Das Wort zum Wochenende: Nur keine Panik! Warum wir von politischen Börsen langfristig sogar profitieren

trump-2171739_960_720Unsere treuen Leserinnen und Leser kennen sicher schon ein paar der boerse.de-Kernaussagen. Einer meiner Favoriten, der mich in den vergangenen Monaten vor so manchem Panik-Verkauf bewahrte, lautet: “Jede Börsenkrise wird wieder aufgeholt”. Mit diesen Worten im Hinterkopf lassen sich auch die gegenwärtigen, meist politisch motivierten Kursturbulenzen ganz beruhigt “aussitzen”. Denn wer stoisch auf die Wachstumskraft der Börse vertraut, den bringen ein paar Schlagzeilen nicht aus dem Konzept. Scheuklappen aufsetzen und durch!

Dagegen könnten Börsen-Neulinge Überschriften wie “Wann kommt der Trump-Crash?” oder “Brexit! Jetzt brechen alle Dämme” zu viel Bedeutung schenken. Mit der Konsequenz, dass verunsicherte Anleger ihre Firmenanteile aus blanker Verlustangst zu einem vielleicht ungünstigen Zeitpunkt verkaufen, anstatt die Kurz-Krise einfach auszusitzen.

Skeptiker fragen sich vielleicht, ob die Warnungen der Weltpresse vor politisch motivierten Börsen-Crashs nicht doch ihre Daseinsberechtigung haben. Wie die Historie uns lehrt, gab es Korrekturen zuhauf, existenzielle Crashs ohne anschließendem Aufschwung dagegen nicht.

Ein Blick in die Geschichtsbücher

Vielleicht erinnern Sie sich noch mit Schrecken an den 11. September 2001. Damals, kurz nach dem fürchterlichen Terroranschlag in New York, verlor der Dax im Handelsverlauf fast elf Prozent. Die Wall Street, in unmittelbarer Nähe des World Trade Centers gelegen, blieb vier Tage lang geschlossen und ging am ersten Handelstag um gut sieben Prozent in die Knie. Viele Marktteilnehmer befürchteten die ganz große Korrektur, den Mega-Crash. Doch dem war nicht so. Die Börsenbarometer erholten sich wie Stehaufmännchen und der Dow Jones stand schon Ende Oktober auf einem ähnlichen Niveau, wie vor der entsetzlichen Katastrophe.

Diesmal ist alles anders?

Ob Brexit, Trump, Syrien-Konflikt, das türkische Verfassungsreferendum oder die französische Präsidentschaftswahl: Seit Monaten dominieren politische Ereignisse die Stimmung der Börsianer. Nervosität prägt das Geschehen und dieser labile Zustand spiegelt sich auch in den Kursen wider, die äußerst volatil, sprich: schwankungsanfällig, sind. Doch von einer massiven Korrektur keine Spur. Ganz im Gegenteil! Unser heimischer Leitindex gewann trotz Trumponomics, Terror und Türkei innerhalb der vergangenen zwölf Monate fast 21 Prozent an Wert und sein amerikanisches Pendant, der Dow Jones, punktete mit Plus 16,3 Prozent.

Prognosen und Irrtümer

Skeptiker vertrauen häufig lieber statistischen Erhebungen, als der Börse selbst und lagen damit in der jüngsten Vergangenheit gründlich daneben. Erinnern Sie sich an die Hochrechnungen vor dem EU-Referendum der Briten? Oder an die Prognosen im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahl? Innerhalb weniger Monate irrten sich die Statistiker gleich zweimal und führten zahlen fixierte Trader weltweit in die Irre. In beiden Fällen reagierten die Kurse empfindlich auf das überraschende Ergebnis, doch statt des befürchteten Crashs blieb es bei einem kurzen Schock, von dem sich die Märkte rasch wieder erholten. Sie sehen, selbst Fehlprognosen haben langfristig keine fatalen Auswirkungen und können, wie im Fall der US-Wahl, sogar neue Anlagechancen eröffnen.

Die Börse läuft und läuft

Die gern zitierte Börsenweisheit: “Politische Börsen haben kurze Beine” hat nichts an Aktualität eingebüßt, auch wenn manche “Experten” das Gegenteil behaupten. Solange sich die Erde dreht, solange strebt die Menschheit nach Erfolg und Fortschritt. Gelegentliche Rücksetzer und “Verschnaufpausen” sind dabei völlig normal und natürlich und sollten nicht als Sprungbrett, sondern als Einstiegs- oder Zukauf-Chancen genutzt werden.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende und verabschiede mich heute mit einem Zitat des Star-Investors Warren Buffett: “Betrachten Sie die Schwankungen des Aktienmarktes als Ihren Freund und nicht als Ihren Feind. Profitieren Sie von der Torheit Anderer, statt an ihr teilzunehmen.”

Ihre Miss boerse.de

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Das Wort zum Wochenende: Nur keine Panik! Warum wir von politischen Börsen langfristig sogar profitieren

Deutsche Bank: Ein Hoffnungsschimmer nach zwei Horrorjahren

Wie Phoenix aus der Asche: Die Deutsche Bank überraschte im Rahmen der Quartalszahlen-Präsentation mit einer Gewinnmeldung. Nach zwei verlustreichen Jahren verbuchte das Geldhaus in den vergangenen drei Monaten endlich mal wieder einen ordentliches Vorsteuerergebnis von 878 Millionen Euro, was einer Steigerung von 52 Prozent entspricht. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Ergebnis von 868 Millionen gerechnet. Doch die Erträge ließen zu wünschen übrig: Sie gingen um neun Prozent auf 7,3 Milliarden Euro zurück.

Rechtfertigt dieser kleine “Schönheitsfehler” in der Bilanz den Kursrutsch der Aktien von rund drei Prozent zu Handelsbeginn? Teilweise. Neben Gewinnmitnahmen der Anleger, die sich über die Wertsteigerung ihrer Bankenaktien von über zehn Prozent seit Jahresbeginn freuten, waren viele Börsianer mit dem Statement des DB-Chefs John Cryan “Ich bin zufrieden mit unserem Start ins Jahr 2017” nicht ganz einverstanden.

Etwas Licht…

Good news first: Der boomende Anleihenhandel spülte der Deutschen Bank ordentlich Geld in die Kassen. Aufgrund der andauernden Unsicherheiten an den Weltbörsen schichteten Anleger ihr Depot um und zahlreiche Börsen-Neulinge kauften Aktien, um von der andauernden Hausse zu profitieren. Folglich sprudeln die Erlöse aus dem Beratungsgeschäft und Investmentbanking, das sein operatives Ergebnis von 313 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf jetzt 462 Millionen Euro steigern konnte. Mit diesem Resultat liegen die Frankfurter übrigens schwer im Trend: Auch richtungsweisende US-Großbanken profitierten vom starken Anleihengeschäft und verbuchte im ersten Quartal Milliardengewinne.

Auch das Tagesgeschäft mit Privat- und mittelständischen Kunden kam wieder in Schwung. Hier kletterte das Ergebnis vor Steuern auf 320 Millionen Euro nach 63 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Bedeutet das, dass Kunden wieder mehr Vertrauen in das krisengeschüttelte Bankhaus gewonnen haben? Die erst kürzlich abgeschlossene Kapitalerhöhung von 8 Milliarden Euro sollte Kunden und Anleger von der Zukunftsfähigkeit der Bank überzeugen, doch viele argwöhnen, dass die momentanen Überschüsse mehr kosmetischer Natur sind und sich nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen lassen.

…und Schatten


Dem Bankhaus wird “mehr Schein als Sein” unterstellt, denn der Schrumpfkurs des John Cryan hat Köpfe rollen lassen und zu Kostensenkungen von rund zwölf Prozent geführt. So wäre es durchaus denkbar, dass sogar bei gleichbleibenden Einnahmen unterm Strich ein Plus in der Bilanz steht. Zudem profitierte die Deutsche Bank von Basiseffekten und weggefallenen Belastungen, die ein in Wirklichkeit stagnierendes Geschäft in einem günstigeren Licht erscheinen lassen.

Wie gehts weiter?

Um das Bankhaus wieder auf Erfolgskurs zu trimmen und die teils selbst verschuldete Finanzkrise zu überwinden, setzt Cryan auch weiterhin auf den Rotstift. Nachdem die Mitarbeiterzahl innerhalb eines Jahres von weltweit 101.445 auf 98.177 eingedampft wurde, sollen bis 2018 weitere 9.000 Angestellte ihren Job verlieren. Vor allem Mitarbeiter der insgesamt 188 deutschen Filialen, die auf der roten Liste stehen, müssen ihren Hut nehmen und sollen durch freundliche Telefonberater ersetzt werden. Die unverkäufliche Postbank-Tochter wird in die Bank eingegliedert und die Vermögensverwaltung Deutsche Asset könnte im Falle eines Teil-Börsengangs Millionen zur Firmenbilanz beisteuern.

Unterm Strich ist die Neuausrichtung der Deutschen Bank ein enormer Kraftakt. Sowohl Kunden, als auch Mitarbeiter und Aktionäre sollen wieder Vertrauen in die Finanzkraft und Zukunftsfähigkeit der Großbank gewinnen und John Cryan muss wieder und wieder beweisen, dass sein Masterplan auch langfristig Früchte trägt.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

Deutsche Bank: Ein Hoffnungsschimmer nach zwei Horrorjahren

Amazon vor den Zahlen: Schreibt der Online-Händler ein neues Kapitel Erfolgsgeschichte?

Es hagelt Quartalszahlen. Allein in den USA präsentieren morgen Under Armour, Intel, Microsoft, Starbucks, Alphabet und Amazon Ergebnisse der vergangenen drei Monate. Wir konzentrieren uns heute auf die Erfolgsgeschichte des Online-Riesen Amazon, der sich innerhalb der vergangene 23 Jahren vom Buchhändler zum Internet-Tausendsassa entwickelt hat. Ein atemberaubender Werdegang, gepflastert von unternehmerischen Meilensteinen. Doch dazu gleich mehr…

Die Erwartungen der Analysten

Sind hoch. Im Schnitt rechnen die Experten mit einem Umsatzanstieg von 21,2 Prozent auf 35,3 Milliarden Dollar sowie einem Nettogewinn je Aktie von 1,13 Dollar. Als Umsatzmotor dürfte sich mal wieder das erfolgreiche Cloudgeschäft AWS (Amazon Web Services) erweisen. Der Internetriese gilt als Pionier und erste Adresse für Unternehmen, die Rechenleistungen gegen eine Abo-Gebühr auf Amazons Serverfarmen auslagern wollen.

Es gibt allerdings auch ein paar Baustellen, die für leichte Kratzer in der geschliffenen Firmenbilanz sorgen könnten. Wachstum kostet Geld und sowohl die Expansion in neue Märkte wie Indien und China, als auch zahlreiche, kostspielige Prime Video-Eigenproduktionen schmälern die Umsätze des Internetgiganten.

Das Gros der Analysten lässt sich jedoch von zukunftsträchtigen Investitionen nicht verunsichern. Schließlich hat sich bis dato fast jeder innovative Geistesblitz von Firmenboss und Visionär Jeff Bezos als Erfolgsstory entpuppt.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Videoproduzent, Cloud-Anbieter, Shopping-Tempel, Lebensmittel-Lieferant… Was ist Amazon eigentlich? Die ursprüngliche Positionierung als Online-Buchhändler ist längst überholt. Der Versandhändler entwickelt sich mehr und mehr zum Internet-Pionier, der viele Branchen revolutioniert. Aktuelle Projekte umfassen beispielsweise die Mobilfunksparte, in der Amazon als virtueller Betreiber eigene Sim-Karten verkaufen will, die Auslieferung von Waren mittels Roboterfahrzeugen oder der Vorstoß als Lebensmittellieferant: Unter dem Namen “Amazon Fresh” könnte das Unternehmen herkömmlichen Supermarktketten schon bald Konkurrenz machen.

Ein für Außenseiter schwer zu fassendes Sammelsurium mit einem gemeinsamen Nenner: Das Streben nach Innovation. Im Laufe der Unternehmensgeschichte wurden immer wieder Geschäftsfelder erschlossen, von denen niemand wusste, ob sie jemals eine reiche Ernte erwirtschaften würden. Doch viele dieser Wagnisse erwiesen sich langfristig als Umsatztreiber und führten dazu, dass Amazon trotz dotcom-Blase und so mancher Fehlinvestition der weltweit größte Einzelhändler ist. Amazon-Gründer und Chef Jeff Bezos erläuterte seine Unternehmensphilosophie gegenüber der Nachrichtenagentur dpa einmal mit folgenden Worten: „Wir wollen Sachen erfinden, die den Leuten anfangs ungewöhnlich vorkommen – aber einige Jahre später für alle normal sind.“

Abschließend stellt sich natürlich die Frage, ob eine Investition in die boerse.de-Champions-Aktie trotz ihres stolzen Preises von rund 908 Dollar pro Stück noch gerechtfertigt ist. Gründe, die für einen Kauf sprechen, gibt es genug: Ein durchschnittlicher Kursgewinn von 33 Prozent innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Eine lange, weitgehend stabile, Börsenhistorie. Der bemerkenswerte Pioniergeist des Unternehmens. All das macht Amazon zum Börsenliebling, für den die britische Barclays Bank sogar ein Kursziel von 1.120 Dollar in Aussicht stellt. Keine Frage: Amazon macht seinem Titel als Champion alle Ehre und könnte auch morgen wieder die Phantasie der Anleger beflügeln.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Amazon vor den Zahlen: Schreibt der Online-Händler ein neues Kapitel Erfolgsgeschichte?

Daimler vor den Zahlen: Wie stehen die Sterne für den Autohersteller?

Schneller, höher, weiter, mehr Daimler entwickelt sich zum Inbegriff vieler Superlative und fährt fast monatlich neue Rekorde ein. Kurz vor Ostern war es wieder soweit: Daimler überraschte die Anleger mit vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal 2017 und nahm der morgigen, endgültigen Bilanzpräsentation die Spannung vorweg. Um dennoch für einen Überraschungseffekt bei den Aktionären zu sorgen, könnte Daimler-Chef Zetsche am Mittwoch ein Ass aus dem Ärmel schütteln und die Gewinnprognose des Autoherstellers für das Gesamtjahr 2017 anheben. Die vorläufigen Zahlen würden einen solchen Schritt jedenfalls durchaus rechtfertigen. Den Schwaben gelang es offenbar, das Konzernergebnis mit vier Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast zu verdoppeln.

Die E-Klasse läuft und läuft…

Doch damit nicht genug. Im März hatte der Autobauer gleich doppelten Grund zur Freude: Die Konzernmarke Mercedes-Benz feierte vergangenen Monat ein Absatzplus von 15 Prozent und gleichzeitig ein Rekordquartal mit insgesamt zwölf Prozent mehr verkauften Neuwagen. Vor allem in China entwickelte sich die nur dort erhältliche, lange Version des Klassikers “E 300 L” zum Kassenschlager. Kein Wunder, denn Daimler hat die Limousine für den chinesischen Markt quasi maßgeschneidert.

Vielleicht fragen auch Sie sich, weshalb ausgerechnet die für ihren eher schmalen Körperbau bekannten Chinesen einen “kleinen Maybach” mit extra Fußraum im Fond benötigen? Das liegt vor allem an der Meeting-Kultur der Asiaten. Geschäftsabschlüsse werden gerne im Stau getätigt und zu diesem Zweck ist ein bisschen extra Komfort für den Chauffeur (beheizbare Armlehne) und die Insassen (beheizbarer Getränkehalter, doppelte Polsterung, USB-Anschluss…) durchaus gerechtfertigt.

Am weltgrößten Automarkt erzielte Daimler in den vergangenen drei Monaten voraussichtlich ein Plus von 37 Prozent und damit weltweit den höchsten Zuwachs gefolgt von Europa (elf Prozent) und den USA (4,5 Prozent).

Die E-Autos kommen

Branchenkenner munkeln, dass die gegenwärtigen PKWs mit Verbrennungsmotor hauptsächlich der Subvention zukunftsträchtiger Elektromobile dienen. Vielleicht etwas überspitzt formuliert, aber die Autoindustrie steht tatsächlich vor einer gewaltigen Revolution, bei der die Karten unter den Herstellern neu gemischt werden dürften. Elektromotoren und autonomes Fahren sind bereits so ausgereift, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das klassische Automobil vom Robocar abgelöst wird. Die Frage ist nur, welcher Autobauer das Rennen machen wird.

Neulinge wie Tesla und Apple oder altgediente Marken wie Daimler, BMW oder VW? Diese Frage lässt sich momentan noch nicht beantworten. Klar ist aber, dass Mercedes bei seiner E-Auto-Initiative einen Gang raufschalten muss. Tesla drängt mit der Mittelklasse-Limo “Model 3” auf den Markt, für die bereits 400.000 Vorbestellungen eingegangen sind und Apple tüftelt am “Project Titan”: Einem autonom fahrenden Elektroauto.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Vielleicht. Zumindest beschloss Daimler-Chef Zetsche in den Turbo zu wechseln und zehn geplante E-Autos bereits bis 2020 vom Band laufen zu lassen. Fünf Jahre früher als geplant.

Liebe Leserinnen und Leser, Autoaktien sind glamourös, gewinnbringend und zugleich riskant. Die gesamte Branche ist nicht nur äußerst konjunkturabhängig, sondern steckt gleichzeitig in einer Industrie-Revolution, die den gesamten Sektor neu strukturieren könnte. Nichts für schwache Nerven und auch nur bedingt zum langfristigen, defensiven Vermögensaufbau geeignet. Wenn Sie ihr Erspartes lieber im Trockenen “parken”, empfehle ich Ihnen den boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI). Ein Zertifikat bestehend aus zehn besonders risikoarmen und gleichzeitig renditestarken Aktien “langweiliger” Branchen, wie der Nahrungs-, Konsumgüter-, oder Genussmittelindustrie. Ein solides Investment, das sich mit einer Rendite von 48,5 Prozent seit dem Börsendebüt am 30.6.2014 sogar weit besser entwickelte, als das Daimler-Papier.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

Daimler vor den Zahlen: Wie stehen die Sterne für den Autohersteller?

Fly me to the sky, SAP!

Willkommen zur Afterhour! Nach dem Motto: “Nach der Party ist vor der Party” winken wir einmal lässig in Richtung Emmanuel Macron. Dem französische Präsidentschaftskandidat mit dem oh là là-Siegerlächeln, dem seit gestern die (Börsen-) Welt zu Füßen liegt.

Er gilt als Freund der EU und wird vermutlich alles daran tun, um einen “Frexit” zu verhindern. Gut für die Wirtschaft, gut für uns BUXies. Unsere Germany 30 jubelten deshalb “Merci, Macron!” und markierten mit 12.455 Punkten und einem Plus von über drei Prozent ein neues Alltime-High. Yeah! War das der Startschuss für die Sommer-Börsenrally Frankreich-Frankfurt?

Maybe, baby. Die Zeichen stehen jedenfalls auf “Go!” und die aktuelle Bilanz-Saison, in der Unternehmen die Ergebnisse der vergangenen Monate präsentieren, könnte dem Aktien-Hype noch einen extra Boost verleihen. Während sich diese Woche US-Unternehmen wie Alphabet, Microsoft oder Twitter auf Bilanz-Pressekonferenzen die Klinke in die Hand geben, stehen die deutschen Firmen noch in den Startlöchern. Doch heute kommt auch bei uns Schwung in die Einzelwerte…

Unnützes Wissen

Wer braucht schon Wall Street? Wir haben Walldorf! Stammsitz des SAP-Konzerns, der heute morgen Zahlen der vergangenen drei Monate präsentierte. Und was haben die zwei W’s gemeinsam? Richtig: Den Sellerie-Salat. Der verdankt seinen Namen nämlich dem legendären New Yorker Waldorf-Hotel und einem glücklichen Zufall: Zwei Auswanderer aus dem badischen Walldorf namens Astor tauften sowohl den Salat, als auch die Hotelkette Waldorf-Astoria. Ein “l” fiel wohl dem Slang zum Opfer, well…

Dank des Softwareriesen SAP ist die baden-württembergische Kleinstadt zu einer der reichsten Gemeinden Deutschlands geworden. Silicon Walldorf ist ein Hightech-Standort voll mit Nerds in Hipster-Uniform, Tennisplätzen und E-Autos. Eine Miniaturausführung des kalifornischen Silicon Valley, sozusagen.

Mehr geht nicht mehr

Doch. Denn über dem Schwabenländle kursiert eine ganz besondere Wolke, die für regelmäßigen Geldregen sorgt: Die “Cloud”. In der Datenwolke können SAP-Kunden teure Software für billiges Geld mieten, statt sie zu kaufen. Ein smartes Abo-Modell, mit dem Zeitungen, Fitnessstudios und Telcos schon seit Jahrzehnten üppig Geld verdienen und das bei SAP für über 30 Prozent Wachstum in der Cloud-Sparte sorgte. Auch das „altmodische“ Geschäft mit Softwarelizenzen boomt und das, obwohl der Konzern diese Sparte kaum noch pusht. Die Lizenserlöse übertrafen sogar die Erwartungen der Analysten: SAP verdiente an ihnen 691 Millionen Euro und damit weit mehr als die prognostizierten 641 Millionen.

Einziges Regenwölkchen am blauen SAP-Himmel: Aufgrund der gestiegenen Personalkosten sank der Nettogewinn der Schwaben um neun Prozent. Die Mitarbeiter profitieren nämlich von einem „aktienbasierten Vergütungssystem“. Sprich: Je höher der Aktienkurs, desto größer das Plus auf deren Gehaltszettel. Ein nettes „Extra“, das SAP sich einiges kosten läßt.

Durchaus möglich also, dass SAP-Chef Bill McDermott heute seine Pole-Position als DAX-Spitzenverdiener ausbaut und sich vom Geldregen aus der Datenwolke berieseln lässt. Ihr wollt auch ein Stück vom käuflichen Glück? Dann mal ran an die Knöpfe, the sky is the limit.. Happy Trading!

Fly me to the sky, SAP!

Die Highlights der Woche: Viva la France!

O là là, was für ein Wochenstart! Die Erleichterung der Börsianer über den zu erwartenden Sieg des EU-Befürworters Macron bei der französischen Präsidentschaftswahl am 7. Mai verlieh dem Dax zu Handelsbeginn Flügel: Unser Leitindex sprang bereits in den ersten Minuten rund zwei Prozent nach oben und markierte kurz vor 11 Uhr mit über 12.390 Punkten ein neues Allzeithoch. Chapeau! Der Etappensieg des wirtschaftsfreundlichen Kandidaten Emmanuel Macron dürfte den befürchteten “Frexit” verhindern und könnte gleichzeitig den Startschuss für eine sommerliche Börsenrallye Frankreich-Frankfurt geben.

Die Euphorie an den Märkten ist ein erfrischender Richtungswechsel nach den volatilen Zitterkursen der vergangenen Börsenwochen. Diese standen im Zeichen eines Gefechts zweier ungleicher Kontrahenten: Politik versus Wirtschaft. Auf der einen Seite des Ringes die Frankreich-Wahl, Brexit, Trump und Terror, auf der anderen die blühende US-Bilanzzahlen-Saison und weitere, positive Konjunkturmeldungen. Ein Battle, der in dieser Konzentration selten stattfindet und für Hochspannung auf dem Parkett sorgt.

Trotz ihrer Verschiedenartigkeit haben Politik und Wirtschaft nämlich vieles gemeinsam. Zum Beispiel die Fähigkeit, Aktienkurse zu dirigieren. Börsianer mussten in den vergangenen Wochen starke Nerven beweisen und sich von den teils heftigen Kursschwankungen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Denn obwohl Dax und Dow langfristig immer auf Wachstumskurs sind und sich von politisch motivierten “Crashs” schnell wieder erholen, machen Anleger oft den Fehler, bei der kleinsten Kurs-Verstimmung Aktien zu verkaufen, statt zu halten.

Die Investoren aber, die auf die Krisenfestigkeit der Börse vertrauen, werden diese Woche belohnt: Sowohl die positive, politische Stimmung als auch die Bilanzzahlen-Saison, die in den USA ihren Höhepunkt erreicht, könnten den Kursen Rückenwind verleihen. An guten Zahlen mangelt es nämlich nicht. Sowohl in Amerika, als auch auf unserem Kontinent floriert die Wirtschaft und viele der dieswöchigen Bilanz-Kandidaten dürften positive Überraschungen für ihre Anteilseigner bereithalten.

Hier sind die Unternehmen (darunter auch einige boerse.de-Champions!), die uns einen Blick in ihre Bücher gewähren:

Montag:

Syngenta, Philips, Anglo American, Alcoa, Halliburton, T-Mobile US


Dienstag:

Essilor International, SAP, Covestro, Volvo, Puma, Aixtron, Rocket Internet, DuPont, Eli Lilly, Coca-Cola, 3M, Caterpillar, McDonald’s, Kering, AT&T, Texas Instruments, Corning, Biogen

Mittwoch:

BHP Billiton, Comdirect, Daimler, KPN, Pepsico, Twitter, Procter & Gamble, GlaxoSmithKline, Boeing, Amgen, PayPal, Fiat Chrysler

Donnerstag:

Samsung, Roche, Kuka, Deutsche Bank, Renault, BASF, Nokia, Airbus, Wacker Chemie, Air Berlin, Vossloh, Fielmann, Lufthansa, Bayer, Beiersdorf, Total, AstraZeneca, Nintendo, Dow Chemical, Under Armour, Ford, Comcast, Intel, Alphabet, Amazon, Starbucks, Microsoft,  American Airlines Group, Expedia, GoPro, Abbvie, Praxair

Freitag:

Fuchs Petrolub, RIB Software, Linde, Sanofi, Barclays, Royal Bank of Scotland, Sony (Jahreszahlen), Colgate-Palmolive, General Motors, Exxon, Chevron

Genug Stoff für hochfliegende Börsenträume, die lediglich am Donnerstag einen kleinen Dämpfer bekommen könnten. Dann ist nämlich “Super” Mario Draghi in heikler Mission unterwegs. Der Chef der Europäischen Zentralbank muss langsam aber sicher das Ende der Geldflut einläuten, die dazu dient, die EU-Wirtschaft anzuheizen. Geld zum Nulltarif stimuliert Unternehmen zur Aufnahme von Krediten und fördert so deren Innovations- und Investitionskraft. Sehr zum Leidwesen des Bankensektors, dessen Kerngeschäft unter der jahrelangen Nullzinsphase litt. Jetzt, da das Inflationsziel von knapp zwei Prozent fast erreicht scheint, muss die EZB ihren geldpolitischen Kurs anpassen. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn eine plötzliche Kehrtwende könnte die Märkte kalt erwischen.

Ich wünsche ihnen eine spannende, erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

Die Highlights der Woche: Viva la France!

IBM schrumpft zum 20. Mal in Folge

Ein trauriger Rekord: Der IT-Riese IBM musste gestern zum 20. Mal in Folge Umsatzeinbußen in einem Quartal vermelden. In den vergangenen drei Monaten sanken die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um drei Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar, der Überschuss ging um 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zurück. Kein Wunder, dass Anleger langsam das Zutrauen in den “blauen Riesen” verlieren und den Titel auf die Verkaufsliste setzten: Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel über fünf Prozent an Wert.

Vom Computer-Urgestein…

Wir schreiben das Jahr 1911: IBM erblickte unter dem Namen “Computing Tabulating and Recording Company” in New York das Licht der Welt. Die ersten Produkte des Unternehmens waren Uhren, Waagen und Lochkarten- ein kleines, aber prägendes Stück Papier in IBM’s Firmengeschichte. Die legendären Datenträger aus Karton, die unter anderem bei Volks- und Wahlauszählungen zum Einsatz kamen, wurden im Laufe der Zeit von modernen Methoden wie Magnetplatten-Speichern abgelöst, ehe in den 60er-Jahren der erste Großrechner

hergestellt wurde. Bis zum PC für den Massenmarkt vergingen allerdings noch zwei Jahrzehnte und der legendäre ThinkPad-Mobilrechner kam erst 1992 in den Handel.

Trotz IBM’s Innovationskraft, verbrieft durch zahlreiche Patente, musste sich das Unternehmen schon bald dem Konkurrenzdruck findiger Mitbewerber geschlagen geben, die IBM’s Technik kopierten und mit günstigeren Rechner die privaten Haushalte eroberten. 2005 entschied sich der Konzern deshalb dazu, seine PC-Sparte an den chinesischen Computerhersteller Lenovo zu verkaufen. Ein historischer Strategieschwenk, mit dem sich IBM vom Maschinen- zum Infrastrukturanbieter und IT-Beratungsunternehmen wandelte. Die Frage ist nur, ob der von Vorstandschefin Ginni Rometty forcierte Schwenk vom Computer-Dino zum IT-Dienstleister den erhofften Erfolg bringt.

…zum IT-Tausendsassa

Die Eroberung der “Datenwolke”, die es Unternehmen ermöglicht, Software auf zentralen Servern zu mieten, statt zu kaufen, gilt als essentieller Bestandteil von IBM’s Zukunftsstrategie. Anstelle lokaler Firmenserver werden Programme und Speicherplatz in der virtuellen “Cloud” gegen eine Abo-Gebühr an Kunden vermietet. Ein booming Business und Haifischbecken, in dem sich bereits Branchengrößen wie Amazon, Oracle und Microsoft tummeln.

Trotz der scharfen Konkurrenz gelang es IBM im ersten Quartal 2017 mit Cloud-Services zu punkten, während die traditionell schwache Hardware-Sparte erneut Federn ließ.

Das Geschäft mit der Datenwolke wuchs um 33 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar, der Umsatz mit Großrechnern und System-Software schrumpfte dagegen um 17 Prozent. Auch die Technologie-Sparte, mit der IBM noch immer den Löwenanteil seiner Erlöse erwirtschaftet, brach um 2,5 Prozent ein. Am Ende konnte das Wachstum der Cloud die Misserfolge in anderen Bereichen nicht kompensieren und Anleger beginnen sich zu fragen, ob IBM seinen Platz im Portfolio noch verdient hat. Wundersamerweise scheint der IT-Dino sogar finanzielle Eiszeiten zu überdauern. Der Aktienkurs der “International Business Machines” gewann innerhalb der vergangenen zwölf Monate 19,7 Prozent an Wert und selbst Investorenlegende Warren Buffett hält mit stoischer Gelassenheit an seinen 81,2 Millionen IBM-Aktien fest. Vielleicht wegen der verlockend hohen Dividendenrendite von rund 3,3 Prozent, vielleicht aber auch, weil er noch immer auf die Innovationskraft des IT-Urgesteins vertraut.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

 

IBM schrumpft zum 20. Mal in Folge