Eigentlich bin ich kein Freund von Abonnements. Zum einen, weil ich mich nicht dauerhaft an ein Unternehmen und dessen Produkte bzw. Dienste binden will. Zum anderen, weil man die meist kleinen Beträge, die periodisch vom Konto abgebucht werden, gerne übersieht und in ihrer Summe unterschätzt. Oder wissen Sie, wie viel Sie monatlich für Mobilfunk, Streaming-Angebote, Zeitungen, Fitnessstudio und ähnliches zahlen? Allerdings gibt es auch bei Abos durchaus lohnenswerte Angebote, die einen echten Mehrwert für die Kunden bieten
Amazon Prime: geldwerte Vorteile
Zum Beispiel Amazon Prime. Jahrelang habe ich versucht, dem Jahresabo für 69 Euro (5,57 Euro monatlich) aus Prinzip zu widerstehen. Da ich jedoch regelmäßig bei amazon.com bestelle, hat sich die Prime-Mitgliedschaft für mich schon nach kurzer Zeit „gerechnet”. Denn für Prime-Produkte fallen keine Versandkosten mehr an, die Bestellungen werden meist innerhalb eines Tages geliefert, und Abo-Kunden profitieren zudem von Rabatt-Aktionen wie dem Amazon Prime Day und täglichen Sonderangeboten.
Neben Shopping-Vorteilen bietet Amazon Prime auch besonders attraktive Unterhaltungsangebote, wie zum Beispiel Filme, Serien, hochwertige Eigenproduktionen, Musik, Hörbücher und E-Books für den Amazon Kindle.
Doch Amazon geht noch einen Schritt weiter: Mit Prime Now können Mitglieder in einigen deutschen Großstädten jetzt sogar Lebensmittel, Kosmetika, Kleidung und vieles mehr mit einer Lieferzeit von nur ein bis zwei Stunden bestellen.
Services, die „ankommen”: Amazon Prime verzeichnet weltweit über 150 Millionen Mitglieder – Tendenz steigend.
Apple One: Dienste im Bundle
Auch Apple verlässt sich nicht mehr ausschließlich auf den Verkaufserfolg seiner Hardware, sondern präsentierte im Rahmen der jüngsten Keynote Mitte September das neue Dienste-Bundle „Apple One”. Dabei handelt es sich um ein Abo, das in Deutschland ab 14,95 Euro monatlich kosten wird und viele Apple-Dienste (Apple Music, Apple Arcade, Apple TV+…) bündelt. Mit dieser strategischen Neuausrichtung will Apple sowohl die finanzielle Abhängigkeit vom Verkaufserfolg des iPhones verringern, als auch Kunden mit attraktiven Diensten noch tiefer in das Apple-Ökosystem hineinziehen.
Mitunter dank des Wachstums im margenstarken Servicegeschäft konnte Apple seine Einnahmen in den vergangenen fünf Jahren um 8,4 % p.a. steigern, wobei Marktbeobachter bis 2024 sogar ein jährliches Gewinnwachstum von 12,5 % erwarten.
Starke Marken: mit Mitgliedern wachsen
Die aktuelle Interbrand-Studie zu den wertvollsten Marken der Welt zeigt, dass zwei Drittel der Top-Marken, die 2020 zweistellig gewachsen sind, über ein eigenes Abonnenten-Modell verfügen. So konnte Apple, die wertvollste Marke der Welt, seinen Wert im Vorjahresvergleich um 38 Prozent auf 323 Milliarden Dollar steigern. Auf Platz zwei kommt amazon.com mit 200 Milliarden Dollar Markenwert – ein Plus von 60 Prozent.
Eines haben offensichtlich viele erfolgreiche Top-Aktien miteinander gemein: Mitgliedschaftsmodelle, die Kunden langfristig an deren „starke Marken” binden, für kalkulierbar sprudelnde Einnahmen sorgen und den Unternehmen langfristige Wettbewerbsvorteile sichern.
Und: Investoren mit mustergültigen „von links unten nach rechts oben” weisenden Kursverläufen überzeugen.




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