Einmal volltanken, bitte! Tesla plant Kapitalerhöhung

Der nachhaltige Elektroauto- und Ökostromkonzern Tesla entpuppt sich langsam aber sicher als Kapital-Verbrenner. Um den Bau der ersten Mittelklasse-Limousine “Model 3” zu finanzieren, leiht sich Tesla deshalb jetzt Geld bei den Anlegern: Rund 1 Milliarde Dollar will Firmenchef Elon Musk mittels Kapitalerhöhung (der Ausgabe frischer Aktien) und Wandelanleihen einsammeln, wie der Konzern gestern Abend bekanntgab. Peanuts! Experten hatten im Vorfeld sogar mit einer noch größeren Finanzspritze in Höhe von 1,7 bis 2,5 Milliarden Dollar gerechnet.

Wenn es um Kapitalerhöhungen geht, reagieren Börsianer oft skeptisch, da ein solcher Schritt auf eine löchrige Finanzdecke schließen lässt, wie zum Beispiel im Falle der Deutschen Bank. Aber Tesla ist natürlich ein Fall für sich: Die Aktie des Autobauers legte gestern nachbörslich zwei Prozent zu. Ein deutliches Zeichen für das Vertrauen der Anleger in Teslas sonnige Zukunft.

Die Geldspritze dient der Stärkung der Bilanz und soll die Risiken und Nebenwirkungen des Mittelklasse-Abenteuers abfedern. Bislang waren die “Models” des Elon Musk zwar ganz hübsch anzusehen, aber zu Preisen jenseits der 45.000 Euro für Otto Normalverbraucher unerschwinglich. Mit dem Bau des umgerechnet rund 30.000 Euro teuren Stromers aus der Kategorie “VW Passat” will Elon Musk nun endlich den Massenmarkt erobern.

Es gab immer mal wieder kritische Stimmen, die unkten, dass Tesla seinen Zeitplan nicht einhalten werde, doch momentan deutet alles darauf hin, dass der “3er” bereits ab Juli vom Band laufen wird. Gute Nachrichten für fast 400.000 Kunden, die scheinbar bereits eine Anzahlung für das Mittelklasse-Modell geleistet haben. Ich frage mich nur, ob die finanziellen Vorschusslorbeeren, die bereits auf Elon Musks Konto eingegangen sind, nicht für die Finanzierung der Produktion reichen sollten?

Zwar zahlt Tesla für jeden Wagen, der vom Band rollt, immer noch drauf, doch aufgrund der steigenden Nachfrage könnte sich der Elektroautobauer bald zu einem ernsthaften Konkurrenten für BMW, VW & Co. mausern. Im Schlussquartal 2016 stiegen die Bestellungen für “Model S” und den SUV “Model X” um 52 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden 70.000 Fahrzeuge ausgeliefert, was einer Steigerung von 60 Prozent gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres entspricht.

Die Tesla-Euphorie spiegelt sich auch im Aktienkurs des Unternehmens wider: Innerhalb der vergangenen zwölf Monate gewann das Papier rund 24 Prozent an Wert. Natürlich ärgere ich mich manchmal über “verpasste Chancen” auf dem Aktienmarkt, doch im Fall von Tesla werde ich mich auch weiterhin in Zurückhaltung üben. Meiner –  ganz subjektiven – Meinung nach fällt die Aktie eher in die Kategorie “Zockerpapier” statt “Champion” und würde mir zu viele schlaflose Nächte bereiten.

Risiken gibt es viele: Das Tesla-Papier profitiert wie viele amerikanische Tech-Aktien vom “Trump-Effekt” und der Hoffnung der Amerikaner auf ein phänomenales Wirtschaftswachstum. Doch was, wenn der “Trumponomics” die Luft ausgeht? Zahlreiche, teils äußerst finanzstarke und innovative “Tesla-Jäger” liegen auf der Lauer. Was, wenn ein Newcomer oder eine etablierte Marke ein noch attraktiveres Modell auf den Markt bringt? Last but not least: Elon Musk. Ein extrem erfolgreicher, aber manchmal vielleicht zu visionärer Unternehmer, dem seine eigenen Ambitionen zum Verhängnis werden könnten.

Es spricht absolut nichts gegen ein paar spannende “Spekulationsobjekte” im Depot. Nur wie so oft im Leben kommt es auf die richtige Mischung an. Ein paar Spaß-Aktien à la Tesla, gepaart mit einem soliden Fundament defensiver Champions und –  voilà  – schon fahren Sie auf der sicheren Seite.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss Boerse.de

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Bei Lanxess stimmt die Chemie (wieder)

Spezialchemie-Konzern Lanxess gewährt uns Donnerstagmorgen einen Blick in seine Bilanzbücher 2016. Auf den ersten Blick eine “langweilige” Branche, auf den zweiten eine unentbehrliche. Zwar fehlt den meisten von uns der rechte “Draht” zur Spezialchemie, doch was wären wir ohne Kautschuk, Kunststoffe und Pigmente? Lanxess Produkte sind vielleicht nicht so sexy wie beispielsweise Daimlers neueste Prestigeobjekte, aber ein Mercedes ohne Mithilfe eines Chemiekonzerns? Undenkbar. Reifen, Lack, Kunststoffe – viele Unterteile haben ihren Ursprung im Labor.

Auch aufgrund der boomenden Autoindustrie in Asien erhöhte Lanxess im November 2016 zum dritten Mal innerhalb eines Jahres die Prognose: Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) könnte an der Eine-Milliarden-Euro-Grenze kratzen nach 885 Millionen Euro im Jahr zuvor. Unterm Strich bleiben dem Konzern vermutlich 62 Millionen Euro in der Kasse nach 41 Millionen Euro 2015.

Die Erfolgsgeschichte des M-Dax-Mitglieds ist noch relativ jung und vor allem einem Mann zuzuschreiben: Matthias Zachert. Als der “Zahlenmensch mit Stallgeruch”, wie ihn eine Nachrichten-Website zu seinem Amtsantritt 2014 betitelte, die Leitung des Kölner Unternehmens übernahm, braute sich in dessen Chemieküche nichts Gutes zusammen. Ausgerechnet das Kerngeschäft, die Herstellung und der Vertrieb von Kautschuk, entwickelte sich zäh. Zachert fackelte nicht lange und verordnete Lanxess eine Radikalkur, gepaart mit einer strategischen Neuausrichtung.

Neben den üblichen Sparmaßnahmen wie Stellenabbau und der Zusammenlegung von Abteilungen konzentrierte sich der Chemiekonzern von nun an auf Geschäftsbereiche, die weniger zyklisch und konjunkturabhängig sind, als das kriselnde Gummi-Geschäft. Zacherts Ziel ist es, Lanxess’ Abhängigkeit vom Kautschuk zu verringern und freigewordene Ressourcen und Gelder in die Übernahme des US-Konkurrenten Chemtura zu investieren. Die 2,4 Milliarden Euro teure Fusion soll bis Mitte 2017 in trockenen Tüchern sein und den Kölnern Zugang zum Markt der Schmierstoffe und Flammschutzmittel ermöglichen, die etwa in der Bau,- Luftfahrt- und Elektroindustrie genutzt werden.

Zur Rettung des schwächelnden Kautschuk-Segments fand Zachert 2015 einen potenten Partner: Den weltgrößten Energie- und Ölkonzern Saudi Aramco. Die Araber zahlten für 50 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens 1,2 Milliarden Euro netto an Lanxess. Ein doppelter Befreiungsschlag für den Chemiekonzern: Zum einen verfügte dieser nun über die finanziellen Mittel für eine Neuausrichtung und die Akquisition von Chemtura. Zum anderen bekamen die Kölner dank ihrer neuen Arab-Connection so etwas wie eine “Privat-Pipeline” für den gefragten und teuren Rohstoff Öl, der für die Kautschukherstellung benötigt wird.

Na, neugierig geworden? Zurecht. Die Spezial-Chemieindustrie befindet sich zwar im stetigen Wandel, doch sie liefert die Basis für viele Erzeugnisse des täglichen Lebens– von Nahrungsmitteln über Medikamente bis hin zu Gebrauchsgütern. Natürlich gibt es in der Chemiebranche eine Vielzahl interessanter Einzelwerte. Um die Spreu vom Weizen zu trennen haben wir bei der Auswahl der Titel, die den Namen “Champion” auch verdienen, vor allem ein Augenmerk auf deren Zehn-Jahres-Performance gelegt und entschieden uns für den Lanxess-Konkurrenten Fuchs Petrolub. Eine Kursrendite von +368 Prozent (Fuchs Petrolub) im Vergleich zu +70 Prozent (Lanxess) innerhalb der vergangenen zehn Jahre, gepaart mit einem hoffnungsfroh-grünen Renditedreieck machte uns die Entscheidung, Fuchs Petrolub zum Champion zu küren, relativ einfach.

PS: Brandaktuelle Informationen und Analysen zu unseren Champions, den erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt, erhalten Sie in der druckfrischen Ausgabe des boerse.de-Aktienbrief. Reinlesen lohnt sich!

Ich wünsche Ihnen einen spannenden, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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E.ON sieht rot

E.ON veröffentlicht Mittwochmorgen Jahreszahlen 2016. Ein Ereignis, das – zumindest zahlentechnisch – nicht übermäßig spannend ausfallen dürfte, denn dass der Energieversorger tief in den roten Zahlen steckt, ist bereits jetzt traurige Gewissheit. Schon in den ersten neun Monaten klaffte im Zahlenwerk der Essener ein 9,3 Milliarden tiefes Bilanzloch, zum Jahresende dürfte sich der Fehlbetrag Schätzungen zufolge auf 12,4 bis 14 Milliarden Euro belaufen.

Immerhin ein schwacher Trost: E.ON steht mit seiner Leidensgeschichte nicht alleine da. Ruhrpott-Kumpel RWE präsentierte heute Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr und verzeichnete einen neuen Negativ-Rekord. Unterm Strich stand 2016 ein Minus von 5,7 Milliarden Euro – der größte Verlust in der Firmengeschichte.

Atomausstieg
Das alte Sprichwort “geteiltes Leid ist halbes Leid” trifft auf die Versorger nur hinsichtlich der Kosten für die Energiewende zu. Für 23,55 Milliarden Euro “dürfen” sich die vier Energieriesen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall von den Risiken und Nebenwirkungen des Atomausstiegs “freikaufen”. Das Geld wandert in einen staatlichen Fonds, der die Zwischen- und Endlagerung der verstrahlten Altlasten managed. Davon entfallen rund zehn Milliarden Euro auf E.ON, die schon diesen Sommer fällig werden. Mit der Endlagerung allein ist es natürlich nicht getan. Auch die Stilllegung und der Abriss der Atommeiler hat seinen Preis und könnte die vier Versorger weitere 60 Milliarden Euro kosten.

Preisverfall
Ja, und wo bleiben die Einnahmen, um das ganze Debakel zu finanzieren? Unglücklicherweise scheint auch hier nur ein schwaches Licht am Ende des Tunnels. Hippe Ökostrom-Anbieter drängten konventionelle Stromerzeuger aus den Netzen und verursachten in den vergangenen Jahren einen gigantischen Preisrutsch für konventionell erzeugte Energie. Den wird die leichte Strompreiserhöhung 2017 nicht annähernd kompensieren können.

Neue Energiequelle?
Eine zukunftsträchtige Lösung für beide “Baustellen” zu finden, würde vermutlich viele Firmenchefs überfordern. E.ON-Boss Johannes Teyssen hat dann auch entweder ein besonders sonniges Gemüt oder einen extrem guten Motivations-Guru. Wie sonst lassen sich vier Milliardenverluste in einer Amtszeit verdauen? Bislang blieben Teyssens Wiederbelebungsversuche des akut kranken Konzerns weitgehend erfolglos. Gewagte Vorstöße in Regionen wie die Türkei oder Brasilien haben sich nicht ausgezahlt und die “Kernspaltung” des Unternehmens in alte (Uniper) und neue (E.ON) Energie ist umstritten. Zwar spielte Konkurrent RWE einen ähnlichen Schachzug, doch mit umgekehrter Rollenverteilung. RWE behielt das konventionelle Stromgeschäft und brachte die neue, schöne Ökostrom-Tochter Innogy an die Börse.

Welche Strategie sich letzten Endes beweisen wird, bleibt abzuwarten. Momentan deutet allerdings vieles auf einen Punktesieg für RWE: Der E.ON-Rivale sorgt heute mit seiner Gewinnperspektive fürs Geschäftsjahr 2017 für Jubel unter den Aktionären und einen Kursgewinn von zeitweise über acht Prozent.

Ob die E.ON-Anleger auf Tyssons Bilanzpräsentation morgen ähnlich enthusiastisch reagieren? Experten rechnen damit, dass der Energieriese Investoren mit einer Dividende von 20 Cent pro Aktie bei Laune zu halten probiert. Ein fraglicher Anreiz, zumal die Gewinnausschüttung im Vorjahr noch bei 50 Cent pro Anteilsschein lag… Bleibt noch die Hoffnung auf Besserung. Experten erwarten eine Stabilisierung der Strom-Großhandelspreise und robustere Geschäfte des Tochterunternehmens Uniper, von dem sich E.ON nach Ende 2017 trennen will.

Die gesamte Energiebranche steht schon lange unter Strom und Versorgeraktien frustrierten Investoren in den vergangenen zehn Jahren mit gigantischen Verlusten: E.ON mit -78,5 Prozent, RWE mit -82 Prozent. Da ist das kleine Kursgewinn-Trostpflaster heute nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wie wäre es statt unrentabler Spekulationen mit einem devensiven Investment, das innerhalb der vergangenen zehn Jahre +274 Prozent Rendite errechnet? Der boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI) setzt sich aus zehn “langweiligen” Einzelwerten mit solider Kurshistorie zusammen und eignet sich gerade deshalb bestens für den langfristigen Vermögensaufbau.

Ich wünsche ihnen einen entspannten, erfolgreichen, Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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Die Highlights der Woche: Unter Strom

Unser heimisches Börsenbarometer kämpfte vergangene Woche erfolglos gegen den Abstieg aus der 12.000 Punkte-Liga. Es war ein spannender Wettstreit, nach dem der Dax nach einigen Up’s und Down’s am Freitag mit 11.963 Punkte ins wohlverdiente Wochenende ging. Auf Wochensicht ein Minus von einem halben Prozent. Keine berauschende Performance, aber angesichts der Vielzahl politischer und wirtschaftlicher Einflussfaktoren, die die Weltbörsen momentan im Griff haben, schlägt sich unser heimischen Leitindex noch recht wacker.

Den gleichen Wochenverlust verbuchte der amerikanische Dow Jones, der zwar mit 20.888 Punkten aus dem Rennen ging, aber nicht genug “Drive” hatte, um die 21.000 Punkte-Schallmauer zu durchbrechen.

Und wöchentlich grüßt das Murmeltier…
Die Hochstimmung an den Weltbörsen erfährt momentan Gegenwind eines Tiefdruckgebietes namens “Donald”, das Mitte der Woche von “Janet” abgelöst wird. Donald Trump und Janet Yellen, die Chefin der US-Notenbank, dominieren schon seit Monaten die Stimmung der Börsianer. Mr. Präsident mit seinem “Gezwitscher” und vagen Äußerungen zu “phänomenalen”, steuerpolitischen Plänen und Mrs. Yellen mit einer überraschend deutlichen Stellungnahme zum anstehenden Zinsentscheid. Sie kündigte vergangene Woche an, dass die “Fed” (US-Notenbank) mit großer Wahrscheinlichkeit am 15. März eine Erhöhung des amerikanischen Leitzinses von derzeit 0,50-0,75 Prozent auf 0,75-1,00 Prozent beschließen wird.

Auf derlei “Drohungen” reagieren die Börsianer oft sehr empfindlich, da steigende Zinsen – angeblich – schlecht für die Aktienkurse sind. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: Der Entscheid ist offenbar schon in den momentanen Börsenkursen “eingepreist”. Damit verliert das “Zins-Gespenst” an Schrecken und könnte sich sogar noch in ein regenbogenfarbenes Einhorn verwandeln, denn viele Aktionäre interpretieren den Zinsschritt als ein positives Signal für eine robuste Wirtschaft. Und gute Konjunkturdaten verleihen den Börsenkursen bekanntlich Flügel.

Neue Energie
Bei den Jahreszahlen dürften die Energieunternehmen diese Woche den Ton angeben. RWE, “Sprössling” Innogy und Konkurrent E.ON kämpfen um die Spitzenposition des verlustreichsten Stromerzeugers– ein mit Hochspannung erwarteter Showdown. Die vier Versorger E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall leiden unter erdrückenden Milliardenkosten für den Atomausstieg und kämpfen zusätzlich mit chronisch niedrigen Großhandelspreisen für ihr Kernprodukt: Strom. Dementsprechend ernüchternd dürften auch die Zahlen der Energieriesen ausfallen, die schon im Vorfeld vor Milliardenlöchern in ihren Bilanzen warnten.

Weitere Finanz- und Bilanztermine, die in den kommenden Tagen für Aufsehen sorgen könnten:

  • Dienstag: RWE, Volkswagen, Symrise, Wacker Chemie (alle Jahreszahlen), Adidas (Investoren Tag)
  • Mittwoch: E.ON, Inditex, Raiffeisen, Sixt, Munich Re (alle Jahreszahlen), Bayer (Investoren Tag), Fed Zinsentscheid
  • Donnerstag: HeidelbergCement, Lanxess, K+S, Lufthansa, MAN, Sainsbury (alle Jahreszahlen) BoE Zinsentscheid
  • Freitag: “Hexensabbat”, der große Verfallstag für Terminkontrakte wie Futures und Optionen

Liebe Börsianer und “Neueinsteiger”, wir freuen uns auf fünf abwechslungsreiche Tage mit dem US-Notenbankentscheid als Höhepunkt. Bis Mittwoch könnten die Märkte deshalb in einer Art “Lauerstellung” verharren, doch sobald die Katze aus dem Sack ist, gehts wieder Rund auf dem Parkett!

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

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Das Wort zum Wochenende: Finanzbildung, dringend gesucht!

Mein siebenjähriger Sohn interessiert sich für Geld. Sehr sogar. Er zählt mit Begeisterung den Inhalt seines Sparschweins, rechnet im Matheunterricht fleißig mit Euro und Cent und versucht langsam ein Bild davon zu bekommen, wie viel Auto, Miete, Gummibärchen und FC Barcelona-Trikots kosten. Nur eine Frage stellt er mir immer wieder: “Mama, was ist eigentlich dein Beruf?” Ich erkläre ihm dann, dass ich über die Börse schreibe. Was Aktien sind und warum das alles wichtig ist. Dabei stelle ich immer wieder fest, wie schwierig es ist, einem Kind in einfachen Worten ein so komplexes Thema wie “Die Börse” zu erläutern. Ich probiere es mit “einem Handelsplatz, auf dem Menschen Firmenanteile kaufen und verkaufen können. Wie ein Flohmarkt, verstehst du? Und je mehr Leute etwas haben wollen, desto teurer wird’s. Und umgekehrt”. Meistens wendet er sich dann gelangweilt ab, um mich Wochen später wieder das Gleiche zu fragen.

Gott sei Dank kam mir ein Kinderfernsehprogramm zu Hilfe, dem endlich gelang, woran ich monatelang scheiterte: Meinen Sohn für das Thema Aktien zu begeistern. In bunten Bildern und anschaulichen Geschichten wurde der Ursprung der Handelsplätze im alten Rom, die erste “echte” Börse in Brügge und ihre heutigen Nachkommen in Frankfurt, London oder New York erzählt. Das Eis war gebrochen und in der Schule bin ich jetzt die “Aktienhändlerin”. Stimmt nicht ganz, freut mich aber trotzdem. Es ist also durchaus möglich, bereits Kinder im Grundschulalter für das Thema Finanzen zu begeistern. Nur über das “ob” und “wie” scheiden sich die Geister.

Zweifelsohne haben Lehrer heutzutage viel zu tun. Sie müssen in den (zu) kurzen Schultagen umfangreichen Lehrstoff vermitteln, den Schülern zusätzlich “soft skills” vermitteln und auch soziale und musische Fähigkeiten dürfen nicht zu kurz kommen. Kein Wunder, dass das Thema “Finanzbildung” selten auf dem Lehrplan steht und wenn dann nur in wirtschaftsspezifischen Fächern auftaucht. Mit besorgniserregenden Konsequenzen: Laut einer 2015 veröffentlichten Studie, von der Ratingagentur S&P, für die  150.000 Menschen aus 155 Ländern zu ihrem finanziellen Grundwissen befragt wurden, liegt Deutschland mit einem “Alphabetisierungsgrad” von 66 Prozent weltweit nur auf Platz 8. Spitzenreiter sind skandinavische Länder wie Norwegen, Dänemark und Schweden, auf den letzten Plätzen rangieren Jemen, Algerien und Afghanistan. Im Umkehrschluss bedeuten diese Zahlen, dass 34 Prozent der Deutschen über ein unzureichendes Finanzwissen verfügen. Ein Alarmsignal, das schnelles Handeln erfordert um aus einem “Volk der Sparer” kein “Volk der Schuldner” werden zu lassen.

Natürlich ist es nicht damit getan, den Bildungsinstituten den “Buhmann” zuzuschieben. Um unseren Kindern einen soliden Start in ihre (finanzielle) Zukunft zu sichern, müssen wir uns erstmal selbst an die Nase fassen. Sind wir denn überhaupt ein gutes Vorbild wenn es um Geldanlagen geht? Vermitteln wir, dass Sparen und Investieren interessant und relevant, oder nur ein notwendiges Übel sind? Jede Form von Bildung fängt zu Hause an. Kindheitserfahrungen mit eigenem Geld, einem Konto, und Eltern, die in der Lage sind, Finanzfragen fachkundig und möglichst anschaulich zu beantworten, haben vielleicht einen größeren Einfluss auf die Fähigkeit Entscheidungen in Geldangelegenheiten zu treffen, als Schulbildung.

Finanzielle Bildung ist wichtig, denn die Redewendung “Wer nichts weiß, muss alles glauben” ist schon so Manchem zum Verhängnis geworden. Entweder, weil das Ersparte aus Risikoscheu und Unwissen auf dem Sparbuch “versauert” und von der Inflation aufgefressen wird, oder weil der Unkundige auf den Rat falscher Freunde hört und sich zu spekulativen Geschäften verleiten lässt. Es gilt, einen gesunden Mittelweg zwischen übertriebenem Sicherheitsbedürfnis und waghalsiger Geldanlage mit unkalkulierbarem Risiko zu finden.

Der Anteil finanzieller “Analphabeten” spiegelt sich übrigens in der Zahl der Aktionäre wider. Deutschland ist mit einem Aktionärsanteil von nur 6 Prozent das europäische Schlusslicht. Und das in Zeiten, in denen Geld auf dem Sparbuch nicht einmal genügend Zinsen abwirft, um die Bankgebühren zu decken.

Wir von boerse.de sehen uns in der Rolle eines unabhängigen Ratgebers. Wir wollen Finanz-Wissen vermitteln und Ihnen gleichzeitig anhand besonders defensiver, erfolgreicher Aktien, Wege für den langfristigen Vermögensaufbau aufzeigen. Nehmen Sie sich doch am Wochenende mal ein paar Minuten Zeit und werfen Sie einen Blick in den aktuellen boerse.de-Aktienbrief. Unserem Beitrag zur Finanzbildung, von dem Sie als Neueinsteiger und erfahrener Börsianer gleichermaßen profitieren können.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

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Wie Phönix aus der Asche: VW macht sich fit für die Zukunft

Zeitgleich zu meinem Debüt als Finanz-Autorin im September 2015 erblickte der VW-Dieselgate-Skandal das Licht der Weltpresse. Seitdem habe ich fast wöchentlich News und Updates zu den Software-Schummeleien verfasst, die Volkswagen vor allem in den USA viel Geld, Nerven und Reputation gekostet haben. Die Suche nach Opfern, Beschuldigten und Zeugen zieht sich wie ein roter Faden durch die Skandal-Story des Autobauers und erreichte gestern mit der Vorladung von Angela Merkel im VW-Untersuchungsausschuss ihren Höhepunkt. Unsere Kanzlerin wird zum Verhör in einer Unternehmensangelegenheit geladen? Das kommt nicht oft vor und beweist, wie eng die Beziehungen zwischen dem Aushängeschild der deutschen Industrie und der Politik sind.

Zentrales Thema war gestern, wann die Regierung vom Abgasskandal Wind bekommen und welche Maßnahmen sie anschließend ergriffen hat. Frau Merkels Antwort war ebenso nachvollziehbar wie lapidar: Sie hatte von Dieselgate erstmalig am 19. September 2015 erfahren, und zwar aus den Medien, genau wie wir auch. Eine Kanzlerin ist eben auch keine allwissende Kreatur. Soweit so gut, das Verhör der 70 Zeugen und Sachverständigen ist mit der Befragung von Frau Merkel jetzt offenbar abgeschlossen, die Milliarden-Entschädigungen für US-Autohändler und Kunden sind bezahlt und VW kann sich langsam wieder auf seine Zukunft konzentrieren.

Und die beginnt im Genfer Auto-Salon, der ab heute seine Türen geöffnet hat. Für Volkswagen der ideale “Showroom”, um sich als innovativer Autobauer zu beweisen und sein “Schummel”-Image aufzupolieren. Mit dem VW-Roboter-Taxi “Sedric”, dem Vertreter-Traum “Arteon” und der Neuauflage des legendären VW Bulli ist es den Wolfsburgern tatsächlich gelungen, ein paar echte Sahneschnitten zu zaubern. Am Genfer See, dort wo jahrelang Langeweile die VW-Bühne dominierte, regiert diesmal ein echtes “Will-haben”-Gefühl. Die neuen Modelle sind “hot” statt biedern und verkörpern die Laufrichtung des Autobauers: Ab in die Zukunft.

Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung sind die Wachstumsbereiche der Wolfsburger, die sich auch finanziell langsam aus der Krise chauffieren. Während 2015 noch ein dickes Minus von 4,1 Milliarden Euro in der Bilanz stand, fuhr das Unternehmen 2016 einen Betriebsgewinn von 7,1 Milliarden Euro ein. Und das, obwohl VW wegen Dieselgate im vergangenen Jahr 6,4 Milliarden Euro auf die hohe Kante legen musste– sonst wäre das Plus entsprechend größer ausgefallen. Alles in allem ein erstklassiger “U-Turn”, würde ich sagen.

Auch das harte Sparprogramm, das die VW-Chefetage dem Konzern verordnet hat, beginnt Früchte zu tragen. Vorstandsgehälter wurden gekürzt, Boni gestrichen, Mitarbeiter entlassen. Das sogenannte “Zukunftspaket”, mit dem Markenvorstand Diess bis 2020 rund drei Milliarden Euro einsparen will, ist zwar intern umstritten, gilt aber als essentiell, um den Konzern auf mehr Profit und Effizienz zu trimmen.

Die VW-Aktie spiegelt diesen Aufwärtstrend wider und gewann in den vergangenen zwölf Monaten 23,4 Prozent an Wert. Warum zählt Volkswagen dann nicht zu den boerse.de-Champions-Aktien? Zum Beispiel, weil sich ein „Champion“ über den Zeitraum von zehn Jahren als stabil und “krisenfest” erweisen muss. Eine Eigenschaft, die VW und der gesamten, äußerst konjunkturabhängigen Automobilbranche nicht unbedingt zuzuschreiben ist…

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

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Uniper vor den Zahlen: Sorgt der Russland-Deal für neue Energie im Konzern?

Uniper veröffentlicht morgen Zahlen zum Geschäftsjahr 2016. Uniper… wie laufen die Geschäfte der E.ON-Tochter? Ein erster Recherche-Versuch auf der Homepage von uniper.de stiftet Verwirrung: Hinter dieser naheliegenden Domain verbirgt sich ein Versandhändler für naja, sagen wir mal, Erwachsenenspielzeug. Unter uniper.com werde ich dann fündig und erfahre auch, wofür die eigentümliche Namenskreation steht. “Uniper” ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus “unique” (einzigartig) und “Performance”.

Soweit die Theorie, doch die Realität sieht anders aus. Statt einer einzigartigen Performance verzeichnet Uniper beispiellose Verluste: Einbußen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro rissen bereits nach neun Monaten ein tiefes Loch in die Bilanz des Energiekonzerns. Nicht schön, aber eigentlich darf man der E.ON-Abspaltung keine Vorwürfe machen, denn Uniper hat seit seiner “Geburt” am 1.Januar 2016 mit erdrückenden Erblasten zu kämpfen.

Als Reaktion auf die andauernd niedrigen Strompreise, die hohen, finanziellen Belastungen durch die Energiewende und die zunehmende Konkurrenz von Ökostrom-Anbietern beschloss E.ON, das konventionelle Geschäft mit Kohle-, Gas- und Wasserkraft in ein Tochterunternehmen auszugliedern, um sich selbst auf das Ökostrom-Business fokussieren zu können. Ganz nach dem Motto: “Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen”…So klingt die Wachstumsstory, die CEO Klaus Schäfer den Investoren morgen wahrscheinlich schmackhaft machen will, in meinen Ohren wenig überzeugend. Natürlich werden auch zukünftig Kohle und Gas im Energie-Mix gebraucht, um eine konstante Stromversorgung zu gewährleisten, doch deren Anteil im Netz wird sinken.

Ohne die Abschreibungen auf Kohlekraftwerke und Gasspeicher sieht die finanzielle Bilanz etwas besser aus: Experten rechnen für das Geschäftsjahr 2016 mit einem operativen Ergebnis von 1,9 bis 2,2 Milliarden Euro und einer erhöhten Dividende von 55 Cent auf 63 Cent pro Anteilsschein 2017. Ein nettes “Zuckerl”, das Uniper-Anleger trotz der unsicheren Zukunftsperspektive des Stromerzeugers bei der Stange halten soll.

Über Zukunft gesprochen: Es gibt auch Lichtblicke. Zum einen pokert der Konzern auf steigende Strompreise bedingt durch eine Verknappung “konventioneller” Energien auf dem Großmarkt, zum anderen landete Uniper vor zwei Tagen einen ganz großen Coup. Die E.ON-Tochter verkaufte für rund 1,7 Milliarden Euro ihre Beteiligung an einem russischen Gasfeld an die österreichische OMV und schlägt damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Erlöse aus dem Deal verringern die Schuldenlast und Firmenchef Schäfer kommt vorzeitig seinem Versprechen nach, mittels Veräußerungen bis Ende 2017 rund 2 Milliarden Euro in Unipers Kassen spülen zu wollen.

Auch die Börsianer zeigen sich optimistisch. Das Uniper-Papier gewann seit dem Börsendebüt am 12. September 2016 35,5 Prozent an Wert. Eine beachtliche Performance für ein Unternehmen, dessen Zukunft durch allerlei Umfeldfaktoren wie Strompreise, Kosten für die Energiewende, Politik und die Ökostrom-Konkurrenz beeinflusst wird.

Um in den Kreis der boerse.de-Champions-Aktien aufgenommen zu werden, muss Uniper sich seine Sporen erst noch verdienen. Dazu zählt eine mindestens zehnjährige Börsenhistorie, genauso wie ein überdurchschnittliches Chance-Risiko-Profil. Erst dann wird sich zeigen, ob Uniper seinem Hybrid-Namen “Unique Performance” auch wirklich gerecht werden kann. Um sich die Wartezeit zu verkürzen und schon jetzt vom Börsenerfolg langfristig erfolgreicher, wachstumsstarker Unternehmen profitieren zu können, empfehle ich Ihnen einen Blick in den aktuellen boerse.de-Aktienbrief.

Ich wünsche Ihnen einen spannenden und erfolgreichen Börsentag,

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Die Aktie des Tages: Adidas

Adidas gewann bereits 2016 mit einem Plus von 67 Prozent die Dax-Goldmedaille. Entsprechend hohe Erwartungen haben Anleger an die Jahreszahlen, die der Sportartikelhersteller morgen präsentieren wird. Können die drei Streifen punkten und ihre Erfolgsserie fortsetzen? Das Gros der Analysten ist optimistisch: Sie erwarten einen Umsatzanstieg von 14 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis dürfte um knapp 37 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro steigen, und auch der Gewinn sollte sich nach 720 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 995 Millionen Euro verbessern.

Zahlen sind ja ganz nett, aber Investoren sind eben auch nur Menschen und wollen Stories, die der Aktie “Phantasie” verleihen. Zu den “Hot Topics”, die Anleger morgen und beim Investorentag am 14.3.2017 besonders interessieren dürften, zählen:

Wie fit ist Adidas-Chef Kasper Rorsted?
Zumindest sein Äußeres verrät: Der Ex-Henkel-Chef, der seit Oktober 2016 die Geschäfte in Herzogenaurach leitet, ist sportlich unterwegs. Statt Schlips und Anzug trägt Rorsted lieber T-Shirt, Jeans und natürlich Sneakers. Aber auch seine Gangart ist die eines Sportlers: Der ehemalige Handballer griff gleich nach seinem Einstand als neuer Adidas-CEO richtig durch, schloss die Zentrale der hinkenden US-Tochter Reebok und will auch den Rest des Geschäfts auf Erfolg trimmen. Marge, Marge, Marge heißt sein Motto. Da haben “Looser” wie die Golf-Sparte und die “Rehbock”-Marke schlechte Karten.

Reebok
Was? Reebok gehört zu Adidas? Was viele nicht wissen: Adidas kaufte den amerikanischen Sportartikelhersteller vor rund zehn Jahren für drei Milliarden Euro. Ein teurer Klotz am Bein, der mit spärlichen Gewinnen und einem bescheidenen Image nicht an die Erfolgsstory des Mutterkonzerns anknüpfen kann. Kasper Rorsted will die Marke (zumindest vorläufig) noch behalten, gesundschrumpfen und auf Fitnesskurs trimmen. Ob Reebok irgendwann mal trendy wird, wage ich zu bezweifeln, aber auch hier gilt vielleicht: Totgeglaubte leben länger. Vor Jahren glaubte kaum jemand an ein Comeback von Puma oder der Handballermarke Hummel, die mittlerweile in den Schuhregalen “hipper” Turnschuhträger neben Nike und New Balance Platz genommen haben…

Ewige Konkurrenten
Konkurrenz: Gutes Stichwort. Nike ist der unangefochtene Platzhirsch und macht weltweit fast doppelt soviel Umsatz wie Adidas, doch der Aktie, die mit momentan rund 53 Euro weniger kostet als vor zwölf Monaten, fehlte 2016 der “Swoosh”. Sie verlor rund 15 Prozent an Wert und entwickelte sich damit gegensätzlich zum Gesamtmarkt. Zwar konnte die Nike-Aktie nach ihrem Formtief 2016 in den vergangenen sechs Monaten wieder Boden gut machen, doch viele Analysten sind zuversichtlich, dass Adidas im laufenden Jahr den Abstand zum Erzfeind verringern könnte. Vor allem im Wachstumsmarkt Lifestyle-Turnschuhe, also Sportschuhe, die auch Büro- oder Dinner- tauglich sind, gewinnt Adidas Dank Celebrities wie Rapper Kanye West immer mehr Fans. Dessen Designer-Sneakers in limitierter Stückzahl sorgten für einen enormen Hype und klingelnde Kassen in Herzogenaurach.

Ob Adidas dieses Jahr noch nachlegen kann? Keine Frage, nach dem Run im vergangenen Jahr ist das Adidas-Papier zum Stückpreis von rund 160 Euro teurer als ein Paar Nike Air Max. Rorsted muss also morgen liefern und sowohl das eigene Tempo, als auch die Stimmung der Investoren hochhalten.

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Unsere Börsenwoche: Viel Lärm um nichts

„Wie lange geht das noch gut?“ fragen sich viele Anleger. Nach Wochen im Rallye-Modus stand der Dow am Freitag bei über 21.000 Punkten, der Dax bei rund 12.000 Punkten. Alles in Butter, oder? Eigentlich schon, wenn da nicht ein paar Störenfriede unterwegs wären, die den Weltbörsen die Partystimmung verhageln könnten:

Donald Trump
“Könnten”…Der Konjunktiv scheint mir im Fall Trump mehr als angebracht, denn bereits vergangene Woche fürchteten die Börsianer anlässlich Trumps’ Rede vor dem Kongress am Dienstagabend einen Kursrutsch aufgrund panikartiger Gewinnmitnahmen.

Doch was geschah? Trump äußerte sich weder detailliert zur geplanten, “phänomenalen” Steuerreform, noch zum milliardenschweren Infrastrukturprogramm. Seine Versprechung des “süßen Nichts” lässt Anleger weiter träumen, anstatt sie mit konkreten Fakten wie z.B. Grenzsteuern zu konfrontieren, die viele börsennotierte Unternehmen unsanft wachrütteln dürften. “The (Trump) Show must go on”! höre ich die Börsianer förmlich rufen. Investoren lieben Trump´s Zukunftsphantasien vom großartigen Amerika und kaufen Aktien nach dem Prinzip Hoffnung. Ob Mr. T den Renditehunger der Anleger anhaltend befriedigen kann ohne zu “liefern”, bezweifeln jedoch viele.

Janet Yellen
Mit Spannung erwartet wurde die Rede der US-Notenbankchefin Janet Yellen vergangenen Freitag. Mitte März steht der erste Zinsentscheid seit Dezember auf dem Programm, und die Finanzwelt hoffte seit Wochen auf einen eindeutigen Hinweis, ob und wann die “Fed” ihrem Versprechen nachkommt und den US-Leitzins anhebt.

Ein Zitat des Währungsstrategen Sean Callow fasst die Lauerstellung der Börsianer sehr treffend zusammen:

„Es hat nur ungefähr hundert entsprechende Kommentare von den Fed-Leuten gebraucht, aber der Markt hat inzwischen verstanden, dass „ziemlich bald“ weniger als zwei Wochen und „drei Zinserhöhungen in diesem Jahr“ drei Zinserhöhungen in diesem Jahr bedeutet.“

Meistens hält Janet Yellen ihre Ansprachen im Style von Donald Trump: Bloß nicht Farbe bekennen! Doch diesmal rang sich die graue Eminenz zu einer für ihre Verhältnisse eindeutigen Aussage durch, die schon fast einem Zinsgelübde gleichkommt: Eine Anhebung des US-Leitzinses sei unter gewissen Bedingungen „wahrscheinlich angemessen“. Ein Viertel Prozentpunkt dürfte drin sein, was einer Zinsspanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent entspräche.

Die Wall Street reagierte  auf die bevorstehende Zinserhöhung überraschend entspannt und entkräftete mal wieder die alte Finanztheorie, wonach steigende Zinsen sinkende Aktienkurse zur Folge haben. Offensichtlich spekulieren die Börsianer auf eine weiterhin boomende US-Konjunktur und steigende Aktienkurse, statt ihr Geld gegen Mini-Zinsen auf Bankkonten umzuschichten.

Last but not least
Unternehmens-News! Vor lauter politischem und ökonomischem Geplänkel geraten die eigentlichen Stars der Handelsplätze schon fast in Vergessenheit. Dabei ist die Bilanzsaison in Deutschland noch immer in vollem Gange und hat diese Woche ein paar echte Leckerbissen für uns in petto. Jahreszahlen 2016 präsentieren unter anderem:

Im Fokus steht heute auch die Deutsche Bank: Am Wochenende machten Meldungen die Runde, wonach das Geldhaus seine Kapitaldecke mit acht Milliarden Euro für einen zukunftsweisenden Strategieschwenk und die Eingliederung der unverkäuflichen Tochter Postbank aufpolstern will. Die “Rolle rückwärts” des Bankchefs John Cryan, der in der Vergangenheit immer wieder bekräftigte, keine Finanzspritze zur Rettung seiner Bank zu benötigen, wird von den Anlegern mit Misstrauen und einem Kursverlust von über 5 Prozent bestraft.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Börsenwoche,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Unsere-Boersenwoche-Viel-Laerm-um-nichts-von-Miss-boersede/7746840

 

Börsenwissen zum Wochenende: Was ist eigentlich ein Index?

Wir lieben Messbarkeit und verzweifeln gleichzeitig an der immensen Zahlenflut, die tagtäglich auf uns eindrischt. Mein Laptop erinnert mich stündlich daran, dass sein 512 GB SSD-Speicher zu 77,89 Prozent aufgebraucht ist. Die Fitness-Uhr findet, dass ich in den vergangenen zwölf Stunden zu wenig Treppen bestiegen habe (was als Autor auch schlecht mit meiner sitzenden Tätigkeit vereinbar ist) und die Börse bombardiert uns sowieso ständig mit irgendwelchen Kursdiagrammen, Punkten und prozentualen Schwankungen.

So wichtig sie auch sein mögen, lose Zahlen ohne Vergleichswerte liefern uns nur wenig Einsichten. Wie viele erklommene Treppenstufen sind denn “genug”? Was sagt der BMI-Index über mein Wohlfühlgewicht aus? Kann ich mit der Performance meiner BMW-Aktie eigentlich zufrieden sein? Das alles ist relativ. Um Zahlen greifbar und damit vergleichbar zu machen, haben die Lateiner das Wort “Index” erfunden, das soviel bedeutet wie “Verzeichnis”, “Register” oder “Kennzahl”. Eine konzeptionelle Größe, die sich in der Finanzwelt als “Aktienindex” etabliert hat und die Entwicklung auf dem jeweiligen Teilmarkt repräsentativ dokumentiert. Endlich lässt sich messen, wie sich beispielsweise BMW im Vergleich zum Gesamtmarkt entwickelt und ich weiß, ob meine Aktie im Vergleich zum Branchen-Index “DAXsector Automobile” besser oder schlechter abgeschnitten hat.

Indizes spielen im Wirtschaftsleben allgemein und an den Kapitalmärkten im Besonderen eine sehr wichtige Rolle. Börsen-Indizes sorgen für Klarheit und machen die Entwicklung ganzer Volkswirtschaften auf einem Blick sichtbar. Auch hier gehört der mit den 30 umsatzstärksten deutschen Aktien besetzte Dax zu den bedeutendsten Vertretern neben anderen Leitindizes wie z.B. dem Dow Jones (USA) oder dem Nikkei 225 (Japan). Verbucht der Dax zum Beispiel eine anhaltende Gewinnserie, so lässt sich daraus häufig ein positives Wirtschaftswachstum in Deutschland ableiten. Die wichtigsten, deutschen Unternehmen machen mehr Gewinne, also steigen auch deren Kurse.

Natürlich erhält nicht jedes x-beliebige Unternehmen Zutritt zur elitären Dax-Familie. Für die VIP-Lounge müssen die Aufnahmekandidaten verschiedene Bedingungen erfüllen, wie zum Beispiel die Veröffentlichung ihrer Quartalsberichte alle drei Monate, ein Mindestumsatz oder eine gewisse Marktkapitalisierung. In die großen Indizes wie den Dax schaffen es also in der Regel nur etablierte Unternehmen, die aber natürlich nicht alle gleich viel Wert sind. Damit die Index-Berechnung ein faires Abbild der darin befindlichen Unternehmen darstellt, werden Dax-Werte entsprechend ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung, also dem Anteil ihrer frei handelbarer Aktien, gewichtet. SAP, Siemens, BASF und Bayer zählen demnach zu den Elefanten im deutschen Leitindex, RWE und ProSiebenSat.1 zu den Leichtgewichten.

Die Liste der Finanzbarometer ist schier endlos lang. Neben Länder-Indizes kennen wir z.B. auch Branchen-, Sektoren- oder Strategie-Indizes und eine Vielzahl unterhaltsamer Gradmesser wie den “Cheap-Date-Index” für Lebenshaltungskosten oder den “Big-Mac-Index”, der Währungsschwankungen misst. Der Deutsche Bank Cheap-Date-Index bringt die Kaufkraft einzelner Metropolen in Relation, indem er virtuelle “Warenkörbe” bestehend aus einer Taxifahrt, ein paar McDonalds Burgern mit Cola, zwei Kinokarten und Bier preislich miteinander vergleicht. So ermittelt der Index die durchschnittlichen Kosten für ein “billiges Rendezvous” und ermöglicht uns damit Rückschlüsse auf die realen Lebenshaltungskosten in Großstädten.

Dagegen verfolgt der legendäre “Big-Mac-Index” ein anderes Ziel: Er informiert uns darüber, in welchem Land der Welt wir am meisten für unser Geld bekommen und erspart uns lästige Berechnungen, z.B. hinsichtlich bevorstehender Reisekosten. Indem der “BMI” den Preis für ein Brötchen mit Fleisch, Salat, Gurke, Zwiebel, Schmelzkäse und Big-Mac-Käsesauce in vielen Ländern weltweit in US-Dollar umrechnet und miteinander vergleicht wissen wir, wo der Big Mac am preiswertesten und umgekehrt die Kaufkraft des US-Dollar am höchsten ist. Für die einen ist der Burger-Index eine unterhaltsame Spielerei, für die anderen ein Gradmesser für über- oder unterbewertete Währungen.

Last but not least wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten, mit welchen Indizes besonders hohe Renditen zu erzielen waren. Für unseren einzigartigen, großen Index-Vergleich haben wir die wichtigsten Indizes der Welt nach allen Regeln der Kunst analysiert. Welches der beste Aktien-Index der Welt ist erfahren Sie hier. Bleiben Sie neugierig, es macht sich bezahlt!

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

http://www.boerse.de/geldanlage/Boersenwissen-zum-Wochenende-Was-ist-eigentlich-ein-Index-von-Miss-boersede/7746451