigen. *Überraschung*! Auto-Aktien sind heute ganz klar die Looser des Tages. How low can you go? Happy Trading!