3 Dinge, die du heute über die Katalonien-Krise wissen solltest

+++Referendum zu Kataloniens Unabhängigkeit lief um 10:00Uhr aus+++Carles Puigdemont drückt sich um Entscheidung+++Spanischer Aktienindex fällt knapp 1%+++

bb640b306c6878366709500d5f441e92027fd7e9“Ojalá”, was gesprochen ungefähr so klingt wie “Ochala” kommt nicht aus dem Bayerischen, sondern bedeutet auf Spanisch soviel wie “na hoffentlich!”. Ein Begriff, der im Wortschatz der träumerisch veranlagten Südländer keinesfalls fehlen darf und mit dem du heute wahrscheinlich jedes Buzzword-Bingo von Barcelona bis Berlin gewinnen würdest. Hoffentlich wird Katalonien unabhängig (wünschen sich die Separatisten), hoffentlich bleibt die Region spanisch (beten die Ökonomen). Doch warum der ganze Zauber rund um den Nord-Ost-Zipfel Spaniens, der etwa so groß ist wie Belgien?

1. Warum Katalonien ohne Madrid will

“Katalonien ist nicht Spanien” stand in den vergangenen Wochen auf vielen Demo-Plakaten zu lesen. Neben historischen Gründen gibt es auch in der Gegenwart ne Menge Dinge, die im Ferienparadies anders laufen, als im Rest Spaniens: Stierkampf ist verboten, Katalanisch ist tatsächlich eine eigene Sprache und kein spanischer Dialekt und in Barcelona tanzt man Sardana, nicht Flamenco. Daneben sprechen noch eine Reihe wirtschaftliche Gründe für eine Trennung Kataloniens vom Rest des Landes. Zum Beispiel, dass die Region viel mehr zur Wirtschaftsleistung Spaniens beiträgt, als der Rest der Nation (ungerecht!).

2. Ja, Nein, Jein!

Kataloniens Abhängigkeit von den vielen Großunternehmen und Touris, die die Region bevölkern, ist Ministerpräsident Puigdemont heute Morgen vermutlich zum Verhängnis geworden. Er bat kurz vor knapp um einen zweimonatigen Aufschub für die Entscheidung über Kataloniens Unabhängigkeit. Zu viele Unternehmen verabschieden sich schon jetzt aus der Krisenregion, Touristen schlürfen ihren Sangria lieber woanders und der K-Konflikt könnte das gesamte Land in die Rezession stürzen. Kein leichter Job für Carles, der praktisch mit dem Rücken zur Wand steht.

3. Wie geht’s jetzt weiter?

Tja, das ist das große Fragezeichen. Wahrscheinlich wird Madrid mit einem “Jein” überhaupt nicht happy sein und eine eindeutige Antwort fordern. Sonst könnte die spanische Regierung Puigdemont wegen verfassungswidrigen Verhalten auch ganz flott vom Thron stoßen und Neuwahlen ausrufen. To be continued!

¡Adios Amigos!

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3 Dinge, die du heute über die Katalonien-Krise wissen solltest

Bitcoin: Heiße Gerüchte um Goldman Sachs

bitcoin-2730220_960_720Bitte ein Bit(coin)! Der – leicht abgewandelte – Werbeslogan ist momentan in aller Munde. Neben den Fans der Kryptowährung Bitcoin begeistern sich auch immer mehr institutionelle Anleger für digitale Währungen. Ein Trend, auf den jetzt auch die traditionsreiche Investmentbank Goldman Sachs reagiert. Beziehungsweise reagieren muss.

Wird Bitcoin jetzt seriös?

Anfang der Woche kursierte eine Meldung, wonach Goldman Sachs einen Einstieg in den Bitcoin-Handel erwägt. Die eher vage Stellungnahme der Großbank lautete: „Als Reaktion auf das Interesse von Kunden an digitalen Währungen, untersuchen wir, wie wir ihnen am besten in diesem Bereich dienen können.“ Ein Statement, das für mich eher nach Pflichterfüllung, als intrinsisch motiviertem Wunsch klingt. Allerdings regiert auch in der Bankenwelt das Gesetz von Angebot und Nachfrage und da immer mehr Investoren ein Stück vom Krypto-Kuchen abhaben wollen, kommt Goldman Sachs nicht darum herum, das begehrte Gut anzubieten.

Bitcoin, Ethereum und andere Cyberwährungen lösten in den vergangenen Monaten eine wahre Kauf-Hysterie aus, die schwer an die holländische Tulpenmanie von vor 380 Jahren erinnert. Kursgewinne von über 600 Prozent innerhalb der vergangenen 12 Monate, ein unreguliertes System, das keiner Bankenaufsicht unterliegt und die grenzenlose Gier vieler Anleger beflügeln das Krypto-Phänomen und bringen sogar Banken ins Grübeln: Handelt es sich bei Bitcoin & Co. um die Währung der Zukunft oder um eine Spielerei für Computerzocker?

Banken machen Feind zum Freund

Tatsächlich genießt Bitcoin nicht den besten Ruf. Die “Währung” ist – vereinfacht gesagt – ein von Computern erzeugter Datensatz, den Nutzer online miteinander austauschen oder digital in einem “Wallet” (virtuelle Geldbörse) speichern können. Ein wesentliches Kennzeichen aller Kryptowährungen ist ihre fehlende Regulierung. Keine Zentralbank, die über die Währung wacht, kein Finanzamt, das Bitcoin-Gewinne für sich beanspruchen kann. Alle Transaktionen sind völlig anonym und deshalb bestens zur steuerfreien Geldanlage, der Geldwäsche oder Abwicklung dubioser Internetgeschäfte geeignet. Zudem gelingt es Hackern immer wieder, Handelsplattformen zu “knacken” und Bitcoins in Millionenhöhe zu stehlen. Eine dubiose aber dennoch faszinierende, neue Währungs-Welt, die auch Banken anzuziehen scheint.

Eine Mischung aus Angst vor dem “großen Unbekannten” und Geldgier treibt Geldhäuser wie Goldman Sachs und sogar die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zum Einstieg in die Cyberwährung. Einerseits, weil das Thema “Digitalisierung” in der Bankenwelt immer wichtiger wird und Banken den bargeldlosen, schnellen Zahlungsverkehr vorantreiben müssen. Andererseits, weil traditionelle Geldinstitute in Zeiten der Nullzinsen auf der Suche nach neuen Einnahmequellen sind. Bitcoin könnte da eine willkommene Portfolio-Bereicherung darstellen. Nur über das “Wie” der Implementierung herrscht momentan noch Unklarheit. Goldman Sachs erwägt zwar die Einrichtung eines neuen Geschäftsbereiches, der den Handel mit Kryptowährungen im Kundenauftrag abwickeln könnte, ist sich aber auch darüber im Klaren, dass das negative “Darknet”- Image auf das Geldinstitut abfärben könnte.

Wer profitiert?

Während Banken noch darüber nachdenken, wie sie Bitcoin in ihr Tagesgeschäft integrieren können, verdienen sich Handelsplattformen wie Bitcoin Group schon jetzt eine goldene Nase. Die Bitcoin Group SE betreibt unter bitcoin.de eine der führenden, deutschen Trading-Plattformen, deren Erfolg oder Misserfolg direkt an den Erfolg der Cyberwährung gekoppelt ist. Parallel zur Bitcoin-Hausse gewann auch die Aktie der Bitcoin Group seit Jahresbeginn über 900 Prozent an Wert, musste aber in jüngster Zeit auch kräftige Rücksetzer aufgrund der stets schwankenden Nachrichtenlage hinnehmen. Mal prophezeien Insider das baldige Ende der Digitalwährung, mal stehen Bitcoin und Co. kurz vor dem Durchbruch zur etablierten Währung. Alles in allem bleiben sowohl Bitcoin als auch Bitcoin Group hochspekulative Investments, deren Zukunft selbst die gewieftesten Börsianern nicht vorhersehen können.

Bitcoin: Heiße Gerüchte um Goldman Sachs