L’Oreal: Beast dumpt Beauty

Beauty-and-the-Beast-Emma-Watson-Josh-Gad-Man-RepellerDie L’Oreal-Aktie schimmert mit derzeit 4,3 Prozent Plus glamouröser als mein essie “jazzy jubilant” Glitzer-Nagellack. Und warum? Weil ein gewisser Daniel L. genug Geld hat, um sich bei Nestlé einzukaufen und statt erstmal eine Tasse Nespresso zu trinken, sofort die L’Oreal-Anteile der Schweizer auf die Verkaufsliste setzt. Mensch ihr Amis, so ein bisschen Schweizer Gemütlichkeit würde euch manchmal auch nicht schaden!

Who the f*** is Daniel Loeb?

Wir BUXis dürfen wenn nötig lästern. Das ist schön, denn so ein amerikanischer Multimilliardär, der mit seinem Hedgefonds “Third Point” nach Europa pilgert und auf der Suche nach einer neuen Goldmine Unternehmen umkrempelt, ist für mich echt kein Rolemodel. In seiner Mission, den Nahrungsmittelkonzern Nestlé auf Erfolgskurs zu trimmen ist Mr. Loeb mit “Third Point” ziemlich agro unterwegs. Sein Fonds investiert 3,5 Milliarden Dollar in die Schweizer und hält damit schlappe 1,25 Prozent am Unternehmen.

Jeder Börsen-Newbie kann sich denken, dass man mit einer vergleichsweise kleinen Beteiligung nur kleine Brötchen backen kann. Doch Daniel Loeb geht die Sache politisch an: Er will Nestlé dazu bringen, L’Oreal Anteile im Wert von geschätzten 44 Milliarden Euro zu verticken. Wie?

Au revoir, L’Oreal

Indem er die Nestlé-Aktionäre auf seine Seite zieht. Das ist gar nicht so schwer, denn die Jungs und Mädels schieben Frust. “Ihr” Konzern verfehlt seit Jahren die eigenen Wachstumsziele und außerdem passt “Beauty” auch überhauptgarnicht zu “Nahrungsmittelkonzern”. Argumente, mit denen Daniel wahrscheinlich den Nerv der Nestlé-Anleger treffen wird und dann steht dem Verkauf von L’Oreal nichts mehr im Wege.

Die Kosmetik-Aktie geht schon mal ab wie geschmiert und erreicht heute mit rund 196 Euro pro Stück ein neues Alltime-High. Na dann mach ich mal einen auf Daniel-Dicke-Hose und sichere mir einen Unternehmensanteil “weil ich es mir wert bin”. Yeah! Happy Trading!

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Airbus über den Anden: Milliardendeal mit Viva Air Perú

9ba05a9a9174ef0160628914f696a9e2Diese Woche rollen ausnahmsweise mal so richtig dicke Brummer über den Pariser Runway. Dior, Chanel, Valentino und Size Zero war gestern – ab heute stehen die Schwergewichte von Airbus und Boeing im Rampenlicht! Und zwar auf der…

Paris Air Show

Alle zwei Jahre trifft sich das Who-is-Who der Szene zur weltweit größten Luft- und Raumfahrtmesse in Paris um sich selbst und die Highlights der internationalen Flugzeugindustrie zu feiern. Das Motto der Party: Größer, schneller, teurer. Riesige Boeings, Kampfjets, Militärtransporter, japanische Seeraumüberwachungsflugzeuge und andere Gadgets gibt’s zu bestaunen. Ein echtes Highlight für Jet(set)-Voyeuristen, Geheimagenten und natürlich die Einkäufer von Airlines, die mit dicken Portemonnaies auf Shoppingtour gehen.

Kleine Kolumbianer, große Deals

Die Headline “Milliarden-Order: Billig-Peruaner kaufen bei Airbus” gab der Airbus-Aktie heute gleich mal über 2 Prozent Rückenwind. Laut Flug-Fachpresse will die Newcomer-Airline Viva Air Perú insgesamt rund 45 Kurz- und Mittelstrecken Flugzeuge bestellen. Kostenpunkt: Geschätzte fünf Milliarden US-Dollar. Ein hübsches Sümmchen und ich frage mich: Woher hat Viva Air mit einer momentanen Flottenstärke von zwei (!) Flugzeugen, die erst seit Februar ihre Zulassung hat, umgerechnet rund 16,362,500,000.00 PEN (Peruanische Sol)?

Kautabak? Kaffee? Coca? Nein. Die Wikinger von Irelandia Aviation rieben sich ein paarmal das Näschen und hatten eine geniale Idee: Peru braucht eine Billigairline. Geld ist dabei nicht so ein Issue, denn Irelandia Aviation steckt hinter Lowcost-Legende Ryanair- der Cashcow über den Wolken.

Große Maschine, große Probleme

So, jetzt könnte die Airbus-Crew eigentlich ne dicke Zigarre rauchen und wieder nach Hause fliegen. Fetten Deal in der Tasche und au revoir! Doch leider gibts momentan ziemlich Stress mit dem Dickschiff der Lüfte, dem A380. Das 433 Millionen Dollar teure Prestigeobjekt aus dem Hause Airbus entwickelt sich zum Ladenhüter, den sich nur noch gut betuchte Araber leisten können und wollen. Zu groß, zu teuer, zu unflexibel. Die Luftschiffe sind wie ein Jumpsuit: eigentlich stehen sie niemandem so richtig. Doch statt das Ding aus dem Regal zu nehmen, versucht Airbus dem A380 die Flügel zu stutzen. Der neue Look spart Kerosin und soll das Luftschiff auf Erfolgskurs trimmen.

Die Airbus-Aktie läuft schonmal ganz gut: seit Jahresbeginn gings über 18 Prozent nach oben. Also BUXies: Jetzt einchecken und Happy Trading!

Lufthansa: billiger ist nicht immer besser

pam-ann-first-crass1Psst…für die flotten Finger unter euch gibt’s heute Mittag um 13.00 Uhr ein ganz heißes Date mit eurer Lieblingsapp! Lufthansa veröffentlicht um diese Zeit Verkehrszahlen des vergangenen Monats. News, die die Aktie auf Wolke 7 katapultieren könnten. Konjunktiv! Bevor ihr jetzt vorschnell den Trade-Button drückt, schauen wir uns mal lieber die “ins and outs” des Überflieger-Papiers an.

Billig macht willig

Ticketkäufer ticken anders als Kunden anderer Branchen. In der Luftfahrt zählt momentan einzig und allein der Preis pro Flugstrecke. Den meisten Passagieren ist es völlig egal, ob die Stewardess irgendwie freundlich rüberkommt und einen im Ernstfall über die Notrutsche lotsen könnte, obs Gratis-Brötchen, oder wenigstens einen Plastikbecher Wasser gibt. Nein, wir wollen billig nach Malle. Und das notfalls auch mit Hamptidamti-Airways.

Die LH ist vielleicht nicht unbedingt ein Preisbrecher, hat aber zwei Mega-Trümpfe in der Hand, die der Kranich-Aktie in den vergangenen zwölf Monate ein Kursplus von über 60 Prozent bescherten: Ihre Monopolstellung auf vielen Strecken und das “langweilig” und herrlich beruhigende “Made in Germany”-Qualitätsimage. Doch ob die Lufthansa damit auch langfristig auf Steigflug bleiben wird?

Bruchpilot à la Airberlin…

Airberlin zeigt, wie’s nicht geht: die Billigairline steckt schon seit 2008 so tief in den Roten, dass ihr jetzt vielleicht sogar Vater Staat unter die Flügel greifen muss. Deutschlands zweitgrößter Airline fehlt ein “tragfähiges” Zukunftskonzept. Sie steht so schlecht da, dass jetzt sogar Großaktionär Etihad den Schleudersitz auslösen will: Die Araber planen den Verkauf ihrer 29,2 Prozent Airberlin-Anteile und was denkt ihr, welcher Aasgeier bereits über der sterbenden Beute kreist? Richtig: die Lufthansa.

…oder Ryanair-Highfly?

Der irische Preisbrecher ist in der Luftfahrtindustrie sowas wie Primark in der Modebranche: Ryanair ist billiger als billig und bietet Flüge zum Preis einer Jumbo-Pizza. Klar, dass die Maschinen bummvoll sind und sich CEO Michael O’Leary täglich seinen Jubo krault. Eine Bedrohung für die LH? Schon möglich, vielleicht aber auch nicht. Denn wer sagt, dass am Himmel kein Platz für zwei Hirsche ist? Primark hat es schließlich auch nicht geschafft, Zara und Co. aus dem Markt zu drängen, ganz im Gegenteil.

So ihr BUXies, jetzt sitzt ihr am Lufthansa-Knüppel: Rauf oder runter, welche Flugrichtung ist heute angesagt? Happy Trading!

Bitcoin: Anlagechance oder Tulpenzwiebel des 21. Jahrhunderts?

Beim Begriff “Bitcoin” denke ich unweigerlich an dubiose Internetgeschäfte im grauen Niemandsland, an “Hacker-Typen” und Cyberkriminelle. Warum wir der alternativen Währung, die so gar nicht zu unserer von Sicherheit und Langfristigkeit geprägten boerse.de-Philosophie passt, heute trotzdem einen Artikel widmen? Ganz einfach, weil Bitcoins unverschämt erfolgreich sind, durch die Schlagzeilen der internationalen Presse geistern und sich viele Anleger fragen, ob es sich bei den digitalen Münzen vielleicht um DIE Anlagechance des Jahrzehnts handelt.

Was ist eigentlich “Bitcoin”?

Bei Bitcoins, aufgrund ihrer Verschlüsselungstechnik auch “Kryptogeld” genannt, handelt es sich um eine rein digitale Internetwährung. Im Gegensatz zum Geld in unserem Portemonnaie werden Bitcoins nicht von Zentralbanken reguliert und ausgegeben, sondern von Rechnern. Nutzer können Bitcoins zum Wert von sage und schreibe rund 2000 Euro pro Stück oder Bruchteile davon kaufen, in ihrem digitalen Geldbeutel speichern, sparen oder ausgeben. Zum Beispiel bei Expedia, Dell, Microsoft – oder im Restaurant “Wilde 13” im schönen Augsburg. Ein Stückchen Kryptographie, das mehr wert ist als eine Feinunze Gold? Der Gedanke ist zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig, doch der kometenhafte Aufstieg der Bitcoins hat durchaus irdische Gründe.

Symbolbild von Bitcoins
Hätte, hätte, Blockchain-Kette

Der Kurs einer Bitcoin ist in den vergangenen fünf Jahren um 55.000 Prozent gestiegen und hat vermutlich so manch einen abenteuerlustigen “Nerd” zum Millionär gemacht. Alle derzeit im Umlauf befindlichen 16,3 Millionen Bitcoins zusammengerechnet ergäben einen Marktwert, der dem der renommierten Deutschen Bank nahe kommen würde. Wie lässt sich dieser Boom erklären?

Wie bei Aktien definiert sich der Preis aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Der von vielen als “Blase” beschimpfte Trend entstand aus einer Art “Goldrausch”, gepaart mit einem begrenztem Angebot, denn die Produktion ist zeitaufwendig und unwiderruflich auf 21 Millionen Bitcoins limitiert. Und wie so oft wecken seltene Dinge Begehrlichkeiten…

Doch es gibt auch ganz pragmatische Gründe für den Erfolg der Internetwährung. Online-Banking klingt zwar enorm digital, ist es aber nicht. Auch bei Bezahlmethoden im Internet sind Banken involviert, die eine gewisse “offline” Bearbeitungszeit für Transaktionen verlangen. Geschäftszeiten der Geldinstitute passen aber so gar nicht zur alles-hier-und-jetzt Mentalität der Internetwelt, in der Videos live gestreamt und bestellte Schuhe noch am selben Tag geliefert werden können. Eine Diskrepanz, die digitale “Echtzeit-Währungen” überbrücken könnten.

Ob sich Bitcoins tatsächlich zur führenden Online-Bezahlmethode entwickeln, von anderen Kryptowährungen wie Ethereum abgelöst oder gänzlich vom Markt verschwinden werden, kann momentan niemand vorhersehen. Genau deshalb sind Bitcoins auch eine extrem spekulative Geldanlage.

Wertanlage oder Wetteinsatz?

An einem Tag totgesagt, am anderen Tag auf einem neuen Rekordhoch: der Bitcoin-Kursverlauf ist so wankelmütig, dass man wohl kaum von einer langfristigen, risikoarmen Geldanlage sprechen kann. Das Kennzeichen einer Währung ist unter anderem ihre Stabilität. Da Bitcoins keiner Regulation unterworfen sind und von vielen Käufern nicht als Bezahlmittel, sondern Spekulationsobjekt gehandelt werden, schwankt ihr Wert ganz erheblich. So sind Einbrüche von 300 Dollar pro Bitcoin innerhalb einer Stunde keine Seltenheit. Noch im Januar war der Kurs unter 800 Dollar gerutscht, auch im März hatte es Rückschläge gegeben. Die Bundesbank warnte deshalb Sparer kürzlich davor, der Bitcoin-Manie zu verfallen, die schon als “Tulpenzwiebel-Hausse des 21. Jahrhunderts” bezeichnet wird. Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele sagte: „Aus unserer Sicht ist der Bitcoin kein geeignetes Medium, um Werte aufzubewahren.“

Wir schließen uns dieser Warnung an und empfehlen Ihnen, Ihr Erspartes nicht in kryptische Codes umzuwandeln, sondern sicher und dennoch rentabel zu investieren. Zum Beispiel in den BCDI. Nein, damit meinen wir keinen virtuellen Bitcoin-Index, sondern den äußerst realen boerse.de-Champions-Defensiv-Index, bestehend aus zehn der, laut Performance-Analyse, langfristig sichersten und erfolgreichsten Aktien der Welt. Bei jeder Bank oder Sparkasse können Sie ganz einfach das BCDI-Zertifikat(WKN: DT0BAC) odern. “Unser” BCDI-Index markierte diese Woche abermals einen neuen Rekordstand und bescherte den Anlegern ganz reale 53 Prozent Rendite innerhalb von knapp drei Jahren. Eine Performance, um die Sie Bitcoin-Besitzer beneiden werden, wenn die Blase doch eines Tages platzt…

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

BMW: Mieses Karma hinterm Steuer

urn-newsml-dpa-com-20090101-161114-99-172930-large-4-3.jpgSommersonne ist verdammt anstrengend. Ich weiß nicht wies euch geht, aber ich zwinge mich gerade dazu, meine übermüdeten Wochenendaugen hinter einer XL-Sonnenbrille zu verbergen und gleichzeitig den Screen meines Laptops so auszurichten, dass ich darauf mehr als mein eigenes Spiegelbild erkennen kann. Die beste Strategie für diesen Montag ist also: schnell den Trade-des-Tages klarmachen, früh in den Feierabend starten und dann ab ans Gewässer!

Alles zugeparkt mit fetten BMW’s? Guess why! Einige Mitarbeiter des Autobauers bekommen dieser Tage hitzefrei, weil ein Teil fehlt und die Produktion deshalb an einigen Standorten stillsteht.

Trump denkt, BMW lenkt…

…nicht. Lenkgetriebe aus Bella Italia sind irgendwo hinterm Brenner hängen geblieben und sorgen für eine Open-End Zwangspause an den Bändern. Zwar hat BMW sogar eine eigene “Task Force” zusammengestellt, die sich als Sondereinsatzkommando in Sachen Lenkgetriebe um eine schnelle Lieferung kümmern soll, doch wie lange die italienischen Kollegen noch Dolce Vita feiern, ist derzeit ungewiss. Sicher ist aber, dass so ein Produktionsausfall Zeit und Geld kostet und die Aktionäre BMW heute den zweiten Tag in Folge ins Minus befördern.

Vielleicht haben aber auch die sizilianischen amici etwas damit zu tun? Auf dem G7 Gipfel am Freitag in Taormina schockte Trump die deutschen Autobauer nämlich mit den Worten: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie (die Deutschen Autohersteller) in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“ Ich bin ja nicht so esoterisch unterwegs, aber wer weiß, wer weiß, vielleicht verbreitete Trump in Italien so viel mieses Karma, dass sogar die Fließbänder Bammel bekamen und ihren Dienst einstellen?

Offene Türen in den USA?

Trump ist mittlerweile zurück in Washington und schon schlägt sein Spirit wieder zu: Er will die Schranken für die deutsche Autoindustrie schließen und was passiert? BMWs Türen öffnen sich!

Und das auch noch während der Fahrt! Deshalb müssen die Münchner in den USA rund 45.000 ältere Fahrzeuge der 7er Reihe zurückrufen und reparieren. BMW befindet sich momentan auf dem Highway to hell aber soviel ist sicher, Leute: Karma f**** back! Happy Trading!

RWE: Energieriese back on stage

Rosa Hase
Merle WasmuthErinnert ihr euch noch an den trommelnden, rosa Duracell-Hasen? Der Bunny mit der alkaline Batterie im Bein hält entscheidend länger durch als seine Kumpels, die schon nach ein paar Takten schlapp machen. So ähnlich gehts momentan auch RWE, dem Energieriesen, der seit Freitag die Börse rockt. Während seine Mitstreiter Eon und EnBW eher in der Horizontalen dümpeln, gibt RWE so richtig Stoff.

Energyboost

Zum Wochenausklang standen 5,4 Prozent Plus aufm Ticker, heute legt RWE nochmal 1,6 Prozent drauf. Was geht im Ruhrpott? Der Energieversorger profitiert von gleich zwei guten Nachrichten: Am Freitag gabs Getuschel über eine mögliche Allianz zwischen RWE und dem französischen Konkurrenten Engie und heute strich ein gewisser Adam Dickens, Aktien-Analyst bei HSBC, RWE von seiner Verkaufsliste. Besser noch: Er erhöhte das Kursziel des Energieriesen von 13,40 auf 17,20 Euro. Fast schon ein Ritterschlag und ein deutliches Signal für Investoren: Kaufen, das Ding!

Tête-à-Tête

Die – pssst! – vertraulichen Gespräche zwischen RWE und Engie sind so vertraulich, dass sie nicht mal stattfinden. Insidern zufolge erwägen die beiden Stromversorger zwar eine deutsch-französische Melange, tauschen sich darüber allerdings bislang nur mit ihren Beratern und Banken aus. Ein Rendezvous fand – angeblich – noch nicht statt. Die Anleger geraten aber schon mal ins Schwärmen und befördern RWE in die Pluszone. Der Energieversorger könnte einen Teil seiner Ökostromtochter Innogy an die Franzosen abgeben und würde im Gegenzug Engie-Anteile erhalten. Ob RWE mit diesem Tauschgeschäft unterm Strich mehr Rendite macht, ist allerdings fraglich.

Fakt ist aber, dass RWE sowas wie der Robbie Williams unter den Stromanbietern ist. Die Aktie des Energieversorgers gewann nach jahrelangem Entzug seit Januar rund 43 Prozent an Wert und ist damit schon jetzt eine der Comeback-Aktien 2017. Eigentlich total irrational, denn trotz leicht steigender Strompreise handelt RWE mit dem Auslaufprodukt “Schmutz-Strom” aus Kohle- und Atomkraftwerken, das der Energiewende zum Opfer fallen wird. Die Einnahmen sind rückläufig, der Aktienkurs steigt trotzdem… Happy Trading aber: vorsicht beim VoRWEg gehen!

 

Walt Disney: May the 9th be with you!

star-wars-2172947_960_720Ich habe mal kurz nachgezählt. In meinem kleinen Haushalt tummeln sich sechs Star Wars-gebrandete Artikel: 1 Zahnbürste, 1 Duschgel, 1 Nassrasierer, 2 T-Shirts und ein Schlüpfer. Und das, obwohl ich überhauptgarkein Fan der Sternenkrieger bin!

Das Merchandising rund um die Disney-Marke ist einfach so omnipräsent, dass es bei manchen Gebrauchsgegenständen schon schwierig wird, etwas OHNE Darth Vader, Klonkrieger oder Yoda-Aufdruck zu finden. Einen ähnlichen Promi-Status erlangt übrigens mittlerweile das gute, alte Einhorn. Ähm: Glitzer-Regenbogen-Unicorn, das sogar WC-Papier irgendwie magisch machen soll. Und ich kaufs auch noch, buhuuu!

Aber zurück zum Thema: Walt Disney. Der Unterhaltungskonzern präsentiert morgen Zahlen zum zweiten Quartal und wir wollen wissen, ob die Marke mit der Maus nur Luftschlösser baut, oder neue Galaxien erobert.

Möge die Macht mit dir sein

Eines steht schonmal fest: Die vier Milliarden Dollar, die Disney 2012 für die Star Wars-Rechte locker machte, waren gut investiert. Die Weltraumsaga und die Erlöse aus “Fanartikeln” entwickelten sich zum Goldesel und sorgten schon im Vorjahreszeitraum für 22 Prozent mehr Umsatz und ein Kursplus von zehn Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Ob der Konzern genug Jedi Power hat, um den eigenen Benchmark zu knacken?

Möglich wärs, denn die Verfilmung des Märchen-Klassikers “Die Schöne und das Biest” spielte bis jetzt mehr als 1,43 Milliarden Dollar in die Kassen und könnte trotz des schwierigen Vergleichszeitraums für ein Plus in der Bilanz sorgen. Was aber, wenn die Popcorntüte halb leer, statt halb voll ist? Kein Ding, denn der nächste Blockbuster steht schon in den Startlöchern: “Star Wars: Der letzte Jedi”, der kurz vor Weihnachten in die Kinos kommt, wird das Ding schon wuppen.

“Nach meiner Größe beurteilst Du mich, tust Du das”? (Yoda)

Yep. Disney ist riesig, hat weitreichende Film-Pläne bis in die 2030er und weckt damit große Erwartungen. Bei Fans und Analysten. Die dürften morgen mit der Performance der Traumfabrik ganz zufrieden sein, auch wenn sich deren Wachstum im Jahresvergleich verlangsamt haben könnte. Aber so lange Themenparks, Filmerfolge und Merchandising-Geschäfte die Massen begeistern, so lange bleibt Walt Disney ein Unternehmen “Where dreams come true”. Happy Trading!

Fly me to the sky, SAP!

Willkommen zur Afterhour! Nach dem Motto: “Nach der Party ist vor der Party” winken wir einmal lässig in Richtung Emmanuel Macron. Dem französische Präsidentschaftskandidat mit dem oh là là-Siegerlächeln, dem seit gestern die (Börsen-) Welt zu Füßen liegt.

Er gilt als Freund der EU und wird vermutlich alles daran tun, um einen “Frexit” zu verhindern. Gut für die Wirtschaft, gut für uns BUXies. Unsere Germany 30 jubelten deshalb “Merci, Macron!” und markierten mit 12.455 Punkten und einem Plus von über drei Prozent ein neues Alltime-High. Yeah! War das der Startschuss für die Sommer-Börsenrally Frankreich-Frankfurt?

Maybe, baby. Die Zeichen stehen jedenfalls auf “Go!” und die aktuelle Bilanz-Saison, in der Unternehmen die Ergebnisse der vergangenen Monate präsentieren, könnte dem Aktien-Hype noch einen extra Boost verleihen. Während sich diese Woche US-Unternehmen wie Alphabet, Microsoft oder Twitter auf Bilanz-Pressekonferenzen die Klinke in die Hand geben, stehen die deutschen Firmen noch in den Startlöchern. Doch heute kommt auch bei uns Schwung in die Einzelwerte…

Unnützes Wissen

Wer braucht schon Wall Street? Wir haben Walldorf! Stammsitz des SAP-Konzerns, der heute morgen Zahlen der vergangenen drei Monate präsentierte. Und was haben die zwei W’s gemeinsam? Richtig: Den Sellerie-Salat. Der verdankt seinen Namen nämlich dem legendären New Yorker Waldorf-Hotel und einem glücklichen Zufall: Zwei Auswanderer aus dem badischen Walldorf namens Astor tauften sowohl den Salat, als auch die Hotelkette Waldorf-Astoria. Ein “l” fiel wohl dem Slang zum Opfer, well…

Dank des Softwareriesen SAP ist die baden-württembergische Kleinstadt zu einer der reichsten Gemeinden Deutschlands geworden. Silicon Walldorf ist ein Hightech-Standort voll mit Nerds in Hipster-Uniform, Tennisplätzen und E-Autos. Eine Miniaturausführung des kalifornischen Silicon Valley, sozusagen.

Mehr geht nicht mehr

Doch. Denn über dem Schwabenländle kursiert eine ganz besondere Wolke, die für regelmäßigen Geldregen sorgt: Die “Cloud”. In der Datenwolke können SAP-Kunden teure Software für billiges Geld mieten, statt sie zu kaufen. Ein smartes Abo-Modell, mit dem Zeitungen, Fitnessstudios und Telcos schon seit Jahrzehnten üppig Geld verdienen und das bei SAP für über 30 Prozent Wachstum in der Cloud-Sparte sorgte. Auch das „altmodische“ Geschäft mit Softwarelizenzen boomt und das, obwohl der Konzern diese Sparte kaum noch pusht. Die Lizenserlöse übertrafen sogar die Erwartungen der Analysten: SAP verdiente an ihnen 691 Millionen Euro und damit weit mehr als die prognostizierten 641 Millionen.

Einziges Regenwölkchen am blauen SAP-Himmel: Aufgrund der gestiegenen Personalkosten sank der Nettogewinn der Schwaben um neun Prozent. Die Mitarbeiter profitieren nämlich von einem „aktienbasierten Vergütungssystem“. Sprich: Je höher der Aktienkurs, desto größer das Plus auf deren Gehaltszettel. Ein nettes „Extra“, das SAP sich einiges kosten läßt.

Durchaus möglich also, dass SAP-Chef Bill McDermott heute seine Pole-Position als DAX-Spitzenverdiener ausbaut und sich vom Geldregen aus der Datenwolke berieseln lässt. Ihr wollt auch ein Stück vom käuflichen Glück? Dann mal ran an die Knöpfe, the sky is the limit.. Happy Trading!

Louis Vuitton kennt keine Krise

Moin Moin aus Sylt, ihr BUXies! Ich befinde mich temporär im Mekka der Porsche Cayennes, Facelifts, Aperol Spritz für 8 Euro pro Gläschen und: Louis Vuitton Ladies. Passenderweise präsentiert der französische Luxushersteller heute nach Torschluss der Pariser Börse Zahlen zum ersten Quartal und wir wollen wissen, ob das Moët & Chandon Glas halb leer oder halb voll ist.

Kampen (Sylt), 2009

Vom Promi-Sandkasten-Image der 70er und 80er Jahre, in denen sich barbrüstige Blondinen in den Strandkörben räkelten, ist wenig geblieben. Statt rocken im Pony Club ist Senioren-Tanztee angesagt: Louis Vuitton beschließt, den reichen Erben und Industriellen, die sich die Insel noch leisten wollen, eine Tasche zu widmen: “Neverfull Kampen” heißt sie und wird nur in der Boutique des kleinen Edelortes verkauft.

2009.. Grübel.. Da war doch noch was? Ach ja, die Finanzkrise! Auch LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitto) leidet, kommt aber im Gegensatz zu Konkurrenten wie Cartier oder Montblanc mit kleinen Kratzern davon. Luxus für eine Minderheit geht eben immer, auch wenn die Mehrheit gerade ihren Job verliert.

Kampen (Sylt), 2015

Oha, die einzige Louis Vuitton Boutique der Insel schließt! Und die Gerüchteküche brodelt: Zieht es die Reichen und Schönen doch eher nach St. Tropez, St. Barth oder St. Pauli? Sylt wird mal wieder totgesagt, das ist nämlich “in” und hat ne lange Tradition. Der Konzern selbst hat sich von seiner Fake-Krise blenden erholt: LVMH übertrumpfte mit 35,7 Milliarden Euro Umsatz sein Vorjahresergebnis um 16 Prozent. Ein Rekordjahr.

China, Hong Kong, 2017

Während Sabine Christiansen und Katja Kessler auf Sylt stoisch Schalentiere knacken und lieber Liebeskind als “LouiVui” tragen (Understatement!), fliegen wir ein paar Stunden nach Osten. Genauer gesagt: Nach China und Hong Kong. Dort finden wir sie, die wohlhabenden Asiaten, die Whisky und Nachmach-Brands gegen echten Stoff eingetauscht haben: Champagner und Designer Goodies. Denn auch wenn wir hierzulande bereits die nächste Krise wittern (Trump, Terror, Inflation…) boomt im Land des Lächelns die Wirtschaft.

Erst kürzlich erklärte LVMH-Boss Bernard Arnault, dass in den ersten drei Monaten 2017 in China die Korken knallten. Insider schätzen, dass der Luxushersteller rund 11 Prozent mehr Leder und Blubberwasser verkaufte als im Jahr zuvor und die Aktie noch einige Überraschungen parat haben könnte. Im vergangenen Jahr hat sich der Preis für ein Stück vom Glück bereits von 145 Euro auf 200 Euro verteuert- unterm Strich ein Gewinn von rund 43 Prozent.

Na dann Prösterchen! Ich setze mich jetzt ganz Sylt-Style mit ner Flasche DutyFree-Moët in den Strandkorb und lass mir bei Windstärke 6 den Schaum um die Nase wehen. Happy Trading!

Das sieht nicht gut aus: Unilever killt den Ketchup-Deal

off-insect-repellent-ice-cream-with-ketchup-small-74583Es hätte ein kulinarischer Genuss erster Sahne werden können: Magnum-Philadelphia, Lipton Capri-Sonne… träum weiter, du Foodie! Denn aus der 143-Milliarden-Dollar schweren Übernahme von Unilever durch Kraft Heinz wird erstmal nix. Der amerikanische Ketchup-Traum hat sein Angebot für den britisch-niederländischen Verbrauchsgüterhersteller nach nur zwei Tagen zurückgezogen.

Die hellseherischen Spekulanten unter euch hätten mit den Gerüchten um Unilever-Kraft Heinz am Freitag ganz gut Kasse machen können. Plus 13 Prozent standen auf dem Kursticker der Niederländer! Aber dann…

Ihr kennt vielleicht die alte Börsenweisheit: “Buy on rumour, sell on news”? Tja, darin steckt sicher ein Funken Wahrheit, aber wir Börsianer hatten nicht einmal die Chance “on news” zu verkaufen, denn der Deal wurde am Sonntag gecancelt und da sind bekannterweise selbst die Buttons der Profitrader eingefroren. Wer also am Freitag seine Unilever-Anteile nicht gleich wieder vertickt hat, der bekam heute den AXE-Effekt zu spüren: Unilever verlor nach Börsenstart rund 8 Prozent an Wert.

Vorerst wirds also nix mit Pfanni Mac&Cheese. Schuld daran ist angeblich Unilever und: Die Börse. Als Gerüchte über den Megadeal am Freitag die Kurse rockten, waren die Gespräche der beiden Konsumgüter-Multis gerade erst angelaufen und Unilever zog sich nach Bekanntwerden des Übernahmeversuchs erschrocken zurück.

Stellt euch vor, ihr bringt euer neues Sweetheart mit nach Hause und eure Eltern / Mitbewohner / Freunde fragen gleich mal, wann geheiratet wird. So ein Satz ist ein echter Flirt-Killer! Unilever, bedrängt durch den kräftigen Heinz mit dem noch mächtigeren Warren Buffett im Rücken, fühlte sich also leicht bedrängt und ergriff die Flucht: “Unilever sieht keine Basis für weitere Diskussionen”, verkündete der Konzern. Und tschüss, netter Quickie!

Welche Richtung Warren Buffetts Kraft Heinz-Aktien einschlagen werden, sehen wir übrigens erst morgen, da an der Wall Street heute aufgrund eines Feiertages nicht getradet wird. Bis dahin sind die News schon von gestern und der Kraft Heinz-Großaktionär Buffett kommt vielleicht mit einem Lächeln statt 8 Prozent Miesen davon… Happy Trading!