Deutsche Bank: Sechs, setzen

bank-2291233_960_720.jpgDer Deutschen Bank gelang heute Morgen die Mega-Überraschung: Das Geldinstitut verzwanzigfachte seinen Gewinn im zweiten Halbjahr auf 466 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum 2016 waren es nur 20 Millionen Euro. Selbst einige Analysten rieben sich bei diesen Zahlen vermutlich die Augen, denn die Marktbeobachter hatten mit einem Gewinn nach Steuern von nur 273 Millionen Euro gerechnet.

Mehr ist nicht genug

Übertroffene Erwartungen sind eigentlich der Stoff, aus dem Börsianer-Träume gestrickt sind und stehen meist Garant für ein anschließendes Kurs-Feuerwerk. Doch die Party lässt heute auf sich warten: Die Aktie der Deutschen Bank verlor zu Handelsbeginn zeitweise über vier Prozent an Wert. Für den unerwarteten Kursrückgang gibt es mehrere Gründe:

Zum einen fiel das Ergebnis im Vergleich zum ersten Quartal, in dem die Deutsche Bank einen Überschuss von 878 Millionen Euro und einen Gewinn von 575 Millionen Euro ausweisen konnte, eher schmächtig aus. Zum anderen senkte das Geldinstitut mit Hilfe der “Tiefstapel- Strategie” erst die Markterwartungen, um sie anschließend selbst zu übertreffen. Eine Taktik, die bei den Börsianern gar nicht gut ankommt. Sicher gab es auch zu Ihrer Schulzeit einen Klassenkameraden, der nach jeder Mathearbeit unkte: “ohje, diesmal hab ich echt nichts gewußt”. Nur, um Tage später grinsend eine Eins in den Händen zu halten. Ähnlich unbeliebt macht sich heute die Deutsche Bank, die vor ein paar Wochen die eigentlich noch höher liegenden Erwartungen der Analysten gedämpft hatte und deshalb heute “überraschend” gut dasteht.

Das Gewinnplus wird zudem von sinkenden Gesamteinnahmen in den vergangenen sechs Monaten überschattet, die um ein Zehntel auf 6,6 Milliarden Euro einbrachen. Schuld daran war das rückläufige Geschäft mit Aktien und Wertpapieren. Die Märkte ware wenig volatil und genau darin liegt das Problem: Je ruhiger der Handel, desto weniger Gebühren kassieren die Geldinstitute. Ein Problem, mit dem die Deutsche Bank nicht alleine dasteht. Auch die US-Kollegen Goldman Sachs und Morgan Stanley verzeichneten erhebliche Einbußen im Wertpapier-Geschäft.

Das Schlimmste ist überstanden

Trotz der gegenwärtig getrübten Stimmung dürfen wir aber nicht vergessen, dass der Deutsche Bank-Chef John Cryan schon einiges an Aufräumarbeit geleistet hat. In den vergangenen Jahren kämpfte sein Geldinstitut mit unzähligen, juristischen Baustellen, die der DB Milliardenverluste bescherten. Darunter Manipulations-Vorwürfe, zweifelhafte Hypothekengeschäfte und Schummelsoftware. Ein Großteil der kostspieligen Prozesse ist mittlerweile ausgestanden und die Großbank kann sich wieder auf ihre Neuausrichtung konzentrieren. Das Kreditinstitut, das aufgrund seiner großzügigen Boni- und Managementgehälter immer wieder für Schlagzeilen sorgte, hat den Gürtel enger geschnallt. Die Hälfte der geplanten Stellenstreichungen ist inzwischen umgesetzt und 177 der insgesamt 188 betroffenen Filialen wurden seit Jahresbeginn geschlossen. Dank dieser Maßnahmen sanken die Kosten im ersten Halbjahr um sechs Prozent. John Cryan sieht 2017 als “Übergangsjahr”, wenn auch unter “deutlich besseren Vorzeichen” als in der jüngsten Vergangenheit. Die Deutsche Bank-Aktie spiegelt das Wechselbad der Gefühle sehr deutlich wider. Während für den Zeitraum von drei Jahren -31,67 Prozent Kursverlust zu Buche stehen, gewann das Wertpapier innerhalb der vergangenen zwölf Monate 38,85 Prozent an Wert.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Advertisements
Deutsche Bank: Sechs, setzen

Aufgeflogen! Die geheimen Dates der Autobauer

minivan-datenight2Fragt man einen Inder, Australier, Russen oder Eskimo, was ihm zum Thema “Deutschland” so in den Sinn kommt, dann lautet die Antwort wahrscheinlich: “Oktoberfest”, “Bier” oder “Autos”. Anno 2017 könnte das Aushängeschild der deutschen Industrie jedoch gegen einen anderen Begriff ersetzt werden. Wie wärs denn zum Beispiel mit “Betrug”, “Kartell” oder “Skandal”?

La Famiglia

“Gruppenarbeit” ist ja eigentlich was Schönes. Schon in der Schule wird man dazu gezwungen, in Vierer-Grüppchen abstrakte Text-Collagen zu schnippeln oder so. Auch die fünf aus der letzten Bank der Autobauer (Daimler, VW, BMW, Porsche und Audi) sollen sich an einem Gesamtkunstwerk versucht haben. Wie der “Spiegel” am Freitag berichtete, könnte die gesamte deutsche Autoindustrie seit Jahrzehnten geheime Meetings veranstaltet haben, um so Sachen wie Technik, Zulieferer und Kosten miteinander abzustimmen.

Im Unterricht fördert das die Sozialkompetenz, in der Wirtschaft sind Absprachen dagegen total asozial. Und verboten! Vor allem, weil sie einen fairen Wettbewerb verhindern, die Marktpreise manipulieren und Autokäufer letzten Endes dafür blechen dürfen.

“Qualität” Made in Germany?

Das war einmal… Alles sieht danach aus, als ob wir unserem Saubermann-Image langsam Lebewohl winken müssen. Die deutsche Vorzeige-Industrie hat schon unter Dieselgate gelitten, aber bis vor ein paar Tagen ahnte niemand, dass hinter den Schummeleien, die bei VW, Daimler, Audi oder BMW aufgedeckt wurden, kollektives, knallhartes Kalkül steckt.

Wichtige Vertreter der Autohersteller trafen sich anscheinend regelmäßig und das nicht, um die heißesten Lack-Farben dieses Sommers zu diskutieren oder sich selbst zu feiern, sondern um Manipulationen à la Dieselgate auszuhecken. So könnte es sein, dass sich die Big Boys auf kleine, dafür aber billige “AdBlue”-Tanks einigten, deren Volumen nicht ausreicht, um Stickoxide dauerhaft von giftigen Stoffen zu befreien. Wenn das wahr ist, haben die Autohersteller über Jahre hinweg vorsätzlich Umweltbehörden und Verbraucher getäuscht.

Insider rechnen damit, dass geprellte Autokäufer und Jungs, die das schnelle Geld wittern auf einer gigantischen Klagewelle mitsurfen werden, die die Hersteller Milliarden kosten könnte. Vom unbezahlbaren Imageschaden mal ganz zu schweigen. *Überraschung*! Auto-Aktien sind heute ganz klar die Looser des Tages. How low can you go? Happy Trading!

Aufgeflogen! Die geheimen Dates der Autobauer

Gold: Kommt jetzt das Comeback?

gold-598378_960_720Im Juli jagt ein Geburtstagsfest das nächste: nach dem boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der am 1. Juli 2017 drei Jahre alt wurde, feierte auch die beliebteste Goldmünze der Deutschen, der Krügerrand, diesen Monat ein Jubiläum. Vor 50 Jahren, am 3. Juli 1967 stanzte die afrikanische Münzprägeanstalt den ersten Springbock ins Edelmetall.

Das Wahrzeichen der Kultmünze hat bis heute nichts von seinem Glanz verloren, ganz im Gegenteil. Weltweit haben Sammler und Steuertrickser bis dato rund 60 Millionen Krügerrand gekauft. Wer 1967 in weiser Voraussicht 1oz Krügerrand zum Preis von damals umgerechnet rund 18 Euro erwarb, hatte einen wahrhaftig goldenen Riecher, denn heute liegt der Preis für 33,93 Gramm bei rund 1100 Euro.

Die Goldkenner unter Ihnen wundern sich vielleicht über die eigenartige Maßeinheit des Krügerrand. Eine Feinunze Gold entspricht doch 31,10 Gramm und nicht 33,93 Gramm? Wird da etwa bei der Goldschmelze geschummelt? Ich kann Sie beruhigen: Sie bezahlen tatsächlich nur für den Goldanteil. Das Restgewicht entfällt auf eine dünne Kupferlegierung, die das Sammlerstück widerstandsfähiger macht und somit den Wiederverkaufswert erhöht.

Gold ist seit Jahrzehnten der “Dauerbrenner” bei vielen Anlegern. Doch die aktuelle Preisentwicklung stimmt nachdenklich…

Erst hui, dann pfui

Eigentlich funktioniert das so: Politische Überraschungen wie der Brexit oder die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten verunsichern Investoren, die als Konsequenz den “sicheren Hafen Gold” ansteuern. Der Preis für das Edelmetall steigt. Tut er aber nicht! Und das, trotz aller geopolitischer Unsicherheiten! Anfang der Woche sackte der Goldpreis sogar auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. Eine Feinunze verbilligte sich zeitweise um 0,6 Prozent auf 1.205 Dollar. Noch Anfang Juni sah es danach aus, als würde der Preis über die Marke von 1.300 Dollar steigen. Seit Mitte Juni hat Gold rund sieben Prozent an Wert verloren. Wie kommt es, dass die Gleichung “Gold = Krisenwährung” momentan nicht mehr aufgeht?

Zittern vor den Zinsen

Der Spaßverderber ist schnell gefunden: Die aktuelle Zinspolitik vieler Zentralbanken macht dem Goldpreis schwer zu schaffen. In Europa, Amerika und einigen anderen Ländern steht das Ende der jahrelangen Geldschwemme bevor. Kredite und Darlehen zum Nulltarif könnten schon bald Geschichte sein, da die Notenbanken vorsichtig an der Zinsschraube ziehen. Geld auf “Pump” wird dadurch teurer, aber im Gegenzug gibt’s auch wieder Rendite auf Sparbuch & Co. Deshalb fürchten viele Gold-Fans momentan, dass Anleger ihr Vermögen umschichten könnten: raus aus dem Gold, rein in festverzinsliche Geldanlagen. Als Konsequenz könnten zinslose Investitionen wie Edelmetalle an Glanz und Wert verlieren.

Die Nullzinsphase spielt Goldsuchern in die Hände, eine Zinserhöhung wirkt sich meist negativ auf die Goldpreisentwicklung aus.

Goldrausch 2.0?

Eine steigende Inflation bringt den Goldpreis dagegen gewöhnlich in Schwung, da das Edelmetall ein Wertaufbewahrungsmittel par excellence ist. Papierwährungen wie der Dollar verlieren dann an Kaufkraft, die von Gold steigt oder bleibt gleich. Doch momentan herrscht auch hier “verkehrte Welt”: die steigenden US-Zinsen belasten den Goldpreis, zumal die Inflation weiter sinkt. So ist die US-Inflationsrate im Mai auf 1,9 Prozent zurückgegangen. Damit steigt der Realzins, weshalb die Notierung des Edelmetalls zusehends unter Druck kommt.

Die große Frage lautet nun: Wird das Edelmetall seine alte Rolle als “sicherer Hafen” zurückerobern? Auch wenn wir nicht in die “Glaskugel” blicken können, so gibt es doch Anhaltspunkte, die für ein langfristiges Gold-Investment sprechen. Die aktuelle “Krisenresistenz” vieler Anleger könnte temporärer Natur sein. Sprich: Wenn die Anlegerwelt keine Krisen wahrnimmt, ist auch der sichere Hafen nicht mehr gefragt. Aber die nächste Krise kommt bestimmt und mit ihr auch ein eventueller, neuer Goldrausch.

Auch dürfen wir nicht vergessen, dass Gold trotz der momentanen Zinssorgen und Preisschwankungen ein Sachwert ist, der eine sinnvolle Ergänzung für jedes Depot darstellt. Gold ist knapp, Gold ist begehrt. Und wird es immer bleiben. Wenn Sie auf “Nummer sicher” gehen wollen, empfehlen wir ein Basisinvestment in risikoarme und zugleich renditestarke Aktien-Anlageformen, wie z.B. den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), ergänzt um Gold und etwas “Cash” als Rückhalt. Mit diesem Anlage-Mix liegen Sie immer goldrichtig!

boerse.de

Gold: Kommt jetzt das Comeback?

Daimler: Die Schockmeldung des Tages!

mercedes-engine-2100359_960_720.jpgWer hätte das gedacht: Medienberichten zufolge hat Daimler möglicherweise mehr als eine Million Fahrzeuge mit manipulierten Abgaswerten verkauft. Auf dem Prüfstand machen die Motoren einen blitzsauberen Eindruck, doch sobald die Wägen wieder auf die Straße rollen, schaltet sich die Schadstoffreinigung weitgehend aus. Die getürkten Autos stoßen in Folge weit mehr schädliche Abgase aus, als gesetzlich zugelassen ist.

Daimlergate?
“Gate” ist seit der berühmten Watergate-Affäre das wohl meist verwendete Skandal-Suffix. Ich finde, Daimler hat sich sein eigenes “-gate” redlich verdient! Die Saubermänner aus Stuttgart beharrten monatelang auf ihre weiße Weste und wenn WDR, NDR und “Süddeutsche Zeitung” nicht am Ball geblieben wären, würde sich Daimler-Chef Dieter Zetsche noch immer in seinen Walrossbart lachen. Die Journalisten erhielten Einsicht in den Durchsuchungsbeschluss des Landgerichts Stuttgart, der Grundlage für die Razzia bei Daimler im Mai 2017 war.

Aus dem Dokument geht hervor, dass der Autobauer von 2008 bis 2016 in Europa und den USA Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft haben soll. Möglicherweise sind über eine Million Autos und Kleintransporter mit den Motoren OM 642 und OM 651 betroffen, die Daimler auch in Fahrzeugserien von Mercedes-Benz eingebaut hat.

Doch nicht bei uns!

Herbst 2015
Volkswagen steckt mitten im Dieselgate-Sumpf. Nach Bekanntwerden des Skandals rund um VW distanziert sich Daimler schon mal prophylaktisch von Tricksereien aller Art. Wörtlich sagte Daimler-Chef Zetsche zu diesem Zeitpunkt:  „Bei uns wird nicht betrogen, bei uns wurden keine Abgaswerte manipuliert.“

Januar 2016
Die DUH (Deutsche Umwelthilfe) testet zwei Fahrzeuge der aktuellen C- und B-Klasse und kritisiert, die “mangelhafte” Abgasreinigung und eine starke Abweichung der Stickoxidwerte. Die DUH verklagt Daimler daraufhin wegen irreführender Werbung, doch das Gericht weist die Anschuldigungen im Juni 2017 zurück.

Dezember 2016
Auch in den USA werden Vorwürfe gegen Daimler laut: Mercedes-Käufer reichen bei Gericht eine Sammelklage gegen Daimler wegen unzulässiger Werbeaussagen für Blue-Tec-Dieselmotoren ein. Der Autohersteller soll Kunden mit geringeren Schadstoffwerten gelockt haben, als tatsächlich gemessen. Die Klage wurde abgewiesen.

Mai 2017
Ein 200-Mann-Aufgebot der Polizei und Staatsanwaltschaft durchsucht mehrere Daimler-Standorte. Die Razzia scheint erfolgreich gewesen zu sein, denn das dabei sichergestellte Beweismaterial bildet die Grundlage für die aktuellen Anklagepunkte gegen zwei (unbekannte) Daimler-Bauernopfer, ähm, Mitarbeiter: Betrugsverdacht und irreführende Werbung.

Alles halb so wild!
Der Aktienkurs des Autoherstellers verlor nach Bekanntwerden der Anschuldigungen am Vormittag “nur” rund ein Prozent an Wert. Vielleicht sind die meisten Investoren mittlerweile Dieselgate-resistent und Daimler profitiert davon, nur einer von vielen Konzernen zu sein, denen Abgasmanipulationen vorgeworfen werden? VW war 2015 der erste Autobauer auf der Anklagebank. Damals reagierten die Anleger noch schockiert: die Volkswagen-Aktie verlor zeitweise über 20 Prozent an Wert.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Daimler-Die-Schockmeldung-des-Tages-von-Miss-boersede/7787754

Daimler: Die Schockmeldung des Tages!

Südzucker: Das schmeckt nach mehr!

boerse.de

candy-1678933_960_720.jpgHeute berichte ich Ihnen von einer Aktie aus der zweiten Reihe, die eine Sünde wert sein könnte: Südzucker. Der MDax-Wert legt morgen Q1-Zahlen vor und Investoren interessiert natürlich brennend, ob die Zuckerbranche Zukunftspotential hat, oder ob sie sich besser heute als morgen von der Aktie verabschieden sollten.

Bitterer Nachgeschmack

Noch vor einem Jahr zählte die Südzucker-Aktie zu den Lieblingen vieler Börsianer, denn das Papier sprintete von ihrem Kurstief bei 12,77 Euro (Februar 2016) auf 25,45 Euro (Oktober 2016) und  zählte damit zwischenzeitlich zu den Top-Performern im Index mittelgroßer Werte. Steigende Zuckerpreise motivierten den Konzern, die eigene Jahresprognose zu erhöhen und bestärkten Investoren darin, in Südzucker zu investieren. Im vergangenen Geschäftsjahr verdoppelte der Konzern das operative Ergebnis nahezu auf 426 Millionen Euro (Vorjahr: 241 Millionen). Das MDax-Mitglied setzte 2016/2017 insgesamt 6,5 Milliarden Euro um nach 6,4 Milliarden im Vergleichszeitraum.

Doch mit den Monaten schmolzen die anfänglichen Gewinne dahin, wie ein Zuckerhut über der Feuerzangenbowle: die Aktie verbuchte seit Jahresbeginn ein Minus von 18,77 Prozent und einige Experten fürchten, dass das dicke Ende noch bevorsteht. Schuld am wachsenden Pessimismus ist die enorme Abhängigkeit des Lebensmittelkonzerns von den stark schwankenden Zuckerpreisen, die Ende Juni mit rund 394 Euro je Tonne den niedrigsten Stand seit 16 Monaten erreichten.

Ein Produkt, viele Geschäftsfelder

Sinkende Weltmarktpreise für das “weiße Gold” haben zwei Ursachen: die abnehmende Nachfrage und Spekulanten, die auf eine Fortsetzung des Preisverfalls wetten. Südzucker versucht sich mit einem möglichst diversifizierten Produktangebot gegen mögliche Marktschwankungen abzusichern. Der weltgrößte Zuckerkonzern gliedert sich in vier Geschäftsbereiche: Zucker, Spezialitäten (z.B. Tiefkühlprodukte), Fruchtzubereitungen und die Bioethanolproduktion.

Während die weltweite Nachfrage nach raffiniertem Zucker und “ungesunden” Lebensmitteln wie TK-Pizza oder Ketchup, die viel “leere Kalorien” enthalten sinkt, steigt der Bedarf an Bio-Kraftstoff. Südzucker-Tochter CropEnergies macht mit der Erzeugung von Bioethanol gute Geschäfte, wie die heute vorgelegten Zahlen beweisen. CropEnergies steigerte den Umsatz in Q1 um 38 Prozent auf 231 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Ein willkommenes “Zuckerl” für die Mannheimer Mutter…

Revolution im Schlaraffenland

Im Oktober kommt Bewegung ins Schlaraffenland: die revolutionäre Abschaffung der EU-Quotenregelung wird die jahrzehntelange Planungssicherheit der Branche bezüglich Produktionsmengen- und Preisen gefährden. Wenn die Quote wegfällt, dürfen Zuckerrübenbauern pflanzen und ernten was das Feld hergibt. Auch der Preis und die Exportmenge sind dann nicht mehr reguliert. Diese Entwicklung sorgt zum einen dafür, dass der Wettbewerb durch eine steigende Produktion zunimmt und die Preise weiter fallen könnten. Zum anderen trennt sich aufgrund der Deregulierung auch die Spreu vom Weizen: die Zuckerhersteller, die es sich leisten können, werden expandieren und noch mehr Felder bewirtschaften als momentan. Den Unternehmen aber, die nicht über die nötigen Energiereserven verfügen, könnte diese Entwicklung bittere Verluste bescheren.

Wir von boerse.de überlassen die “Nervennahrung” gerne ausgehungerten Spekulanten und konzentrieren uns lieber auf Aktien mit einem ausgezeichneten Chance-Risiko-Profil, die bei überdurchschnittlichen Renditen geringe Rückschläge aufweisen. Generell ist dies ein Kennzeichen der Nahrungs- und Genussmittelbranche, denn Gegessen und Getrunken wird bekanntlich immer. Südzucker ist da allerdings eine Ausnahme, denn die starke Abhängigkeit vom Kernprodukt Zucker, schwankenden Marktpreisen und Regularien machen den Wert zu einem spekulativen Investment.

Ein ganz anderes Bild zeichnet dagegen Branchenkollege und boerse.de-Top-Defensiv-Champion Nestlé: der schweizer Nahrungsmittelkonzern ist wesentlich breiter aufgestellt als Südzucker, profitiert als Abnehmer von fallenden Zuckerpreisen und zeichnet sich durch eine besondere Defensiv-Stärke aus. Profitieren Sie mit! Das geht ganz einfach mit einem Investment in den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der auch in Nestlé investiert und innerhalb der vergangenen drei Jahre +46,3 Prozent Gewinn erzielte. So lasse ich mir Erfolg schmecken!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Südzucker: Das schmeckt nach mehr!

Der Wochenausblick

1b96b3ac02045e3cf60bda54462dcd39Während die meisten von uns vergangene Woche bei hochsommerlichen Temperaturen im Auto, Liegestuhl oder Büro schwitzten, kamen die Börsenbarometer Dax und Dow Jones kaum über die Nullgrad-Marke. Genauer gesagt verbuchten sowohl unser heimischer Leitindex (+ 0,5 Prozent, 12.388 Punkte) als auch die Wall Street (+ 0,33 Prozent, 21.414 Punkte) lediglich minimale Gewinne auf Wochensicht.

Marktbeobachter rätseln, ob es sich bei der momentan sehr zögerlichen Entwicklung um ein “Sommerloch”, oder den Anfang einer anhaltenden Kurs-Flaute handelt. Auch wir werden auf diese Frage keine endgültige Antwort finden – die gegenwärtigen Signale und Einflussfaktoren sind einfach zu konträr. Investoren sorgen sich um den wirtschaftspolitischen Weltfrieden und die Zinspolitik der Notenbanken. Gleichzeitig kommen positive Signale von Seiten der Industrie und dem Arbeitsmarkt: deutsche Unternehmen haben die Produktion entgegen der Marktprognose (+0,3 Prozent) im vergangenen Monat um 1,2 Prozent hochgeschraubt. Der Motor brummt, doch momentan spiegelt sich die florierende, deutsche Konjunktur nur bedingt in der Kursentwicklung des Dax wider. Etwas enthusiastischer reagierte die Wall Street vergangenen Freitag auf die durchwegs positiven US-Jobdaten. Im Juni entstanden deutlich mehr neue Stellen als erwartet – ein gutes Signal für die amerikanische Wirtschaft und die Aktienmärkte.

Viele Anleger fragen sich momentan, was wohl das Beste ist: Gewinne versilbern, abwarten oder einsteigen? Wir von boerse.de zählen nicht zu den notorischen Schwarzsehern, die hinter jedem Kursverlust einen Crash wittern: was wirklich zählt, sind langfristige Gewinne. Kleine Rücksetzer sind schmerzhaft und das “Aussitzen” vorübergehender Flauten erfordert starke Nerven, macht sich aber “bezahlt”. Unser Mantra in schwierigen Zeiten lautet: “Dax und Dow gewinnen im Mittel 9 Prozent pro Jahr”. Eine beruhigende Tatsache, finden Sie nicht?

Wagen wir trotz der aktuellen Schwäche doch mal einen Blick auf die potentiellen Kurstreiber dieser Woche:

Aurelius

Investoren der Beteiligungsgesellschaft mussten dieses Jahr entweder stoisch oder tief-gläubig sein. Ende März halbierte sich der Kurswert der Aurelius-Aktie innerhalb weniger Stunden auf ein Rekordtief von 34,55 Euro. Schuld daran waren Zweifel einer Research-Firma am Substanzwert des Unternehmens. Diese Skeptiker dürften am Freitag eines Besseren belehrt worden sein: Aurelius erhöhte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr von 500 Millionen auf  650 Millionen Euro. Die Aktie feierte das Comeback mit einem Kursplus von zeitweise über sechs Prozent. Hoch und runter, immer munter – spannend, aber kein Attribut, das Aurelius zum boerse.de-Champion krönen würde.

Dienstag:
Coca Cola-Konkurrent und Knabberartikel-Hersteller PepsiCo könnte mit der Präsentation seiner Q2-Zahlen für Erfrischung sorgen.

Mittwoch:
US-Notenbank-Präsidentin Janet Yellen liest uns abends aus ihrem Fed-Beige-Book vor. Kein Thriller aber eine recht aufschlussreiche Lektüre wenn man sich für die künftige Zinspolitik der USA interessiert.

Donnerstag:
Ist die Südzucker-Aktie eine Sünde wert? Am Donnerstag wird sich zeigen, ob die Naschkatzen im ersten Quartal genug Appetit hatten. Auch die wegfallenden Regulierungen auf dem Zuckermarkt könnten dem Titel pfundige Chancen bescheren.

Freitag:
Zahltag! Können die US-Banken JPMorgan, Citigroup, Wells Fargo mit einem positiven Saldo im zweiten Quartal punkten?

Die Bilanzsaison steht in den Startlöchern, der Dax witterte mit einem Plus von rund 0,4 Prozent zu Handelsbeginn Morgenluft und sogar der Ölpreis startet leicht erholt in die Woche. Alles positive Signale, die Sie zu einem Einstieg ermutigen sollten! Passend dazu finden Sie im aktuellen boerse.de-Aktienbrief 34 Kauf- bzw. Nachkaufsignale, die 400. boerse.de-Aktienbrief-Ausgabe, können Sie gratis und unverbindlich hier downloaden.

Ich wünsche Ihnen eine entspannte, erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

Link: boerse.de

Der Wochenausblick

Tesla: Das sollte Anleger misstrauisch machen!

match-1063868_960_720Ob Tesla-Chef Elon Musk entspannt den US-Nationalfeiertag am Dienstag genießen konnte? Wohl eher nicht, denn die Nachricht, dass der E-Auto-Pionier sein Produktions-Soll nur um Haaresbreite erreichte, beunruhigte die Aktionäre. Viele hätten das Tesla-Papier wahrscheinlich bereits am Feiertag auf die Verkaufsliste gesetzt, doch auch die Börse macht ab und zu mal ein Päuschen und deshalb kam das “dicke Ende” erst gestern. Die Tesla-Aktie verlor rund vier Prozent an Wert.


“Was solls?” fragen sich jetzt vielleicht einige Fans der E-Aktie. Eine kleine Korrektur nach rund 66 Prozent Kursgewinn innerhalb eines Jahres ist doch kein Beinbruch, oder? Doch das Signal, das Tesla mit dem knapp erreichten Produktionsziel von 47.100 Stück im ersten Halbjahr 2017 (angepeilt waren 47.000 bis 50.000 Wägen) sendet, stimmt einige Marktbeobachter misstrauisch.

Tesla mit Ladehemmung

Lieferengpässe sind in der jungen Historie des Börsenlieblings nichts Neues. Bereits vor gut einem Jahr verfehlte Tesla die selbstgesteckten Ziele und seitdem geriet Musk wegen seiner zu ambitiösen Vorgaben immer wieder in die Kritik. Doch die Schuld sucht der Multimilliardär gerne bei anderen: mal sind es Zulieferer, mal die Batterien oder die Autopilot-Hardware, die die Produktion hinken lassen. Was Tesla fehlt, ist das Know-How und die jahrzehntelange Erfahrung “altmodischer” Autobauer wie BMW oder VW, bei denen Engpässe trotz viel höherer Volumina kaum vorkommen.

Der Volks-Tesla soll’s richten

Obwohl Elon Musk’s Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 65 Milliarden Dollar mittlerweile mehr wert ist als BMW, macht Tesla noch keinen Cent Profit. Die Münchener sind dagegen mit einem Gewinn von 6,9 Milliarden Euro (2016) hoch rentabel und verkauften rund 30 mal so viele Autos wie der E-Auto-Pionier. Keine gesunde Basis, doch wie so oft, wird an der Börse die Zukunft gehandelt. Investoren glauben an Musk, seine Visionen und den durchschlagenden Erfolg des “Model 3”, dem ersten Mittelklassewagen der Amerikaner.

Am Freitag sollen die ersten Volks-Teslas vom Band rollen. Angesichts der 400.000 Vorbestellungen für den rund 35.000 Dollar teuren Mittelklasse-Tesla dürfte Musk ziemlich unter Strom stehen. Der Erfolg des Model 3 könnte für Tesla zukunftsentscheidend sein, denn wenn der “Volks-Stromer” kein Verkaufshit wird oder Kunden zu lange auf ihre Bestellung warten müssen, gewinnen Hersteller der “Old-Economy” einen gewaltigen Vorsprung. Doch selbst wenn Model 3 liefern kann, zweifeln Insider an dessen kommerziellem Erfolg. Die große Frage lautet: wie kann Tesla mit günstigen Autos viel Geld in einem hart umkämpften Marktsegment verdienen, wenn dieses Kunststück nicht mal in der Oberklasse gelingt, in der Tesla quasi allein auf weiter Flur ist?

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Tesla: Das sollte Anleger misstrauisch machen!